Todesdrama bei Extremberglauf

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
terestric
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von terestric »

Hallo,

einen so amüsant albernen Strafbefehl hätte ich nicht erwartet.

Ironie ON
Der Logik folgend wird es ja wohl bald keine Städtmarathons im Sommer mehr geben. Man stelle sich vor, ein zwei normale Marathonläufer eines Massenlaufes sterben wegen Erschöpfung/ Überhitzung. Der Veranstalter wird haften, da der Wetterbericht ja fast 30 Grad Celsius angekündigt hatte. Er hätte den Lauf absagen oder in die Katakomben verlegen lassen müssen. Wenigstens aber hätte er aus dem Marathon einen 5000 m Lauf machen müssen. Außerdem hätte er daraufhinweisen müssen, dass heute nur ohne Kleidung und zum Schutz vor der Hitze mit Miniventilatoren an der Mütze gelaufen werden darf.

Ironie OFF

Grüsse

André

Rüganer
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von Rüganer »

da_Woifi hat geschrieben:Süddeutsche Zeitung: Veranstalter des Zugspitzlaufes verurteilt
Der Veranstalter des Zugspitz-Berglaufs ist zu einer Geldstrafe von 13.500 Euro verurteilt worden.
Das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen sprach ihn wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen sowie der fahrlässigen Körperverletzung in neun Fällen für schuldig, wie ein Gerichtssprecher auf ddp-Anfrage sagte.
Falls binnen zwei Wochen kein Einspruch eingelegt werden sollte, werde das Urteil rechtskräftig.
Der Link funzt nicht, hier http://www.sueddeutsche.de/bayern/943/480424/text/ ist es besser.
Bis jetzt handelt es sich nur um einen Strafbefehl, kein Urteil. Alles weitere wird die Verhandlung zeigen.
Danke Schweiz und Bulgarien !
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EBM
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von EBM »

Anscheinend hat der Veranstalter doch was gelernt:
http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/gesun ... 1106/text/
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Wiede
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von Wiede »

Skisaison 2018/2019: *** leider nur 4 Tage ***
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snowflat
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von snowflat »

Bleibt der leicht bittere Beigeschmack, dass man erst aus den (tödlichen) Fehlern im letzten Jahr lernen musste, um heuer den Lauf bis hinauf abzusagen, auch wenn die Vorzeichen heuer etwas andere waren.

Wenig Verständnis habe ich da aber für die Teilnehmer, die sich beschwert haben, dass der Lauf in der Form heute nicht stattgefunden hat, sondern die abgespeckte Variante auf die Grubigalm. Klar mag es ärgerlich sein, wenn man sich da entsprechend vorbereitet hat, aber soll es denn wieder so enden wie letztes Jahr?
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von 3303 »

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass so etwas grundsätzlich auch bei solchen Witterungsverhältnissen durchgeführt werden sollte.
Man müsste vielleicht die Startgebühr deutlich erhöhen und von den zusätzlich eingenommenen Mitteln eine engmaschige medizinische Überwachung und Betreuung an der Strecke organisieren, die die augenscheinlich gefährdeten Läufer sofort medizinisch kontrolliert und ggf. aus dem Rennen nimmt (so in etwa vielleicht, ist natürlich kein Patentrezept).

Ich finde es nämlich sehr schade für die (vermutlich 95-99%) begeisterten Sportler, die sich lange vorbereitet haben, sich drauf gefreut haben, vielleicht längst angereist sind, Urlaub genommen haben und Kosten hatten und die vor Allem locker problemlos dort herauflaufen könnten..., dass sie jetzt aufgrund der Naivität einzelner Teilnehmer letztes Jahr nicht laufen dürfen.

Davon redet kaum jemand und anstatt Lösungsansätze zu entwickeln, damit solche Rennen auch bei widrigen Verhältnissen möglich sind, sagt/kürzt man einfach ab.
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Downhill
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von Downhill »

Dove vai senza sci?
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terestric
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von terestric »

Ich auch! Wie der Name schon sagt, Extremberglauf! Jeder Läufer hat freiwillig teilgenommen. Jeder kann lesen, somit auch den Wetterbericht. Wer dann ohne lange Klamotten loshirscht ist in meinen Augen selber schuld, da er das Risiko hätte kennen müssen bzw. kennen können.

Wenn ich im Skigebiet die Pisten verlasse und mich bei Lawinenwarnstufe 4 in ungesicherte Hänge stürze, dann bin ich im Schadensfall auch selber Schuld. Oder könnte ich das Skigebiet für meine Dummheit/ Naivität haftbar machen?

