Es hatte Sonnenschein gemeldet, das winterliche Osterwetter war verschwunden, mein Vater fand endlich Zeit, den schon seit geraumer Zeit anvisierten Schiausflug zur Zugspitze zu unternehmen, Urlaubstage hab ich sowieso noch palettenweise übrig und so gab es letzte Woche kein Halten mehr...
Statt wie üblich von München war diesmal das Ostallgäu mein Startpunkt auf den Weg in die Berge – bereits der 6-Uhr-Blick aus dem Dachfenster ließ die Vorfreude ansteigen. Wie immer fällt das Aufstehen an solchen Tagen, an denen man nicht zu den Aktenbergen in Büro muss, erheblich leichter.
Durch den Voralpenlandfrühling hindurch fuhren wir kurze Zeit später den noch überaus schneebedeckten Bergen entgegen. Leider ist der Saisonabschluss ja nun eingetreten und ich werde mich das ganze Jahr wieder auf jene Zeit von März bis Mitte April freuen, wenn das Glatteis und die Schneeverwehungen, die frühe Dunkelheit sowie die betonharten Kunstschneepisten erst einmal überwunden sind. (Und wenn man auch seine Mittags-Halben in der Sonne draußen ohne Jacke genießen kann
Auf der Strecke über die B17 und B23 hinunter nach GAP gibt es für den interessierten Beifahrer liftetechnisch leider nicht viel zu sehen – lediglich die immer noch da stehende Talstation des linken Schleppers am Schnaidberg bei Schongau zeugt von derartiger Infrastruktur. Aber dort ist ja außer einer mittlerweile total verwachsenen Schneise leider nichts mehr zu sehen. Erinnerungen an jenen Apriltag anno 2007 kamen auf, als ich dort herumstiefelte und vergeblich nach Fundamentresten suchte....
„Da hat's doch mal einen Schlepper gegeben!“, schreckte mich eine Bemerkung meines Vaters aus den Gedanken auf.
Da bei der Eibseeseilbahn Revisionsarbeiten vorgenommen wurden, ging es diesmal mit der Zahnradbahn hinauf – wir hatten gerade noch einen Zug erwischt. So kam ich wenigstens auch mal in den Genuss einer Fahrt mit dieser interessanten Bahn, die ja bereits 1930 fertiggestellt worden ist – eine wirklich phänomenale Leistung für die Zeit damals. Bisher war ich nur einmal zwischen Garmisch-Bahnhof und der Station Eibsee mit der Zahnradbahn gefahren und nun eben vom Eibsee durch den Tunnel bis ganz hinauf...
Die Eibseeseilbahnstütze tauchte hinter dem Bäumen hervor – ein stählerner Riese, der ebenfalls von einer lediglich rund dreißig Jahre nach der Eröffnung der Zahnradbahn aufgestellten technischen Meisterleistung zeugt.
Etwas oberhalb lag noch eine ordentliche Schneedecke. Nun – für eine Abfahrt von der letzten Station vor dem Tunnel – Riffelriß – bis zum Eibsee hinunter langte es freilich nicht mehr. Früher soll es ja im Berg drinnen („Tunnelfenster“) einen Haltepunkt gegeben haben, von welchem aus eine steile Abfahrt hinunter führte.
Die Tunnelfahrt zog sich endlos hin und so war ich froh, endlich wieder in der Sonne draußen zu sein. Für meinen Vater war es der allererste Besuch hier oben.
Wir genossen erst mal ein bisserl die Aussicht und die wärmenden Sonnenstrahlen, ehe es an die erste Abfahrt ging.
Die führte uns zu jenem Uralt-Schlepper „Weißes Tal“, der ggf. sogar noch aus den 50ern sein müsste. Früher sicherlich mit kurzen Holzbügeln... (gibt’s übrigens noch am Teisenberglift und auch der in Beuerberg müsste noch welche haben).
Blick zurück auf die Abfahrt. In der Früh hatte es noch beste Bedingungen auf der Piste – später wurde der Schnee natürlich weich und am Nachmittag blieben wir lieber an den Wetterwandeckliften oder dem Doppelschlepper oberhalb der Gletschbahnstation. In der Bildmitte müsste früher der Sonnenkarlift verlaufen sein, dessen Talstation ja noch herumsteht.
Oben angekommen schweifte der Blick erst mal wieder über das sagenhafte Panorama hier oben. (Hier mit „Zoom“
Und auch ein Zoom in die andere Richtung – die LSAP-Ruine der stillgelegten Gletscherseelifte, denen man das Förderseil schon abgenommen hatte. 2010 bin ich die noch gefahren.
Ohne Worte...
Nun musste ich aber wieder weiter, meinen Vater wieder einholen...
Hier kommt wohl bald eine KSB weiter links hoch – bei den Wetterwandeckliften fanden wir den ganzen Tag über gute Bedingungen vor. Anstehen war im Übrigen an jenem Tag bei den Schiliften ein absolutes Fremdwort.
Na gut – ein, zwei Bügel vielleicht mal...
