Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

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Harzwinter
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Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Harzwinter »

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Pistenplan Obersaxen/Lumnezia
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Rahmendaten
Anfahrt: Ettlingen - Basel - Luzern - Zug - Zürichsee - Chur - Reichenau - Ilanz - Obersaxen ca. 5:45 h wegen Megastau vor Schweizer Grenze und im Jura. Bzgl. Abfertigung empfehle ich den Schweizer Grenzbehörden die Einführung personenindividuell handschriftlich zu erteilender und abzustempelnder Einreisevisa. Das würde das Procedere für Landesgäste auch nicht mehr verschlimmern - ein trauriges Lowlight im Europa des Jahres 2009. Nächstes Mal wieder nach Österreich?
Rückfahrt: Gleiche Strecke in 4:15 h - na also, es geht doch!
Wetter:
- Sonntag: Dauerschneefall, kein Skitag
- Montag: Nebel in Obersaxen, recht sonnig im Lumnezia
- Dienstag: Wechselhaft in Obersaxen, recht sonnig im Lumnezia
- Mittwoch: Schön
- Donnerstag: Anfangs schön, nachmittags Eintrübung
- Freitag: Nebel mit Aufhellungen, besser im Lumnezia
- Samstag: Schön
Schnee: Obersaxen unten ca. 120 cm Pulverschnee, Waltensburg/Brigels unten ca. 40 cm Feuchtschnee, Vals unten ca. 60 cm Feuchtschnee; oben alle ca. 150 cm Pulverschnee.
Anlagen geöffnet: Alle außer Obersaxen SCHL Tegia Dado.
Wartezeit: Meist keine bis max. 1 Minute. Einmal 3 Minuten an KSB Piz Sezner.
Gefallen: Größe, Weite und Vielfältigkeit aller drei Skigebiete; hochwinterliches Ambiente in Obersaxen; Mikro-Föhn im Lumnezia.
Nicht gefallen: Ungenügende Pistenmarkierung aller drei Skigebiete; mangelhafte Pistenbeschilderung in Obersaxen.
Bewertung: 6 von 6 Alpinpunkten

Ältere Berichte im Alpinforum
- Obersaxen 31. Januar 2009 von Mirco
- Obersaxen 28. Dezember 2008 von corviglia-fan

Intro
Wie schon im Vorjahr suchte Familie Harzwinter für die Faschingszeit 2009 ein Skigebiet, das folgenden Ansprüchen gerecht werden musste:
- Ferienwohnung an der Piste oder am Lift
- Skigebiet nicht zu groß wegen Kleinkindübergabe am Mittag in der FeWo
- Skigebiet dennoch groß und interessant genug für gute Skifahrer für halbe Tage
- Rodelbahnen und Wanderwege für die Beschäftigung des noch nicht skitauglichen Nachwuchses
- Ausflugsmöglichkeiten in Nachbarskigebiete

Im Winter 2007/2008 hatte das in Damüls halbwegs geklappt. Für den Winter 2008/2009 stand Obersaxen auf dem Programm. Wie schon im Bericht von Mirco Tscharner vom Dezember 2008 ausgeführt, handelt es sich bei Obersaxen (wie übrigens auch beim Vorarlberger Damüls) um eine Walser-Streusiedlung. Offenbar kommt diese Siedlungsform unseren Wohnvorstellungen entgegen. Obersaxen ist eigentlich eine endlose Sammelgemeinde am Surselva-Nordhang oberhalb Ilanz. Skigebietsanschluss und damit höheren Bekanntheitsgrad haben jedoch nur die Ortsteil-Gruppen Valata / Surcuolm und Meierhof / Misanenga / Miraniga. Insbesondere die rund 15 Dörfchen westlich von Meierhof sind bis heute kaum bekannt. Wir fanden eine schöne Bleibe im hoch über der Surselva gelegenen Surcuolm, von wo man direkt zur Sesselbahn Valata - Cuolm Sura abfährt, deren Folgesektion den 2060 Meter hohen Piz Mundaun erschließt.

Das Obersaxener Skigebiet besteht aus 11 größeren und 7 kleinen Liftanlagen, die vorwiegend über mehrere Kilometer den Nordhang der knapp über 2000 Meter hohen Gipfelkette Piz Mundaun - Hitzeggen - Stein - Piz Sezner erschließt, welche die Surselva vom benachbarten Val Lumnezia trennt. Darüber hinaus ist Vella im Val Lumnezia ans Skigebiet angebunden, was in unserem Urlaub eine wichtige Rolle spielen sollte. Die beiden Sesselbahnen von Vella, die den einzigen Südhang des Skigebiets erschließen, wurden von den Bergbahnen Obersaxen / Mundaun erst vor wenigen Jahren in finanziell wackligem Zustand übernommen. Vom Val Lumnezia zweigt das Tal von Vals ab, wo sich das Skigebiet Dachberg befindet. Und auf dem Surselva-Südhang gegenüber von Obersaxen befindet sich das Skigebiet Waltensburg-Brigels. Für Ausflugsmöglichkeiten ist also gesorgt, und wir haben beide genutzt. Außerdem bietet es sich an, auf der Anfahrt von Chur (oder bei der Abreise) einen Stopp in Flims / Laax einzulegen. Das hätte uns (mit Kleinkind) dann aber doch überfordert. :-)

Klimatische Besonderheit
Obersaxen hat unter den Skigebieten der Surselva ein Alleinstellungsmerkmal. Es ist das einzige Sursilvaner Skigebiet, das auf einem Nordhang liegt und das (mit dem Val Lumnezia) ein parallel verlaufendes Nachbartal hat. Daraus ergeben sich für Obersaxen mikroklimatische Besonderheiten und Vorteile, derer wir uns zum Zeitpunkt der Urlaubsbuchung nicht bewusst waren. Obersaxen selbst gilt wegen seiner Nordausrichtung als die Sursilvaner "Icebox". Wie ein Artikel aus dem Reiseteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Frühjahr 2008 treffend beschreibt, ist Obersaxen ein Refugium des Bündner Bilderbuchwinters. Während an den gegenüberliegenden Südhängen oder im Lumnezia schon kurz nach Schneefällen wieder erste grüne Flächen erscheinen, halten sich in Obersaxen dick schneebedeckte Dächer, Eiszapfen und ein guter Meter Schnee in Ortslage. Zur Ortsimpression gehören zugeschneite Autos oder Schilder "Schnee abladen verboten", wie ich sie sonst nur aus dem Wallis kenne. Das ist klasse! Vor Ende Januar möchte ich in Obersaxen aber keinen Urlaub machen, denn so lange ist es in den Ortsteilen und im Skigebiet sehr schattig. Das benachbarte Val Lumnezia gehört zwar topographisch zum Vorderrheintal, bezieht sein Wetter aber oftmals aus dem benachbarten Tessin (Raum Olivone), obwohl der mächtige, 3149 m hohe Piz Terri dazwischen steht. Entsprechend profitiert es von Tessiner Schönwetterlagen. Daraus und aus seiner Offenheit resultiert auch sein Name - Val Lumnezia, Tal des Lichts: Während in Vorderrheintal und Surselva das Schlechtwettergrau hängt, scheint im Lumnezia schon häufiger die Sonne. Für Obersaxen resultiert aus der klimatischen Besonderheit, auf engem Raum zwischen Schön- und Schlechtwetterbereich gelegen zu sein, eine Art Mikro-Föhn: Schlechtwetter-Nordwestströmung donnert über den Kistenpass (2640 m) in den Glarner Alpen zwischen Tödi und Hausstock (und verbläst in der oberen Etage des Skigebiets Waltensburg-Brigels den Schnee!) und bleibt als zäher Nebel auf der unteren Obersaxener Etage kleben. In der oberen Obersaxener Etage reißt die Bewölkung auf, über die Gipfelkette von Piz Mundaun bis Piz Sezner trägt die Strömung abgerissene Nebelfelder, und auf den Südhangen im Val Lumnezia scheint die Sonne. Da während unseres Urlaubs eine niederschlagsträchtige Nordwestlage dominierte, hat uns diese klimatische Besonderheit Obersaxens wohl diverse sonnige Skistunden gerettet.

Skigebiet und Pisten
Obersaxens Skigebiet selbst bietet für den Halbtages- oder Tagesnutzer genug Auslauf, Abwechslung und Spaß für eine Woche. Die Pisten mit bis zu 1000 Höhenmetern halten bei durchschnittlicher Höhenlage (1200 - 2300 Meter) guten Alpenstandard. Landschaftlich, aber nicht skifahrerisch interessant ist die 15-Kilometer-Abfahrt vom Piz Sezner durchs hintere Val Lumnezia nach Vella, dies nicht zuletzt wegen der vielen verstreut liegenden Alphütten. Im Grunde fährt man hier vorwiegend auf zugeschneiten Wegen und Straßen; Boarder müssen zwischendurch schon mal abschnallen und laufen. Schade, dass kein einziger der Orte im hinteren Val Lumnezia per Liftanlage angeschlossen ist. Mein Obersaxener Lieblingshang ist ganz klar Sasolas (natürlich nur bei Schönwetter; bei Schlechtwetter unbedingt meiden!). Lange, leere, untrassierte Pisten mit Dauerblick ins Vorderrheintal - sehr schön!

