Das Hauptziel an jenem Vorfrühlingssamstag war eigentlich Rauris (v.a. wg. dem Gratlift!) und das Nebenziel das Schlepperkleingebiet Buchberg in Goldegg. Am Vorabend bemerkte ich, dass die Gegend noch auf einer meiner Kompass-Wanderkarten drauf ist und so entdeckte ich bei der Erkundung des Zielgebiets mit dem Zeigefinger, dass da auf dem Weg von Rauris nach Goldegg bei der Ortschaft Embach noch zwei Schlepper hochgehen. Bei Googleearth und auch dem Internetauftritt der Liftbetreiber bemerkte ich jedoch, dass es mittlerweile nur noch einen der beiden Schlepper, den Hörndllift, gab. Immerhin hatten sie den längeren der beiden stehen lassen – der andere erschloss nur die untere Piste rechts des bestehenden Lifts. Der führte lt. Googleearth sogar durch eine lange Waldschneise und sah recht steil aus – letzteres sollte leider nur für einen kleinen Teil der Trasse real zutreffen, aber was soll's...
Jedenfalls beschloss ich, dort noch auf zwei, drei Fahrten vorbeizuschauen. Es war zwar ein Nostalschirennen im Internet angekündigt, aber so konnte ich wenigstens sicher sein, dass der Lift auch wirklich lief.
Endlich angekommen! Endlich! Nie zuvor hatte ich mich bei der Fahrt zu einem nicht einmal versteckten Lift so dumm angestellt – die Leute in Embach werden sich ob des Münchner Renaults gewundert haben, der da zig Male den Ort auf und ab fuhr bzw. sämtliche Abzweigungen nahm und gleich wieder auftauchte. Zwar war mitten im Ort ein Plakat gespannt, welches auf den Schilift hinwies, doch ich kapierte nicht, dass ich DIREKT daneben quasi zwischen dem engen Durchlass zweier Gehöfte abbiegen musste. Dort schmiegte sich eine schmale Gasse zwischen die dicht nebeneinander gebauten Häuser und führte steil bergauf.
Das erste Mal war ich vorbei gefahren, das zweite Mal ebenso. Dann fragte ich einen schnauzbärtigen Typen am Feuerwehrhaus, der mir bedeutete, ich müsse beim „Gruber“ oder so vorbeifahren. (Aha, alles klar...)
Ich nahm den steilen, engen Weg, der etwa 50 Meter nach dem Schlepplifthinweisschild rechts abzweigte und betete zu Gott, dass kein Traktor oder Kleinlastwagen entgegengerast komme. Doch auch hier ließ ich irgendwann den Ort hinter mir, ohne zum Lift zu gelangen, der weiter hinten auf einer Wiese zu sehen war. Wieder entdeckte ich eine neue Abzweigung, wo ich fast eine Katze überfuhr, aber dann immerhin auf den Lift zusteuerte. Doch plötzlich endete der Weg im Nichts und ich überlegte bereits, mein Auto an Ort und Stelle stehen zu lassen, um per Schi den Hang zu queren. Wenn nicht eine Senke zwischen mir und der Piste gelegen hätte, wäre ich diesen Weg gegangen. Aber so musste ich wieder in den Ort zurückkurven und fand dann endlich den Lift. Glück im Unglück – ein einziger Parkplatz auf dem dicht zugestellten, matschigen Rübenacker war noch frei.
Trassenzoom – nach dem Steilhang oben geht es noch flach über eine Lichtung, dann nochmal kurz durch den Wald und schließlich zum Ausstieg. Beim Schätzen der Liftlänge würd ich mal sagen so 900 – 1.000 Meter.
Hier schon mal eine Frau, die sichtbar am Nostalschirennen teilnahm. Sie hatten alle so alte Holzschi, je eine lange Holsstange anstatt Stöcke und alte Trachten an. Das fand ich irgendwie mal ganz nett zum Zuschauen...
Alter Swoboda-Schlepper – ich hatte vergeblich auf einen urigen Kurzbügler mit Dieselantrieb im Tal und knurrigem Liftler spekuliert
Einige Niederländer hatte es auch hier her verschlagen, aber die Einheimischen dürften wohl in der Überzahl gewesen sein.
Vom LSAP-Schlepper, der irgendwo da drüben verlaufen ist, sah man nichts mehr.
Interessanter Portalmastenniederhalter.
Wieder die übliche Spannung, was einen im nächsten Trassenabschnitt erwartet.
Zoom bis zum Ausstiegsbereich.
Vorfrühlingsstimmung im Wald.
Schifahren oberhalb von Embach...
Ganz vorne einige Trachtler.
Nostalschi pur
Wenn ich mich nicht täusche – da zwischen den Bäumen könnte der andere Lift hochgekommen sein und müsste da auch wo seine Bergstation gehabt haben.
Hier startete das Nostalschirennen.
Blick übers Tal.
Schifahren wie in der guten, alten Zeit...
Blick auf den unteren Pistenbereich und Embach. Irgendwo muss auch der andere Lift hochgekommen sein.
Zoom zum Schlepper.
Bevor ich nach Goldegg weiterfahren konnte, auf das ich mich (zurecht) wie ein Schnitzel freute, widerfuhr mir mit dem Auto das größte Missgeschick bei Bergtouren bisher. Der „Parkplatz“ war mittlerweile dank der Sonne in einen Matsch-Acker verwandelt worden und die Leute parkten dennoch alles vogelwild zu. Im Bemühen, keines der Autos zu tangieren, fuhr ich Richtung rettendes Ufer in Form der schmalen Teerstrasse. Doch dann blieb ich mitten im Matsch stecken und leider hatte so ein Riesenrindvieh seinen Opel genau MITTEN auf der freien Fläche einfach stehen gelassen. Wann immer ich Gas gab und versuchte, wieder hinauszukommen, schob mich eine unsichtbare Hand weiter auf den Opel zu. Ich war ehrlich gesagt, ziemlich angespannt und ärgerte mich, nicht den oberen Weg genommen zu haben oder gleich das Auto im Dorf unten stehen gelassen zu haben. Zwei Einheimische rieten mir, einen Traktor beim benachbarten Bauernhof anzufordern. Ich wollte jedoch noch einmal ein letztes Mal versuchen, aus dem leicht abfälligen Matsch-Acker hinauszukommen. Gaaaanz langsam schaffte ich es, von dem Opel wieder wegzukommen und dank eines Rest-Eisfeldes, das sich im Schatten weiter links gehalten hatte, konnte mein mittlerweile brauner Renault wieder „Fuß fassen“. Schweißgebadet und erleichtert wie seit Bestehens der Führerscheinprüfung nicht mehr, fuhr ich mit meinem ex-roten Clio Goldegg entgegen und wurde dort noch mit zwei wunderbaren Schistunden belohnt.