Nachdem ich den Vormittag jenes 17.03.2012 an der Ehrwalder Alm verbracht hatte, wechselte ich in der Mittagszeit hinüber nach Biberwier, wo die Tageskarte genauso gültig ist. Es war mittlerweile richtig warm geworden und ich genoss den milden Sonnenschein, der allerdings im Lauf des Nachmittags immer mehr von Wolkenfeldern verdeckt werden sollte. Aber es wurde nie richtig trüb, geschweige denn, dass Regen fiel. Der Schnee war freilich aufgeweicht, doch weder sein Zustand noch der verdrängte Sonnenschein konnten dem Nachmittagsvergnügen etwas anhaben. Dafür ist das kleine Schigebiet Marienberg in Biberwier einfach zu gemütlich, zu urig und für den Liftnostalgiker zu interessant...
Auffahrt mit der Marienbergbahn, einer 6KSB. Lt. Liftworld stand hier mal ein ESL auf gleicher Trasse, doch in den Schiatlanten hab ich immer nur einen alten Schlepper mit Portalmasten (ohne Gitter wie die alte 2. Sektion) gesehen.
Blick zurück aus der sehr flachen Bahn – könnte das rechts eine alte, umgebaute Schlepplifttalstation sein? Ich glaube, dass ich mal im Forum ein Bild gesehen habe, auf dem links von der 6KSB der alte Schlepplift steht. War dann früher an der Stelle der 6KSB ein ESL oder gab es – wie ich vermutete – im Urzustand nur einen Schlepper vom Tal herauf als Einstieg ins Gebiet?
Bei der Auffahrt herrschte noch strahlender Sonnenschein – da ist so ein Sessellift natürlich eine entspannende Angelegenheit. Leute standen gar nicht an und ich hatte die „Bank“ für mich allein. Direkt links der Trasse verlief, meiner Meinung nach, der Schlepplift.
Wie kann man da nur Urlaub machen?
Oben angekommen hätte ich sogleich mit der zweiten Sektion, einer Girak-DSB, weiter hinauf fahren können. Doch ich entschied mich für den uralten und fast gar nicht besuchten Schlepplift „Schöner Hang“. Leider hat man die sicher einst total urige Talstation – ich tippe auf ein ordentliches Haus mit Dieselantrieb und Vollbart-Liftler davor
Alleine in dem gut 700 m langen Lift...
Seitenblick...
Da hätte ich mehr unterbelichten sollen...
Keiner wollte mit dem alten Lift fahren...
Ich war jetzt seit fast drei Wochen nicht mehr Schifahren und vermisse so was total – leider soll es ja dieses Wochenende erneut schlechtes Wetter geben....
Da vorne ist leider schon der Ausstieg
Bis 1988 fuhr man ganze 1,9 km bis ganz hinauf und am Ende gab es auch noch einen wahnsinnig steilen Abschnitt.
Zoom zum LSAP-Stück. Schade, schade, dass ich diesen steilen Abschnitt nie gefahren bin. Ich möchte aber nicht wissen, was das für eine Plage für Anfänger oder Familien mit Kindern war, da hinauf zu kommen. Objektiv verständlich, dass die dann 1988 nebenan weiter rechts die DSB gebaut haben .
Aber eigentlich hätten die den Schlepper dann auch ganz stehen lassen können – die steile Abfahrt von oben ist jetzt direkt nicht mehr erschlossen, da die DSB ja nicht ganz so weit hinauf geht und man auf den Jochlift umsteigen muss. Aber ich will nicht maulen – im Normalfall hätten die den alten Marienberglift II 1988 sang- und klanglos abgetragen und so darf man ihn auf den ersten 700 Metern wenigstens als „Schöner-Hang-Lift“ noch fahren.
Auch wenn kaum einer an jenem Tag Gebrauch davon machte. Die meisten Leute blieben an der 6KSB, wo der flache Kunstschneehang zum Üben einlud, während der Rest die DSB hinauffuhr. Auch die beiden Schlepper oben – insbesondere der Almlift – hatte ich fast für mich allein.
(Hier dürfte man im Hintergrund doch die Tunnelausfahrt vom Fernpasstunnel sehen, oder?)
Einerseits ein gutes Motiv, aber ohne Stromleitung wäre es doch bedeutend idyllischer da oben.
Die erste Fahrt mit der Marienbergbahn II...
Für ein Lift aus dem Jahr 1988 wirkt die Anlage doch recht alt. Urige Talstation, grüne Vierkantstützen, auch die Umlenkung oben...
Auf der Piste unten raste später mal ein Dreikäsehoch wahnsinnig schnell hinunter – leider hatte ich die Kamera gerade nicht draußen.
Meine zweite alte DSB an jenem Tag. Die Issentalkopfbahn war natürlich ohne Konkurrenz, schwebt man hier doch eher ganz normal durch den Wald hinauf. Aber dafür schien einem die Sonne wärmend ins Gesicht und ich wäre zwischendrin ohne die Knipserei sicherlich eingepennt.
Ich könnte jeden Tag Sessellift (bei einigermaßen passenden Wetter) fahren...
