Nara, Mottarone, Oropa, Bielmonte, Lurisia, MondolèSki (Frabosa Soprana, Prato Nevoso, Artesina)
Tourkarte © http://www.map24.de:
18.2.2011 Vormittag: Nara
Anfahrt: Ettlingen - A5 - Basel - Luzern - Gotthard - Biasca - Val Blenio - Leontica in ca. 4:15 h
Wetter: Sonnig, ein paar Wolken, -2°C bis +8°C
Schnee: 20cm bis ca. 150 cm Nassschnee (unten) bzw. Pulverschnee (oben)
Anlagen in Betrieb: DSB Cancori, DSB Plan di Nara, SCHL Bassa di Nara
Anlagen außer Betrieb: SCHL Lagunc, SCHL Fontanella
Wartezeit: Keine
Gefallen: Weitläufigkeit von Skigebiet und Landschaft, Piste Plan di Nara
Nicht gefallen: Nix
Bewertung: 5 von 6 Punkten wegen gesperrter Talabfahrt
Website: http://www.nara.ch/
Pistenplan © http://www.nara.ch:
Wie jedes Jahr habe ich mir mit Unterstützung von Frau Harzwinter ein verlängertes Wochenende familienfrei genommen, um Skiideen zu verwirklichen, die mit Familie nicht machbar sind. Die Ziele richten sich dabei nach Wetter und Schneelage. Bei diesem Kriterium schied für meine diesjährige Skifahrt die Alpennordseite weitestgehend aus. Wie schon bei den meisten letzten Skifahrten ging es über den Gotthardpass auf die Alpensüdseite. Hier war zu finden, was sich nördlich des Gotthard rar gemacht hatte: Sonne und Schnee. Den Südwestalpenraum hatte in den Vortagen ein Genuatief mit 40 cm Neuschnee bedacht. Also nix wie hin.
Der Wecker klingelt am Freitagmorgen um 4:30 Uhr. Vielleicht sollte ich besser arbeiten gehen, denke ich, denn dann darf ich noch zwei Stunden länger schlafen.
Während die Alpennordseite in Hochnebelpampe vor sich hin dämmert, scheint hinterm Gotthardtunnel in Airolo die Sonne. Schön, dass der Skibetrieb in Airolo nach einem Winter Stillstand wieder läuft. Aber am Sasso della Boggia war ich erst vor nicht allzu langer Zeit, und den nächsten Besuch gibt's erst wieder zusammen mit Frau Harzwinter.
Nara wurde meines Wissens vor einigen Jahren (ähnlich wie Airolo) von der Frapolli-Gruppe, die einige Tessiner Skigebiete betreibt, heruntergewirtschaftet und stand vor der Schließung. Seitdem haben die "Amici di Nara", ein Interessenverband, den Betrieb übernommen. Das scheint zu funktionieren. Es gibt eine Kooperation bzw. einen Liftpassverbund mit Disentis auf der anderen Seite des Lukmanierpasses, der im Winter geöffnet ist.
Warm ist es heute. In der unteren Etage sinkt der Neuschnee in der Sonne schnell zu schwerem Nassschnee zusammen. Die DSB Plan di Nara bringt den Skifahrer von Cancori weiter nach oben. Was für eine Bahn - typisch Schweiz! 2200 Meter zu Metall geronnene Langsamkeit Marke WSO. Fünfundzwanzig Stützen lang schaukelt die Bahn gemächlich vor sich hin. Wo hat WSO noch längere Sesselbahnen gebaut? Endlich angekommen, übernimmt der WSO-Skilift Bassa di Nara den Rest der Beförderungsarbeit. An der Bergstation haben die Spaßvögel vom Betreiberteam eine "Beach Bar" errichtet. Aus der Bassa di Nara, einem Joch, schaut man großartig durch die ganze Leventina bis Airolo und zur Gotthardstraße. Das Skigebiet von Cari scheint man aus der Bassa di Nara aber nicht sehen zu können.
Skifahren zwischen Cancori und Bassa die Nara macht heute Spaß. Es sind nicht viele Leute da, und der frische Schnee lässt sich toll fahren. Das Rauf-Runter-Rauf-Runter-Spielchen verfolge ich begeistert bis zum Mittag.
Dann soll es zu Tal gehen. Die Talabfahrt ist gesperrt; dort liegen am Südhang 20 cm pürreeweicher Nassschnee meist auf blanker Wiese. Aber die Rodelbahn ins Tal ist geöffnet und präpariert. Da ich Talfahrten per Seilbahn nicht mag, wird die menschenleere Rodelbahn zur Talabfahrt umfunktioniert. Das klappt recht gut, wenn man davon absieht, dass mal mehr, mal weniger Asphalt durch die dünne Schneedecke schaut. Die zwischen den Serpentinen einsehbare Talabfahrts-Piste ist bislang niemand gefahren - Südhang-Schneebrei ohne Unterlage ist nicht erste Wahl.
Die Fotos:
Nara: Blick auf Leontica und das Skigebiet aus dem Val Blenio.
Nara: Talstation DSB Leontica-Cancori.
Nara: Bergfahrt in der merkwürdigen Leitner-DSB, für mich ein Poma-Plagiat.
Nara: WSO-Doppelsesselbahn Pian di Nara. Metallgeronnene Langsamkeit Marke WSO. Viele kleine Weiler gibt es hier oben.
Nara: 25 Stützen WSO-Behäbigkeit!
Nara: Skilift Bassa di Nara, auch von WSO. Hier oben gibt es schönen Pulverschnee.
Nara: Ausstieg SCHL Bassa di Nara mit Panorama Richtung Lukmanierpass.
Nara: Blick durch die Bassa di Nara durch die Leventina bis Airolo. Hinterm Ort die Gotthard-Südrampe, links überm Ort das Skigebiet Pesciüm - Sasso della Boggia.
Nara: Abfahrt Skilift Bassa di Nara.
Nara: Abfahrt DSB Pian di Nara.
Nara: Übungslift Fontanella. Städeli oder Müller?
Nara: Skilift Lagunc, der hier oben für noch mehr Kurzweil sorgen würde, aber fast nie läuft. Wie konnte sich hierher ein Doppelmayr-Lift verirren?
Nara: Rodelbahn als Talabfahrts-Ersatz.
