




Praxmar – irgendwo ganz am Ende in einem Seitental hinter Sellrain gelegen – war mir Ortsfremden nur deswegen aufgefallen, weil dort in einem meiner 70er-Jahre Schibücher noch zwei Lifte eingezeichnet sind. Als ich im April 2011 nach Kühtai fuhr und nach alten Schipanoramen aus jenem Gebiet suchte, stolperte ich gewissermaßen über eine entsprechende Seite mit diversen Liften in und um Sellrain. Zwischenzeitlich war das Ganze wieder in Vergessenheit geraten, doch neulich dachte ich wieder daran. Am 16.06.2012 fand sich nach Besuchen am Glungezer-ESL und einer kleinen Wandertour an der Mutterer Alm noch genügend Zeit, einen Abstecher nach dort hinten in jenes Seitental vorzunehmen.

Irgendwie hatte ich mir mal wieder anscheinend die falsche Route herausgesucht – vielleicht sollte ich mir wirklich mal ein Navi beschaffen. Ich hatte an jenem sommerlich-heißen Nachmittag Götzens und Axams durchquert und kam in einem der beiden Orte in den Genuss einer angenehmen Erfrischung, denn vor mir fuhr einer mit einem Wassertank herum und ließ das kühle Nass die Straßen hinunterlaufen. Doch kurz danach erreichte ich Grinzens und die Abkühlung war längst dahin. Dafür entdeckte ich noch diesen Dorflift und konnte trotz enger Straße eine kleine Parkbucht ansteuern, um die Kamera aus dem Kofferraum hervorzuholen...

Nur ein kurzer, alter Lift, aber trotzdem ganz nett.


Nach diesem Zoom ging es wieder weiter – der Weg führte mich über engste Fahrbahnen, um den ganzen Berg herum und schließlich in das Tal hinab, wo ich auf die Straße in Richtung Kühtai traf.
In Sellrain – vorbei am dortigen Dorfschlepper – ging es dann nach links in ein weiteres Seitental in Richtung Praxmar hinein. Nun stieg die Spannung über das, was ich dort vorfinden würde. Im Internet hatte ich bislang keine Fotos von den Liften gefunden und lt. Googleearth standen sie noch. Zusammen mit der Vorfreude machte sich aber auch ein wenig Entspannung breit. Die Hitze hatte dank einiger Wolkenfelder nachgelassen und die Straße war trotz dieser Abgelegenheit meines Ziels recht gut ausgebaut. So tuckerte ich immer weiter in jenes Tal hinein, die zunehmende Idylle genießend, ganz weit weg von München...

Irgendwann erreichte ich den (kostenpflichtigen...) Parkplatz in dem kleinen Dorf Praxmar und war auch ohne Liftsichtung sofort hellauf begeistert. Keine der üblichen Hotelgroßbauten, sondern einfach nur eine kleine Ansammlung von Bauernhöfen und Feriengästehausern, dazu die erhöhte Lage in diesem hinteren Talwinkel mit Blick auf die noch schneebedeckten Gipfel...



Dann ein Dämpfer – der lange Schlepper stand nicht mehr. Der wäre wirklich ein Grund gewesen, einmal im Winter hier her zurückzukehren. Zumal es sich lt. den Überresten um einen besonders urigen Lift gehandelt haben muss. Aber wenigstens stand der andere, wenn auch kürzere Lift direkt bei den Bauernhöfen hinter mir noch. Zuerst wollte ich jedoch einmal zur LSAP-Talstation aufsteigen. Die Sonne blieb nun hinter den Wolken und ich genoss die frische Luft auf 1.700 Höhenmetern. In einem Gasthaus im Ort herrsche Sparflammenbetrieb und außer mir sah ich hier draußen keinen anderen Menschen herumlaufen. Ideale Spanner-Bedingungen also

Unterwegs zur LSAP-Besichtigung...



Da ging der lange Kurzbügler mal hinauf....



Ein paar Holzbügel hängen noch an die Wand genagelt herum. Na – der Betreiber vom Teisenberglift an der A8 könnte sie bestimmt gebrauchen...

