Für heute hatten wir uns den Plattkofel ausgesucht, welcher von zwei Seiten zu erreichen ist. Von der Seiser Alm über den langweiligen Südwestaufstieg oder von Osten über den Klettersteig. Nach dem gestrigen Klettersteig auf den Piz Boe und den doch arg unterschiedlichen Beurteilungen, gab ich nicht mehr so viel darauf, gleich wenn im Netz dieser Klettersteig einfacher beurteilt wurde als der am Piz Boe. Jedoch wollte ich mir erstmal vor Ort ein Bild machen und der Einstieg war in einfacher Kletterei machbar, so dass ich für mich die Entscheidung schon am Einstieg für den Klettersteig fiel und es war keine falsche Entscheidung. Einfach eine landschaftlich 1000x bessere Alternative für den Aufstieg als über den öden Schutthügel auf der Westseite.
Tourbeschreibung:
Das Auto parkten wir kostenfrei zwei Kehren oberhalb des Sellajochhauses und marschierten die wenigen Höhenmeter hinab zur Talstation (2.100 m) der kultigen Bahn zur Langkofelscharte (2.681 m). Haken dran, Bahn kann nun ersetzt werden, ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Es war einfach brutal eng und heiß in der Kabine, richtig bewegen konnte man sich auch nicht, das kleine Fenster diente mehr zum Fotografieren als zum Lüften und die Geschwindigkeit entdeckt man mit der Bahn auch nicht. Naja, dennoch schneller als zu Fuß hinauf. Oben kurz ein paar Bilder machen, bevor es von der Toni-Demetz-Hütte an den Abstieg durchs Langkofelkar zur Langkofelhütte (2.253 m) ging. Hier zweigten wir ins Plattkofelkar ab, welches nur noch über den Klettersteig verlassen werden kann. Am Ende legten wir nach kurzem, aber recht anstrengendem Anstieg über losen Schutt und Restschneefelder, die Klettersets an und begaben uns auf 2.540m in den Klettersteig. Vor uns lagen nun rund 500 Höhenmeter. Diese erstreckten sich über freie Kletterei des I. und II. Grades sowie Kamine, Schrofen und Risse (Schwierigkeit A bis B) sowie einer Scharte von der man einen großartigen Blick hat. Immer wieder bieten sich jedoch während des gesamten Steigs Pausen an um den atemberaubenden Blick ins Lang- und Plattkofelkar zu werfen.Vorbei an einer Madonna geht’s in leichter Kletterei durch eine Rinne hinauf zum Grat, der uns ankommend rechter Hand hinauf zum Gipfel (2.958 m)führt.
Nach der Pause auf dem Gipfel ging es an den steilen und gleichzeitig recht öden Abstieg über die Südwestflanke, welche mit Schotter und vielen Felsstufen durchsetzt ist, bis zur Plattkofelhütte (2.300 m). Dort kurz das Wasser gewechselt, also oben rein und unten raus
Für Interessierte noch das Topo zum Klettersteig.
Tourdaten:
Höhenunterschied: 1.216 m (inkl. Seilbahn)
Distanz: 18,58 km
Dauer: 6h 53min
min. Höhe: 2.109 m
max. Höhe: 2.958 m
PS: Auch hier hat sich das GPS an den senkrechten Stellen des Klettersteigs „verschluckt“ und oben am Gipfel hat es sich auch leicht verirrt
Und nun zu den Bildern:
^^ Der morgendliche Blick vom Balkon auf den Langkofel ... der dahinter liegende Plattkofel ist heute unser Ziel
^^ Oberhalb vom Sellajochhaus stellten wir das Auto ab, die 4 Euro Parkgebühren kann man sich sparen, wenn man früh dran ist.