18.2.2011 Nachmittag: Mottarone
Anfahrt: Leontica - Biasca - Locarno - Verbania - Lago d'Orta - Mottarone in ca. 2:30 h
Wetter: Sonnig, ein paar Wolken, +2°C bis +5°C
Schnee: ca. 80 cm Feuchtschnee
Anlagen in Betrieb: SCHL Baby, SCHL Selva Spessa, SCHL Rossa
Anlagen außer Betrieb: SCHL Alpe Corti, SCHL Baita Omegna, Zubringer-DSB von der Pendelbahn von Stresa
Wartezeit: Keine bis 2 Minuten
Gefallen: Panorama, Serviceeinstellung des Personals (lange Betriebszeit)
Nicht gefallen: Nix
Bewertung: 5 von 6 Punkten wegen geschlossener Anlagen
Website: http://www.mottaroneski.it/
Pistenplan © http://www.mottaroneski.it:
Das zweite Tagesziel ist der rund 1400m hohe Berg Mottarone über dem Lago Maggiore nahe dem italienischen Stresa. Eine Seilbahn, eine Privat- und eine öffentliche Straße führen hinauf. Mangels Vorbereitungszeit ist letztere meine Wahl. Nach Verlassen des Skigebiets Nara und des Val Blenio geht es in Biasca noch kurz auf die Tessiner Autobahn, doch anschließend über Locarno und das Lago Maggiore-Westufer nur noch sehr langsam voran. Sowohl das kurvenreiche Seeufer als auch die Straße von Verbania zum Lago d'Orta sind fast durchgehend bebaut und deshalb auf Tempo 50-60 km/h herunter geregelt. Das kostet schrecklich viel Zeit und Nerven. Aus den geplanten 1:15 bis 1:30 h geplanter Fahrzeit ab Leontica werden fast 2:30 h. Endlich am Ufer des Lago d'Orta angekommen, traue ich am Abzweig zur Mottarone-Bergstraße meinen Augen nicht - es sind noch einmal 21 (!) Kilometer Bergstraße bis zum Gipfel, und vor mir fährt ein italienisches Rentnerpaar in einem PS-schwachen Kleinwagen. Ja, Geduld ist eine Tugend ...
Erst um 15 Uhr bin ich auf dem Mottarone. Was hab' ich mich mit der Anfahrt verschätzt! Mit der Seilbahn ab Stresa wäre das bestimmt schneller gegangen, denke ich. Und hoffentlich machen die Lifte nicht Punkt 16 Uhr zu ...
Der Ausblick vom Mottarone ist großartig und entschädigt sofort für die lange Anfahrt. Lago Maggiore, Lago d'Orta, diverse andere Seen, der Alpenbogen mit dem Monte Viso, der Monte Rosa als mächtige grauweiße Wand. Und sooo viele andere Berge - toll! Leider sind heute nicht alle Lifte geöffnet - ob's am Wochentag oder am nicht ganz so reichlichen Schnee liegt, weiß ich nicht. Der tiefst gelegene Skilift Alpe Corti ist geschlossen, ebenso der am Nebenhang jenseits der Bergstraße, SCHL Baita Omegna. Am Gipfel gehe ich hinüber zur Bergstation der Sesselbahn, die die Benutzer der Pendelbahn bis hier oben bringt und über keine Abfahrt verfügt (war das schon immer so?). Sie läuft nicht. Dann ist auch die Pendelbahn ab Stresa nicht in Betrieb? Wie gut, aufs Auto gesetzt zu haben! Das Skigebiet Mottarone erinnert an die Cardada über Locarno. Die in Betrieb befindlichen drei Lifte Baby, Selva Spessa und Rossa und ihre Pisten sind schnell abgefahren. Macht nichts - Skifahren ist am Mottarone nicht die Hauptsache. Immer wieder laden die Panoramen zur Rast ein. Und die Lifte schließen heute ... erst um 17:10 Uhr! Dem Personal macht die Arbeit unter so schönen Umständen offenbar Spaß. Dankeschön - das ist selten geworden!
Vom Mottarone geht es "nach getaner Arbeit" wieder endlose Kurven hinunter zum Lago d'Orta und von dort über Borgomanero ins Städtchen Biella, Standort der norditalienischen Textil- und Möbelindustrie. Eine gefühlte Ewigkeit dauert die Fahrt, obwohl es eigentlich gar nicht so weit ist. Erneut geht es meist mit Tempo 50 km/h durch Gewerbegebiete und endlose Siedlungen, bis kurz vor Biella endlich eine Schnellstraße beginnt, die das letzte Streckenstück zügig in die Stadt leitet. Erst um 19:30 Uhr finde ich dort nach Einbruch der Dunkelheit ein Hotel. Geschafft.
Die Fotos:
Blick von Verbania am Lago Maggiore hinauf zum Mottarone.
Mottarone: Blick von der Mottarone-Bergstraße zum Parkplatz und zur antennenbestandenen Gipfelkuppe.
Mottarone: Skilift Baby mit Piste. Schöner Südwesthang; müsste nur länger sein.
Mottarone: Skilift und Piste Selva Spessa gegen den Monte Rosa.
Mottarone: Blick vom Gipfel auf Verbania und den Lago Maggiore. Locarno kann man vom Mottarone nicht sehen, aber hinten rechts am See liegt Luino.
Mottarone: Skilift Selva Spessa mit schön steiler Waldpiste.
Mottarone: Zoom in die Monte Rosa-Ostwand.
Mottarone: Zoom zum Monte Viso. Bisschen dunstig heute.
Mottarone: Waldpiste vom Skilift Selva Spessa zum Skilift Rossa.
Mottarone: Skilift Rossa. Hinten der Lago Maggiore.
Mottarone: Skilift Alpe Corti, heute leider geschlossen. Schade. Dieser sehr alte Schlepplift macht geschätzt 200 Höhenmeter.
Mottarone: Blick über den relativ langen SCHL Baita Omegna (heute ebenfalls geschlossen) zum Lago d'Orta.
Mottarone: DSB von der Pendelbahn-Bergstation (dem Kasten unten links am Bildrand) zum Mottarone-Gipfel. Die DSB ist bei meinem Besuch nicht in Betrieb. Heißt das, dass dann die PB ab Stresa auch nicht in Betrieb ist? Die DSB hat keine Piste ... merkwürdig. Hatte sie früher eine?
