11.02.2012: Herzogstand - Dem Trend gefolgt
Das Kleinskigebiet Herzogstand bei Kochel am See ist längst so eine Art bekannter Geheimtip. Auf der Rückfahrt aus dem schönen Leutaschtal nach Bochum wollte auch ich dort die letzten Skistunden des Urlaubs verbringen und dabei dem kleinen Hype um dieses kleine Gebiet auf den Zahn fühlen, bzw. mich in die Liste derjenigen eintragen, die noch in ein solches Gebiet fahren
^Anders als beim Titelbild, welches nach Beendigung des zweistündigen Intermezzos entstand, präsentierte sich das Wetter bei der morgendlichen Ankunft am Parkplatz nicht von seiner besten Seite.^
^Bei der Auffahrt teilte man sich die Gondel mit einem Pärchen älteren Semesters, die ebenfalls zum ersten Mal zum Skifahren am Herzogstand waren und einer Gruppe Jugendlicher. Letztere beratschlagte mithilfe einer hochmodernen Apparatur, mit der man eventuell auch noch mobil telefonieren kann, darüber, wie und wo sie wenig später am 'coolsten' durch die Walachei abfahren könnten.^
^Ehem. Bergstation des Vorgänger-ESL der Hölzl-PB von 1994.^
^Zunächst herschte leichte Verwirrung, wie man denn nun von hier in das eigentlich "Skigebiet" gelangen sollte. Der Liftler war direkt in seiner Hütte verschwunden, die coolen Boarder waren nach wie vor mit ihrem Allzweckknochen beschäftigt und beiden Alten dachten vermutlich sie seien falsch ausgestiegen. Glücklicherweise erinnerte ich mich an Fotos der üblichen Verdächtigen und fand schnell den Weg. Eine Beschilderung gibt es auch, ich empfand sie allerdings nicht als ganz eindeutig
^Nach wenigen Metern über den ausgegrabenen und vereisten Weg, gesellte sich zur winterlichen Ruhe ein angenehmer Lärm, wie er nur vom Antrieb des Fahrenberglifts stammen konnte
^Totpunktausstieg
^Um über die präparierte Piste nach dort unten zu gelangen, ...^
^...wählt man eine dieser beiden kurzen Varianten am Grat entlang. Skifahrerisch bis zur Hütte vorne nicht so berauschend.^
^Auch der Rest der Piste bis zur SL Talstation hat mich nicht überzeugt. Es gibt zwei kurze Steilstücke, die wiederum durch eine flache Querverbindung unterbrochen werden. Vom freien Glände lass ich die Finger, Abfahrmöglichkeiten gibt es dort aber.^
^Das, was mir die Piste an Unterhaltung nicht bieten konnte, machte der SL locker wieder wett. Die Wiederholungsfahrten habe ich nicht gezählt, den Muskelkater vom Pobacken- und auf dem letzten Meter Oberschenkel-Zusammenkneifen spürte ich aber noch Tage danach. Der Lift ist derart brutal steil, man muss ihn gefahren sein! Da macht es auch fast keinen Unterschied, ob man einen der wenigen Teller abbekommt (so etwa jeder Siebte?) oder sich an die Königsdisziplin 'alleine im Kurzbügel' ranwagt.^
^Unten gehts noch recht gemütlich zu.^
^Nach dieser putzigen Ministütze, die wie unzählige andere gut in meinen imaginären Garten passen würden, legt der Lift dann ordentlich zu.^
^Auf dem letzten Meter vor der DM-Stütze trennt sich dei Spreu vom Weizen! Ich konnte machen was ich wollte, den Bügel hatte ich bei der Stützendurchfahrt maximal in der Kniekehle. Bei meinen 1,96m sah das sicher 'interessant' aus
^Der Liftler hilft am Totpunktausstieg, anders wäre das auch garnicht möglich.^
^Ist sicher 10mal steiler, als es ausschaut.^
^Auf der Abfahrt im ersten Steilstück. Unten links liegt die Talstation, geradeaus ist eine der beiden Möglichkeiten, um zur Talabfahrt zu gelangen.^
^Bevor es zur finalen Abfahrt des Urlaubes ging, gab es in der Hütte den besten Kaiserschmarrn der Saison. Dort, wie auch im gesamten Gebiet, waren sehr viele Tourengeher unterwegs. Was dann optisch nach vielen Gästen ausschaut, dürfte sich am Ende des Tages in den Kassen der Betreiber kaum wiederfinden lassen.^
^Trasse und Bergstation des Fahrenberglifts.^
^Schön, bei den Stützen mal optisch etwas Abwechslung zu haben!^
^Irgendwann wurde es dann Zeit für die Talabfahrt. Ich wählte die obere Zufahrt, bei der auch der SL gekreuzt wird. Alternativ fährt man an der SL Talstation vorbei, das sah mir aber nach Geschiebe aus.^
^Bevor beide Zufahrten wieder zusammenführen, kommt dieses knackige Steilstück. Ein leider zu kurzes Vergnügen.^
^Die Talabfahrt selbst ist dann mal abwechslungsreich, mal langweilig, mal loipenartig, etwa in dieser Reihenfolge
^Hier ist eines der besseren Stücke.^
^Hin und wieder gibt es bei den längeren Flachstücken Umfahrungen. Da bei dieser auf den Schildern aber vor Drachen, Dämonen und dem Happy-Schleppi gewarnt wurde, blieb ich lieber auf der 'Loipe'.^
^Auf der 'Loipe', welche der verschneite Winterwald aber schnell vergessen machte.^
^Je weiter ich ins Tal fuhr, desto dicker eingeschneit waren die Bäume.^
^Kurz vor dem Ende der Abfahrt kommt der Walchensee ins Blickfeld. Ich verharrte dort einige Momente und genoss die schöne Aussicht...^
^Ganz zum Schluss fährt man über Stock und Stein
^Von hier geht es mit dem Skibus (VW Bully der Bergbahnen) zurück zur Talstation der PB. Skifahrerisch hat mich der Herzogstand enttäuscht. Die verschneite Stimmung bei der Talabfahrt, der Kaiserschmarrn und natürlich der Fahrenberglift haben aber dafür gesorgt, dass ich den kurzen Zwischenstop dort nicht bereut habe. Wer vom KSB-Wahnsinn mal eine Abwechslung braucht und lifttechnisch 'back to the roots' möchte, ist an diesem SL jedenfalls genau richtig