Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

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ChiliGonzales
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Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von ChiliGonzales »

Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

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Da im Mehrtagesskipass des Val d'Anniviers (Bericht folgt demnächst) ein Tagesaufenthalt in Crans-Montana-Aminona enthalten ist, welcher letztes Jahr schon auf dem Programm stand, von diversen Verletzungen aber jäh zerschmettert wurde, haben wir das dieses Jahr nachgeholt. Durch den ziemlich schlechten Winter, die hohen Temperaturen und die Südhanglage hatte ich eine durchwachsene Schneelage erwartet, keinesfalls aber eine derart schlechte. So konnte man das Potential dieses großen Skigebiets nur erahnen, neben den gänzlich gesperrten Talabfahrten fand man immer wieder Pistenschilder auf grünen Wiesen, wo dann im Hochwinter wohl irgendwelche Pisten entlangführen.

Aus dem Pistenplan wird nicht ganz ersichtlich, welche Pisten künstlich beschneibar sind. Aber anscheinend sollten sie in Crans Montana dringend in Kanonen und Lanzen investieren, statt neue 4KSB (Bellalui) zu bauen. Dass sie selbst die meistbefahrene Piste des gesamten Gebietes (die rote vom Plaine Morte) nicht gescheit hinbekommen, ist mir ob des doch recht saftigen Skipasspreises ein Rätsel. Ich weiß, dass das Funitel einiges an Betriebskosten versenkt, aber wenn man im benachbarten Val d'Anniviers ausgezeichnete Kunstschneepisten vorfindet und dann in Crans Montana solche abartigen Pisten sieht, muss man schon schlucken. Um 14 Uhr hatten wir dann keine Lust mehr. Die wichtigsten Pisten hatten wir abgegrast, ich hatte dann keine Lust mehr, die Ski noch mehr zu schreddern.

Zusammengefasst:

Wetter:
Sonne pur, sehr warm

Schneehöhe:
im Tal 0, auf dem Gletscher geschätzt 1m

Schneezustand:
morgens gefrorener, ab 11 schwerer Sulz

Anlagen/Pisten/Routen:
Pisten waren viele geschlossen, um die aufzulisten, kenne ich das Gebiet zu wenig. Der Großteil der Anlagen war geöffnet.

Wartezeiten:
niente

Gefallen:
- laaaange Anlagen über viele HM und mit Mittelstation
- (theoretisch) großes Gebiet
- Höhenlage
- kostenloser Parkplatz in Aminona
- nix los

Nicht gefallen:
- Pistenzustand/-präparierung
- Schneelage
- Viele Gondeln --> ständiges Abschnallen und Rummarschieren

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^^ Einstieg in Aminona. Schnee?

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^^ oben sieht's schon besser aus

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^^ Verbindungspiste(nreste) zum Funitel.

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^^ dann mal hoch zum Gletscher. Beeindruckende Anlage!

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^^ Bergstation

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^^ Gletscher + Loipe

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^^ Schlepper + breite Rote Piste direkt am Gletscher. Perfekte Verhältnisse. Nicht im Pistenplan verzeichnet, warum?

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^^ Gletscherabfahrt. Lecker.

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^^ Blick aus dem Funitel.

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^^ weiter unten. Autobahn. Im Hintergrund das Val d'Anniviers.

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^^ noch weiter unten. Die einzige perfekt fahrbare Piste. Bis 11 Uhr.

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^^ katastrophales Schlussstück der Piste, nicht umfahrbar. Massenhaft Steine, Wasserski pur. Hier wären Kanonen von großem Vorteil. Das Foto entstand gegen halb 10 morgens. Man kann sich ja vorstellen, wie das am Mittag aussah.

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^^ in der Totalen

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^^ eigentlich gibt's hier echt schöne Ecken

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^^ eigentlich... Anfangsstück der Piste Nationale, massiver Stationskomplex dahinter

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^^ Bellalui

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^^ ...