Mottarone: Abendstimmung über dem Lago Maggiore mit Luino.
19.2.2011 Vormittag: Oropa
Anfahrt: Biella-Oropa in 15 Minuten
Wetter: Sonnig, -2°C bis +5°C
Schnee: 30cm Nassschnee (unten) bis 150 cm Pulverschnee (oben)
Anlagen in Betrieb: PB Lago Mucrone, Korblift Monte Camino
Anlagen außer Betrieb: keine
Wartezeit: Nächste Kabine der PB, sonst keine
Gefallen: Skigebiets-Zeitreise 30 Jahre zurück; einer der letzten Korblifte mit Skibetrieb; Panorama
Nicht gefallen: Nix
Bewertung: 6 von 6 Punkten
Website: http://www.funivieoropa.it/
Pistenplan © Verlag Omniafoto, Turin. Gipfelbahn Monte Mucrone, Schlepplift am Lago Mucrone und Schlepplift neben dem Santuario gibt's nicht mehr.
Der Samstag soll zwei Kindheitsträume erfüllen. Mit 15 oder 16 Jahren hatte ich um 1980 auf den Norditalien-Karten meines Vaters bei Biella Seilbahnen entdeckt, die nach Skigebiet aussahen und über die ich keinerlei Informationen hatte: in Oropa und Bielmonte. Der damals als Gesetz festgeschriebene Skiatlas kannte sie auch nicht. Das ganze geriet in Vergessenheit, und erst Internet und Alpinforum lüfteten vor mittlerweile 7 Jahren den Schleier für mich. Im letzten Winter mochte ich das Gebiet wetterbedingt nicht ansteuern. Diesmal passt das Wetter, und zudem habe ich auf http://www.funivieoropa.it gelesen, dass der Korblift auf den Monte Camino am 11. März 2011 wegen Erreichen der 40-Jahres-Grenze seine Lizenz verliert und abgeschaltet wird. Dass er zügig ersetzt wird, ist unwahrscheinlich. Ohne Lift auf den Monte Camino ist Oropa skimäßig tot. Also muss ich da um "5 vor 12" noch mal hin. Im Gegensatz zu Super St. Bernard weiß ich hier wenigstens vorher, dass es eilt.
Um 8:45 h ist der Seilbahnparkplatz in Oropa schon überfüllt, und die eintreffenden Skigäste parken bereits an der Straße - ich auch. Mein Gott, was ist hier denn los ... diese merkwürdige "Oropa Freeride"-Veranstaltung ist doch erst am Folgetag, und wegen ihr wird dann sogar die Talabfahrt gesperrt. Trotz der vielen parkenden Fahrzeuge geht es an Kasse und Seilbahn zügig vorwärts, und nur 10 Minuten nach dem Aussteigen aus dem Auto fahre ich schon hinauf nach "Oropa Sport" auf 1800m Höhe. Manche Leser mögen jetzt schmunzeln: Hier anzukommen, ist für mich wie ein Wiedersehen, obwohl ich noch nie hier war - so viele Oropa-Bilder habe ich zwischenzeitlich zuhause zusammengetragen.
Die Korbliftfahrt ist meine erste seit 38 Jahren in Pozza di Fassa. Den berühmten Balmakorblift von Alagna bin ich im Gressoney-Urlaub 2005 in den letzten Tagen seiner Existenz nicht mal gefahren - wozu auch, seine Abfahrt lag dauerhaft im Nebel mit 10 Metern Sicht. Der Korblift auf den Monte Camino hat schon was. Wie aus dem Ei gepellt präsentiert sich die Anlage mit den wundervoll verchromten Körben, die nur aus Prinzip stillgelegt werden soll. Die langsame Fahrt fordert zum Genießen der Aussicht auf. Man sieht ein Stück Alpenbogen, und hinter der Poebene taucht der Apennin auf. Oben ist der kurze Aufstieg zum kapellenbestückten Gipfel des Monte Camino Pflicht. So viel Schnee wie in den letzten Forenberichten liegt diesmal nicht. Statt nur des Daches schaut diesmal der ganze Bau aus dem Weiß. Das Gipfelpanorama ist umwerfend: Die halben Alpen meint man zu sehen. Im Osten die Bergamasker Alpen, den "zentrale Teil" dominiert der Monte Rosa, hinterm Monte Mars schaut der Monte Viso heraus, und weiter südlich senkt sich der Alpenbogen zum Golf von Genua hinab, der im Dunst liegt. Dahinter wie gesagt der Apennin mit schneebedeckten Gipfeln.
Fast schade ist es, die Ski anzulegen. Die in den alten Pistenplänen eingetragene Malpertus-Abfahrt suche ich vergebens. Wegweiser gibt es hier nicht, nur ein paar Spuren führen gefährlich nah am Abgrund vorbei über einen engen Grat in die vermutete Richtung. Eine geländemäßig ausgerüstete Gruppe bewegt sich vorsichtig in diese Richtung. Nix für mich, Klein Harzwinter braucht seinen Papa noch.
Die merkwürdigen Rennteilnehmer ziehen sich zurück, die Tourengeher leider nicht, und ich erlebe meinen Skivormittag in Oropa ansonsten so, wie ich ihn mir gewünscht habe. Arrivederci, Cestovia Monte Camino! Ob es jemals ein Wiedersehen gibt?
Die Fotos:
Oropa: Das Santuario, dessen prägnante Kuppelkirche erst 1960 nach rund 200 Jahren Bauzeit vollendet wurde. Nach eigenen Angaben ist das Heiligtum die größte Marienkultstätte der westlichen Welt. Einen "Sacro Monte", also einen mit Wallfahrtskapellen bestückten Pilger-Bergpfad, gibt's auch.
Oropa: Pendelbahn-Talstation am morgens um 8:45 Uhr schon vollständig gefüllten Parkplatz.
Oropa: Pendelbahn mit Santuario-Komplex. Leider hat man die schönen roten Kabinen mit blöder Folienwerbung überklebt. Die Funivie di Oropa brauchen Geld.
Oropa: Es war einmal. Gipfel-Pendelbahn Monte Mucrone, stillgelegt in den 1990er Jahren.