Vom linken, unteren Bildeck führte früher der steile Marienberglift II hinauf. Rechts noch die steile Abfahrt, die ich auch mal gefahren bin.
Bald wird es solche Umlenkungen auch nicht mehr geben...
Strommast vs. Umlenkung...
Wie viele Tourengänger sind hier zu sehen?
Der Jochlift....
Ich wusste ja, dass es hier oben zwei alte Schlepper gibt. Aber es stellte sich zu meiner großen Freude heraus, dass es nicht nur irgendwelche Lifte waren, sondern urige Diesel-Anlagen, die qualmten und laut ratterten. Jetzt muss ich nach der Schneeschmelze nur nochmal nachts hinauf und die Stützen blau anstreichen, dann ist alles gut
Wenn ich allein unterwegs bin, artet die Knipserei solcher Lifte manchmal etwas aus...
Keine Sau wollte hier fahren – wie am Almlift auch...
Der Hang rechts war an jenem Tag der beste bzgl. des Schneezustands. Da konnte man es richtig gut krachen lassen.
Ach ja, da waren doch auch mal ein paar, die sich erbarmten, den Schlepper zu fahren. Aber wenn hier oben zwei KSBs stünden – ich weiß nicht... So passt es eigentlich ganz gut und das Gebiet für DEN Massenansturm ist Biberwier ja eh nicht.
Umlenkung des Jochlifts.
Und ab!
Wieder oben und diesmal sollte es zum Almlift gehen. Einer meiner neuen „Freunde“ übrigens. Ein alter Diesellift in total interessanter Umgebung direkt neben dem Gebirgsmassiv und oben von einer grandiosen Aussicht gekrönt...
Das verspätete Mittagessen nahm in einer Schihütte an der Talstation des Almlifts ein. Der Kartoffelsalat war eine Katastrophe, aber die Würstel haben gepasst und die Leute waren außergewöhnlich freundlich.
Als einziger Gast saß ich essend am Tisch– so was soll man mal im Zillertal erleben! Ein paar Leute hielten draußen trotz eingetrübtem Himmel noch die Stellung und sämtliches Hüttenpersonal wünschte mir einen Guten Appetit, während ich den Essiggeschmack des Kartoffelsalats mit Bier herunterspülte.
Da ist er, der Almlift.
Alte Schilder müssen auch immer mit drauf...
Und so etwas sowieso.
Auch hier qualmte, stank und ratterte der Dieselantrieb.
Rückwärtsblick aus dem Almlift.
Auch hier wieder ein Strommast am Rande...
Bergstation.
Später kam die Sonne mal wieder durch.
Hier kam früher der Marienberglift II hoch – das Haus ist allem Anschein nach leerstehend.
Tja, da hätte ich früher aufstehen sollen, um hier noch mit dem Schlepper hochfahren zu können
Zoom in den Steilhang – oben ist noch die Stütze der Umlenkung zu sehen, die das jetzige Liftende markiert.
Was von 1,9 km langen Marienberglift übrig blieb – gute 700 Meter Schönger-Hang-Schlepper...
LSAP-Bergstation.
Super Hang – leider war ich dann zu k.o., da später nochmal runterzufahren. Aber ich war sicherlich nicht das letzte Mal dort.
Weit und breit kein anderer Schifahrer.
Das beißt sich irgendwie...
Auf der LSAP-Trasse. Wieder der Gedanke, dass da einst abertausende Schifahrer hinaufgezogen wurden und nun nie wieder...
Leider kommt auf den Fotos die Steilheit des Hangs immer nicht so gut zur Geltung.
Hier nochmal die vollständige Trasse des Schönen-Hang-Lifts...
Ich brauch mal wieder so eine richtig aufregende LSAP-Erkundung mit leeren Schneisen, alten Stationen und am besten noch Stützenresten im Wald. Aber wenn der Schnee geschmolzen sein wird, geht es wieder los...
Am späten Nachmittag.
Nochmal den Almlift besucht.
Zoom in Richtung LSAP-Bergstation Neue Welt.
Almlift-Feeling...
Neustation vs. Alt...
Spätnachmittagsfahrt in der DSB.
Vor Betriebsschluss nochmal am Uraltschlepper...
Zoom zur Tiroler Zugspitzbahn.
Zwei Wochen Urlaub hier und man freut sich wieder auf sein spießiges Reihenhäusl...
Nun – ich hatte noch in letzter Minute die 6KSB erwischt und gab mir noch eine letzte Auffahrt in der Dämmerung. Dabei fiel mir auch noch eine Schneise links im Wald im oberen Bereich auf, die schon recht zugewachsen ist. (Ich tippe auf Stromleitung oder MSB.)
Letzter Zoom vom Parkplatz auf die flache Trasse der 6KSB. (Also war da früher nun ein SL gleich links davon?)
Ich hatte mal wieder ein schönes Schigebiet „entdeckt“ - vor allem natürlich die beiden Diesel-Schlepper ganz oben sind total urig und zusammen mit dem Uraltgittermastler „Schöner Hang“ sowie der Girak-DSB ergeben sie ein wirklich nettes Retroareal.
Mit vielen Fotos im Gepäck und ohne Stau in Oberau ging es wieder in die bayrische Landeshauptstadt zurück.