



München-Verditz-München an einem Tag – für zwei alte ESL, eine DSB mit den urigen Seitenschließbügel-Sitzen und einer Schleppliftruine im Wald ist es sicherlich wert, eine solche Ochsentour zu unternehmen. Es war ja schließlich allein schon in jenem urigen Nostalschigebiet alles dabei, was man braucht. Kombiniert mit einer Besichtigung eines alten Stemag-Schleppers am Rande der Autobahn nach dem Tauerntunnel und einer fantastischen LSAP-Wanderung beim ESL Tschiernock ergab sich somit nochmals zweifellos einer der Höhepunkte der 2011er Wandersaison.

Nun – diesmal musste ich um fünf Uhr aufstehen, was aber bei bevorstehenden Schi- oder Wandertouren erheblich leichter fällt, als zwei Stunden später unter der Woche vor einem 8-10 Stunden langen Büroarbeitstag.
Hier gleich der erste Schnappschuss in Richtung Hochfelln – leider hatte ich vergessen, den ISO-Wert auf einen dreistelligen Wert runterzufahren. Doch glücklicherweise merkte ich das etwas später, sodass ich mir dadurch nicht den ganzen Tag versaute. Übrigens – im Winter ist dort oben ein urgemütliches Schigebiet beheimatet, das man total weiterempfehlen kann. Die Abfahrt an der 2. Sektion der PB zur Mittelstation runter ist ein wahrer Genuss – und würden der ESL Steinbergalm und der Südhanglift noch laufen, wäre das der absolute... na, anstatt weiter zu träumen kaufte ich mir lieber ein Pickerl und schaute, dass ich weiterkam. Der Familienpapi im Cayenne, der vorm Inntaldreieck noch lichthupend Slalom zwischen den nur 160 km/ h schnellen PKW gefahren war, befand sich samt Frau und zweier kleiner Kinder ebenfalls am Parkplatz. Ich schüttelte den Kopf – riskiert mit Kind und Kegel im Auto den Hals für nichts und wieder nichts!

Bevor es weiter in Richtung Österreich ging, noch zwei Schnappschüsse...


Die Hinfahrt ging recht flott – vor allem auf der Tauernautobahn war fast nichts los. Ein wenig ärgerte es mich, dass man hinter Salzburg ewig nur mit 100 dahinkriechen muss – offenbar reichen der Republik Östterreich die Einnahmen aus dem Vignettenverkauf und der Zusatzmaut am Tauerntunnel nicht aus – da muss man noch solche Sachen bringen, denn natürlich blitzten sie dort.
Die Strecke von der Ausfahrt zum Millstätter See bis Afritz „hinter“ zieht sich, weil viele Ortsdurchfahrten und Fahrzeuge das Weiterkommen erschweren. Aber ich hatte Glück, denn in einem Dorf war anscheinend ein Volksfest am Gange und wegen eines Umzuges sollte offenbar gleich die Straße gesperrt werden. Die Polizei war bereits aufmarschiert und ich war erleichtert, noch so durchzukommen.

Talstation der 1. Sektion – 1966 von de Pretis gebaut und 1.000 Meter lang. Hier war recht viel los, weil die Bahn eine Sommerrodelstrecke erschließt. Um zu ihr zu gelangen, musste man an der Zwischenstation aussteigen, während die Wanderer sitzen bleiben konnten. Oben sollte ich dann die 2. und die 3. Sektion für mich allein haben.


Blick zurück – hinter mir schrien sich zwei Buben die Lunge aus dem Hals, aber nach der zweiten Stütze gaben sie auf einmal eine Ruh' (aber ich hab doch in die Luft gezielt...) und an der Zwischenstation stiegen sie wie all die anderen eh aus, um mit dem Rodel ins Tal zu jagen...


Seltsame Stützenkonstruktion...


Die Zwischenstation mit BLAUEN STÜTZEN – so was hatte ich noch nie gesehen.