Oropa: Plakat "Rettet den Korblift Monte Camino!" Laut Seilbahnhomepage wird er am 10. März 2011 wegen Erreichens der gesetzlichen Altersgrenze abgeschaltet.
Oropa: Korblift Monte Camino. Schöne Anlage. Beim Einsteigen setzt der Korb mit seinem Gummirad auf dem Boden auf und rollt ein paar Meter in Schräglage.
Oropa: Trasse Cestovia Monte Camino mit Mittelstationskomplex "Oropa Sport" und Monte Mucrone.
Oropa: Trasse Cestovia Monte Camino mit Poebene und Monte Mucrone.
Oropa: Die schön gelegene "Capanna Renata" am Monte Camino kurz vor der Korblift-Bergstation. Hier rüstete man sich für die "Oropa Freeride"-Veranstaltung am Folgetag.
Oropa: Blick vom Monte Camino auf Matterhorn und Monte Rosa-Gruppe. Zwischen dem vorderen Bergkamm und dem Matterhorn liegen Val de Lys mit Gressoney, Val d'Ayas mit Champoluc und Valtournenche mit Breuil-Cervinia.
Oropa: Vorn das Bergstationsgebäude des früheren Einsessellifts auf den Monte Camino, des Vorgängers des Korblifts.
Oropa: Piste Monte Camino mit Monte Mucrone.
Oropa: Piste Monte Camino mit Monte Mucrone.
Oropa: Korbliftimpression.
Oropa: Piste Monte Camino mit Mittelstationskomplex "Oropa Sport"
Oropa: Zoom hinüber ins Skigebiet Bielmonte an der Bergstraße "Panoramica Zegna" über Biella. Hinten wohl die Berge überm Comersee (Grigna?).
Oropa: Schöne Talabfahrt durchs Blockhaldengelände ...
Oropa: ... und weiter durch lichten Lärchenwald.
Oropa: Auslauf der Talabfahrt am Santuario di Oropa. Das Foto zeigt nicht, dass hier zu meinem Entsetzen gerade der "Anton aus Tirol" läuft.
19.2.2011 Nachmittag: Bielmonte
Anfahrt: Oropa - Panoramica Zegna - Bielmonte in 55 Minuten
Wetter: Sonnig, 0°C bis +5°C
Schnee: 50cm (unten) bis 100 cm Feuchtschnee (oben)
Anlagen in Betrieb: ESL Monte Marca, DSB Dosso Grande, SCHL Buca die Forno, DSB Piazzale, DSB Monte Chercio, SCHL Massaro, DSB Muschiera
Anlagen außer Betrieb: SCHL del Sole (abgebaut), SCHL Monte Cherchio (ohne Seil)
Wartezeit: Keine
Gefallen: Weitläufigkeit des Skigebiets; schwarze Piste Dosso Grande; Panorama
Nicht gefallen: Nix
Bewertung: 6 von 6 Punkten
Website: http://www.oasizegna.it/
Pistenplan © http://www.oasizegna.it:
Mittags geht es weiter zum Skigebiet Bielmonte an der Panoramastraße "Panoramica Zegna" hoch über Biella. Von Oropa führt eigentlich eine kleine Passstraße hinüber ins Nachbartal und weiter zur Panoramastraße, aber sie ist im Winter gesperrt. Also heißt es wieder Dörflein, Berglein, Kürvlein abfahren. Diesmal immerhin nur eine knappe Stunde lang. Dann bekomme ich einen Parkplatz in Bielmonte direkt an der DSB und vom Parkplatznachbarn, der jetzt schon seinen Skitag beendet, die Tageskarte zum halben Preis. Vom historischen Skigebiet Bielmonte Zegna am Monte Marca ist nur der alte ESL Monte Marca erhalten geblieben. Der Rest der Anlagen wurde erneuert - zwei Sacif- und eine Leitner-DSB und zwei Leitner-Schlepplifte erwarten nun den Skigast. Parallel zu einer der DSBn steht noch die seillose Leiche eines weiteren Schlepplifts.
Erwartet hatte ich in Bielmonte eine Art Mittelgebirgsskigebiet an einer Art Schwarzwaldhochstraße, aber das Skigebiet ist weitaus besser und weitläufiger als erwartet. Über die Jahre hat man es konsequent in die benachbarten Täler erweitert. Glanzpunkt ist die schwarze Piste Dosso Grande, die von der jüngsten, der (gleichnamigen) Leitner-DSB, erschlossen wird. Ob es auch die schwarze Piste erst seit wenigen Jahren gibt, weiß ich nicht. Auf dieser "Nero" kann man es so richtig donnern lassen. Während ich das mache, werde ich auf ein Paar Ski aufmerksam, die herrenlos gekreuzt auf der Piste liegen. Macht hier jemand Pause ??? Ich stoppe. Fast hundert (!) Höhenmeter weiter unten nehme ich einen winkenden Punkt wahr. Sollten dem etwa die Ski ... ? Ich sammle sie ein und finde unterwegs noch einen Stock. Unten erwartet mich ein kräftiger, keuchender Mann, der sich Schnee und Brillenteile aus dem Helm kratzt. Den muss es kurz vor mir megamäßig zerrissen haben, so weit wie der gerutscht ist. Gottseidank ist ihm bei DEM Abgang nichts passiert! Immerhin spricht seine Rutschdistanz für die Steilheit der Abfahrt.
Mit Wiederholungsfahrten arbeite ich mich begeistert durchs schöne Skigebiet. Der Monte Rosa bekommt eine Mütze aus Schlechtwetterwolken, die mein Skiwetter des Folgetages ankündigen. Als krönenden Abschluss gibt es noch eine Fahrt im historischen Einsessellift auf den Monte Marca. Der Uraltlift dient heute hauptsächlich, aber nicht nur als Fußgängerzubringer. Kurz nach 16 Uhr ist für mich Schluss hier oben, denn ich will noch in die Alpi Mondovi. Für die Fahrt schätze ich eine Stunde bis zur Autobahn und zwei Stunden Autostrada. Das kommt auch ungefähr hin. Eindrucksvoll sieht man von der Poebenen-Autobahn den Monte Viso im gelben Licht einer Wolkenlücke der einziehenden Wetterfront stehen ... Um 19:15 Uhr finde ich im Dunkeln ein Hotel in Mondovi. Leider bestätigt der Meteo Italia-Wetterbericht für den Sonntag den Durchzug einer Störung mit Wolken, geringfügigem Schneefall und Aufklaren am Nachmittag. So toll wie an den beiden Vortagen wird es also nicht. Erst am Montag, meinem letzten von 4 Skitagen, soll es wieder schön werden.