Blick auf die Innenstadt von Praxmar – links geht der andere, noch bestehende Schlepper hinauf.



Dieser Lift - noch vmtl. dazu mit Dieselantrieb – das wäre hier ein genialer Wintertag geworden....

Kleine Liftknipspause zwischendrin...

Die Holzbügel und die Überreste der Talstation waren wenigstens ein dickes Trostpflaster dafür, diesen 1A-Schlepper verpasst zu haben.



RIP alter Lift...


Nachmittagsstimmung beim Trassenaufstieg. Ich war aber unschlüssig, ob ich bis zur ehem. Bergstation hinauflaufen sollte. Erst mal bis zum Ende des ersten Hangabschnitts wenigstens.

Blick zurück auf Praxmar und die Talstation.


Hier kam er herauf – Fundamente gibt es keine mehr.

Die restliche Trasse – nix mehr zu sehen.


Zoom – am Geländeverlauf hatte sich noch irgendwie die alte Schleppspur abgezeichnet. Aber oben scheint wirklich nichts mehr zu stehen. So entschied ich mich, umzukehren.

Weiter drüben steht im Nirgendwo noch eine Hütte.

Ich stieg wieder ab und steuerte auf den anderen Schlepper in Praxmar zu.


Ein kurzer Lift, aber der wäre eine nette Ergänzung des langen LSAP-Schleppers gewesen. Ob ich im Winter mal allein wegen dem hier bis Praxmar kurven werde – eher nicht.


Ich hatte Glück – ein Wanderweg führte genau zwischen dem Lift und unterhalb des Ausstiegs vorbei. Doch im Ort schien eh niemand da zu sein, der mich hätte von seinem Acker verjagen können.



Immerhin kein ein flacher 0815-Wiesenlift.

Blick vom Ausstieg aus.


Ich wollte schon umkehren, doch dann kraxelte ich doch noch zur Umlenkstation hinauf und wurde mit ein paar guten Motiven belohnt.

Die Sonne kämpfte sich mal wieder durch...


War der Lift etwa mal blau??


Dann tat sich endlich mal was in und um Praxmar – ein Reh floh über die Wiese.



Blick aufs LSAP-Gelände. Links zwischen der Lücke bei den Bäumen ging der Lift bis etwa zum ersten Schneeflecken hinauf. Ein schöner Hang sicherlich...

Abstieg zur Talstation, die ich jetzt im Sonnenlicht knipsen konnte


Ein letztes Liftbild – hocherfeut lief ich in den Ort hinunter, um im Gasthof noch was zu trinken. Erst die ESL-Fahrt am Glungezer, dann die LSAP-Besichtigung in Mutters und jetzt dieses kleine Paradies am Ende des Tals...


Hier genoss ich noch eine Cola vor der langen Heimfahrt nach München.


Dass das noch keine Gutmenschen auf den Plan gerufen hat! Aber anscheinend haben die es noch nicht bis Praxmar geschafft...

Auf dem Rückweg zum Auto doch noch ein Liftbild...

Schöne Abendstimmung in den Bergen, die ich nun leider wieder verlassen musste.


Am Ortseingang machte ich noch einmal Halt, um zu knipsen. Hier begann ich vor mich hinzuträumen und stellte mir ein Sommerschigebiet dort hinten vor – Auffahrt mit einem alten ESL, oben dann noch zwei Uralt-Schlepper, einer davon natürlich von Leitner....

Es war gut, während des Träumens nicht herumzulaufen - direkt neben dem Straßenrand ging es ganz gut runter...


Weiter vorne noch ein paar Bilder aus dem Auto heraus, um diese wirklich angenehme Abendstimmung in Praxmar einzufangen.



Blick durch die Frontscheibe.

An Holzbügel und das schöne Praxmar denkend, kurvte ich bis Sellrain, Innsbruck und Zirl, um über den gleichnamigen Berg dort wieder zurück nach Hause zu gelangen.