Der steile Gratlift war natürlich der Hauptgrund, den weiten Weg von der bayrischen Landeshauptstadt bis nach Rauris auf mich zu nehmen. Aber auch der Rest des Gebiets gefiel mir sogleich – der Einstieg per steiler DSB Kreuzboden, gefolgt vom langen, schnellen Waldalmlift, nette Pisten über Almwiesen zwischen Wälder hindurch und ein super Ausblick von oben....
Nach einer endlos wirkenden Anreise über die gefühlte 1.000 km lange A8 München-Salzburg, gefolgt von der Tauernautobahn und Landstrassen durch bislang noch nie besuchte Täler war ich endlich angekommen. Es war noch nichts los, die Sonne schien, die Vögel zwitscherten und bei der Auffahrt in der DSB Kreuzboden konnte ich mich endlich zurücklehnen, tief durchatmen und den Stress der vergangenen fünf Werktage vergessen.
1993 wurde hier ein ESL auf vmtl. gleicher Trasse ersetzt.
Blick zurück – die Bahn geht recht steil durch den Wald hinauf.
Dazu braucht man nichts mehr zu sagen...
Sieht ein bisserl nach LSAP-Schleppertrasse aus. Weiter oben wirkte die Stelle am Waldrand, wo man direkt unterhalb von der Waldalmlift-Piste zur DSB-Bergstation zurückfährt so, als ob da mal ein Ausstieg gewesen wäre. Aber in den alten Schiplänen war da nie ein Lift eingezeichnet und der ESL Kreuzboden soll lt. LSAP-Forum ja trassengleich verlaufen sein.
Trotz der gemütlichen DSB-Auffahrt hielt es mich kaum noch im Wopfner-Sessel
Blick nach links zum Kreuzboden-Tellerlift.
Gleich geschafft!
Der Waldalmlift – 1.600 m lang, recht schnell (erinnerte mich an den guten, alten Höflelift am Fellhorn...) und von einer super Piste erschlossen.
Irgendwie kam hier schon ein bisserl Retro-Feeling auf – für österreichische Verhältnisse geradezu ein Liftmuseum! Dass hier noch kein Waldalmflyer die Hinterteile tausender Tagesgäster wärmt....
Erst mal ein bisserl die Kamera warm geknipst...
Gebaut 1982 – recht jung für einen solch langen Schlepper.
Schlepperfahrten durch den Wald fand ich schon immer toll...
Weiter oben geht es leicht bergab, ehe der Lift nochmal steil wird.
Hier musste ich erst mal eine Schicht ablegen und das T-Shirt notdürftig im Kamera-Rucksack verstauen. Es war recht warm in der Sonne und das bereits früh am Tag.
Leider schon seit 10 Jahren überklebt – den Wetterkreuzlift wäre ich noch gerne gefahren.
Im Hauptteil des Schigebiets angekommen – hier die Wopfner-EUB, die 1993 im Bereich der 1. Sektion eine DSB ersetzt hat. Bei der 2. Sektion hat man die Vorgänger – die beiden Jackalmlifte – stehen gelassen. Die DSB verlief ja trassengleich, oder?
Rollenspiele am stillstehenden rechten Jackalmlift. Der linke fuhr wenigstens - aber ohne jegliche Gäste – die Leute schnallten lieber ihre Schi ab und wählten die EUB.
Macht immer wieder Spaß, irgendwelche alten Lifte abzuknipsen...
Gebaut 1972
Interessante Kreuzung...
Am Anfang geht es hier auch ganz gut hoch.
Ich musste an den Muldenlift auf der Reiteralm denken – mein erster Doppel-Schlepper...
Im Hintergrund ist schon die Gipfelbahn zu sehen. Wenigstens hat man „nur“ den Wetterkreuzlift abgetragen und den steilen Gratlift leben lassen, denn dieser ist ja an und für sich nicht mehr notwendig. Früher – vor 1993 – musste man 4 Sektionen Lift fahren, um ganz oben anzukommen, davon 3 lange, z.T. sehr steile Schlepper. Das würde sich im 21. Jahrhundert vmtl. nun kaum einer mehr antun.