Premierenfahrt zum Brunntallift hinunter, der bei meinem einzigen bisherigen Schitag hier oben im November/ Dezember 2010 außer Betrieb war.
Ach, das hatte sich wirklich gelohnt, an jenem 26.04.2012....
Wurde, glaube ich, 1984 als Neuerschließung gebaut...
Wieder oben angekommen, in der Bildmitte die LSAP-Talstation vom alten Sonnenkarlift.
Auf zur KSB!
Es war einmal eine Doppelschleppliftanlage...
Nun galt es, mal wirklich auf einem Gletscher Schi zu fahren...
Stimmt leider vor allem ein Lift nicht mehr
Die Bügel sind hier nicht zum Anfassen da, wie das Schild einem gebietet
Immer wieder geht der Blick zum LSAP-Schlepper hinüber. Ganz automatisch....
Die linke Abfahrt war total super und sogar mein Vater ließ es hier krachen.
Ich fotografiere Schilder irgendwie immer recht gern.
Stimmt es, dass der Wetterwandeck-Ausstieg früher ganz oben war? Immerhin hat's da auch noch ein Liftlerhäusl. Wahnsinn, wie der Gletscher da weggeschmolzen ist...
Gibt es in einem Jahr wohl nicht mehr...
Ein besseres Objektiv und das hätte eine sehr schönes Bild mit den Stützen gegeben...
Wir ergatterten noch einen freien Platz – später wurde es hier voller. Nach dem Essen frischte der Wind zuweilen unangenehm auf und so tranken wir aus, um mit der Gipfelbahn zur Aussichtsplattform auf der Zugspitze hinaufzufahren.
Die Alpendohlen lauerten die ganze Zeit über und einmal ließen welche Essensreste auf ihrem Teller zurück – wie die Schmeißfliegen stürzten sich die schwarzen Kerle darauf. Später wurde jemand von einem Vogel beklaut, obwohl er am Tisch saß und sich nur kurz einmal nach der Tasche am Boden gebückt hatte. Ich musste dann auch lachen, als bei der Rückkehr vom Gipfel eine Clique Alpendohlen hier vorbei flog, von denen jeder ein Pommes im Schnabel hielt.
Den klaut hier oben bestimmt keiner.
Im Hintergrund Stützen der Bauseilbahn am Wetterwandecklift. Mehr „Baustellenbilder“ gibt es im Neuigkeitenforum.
Das übliche Geknipse am Gipfel oben...
Wetterwandecklift komplett...
Am Wank hätte man auch noch Schifahren können. Die Bahn lief sogar. Aber die Schlepper waren außer Betrieb
Ammerseezoom...
Links am Rand der Peißenberg, wo es auch mal einen Schlepper gab, dessen aufgelassene Talstation von einem alten Stinkstiefel bewacht wird, wie ich bei einer Begehung von einem Jahr feststellen musste.
Beim Rundgang noch gefunden...
Wäre auch noch was für den Berichtsanfang gewesen...
Es ging wieder zurück und diesmal erwischten wir gleich eine Bahn, nachdem wir auf dem Hinaufweg ewig hatten waren müssen. (Abfahrt nur zu bestimmten Uhrzeiten leider...)
Fensterplatz ergattert....
Der alte Schneefernerkopfschlepper muss da mitten an der steilen Flanke links hinaufgegangen sein. Aber noch besser muss natürlich die DSB gewesen sein.
Wir beschlossen, noch ein paar gemütliche Abfahrten zu unternehmen. Mein Vater war von seinem ersten Zugspitzbesuch natürlich begeistert – den Blick von oben muss man einfach mal genossen haben. Aber auch das Schigebiet ist ja – vor allem für bayrische Verhältnisse – recht schön.
Man beachte den hohen Seilabstand des Wetterwandecklifts im Hintergrund...
Und eben zu jenem Lift fuhren wir nun noch einmal...
Gegen halb vier Uhr beschlossen wir jedoch, den herrlichen Schitag zu beenden. Als wir auf den Schiern an der Gletscherbahnstation eintrafen, waren gerade etliche Ausflüger ohne Wintersportausrüstung unterwegs, die begeistert Fotos schossen und wie wir den herrlichen Ausblick genossen. Eine Asiatin kam auf meinen Vater zugelaufen und wollte unbedingt von ihrem Mann (hatte auch ne Nikon) zusammen mit den Kindern neben einem Schifahrer abgelichtet werden. Wahrscheinlich der allererste Kontakt mit Schnee, denn die Kinder bekamen vom nassen Weiß gar nicht genug und auch die Eltern bewarfen sich kichernd mit Schneebällen, als wir schließlich zur Station liefen.
Gut gelaunt ob der tollen Stunden rumpelten wir in der Zahnradbahn zusammen mit einer Gruppe Japaner dem Tal entgegen, wo uns die sommerliche Hitze in Beschlag nahm. Froh, nicht wie sonst selbst fahren zu müssen, nahm ich auf dem Beifahrersitz Platz und hatte bereits nach Oberammergau Schlaf gefunden...