Die Fotos:
Bielmonte: Anfahrt auf der Straße Panoramica Zegna mit Blick zum Monte Marca.
Bielmonte: Start ins Skigebiet mit der unscheinbaren Sacif-DSB Piazzale. Den früher weiter rechts am Hang befindlichen SCHL del Sole hat man demontiert.
Bielmonte: Piste Montecerchio, schön zu fahren.
Bielmonte: Sacif-DSB Montecerchio, die mit der DSB Piazzale eine Tal-Berg-Tal-Bahn bildet. Links der stillgelegte SCHL Montecerchio ohne Seil.
Bielmonte: Zoom zum Monte Rosa, der von hier schon Valsesia-Look hat. Die Sturmkappen-Wolken kündigen das schlechte Wetter des Folgetages an.
Bielmonte: Querungspiste mit Monte Marca, hinter dem links Oropas Monte Mucrone hervorguckt.
Bielmonte: Piste Montecerchio. Hinten der SCHL Massaro, der nur die Aufgabe hat, Zugang zu den Pisten der DSB Muschiera zu schaffen.
Bielmonte: Zoom auf Oropas Monte Mucrone mit der unverkennbaren Bergstation der stillgelegten Pendelbahn.
Bielmonte: SCHL Massaro mit Monte Marca.
Bielmonte: Piste der DSB Muschiera. Schön abgelegen.
Bielmonte: DSB Muschiera. Nix los hier.
Bielmonte: DSB Dosso Grande. Die wohl jüngste Bahn im Gebiet.
Bielmonte: Schwarze Piste Dosso Grande. Macht riesigen Spaß.
Bielmonte: Piste Skilift Busca di Forno. Hinten der Monte Mucrone.
Bielmonte: Trasse ESL Monte Marca.
Bielmonte: ESL Monte Marca. Skifahrer nehmen ihr Sportgerät bei der Fahrt in den Arm.
20.2.2011 : MondolèSki bei Schlechtwetter
Anfahrt: Mondovi - Roccaforte - Prato Nevoso in ca. 25 Minuten
Wetter: Bedeckt, später Nebel und Schneefall, -5°C bis +2°C
Schnee: 20cm Nassschnee (unten) bis 150 cm Pulverschnee (oben)
Anlagen in Betrieb: Alle
Anlagen außer Betrieb: Keine
Wartezeit: Keine
Gefallen: Historische Liftanlagen am Monte Moro
Nicht gefallen: Wetter
Bewertung: 2 von 6 Punkten rein wetterbedingt
Website: http://www.mondole.it/
Pistenplan © http://www.mondole.it / http://www.skiforum.it:
Am Sonntagmorgen in Mondovi der Blick aus dem Fenster. Es ist grau, aber man sieht die Berge. Für heute steht das Verbundgebiet MondoleSki auf dem Plan, bestehend aus den Orten Frabosa, Prato Nevoso und Artesina. Während in Frabosa Soprana der Einsessellift auf den Monte Moro schon seit den 1950er Jahren seine Runden dreht, handelt es sich bei Prato Nevoso und Artesina um Retortensiedlungen. Um je nach lokaler Wetterlage spontan auf die Soprana- oder die Artesina-Seite wechseln zu können, wähle ich Prato Nevoso in der Mitte des Verbundgebiets als Fahrtziel. Die Fahrt von Mondovi über Villanova nach Prato Nevoso dauert keine 30 Minuten. Die Wolken hängen auf den Bergspitzen, aber bei meiner Ankunft im Retortenort sieht man immerhin den Skihang auf fast voller Länge. Ich entscheide mich für die Fahrt nach Frabosa Soprana am Vormittag.
Schon während der Fahrt mit der Doppelmayr-4SB von Prato Nevoso zieht dessen Skihang komplett zu.
Vom Hang des Malanotte führt ein Verbindungs-Skiweg zu den historischen Wintersportanlagen von Frabosa Soprana am Monte Moro. Hier laufen als eine Art Freilichtmuseum ein langer Marchisio-Einsessellift aus den 1950er Jahren, eine kurze Graffer-DSB aus den 1960er Jahren und ein Schlepplift, der auch nicht jünger ist. Bei der Bergfahrt im Einsessellift Monte Moro hält der Fahrgast sein Wintersportequipment im Arm bzw. legt es auf der Sessellehne ab. Natürlich will ich bei der Fahrt fotografieren, aber das ist nicht leicht, weil man ja sowohl auf die wacklig aufgelegte Ausrüstung als auch auf die Kamera aufpassen muss.
Vom Monte Moro geht es zurück zum Monte Malanotte und von dort mit der Verbindungs-Sesselbahn zurück nach Prato Nevoso mit Nachmittagsziel Artesina. Wettermäßig erweist sich das als Verschlechterung. Der Prato Nevoso-Sektor ist inzwischen zugezogen, und auf der im Nebel kaum zu findenden Traverse zur Sesselbahn nach Artesina fängt es an zu schneien. Die anschließende, lange Piste "Costa Losera" von der 4SB Rosso hinunter nach Artesina im Nebel zu finden wird zum Glücksspiel. Das Skifahren in Nebel und Schneefall rückt bei Sichtweiten von nur noch 5-10m nahe an einen Whiteout. In Artesina beschließe ich, den Skitag abzubrechen und nach Prato Nevoso zurückzukehren. Dazu muss man zunächst einen Skiweg unterhalb einer Betonburg benutzen. Der Weg führt an bröckelndem Beton, leeren Fensterhöhlen und rostenden Stahlträgern entlang. Die Fassade erreicht eine Ästhetikstufe zwischen dem Rathaus von Kaliningrad und einer Talsperrenmauer. Im Schneefall ein Endzeit-Szenario vom Feinsten - muss man gesehen haben!
