Welcher verbrecher hat die "jetterei" angefangen?
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- starli
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Re: Welcher verbrecher hat die "jetterei" angefangen?
Naja, also ob da immer nur die Werbung dran schuld sein soll, dass sich Wortbedeutungen im Laufe der Jahrzehnte/Jahrhunderte ändern? Ist doch "OK" so. Auch dass immer wieder neue Wörter auftauchen oder sich einbürgern, ist zumeist auch positiv.
Wenn du manche Wörter im Englischen und Französischen/Italienischen/Deutschen vergleichst, wirst auch auf einige Wörter stoßen, die den gleichen Stamm haben, aber eine ziemlich andere Bedeutung. Glaub die nennt man "false friends".
z.B. unser Wort "kurios". Wird doch im dt. nur im Sinn von "ungewöhnlich/seltsam" verwendet, aber nicht im Sinn von "neugierig", was "curious" / "curieux" / "curiosus" im englischen/französischen/lateinischen hauptsächlich bedeutet.
(Glaub nicht, dass da auch irgendwelche modernen Marketingleute Schuld habeb?)
Wenn du manche Wörter im Englischen und Französischen/Italienischen/Deutschen vergleichst, wirst auch auf einige Wörter stoßen, die den gleichen Stamm haben, aber eine ziemlich andere Bedeutung. Glaub die nennt man "false friends".
z.B. unser Wort "kurios". Wird doch im dt. nur im Sinn von "ungewöhnlich/seltsam" verwendet, aber nicht im Sinn von "neugierig", was "curious" / "curieux" / "curiosus" im englischen/französischen/lateinischen hauptsächlich bedeutet.
(Glaub nicht, dass da auch irgendwelche modernen Marketingleute Schuld habeb?)
- trincerone
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Re: Welcher verbrecher hat die "jetterei" angefangen?
Nur als Info: ironischerweise ist das kein sog. 'Deppenapostroph', welches ein in der deutschen Sprache fälschlich verwendetes Apostroph zur Abgrenzung des Genitiv-'s' meint und seine Wurzel im Englischen haben dürfte, sondern ein klassisches Apaostroph, dass den phonetisch mundartlich bedingten Wegfall des Schwa (geschrieben 'e') des eigentlich Wortes 'SeppEn' kennzeichnet, und insoweit völlig richtig verwandet wird. (Sepp'n Jet" mit Deppenapostroph...
Ansonsten: Man muss auch jeweils den sprachlichen Hintergrund sehen "Express" wie in Jandri-Express ist halt im Französischen eine relativ naheliegende Bezeichnung. Im Deutschen ist die Nähe weniger ausgeprägt, 'Jet' ist sicher Unfug und hat hier im Forum und anderwso ja schon oftmals für Gelächter gesorgt. ( Ich erinnere nur an HappySchleppi !!).
ME muss man eine KSB gar nicht am Namen erkennen, mir persönlich jedenfalls hat immer "-lift" für SL, SB, KSB gereicht; -bahn dann eben für Anlagen mit geschlossenen Fahrbetriebsmitteln. Ansonsten find ich die Lösung mit den Abkürzungen auch gut: in F eben TSF und TSD; hier halt SB und KSB oder was auch immer.
Würde Mehdorn ein Skigebiet betreiben, gäbe es sicherlich so etwas wie die KSB "Kuhleiten-Sprinter" oder so...
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Re: Welcher verbrecher hat die "jetterei" angefangen?
... da es bereits auch einen "Cabrio-Flitzer" gibt halte ich nichts für unmöglich.trincerone hat geschrieben:(...) gäbe es sicherlich so etwas wie die KSB "Kuhleiten-Sprinter" oder so...
Die einen kennen mich — die anderen können mich...!
Konrad Adenauer
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Re: Welcher verbrecher hat die "jetterei" angefangen?
^^Schattberg-Sprinter
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- starli
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Re: Welcher verbrecher hat die "jetterei" angefangen?
Übrigens, das "Jet-Virus" ist in Österreich ja nicht nur in den Skigebieten vorhanden, die ÖBB hat ihren "Railjet"-Zug und die Ö. Telekom hatte ihre Internetsparte mal "jet2web" benannt ...
- trincerone
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Re: Welcher verbrecher hat die "jetterei" angefangen?