Ich habe nicht verstanden, warum sich ein mittelgroßes Skigebiet wie Obersaxen eigentlich 120 Pistenkilometer leistet. Ich schätze, dass mindestens 50 davon gar nicht gebraucht werden. Zahllose Variantenpisten oder Pisten in Ortsteile ohne Liftanbindung (Luven, Flond, Affeier), die sämtlich präpariert werden, obwohl sie fast niemand benutzt, könnten sofort wegfallen bzw. als unpräparierte Skiroute ausgewiesen werden. Das gilt auch oder besonders für die Pisten in verschiedene Ortschaften im Lumnezia (nach Lumbrein, Vignogn, Morissen), von denen man nur per Postbus wegkommt. Der Wegfall nicht benötigter Pisten würde die Übersichtlichkeit des Skigebiets verbessern und den enormen Präparationsaufwand verringern. Vielleicht hätte Obersaxen dann mehr Budget für die Pistenbeschilderung (siehe unten "Probleme des Skigebiets").

Obersaxens Charakter als typisches Schweizer Skigebiet hat mit dem Ersatz der Schlepplifte Stein und Piz Sezner durch kuppelbare Sesselbahnen bereits ein wenig gelitten, aber die Anlagen werden kapazitätsbedingt offenbar gebraucht. Große Freude haben mir die Schlepplifte Sasolas (von Roll) und Gischniga (WSO) gemacht. Klassische Schweizer Zweikilometerschlepper mit einer auf 20 zugehenden Anzahl von Stützen und interessantem Schweizer Herstellermischmasch bzgl. Anlage und Gehänge. Unverständlich ist für mich der Außerbetrieb-Dauerstatus des Schlepplifts Tegia Dado mitten im Skigebiet. Dadurch wird das Skigebiet Piz Mundaun vom Stein und Piz Sezner abgekoppelt, und man bewegt sich dazwischen eher ziehwegartig. Andererseits hinterlassen Liftruinen im Skigebiet immer den faden Eindruck, dass die Betreibergesellschaft ein Problem hat. Ich vermute hier, dass der SCHL Tegia Dado von den Bergbahnen Obersaxen-Mundaun als Umweltausgleich-"Pokermasse" für den geplanten Bau einer KSB an anderer Stelle benutzt wird.

Pistenpräparation
Zurückkommend auf den Bericht von Mirco kann ich zum Thema Obersaxener Pistenpräparierung vermelden, dass ich während des gesamten Urlaubs keine einzige unpräparierte oder wirklich schlecht präparierte Piste gefahren bin. An die Präparationsqualität im gegenüberliegenden Waltensburg/Brigels, im benachbarten Vals oder gar in Österreich ( :-) ) reicht die Obersaxener Pistenqualität allerdings bei weitem nicht heran. Die Raupenfahrer brachten an einigen Stellen das Kunststück fertig, trotz hervorragender Schneelage Dreck aus dem Boden zu kratzen und auf der Piste zu verteilen. Das muss nicht sein. Auf dem Grat zwischen Piz Mundaun und Piz Sezner ist der Schnee teilweise verblasen und die Piste auf kurzen Abschnitten eisig. Dagegen kann man nicht anpräparieren.

Liftanlagen
Obwohl ich alte Anlagen eigentlich mag: Ganz übel finde ich die drei Obersaxener fixgeklemmten WSO-3-Sesselbahnen Valata-Cuolm Sura, Kartitscha-Stein und Wali-Stein. Was sind die Dinger lahm - die reinsten Zeitdiebe! Am schlimmsten ist Valata-Cuolm Sura, weil sie auch Fußgänger und Rodler transportiert und dafür öfters stoppt. So habe ich für die geschätzt 1500 Meter Bergfahrtstrecke einmal mehr als 20 Minuten gebraucht. Das ist unzumutbar. Da ist man zu Fuß (ohne Skier) bald ähnlich schnell ... Selbst Frau Harzwinter, die sich für Liftanlagen eigentlich nicht interessiert, taten die WSO-Sesselbahnen schnell leid, und sie überlegte, ob sie zwischendurch aussteigen und anschieben sollte. :-) Die 3SBn Kartitscha-Stein und Wali-Stein bin ich im ganzen Urlaub insgesamt jeweils nur einmal gefahren, weil ich diese lahmen WSO-Anlagen wirklich nicht mag.

Flutlicht
Die beiden dorfnahen Schlepplifte Valata und Chummenbühl bieten übrigens ein- oder zweimal pro Woche Flutlichtbetrieb an. Der Besuch lohnt sich nicht, weil die Anlagen bzw. Pisten für diesen Zweck für Alpenverhältnisse zu kurz sind (300-500 Meter Länge). Sinnvoller wäre Flutlichtbetrieb am Schlepplift Untermatt im Ortsteil Misanenga, der ist nämlich ca. 1000 Meter lang und hat als ortsnahe Anlage eine schöne Abfahrt. Wesentlich interessanter ist das wöchentliche Flutlichtangebot in Brigels auf der anderen Talseite. Dort wird die Piste der unteren Sesselbahnsektion mit ihren rund 400 Höhenmetern beleuchtet.

Probleme des Skigebiets
An dieser Stelle muss ich ein großes Manko der Obersaxener Pisten bzw. des Skigebiets ansprechen. Während andere Forumsmitglieder Obersaxen bei Schönwetter als Tagesausflug besucht haben, haben wir das komplette winterliche Wetterspektrum des Ortes mitgemacht, nämlich auch Schneefall und Nebel mit entsprechend schlechter Sicht. Um es kurz zu halten: Bei schlechter Sicht ist das Obersaxener Skigebiet eine Zumutung. Die Pistenmarkierung ist zwar grundsätzlich vorhanden, entspricht mit ihren einseitig gesteckten, dünnen Holzstöckchen aber dem Standard von 1975. Pistennummerierung, -benennung und ausweisung sucht man vergeblich. Wegweiser sind Mangelware, uneinheitlich ausgewiesen oder fehlen völlig. In noch keinem Skigebiet habe ich mich so häufig verfahren wie in Obersaxen. Ein Beispiel: Meine allererste Abfahrt. Vom nebelumwogten Piz Mundaun wollte ich ins sonnige Lumnezia wechseln. Auf dem Piz Mundaun weist ein Schild alle Skifahrer, die ins Lumnezia oder zur Bündnerrigi/Sasolas wollen (also in völlig verschiedene Richtungen!), in die selbe Richtung. Eine kleine Nebelbank erschwerte kurz die Sicht. Ich folgte zwei anderen Skifahrern und verpasste den unbeschilderten, nur schwer ausmachbaren Ziehweg ins Lumnezia auf dem Grat zwischen Piz Mundaun und Hitzeggen. Stattdessen landete ich auf der Piste zur Bündnerrigi und auf dieser nach kurzer Zeit im zähesten Nebel, den ich je erlebt habe. Offenbar bleiben auf der Bergnase Bündnerrigi/Sasolas die Wolken kleben und werden dort komprimiert. Die Sichtweite schätze ich auf 10 Meter. Im Schneepflug rutschte ich im baumfreien Gebiet vorwärts, um die dünnen Markierungsstangen zu suchen. Nach Passieren des Gasthauses Bündnerrigi verlor ich im Nebel - ähnlich einem Whiteout - jede Orientierung und hoffte, wenigstens auf einer Piste zu bleiben. Erinnerungen an die Qualität von Schlechtsicht-Skifahren in einem gewissen "Freeride Paradise" wurden wach ... Nach mehr als einer halben Stunde blindem Schneepflugrutschen dann irgendwo im weißen Nichts leises Geklapper. Nach einiger Zeit stand ich erleichtert am Schlepplift Sasolas. Drei Tage später sah ich dort bei Schönwetter, dass es am Sasolas Pisten ohne jede Markierung gibt ... sehr witzig bei Nebel. :-(

Panorama
Die Aussicht aus dem Obersaxener Skigebiet hat mir gefallen. Freilich sieht man hier keine eisgepanzerten, bekannten Viertausender wie in den Schweizer Westalpen. Aber die Geländeoffenheit der tiefen Täler der Surselva und des Lumnezia macht das wieder wett. Gegenüber schaut man ins Skigebiet Waltensburg/Brigels, überragt von Dreitausendern Brigelserhörner und Bifertenstock. Nach Norden und Nordwesten schweift der Blick über die die z.T. vergletscherten Gipfel der Glarner Alpen zwischen Tödi und Hausstock. Im Nordosten blickt man zum Skigebiet Laax mit dem Kasten der Bergstation der PB Crap Sogn Gion. Weiter rechts liegt fern im Rheintal Chur (sieht man auch direkt aus Surcuolm), überragt vom Hochwang-Massiv. Im Süden stehen die Dreitausender überm Val Lumnezia (Piz Terri, Piz Aul), im Osten die wenig bekannten Berge zwischen Lumnezia und Safiental.

Rodelbahnen
Bleibt nur noch der Hinweis auf die drei Rodelbahnen im Gebiet Obersaxen / Lumnezia, auf denen wir Klein Harzwinter beschäftigt haben. Hier besteht das selbe Problem wie im Skigebiet: Es fehlt eine Mindestausschilderung, bzw. die existierende ist falsch. In Cuolm Sura gelangte Frau Harzwinter auf die Rodelbahn nach Ilanz statt wie geplant nach Surcuolm, weil diese Rodelbahn an der Sesselbahn-Bergstation in die falsche Richtung ausgeschildert ist, und musste mit dem Nachwuchs auf dem Schlitten bergauf zurücklaufen. Alle Rodler fragten sich dort gegenseitig hilfesuchend nach dem richtigen Weg. Auch von der Benutzung der "richtigen" Rodelbahn von Cuolm Sura nach Surcuolm (wenn man sie denn gefunden hat) möchte ich abraten. Es fehlt ihr an Gefälle, sie endet bereits an einer Asphaltstraße oberhalb von Surcuolm, und eine offizielle Strecke zurück von Surcuolm zur Sesselbahn-Talstation fehlt.