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^^ brandneue Bahn

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^^ es geht auch anders! Piste zur Gondel Nr.11 (der Online-Pistenplan ist ziemlicher Müll). Wahnsinn, was die Lanzen ausmachen. Perfekt fahrbar. Danach sind wir dann wieder zurück in Richtung Aminona.

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^^ Ultrabreite Autobahn in Aminona. Zumindest die Reste davon.

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^^ Mont Blanc

Fazit:
Es bedarf einer Wiederholung bei besseren Schneebedingungen.

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RManniviers
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von RManniviers »

Schöne Fotos aber die Bedigungen... Hoffe es war besser im Val d'Anniviers :lach:
Ich spreche Französisch, tut mir Leid für meinen Deutsch! :)
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piano
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von piano »

War die Toula-Bahn noch in Betrieb? Da war es schon im frühen Januar bei meinem Besuch richtig braun, und seither hats ja kaum geschneit. Insofern überraschen mich deine Bilder nicht, aber es sieht dennoch krass aus. Die Plaine-Morte-Piste leidet halt sehr, weil nonstop 2400 p/h da runter fahren.
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von MF3330 »

Boah! Die hat es wirklich schlimm erwischt ! Das Skigebiel soll noch bis ende April offen haben....kaum vorstellbar!

Dass die Bergbahnen die Nationalpiste nicht in Stande halten können ist aber wirklich eine Schande. Man baut eine 6er Sesselbahn für diese Piste...umsonst wenn man den Zustand der Piste sieht!
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Schöditaz
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von Schöditaz »

Schöne Bilder, freue mich immer über Bilder von der Bellalui- Sesselbahn.
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ATV
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von ATV »

Ich war Ende Februar in CM. Auch da war echt mau.
Verbindung mehr schlecht als recht. Viele leute auf den wenigen offenen Pisten und jetzt rächt es sich ganz klar, dass man nur noch die Zubringerbahnen hat und alle wiede ganz ins Tal fahren müssen. :( Zudem 10 Steine Parkgebühr für einen Schlammparkplatz den ich ohne Allrad nicht hätte befahren können. :(
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ChiliGonzales
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von ChiliGonzales »

piano hat geschrieben:War die Toula-Bahn noch in Betrieb?
Ja.
piano hat geschrieben:Die Plaine-Morte-Piste leidet halt sehr, weil nonstop 2400 p/h da runter fahren.
Es war nichts los. Die Funitel-Gondeln sind höchstens halbvoll hochgefahren. Ich weiß zwar nicht, wie es an den Wochenenden aussieht, aber das mit der Schneelage hat sich wohl rumgesprochen.
Die sollen da unten ein paar Lanzen oder mobile Kanonen hinstellen und fertig. Es war ja schließlich nur das Schlussstück, das wirklich gar nicht mehr ging, am breiten Hang davor war es bis auf ein paar Steine eigentlich noch ok.
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von vs_ski_vt »

Ich war im Januar ebenfalls in Aminona/Crans-M. Selbst da war es bereits recht sulzig und durch viele Steine relativ schlecht befahrbar. Da hinken sie der Konkurrenz hinterher. Sonst aber ein tolles Gebiet. Danke für die Eindrücke.
↓ Mehr anzeigen... ↓
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von Mt. Cervino »

Erschreckend wie es in Crans Montana vor allem auf den Hauptpisten aussieht.
Da sieht man dann doch mal wieder, warum künstliche Bescheneiung sinnvoll sein kann.
Die südseitige Ausrichtung des Skigebietes trägt sicher auch zum Schneemangel bei.
Ich möchte nicht wissen wie es da nun 2 Wochen später ohne nennenswerte Schnefälle aussieht.
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von Darth Caedus 84 »

Hallo zusammen
Ja, momentan sieht es noch schlechter aus. Bis am Ostermontag sind nur noch die beiden Gletscherlifte (Le Lac und Glacier II) offen. Die Abfahrt von Plaine-Morte via Barmaz auf die Violette ist nicht mehr möglich. Es gilt aber zu bedenken, dass der letzte richtige Schneefall in dieser Region am 23.12.2010 war, seither hat es höchstens einmal ein, zwei Zentimeter geschneit, sonst nichts.