^^ Talstation, satter Sound und die beiden Angestellten müssen ordentlich arbeiten hier
^^ Dann stehen wir in der Sadinenbüchse, Sauna war im Fahrpreis von 11 Euro inkludiert
^^ Über die steinernde Stadt hinweg
^^ Citta dei Sassi
^^ Man könnte meinen die Gondeln schrammen an der Felswand entlang
^^ Viel Platz ist auch nicht
^^ Vor der Bergstation
^^ Noch ein Bild, bevor wir uns mühsam umdrehen um uns zum Herausspringen vorzubereiten
^^ Blick von der Langkofelscharte, hinten die Marmolada
^^ Auf geht’s ins Langkofelkar
^^ Blick das Langkofelkar hinab
^^ Zur Abwechslung mal ein Bild im Breitformat
^^ Am Ende des Langkofelkars wechselt die Vegetation
^^ Langkofelhütte
^^ Ende des Langkofelkars, rechts die Langkofelhütte
^^ Übers Schneefeld hinweg und die Schuttserpentinen hinauf zum Einstieg in den Klettersteig
^^ Blick ins Plattkofelkar hinab, mit Langkofelkarspitze (2.821 m) vorne und Langkofel (3.181 m) dahinter
^^ Einstieg mit leichter Kletterei
^^ Blick ins Kar
^^ Immer wieder faszinierende Felsformationen
^^ Langkofel
^^ jack90 vor der nächsten Seilsicherung
^^ Zeit für ein Foto
^^ Querung der Scharte
^^ Einfach wunderbar hier
^^ Steigeisen erleichtern den Aufstieg
^^ Blick hinab ... neben Trittsicherheit ist Schwindelfreiheit zwingend notwendig
^^ Blick durch eine Scharte zur Trasse der SSB Raschötz
^^ jack90 fokussiert gerade zwei Kletterer auf dem 3000m hohen Zahnkofel
^^ Madonna
^^ Die letzten Höhenmeter wieder in freier Kletterei
^^ Knapp unterm Grad, glücklich und zufrieden diesen Klettersteig genossen zu haben
^^ Und fast oben, noch ein paar Meter am Grat entlang
^^ Blick vom Gipfel auf die Seiser Alm
^^ Tiefblick auf St. Christina
^^ Unten die Plattkofelhütte, hinten in der Bildmitte der Kesselkogel (3.002 m)
^^ (1) Fünffingerspitze (2.998 m), (2) Piz Boe (3.152 m), (3) Innerkofler (3.081 m), (4) Grohmannspitze (3.114 m), (5) Zahnkofel (3.000 m), (6) Marmolada (3.343 m)
^^ Lästiges Vogelvieh, wenigstens als Vordergrund taugts was
^^ Noch ein Gipfelfoto (links jack90, rechts meiner einer)
^^ Blick zurück zum Gipfel, von rechts kommt der Klettersteig hinauf
^^ Blick zur Plattkofelhütte, von rechts drückten Nebelwolken rein, welche durch den Aufwind aber keine Chance hatten weiter zu kommen
^^ Blick zurück auf den Abstieg, aber was ist denn das da rotes?
^^ Achso, ein Regenschirm ... aber es regnet doch gar nicht?
^^ Blick auf den Südwesthang des Plattkofels ... also von dieser Seite passt der Name, von der anderen nicht
^^ Ankunft an der Plattkofelhütte, Sellajoch links 4h20min, Sellajoch rechts 1h40min ... keine Frage: rechtsherum
^^ Friedrich-August-Weg unterhalb des Plattkofels
^^ Weiterer Verlauf Friedrich-August-Weg, hinten der markante Col Rodella
^^ Rifugio S. Pertini
^^ Col Rodella
^^ Dito mit Friedrich-August-Hütte
^^ Steht glaub ich wegen der Skihütte da, die einige Meter weiter liegt
^^ Bergstationen 4 SB Rodella des Alpes (vorne) und 4 SB Salei (hinten)
^^ Hinten die Sellagruppe, vorne die Bergstation der 8 EUB Pradel, rechts davon die Talstation der 4 SB Rodella des Alpes
^^ Ganz hinten der Col Rodella, links davon die Bergstationen der beiden 4 SB Rodella des Alpes und Salei, rechts die Bergstation der 8 EUB Pardel, links von dieser die Talstation der 4 SB Rodella des Alpes, vorne die Talstation der 4 SB Grohmann, dahinter die Trasse der 4 KSB/B Chinque Dita
^^ Auf den letzten paar Metern zum Auto gab es noch ein paar wenige, große Tropfen und der Langkofel hüllte sich in Wolken ... perfektes Timing!