Auf Kartitscha sieht man zwar schon aus dem Lift das Starttor der Rodelbahn nach Meierhof. Doch schon nach 200 Metern zweigt die Rodelbahn unbeschildert in einer Rechtskurve ab (hier steht nur der Ortsname Miraniga, sonst nichts). Entsprechend fahren alle Rodler geradeaus und landen automatisch auf der roten Skipiste nach Meierhof - sehr witzig. :-( Folglich kommt es hier ständig zu Beinahe-Kollisionen zwischen Skifahrern und Rodlern - sehr gefährlich! Wer oben korrekt abbiegt, wird mit der recht schönen Rodelbahn nach Meierhof belohnt, die allerdings mehrfach sehr breite Skipisten quert - auch nicht ungefährlich. Letzteres gilt auch für die ansonsten unkritische, schöne Rodelbahn in Vella / Val Lumnezia. -

Die Fotos:

Ortsimpression Obersaxen-Surcuolm. Nicht ganz wenig Schnee ...
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Surcuolm ... sagte ich Schnee? :-)
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Surcuolm ... noch mehr Schnee. Offenbar waren Winterreifen für den Porsche 928 ausgegangen. ;-)
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Kirche Surcuolm. Grabpflege im Winter entfällt in Obersaxen schneebedingt. :-)
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Obersaxen-Misanenga. Offenbar hat jemand noch mehr Schnee bestellt ...
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Surcuolm: Der Sonnenaufgang bescheint die Gipfel der Glarner Alpen über Waltensburg.
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Surcuolm, Sonnenaufgang. Brigelserhörner und Bifertenstock sind schon beleuchtet.
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Surcuolm, Sonnenaufgang. Bifertenstock im Zoom.
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Surcuolm, Dorfstraße.
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Obersaxen und Surselva, das heißt vor allem Weite. Hier ein Blick von Cuolm Sura über Surcuolm.
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Mikro-Föhn Bild 1: Wir haben feuchte Nordwestströmung. Zäher Nebel in der unteren Etage von Obersaxen, hier Valata.
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Mikro-Föhn Bild 2: Fiesester Nebel auf Sasolas. Auf dieser Bergnase zwischen Obersaxen und Lumnezia werden die Wolken komprimiert.
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Mikro-Föhn Bild 3: In der oberen Etage von Obersaxen reißt der Nebel auf. Hier 4KSB Cuolm Sura-Piz Mundaun.
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Mikro-Föhn Bild 4: Über den Grat zwischen Piz Mundaun und Piz Sezner treiben abgerissene Nebelfetzen.
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Mikro-Föhn Bild 5: Sonnige Abschnitte über den Südhängen des Val Lumnezia.
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Mikro-Föhn Bild 6: Sonnige Abschnitte über den Südhängen des Val Lumnezia.
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Mikro-Föhn Bild 7: Erst am Nachmittag reißt der zähe Nebel auch in Meierhof auf.
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Valata, fixgeklemmte 3SB Valata-Cuolm Sura von WSO. Meine verhassteste Anlage in Obersaxen. Einfach nur lahm.
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3SB Valata-Cuolm Sura kurz vor der Bergstation mit Piz Mundaun.
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4KSB Cuolm Sura-Piz Mundaun (Doppelmayr). Schön schnell, fährt aber sehr hart.
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Pistenwegweiser auf dem Piz Mundaun. Wer Sasolas/Bündnerrigi und wer das Val Lumnezia als Ziel hat, wird nur hier informiert und in die selbe Richtung geschickt. Das ist leider falsch.
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Vella im Val Lumnezia, gesehen vom Piz Mundaun.
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Die Weite des Val Lumnezia, gesehen von der Piste Piz Mundaun-Bündnerrigi.
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Chur, gesehen von der Piste Piz Mundaun-Bündnerrigi.
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SCHL Sasolas. Von Roll mit eigenartigen WSO-Gehängen, von der Länge her zwischen Kurz- und Langbügel. Schöner, klassischer Schweizer Zweikilometerschlepper.
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SCHL Sasolas mit dem wunderbaren Blick durchs Vorderrheintal bis nach Chur. Ein herrlicher Skihang! Aber wehe, hier ist Nebel!
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SCHL Cuolm Sura. Weiß nicht mehr, ob es von Roll oder WSO ist.
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Der stillgelegte SCHL Tegia Dado. Die Portalstütze vor der oberen Umlenkung sieht nach WSO aus. Warum ist diese Anlage außer Betrieb? Das macht gar keinen Sinn. So wird der Bereich Gadenstatt/Tegia Dado nur noch gequert.
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SCHL Gischniga-Stein. Mein Liebling unter den Obersaxener Anlagen. Ein typischer Schweizer Zweikilometerschlepper, und auch noch von WSO. Klasse!
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SCHL Gischniga-Stein. Nochmals meine Obersaxener Lieblingsanlage aus der Kollektion "Wer hat den Längsten?". ;-)
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Blick vom Stein nach Wali und zum Piz Sezner, dem höchsten Punkt des Obersaxener Skigebiets.
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Fixgeklemmte 3SB Wali-Stein (WSO). Zusammen mit den beiden anderen fixgeklemmten WSO-3SBn der technische Schwachpunkt des Gebiets.
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Talstation 4KSB Wali-Piz Sezner.
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4KSB Wali-Piz Sezner. Ersetzte vor einigen Jahren einen Schlepplift. Das finde ich zwar schade, aber ich glaube kaum, dass der Schlepplift dem Andrang gewachsen war.
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Auf dem Piz Sezner. Links geht's zur 15-Kilometer-Abfahrt durchs Val Lumnezia nach Vella.
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Oberalpstock, gesehen vom Piz Sezner.
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Blick vom Piz Sezner ins gegenüberliegende Skigebiet von Brigels/Waltensburg.
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Hier startet die schöne, lange Piste Cauma, die im großen Bogen über die Außenflanke des Piz Sezner führt. Gegenüber die Glarner Alpen.
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4KSB Meierhof-Kartitscha. Ersetzte eine fixgeklemmte SB mit Zwischenstation in Miraniga, deren Gebäude noch steht.
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Fixgeklemmte 3SB Kartitscha-Stein (WSO).
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Abfahrt von Kartitscha nach Meierhof.
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Ende der Pisten von Kartitscha/Stein in Meierhof. Immer wieder ein schönes Bild.
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15 km-Abfahrt Piz Sezner-Vella durchs Val Lumnezia. Landschaftlich schön, aber skifahrerisch uninteressant, weil einfach nur flach.
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15 km-Abfahrt Piz Sezner-Vella. Typische Alphütten im Val Lumnezia.
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15 km-Abfahrt Piz Sezner-Vella, hier unterhalb von Triel.
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Ende der 15 km-Abfahrt vom Piz Sezner in Vella.
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Vella/Lumnezia, 4KSB Triel.
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Vella/Lumnezia, 4KSB Triel-Hitzeggen.
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Zurück nach Surcuolm: Abendstimmung mit Blick über die Surselva.
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Abendstimmung in Surcuolm mit Blick über die Surselva (Zoom).
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Harzwinter
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Waltensburg / Brigels 26. Februar 2009

Beitrag von Harzwinter »

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Pistenplan Waltensburg/Brigels. Hier noch mit dem SCHL Spinatsch in Planmitte, der nicht mehr existiert.
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Älterer Bericht im Alpinforum
- Brigels 21.-23. Dezember 2008 von Intermezzo

Wer in Obersaxen Urlaub macht, blickt ständig in das auf der anderen Sursilvaner Talseite gelegene Skigebiet Waltensburg/Brigels. Südhangbedingt liegt dort in der unteren Etage weniger Schnee als in Obersaxen (man sieht sogar schneefreie Flächen), dafür geht es höher hinauf (bis über 2400 Meter), und die Abfahrt nach Waltensburg bietet 1400 Höhenmeter, also 400 mehr als Obersaxen. Was liegt bei einer Anfahrt von nur 30 Autominuten also näher, als einen Abstecher von Obersaxen nach Waltensburg zu machen? Inhaber eines Obersaxen-Skipasses ab 6 Tagen bekommen auf den Skipass Brigels-Waltensburg 25% Rabatt.

Die Anfahrt zur KSB in Waltensburg zieht sich ein wenig, weil man dazu das gesamte, lange Straßendorf durchfahren muss. Die Straßenverbindung Waltensburg-Brigels ist übrigens im Winter gesperrt - warum eigentlich? Der Obersaxener Besucher merkt sofort, dass er in Waltensburg auf einem Südhang steht: Pfützen an der Talstation, so etwas gibt es im Februar in Obersaxen nicht. ;-) Die recht neue 4KSB (Leitner) reißt den Skigast im nu über die interessante Zwischeneinstiegs-Station Canischauna hinauf zur Mittelstation Alp Dado. Hier geht es mit der nagelneuen Anschluss-4KSB Fil (ebenfalls Leitner) schnell bis zum höchsten Punkt auf 2400 Metern weiter. Mich stören die hässlichen Stahlskelette der unbedachten Außengaragierung für die Sessel beider Anlagen auf Alp Dado ... das geht nun wirklich ansehnlicher (Pfui, Leitner!). Neben dem Übungsskilift Parli auf Alp Dado gibt es noch den SCHL Miret (Baco mit Borer Gehängen), dessen Ausstieg noch über der KSB-Bergstation liegt und somit den höchsten Punkt des Skigebiets auf 2418 Metern erschließt. Auf der Brigelser Seite stehen unten die 4KSB Brigels-Crest Falla (Poma - wie ist die denn hier her gekommen?) und oben die urlahme, fixgeklemmte 3SB La Cauma (WSO, wer sonst ...). Der lange SCHL Spinatsch, der den Hang zwischen beiden Teilgebieten erschloss, wurde ersatzlos abgetragen. Dadurch fallen in seinem unteren Hangbereich Pisten weg - für ein kleines Skigebiet wie Brigels/Waltensburg in meinen Augen eine sinnlose Maßnahme.

