

Am vergangenen Samstag entschied ich mich, das „hintere Gebiet“ von Kitzbühel aufzusuchen. Hauptsächlich wegen der drei Uraltsesselbahnen Resterhöhe, 2000er und Wagstätt sowie der frühe ESL/SL (jetzt nur noch SL) – Kombilift Wurzhöhe, der alte Kurvenschlepper Moseralm und der (etwas neuere) Kurvenschlepper Gauxjoch.
Außerdem spekulierte ich bei den Pisten zwischen Resterhöhebahn und DSB 2000er in Anbetracht des Frühlingseinbruchs in den Tallagen auf gute Bedingungen. Der Wetterbericht kündigte für den frühen Morgen leichte Schneefälle an – sogleich sollte es aber aufreißen und bei Temperaturen nur knapp über der Nullgradgrenze bleiben. Hörte sich besser an als der zwar sonnig, aber recht warm prognostizierte Sonntag.
Doch es sollte zunächst einmal sehr schlecht beginnen. Es fing schon mit einer halb durchwachten Nacht an und setzte sich auf der Autofahrt auf der mir so verhassten A8 fort. Es regnete und irgendwie waren an jenem Tag mal wieder besonders viele „Ich_fahr_immer_mit_100_auf_der_Mittelspur“ -Fahrer und die üblichen Drängler ganz links unterwegs. Bei Oberaudorf verließ ich die dicht gefüllte Inntalautobahn und zockelte auf Landstraßen im regnerischen Morgengrauen der kleinen Ortschaft Jochberg entgegen, wo ich mit der alten Girak-DSB Wagstätt ins Skivergnügen einsteigen wollte...


Blick vom Fenster der Herrentoilette auf die Talstation der DSB...
Dort goss es monoton und der Himmel sah aus wie an einem typischen Novembertag. Von Sonne und Wetterbesserung keine Spur. Ein bisserl schlecht gelaunt kaufte ich mir eine Tageskarte und zog mir auf dem noch recht leeren Parkplatz die Skischuhe an. Genau als ich den zweiten fertig an hatte, kam ein älterer Mann, der an seiner Jacke als Parkplatzeinweiser der Bergbahn zu erkennen war, her und grantelte sofort herum, von wegen, dass ich so deppert geparkt hätte, was für eine Unverschämtheit das sei und ich müsse SOFORT umparken. Mein Vorschlag, das Ganze doch in einem freundlichen, höflichen Ton auszusprechen, wie es es schließlich gehöre, führte nur zu einer weiteren Klimaverschlechterung. (Rechts von mir stand direkt ein anderes Auto; links von mir war noch bis zum nächsten Kfz ein Stellplatz frei! ) Ich kochte nun innerlich, denn der Kerl hätte das Ganze ja auch sagen können, BEVOR man seine Skischuhe anzieht. Ich war dann so frei und hab meinen Karren mit Skischuhen an den Füßen umgeparkt, was ich aber nie wieder mache. Irgendwie ist das noch schlimmer wie barfuß Auto fahren... Wenigstens war der Parkmeister dann auf einmal froh gestimmt und wünschte sogar noch einen schönen Tag… hoffentlich hat er sich bei dem feuchtkalten Wetter was eingefangen...
Nun – im Regen schwebte ich mit der Doppelsesselbahn der Wasserschlacht entgegen. Doch wenigstens gab es ab der Hälfte der Fahrzeit Besserung – die Tropfen gingen in Schneeflocken über. Waren diese bis zur Mittelstation noch schwer und nass, so gab es am Ausstieg des Wurzhöhelifts schon Pulverschnee.
Fotos existieren von jener Tageszeit kaum welche, denn der Nebel hatte sich am Berg fest gefressen und sorgte für düstere, diffuse Sicht. Beim Fahren musste man unentwegt die Brille frei wischen, so dass ich meine Entscheidung, hier her zu kommen, ziemlich verfluchte. Ich entschied, in Richtung Bärenbadkogel und weiter zur DSB 2000er zu wechseln, in der Hoffnung auf besseres Wetter weiter oben...
An der Talstation der Bärenbadkogelbahn I war der Schnee wieder in Regen übergegangen und erst kurz vor der Bergstation ging dieser wieder in Schnee über. Die Sichtverhältnisse blieben schlecht und meine Laune hatte sich mittlerweile dem Wetter angepasst. Da kam die finale Ohrfeige des frühen Vormittags – am Ausstieg vom Bärenbadkogel II musste ich sehen, dass der Gauxjochlift entgegen dem Panorama unten geschlossen war. Der Schnee auf den Bügeln ließ darauf schließen, dass er an dem Tag noch gar nicht gelaufen war. Ich hätte zwar weiter fahren können, wäre aber nicht mehr zurück gekommen. So fuhr ich fröhlich pfeifend und total gut gelaunt wieder zur Bärenbadkogelbahn I runter.