Dann kommt das, was in vorwiegend mit Sesselbahnen erschlossenen Skigebieten bei Schneefall kommen muss. Die Rückbringer-6SB Mirafiori in Richtung Prato Nevoso verfügt über flächige Sitzpolster, auf denen der starke Schneefall taut. Ich hätte mich auch in ein Aquarium setzen können. Pfui Deibel ... Das Wetter wird immer schlechter und mein nasser Hintern immer kälter. Der Querungsziehweg zurück in den Prato Nevoso-Sektor nimmt im Blindflug kein Ende. Noch einmal hoch mit der 6KSB auf die Cima Nera und von dort endlich zurück zum Auto. Erst halb drei zeigt die Uhr, aber ich mag nicht mehr. Bei so schlechtem Wetter bin ich seit Jahren nicht mehr Ski gefahren.
Das Schneetreiben wird dichter, und die Tagesgäste flüchten aus Prato Nevoso, um für die Rückfahrt nicht Ketten aufziehen zu müssen. Während der Kriechfahrt hinab nach Frabosa Sottana erreichen die Schneeflocken die Größe von Tischtennisbällen. Es zieht also eine Störung mit etwas Niederschlag durch ... heute liegt Meteo Italia voll daneben.
Da ich kein Internetcafé finde, rufe ich zuhause in Deutschland an und lasse von dort http://www.meteo.it abrufen. Am Montag soll es in den Alpi Mondovi deutlich besser werden. Eigentlich wollte ich am Montag nach Limone Piemonte weiterfahren. Aber unter diesen Umständen wiederhole ich lieber den Besuch in MondolèSki und kombiniere ihn mit Lurisia. Also geht's noch einmal ins Hotel in Mondovi.
Wegen Schlechtwetters nur ein paar Fotos, hauptsächlich vom Monte Moro:
Prato Nevoso: Bei meiner Ankunft sieht man den Skihang immerhin noch.
Frabosa Soprana: Lift-Freilichtmuseum am Monte Moro. Hier die Talstation des ESL aus den 1950er Jahren.
Frabosa Soprana: Ski-Übungshang. Links die alte Graffer-DSB, in der Mitte der ESL zum Monte Moro, rechts der alte Schlepplift.
Frabosa Soprana: Einstieg ESL Monte Moro. Ski unterm Arm halten, quer zur Fahrtrichtung ins markierte Viereck stellen, ankommenden Sessel fixieren - plumps, geschafft!
Frabosa Soprana: Trasse ESL Monte Moro, lang und länger. Etwas weiter oberhalb liegen links neben der ESL-Trasse im Wald zwei abgeflexte Marchisio-Portalstützen vor den Resten einer zugewachsenen Bergstation. Was war das?
Prato Nevoso: Nassschneefall in Tischtennisballgröße treibt die Tagesskigäste in die Flucht. Weiter oben wächst die Schneedecke auf der Fahrbahn rasant an.
21.2.2011 Vormittag: Lurisia / Monte Pigna
Anfahrt: Mondovi - Roccaforte - Lurisia in ca. 25 Minuten
Wetter: Sonnig, -3°C bis +2°C
Schnee: 20cm Nassschnee (unten) bis 100 cm Pulverschnee (oben)
Anlagen in Betrieb: Alle
Anlagen außer Betrieb: Keine
Wartezeit: Keine außer Stehgondellift (Zubringer) 10 Minuten
Gefallen: Klassisch italienische Liftanlagen, schöne Pisten, Panorama
Nicht gefallen: Nix
Bewertung: 6 von 6 Punkten
Website: http://www.lurisiamontepigna.it/
Pistenplan © http://www.lurisiamontepigna.it:
Am Folgetag schaue ich morgens um 7 Uhr durch die Rollolamellen des Hotelfensters und werde vom Vollmond vor wolkenlosem Himmel begrüßt. O.K., jetzt brauche ich keinen Wetterbericht mehr! Frühstück und Gepäck werden in Bauch bzw. Auto eingeworfen, und schon bin ich unterwegs nach Lurisia. Ob der Schnee der Talabfahrt den Regen wohl überlebt hat?
Zwar bekomme ich um 8:40 Uhr einen Parkplatz direkt vor dem Eingang der Seilbahnstation, aber kurz vor mir hat ein Bus rund 40 Skigäste ausgekippt. Schnell zur Kasse, bevor die alle ihre Skipässe kaufen gehen! Doch dort steht bereits eine Frau, die in aller Ruhe mindestens hundert Skipässe kauft - u.a. für die Gruppe draußen. Am liebsten möchte ich sie jetzt mit Polenta kochen, aber ... Geduld ist eine Tugend (siehe oben). Es entsteht ein Zeitfenster fürs Ablichten der historischen Korbgondel und der alten Skigebietsfotos im Kassenraum der Talstation. Das Warten geht weiter, weil die gesamte (britische) Gruppe während meines Skipasskaufs ihre Tickets erhalten hat und nun vor mir in die neuen Zweier-Stehgondeln steigt. Zusammen mit dem letzten Briten besteige ich eine der lustigen Gondeln der Bahn, die seit 2009 den historischen Korblift ersetzt und lerne, dass er der betreuende Lehrer von 34 Schülern ist und dass seine Gruppe wegen Problemen mit dem Reiseveranstalter nach Lurisia umbuchen musste. Wenn die wüssten, was für ein Glück sie haben ... !
Oben im Skigebiet Monte Pigna eröffnet sich ein Paradies. Neuschnee, blauer Himmel, Sonnenschein, Schlepplifte im klassischen italienischen Design und wenig Betrieb. Die weite Anfahrt von Deutschland hierher hat sich gelohnt! Klassischer als der Skilift Genzianella mit perfekt geneigtem Skihang geht es kaum. Nur schade, dass der historische Korblift ersetzt wurde ... Oben öffnet sich der Blick über den Alpenbogen diesmal in Blickrichtung Norden, im Westen dominiert vom gewaltigen Monte Viso, im Osten vom Monte Rosa. In die Poebene schaut man hinunter nach Cuneo und bis kurz vor Turin, das heute im Dunst liegt. Südöstlich schweift der Blick über die Alpi Mondovi und das Skigebiet MondolèSki, mein Nachmittagsziel. Mit den abwechselnden Abfahrten über die Skihänge Genzianella, Pineta, Betulla und Bucaneve vergeht der Vormittag nur all zu schnell. Den flachen Skilift Erika hat man vor kurzem abgetragen. Ein Stück neben der Talstation des Skilifts Bucaneve steht eine 1950er-Jahre-Marchisio-Stütze, deren potenzielle Lifttrasse in einen geschlossenen Jungwald hinabführt. Was war das mal? Daneben befindet sich der Pistenraupenfriedhof. Braucht jemand eine Prinoth-Raupe? Eine weitere Prinoth-Raupenleiche steht an der Talabfahrt Pistone, die - wohl wegen des Regens im unteren Bereich am Vortag - offiziell gesperrt ist. Macht nix - ich mag keine Talfahrten per Seilbahn.