Wie schon im Obersaxen-Teil dieses Berichts unter "Klimatische Besonderheit" beschrieben, ist der obere Teil des Skigebiets Waltensburg/Brigels der Wetterströmung extrem ausgesetzt. Bei Nordwestwetterlage donnert der Sturm über den Kistenpass in den Glarner Alpen direkt auf den Grat. Folglich hält sich dort nur sehr wenig Schnee - der fliegt nämlich den Benutzern des SCHL Miret auf den letzten hundert Metern Strecke ins Gesicht. Aus diesem Grund wurde die Beschneiung der Hauptpisten bis zum Grat auf 2400 Metern Höhe ausgedehnt. Das ist schon krass, aber man wird dort wohl entsprechende Erfahrungen bzgl. Notwendigkeit gemacht haben.

Das Skigebiet Waltensburg/Brigels bietet hervorragende Pistenqualität und für ein Gebiet dieser Größe sehr abwechslungsreiche Abfahrten. Meine Lieblingspiste ist die "schwarze" Abfahrt Nr. 8 "Nera" von La Cauma hinunter nach Brigels. 100% Genuss, und schwarz ist sie auch nicht wirklich. Auch die Pisten rund um die Alp Dado sind schön. Lediglich die Talabfahrt nach Waltensburg lässt zu wünschen übrig und ist nur Mittel zum Zweck. Eine schmale Waldtrasse ohne Aussicht, die den Winter nur dank viel Beschneiung überlebt.

Wie auch in Obersaxen lässt die Markierung der Pisten von Waltensburg/Brigels zu wünschen übrig. Die breiten Pisten werden einseitig durch großzügig gesteckte Holzstängchen abgegrenzt, mehr gibt's nicht. Hilfreicher ist die Orientierung an den zahlreichen Schneilanzen, wenn man sich auf einer beschneiten Piste befindet. Die Ausschilderung ist allerdings deutlich besser als in Obersaxen.

Den Obersaxen-Urlauber wird natürlich der schöne Ausblick auf das gesamte Obersaxener Skigebiet und alle Ortsteile interessieren. Von der Bergstation Fil sieht man sogar den kleinen Gletscher des Bifertenstocks, der sich hinter den Brigelserhörnen versteckt.

Die Fotos:

Start am Ortsrand von Waltensburg mit der 4KSB Alp Dado von Leitner. Schön schnell. Am Gegenhang liegen Obersaxen-Valata und Surcuolm.
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Interessante Zwischenstation der 4KSB Waltensburg-Alp Dado. Klasse, was sich darin alles an Technik bewegt ... :-)
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SCHL Parli auf der Alp Dado.
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Mittelstation Alp Dado. Von hier geht es mit der zweiten Leitner-4KSB weiter nach Fil.
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Nochmal die beiden 4KSB-Stationen auf der Alp Dado. Jeweils neben der Station die wenig ansehnliche, unbedachte Außengaragierung für die Sessel.
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Fahrt mit der 4KSB Fil, kurz vor der Bergstation auf 2400 Metern. Links im Bild der SCHL Miret.
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Blick von der Bergstation Fil über die Surselva nach Obersaxen (linke Hälfte): Links Valata und das darüber liegende Surcuolm, rechts Misanenga und das darunter liegende, kleine Affeier.
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Blick über die Surselva nach Obersaxen (rechte Hälfte): Links Misanenga und Affeier, rechts Miraniga und das darunter liegende Meierhof.
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SCHL Miret (Baco mit Borer Gehängen). Hoffentlich wird dies nicht auch noch eine KSB. Auf den letzten hundert Metern Strecke peitscht der Sturm Eiskristalle ins Gesicht.
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Der Sturm vom Kistenpass peitscht den Schnee über den ausgesetzten, verblasenen Grat zwischen den Bergstationen Fil und La Cauma.
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Es fühlte sich so sibirisch an, wie es aussieht ... in Obersaxen auf der anderen Talseite kommt der Sturm nicht an.
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Bergstation 3SB La Cauma (WSO), die zweite Sektion der Brigelser Bahn.
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Blick von La Cauma über die Surselva in den Westflügel des Obersaxener Skigebiets: Station Wali und 4KSB Piz Sezner, dahinter die Lumnezianer Berge.
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Die Pista Nera hinunter nach Brigels. Klasse zu fahren und mein klarer Liebling in diesem Skigebiet.
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Nochmal Pista Nera nach Brigels. Von einer wirklich schwarzen Abfahrt kann hier aber keine Rede sein! :-)
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Pista Nera nach Brigels schon weiter unten. Immer noch gut zu fahren. Gegenüber der "unerschlossene" Teil Obersaxens westlich des Skigebiets: Ortschaften wie Tschappina, Friggahüs, Hanschahüs oder St. Martin liegen dort.
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Blick von Brigels über die Surselva nach Obersaxen-Meierhof und Miraniga mit dem Skigebiet Stein.
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Talstation 4KSB Brigels-Crest Falla (Poma). Ein Anlagen-Exot in dieser Gegend.
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3SB La Cauma (WSO). Genau so lahm wie ihre Geschwister in Obersaxen. Mein Rückbringer von der Brigelser auf die Waltensburger Seite und zum Auto.
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Vals 28. Februar 2009

Beitrag von Harzwinter »

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Pistenplan Vals-Dachberg.
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Älterer Bericht im Alpinforum
- Vals 28. Dezember 2008 von Mirco

Zum Abschluss des Skiurlaubs in der unteren Surselva gab es noch einen prächtigen Sonnentag. Darum beschlossen wir, erst am Nachmittag abzureisen und den Tag bis dahin im nahegelegenen Vals zu verbringen. Frau und Kind vergnügten sich auf der Zervreila-Rodelbahn, während ich das Skigebiet Dachberg besuchte. Wie schon im Bericht von Mirco erwähnt, erwartet man nach dem halbstündigen Passieren des langen, engen, steil und tief eingeschnittenen Valsertals, das aus dem Val Lumnezia abzweigt, eigentlich keine landschaftliche Auflockerung mehr. Die erste Überraschung ist die plötzliche Öffnung des Talkessels des Dorfes Vals. Die Bergfahrt mit der 8EUB Gadastatt eröffnet dann noch völlig andere und unerwartet weite Perspektiven. Die Hangfläche zwischen dem Zervreila-Stausee und dem darüber stehenden Bergstock von Piz Aul und Fruntstock ließe ein noch breiteres Skigebeit zu, als es dort heute existiert. Auch die Längenerstreckung des Skigebiets Dachberg kommt völlig überraschend. Auf die ca. 1500 Meter EUB-Fahrstrecke von der Talstation Valé nach Gadastatt folgen von mir geschätzte 5 Kilometer (!) Fahrt mit den drei aufeinanderfolgenden Schleppliften, bis man am Dachberg steht. Da war sogar ich als Schleppliftfan froh, als ich nach über 20 Minuten Schlepplift-Dauerfahrt endlich den letzten Bügel abwerfen durfte ... :-) Vielleicht fährt ja in ein paar Jahren eine 5 Kilometer lange EUB von Gadastatt zum Dachberg. Das würde die Bergfahrt doch wesentlich erleichtern. ;-)

Das Valser Skigebiet bietet wegen vielfältiger Geländeformen mehr Abwechslung, als zu erwarten wäre. Die meisten Abfahrten sind dunkelblau bis rot; schwarze gibt es trotz entsprechender Ausweisung nicht wirklich. Auch die interessante Talabfahrt von Gadastatt stellt keinerlei ernsthafte Anforderungen an den Benutzer. Insgesamt dürfte die Abfahrt vom Dachberg bis hinunter nach Vals rund 6 Kilometer lang sein, wobei sie rund 1700 Höhenmeter überwindet - Respekt! Alle Pisten waren bei meinem Besuch sehr gut und wesentlich besser präpariert als die von Obersaxen. Wie dort auch sind sie allerdings für schlechte Sichtverhältnisse ungeeignet, weil entsprechend deutliche Markierungen im baumfreien Gelände fehlen. Großes Manko war am Tag meines Besuchs der Schlusshang der Talabfahrt direkt über der Talstation der EUB. Hinter einer Geländekante ging es hier plötzlich auf 20 Metern völlig schneefrei weiter, ohne dass eine entsprechende Warnung oder Absperrung gesetzt war. Angesichts der unmittelbaren Nähe der Talstation wäre das ein Kinderspiel gewesen. Ich möchte nicht wissen, wie viele Skifahrer hier gestürzt und in den Dreck gefallen sind. Mir blieb das nur erspart, weil ich an der Geländekante anhielt und - wie so oft - ein Foto machte. ;-)

Die drei Schleppliftanlagen am Dachberg hat Mirco in seinem Bericht vom Dezember 2008 bereits sehr gut beschrieben, weshalb ich hier nicht weiter auf sie eingehe. Die enorme Schlepplänge, die entsteht, wenn man alle drei Anlagen nacheinander durchfährt, ist allerdings außergewöhnlich und ist mir so aus keinem anderen Skigebiet bekannt.