Nun war ich ganz allein im Lift

Die Bergstation ist schnell erreicht – ich hätte die Länge aber auf 1.200 Meter geschätzt. Lt. Liftworld eben 1.000 m. Ich finde es immer recht schwer, die Längenwerte einigermaßen genau einzuordnen. Da lag ich schon oft grob daneben.



Das Ende der 1. Sektion und vom Anfang der 2. Sektion war hier nichts zu sehen – da muss man erst in bisserl laufen. Im Winter fahren darum bestimmt einige mit dem Auto rauf, oder? Mich erinnerte der Aufbau des Schigebiets eh stark an das Kellerjoch, wo auch 3 Sektionen raufgehen und ebenfalls auf 2 ESL eine DSB folgt. Allerdings haben die dort ja die 1. Sektion wohl stillgelegt, wie im Forum behauptet worden ist. (Schade, die war sehr interessant zu fahren – an Häusern und über Gärten rüber...) Außerdem gibt es am Kellerjoch keine Schlepperruine mehr zu sehen, denn vom dortigen LSAP-Lift an neben dem kleinen Kurzbügler ist nur noch eine Waldschneise übrig...

Pistenplan – der Schleppift V steht noch verrostet im Wald und vom IV er dürfte nur noch das Häusl der Talstation übrig sein. (Letzteren hab ich gar nicht näher angeschaut, da er ja nur über eine Bergwiese raufgegangen ist. Zum Ver Lift gibt weiter unten im Bericht dann noch „ein paar“ der üblichen LSAP-Aufnahmen.)

SL II – offenbar der noch bestehende Seillift...

Zoom zur 2. Sektion. 1,2 km lang und 1968 erbaut. Hersteller dePretis wie die Ier und die IIIer auch.



Kein Mensch außer mit und dem Liftler...

Im Lift, der erst flach über eine Almwiese geht und dann in den Wald vorbei an einzelnen Häusern hinaufführt.

23 Jahre zuvor

Über fremdem Grund und Boden.





Irgendwie kam mit der Berg ziemlich verbaut vor – überall tauchen einzelne Häuser auf.

Das letzte Stück – nach dem Wald oben endet die 2. Sektion und links sieht man offenbar die Schiabfahrt. Das Gebiet ist für die kommende Schi-Saison eine absolutes Muss!

]Oben angekommen.
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Ein ESL nur für mich – die lange Anfahrt hatte sich gelohnt!


Wechsel von ESL auf DSB


2.065 m lang ist diese Bahn – 1978 von de Pretis errichtet.

Erst mal geht’s flach durch den Bergwald.


Zoom auf die Trasse – ganz oben gibt es eine steile Waldschneise, ehe es dann zur Bergstation geht.



Die Schiabfahrt. Hoffentlich klappt das 2011/12.

Blick von der Zustiegsstelle – Bilder hiervon folgen bei der Talfahrt – zum Steilstück.




Oben gibt es einen 1A-Blick – hier sieht man den See bei Afritz.

Urige Schilder find' ich immer gut fürs Fotoalbum...



Diese alten Sessel sind einfach total urig – jetzt gibt es sie fast gar nicht mehr...




]Blick zurück zur Umlenkstation.

Keine Menschenseele hielt sich hier oben auf. Ich suchte mir einen schönen Platz für's Brotzeitmachen.


Bei diesen Steinen ließ ich mich dann nieder.

Die gute Aussicht genießend, aß ich meine Wurstbrote und ließ die Seele baumeln. Ein Bier hätte noch gut gepasst, doch ich musste ja noch ein kleines bisserl Auto fahren an jenem Tag...

Zoom


Welcher Berg? Müsste das LSAP Dobratsch bei Villach sein – lt. Googleearth muss es dort recht lange Schlepper durch Waldschneisen gegeben haben. Oben stand früher, glaube ich, auch noch ein ESL. Na – vielleicht 2012 mal....