Die Verhältnisse waren die gesamte Saison schon plus minus so schlecht (höchstens Mitte Dezember waren sie wie zu dieser Jahreszeit üblich).

Bei den Investitionen im Bereich Schneekanonen hinkt CMA hinterher, weil momentan nun noch Ersatzinvestitionen (Ersatz Bahn Cry d'Er - Bellalui) gemacht werden, da kein Geld mehr vorhanden ist. Jeder, der schon mehrere Jahre dorthin geht, fragt sich, wo die die ganzen Gewinne aus der Hochkonjuktur und den 90er Jahren verbraucht haben.

Gruss
Ceadus
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von Christoph Lütz »

Darth Caedus 84 hat geschrieben: Jeder, der schon mehrere Jahre dorthin geht, fragt sich, wo die die ganzen Gewinne aus der Hochkonjuktur und den 90er Jahren verbraucht haben.
In das Funitel. Leider hat man sich bei der Planung der Anlage nicht ausreichend Gedanken über die irrsinnigen Betriebskosten gemacht. Etwas mehr Augenmaß hätte es gebraucht.

1985 und 1986 gab es bereits an Weihnachten ähnlich bescheidene Schneeverhältnisse, wie dieses Jahr. Leider hat man damals nicht die richtigen Schlussfolgerungen daraus gezogen. Zur Ski-WM 1987 wurde zwar in Beschneiung investiert, wir haben uns aber in den Jahren danach immer gewundert, warum man so wenig davon bemerken konnte. Die WM-Pisten mit Beschneiung waren teilweise zu sehr abseits (z. B. am Chetseron) vom Hauptskigelände.
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von Arlbergfan »

Danke für die Bilder - und ja, wirklich erschreckend.

Ich finde die Geschichte dieses Skigebiets generell sehr interessant. Mir kommt es so vor, als hätte man 10 Jahre einfach gar nichts gemacht und jetzt steht man vor einem rießen Berg an Arbeit, der wahrscheinlich nicht so schnell wie nötig abgearbeitet werden kann.

Kann mir jemand erklären, wieso dieses Funitel dort so hohe Betriebskosten hat? Wurde da war falsch berechnet?
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von ATV »

Wenn man ein wirtschaftliche Anlage will, kauft man kein Funitel. Alle Funitels sind Stromfresser, mechanische erheblicher Wartungsaufwand. Schon nur die zig hundert Rollen der Rollenbatterien, fährt man damit bei starkem Wind werdenn wie Bordscheiben zusammengeschlagen und müssen deentsprechend noch früher ersetzt werden....
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von Richie »

Aus meiner Sicht ist, daß die CMA lieber in Bahnen statt in Beschneiung investieren und das rächt sich in einem scheearmen Winter wie diese Saison. Bei der Südausrichtung des Gebietes und der Reduzierung der Gletscherlifte in den letzten Jahren sollte man diese Strategie aus meiner Sicht nochmals überdenken!
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von Pilatus »

In seiner Kategorie konkurriert das Funitel ja direkt die 3S Bahn... Gibt es da eigentlich wesentliche Unterschiede bei den Erstellungskosten oder wird man in Zukunft eher eine 3S als ein Funitel bauen? Die Schweizer Funitels haben sowieso Trassen, auf denen eine 3S eleganter daher käme...
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von Christoph Lütz »

Die Linienführung Violettes - Plaine Morte mit ihren beiden 1000 m langen Seilfeldern wäre sicher für eine 3S-Bahn sehr gut geeignet gewesen. Das große Problem des Funitels ist u. a. die schlechte Zugänglichkeit der Stützen für Instandhaltungsarbeiten und die große Belastung der Rollbatterien, wie es ATV schon beschrieben hat. Darüber hinaus der hohe Energieverbrauch des Funitel, erst recht im Verhältnis zu den 1600 P/h, die die Anlage noch hat (oder irre ich mich da?). Diese Nachteile hätte eine 3S-Bahn hier zumindest nicht gehabt.