Wer von der Bergstation Dachberg auf 2941 Metern noch 15 Höhenmeter aufsteigt, dem eröffnet sich ein Panorama, das in der näheren Umgebung so sicherlich nur Flims/Laax bietet. Über die gesamten Bündner Alpen schweift der Blick nach Osten zur Bernina. Auf der anderen Seite schaut man nach Nordwesten Richtung Glarner Alpen und Surselva, wo das Skigebiet Brigels/Waltensburg gut zu erkennen ist. Im Nordosten öffnet sich das Flims/Laaxer Skigebiet mit dem Bündner Vorab und La Siala. Der Rest wird vom Bergstock des Piz Aul (3121 m) über Vals verdeckt. Aus der Kette Obersaxener Bergstationen sind der Piz Sezner und der Stein zu sehen. Die Obersaxener Skischaukel ins Val Lumnezia (Vella-Triel-Hitzeggen) wird ebenfalls vom Bergstock des Piz Aul verdeckt. Siehe dazu beschriftete Panoramafotos unten.

Fazit: Vals ist ein großartiges Tagesskigebiet mit großem Potenzial für wiederholte Besuche. Allerdings möchte ich hier weder bei schlechter Sicht noch länger als zwei Tage am Stück Ski fahren.

Die Fotos:

Talstation 8EUB Vals-Gadastatt.
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Bergstation Gadastatt der 8EUB.
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SCHL Glarr ab Gadastatt. Erste Sektion von rund fünf Kilometern Schlepplift. Die kürzeste mit "nur" rund 1000 Metern Länge.
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Kurve des SCHL Glarr. Ein Foto davon war auch schon im Bericht von Mirco.
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Übergang Dachbergschlepplifte Sektion 1 zur Sektion 2. Hier startet der SCHL Faltschona.
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Trasse SCHL Faltschona; gefühlte zwei Kilometer lang.
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SCHL Faltschona.
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Übergang Dachbergschlepplifte Sektion 2 zur Sektion 3. Nicht ganz so komfortabel, man muss aufsteigen. ;-)
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Dritter und letzter Schlepplift: SCHL Dachberg. Weitere zwei Kilometer Schlepptrasse liegen vor dem Skigast.
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Trasse SCHL Dachberg.
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SCHL Dachberg kurz vor dem Ausstieg. Blick in die Bündner Alpen und zur Bernina.
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Panorama Richtung Norden von oberhalb des Ausstiegs SCHL Dachberg. Glarner Alpen, Skigebiet Brigels, Obersaxener Gipfel, Skigebiet Flims.
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Panorama Richtung Norden von oberhalb des Ausstiegs SCHL Dachberg. Zoom auf Obersaxener Gipfel und Skigebiet Flims.
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Panorama Richtung Norden von oberhalb des Ausstiegs SCHL Dachberg. Zoom ins Skigebiet Brigels/Waltensburg, darüber der Hausstock.
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Tolle "schwarze" Piste 8 von der Dachberghütte nach Gadastatt.
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Gebäudeensemble Gadastatt mit EUB-Bergstation und Restaurant.
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Restaurant Gadastatt.
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Start der "schwarzen" Talabfahrt, die übrigens richtig Spaß macht.
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Steilhang der Talabfahrt mit Blick auf Vals.
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Gefährlicher, ausgeaperter Hang der Talabfahrt kurz vor der Talstation, der nicht einsehbar war. Es gab keinerlei Warnung oder Absperrung.
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Der Husumer »

Tolle Berichte!
Das sind ja wahnsinns Schneemengen!

P.S. : Du hast die 6er-Sesselbahnen in Obersaxen in 4er umbenannt.
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von alpiz »

Tolle Berichte mit sehr interessanten und ausführlichen Texten, Vielen Dank für den betriebenen Aufwand.
Habe nur noch zwei Anmerkungen zum Obersaxenbericht:
Die Sesselbahnen Cuolm Sura-Piz Mundaun und Wali-Sezner sind beides 6erKSB's und nicht 4erKSB's
Auch die bestehende 4erKSB Meierhof-Kartitscha hatte anfangs eine Mittelstation in Miraniga, diese wurde vor einigen Jahren abgebaut.
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von alpiz »

Die Sesselbahn Burelun-La Cauma ist nur eine Zweiersesselbahn.
Denke doch dass die totale Abfahrt in Vals einiges länger als nur 6km ist, wenn man nur mal die Liftlängen betrachtet (1.8km+0.8km+1.9km+1.7km=6.2km)
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Mirco »

Wow, sehr schöne Bilder aus sehr schönen Skigebieten. Grösstenteils decken sich Deine und meine Meinung der jeweiligen Skigebiete überein.

Obersaxen: Zu den Sesselbahnen Wali-Stein und vor allem Valata-Cuolm Sura (ächz :tot: ) muss ich dir zustimmen. Cuolm Sura hätte sogar richtig schöne Pisten, aber die lahme Sesselbahn schreckt ab, sie zu fahren. Hättens besser den Lift stehen lassen!
Aber deine Meinung zur Sesselbahn Kartitscha-Stein kann ich nicht nachvollziehen, da ich diese Sesselbahn als ziemlich schnelle fixe Sesselbahn wahrnahm. Die hatte ein für fixe SB's überraschend schnelles Tempo drauf. Ich weiss nicht, ob das jetzt nur gefühlt war oder nicht.
Die Skilifte Sasolas und Plitsches (In deinem Bericht Cuolm Sura) sind Bühlerlifte. Wobei Plitsches schon ziemlich stark aufgemotzt wurde, Sasolas dagegen fast original ist.

Brigels: Letztes Jahr war ich ebenfalls dort und durfte noch den schönen alten Skilift zum Fil hinauf fahren. War auch so ein Lift à la Gischniga-Stein. :) Der Skilift Miret ist noch sehr neu (Baujahr 1994) und deshalb kein Ersatzkandidat. Jetzt wurde für die nächsten 2, 3 Jahre genug investiert. :wink:
Der Skilift Spinatsch wurde wegen den auch in der Schweiz gültigen CEN-Normen 8Oder wie diese auch immer heissen mögen) abgerissen, da die Verbindung zwischen Brigels und Waltensburg auch so gewährleistet ist. Schade, auch dieser Lift war von Städeli und gehörte zu der Sorte wie Gischniga und Fil.

Vals: Bloss keine EUB bis ganz nach oben! Das würde ja den ganzen Charme, das dieses Skigebiet hat, zerstören. Hoffentlich meintest du es nur ironisch. :wink: Offensichtlich hast du die Talabfahrt bei einigermassen akzeptablen Bedingungen erlebt. Bei meinem Besuch war sie total vereist und katastrophal zu fahren. Übrigens war die alte Bahn eine ultralahme Sesselbahn von habegger (So wie ich gehört habe, ich würds mal mit der Sesselbahn Valata vergleichen). Sie hatte in Leis, dem Weiler, eine Mittelstation. Da hats noch einen alten Bericht, wo Bilder der alten Sesselbahn zu sehen sind: http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... hilit=Vals

So, das wärs mit meinem Senf. :wink:
Ob eine Sache gelingt, erfährst du nicht, wenn du darüber nachdenkst, sondern wenn du es ausprobierst.

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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von EBM »

Vielen Dank für den Bericht.
Wir steckten am 6.3. auch im Nebel zw. Mundaun und Stein und empfanden die Pistenmarkierung an manchen Stellen schon fast als lebensbedrohlich, vorallem wenn man das Gebiet noch nie vorher gesehen hat.
Die aufgestellten Pistenpläne und Wegweiser sind unter aller Sau. Die Pläne sind mit Stand 1994 unerträglich alt und die Wegweiser verweisen auf Lifte die nicht mehr in Betrieb sind. Auch ist die Farbkategorie so verblichen, dass es vorher nicht zu erkennen ist in welche Piste man da rein fährt - bei der Steilheit einiger Pisten kann das sehr unangenehm werden - als unbedarfter Anfänger (der ich zum Glück nicht bin :wink: ) möchte ich Stein-Wali nicht sooooo gern runter müssen.


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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Chasseral »

Merci für die Berichte.

Durch den Wegfall des Spinatsch-Liftes sind unten nur höchstens 100 m Abfahrtslänge verloren gegangen. Die restliche Piste ist vorhanden und wird durch den Ziehweg zur Mittelstation der 4KSB von Waltensburg aufgefangen.

Der Wegfall des Tegia-Dado-Lifts hat mich nicht sonderlich gestört. Ich habe die Verbindung in beide Richtungen über die Südseite bewerkstelligt und dadurch nicht die Ziehwege auf der Nordseite benutzen müssen.

Der Sasolas-Sektor mit beiden Liften ist akut von der Schliessung bedroht. Ich werde, sofern sinnvoll möglich, die Erhaltung des Sektors persönlich unterstützen.

Die Abfahrten in die liftlosen Dörfer Lumbrein und Vignogn bin ich (leider) selbst noch nicht gefahren, sie sollen aber angeblich extrem gut sein und mit die besten Pisten des Gebiets darstellen.

Die 3SB Kartitscha-Stein mit Förderbandeinstieg ist nach meinem Empfinden für einen fixgeklemmten 3er auffallend flott unterwegs. Im Gegensatz zur 3SB Valata - Suolm Coura (dort habe ich die gleichen Langsamkeitserfahrungen gemacht wie harzwinter) habe ich an der Fahrzeit der 3SB Kartitscha-Stein nichts auszusetzen.

