Abgeklebte Wasserhähne, abgeklebte Sensoren, weil dort der Schriftzug einer Firma stand, abmontierte Schilder - da fragt man sich als halbwegs normaldenkender Mensch schon, ob sowas mit dem gesunden Menschenverstand zu vereinbaren ist.
^^^ Widerspruch Dachstein. Der Konzern IOC verkörpert sogar sehr viel "gesunden Menschenverstand" meine ich. Ich finde das spezielle Vorgehen wie auch das Gesamtkonzept der Olympischen Spiele jetzt keineswegs übertrieben, sondern eher im Gegenteil, es sind fantastische Leistungen. Viel geballte Intelligenz steckt da drinnen.
Blöd sind jene die sich dies gefallen lassen. Also wir alle.
Ist leider nichts neues. Andere Verbände, z.B. die FIFA, handhaben das aehnlich. So mussten bspw. in D während der WM sämtliche Stadionschriftzuege verschwinden. Und die ließen sich nicht mal eben abkleben. Da waren teilweise Baumaßnahmen mit schwerem Gerät erforderlich.
Man kann Kris nur zustimmen: Es ist einfach nur ein Witz, wieviel Macht und Enfluss wir sogenannten "Sportverbänden" mittlerweile zubilligen.
Wenn Seilbahnhersteller auch kein Sponsor sind, müssen die Logos von DM, Leitner & Co. dann ja eigentlich auch abgeklebt werden. Also wenn konsequent, dann bitte richtig Oder ist dies etwa schon so?
Diese IOC Vorgehen, wie auch die übermäßige politcal correctness, die sich immer mehr durchsetzt, finde ich zum kotzen.
Mit dem Abkleben von Logos verschaffe ich den abgeklebten Firmennamen viel mehr Aufmerksamkeit als wenn sie nicht abgeklebt sind und sie keiner beachtet, zudem ist das extrem hässlich.
Bei der WM 2006 erinnere ich mich noch an diese Posse:
"Fußball-WM: Mercedes-Busse dürfen nur mit Hyundai-Aufklebern fahren . . .
Ein erhebliches Problem bereitet die Stellung Hyundais, offizieller Autoausrüster der WM. Die koreanische Firma stellt zwar Busse her, importiert diese jedoch nicht nach Europa. Zum Einsatz kommen nun Mercedes-Busse mit Hyundai-Aufklebern. Die wirkliche Herkunftsangabe soll verdeckt, der Stern aus dem Lenkrad montiert werden."
Pistencruiser hat geschrieben:Man kann Kris nur zustimmen: Es ist einfach nur ein Witz, wieviel Macht und Enfluss wir sogenannten "Sportverbänden" mittlerweile zubilligen.
Eigentlich hat sich die Situation ja entspannt - ich sage mal Karl Schranz und Sapporo. Trotzdem, solange es sich die Masse gefallen lässt, kann man gegen Auswüchse dieser Art wenig unternehmen.
Dachstein hat geschrieben:
Eigentlich hat sich die Situation ja entspannt - ich sage mal Karl Schranz und Sapporo. Trotzdem, solange es sich die Masse gefallen lässt, kann man gegen Auswüchse dieser Art wenig unternehmen.
MFG Dachstein
Mir sagt jetzt Karl Schranz nix. Aber was hat das mit gefallen lassen zu tun? Wenn mich eine Sportveranstaltung interessiert schaue ich die an wegen des Sports, und nicht wegen der Werbung. Klar versuchen Sponsoren unsere Aufmerksamkeit auf sie zu lenken. Aber so funktionierts nun mal. Der wo zahlt hat Recht.
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steak hat geschrieben:Mir sagt jetzt Karl Schranz nix.
Na dann: Schranz war ein erfolgreicher Skifahrer in den 1960er Jahren, der aufgrund eines Fotos, wo der Schriftzug mit Kaffewerbung am Jeresy kurz vor den Olympischen Spielen vom IOC Präsidenten Brundage persönlich disqualifiziert wurde, mit der Begründung, er hätte gegen das Amateurgesetz verstoßen.
Sollte man nicht auch die Stadt Innsbruck abkleben? Unerhört, dass eine Stadt dann Werbung für sich hat und nicht der IOC. Kann man ja IOC-Town oder IOCity nennen.
Trotzdem, solange es sich die Masse gefallen lässt, kann man gegen Auswüchse dieser Art wenig unternehmen.
Problem ist doch eher dass die Masse gar nicht gefragt wird und die Regierung praktisch im "Notrecht" Gesetze, zu Gunsten der Sportverbänden bzw. deren Sponsoren, anpasst oder ausser Kraft setzt...