1000 P/h hätte alternativ auch eine große Pendelbahn geschafft. Bei Teilung der Strecke in zwei Sektionen auch mehr (in Streckenmitte befinden sich genau die Stützen 3 und 4). Die beiden schweizer Funitel kamen vor allem zustande, weil sich die Fa. Städeli zur der fraglichen Zeit sowohl in Frankreich beim Prototyp, als auch in Verbier und Montana (mit 6er EUB) sehr engagiert hatte. Garaventa hätte aus meiner Sicht nicht unbedingt ein eigenes Funitel entwickelt. Die Technik wurde von Städeli "geerbt".
Die 3S-Bahn gab es Anfang der 90er-Jahre hingegen nur als Prototyp in Saas Fee. Der Durchbruch dieser Technik kam, wie so oft bei innovativen VonRoll-Entwicklungen, erst durch Doppelmayr.

Mal sehen, was nach dem Funitel in Crans-Montana kommt. Die Bahn wird in drei Jahren auch schon 20 Jahre alt. Der Technische Leiter der CMA hat sich jedenfalls in "50 Jahre Seilbahnen in der Schweiz 1957 - 2007" sehr ausfühlich zu den hohen Betriebskosten des Funitels in Crans-Montana geäußert. Er hat auch generell auf die hohen Betriebskosten von kuppelbaren Systemen hingewiesen, sie sich eigentlich viele kleine und mittelgroße Skigebiete nicht leisten können. Sehr interessant zu lesen...
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von ATV »

Das System Funitel ist ein Stromfresser par Exelence.
Die Anlage in Crans Montana hat 4 Antriebsmotoren a je 450kW = 1800kW Antriebsleistung. dazu kommen noch bei jeder Einfahrt ein 100kW Motor für den Beschleuniger und Verzögerer. Da die Bahn nur Skifahrer von Tal nach Berg befördert, und dazu noch einen riesen Rollwiderstand über all diese zig hundert Rollen hat, laufen die Motoren immer voll Motorisch. Beschleuniger per Motor Extrem aufwändig muss jedesmal wenn ein Fahrzeug auf die Strecke soll hochgefahren werden.
Dann der grosse Vorteil vom Funitel entpupt sich als Boomerang. Die Gehänge sind zwar schon windstabiler wegen der breiten Spur. Ausser Acht gelassen hat man aber die grössere Windangriffsfläche der Dicken Seile. Bei Seitenwind werden diese aus der Spur geblasen.
Sieht dann etwa so aus bei ca 100km/h
Bild
Das führt dazu, dass die Seile auf den Stützen nicht mehr richtig in der Spur laufen und so die Klemmen die Bordscheiben der Rollenbatterien zusammenschlagen und diese viel früher getauscht werden müssen. Und zu allem überfluss, wer fährt denn bei 100km/h noch gerne Ski auf 3000müM? Das ist ja die Hölle. Frequenzen = 0 und ein riesen Energierverbrauch. :naja:
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von Theo »

Das Funitel finde ich jetzt eigentlich gar nicht flasch an dem Platz. Um in 2 Sektionen PB die gleiche Kap zu erreichen hätte es auch 150er Kabinen gebraucht. Das hätte dann aber sicher auch nicht weniger als die 32 Mio vom Funitel gekostet.
Das Problem von CMA liegt anderswo. Man musste ja unbedingt die Rennpisten wieder FIS-tauglich machen. Da hat man dann für 6 Mio ganze 2km Piste neu beschneien können, der Rest wurde in anderes unnützes Zeugs was dem Normalen Gast nichts bringt investiert. Schlisslich will man ab 2013 dann immer das Weltcupfinale ausrichten.
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von Darth Caedus 84 »