Brigels-Waltensburg habe ich als Skigebiet erlebt, das die mit am besten präparierten und carvingtauglichsten Pisten der Alpen aufweist (verglichen mit den etwa 100 Skigebieten, die ich kenne). Bezüglich Abwechslung finde ich Brigels-Waltensburg aber eher unterdurchschnittlich, was aber kein Makel darstellt, denn die eingeschränkte Abwechslung korrespondiert mit der genialen Carvingtauglichkeit, die man dort einfach als Stärke nutzen muss (love it or leave it).

In vielen Dingen stimme ich mit Harzwinter überein. Die eingeschränkte Markierung und Beschilderung war für mich naturgemäss kein Problem, da ich die Skigebiete nur bei schönstem Wetter befahren habe.
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von intermezzo »

@harzwinter:

Absolut schöner und (aus meiner Optik) grösstenteils zutreffender Bericht. Als altgedienter Obersaxen-Experte, der seit 1983 dort jedes Jahr mindestens für eine Woche seine Skiferien verbringt, gebe ich Dir in den allermeisten Punkten Recht. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt noch ausführlich auf Deine Einschätzungen eingehen. Ich war in diesem Jahr zwei Wochen später als Du dort...in der Regel ist Anfang oder Mitte März die beste Zeit, um in Obersaxen den Skiurlaub zu verbringen, das weiss ich aus Erfahrung nur allzu gut (keine Leute, meistens gutes Wetter). Meinen diesjährigen Obersaxen-Report findest Du hier:

http://www.sommerschi.com/forum/viewtop ... f=8&t=1736

Nur kurz: Die mangelhafte Pistenpräparation und das seit Jahrzehnten miserable Marketing habe ich - wenn auch nicht in diesem Forum - schon mehrfach kritisiert. Wobei ich eigentlich darüber gar nicht unglücklich bin, denn über-normierte Skigebiete mit plattgewalzten Allerweltspisten gibts mittlerweile mehr als genug...

Du sprichst von einer Ersatzanlage für den Skilift Stein. Ist mir völlig unbekannt... Gischniga-Stein existiert nach wie vor. Kommt wohl nur Kartitscha-Stein in Frage, und diese Anlage ist seit eh und je ein Sessellift. Zuguterletzt noch der seit 2004 stillgelegte Skilift Gadastatt-Tegia Dado: das ist eine Schande, dass die Bergbahnen Obersaxen diesen knackigen Lift ausser Betrieb genommen haben. Denn der war weit mehr als nur ein hundskommuner Verbindungslift; der hatte richtig gute Pisten anzubieten! Aehnliches Ungemach wie dem Gadastatt/Tegia-Dado-Lift droht ja auch dem Sasolas-Gebiet, und das seit vielen Jahren (auch seit 2003/2004). Das Damoklesschwert soll laut neuesten Berichten 2010 fallen, so nichts Aussergewöhnliches passiert. Was eine absolute Katastrophe für das Obersaxener Skigebiet wäre. Mehr dazu kann man hier ansatzweise nachlesen:

http://www.sommerschi.com/forum/viewtopic.php?f=8&t=1106

PS: Ein Detail: die lange Hintenrum-Piste vom Sez Ner nach Vella ist nicht 15 km, sondern 9 km lang. Das ist eigentlich keine Piste, sondern ein überlanger Ziehweg. Wesentlich schöner sind da schon die Abfahrten Sez Ner-Lumbrein und Sez Ner-Vignogn...
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Fab »

Danke für den beeindruckend ausführlichen und schön geschriebenenen Bericht von den symphatischen skigebieten.
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Chasseral »

@harzwinter: Was ich aus deinem Bericht nicht so recht herausgelesen habe, ist ein wertendes Fazit. Bist du im Nachhineine mit der Wahl des Skigebiets - trotz der zahlreichen aufgeführten Kritikpunkte - zufrieden?
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von piano »

Respekt und danke für die 3 ausführlichen und schön präsentierten Berichte. War zwar etwas aufwändig zum Durchlesen, hat sich aber zweifelslos gelohnt. Mit dem Gebiet von Brigels kann ich mich, rein von den Berichten her, immer noch nicht so recht anfreunden, vermutlich weil alle Pisten so ziemlich am gleichen, breiten Hang liegen. Dafür haben deine und Intermezzos Beschreibung von Obersaxen einen guten Eindruck des Skigebiets hinterlassen.
Wie es scheint liegt diesen Winter der Schwerpunkt bei den CH-Berichten eindeutig im Bündner Land...
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Chasseral »

piano hat geschrieben:... Wie es scheint liegt diesen Winter der Schwerpunkt bei den CH-Berichten eindeutig im Bündner Land...
Wenn man sich meine Sginatur anschaut, ahnt man, dass da berichtemässig auch noch Einiges kommt ... :wink:
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von intermezzo »

@harzwinter:
Ich habe nicht verstanden, warum sich ein mittelgroßes Skigebiet wie Obersaxen eigentlich 120 Pistenkilometer leistet. Ich schätze, dass mindestens 50 davon gar nicht gebraucht werden. Zahllose Variantenpisten oder Pisten in Ortsteile ohne Liftanbindung (Luven, Flond, Affeier), die sämtlich präpariert werden, obwohl sie fast niemand benutzt, könnten sofort wegfallen bzw. als unpräparierte Skiroute ausgewiesen werden. Das gilt auch oder besonders für die Pisten in verschiedene Ortschaften im Lumnezia (nach Lumbrein, Vignogn, Morissen), von denen man nur per Postbus wegkommt. Der Wegfall nicht benötigter Pisten würde die Übersichtlichkeit des Skigebiets verbessern und den enormen Präparationsaufwand verringern. Vielleicht hätte Obersaxen dann mehr Budget für die Pistenbeschilderung (siehe unten "Probleme des Skigebiets").
Zu viele Pistenkilometer: In diesem Punkt möchte ich energisch widersprechen. Klar, aus betriebswirtschaftlicher Sicht wäre die Streichung von Pisten für die Bergbahnen Obersaxen sicherlich lohnenswert. Das ist aber auch der einzige Vorteil.

Denn: Der ganz grosse Reiz des Obersaxener Skigebiets besteht doch gerade aus den unzähligen Pistenvarianten (Off-Piste-Varianten hats ja in Huelle und Fülle). Nehmen wir das Beispiel Sasolas: bis 2004 gabs da noch drei Pisten mehr als heute, und was für welche! Die waren super-interessant - dementsprechend mehr Leute waren in Sasolas zugegen. Durch den Wegfall dieser Pisten hat auch Sasolas stark gelitten. Die gezielt von den Bergbahnen Obersaxen in Kauf genommene (man kann auch sagen: gesteuerte) Ausdünnung des Pistenangebots und die gleichzeitige Forcierung des Sez-Ner-Gebiets sind eine meines Erachtens ungute Entwicklung. Wie bereits weiter oben mal kurz angetoent, gibt es in den Alpen heutzutage auf Total-Mainstream-Kundschaft ausgerichtete Skigebiete zuhauf. Obersaxen als weit verstreuter Siedlungshaufen ist insbesondere auch auf ein breites Pistennetz in die einzelnen Dörfer oder Streusiedlungen angewiesen (z.B. Flond oder Luven auf Obersaxener Seite oder Morissen, Lumbrein und Vignogn auf Lugnezer Seite). Es sind gerade diese Pisten, die mitunter den speziellen Charme dieses Gebiets ausmachen, auch wenn diese Orte ueber keinen direkten Bergbahnanschluss verfügen und man - etwas umständlich - auf das Postauto angewiesen ist.

Dass zum Beispiel die Piste nach Flond runter "fast niemand benutzt" stimmt eindeutig nicht. Ich verbringe seit nun ueber 25 Jahren meinen Urlaub in Flond - die Piste wird von den in Flond anwesenden Feriengästen auch tatsächlich genutzt. Zwar muss man Insider sein, dass man diese Rückfahrtspiste auch tatsächlich findet (Orientierungshilfe oder Hinweisschild fehlt voellig), aber die meisten der Feriengäste in Flond kommen seit Jahren in dieses Dorf und kennen sich entsprechend aus.

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr war, dass man endlich wieder einmal mit den Skiern vom Piz Mundaun (2064 Meter ueber Meer) direkt via Sasolas und Luven nach Ilanz (700 Meter ueber Meer) runterfahren konnte - eine Abfahrt mit immerhin fast 1400 Höhenmetern...
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Harzwinter »

Oops ... so viel Feedback nach nur einem halben Tag - damit habe ich gar nicht gerechnet! :-)
Also erst einmal vielen Dank Euch allen für Eure Rückmeldungen und Fragen.

Ich verwechsle beim Berichtschreiben stets 4KSBn mit 6KSBn oder 2SBn mit 3SBn. Die Berichtstexte werde ich entsprechend Eurer Info korrigieren, vielen Dank. Hintergrund ist, dass ich meistens sowieso allein (oder fast allein) im Sessel sitze, weil in meinen Skigebieten nicht so viel Andrang ist. Vielleicht sollte ich beim Schreiben mehr Zeit ins Anschauen meiner eigenen Fotos investieren. ;-)

@alpiz:
Auch die bestehende 4erKSB Meierhof-Kartitscha hatte anfangs eine Mittelstation in Miraniga, diese wurde vor einigen Jahren abgebaut.
Abbau einer Zwischenstation ... merkwürdig. Andere Stationen bauen sowas aus Schneelagegründen eher ein ... Gibt's von dieser Station noch Fotos?
Denke doch dass die totale Abfahrt in Vals einiges länger als nur 6km ist, wenn man nur mal die Liftlängen betrachtet (1.8km+0.8km+1.9km+1.7km=6.2km)
Danke für die genauen Liftlängen! Die EUB ist 1,8 km lang? Habe ich für wesentlich kürzer gehalten. Hast Recht, basierend auf den Liftlängen muss die Gesamtabfahrt mindestens 8 km lang sein.

