Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Fachforum für Seilbahntechnik: Technische Diskussionen zu Kuppelsystemen, Steuerungen, Seilrechnung und Innovationen im Seilbahnbau.
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snowflat
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Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von snowflat »

Was mir wieder bei einigen neuen Sesselbahnen von Leitner aufgefallen ist, aber auch bei anderen von Doppelmayr oder Poma, dass an einigen Stützen die Rollenbatterien der Talseite höher/niedriger montiert sind als auf der Bergseite:

Bild

Bild

Bilder sind von der neuen Königsleithebahn in Serfaus.

Wieso wählt man diese Form der Montage bzw. welchen Grund hat diese?
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von ATV »

Unterschiedliche Batterien. Auf der Bergseite ist eine 8er Wechsellast montiert auf der Talseite nur eine 4er. Lift besitzt wohl keine Talförderung. Die 8er Batterie besitzt eine Wippe mehr, daher kein Platz neben dem Joch, montiert man sie halt darunter.
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von Petz »

Dürfte sich in der Verwendung von Einheitsstützenjochen begründen; nichtsdestotrotz ist das für mich ne Oberpfuscharbeit weil man bei den Kosten eines Bahnneubaus sehr wohl individuell längenangepasste Joche und keine Hinterhofdorfschlosserbastelei erwarten kann - ist ja fast schon schlimmer als YAN aber mich wundert da heute mittlerweile gar nix mehr...8O

Besonders nett ist sowas dann dort, wo der Kunde einen namhaften teuren Architekten für die Stationsgebäudeplanung beauftragte aber es dem Lifthersteller problemlos gelingt, mit solchen Dingen das Architekturkonzept wieder völlig zu versauen...:twisted:
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von ATV »

Öhhhh sobald du da mit dem Schneidbrenne das Joch kürzt, auch wenn es kein Hinterhofgebastel ist, Entspricht es nicht mehr der CEN Zertifizierung (Ce Kleber/Stempel auf den Teilen). Wenn Du da das Joch ablötest, musst du einen rechnerischen Nachweis erbringen, dass dein Umbau keinen negativer Einfluss auf die ganze Konstruktion nimmt.... Riesen Papierkrieg für nix.
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von Petz »

Da hast Du mich offenbar mißverstanden; ich erwarte ohne wenn und aber individuell abgelängte Stützenjoche ab Werk (nicht in Yan - Manier nen Baustellenzuschnitt). Dürfte auch kein Mehraufwand sein denn für die unterschiedlichen Krafteinleitungen bedingt durch die abweichenden Robabefestigungspunkte muß ja ebenfalls der Berechnungsnachweis erbracht werden. Ist sicher nur ein Schönheitsfehler aber einer, den ich als Kunde keinesfalls bereit wäre zu tolerieren und der an den Bahndesigner zweifellos die Frage nach sich zöge ob er denn noch alle Tassen im Schrank habe.
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von GMD »

Geschätzte 99% der Fahrgäste bemerken es nicht oder machen sich keine Gedanken darüber. Also werden die paar Euros für eine rein optische Verschönerung gespart, was wirtschaftlich gesehen schon Sinn macht.
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von Petz »

Den Fahrgästen fällt das sicher nicht auf aber es passt für mich halt einfach nicht zusammen, einerseits mit topgestylten Fahrbetriebsmitteln zu werben und andererseits wegen paar Euros ne Konstruktion zu wählen, die optisch eher einem nepalesischen Hufschmied als etablierten Seilbahnfirmen zuzuordnen wäre...:roll:
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von falk90 »

An der Königsleithebahn schaut das durch die zusätzlichen Seilschuhe (????) samt dem Mini-Fachwerk oberhalb der Rollen noch viel unruhiger aus!
Aber eine verschiedene Höhe kommt gar nicht so selten vor:

Hab mal ein bild von widdi entwendet (ist ja für einen guten Zweck, 6KSB Steinmann)
Bild

Ansonsten fällt mir da noch die Wurmkoglbahn 1 und die Rosskarbahn ein, hab aber jetzt auf die schnelle kein Foto Gefunden

PS: die Kommen alle aus so einer ominösen Vorarlberger Hinterhof Bastlerwerkstatt :wink:

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Petz
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von Petz »

Dachstein hat geschrieben:Grundsätzlich, ob das Ding jetzt schön ist oder nicht, ist wurscht
Einspruch Euer Ehren, wäre mir weder als Lifteigner egal noch ist es mir als Modelliftbauer gleichgültig denn ich käm nie auf die Idee, ein beispielsweise zu lang geratenes :oops: Stützenjoch auf eine solche Art und Weise zu kompensieren selbst wenn ich dafür die ganze Stütze neu fertigen müsste...:<
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anno_80
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von anno_80 »