Hallo zusammen

Als Dauergast in diesem Skigebiet bin ich auch mit der ein oder anderen Investition nicht ganz einverstanden und dass in den letzten 10 Jahren einiges verschlafen wurde, kann ich auch nur bejahen (man hat eben im Jahr 2000 auf die Olympiade 2006 gehofft, aufgrund welcher man die gesamten Investionskosten in dieses Budget hätte einfliessen lassen können. U. a. die Beschneiung der FIS-Piste, etc.). Jedoch möchte ich auch noch etwas zur Entlastung bezüglich Schneeverhältnissen zu Gunsten der CMA sagen:

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es sich hierbei um einen eidgenössischen oder lediglich einen kantonalen Regierungsbeschluss handelt. Dieses sagt jedoch aus, dass ab einem bestimmten Datum, wenn ich mich nicht irre ist es jeweils der 1. März, die Pisten nicht mehr beschneit werden dürfen, da sonst der Schnee zu lange auf den Wiesen liegen würde und die Kühe nicht rechtzeitig auf die Weide gelassen werden können.

Wie gesagt, ist dies nur ein schwacher Trost und es ist unübersehbar, dass in den letzten Jahren das eine oder andere verschlafen wurde. Wäre schön, wenn sich die Investitionen in die inzwischen einzige FIS-Piste von Montana rentieren würden und in den nächsten Jahren wieder regelmässig Weltcuprennen abgehaten werden könnten. Dies würde sicherlich wiederum mehr Geld in die Kassen schwemmen und man hätte nicht nur Geld für Ersatzinvestitionen.

Gruss
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von Pilatus »

Dies würde sicherlich wiederum mehr Geld in die Kassen schwemmen und man hätte nicht nur Geld für Ersatzinvestitionen.
Nicht mal das hat man wirklich, wenn man so die Erschliessugsentwicklung im Skigebiet anschaut...
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ATV
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von ATV »

Theo hat geschrieben:Das Funitel finde ich jetzt eigentlich gar nicht flasch an dem Platz. Um in 2 Sektionen PB die gleiche Kap zu erreichen hätte es auch 150er Kabinen gebraucht. Das hätte dann aber sicher auch nicht weniger als die 32 Mio vom Funitel gekostet.
Sorry aber das ist nur der Punkt Null. Pendelbahn und Funitel Baukosten stehen etwa 50:50.
Aber was Du komplett ausser Acht lässt sind die Betriebskosten Nachher. Das Funitelsystem braucht fast 50% der Antriebsleistung nur um das Leerseil zu bewegen. Die grossen Verbrauicher habe ich oben ja schon gelistet, dazu kommt noch dass die Anlage nur Motorisch läuft im Gegensatz zur Pendelbahn, dann der ganze Mechanische verschleiss, der riesen Aufwand für das garagieren, der Unterhalt, Pendelbahn zu Funitel, die schlechte Zugänglichkeit, usw.
Und zu guter letzt, das Funitel fährt 5m/s am morgen ausgaragieren bis Einsatzbereit.
Die Pendelbahn machst du die Dienstfahrt und dann kanst du den ganzen Tag 10m/s donnern.

