Fliegen empfinde ich aber als eine sehr geniale, prickelnde und wunderbare Form des Reisens.
Der Aufpreis für B- statt E-Class ist auf Intercontie-Strecken durchaus gerechtfertigt. Ob man ihn sich aber immer leisten WILL hängt doch arg vom Zeitplan ab: Wenn ich Abends ankomme und dann direkt ins Hotel gehe, kann ich bei allen Nachteilen der E-Class auf den B-Class-Aufpreis verzichten (MUC-LAX 800€<-vs->5000€)(was schade für die gesammelten Meilen ist
Grundsätzlich würde und könnte ich finanziell auch sehr viel öfter privat fliegen, wenn es da nicht dasselbe massive Problem wie beim Bahnfahen geben würde, weshalb ich auch beruflich sehr oft auf Mittelstrecke mit dem KOMBI unterwegs bin:
Platz und Flexibilität!
Die meisten meiner Berufskontakte liegen außerhalb der Zentren, fern ab von Bahnhören und Flughäfen. Mit Öffis dahin zu kommen ist komplett indiskutabel und Taxis sind auch nur teure Autos. Sobald man Termine aneinander reiht, ist der Verzicht aufs Auto unmachbar. Wenn dann noch Waren transportiert werden sollen, sind Flug- und Bahnverkehr indiskutabel.
Das Auto hat teils zeitliche Nachteile gegenüber dem Flugzeug - ab Strecken von 600km.
Das Auto ist aber häufig die billigste Variante - Abgeschrieben wird es eh und die laufenden Kosten passen schon.
Dramatisiert wird diese Wertung, wenn man mit mehreren Personen unterwegs ist, was bei mir häufig der Fall ist.
Das Flugzeug ist ungeschlagen auf der Mittelstrecke, wenn man an einem Tag hin und zurück will.
Und die Bahn ...
.... Sorry - deren Angebot ist derart daneben und unfelxibel und überteuert und unpraktisch, dass alles zu spät ist.
Das Argument, dass man sich fürs Reisen eh Zeit nehmen soll, muss und kann, will ich in keiner Weise unterstützen. Wer will, gerne - aber bitte nicht verallgemeinern.
Was immer vergessen wird in der ganzen ach so ökologischen Diskussion ist ein etwas bsonderer Umstand:
- Die tolle Bahn hat einen imensen Flächenbedarf. Schaut euch mal die Bahnhäfe in Google.maps an ... oder die Rangierarreale ... oder die Trassen. Teils sind ein viertel ganzer Städte von Bahnanlagen bedeckt und die Trassen brauchen genauso viel Platz wie Autobahnen.
- Die Bahn produziert eine imense Menge an Lärm, der auf Grund seiner akkustischen Struktur durchaus über dem Pegel einer Autobahn liegen kann.
- Auf Grund der Steigungs- und Radienfähigkeiten von Zügen sind Bahntrassen teils wirklich mehr als Krass in die Landschaft gezimmert - dagegen ist eine Autobahn idR ein ästhetisches Wunderwerk (auch wenn es zugegebener Maßen einige heftige Gegenbeispiele gibt).
Und dann noch wunderbares Totschlagargument:
Wer Liftanlagen im Gebirge benutzt, der soll doch bitte mal die Ökodiskussion im Personenverkehr gaaaaanz ruhig angehen.
Und noch ein interssantes Statement eines Bekannten, der bei Siemens Triebwägen entwickelt:
"Auf den Luftwiederstand achten wir nur, wenn es um die Geschwindgkeit geht - ansonsten ist uns das genauso egal wie auch das Gewicht. Strom haben wir genug und den Antrieb kann man stärker konstruieren."