@Mirco:
Danke für die Herstellerinfo (Bühler) zu den SCHL Plitsches und Sasolas.
Und natürlich vielen Dank für die Links zu den alten Berichten. Für eine eigene Suche in den Skiforen hat die Zeit leider bis heute nicht gereicht ...
Aber deine Meinung zur Sesselbahn Kartitscha-Stein kann ich nicht nachvollziehen ...
Der ist bei meiner einzigen Fahrt damit wohl mehrfach stehen geblieben. Damit war meine Wahrnehmung dann verzerrt. Über akzeptable Geschwindigkeit der Anlage berichten hier ja auch andere Forumsmitglieder.
Brigels: Der Skilift Spinatsch wurde wegen den auch in der Schweiz gültigen CEN-Normen der wie diese auch immer heissen mögen) abgerissen, da die Verbindung zwischen Brigels und Waltensburg auch so gewährleistet ist.
Den hab' ich nicht verstanden. O.K., dass auch in der Schweiz Normen gesamteuropäischer Institutionen gelten, ist bekannt. Aber inwiefern wurde die Anlage denn wegen einer solchen Norm abgerissen? Aus technischen Gründen (Nichterfüllung von Sicherheitsstandards)? Oder gibt es vollen Ernstes Normen zur Erschließungsdichte von Skigebieten? Wo kann ich mehr dazu nachlesen, um das zu verstehen?
Vals: Bloss keine EUB bis ganz nach oben! Das würde ja den ganzen Charme, das dieses Skigebiet hat, zerstören. Hoffentlich meintest du es nur ironisch.
Eie solche EUB hätte die Dimension der EUB Grindelwald-Männlichen. :-) Da in Vals garantiert niemals eine solche EUB bis ganz nach oben gebaut werden wird (von welchem Geld auch?), braucht es hier nicht einmal Ironie. :-)
Offensichtlich hast du die Talabfahrt bei einigermassen akzeptablen Bedingungen erlebt.
Die Talabfahrt war ein wenig weich, aber ansonsten klasse. Ich bin sie mehrfach gefahren, weil sie so viel Spaß gemacht hat. Bloß der schneefreie Hang über der EUB-Talstation war eine Frechheit.

@EBM:
Die aufgestellten Pistenpläne und Wegweiser sind unter aller Sau. Die Pläne sind mit Stand 1994 unerträglich alt und die Wegweiser verweisen auf Lifte die nicht mehr in Betrieb sind.
Stimmt, die Pistenpläne hab' ich gar nicht erwähnt. Nach denen darf man sich auch nicht wirklich richten.

@Chasseral:
Durch den Wegfall des Spinatsch-Liftes sind unten nur höchstens 100 m Abfahrtslänge verloren gegangen.
O.K., dann geht's ja noch. auf dem Pistenplan sah das anders aus.
Der Sasolas-Sektor mit beiden Liften ist akut von der Schliessung bedroht.
Noch so eine sinnlose Maßnahme. Damit fiele neben der Bündnerrigi-Piste der schönste Obersaxener Aussichtshang weg. Ich kann mir nur vorstellen, dass die Diskussion wegen der Anziehungskraft des Hanges für Nebel geführt wird. Und wozu den SCHL Plitsches schließen? Da üben den ganzen Tag die Skischulen. Das wäre genau so sinnlos. Außer dem isoliert liegenden SCHL Chummenbühl sehe ich in Obersaxen keinen einzigen sinnvollen Schließungskandidaten.
Was ich aus deinem Bericht nicht so recht herausgelesen habe, ist ein wertendes Fazit. Bist du im Nachhinein mit der Wahl des Skigebiets - trotz der zahlreichen aufgeführten Kritikpunkte - zufrieden?
Na klar! :-) Habe ja auch 6/6 Punkte vergeben. Wir haben ein tolles Skigebiet erlebt (wenn auch nicht immer gefunden). Aus dem zeitweiligen Schlechtwetter hat uns der Lumnezia-Föhn herausgeholfen. Wir haben wie geplant direkt an der Piste gewohnt. Wir haben die geplanten Ausflüge machen können, und sie waren super. Klein Harzwinter hat mitgespielt und war zufrieden. Wirklich unzufrieden bin ich mit einem Skiurlaub selten, und das ist dann i.d.R. wetter- oder schneebedingt (z.B. Campitello im strömenden Dauerregen, Schladming in Grau und ohne Schnee usw.). Man ist immer selbst dafür verantwortlich, was man aus den vor Ort vorgefundenen Gegebenheiten macht. Und wenn gar nichts mehr geht, reist man halt ab, bevor man sich nur ärgert.

@intermezzo:
Auch Dir vielen Dank für die Links zu den Berichten bei Sommerski.com, die ich mir bei Zeiten anschauen werde.
Du sprichst von einer Ersatzanlage für den Skilift Stein. Ist mir völlig unbekannt...
Da habe ich einen Fehler eingebaut, sorry (wird korrigiert). Ich meinte den Kurvenlift am Piz Mundaun. Am Stein gab es dort, wo heute die SBn stehen, keinen Vorgänger-Schlepplift, wie Du zu Recht anmerkst.
Aehnliches Ungemach wie dem Gadastatt/Tegia-Dado-Lift droht ja auch dem Sasolas-Gebiet.
Aber welche Grundidee steckt denn dahinter? Die Isolierung der Sesselbahnkette Valata-Piz Mundaun läuft irgendwann auf deren Schließung hinaus. Noch mehr Unsinn.
Die lange Hintenrum-Piste vom Sez Ner nach Vella ist nicht 15 km, sondern 9 km lang.
Danke für den Hinweis! Im Internet steht immer 15 km, und das kam mir auch arg überzogen vor.
Zu viele Pistenkilometer: In diesem Punkt möchte ich energisch widersprechen.
Diesen Punkt habe ich angesprochen, weil ich empfunden habe, dass die Obersaxener Bergbahngesellschaft mit der Administration und Pflege ihres Gebiets überfordert ist. Man merkt es an der Präparierung, der Beschilderung, der Schließung des SCHL Tegia Dado und der Diskussion um die Schließung von Sasolas. Und bevor ein Skigebiet verkleinert wird, sollte man es m.E. lieber reorganisieren/straffen. Für eine Faschingswoche war in Obersaxen verdammt wenig Betrieb. Ich habe das Gefühl, dass dort ein Missverhältnis von Gästebetten/besuchern (zu wenige) und Pistenkilometern besteht (zu viele). Das geht finanziell nicht auf, daher mein Vorschlag.
Obersaxen als weit verstreuter Siedlungshaufen ist insbesondere auch auf ein breites Pistennetz in die einzelnen Dörfer oder Streusiedlungen angewiesen (z.B. Flond oder Luven auf Obersaxener Seite oder Morissen, Lumbrein und Vignogn auf Lugnezer Seite).
Wohnen da viele Gäste? In Flond kann ich mir das ja noch vorstellen, obwohl auf der Piste dorthin keine einzige Skispur in der Präparation zu sehen war, als ich dort vorbei kam. Aber in den drei genannten Lugnezer Orten? Ich denke, da wird eine verschwindende Minderheit umhegt und gepflegt. Ich habe keinen einzigen Skifahrer auf diese Abfahrten abzweigen sehen.

@piano:
Mit dem Gebiet von Brigels kann ich mich, rein von den Berichten her, immer noch nicht so recht anfreunden ...
Wenn Du die "Nera" von La Cauma nach Brigels gefahren bist, siehst Du das sicherlich anders. :-) Aber Urlaub machen würde ich dort auch nicht (besonders nicht im Straßendorf Waltensburg), dafür ist mir das Gebiet zu klein. Für mich ist das ein klassisches Tagesskigebiet. Und der Hang ist wesentlich breiter, als man denkt. Waltensburg und Brigels habe ich von Obersaxen aus nicht zusammen auf ein Foto bekommen.
Mirco
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Mirco »

Harzwinter.de hat geschrieben:
Brigels: Der Skilift Spinatsch wurde wegen den auch in der Schweiz gültigen CEN-Normen der wie diese auch immer heissen mögen) abgerissen, da die Verbindung zwischen Brigels und Waltensburg auch so gewährleistet ist.
Den hab' ich nicht verstanden. O.K., dass auch in der Schweiz Normen gesamteuropäischer Institutionen gelten, ist bekannt. Aber inwiefern wurde die Anlage denn wegen einer solchen Norm abgerissen? Aus technischen Gründen (Nichterfüllung von Sicherheitsstandards)? Oder gibt es vollen Ernstes Normen zur Erschließungsdichte von Skigebieten? Wo kann ich mehr dazu nachlesen, um das zu verstehen?
Der Skilift soll angeblich aus technischen Gründen nicht mehr in Betrieb gehen dürfen. Daraufhin, hinschauend auf die folgenden Investitionen, steckte man kein Geld mehr in den "überflüssigen" Lift und liess in abreissen.
Ob eine Sache gelingt, erfährst du nicht, wenn du darüber nachdenkst, sondern wenn du es ausprobierst.