Hier kann man eine Schneise und eine Abfahrt im LSAP Dobratsch erahnen....

So kann man eine Brotzeit doppelt genießen und den täglichen Büroquatsch mal vergessen...

Zurück an der DSB.

nochmal die andere Seite besucht...



Zurück ins Tal.

Im Waldschatten sieht man sogar die Talstation.

Fotospielchen im Lift...


]Die Zwischenstation fürs Frühjahrsschi...






Also die dritte Sektion fand ich am besten.

Weiter ging es zur Schlepper-Ruine...

Schnell fand ich dann die Bergstation des Schlepplifts Nr. V




Wer sieht den Fehler...



Hier nagt schon der Rost an dem was übrig ist. Na wenigstens haben die den Lift stehen lassen – leider werden die meisten ja umgehend abgetragen, was echt schade ist.


Mein neues Wohnzimmermöbelstück

Schwitzend ackerte ich mich dann die SL-Trasse hinunter.


Doch da unten war auf einmal alles zugewachsen und die Trasse war mittlerweile bebaut worden – so nahm ich lieber einen Umweg durch den Wald, um keine Anwohner aufzuschrecken.

Die Straße unterhalb des vorhin gezeigten Hauses – da oben wurde mitten im Wald eine Siedlung hingestellt – führt über die alte Trasse, wie dieses Schild noch zeugt.
]Wohl schon lange LSAP...

Weiter unten geht es richtig schön idyllisch durch den Wald.


Hier hatte das Seil schon den Absprung geschafft...




Welcher Hersteller? Solche Stützenschilder kenne ich gar nicht.

Die Talstation versteckt im Wald.

Hier wurden einst tausende Menschen hochgezogen – jetzt hält sich da keiner mehr auf – von ein paar LSAPlern abgesehen...


Was in Österreich noch so rumsteht...




Da blätterte ich doch glatt mal nach...

Doch anstatt Bildern von jungen Bäuerinnen folgten nur langweilige Texte.

]
Da ist so was schon interessanter!


Schade – war wohl ein Kurzbügler.


Im Geiste dröhnte der Motor und die Bügel wurden von diesem mechanischen Gerät heruntergezogen, während der Liftler mit Vollbart, Pfeife und Pilotensonnenbrille den Fahrgästen beim Einsteigen half und ein Radio Jodelmusik von sich gab...

Doch das Ding wird sich nie wieder drehen.

Zurück an der 2. Sektion. Ich musste ein bisserl aufsteigen, um zur Bergstation zu gelangen, denn ich wollte mir diese ESL-Talfahrt natürlich nicht entgehen lassen.






Jetzt lag nur noch eine Fahrt vor mir

Ach ja, wegen diesem Lift wollte Münchner im Winter auch noch unbedingt hier her


Eine Ur-Ur-UniG-Station...

Zoom zur LSAP-Talstation des SL IV. Viel mehr soll ja nicht mehr davon übrig sein. Ich entschied spontan, nicht bis da hinter zu laufen. Es war sehr heiß und ich hatte ja noch vor, den ESL Tschiernock zu besuchen. Also fuhr ich weiter in Richtung Tal.


Unten tauchten wieder die blauen Stützen auf.



Hier musste ich mich recht verdrehen, um die Aufnahme zu bekommen.

Die letzten Meter.

Ich fokussierte auf die Schalter, doch ein Sessel dreht sich ins Bild.

Also wirklich ein uriges Gebiet, das ich unbedingt im Winter fahren möchte. Solche alten Sachen sind einfach eine feine Sache und wenn oben noch der Kurzbügler liefe, wäre es echt perfekt. (Wenigstens hat man hier auch noch die usprünglichen Sesselbahnen stehen – im Vergleichsgebiet Kellerjoch wurden Ende der 80er alle 3 Sektionen entsorgt und durch Rundrohrstützenlifte eingetauscht – die einzigen beiden ESL mit solch modernden Stützen, die mir gerade einfallen.)