Aber bis die Gerichte die Verfassungsmässigkeit dieser Gesetzesänderungen geprüft haben, ist der Anlass schon längstens vorbei...
Das Problem ist, dass die Regierungen nicht an einem Strang ziehen. Wenn man sich den Bedingungen nicht beugt bekommt man keine Veranstalltungen. Würden z.B. Nordamerika und die EU nur ihre Fernsehsender von den (richtigen) Winterspielen abziehen wäre das IOC ganz schnell friedlich. Da könnten sie ihren Wachstumsmarkt Asien nämlich vergessen. Nur wird das nicht passieren, weil die einfach nicht zusammenarbeiten.
Warum das mit dem Sponsoring gerade bei dieser Veranstalltung solche Auswüchse treibt kann ich mir eigentlich nur so erklären, dass die Zielgruppe eine andere ist. Die Werbung ist hier primär an die Sportler und Betreuer gerichtet nd nicht an Fernsehzuschauer wie sonst. Diese Zielgruppe dürfte bei den großen Spielen in den Millionen der Fernsehzuschauer untergehen, aber die sehen ja nicht was auf den Wasserhähnen drauf steht.
Ich weiß gar nicht, was Ihr habt.
Der Veranstalter (= Verband) will mit der Veranstaltung, die zunächst eine sehr große Investition ist, möglichst viel Geld verdienen, das ist ja legitim. Im Fall des IOC wird Wert darauf gelegt, dass keine Sponsoren die Spiele als Werbefläche nutzen (zumindest die "richtigen", kann sein, dass das bei den Jugendspielen anders ist).
Potentielle Sponsoren möchten, dass die Aufmerksamkeit möglichst auf Ihre Produkte gelenkt wird, und sind bereit sehr sehr viel Geld dafür zu zahlen. Dann ist es auch nur nachvollziehbar, dass diese dann Wert drauf legen, dass ausschließlich die zahlenden Unternehmen im Bild sind und nicht zufällig andere. Dann ist das bisschen Abkleben und Ummontieren doch völlig gerechtfertigt, schließlich wird das von den Werbeeinnahmen mehr als gedeckt.
Im Prinzip ist das nicht anders, wie wenn die DFL die TV-Rechte der Bundesliga exklusiv verkauft.
@thun
Sicher hast du mit deiner Auffassung, dass die zahlenden Sponsoren irgendwie geschützt werden müssen recht, aber...
Zitat:
Sogar an den Klorollenhaltern in den WCs wurden die Firmennamen abgedeckt. So wurden Dutzende Klorollenhalter in höchstem Auftrag aus Lausanne, dem Sitz des IOC - anonymisiert.
...bei sowas ist für mich die Grenze zur Lächerlichkeit überschritten. Die Entscheidungsträger kann doch irgendwann niemand mehr ernst nehmen. Aber mit irgendwas muss der aufgeblasene Apparat schließlich beschäftigt werden.
Auserdem verdient sich das IOC dumm und dämlich mit den Spielen, aber die Arbeit machen eigentlich die OKs und vor allem jede Menge ehrenamtliche Helfer. Da könnte man jetzt gerade wieder die Gerechtigkeitsdebatte anfangen. Aber ohne damit jetzt anzufangen, ich muss Pistencruiser Recht geben, es gibt einfach Grenzen, bei denen der Sponsorenschutz sich ins lächerliche überhöht.
Das Problem ist halt, daß das IOC mit der Marke Olympia quasi ein Monopol hat und bislang nicht genug Verbände, Städte, Kommune, Länder, etc. versucht haben, sich gegen die wirklich bizarren Auswüchse dieses Monopols zu wehren.
Der Veranstalter (= Verband) will mit der Veranstaltung, die zunächst eine sehr große Investition ist, möglichst viel Geld verdienen, das ist ja legitim.
Natürlich ist es legitim den Gewinn zu optimieren. Aber man darf nicht vergessen, dass bei solchen Anlässen häufig auch sehr viele Steuergelder investiert wurden.
Und da ist es mehr als nur anmassend, wenn die Verbände zusätzlich auch noch Druck auf die Politik ausüben, damit Gesetze oder Ausnahmeregelungen eingeführt werden, die doch sehr einseitig die Verbände und Hauptsponsoren begünstigen.
Wenn das IOC im Stadion die Wasserhähnen überklebt, kann man dies ja noch akzeptieren bzw. es ist nur zum Lachen. Aber wenn eine UEFA verlangt, dass während der EURO08 im öffentlichen Raum (Fanzonen) nur Bier vom Hauptsponsor verkauft werden darf, geht dies eindeutig zu weit und ist ein massiver Eingriff in die Gewerbefreiheit.