Grüsse aus dem (immer noch) schneefreienThüringen.

terestric
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von TPD »

Wenn ich im Skigebiet die Pisten verlasse und mich bei Lawinenwarnstufe 4 in ungesicherte Hänge stürze, dann bin ich im Schadensfall auch selber Schuld. Oder könnte ich das Skigebiet für meine Dummheit/ Naivität haftbar machen?
Das mit der Selbstverantwortung neben der Piste ist meines Wissens nicht so trivial.
Deswegen kommt mir der Freispruch vom Zugspitzelauf ein bisschen widersprüchlich vor.
In den vergangenen Jahren gab es auch in Europa verschiedene Urteile, die sehr an amerikanische Verhältnisse erinnerten und auch die entsprechenden fragwürdigen Konsequenzen nach sich zogen.
Von dem her ist es sicher positiv zu werten wenn die Justiz wieder das Wort Eigenverantwortung in den Mund nimmt. Andererseits muss die Eigenverantwortung jetzt auch in zukünftigen Urteile an Einfluss gewinnen. Sonst steht das Zugspitzeurteil irgendwie schräg in der Landschaft !
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peppY
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von peppY »

Gutes Urteil! Hoffentlich findet der Lauf nächstes Jahr wieder statt. Dazu kann auch etwas frischer sein m.M. nach, aber bei Schlechtwetter nicht laufen lassen wie heuer ist ok. In meinen Augen kann man hier nicht den Veranstalter für den Tod der Sportler verantwortlich machen. Zumindest nicht komplett, höchsten 10% oder so. Denn wer startet und weiter läuft bis er Tot umfällt (!) ist es selber Schuld, niemand hat ihn gezwungen, und bei einer Sportlichen Veranstaltung und Erschöpfung am Rande der Bewusstlosigkeit kann man auch keinen wegen unterlassener Hilfeleistung ran kriegen. Was ist wenn man wem hilft weil man denkt der Kippt gleich um und der wird disqualifiziert und verklagt einen dann weil er nicht Erster wurd? Das ist halt kein Cricket-Spiel, sondern ein Extrem Marathon! Wenn man die Strecke im Sommer wandert und keine größeren Pausen an den Hütten unterwegs macht dann braucht man ca 10 Stunden immerhin, wenn man im 'Touri-Tempo' geht.
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cm
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von cm »

Das mit der Selbstverantwortung neben der Piste ist meines Wissens nicht so trivial.
Deswegen kommt mir der Freispruch vom Zugspitzelauf ein bisschen widersprüchlich vor.
In den vergangenen Jahren gab es auch in Europa verschiedene Urteile, die sehr an amerikanische Verhältnisse erinnerten und auch die entsprechenden fragwürdigen Konsequenzen nach sich zogen.
Von dem her ist es sicher positiv zu werten wenn die Justiz wieder das Wort Eigenverantwortung in den Mund nimmt. Andererseits muss die Eigenverantwortung jetzt auch in zukünftigen Urteile an Einfluss gewinnen. Sonst steht das Zugspitzeurteil irgendwie schräg in der Landschaft !
Um das richtig beurteilen zu können, müsste man die Urteilsbegründung kennen. Bei allem was ich aber so zu dem Urteil gehört habe, scheinen mir 2 Punkte ganz entscheidend:
1. Der Veranstalter hat sich einen Haftungsausschluss unterschreiben lassen, in dem auf die Risiken aufmerksam gemacht wurde.
2. Er hat den Wetterbericht veröffentlicht.

Ich vermute, das hat ihn gerettet. Insofern passt das Urteil für mich schon zu den amerikanischen Verhältnissen. Als Veranstalter, Produzent usw. muss man halt auf alle möglichen und unmöglichen Risiken aufmerksam machen, dann hat man, wenn es schräg läuft, ganz gute Karten. Deshalb besteht des Beiheft eines DVD-Recorders ja mittlerweile auch aus 20 Seiten Warnhinweisen und 3 Seiten echter Gebrauchsanleitung. Und Mc Donalds weist darauf hin, dass man sich an Kaffee verbrühen kann.
tigerfishli
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von tigerfishli »

Ein Haftungsauschluss alleine reicht nicht.
Für die Details zur Organisation der Veranstaltung - die zu einer Verurteilung oder Freispruch führen - und ein Gericht bewertet, müsste man selber vor Ort gewesen sein.