Petz hat geschrieben:
Dachstein hat geschrieben:Grundsätzlich, ob das Ding jetzt schön ist oder nicht, ist wurscht
Einspruch Euer Ehren, wäre mir weder als Lifteigner egal noch ist es mir als Modelliftbauer gleichgültig denn ich käm nie auf die Idee, ein beispielsweise zu lang geratenes :oops: Stützenjoch auf eine solche Art und Weise zu kompensieren selbst wenn ich dafür die ganze Stütze neu fertigen müsste...:<
In was für einer Traumwelt lebst Du denn eigentlich! Individuelle Sonderlösungen bestehen in der ganzen Idustrie hauptsächlich aus angepassten Modulen. Die Funktion ist ja das worauf es ankommt, die Form spielt da ja eher eine untergeordnete Rolle. Etwas anderes ist überhaupt nicht bezahlbar!!
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von Theo »

Übrigens inst nicht eine seite zu lang, sondern die andere zu kurz.
Seid doch froh wenn ihr wenigstens mal eine Bahn erwischt wo es wenigsten auch mal individuelle Sachen hat, sonst wird ja auch immer wegen 0815 reklamiert.
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Dachstein
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von Dachstein »

Petz hat geschrieben:
Dachstein hat geschrieben:Grundsätzlich, ob das Ding jetzt schön ist oder nicht, ist wurscht
Einspruch Euer Ehren, wäre mir weder als Lifteigner egal noch ist es mir als Modelliftbauer gleichgültig denn ich käm nie auf die Idee, ein beispielsweise zu lang geratenes :oops: Stützenjoch auf eine solche Art und Weise zu kompensieren selbst wenn ich dafür die ganze Stütze neu fertigen müsste...:<
Traumwelt hin, Traumwelt her, so drastisch sehe ich das nicht, nur beachten wir bitte, dass viele Konstruktionen früher Einzelkonstruktionen waren - ich lege hier beispielsweise mal die Eisenbahnbranche als Beispiel vor - Gölsdorf verstand es, ästetische Lokomitiven zu bauen, nur ist dies heute in einer Zeit, in der der Baukasten immer mehr Bedeutung bekommt, nicht mehr gefragt. Es ist nicht wichtig, wie etwas ausschaut, sondern dass es funktioniert - Funktionalität geht vor, alles andere ist nebensächlich, schließlich ermöglichen Baukastensysteme den Preis zu drücken, was für den Kunden wiederum Vorteile bringt.

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lanschi
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von lanschi »

Ich komm auch aus der produzierenden Industrie und weiß auch ziemlich genau, dass Module und Einheitsbrei billiger und daher heute gang und gebe sind.

Aber @Dachstein & Co.: Seid mal ehrlich - diese Stütze an der Königsleithebahn sieht ja sowas von hässlich aus!!! Das sind ja nicht nur die abgesetzten Rollenbatterien, das betrifft ja auch diesen abgesetzten Stützenschaft (der natürlich aus Kostensicht Sinn machen mag - ist in der Fertigung wohl billiger als des Doppelmayr´s Konus), dieses im Vergleich dazu "Zahnstocher-Stützenjoch" (gut, beim Planai 8er ist´s noch schlimmer) und die hässliche Stützennummerierung.

Also Designleute haben die beim Leitner tatsächlich keine am Werk.
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Dachstein
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von Dachstein »

Heute geht es immer nur um die Kosten, und um nix anderes. Nur durch diese Konstruktionen (Baukastensystem) ist es heute möglich, Seilbahnen schnell und effizient zu errichten, wobei der Preis durch die Vereinheitlichung weiter gedrückt werden konnte. Für den Endverbraucher (Seilbahnbetreiber und Kunden) entsteht dadurch kein Nachteil, sondern eher ein Vorteil. So gesehen habe ich da nichts dagegen. Schönheit wird nie objektiv beurteilbar sein, daher erlaube ich mir nicht zu sagen, was jetzt schön oder hässlich ist.

Und übrigens: die Bahn ist eine LP, die Stützenform kommt von Poma, und die bauen das seit Jahren so. Dass Leitner keine Designer am Werken hat, stimmt genausowenig. Die Multimixstationen sind genau so gefällig wie die Uni G von DM, gleiches gilt für die neuen Bubbles - rein subjektiv von mir betrachtet, da Geschgmäcker eben verschieden sind.
Aber bei einer Stütze handelt es sich um ein Streckenbauwerk, und der Zweck bedingt die Form. Daher schaut das Ganze jetzt so aus. Oder hast du schon mal schöne Betonoberleitungsmasten an einer Eisenbahnstrecke gesehen? Über die regt sich keiner auf, während jetzt eine Stütze hier zu größeren Diskussionen verleitet. ;)

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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von lanschi »

Ach ich kommentier das gar nicht mehr weiter, ist ja sowieso sinnlos mit dir zu diskutieren...

