Bereits 1928 entstanden bei der Firma AEG Berlin erste Ideen und Konzepte zum Projekt Kaprun-Großglockner. Diese wurden aber wieder aus finaziellen Gründen verworfen, und erst 1938 durch die Nazis erneut aufgegriffen. Zuerst mußten jedoch Gesteinproben genommen und analysiert werden, und das markante Gelände vermessen werden. Danach begann man infrastrukturelle Maßnahmen, wie das Errichten von Straßen, Brücken, Tunnels, Häuser und Baracken, vorzunehmen, was jedoch mit den Wirren des Krieges, 1943 scheiterte, da die Zwangsarbeiter anderwo benötigt wurden. Nach dem der Krieg vorüber war, wurde 1947, mit Hilfe des Europäischen-Wiederaufbau-Programms, das Projekt fortgesetzt und am am 24.September 1955 konnte dann feierlich die Eröffnung von Statten gehn. Damit hatte Österreich einen Meilenstein für sich und seine Bevölkerung gelegt, und es geht auch in Zukunft spektakulär weiter!!
Die Speicherkraftwerksgruppe Kaprun verfügt über eine Leistung von 330 MW zur Stromerzeugung, und 130 MW für den Pumpbetrieb!! Das Wasser, das in den Kraftwerken verarbeitet wird, ist großteils Schmelzwasser der Pasterze, welches im Stausee Margaritze ( Nutzinhalt 3,2 Mio. Kubikmeter ) gesammelt wird. Dieses wird danach durch den 11,6 km langen Möll-Überleitungsstollen weiter zum Stausee Mooserboden ( 84,9 Mio. Kubikmeter )geleitet. Es durchdunnelt damit die Wasserscheide des Alpenhauptkammen zwischen der Drau und der Salzach. Nach der Nutzung wird das Wasser im darunterliegenden Stausee Wasserfallboden ( 81,2 Mio. Kubikmeter ) wieder gespeichert und nochmals in der Hauptstufe verarbeitet. Außerdem gibt es ein noch einen kleinen Speicher, namens Klammsee, dessen Kraftwerk für die Eigenbedarfsversorung der Kraftwerksgruppe zuständig ist.
Zur Zeit wird am neuen Kraftwerk Limberg II gebaut, dessen Fertigstellung im Jahr 2012 sein wird, und eine sehr große Meisterleistung darstellen wird, da der gesamte Komplex in unterirdisch in Kavernen untergebracht ist!!
Nach Abschluß der Arbeiten wird sich die installierte Leistung sowohl zur Stromerzeugung, als auch für den Pumpbetrieb um 450 MW erhöhen!! Damit werden die Anlagen in der Lage zu sein 10% des österreichischen Strombedarfs zu Verbrauchspitzenzeiten zu decken und somit ein verläßlicher Partner auf dem Strommarkt zu sein.
Oberstufe Limberg:
Das Krafthaus Limberg steht direkt am Fuße der Limbergsperre und benutzt das Wasser aus dem Stausee Mooserboden zur Erzeugung von elektrischem Strom. Im Pumpbetrieb wird Wasser vom Stausee Wasserfallboden in den Stausee Mooserboden gepumpt.
Kraftwerkstyp: Pumpspeicherwerk
Regelarbeitsvermögen: 166,1 Mio. kWh
Max. Leistung: 112.800 kW
Maschinensätze: 2 mit horizontaler Welle
Turbinen: Francis-Turbinen
Mittlere Rohfallhöhe: 365 m
Durchfluss: 36 m³/s
Speicherpumpen: 2 Radialpumpen
Inbetriebnahme: 1954/1955
Limberg II ( in Bau )
Das Pumpspeicherkraftwerk Limberg II wird seit 2007 parallel zum bestehendem Kraftwerk Limberg errichtet.
Kraftwerkstyp: Pumpspeicherwerk
Max. Leistung Turbinenbetrieb: 480.000 kW
Max. Leistung Pumpbetrieb: 480.000 kW
Maschinensätze: 2 Pumptubinen mit vertikaler Welle und Motorgenerator
Mittlere Rohfallhöhe: 365 m
Durchfluss: 144 m³/s
Inbetriebnahme: 2011/2012
Hauptstufe
Kraftwerkstyp: Speicherkraftwerk
Regelarbeitsvermögen: 499,0 Mio. kWh
Max. Leistung: 220.000 kW
Maschinensätze: 4 mit horizontaler Welle
Turbinen: Doppel-Pelton-Turbinen
Mittlere Rohfallhöhe: 858 m
Ausbaudurchfluss: 32,5 m³/s
Inbetriebnahme: 1952
Kraftwerk Klammsee
Kraftwerkstyp: Laufkraftwerk
Regelarbeitsvermögen: 3,4 Mio. kWh
Max. Leistung: 500 kW
Maschinensätze: 2 mit horizontaler Welle
Turbinen: Francis-Spiralturbinen
Mittlere Rohfallhöhe: 65 m
Durchfluss: 1 m³/s
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Nun kommen wir noch zum Highlight, dem Lärchenwand Schrägaufzug, der 1952 in Betrieb ging. Auf einer Länge von 820 Metern bewältigt er 431 Höhenmeter und ist somit der größte Schrägaufzug in Europa!! Er besitzt eine 8200 Millimeter große Spurbreite und kann bis zu 141 Personen befördern! Die Talstation liegt auf 1.209 m, die Bergstation auf 1.640m. Maximale Neigung von 82 % und eine Fahrgeschwindigkeit von 3m/s
Ein geiles Gefühl mit dem Teil da hoch zu fahren, wow!!
Außerdem gibt es noch die Seilbahn "Heidnische Kirche", eine nicht öffentliche Pendelbahn!
Anfahrt:
Salzburg - Bischofshofen - Zell am See - Kaprun in 2 Stunden
Wetter:
Kaiserwetter, leichter Dunst
Temperatur:
ca. 14 Grad
Offene Anlagen:
Lärchenwand Schrägaufzug
Pendelbahn Heidnische Kirche ( nicht öffentlich )
Geschlossene Anlagen:
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Offene Hütten und Berggasthöfe:
Alpengasthof Kesselfall
Bergrestaurant Mooserboden
Kiosk Mooserboden
Fürthermoar Alm
Heinrich-Schweiger-Haus ( DAV )
Fritz-Moravec-Hochgebirgsschule ( Anmeldung erforderlich !! )
Geschlossene Hütten und Berggasthöfe:
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Fazit:
6 von 6 Punkten
Für mich einer der erlebnisreichsten Tage 2008. Allein schon der Schrägaufzug ist der Wahnsinn
Dann noch die ganzen Gletscher hier oben... früher muß das noch spektakulärer ausgesehn haben, aber egal.... 1A