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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Harzwinter »

Danke, Mirco.
Irgendwie klingt das fragwürdig. Mehr als Arbeitsbühnen an den Stützen oder Melder für Seilentgleisungen wird bei so einem Lift normalerweise nicht nachgerüstet ... was soll's, er ist weg.
Aber bei Panoramio.com und bei Andi Jacomet fährt er noch. :-)
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von intermezzo »

@harzwinter:
Schliessung Tegia Dado: Aber welche Grundidee steckt denn dahinter? Die Isolierung der Sesselbahnkette Valata-Piz Mundaun läuft irgendwann auf deren Schließung hinaus. Noch mehr Unsinn.
Der Tegia-Dado-Lift wies schon immer - auch zu seinen besten Zeiten - eine Besonderheit auf: zwischen 12 und 13 Uhr blieb der Lift nämlich geschlossen. Wieso die Bergbahnen Obersaxen diesen Lift abgestellt haben? Ich kann nur Vermutungen anstellen. Kein Interesse an diesem Lift, dieser erschien den Bahnen überflüssig und wahrscheinlich war der Aufwand zu gross. Wahrscheinlicher aber wollte man die Frequenzen am Piz-Mundaun-Sessel stärken. Denn früher musste man von Cuolm Sura aus nicht unbedingt auf den Mundaun fahren, um zum Skilift Stein-Gischniga zu gelangen; es reichte die halbe Liftfahrt mit dem Tegia Dado, wo man in der Mitte aussteigen konnte und zum Gischniga gelangte

@harzwinter:
Diesen Punkt habe ich angesprochen, weil ich empfunden habe, dass die Obersaxener Bergbahngesellschaft mit der Administration und Pflege ihres Gebiets überfordert ist. Man merkt es an der Präparierung, der Beschilderung, der Schließung des SCHL Tegia Dado und der Diskussion um die Schließung von Sasolas. Und bevor ein Skigebiet verkleinert wird, sollte man es m.E. lieber reorganisieren/straffen. Für eine Faschingswoche war in Obersaxen verdammt wenig Betrieb. Ich habe das Gefühl, dass dort ein Missverhältnis von Gästebetten/besuchern (zu wenige) und Pistenkilometern besteht (zu viele). Das geht finanziell nicht auf, daher mein Vorschlag.
Stimme ich völlig ueberein. Die Bahnbetreiber sind überfordert und nicht sehr professionell. Vor zwei Jahren hatten sie es im März fertig gebracht, mit ihren Pistenmaschinen einigermassen noch intakte Pisten voellig kaputtzumachen. Wir hatten damals die Bergbahn-Veranntwortlichen zur Rede gestellt, wurden aber ziemlich schroff und billig abgewimmelt. Immerhin muss ich sagen, dass die Pistenpräparation in diesem Jahr WESENTLICH besser war als auch schon.

@harzwinter:
Wohnen da viele Gäste? In Flond kann ich mir das ja noch vorstellen, obwohl auf der Piste dorthin keine einzige Skispur in der Präparation zu sehen war, als ich dort vorbei kam. Aber in den drei genannten Lugnezer Orten? Ich denke, da wird eine verschwindende Minderheit umhegt und gepflegt. Ich habe keinen einzigen Skifahrer auf diese Abfahrten abzweigen sehen.
In Flond wohnen doch einige Gäste, in etwa so viele wie in Surcuolm. Dabei handelt es sich aber logischerweise nicht um grosse Massen. Immerhin hat es aber in Flond ein paar grosse Gruppenunterkünfte, die im Winter nicht schlecht belegt sind. Insofern macht die Piste nach Flond, die uebrigens sehr abwechslungsreich ist, durchaus Sinn. Für Luven kann ich nicht sprechen, wohl aber für Lumbrein und Vignogn: dort hats auch Ferienhäuser. Und nicht vergessen sollte man natuerlich auch die Einheimischen; die möchten ja zuweilen auch gerne auf einer gepflegten Piste in ihre Heimatdörfer runterkurven.
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Chasseral »

@harzwinter:

Thema Schliessungspotenzial Sasolas/Plitsches: Die Bergbahnen fordern vom Verein Pro Sasolas Plitsches jährlich 100.000,-- CHF für die Weiterführung des Betriebs. Wie der Homepage des Vereins zu entnehmen ist, bekommt der Verein mit Ach und Krach 75.000,-- CHF zusammen. Daher ist unklar, ob die Schliessung noch verzögert oder gar verhindert werden kann. Ich bin gewillt dem Verein beizutreten und habe den Kontakt aufgenommen.

Thema schwarze Piste 8 in Brigels: Ich stimme überein, dass dies die interessanteste Piste des Skigebiets Brigels-Waltensburg ist. Über weite Teile immer noch carvingtauglich, bietet sie aber doch mehr Abwechslung als ihre Pistengeschwister und überrascht immer wieder mit unerwarteten Linienführungen hinter den Kuppen. Eine höchst interessante Piste, welche die relative Eintönigkeit der übrigen Pisten gut auflockert. Dennoch macht diese Piste für mich aus Brigels-Waltensburg noch kein vielseitiges Skigebiet (als das Brigels-Waltensburg) hier im Forum schon mehrfach bezeichnet wurde. Aber wie oben erwähnt: Die relative Eintönigkeit ist hier kein Manko, denn die carvingtauglichkeit ist so ausgeprägt, dass man dies schon wieder als Stärke sehen muss. Dies bedeutet, dass ich hier sehr gerne für einen Tag fahre, aber keine Woche Skiurlaub dort verbringen möchte.

Thema Pistenmarkierungen: Ich war neulich an zwei Schlechtwettertagen glücklicherweise in zwei Skigebieten, welche die Randmarkierungen an beiden Rändern in extrem engem Abstand angebracht haben: Davos-Klosters und Arosa. Bei dickem Nebel weiss man das wirklich zu schätzen, wenn man sich über den Verbleib auf der Piste keine Sorgen machen muss. Dennoch habe ich in Arosa eine mitten in der Prärie stehende rote Stange für eine Randmarkierung gehalten - mit der Folge, dass ich erstmals im Leben einen Kopfsprung in den Tiefschnee gemacht habe. Dieser war aber glücklicherweise Butterweich, so dass das Ganze einfach nur lustig und cool war. :D
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Harzwinter »

@intermezzo:
Prima, hier einen Obersaxen-Experten zu haben. So kommen viele nützliche Informationen zusammen, die Teil eines großen Puzzles sind - danke dafür!

@Chasseral:
Verein Pro Sasolas ... au weia, schlimm, dass man so etwas in Obersaxen schon braucht! Das Konzept ist von Pro Pischa übernommen, oder? Somit erinnert das Verhalten der Bergbahnen Obersaxen-Mundaun an das der Bergbahnen Davos-Klosters, das ich im Rahmen meines Besuchs dort im Jahr 2005 kennenlernte und als sehr besucherunfreundlich empfand. Da sehe ich meine Befürchtungen bestätigt: Die Bergbahnen Obersaxen-Mundaun befinden sich offenbar auf dem Weg in die finanzielle Schieflage und müssen Einsparungen definieren.
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Chasseral »

Harzwinter.de hat geschrieben:... Verein Pro Sasolas ... au weia, schlimm, dass man so etwas in Obersaxen schon braucht! Das Konzept ist von Pro Pischa übernommen, oder? ...
... pro Winterhorn, Fanclub Brambrüeschbahn, ... so etwas scheint es verchiedenerorts zu geben.
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von intermezzo »

@harzwinter:
Die Bergbahnen Obersaxen-Mundaun befinden sich offenbar auf dem Weg in die finanzielle Schieflage und müssen Einsparungen definieren.
Die Bergbahnen Obersaxen sind finanziell gut aufgestellt, wenn auch sicherlich nicht auf Rosen gebettet. Vergangene Saison war auch für die BB Obersaxen eine Rekordsaison. Es macht momentan auch nicht den Anschein, als ob die Bahnen in finanzielle Schieflage geraten würden. Allerdings stehen mit den ganzen Beschneiungsplänen deftige Investitionen ins Haus.

By the way: War es nicht schön, wieder einmal in einem Skigebiet zu fahren, das (noch) ohne diese hässlichen Schneilanzen auskommt?

Dass es den Verein ProSasolas ueberhaupt gibt, ist super! Ohne diesen Verein und ohne das Engagement der umliegenden Gemeinden wäre Sasolas schon seit Jahren skifahrerische und anlagentechnische Wildnis!
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Harzwinter »

Wozu will Obersaxen denn massiv beschneien? Als einziger Sursilvaner Nordhang sollte das doch gar nicht so sehr nötig sein, oder? O.K., so viel Schnee wie in dieser Saison liegt natürlich nicht immer. Schneilanzen gibt es in Obersaxen schon, und zwar im unteren Teil der Talabfahrt Kartitscha-Meierhof.

Was Schneilanzen angeht, so habe ich mich an ihren Anblick ehrlich gesagt schon gewöhnt. PB-Stützen sind ja auch nicht schöner als Hochspannungsleitungs-Masten, und keinen Skifahrer stören sie. ;-) Und z.B. in Brigels dürften die Schneilanzen als bei Nebel gut sichtbare Pistenmarkierung sogar nützlich sein. Vielleicht trifft das auf Obersaxen demnächst auch zu. :-)
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Chasseral »

Harzwinter.de hat geschrieben:... PB-Stützen sind ja auch nicht schöner als Hochspannungsleitungs-Masten, und keinen Skifahrer stören sie. ...
Das stimmt - die PB-Masten stören mich normalerweise nicht. Was mich aber schon stört: Eine massive Verkabelung der Landschaft mit Liften; so z.B. oberhalb Davos zwischen Weissfluhjoch und Parsennhütte.
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