Flachstück am Ende.
Eeeendlich am Ziel angekommen! Ich freute mich wie ein Kind an Weihnachten. Wie in Irrer schob ich mich quer über die Piste vom Ausstieg der Jackalmlifte zur Talstation des Gratlifts hinüber.
Erbaut 1973 – der Wetterkreuzlift bis ganz hinauf kam dann wohl 1977 hinzu, wenn die Angaben im LSAP-Forum richtig sind.
Kaum Leute fuhren hier – irgendwie auch wieder verständlich...
Für so was ist dann die Kompaktkamera wieder ganz gut. Mit der DSLR in der Hand wäre das ein Blödsinn gewesen.
Ein Wahnsinns-Lift! Die lange Anfahrt hatte sich gelohnt. Zwar waren gerade die Knips- und Filmauffahrten anstrengend, aber es war für mich als Schlepper-Fan natürlich ein schönes Erlebnis. Es hätte mich beim Anblick der Bilder im Internet sehr geärgert, den Schlepper zu verpassen.
Die blaue Familienabfahrt rechts vom Ausstieg
Als völlig ortsfremder Piefke hab ich bzgl. den Bergnamen da hinten keine Ahnung. Hochkönig vielleicht?
Die Gipfelbahn ließ ich aus – ich fuhr lieber etliche Male den Gratlift.
Talstationsrest des abgebauten Wetterkreuzlifts.
Ich blieb stehen und starrte gedankenverloren da hinunter – zu gerne wäre ich da mit dem steilen Lift gefahren. (War doch auch noch einer mit Kurve, oder?)
Und gleich wieder ab zum Gratlift.
Blick zurück auf den Gratlift.
Die Piste an den Jackalmliften ging auch noch ganz gut.
Wechsel in den anderen Teil des Gebiets zurück.
Die Brücke des Kreuzbodenlifts von der anderen Seite.
Im besagten Lift.
Hier kommt die Brücke. Erinnerte mich gleich an die beiden Knapplhof-Schlepper am Hauser Kaibling.
Super Bedingungen auf der Talabfahrt zur DSB.
Am Ende heißt es Gas geben, damit man wieder bei der Talstation ankommt.
Wieder im Waldalmlift.
Zoom zur EUB-Mittelstation.
Hier war sehr wenig los.
Freie Fahrt am Waldalmlift.
Bei diesem Motiv musste es mal wieder sein...ich fokussierte grad auf den leeren Schlepper, als ein Bügel zwei ganz coole Typen raufzog. Der mit der größeren Sonnebrille ging gleich ab und wollte lauthals wissen, warum ich IHN da fotografiere. („Warum fotografierst du mich? Hey Du! Warum mich? Fotografiert du mich?“ - wenn man im Lexikon unter „Egozentriker“ nachschlägt, findet man ein Bild von dem Typen. Sicherlich
Ich bekam beim zweiten Versuch doch noch mein Schlepperfoto und hörte Mr. Waldalm 2012 noch nach mir rufen, als ihn der schnelle Schlepper längst wieder eine Waldschneise weiter befördert hatte. Ich rechnete schon damit, dass er gleich die Piste hinunter gerast kommen würde, doch nichts geschah.
Nein, ich suchte kein Versteck im Wald...
Wieder ging es in Tal zur DSB hinunter. Hier sieht man ganz gut, wie steil die unten den Wald hinaufgeht.
Zoom zum wahnsinnig steil gewesenen Rainberglift gegenüber. Leider um 19 Jahre verpasst. Mann muss der hochgezogen haben! Kaum zu glauben...
Da noch zwei andere Ziele auf dem Programm standen, beendete ich um 12 Uhr meinen Aufenthalt in Rauris und tuckerte weiter.
Zwei letzte Knipser vom Parkplatz aus...
Weiter sollte es dann noch nach Embach und schließlich zum Buchberg bei Goldegg gehen. (Die wollte ich noch mitnehmen, wenn ich schon mal in der Gegend fernab von München war.)
Rauris jedenfalls hat mir total gut gefallen – sollte der Gratlift nächste Saison weiterhin am Leben sein, werde ich sicherlich noch einmal herkommen.