Nur so viel: Das Produkt meiner Firma ist mit Sicherheit nicht das Billigste, aber es verkauft sich trotzdem erstaunlich gut. Woran das liegt? Nicht nur am Preis.
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anno_80
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von anno_80 »

lanschi hat geschrieben:Das Produkt meiner Firma ist mit Sicherheit nicht das Billigste, aber es verkauft sich trotzdem erstaunlich gut. Woran das liegt? Nicht nur am Preis.
Um was handelt es sich denn, wenn man fragen darf?

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Dachstein
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von Dachstein »

Es geht um was ganz was einfaches: wir leben in einer Gesellschaft, in der der Zweck die Form bestimmt. Ob's jetzt den Leuten schmeckt oder nicht, ist nicht wichtig. Mir gefallen die Taurusse der ÖBB auch nicht, der Railjet ist vom Design her Kacke (der 4010 war imo. schöner) - ist aber rein meine Meinung und daher nicht maßgeblich. Hier geht es um subjektive Sachen, und zwar um Dinge, über die man per Definition imo sehr schwer diskutieren kann - Geschmäcker sind verschieden.
Daher muss ich das Ganze eher vom Kosten - Nutzenfaktor betrachten (hier ist objektiv beurteilen am einfachsten): und ich sage es jetzt mal so: ich wage zu bezweiflen, dass man heuer am Feuerkogel zwei neue Anlagen bauen konnte, wenn jede Stütze, jedes Joch auf genau den Standpunkt und die Kraft gerechnet worden wäre. Das hätte dann viel mehr Vorlaufzeit gebraucht (Produktionszeit!!!!), als wenn man auf ein bekanntes standardisiertes Baukastensystem zurückgreifen konnte - und genau darin liegt der Vorteil von diesem "unästetischen" System. Und ich gebe auch zu, dass mir diese Stütze vom Geschmack her nicht zusagt, sie ist aber eine logisches Ergebnis aus den jetzt geltenden Denkansätzen und daher habe ich gegen die Verwendung dieser Konstruktion nichts einzuwänden.

Wie gesagt: ich betrachte das rein aus dem Kosten - Nutzen Faktor her, nicht vom ästetischen Gesichtspunkt, welcher heutzutage eh in den Hintergrund gedrängt wurde.
Man sieht es ja auch in der Architektur - nüchterne, der Funktion angepasste Bauten werden errichtet, Otto Waagner (der der die Ringstraße in Wien geplant hat) ist heute zwar immer noch zeitlos schön, aber kaum mehr zahlbar. Und so lange das Geld und die Zeit die Konstruktion maßgeblich beeinflussen, wird halt der Funtion entsprechend "nüchtern" konstruiert.

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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von Petz »

Dachstein hat geschrieben:Oder hast Du schon mal schöne Betonoberleitungsmasten an einer Eisenbahnstrecke gesehen?
Das nicht unbedingt abgesehen davon, daß ich Betonmasten bei der Eisenbahn schöner als die verzinkten Stahlprofildinger finde (vermutlich begründet in den Wopfnererfahrungen meiner Kindheit...:wink:...)
Aber kein Betonmastenfabrikant kotzt sich in seiner Werbung bez. großartigem Design aus. Und wenn die Herrschaften Stützenjoche und auch andere Teile nicht an die letzte Rille der Belastbarkeitsgrenzen konstruieren würden (auch weil sie wissen, daß sie aufgrund der EU - Vorgaben in spätestens 30 Jahren sowieso wieder nen neuen verzinkten Schrotthaufen loswerden), wär ne Längenindividualisierung beim Joch sowieso kein Thema.
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von Dachstein »

Petz hat geschrieben:Und wenn die Herrschaften Stützenjoche und auch andere Teile nicht an die letzte Rille der Belastbarkeitsgrenzen konstruieren würden (auch weil sie wissen, daß sie aufgrund der EU - Vorgaben in spätestens 30 Jahren sowieso wieder nen neuen verzinkten Schrotthaufen loswerden), wär ne Längenindividualisierung beim Joch sowieso kein Thema.
Das Ganze ist leider rein im Konjunktiv geschrieben, Schön wäre es, aber das ist ein Wunschtraum, die Fakten hat unsere Gesellschaft geschaffen, wir müssen das, ob's und gefällt oder nicht, schlucken. Es wird aber durch diese Konstruktionen sicher nicht einfach, eine Sache dauerhaft zu erhalten. Nachdem heute aber das Geld die Welt regiert, müssen wir uns mit dieser Sache abfinden. So schauts aus, und ich glaub, da können wir schreiben, was wir wollen. ;)