Die Fotos:
Roccaforte Mondovi: Nach dem Schlechtwetter des Vortags gibt es heute unverschämt blauen Himmel. Der Berg rechts ist die Cima Pigna mit dem Skigebiet von Lurisia. Man erkennt den Skihang Genzianella.
Lurisia: Talstation Cima Pigna.
Lurisia: Talstationsbereich der Zweiergondelbahn Cima Pigna.
Lurisia: (Noch) leeres Talstationsgebäude mit historischem Cestovia-Korb vor dem Einfall der Skigruppen.
Lurisia: Stehgondel-Lift von 2009 mit Poebenen-Panorama. Links der Monte Viso.
Lurisia: Klassisch schöner Skihang Genzianella an der Cima Pigna.
Lurisia: Skilift Genzianella. Italienische Schleppliftklassik. Hersteller Marchisio?
Lurisia: Blick vom Skihang Genzianella zum Retortenort Prato Nevoso, mit dem man den kompletten Berghang unterm Monte Malanotte zugebaut hat. Unten rechts die Mittelstation Borrello des abgelegenen Sessellift-Zubringers ins MondolèSki-Gebiet aus dem Valle Ellero / Val d'El. Ist der Berg am Horizont mit der Antenne ein Skiberg von San Giacomo di Roburent?
Lurisia: Piste Skilift Genzianella. Die Lanzenbeschneiung stört ein wenig das klassische Ambiente.
Lurisia: Skilift Pineta in postgelbem 1960er Jahre-Design. Schöne Anlage mit noch schöneren Pisten.
Lurisia: Skilift und Piste Bucaneve. Sehr schön zu fahren und nix los.
Lurisia: Skilift Bucaneve und Poebenen-Panorama.
Lurisia: Marchisio-Portalstütze hinab ins bewaldete Nichts hinter dem Beschneiungssee hinter dem Albergo (danke starli für die Korrektur). Was war das?
Lurisia: Direkt daneben hat eine Prinoth-Pistenraupe ihren Parkplatz für die Ewigkeit gefunden. Eine weitere Leiche einer Prinoth-Raupe schaut traurig auf die Talabfahrt, neben der sie abgestellt wurde.
Lurisia: Zoom über Cuneo zum Monte Viso.
Lurisia: Skilift Betulla unter der Trasse der Zweiergondelbahn.
Lurisia: Zweier-Stehgondelbahn, die 2009 den historischen Korblift ersetzte.
Lurisia: Talabfahrt Pistone mit Blick aufs wenig ansehnliche Lurisia Terme, einen Thermalbadeort.
21.2.2011 Nachmittag: MondolèSki bei Schönwetter
Anfahrt: Lurisia - Roccaforte - Prato Nevoso in ca. 25 Minuten
Wetter: Sonnig, -3°C bis +3°C
Schnee: 20cm Nassschnee (unten) bis 150 cm Pulverschnee (oben)
Anlagen in Betrieb: Fast alle
Anlagen außer Betrieb: SCHL Balma, SCHL Pogliola
Wartezeit: Keine
Gefallen: Weitläufiges, gut erschlossenes Verbund-Skigebiet mit z.T. sehr schönen Abfahrten; historische Liftanlagen Monte Moro; freundliches, gut gelauntes Liftpersonal
Nicht gefallen: Zu viele zeitfressende fixgeklemmte Sesselbahnen
Bewertung: 6 von 6 Punkten
Website: http://www.mondole.it/
Pistenplan © http://www.mondole.it / http://www.skiforum.it:
Weiter geht es per Auto ins Verbundgebiet MondolèSki, zum zweiten Mal nach Prato Nevoso, um das am Vortag wetterbedingt Versäumte nachzuholen. Schon um 12:15 Uhr stehe ich wieder auf dem Parkplatz in Prato Nevoso und habe jetzt vier Stunden Zeit, das komplette MondolèSki-Gebiet von Artesina bis zum Monte Moro über Frabosa Soprana zu durchkämmen und wieder zum Auto zurück zu gelangen. Sportlich - auf Los geht's Los!
Die wuselnde Übungswiese Prato Nevoso brauche ich nur als Zubringer, ansonsten ist sie uninteressant. Die schrecklich langsame DSB Rossa bringt mich hinüber nach Artesina, wo ich erneut den bröckelnden Retortenbeton der Appartementbauten aus der Froschperspektive betrachten kann.
Für den Rückweg in Richtung Prato Nevoso fährt man die Rückseite der Cima Durand hinab in einen Sattel und benutzt ab dort die Abfahrt der DSB Mondolè, um zum Leitner-Schlepplift Rocche Giardina zu gelangen. Dessen Abfahrt liegt bereits weitgehend im Schatten des Monte Mondolè, weshalb ich auf eine Wiederholungsfahrt verzichte und die Zeit für die Weiterfahrt in Richtung Prato Nevoso und den Skigebietsteil von Frabosa nutze. Die recht neue 6KSB Caudano bringt mich zügig zur Verbindungs-DSB in den Frabosa-Sektor auf den Monte Malanotte, und so steht der Abfahrt bis zur Talstation des ESL Monte Moro nichts mehr im Wege ... fast nichts, nur auf dem Verbindungs-Ziehweg zwischen Malanotte- und Monte Moro-Pisten schaufeln zwei fleißige Mitarbeiter vom Pistendienst Schnee auf die Trasse, um die Verbindung offen zu halten. Das habe ich schon lange nicht mehr gesehen - vielen Dank!