Foto vom Regenunterstand aus am Pistenrand geknipst – oberhalb der Talstation der 6KSB Bärenbadkogel I...
Der Liftler unten wusste gar nicht, ob der Schlepper nun lief oder geschlossen war. Als sein Kollege an der Talstation der 2. Sektion Gleiches verlautbarte, wollte ich schon runter zum Auto und das Gewehr holen

An der DSB 2000er – der einzige positive Aspekt war zu diesem Zeitpunkt der Umstand, dass außer mir fast keine anderen Skifahrer unterwegs waren. Drüben an der Hartkaser sowie der Hanglalmbahn hingen zwar auch die Wolken, aber es schneite nur noch sehr leicht und auf den Pisten lag eine dünne Neuschneeauflage. So konnte man trotz dem schlechten Wetter einigermaßen gut fahren.

8KSB Hartkaser

An der 6KSB Hanglalm.

Wenigstens war ich in jenen Morgenstunden nicht der einzige, der bzgl. des Wetters ins Klo gegriffen hatte

Doch so langsam setzte sich die Meinung der Wettervorhersage tatsächlich durch – die Wolken rissen auf und die Sonne spitzelte hin und wieder durch. In Verbindung mit den Pulverschneepisten und dem noch zaghaften Menschenandrang eigentlich ganz gute Bedingungen. (Wenn da nicht noch die gelegentlich durchziehenden Nebelbänke gewesen wären.)

Bergstation der 4SB-Krücke Resterhöhe. Bei der Fahrt ereilte mich wieder ein kurzer Dämpfer. Hatte ich mich noch über das sich bessernde Wetter gefreut, musste ich feststellen, dass die nicht umgeklappten Sessel patschnass waren, was bei der Kriechfahrt dieser Anlage eine unangenehme Sache darstellte. Durchnässt und verfroren kam ich oben nach gefühlter Stunde endlich an...

Trotzdem ganz interessante Bergstation...

Um 11:15h beschloss ich dann, als ich die Nasse-Hintern-Kühlschrank-Fahrt hinter mir hatte, mich gleich daneben in einem Bergrestaurant aufzuwärmen. Noch bevor ich gegessen und eine heiße Zitrone getrunken hatte, bot sich dieses Bild beim Blick aus dem Fenster! Nachdem ich wieder aufgewärmt und gesättigt war gab es kein Halten mehr! (Übrigens kann man die Pommes da oben echt empfehlen! Aber wer weiß, wie das an üblichen Wochenendtagen ist, wenn die Massen Einzug halten...)

Piste zur Panoramabahn-Mittelstation runter.


Die Panoramabahn – trotz moderner 8EUB eine ganz interessante Anlage. Die Aussicht ist wirklich gut. (Leider wurden die Fotos durch die tropfenübersäte Scheibe nichts Gescheites.)

Eine Abfahrt zur Talstation gibt es ja nicht, oder?

LSAP-Schneise? Bei Googleearth kann man noch Schleppliftstützen erkennen. Muss ja ein recht steiler Hang sein. (Müsste die Ortschaft Hollersbach sein, aber ich kenne mich hier nicht so aus...)


Oben hatte sich vor seiner endgültigen Vernichtung wieder der Nebel ausgebreitet.

Wieder an der Resterhöhe – hier sieht man den interessanten Kurvenschlepper Moseralm, der sogar lief, wenn auch außer mir fast gar keine Leute mit ihm fuhren. (Er bedient keine eigene Abfahrt – hinter der Talstation geht es weiter bis zur DSB Resterhöhe runter.)

DSB Resterhöhe, noch mit den kultigen, alten Sesseln, die mittlerweile eine absolute Rarität geworden sind...

Wie man sieht war trotz Wochenendes kaum Betrieb...

Der Schlepplift und sein Namensgeber...

DSB Resterhöhe und Moseralmlift

Die durchziehenden Wolken verschafften dem Wintertag (kein Frühlingstag – es war so um die 0 Grad kalt) ein eigenes Flair und mir richtig schöne Fotomotive.



Unten sieht man schon die Talstation des Moseralmlifts. Die meisten fuhren an ihr vorbei ins Tal hinab.

FORTSETZUNG FOLGT !





















































































































