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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von darkstar »

Beim Sonnenlift (2-CLF) in Obertauern ist es mir auch besonders aufgefallen:

Bild

Bahn ist von GG.
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von seilbahner »

Im übrigen wird so eine Bauweise schon seit mindestens 2 Jahrzenten von allen Seilbahnherstellern verwendet, wenn man Sportbahnen mit keiner Talförderung baut.
Und nicht erst seit Königsleithe. Das fällt euch nur so extrem auf, weil die CEN Normen solche schweren Konstrukte verlangen. ( Seilfangvorrichtungen,Podeste etc...pp)
Und warum herrscht hier im Forum eigentlich in letzter Zeit dieser Aggressive Ton? Habt ihr sonst nix mehr zu Tun Leute?
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von Petz »

seilbahner hat geschrieben:Das fällt euch nur so extrem auf, weil die CEN Normen solche schweren Konstrukte verlangen. ( Seilfangvorrichtungen,Podeste etc...pp)
Und warum herrscht hier im Forum eigentlich in letzter Zeit dieser Aggressive Ton? Habt ihr sonst nix mehr zu Tun Leute?
Also wenn die Robahalterungen auf Freund darkstar´s Bild "schweren Konstrukten" entsprechen sollten freß ich nen Besen weil ich beispielsweise nur zu gut weiß wie Marchisio die Dinger ausführte und dagegen ist das bestenfalls noch Spielzeug :wink: Die Qualitätsanmutung gibt übrigens das Foto auch "hervorragend" mit dem Rostbefall des Stützenjochs wieder denn nachdem dieser vermehrt im mittleren Jochteil auftritt ist da von stärkeren Biegebewegungen in diesem Bereich auszugehen die ein Aufbrechen der Beschichtung verursachten...:rofl:
Es gab auch schon viel früher unterschiedliche Robabestückungen an einer Stütze aber damals brachte man das noch ohne optische Experimente zuwege.

Ich hätte vermutlich auch kein Wort über dieses Konstruktionsprinzip verloren wenn sich nicht immer wieder Aussagen über "gelungenes Styling" etc. in der Seilbahnwerbung finden liessen; nachdem sich die Jungs aber damit brüsten muß man ihre Behauptungen auch klar ad absurdum führen, noch dazu wenn sie es selbst schaffen ihr "Design" gnadenlos zu verwüsten... :!:

Leider schauen ganz offensichtlich auch die reicheren Seilbahnbetreiber nur auf den Preis und kaum auf konstruktive Details denn wenn die Herrschaften die Ausschreibungen nach denselben Kriterien durchführen würden wie ich sie beispielsweise "nur" für unsere zu beschaffenden LKW - Aufbauten anlege, wär sowas längst wieder als chancenloser Versuch in die konstruktive Mottenkiste gewandert. Denn nur so verhindert man, sich längerfristig über Mist ärgern und unnötige Reparaturen finanzieren zu müssen. Allerdings verschlingt so ne Ausschreibung dann auch etliche Wochenenden an Zeitaufwand wie ich gerade wieder leidvoll feststellen durfte... :twisted:

Ne härtere und aggressive Ausdrucksweise pflege ich vor allen Dingen dann, wenn ich Kritik an Herstellern übe denn die soll die Betroffenen durchaus gewollt auch verletzen bzw. zumindest dieselben Wutgefühle auslösen wie ich sie beim Betrachten dieser Machwerke kriege, falls sie ihnen meine Meinung mal zufällig zu Ohren käme.
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von seilbahner »

Deshalb habe ich ja geschrieben, dass seit CEN die Konstruktionen so auffällig sind. Und die Girak auf dem Bild ist keineswegs eine CEN Anlage. Und so wurde früher Konstruiert.
Und das auf dem Bild ist sicher kein Rost sondern Schmelzwasser. So sieht das nämlich bei uns auch aus und Rost ist zu 100% an keinem Stützenbauteil.
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Re: Unterschiedliche Höhe bei Berg-/Talroba an gleicher Stütze

Beitrag von ATV »

Es gibt hier im Forum sogar ein Topic in dem ein verzinker eine proffessionelle Analyse zu solchen unschönen braunen stellen gemacht hat. Fazit: die sind sogar besser geschützt als die glänzenden. Wer sucht, der findet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Feuerverzinken
http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Frost

Ein ganz böser Witz: Was ist das meist genutzte Werkzeug eines Seilbahnmonteur? Flex und Zinkspray. :wink:
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