Ich war jahrelang als Regattaleiter tätig, bei Fortbildungen wurde uns auch das Thema Haftung ausdrücklich nahe gebracht.

Kurz gefasst, ein Veranstalter muss die Teilnehmer informieren, die Veranstaltung auf die Zielgruppe ausrichten und entsprechende Rettungsmassnahmen vorbereiten.
Hier: Zielgruppe: Leistungssportler, Hinweis auf schlechtes Wetter, Streckenposten vor ort?, Bergwacht vor Ort...


ein Beispiel von einer Regatta: im Mai 1986 zog ein sehr schnell kommendes Orkantief über Süddeutschland. Am Starnberg See fand eine Drachenregatta statt (etwas grössere Boote), Sturmwarnung zu spät, ein Drachen gekentert, Besitzer hat sich verhängt und ging mit dem Boot auf 110 m Tiefe, 2 Mitsegler trieb in SChwimmwesten im Wasser, einer konnte geborgen werden, den 2. brahten die Hlfer nicht ins Motorboot rein, so dass er an Unterkühlung und der Gischt ertrank.

Staatsanwalt war früher da, wie der Regattaleiter an Land: Verfahren wurde eingestellt, weil : a) für die Teilnehmer eine ausreichende Anzahl Rettungsboote verfügbar war, b) der Sturm recht schnell kam.

Das gleiche Szenario bei einer Jugendveranstaltung... wäre vor Gericht gelandet.
ich bin über 40 - bitte helfen Sie mir auf's Snowboard!
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cm
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von cm »

Ein Haftungsauschluss alleine reicht nicht.
Haftungsausschluss unterschreiben lassen, in dem auf die Risiken aufmerksam gemacht wurde
Ich glaube, wir meinen ungefähr das selbe.
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peppY
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von peppY »

Bergwacht vor Ort
Der Ortsleiter ist ein sehr guter Bekannter vonmir und stand erstmal total im Kreuzfeuer von allen Seiten was das angeht, ohne das er was getan hat oder dazu konnte. Hab das Interview auf dem Ipod noch iwo *such*...

Ich verstehe das eh nicht. Ich glaube bei solchen Sachen diskutieren und reden auch immer alle möglichen Leute von Offizieller Seite mit, damit sie überhaupt mal was sagen und zu Wort kommen dürfen! Jeder der Toten hätte sich auf den Boden kauern können und um hilfe rufen. Das hätte sicher keine 10min gedauert bis jemand gekommen wäre. Aber nein, wir rennen lieber bis wir Tot umfallen. Es gibt unzählige möglichkeiten sich gegen Erfrieren zu wehren in den ersten 90 Minuten, die meisten sind eh schon körperliche Reflexe. Naja ich schnalle das bis heute net wie dabei Leute sterben konnten. Das erklärt sich bei mir nur durch den sportlichen Ehrgeiz der Einzelnen (bei sowas überhaupt mitzumachen ernsthaft) und das man dafür noch wen anders verantwortlich machen will ist der Gipfel... naja so ist das halt. Das ist so unverständlich für mich wie wenn ich hören würde das die Feuerwehr beim Versuch eine Katze aus einem Baum zu holen einen Großbrand verursacht hätte.
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf

Beitrag von fettiz »

terestric hat geschrieben:Hallo,

einen so amüsant albernen Strafbefehl hätte ich nicht erwartet.

Ironie ON
Der Logik folgend wird es ja wohl bald keine Städtmarathons im Sommer mehr geben. Man stelle sich vor, ein zwei normale Marathonläufer eines Massenlaufes sterben wegen Erschöpfung/ Überhitzung. Der Veranstalter wird haften, da der Wetterbericht ja fast 30 Grad Celsius angekündigt hatte. Er hätte den Lauf absagen oder in die Katakomben verlegen lassen müssen. Wenigstens aber hätte er aus dem Marathon einen 5000 m Lauf machen müssen. Außerdem hätte er daraufhinweisen müssen, dass heute nur ohne Kleidung und zum Schutz vor der Hitze mit Miniventilatoren an der Mütze gelaufen werden darf.

Ironie OFF

Grüsse

André
Ich weiss nicht, ob es wirklich so ein ironisches Thema ist. Vor gar nicht langer Zeit gab es in Chicago einen Hitzemarathon. Das Ergebnis war letztlich ähnlich wie in Garmisch... Ich habe allerdings nichts wegen Klagen oder Schadensersätzen gehört.
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Don't forget: Realize your dreams....
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