Und da finde ich es dann doch sehr erstaunlich, dass in einem demokratischen Staat weder die Opposition, noch die Wettbewerbshüter oder sogar das (Verfassungs)gericht aktiv wird...
Keine Ahnung wie das bei euch in der Schweiz ist, aber was in Deutschland los gewesen wäre wenn die Opposition wirklich die Verträge angeprangert hätte und die FIFA die WM an jemand anderen vergeben hätte. Das hätte mit Sicherheit Wählerstimmen gekostet. Die meisten Leute machen sich einfach keine Gedanken über sowas.
Und sei mal ehrlich, du regst dich doch bestimmt auch deswegen auf weil du anderes Bier trinken wolltest und nicht wegen des Eingriffs in den Wettbewerb.
Es wird auch viel krasser... Die Niederlande war zusammen mit Belgien ins rennen fürs WM... Aber der Fifa förderte sachen wie freistellung von Steuern, freie fahrt für FIFA und die VIP gäste auf den Autobahnen und noch so einiges. Sowas kann und sollte man einfach nicht akzeptieren. Dann halt keine WM.
Krasses Beispiel bei uns ist auch Bavaria vs. Heineken beim Weltcup in Afrika.
Und sei mal ehrlich, du regst dich doch bestimmt auch deswegen auf weil du anderes Bier trinken wolltest und nicht wegen des Eingriffs in den Wettbewerb.
Trinke praktisch kein Bier
Somit war es wirklich nur ein Beispiel von vielen, wo sich die Sportverbänden durchsetzen konnten und die Politiker die Forderungen schön brav abgenickt hatten.
Aber vermutlich hast Du recht, dass es zu viele Fans gibt, mit denen man es sich bei den nächsten Wahlen nicht verscherzen möchte und somit auch rechtsstaatliche Prinzipen über den Haufen geworfen werden.
Es ist eben kein Eingriff in die Gewerbefreiheit, da das IOC/die FIFA keine staatliche Organisation ist. Ist es Eingriff in die Gewerbefreiheit, wenn eine Brauerei seine Wirtshauspächter vertraglich verpflichtet, Getränke exklusiv bei ihr selbst zu kaufen? Da ist der Fall genau gleich gelegen, auch wenn man einer einen sehr emotionalen Blick im einen Fall hat, im anderen aber nicht.
Es ist halt nun mal so: Das IOC bietet seinen Teil zu bestimmten Konditionen an, und es ist niemand gezwungen (keine Stadt, kein Land, etc.), darauf einzugehen. Da es aber weltweit genügend gibt, die das mit Handkuss tun (weil sie sich auch wirtschaftliche Vorteile, vor allem durch den Werbeeffekt, versprechen), können diese Forderungen sehr weit reichen, ohne, dass das IOC sich selbst schadet. Genausowenig wird jemand gezwungen, bei den olympischen Spielen ehrenamtlich zu helfen, sollte ihm das System zuwider sein. Es muss ja jeder mit sich selbst ausmachen, ob er dem IOC/der FIFA, etc. bei der Erwirtschaftung fetter Gewinne helfen möchte oder nicht.
Ist es Eingriff in die Gewerbefreiheit, wenn eine Brauerei seine Wirtshauspächter vertraglich verpflichtet, Getränke exklusiv bei ihr selbst zu kaufen?
Oh nein, das ist überhaupt nicht das Selbe.
Bei der Euro08 mussten auch Gaststätten das Bier beim Hauptsponsor einkaufen, die sich einfach per Zufall gerade in der Fanmeile befanden !
Dass dadurch eventuell sogar andere Exklusivverträge verletzt wurden, wurde in Kauf genommen.
Es muss ja jeder mit sich selbst ausmachen, ob er dem IOC/der FIFA, etc. bei der Erwirtschaftung fetter Gewinne helfen möchte oder nicht.
Nur blöd, dass der Steuerzahler nicht gefragt wurde...
(weil sie sich auch wirtschaftliche Vorteile, vor allem durch den Werbeeffekt, versprechen)
Gibt es irgendwo eine Studie, die einen nachhaltigen und positiven Effekt der Euro08 belegen kann ?
Habe irgendwie den Eindruck, dass die ganze Geschichte schon zwei Monate später wieder vergessen war.
Und die Hotels und Restaurants haben auch nicht unbedingt von zusätzlichen Gästen profitiert. Die Orangen haben es bevorzugt auf dem Campingplatz zu übernachten und sich aus dem Supermarkt zu verpflegen. Im Gegenteil die gehobenere Gastronomie musste vermutlich sogar Einbussen in Kauf nehmen, da der Anlass die Touristen und Stammkundschaft vertrieben hat.