Zumindest Verbier würde heute eine Pendelbahn bauen.
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von baeckerbursch »

Ich kann die ganzen Vorbehalte gegenüber dem Funi verstehen - extrem hässlich ist es nämlich obendrauf! (jedenfalls für mich)

Was mich dann aber wundert warum Hintertux gleich 3 von den Dingern gebaut hat. Gerade im Sommer wäre doch eine Pendelbahn viel schöner.... und günstiger!
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von Emilius3557 »

Was mich dann aber wundert warum Hintertux gleich 3 von den Dingern gebaut hat. Gerade im Sommer wäre doch eine Pendelbahn viel schöner.... und günstiger!
Im Sommer gibt es aber in Hintertux m.A. kein Kapazitätsproblem. Eine PB mit (theoretischen) 3000 p/h gibt es, soweit ich weiß, auch nicht. Zudem empfindet die gefühlte Mehrheit der skifahrenden Gäste den Beförderungskomfort einer PB als deutlich geringer im Vergleich zu einer Funitel-Kabine mit Sitzplätzen (wie in C-M ist, weiß ich nicht, in Tux gibt es Sitzplätze. In den Funitels in Val Tho bspw. wiederum nicht).
Die Betreiber in Hintertux haben v.a. die Windsicherheit als Argument angeführt, besonders die im Herbst häufigen Föhnstürme lassen ansonsten keinen Skibetrieb bzw. keinen sicheren Taltransport der Gäste zu.
Besinnung auf die Kernkompetenzen - altbewährte Dummschwätzerei...
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von valdebagnes »

in einer Pendelbahn mit 150Personen die zudem noch mit 10m/s über Stützen fährt fühlen sich eben viele nicht so wohl. Viele Leute dicht gedrängt auf engem Raum machen manchem eben Panik.
Bei Kleinkabinen wird wohl auch aus diesem Grund zumindest bei Stehplätzen nur höchst selten die komplette Kapazität genutzt, jeder (auch ich) macht sich erst mal instinktiv breit und lässt vor sich einen kleinen Abstand. Bei der Großkabine ist das ja auch ähnlich, bis mal alle kapiert haben, das es nur losgeht wenn alle drin sind.
Zudem ist die gefühlte Anstehzeit bei gleicher Förderleistung länger da es nicht kontinuierlich vorwärts geht.
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Christoph Lütz
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Re: Kurzbesuch Crans-Montana // 24.03.11 // Manque de neige

Beitrag von Christoph Lütz »

Sehr allgemein kann man feststellen, dass die Förderkapazitäten in den Alpenländern außerhalb der Schweiz immer bis zum Anschlag ausgeschöpft werden. Während in der Schweiz viele EUB für bescheidene 1200 P/h ausgelegt sind, das Funitel in Crans-Montana z. B. für 1600 P/h, müssen es in Österreich immer 2000 bis 3000 P/h sein. Egal, wie groß die zugehörige Pistenfläche ist.

Österreich war nie das Land der Pendelbahnen und Standseilbahnen und wird es nie werden. Es erstaunt mich nur, wie mancher kleine Skiort dort seine Hochleistungs-EUB und KSB finanziert. Geld spielt offenbar (noch) keine Rolle in einer Branche, die keinen Wachstumsmarkt mehr darstellt. Es wird immer weiter investiert, nach spätestens 20 Jahren gibt es jeweils eine Ersatzanlage - noch größer und noch aufwändiger. Daher wundern mich die 3 Funitel in Hintertux nicht. Bin mal gespannt, was dort in vieleicht 10 Jahren als Ersatz hingestellt wird, falls der Gletscher bis dahin nicht weggeschmolzen ist. Als Ausflugsziel für Bergtouristen jedenfalls total uninteressant. Nicht zu vergleichen mit Ausflugszielen wie Schilthorn, Pilatus, Titlis usw. Wegen Hintertux kommt kein Japaner, Chinese oder Amerikaner (zumindest im Sommer) angereist.

Komischerweise gibt es trotz Hochleistungsanlagen weiterhin Wartezeiten. Die Gästezahl ist aber mit der Förderleistung nicht proportional gestiegen. Und eine große Pendelbahn ist auch verdammt windsicher. Man stellt einen Betonklotz mit 1000 kg in die Kabine und gut ist. Oft schon erlebt im Schnalstal beim Leerfahren des Sommerskigebiets.

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