Das Wiedersehen mit dem schon am Vortag besuchten Monte Moro-Liftmuseum ist wetterbedingt ein Tüpfelchen auf dem i. Die Zeit drängt, und schon sitze ich wieder mit den Skiern unterm Arm im Einersessel aus den 1960er Jahren und schwebe bergwärts. Leider gibt der Akku der Digicam hier den Geist auf. Ein Trassenfoto und zwei an der Bergstation erlaubt er noch - das war's. Das Berggasthaus Baita delle Stelle und die schöne Abfahrt am Monte Moro können darum leider nicht mehr dokumentiert werden; ebenso wenig wie die am Vortag im Nebel übersehenen, abgeflexten Marchisio-Portalstützenteile auf halber Strecke links neben der ESL-Tasse (was war das?) und der aufgebügelt stillgelegte Tellerlift rechts der ESL-Trasse im Wald. Schade, dass man da nicht mehr draus macht - zum Museums-Skiberg würde der Weiterbetrieb so alter Anlagen gut passen. Auf dem Monte Moro angekommen, quellen links und rechts plötzlich die Wolken, und die Luft ist feuchter geworden. Da kündigen sich wohl schon tiefer Luftdruck und das schlechte Wetter des Folgetages an. Ab Monte Moro stehe ich eine gute Dreiviertelstunde später wieder am Auto in Prato Nevoso.
Die Fotos:
Villanova: Fahrt hinüber nach MondolèSki mit Blick zum Monte Moro.
Prato Nevoso: Die ganze Schönheit des Retortenorts.
Prato Nevoso: Übungswiese mit 4SB.
"Schönes" Prato Nevoso, das den kompletten Südhang unterhalb des Monte Malanotte einnimmt.
Prato Nevoso: Mit der schrecklich langsamen DSB Rossa geht's weiter in Richtung Artesina.
Artesina: Schleppliftpiste in Richtung des Retortenorts. Hinten der Kurvenlift Balma, der heute leider außer Betrieb ist.
Artesina: DSB Colliola mit schönen blauen Pisten.
"Schönes" Artesina. Architekturpreise werden woanders vergeben.
Artesina: 4SB Trucca Turra in den Sektor der Cima Durand. Unten der locker verstreute Retortenort, der zumindest von oben nicht so wuchtig ausfällt wie Prato Nevoso.
Artesina: Piste im Durand-Gebiet hinunter nach Borrello, der "Mittelstation" der Zubringerachse aus dem Valle Ellero ins Mondolè-Gebiet. Hinten Prato Nevoso.
Artesina: Sehr schöne, leere Piste hinab nach Borrello hoch über dem Valle Ellero. Hinten im Tal dürfte Villanova liegen, wo man links nach Lurisia abzweigt.
Artesina: DoppelSCHL Turra auf der Cima Durand. Tolle Lage, schöner Lift, schöne Abfahrten. Eines des Highlights des Mondolè-Gebiets. Anlage und Pisten ähneln dem früheren Doppelschlepper am Piz Sezner in Obersaxen.
Artesina: SCHL Turra. Leitner Doppelschlepperklassik. Hoffentlich wird er nicht durch eine Sesselbahn ersetzt.
Artesina: Zoom aus dem Durand-Sektor hinüber ins Skigebiet Cima Pigna von Lurisia. Auf dem Grat verläuft die Trasse des SCHL Genzianella.
Artesina: Zoom aus dem Durand-Gebiet zum Monte Viso.
Artesina: Rückfahrt von der Cima Durand in den Sattel mit der Bergstation DSB Mondolè. Gegenüber steht die Pyramide des Monte Mondolè, des Namensgebers des Skigebiets.
Artesina: Schwerer Leitner-Schlepplift Rocche Giardina. Würde ich gern nochmal fahren, aber die Zeit drückt ...
Prato Nevoso: Links im Bild die 6KSB Caudano, mit der man zurück nach Prato Nevoso kommt. Hinten wieder der Monte Mondolè.
Prato Nevoso: Graffer-Verbindungs-DSB in den Frabosa-Sektor, die auf dem Monte Malanotte endet. Auch dies eine seeehr bedächtige Angelegenheit.
Frabosa Soprana: Tolle Pisten am Monte Malanotte.
Frabosa Soprana: Blick vom Hang des Monte Malanotte zur "Baita delle Stelle", dem Bergrestaurant auf dem Monte Moro.
Frabosa Soprana: Pflege der Ziehwegverbindung zwischen Monte Malanotte und Monte Moro. Großes Dankeschön an die fleißig schaufelnden Mitarbeiter!
Frabosa Soprana: Blick aus dem ESL Monte Moro auf die Skiübungswiese mit Graffer-DSB und Schlepplift.
Frabosa Soprana: Ausstieg ESL Monte Moro nach langer, langer Bergfahrt.
Frabosa Soprana: Trasse ESL Monte Moro vom Berg aus gesehen. Rund zwei Kilometer ESL-Strecke, rund 1000m Höhendifferenz. It's magic!
Auf siebeneinhalb Stunden Skifahren folgen fast siebeneinhalb Stunden Autofahrt, bis ich gegen Mitternacht wieder zuhause in Ettlingen eintreffe. Das hat sich mal wieder gelohnt. Natürlich wäre ich in den Alpi Mondovi gern noch in San Giacomo di Roburent Ski gefahren. Oder in St. Gree di Viola. Oder in Garessio. Oder wie geplant in Limone Piemonte, wenn das Wetter am Sonntag nicht so furchtbar gewesen wäre. Aber es muss ja auch für die kommenden Winter noch interessante Ziele geben.
Fazit: Jederzeit wieder! Ja, es ist überdurchschnittlich viel Fahrerei, nur um ein paar Skigebiete kennenzulernen, und skifahren kann man auch am Fellhorn. Aber das zumindest noch in Teilen vorhandene italienische Skigebietsflair und das einmalige Panorama von Alpenbogen und Poebene mit (theoretischem) Blick bis zum Mittelmeer und Apennin ist die lange Anfahrt wert - nicht zu vergessen die im Februar 2011 erheblich bessere Schneesituation auf der Alpensüdseite, die genutzt werden will. Infrastrukturell ist der Besuch der Gebiete einfacher als erwartet. Zumindest die den Bergen vorgelagerten Städtchen bieten ausreichend Unterkünfte, in denen man mit ein paar Brocken Touristen-Italienisch und Englisch durchkommt.