Also, ich muss ja zwei Dinge sagen:
1. Beruflich bedingt rede ja fast mehr Englisch als Deutsch, und das macht mir auch Spaß und es nervt mich immer wieder, gerade in Bewerbungsgesprächen, dass die Englisch-Kenntnisse hierzulande (DE) so schlecht sind (in AT übrigens interessanterweise deutlich besser; in Süddeutschland möglicherweise auch). Viele Bewerber sind schon völllig damit überfordert, ein Bewerungsgespräch auf Englisch zu führen! (Da kommt auch auf den Job an, aber wenn man sich auf was bewirbt, was eher international ausgerichtet ist, sollt man halt mehr als eine Sprache können). // Weiters ist es so, dass aus rein praktischen Gründen sich immer wieder Worte anderer Sprachen in die eigene einbürgern, was gut und interessant und völlig natürlich ist. Das hat auch etwas mit dominierender Kultur zu tun: vor 2000 Jahre eben das Latein der Römer, zu Zeiten Napoleons das Fanzösische (in Schwaben gibts nicht nur Franzosenschluchten, sondern bekanntlich auch Kanape und Trottdoa, und "abasche" ist auch nicht weit vom Napoletanisch 'abbasc', das seinerseits wohl auch einen Ursprung im franzöischen 'la bas' haben dürfte). Heute kommt eben viel aus Amerika, seien es Produkte, Kultur oder wirtschaftliche Modelle und Theorien - und so heißen "Leerverkäufe" eben "shorts", wir zielen auf compliance durch good practice... ich merke teilweise selber, wie ich manchmal echt überlegen muss, wie man etwas auf Deutsch sagt.
2. Gleichzeitig nervt mich das in der Tat auch, wenn künstlich englische Begriff durch Marketing-Leute eingeführt werden, die mitunter nicht mal viel Ahnung von der Sprache zu haben scheinen. Entsprechend sind die Begriffe dann entweder völlig sinnlos oder zumindest sinnller. Gerade vorgestern wieder bei BMW erlebt: "efficientDynamics". Ein Begriff, der absolut nicht selbst-erklärend ist und daher völlig unnötig. Stattdessen soll er etwas emotionales Auslösen - Dynamik, Geschwindigkeit, Reaktion etc. bei gleichzeitiger Effizienz, Sparsamkeit, Rationalität - die Vereinbarung eines scheinbaren Widerspruchs! ME völliger Quatsch, "emotions" sind mir sowas von egal, wenn ich ein Auto kaufen will, ich will wissen was es kann und was es nicht kann. "Anti-Blockier-System" oder "Elektronische Stabilitäts Kontrolle" sind da Begriffe, die doch ein wenig mehr aussagen (ok, fahrerlebnisschalter danns chon wieder niht mehr, aber wie haben jedenfalls gut gelacht, insofern irgendwie doch emotional, aber nicht wie geplant, fürchte ich..
). Zu den so richtig sinnbefreiten Begriffen "blue efficiency"... warum ist der Auto denn so traurig? Obwohl...
... Sehr geil auch das allbekannte "Handy" (wobei nicht klar ist, ob das ein Marketingbegriff war, oder wo das her kommt). Im Englischen nicht ein Mobiltelephon, sondern ein Wort für jmd. einen runter holen. Engländer machen immer gern entsprechende Witzeüber die Deutschen à la 'Oh, you mother gave you a handy for your birthday? How nice is that!' - 'Oh, actually, both my parents gave it to me...' - 'oh, really?!' ... .
1. Beruflich bedingt rede ja fast mehr Englisch als Deutsch, und das macht mir auch Spaß und es nervt mich immer wieder, gerade in Bewerbungsgesprächen, dass die Englisch-Kenntnisse hierzulande (DE) so schlecht sind (in AT übrigens interessanterweise deutlich besser; in Süddeutschland möglicherweise auch). Viele Bewerber sind schon völllig damit überfordert, ein Bewerungsgespräch auf Englisch zu führen! (Da kommt auch auf den Job an, aber wenn man sich auf was bewirbt, was eher international ausgerichtet ist, sollt man halt mehr als eine Sprache können). // Weiters ist es so, dass aus rein praktischen Gründen sich immer wieder Worte anderer Sprachen in die eigene einbürgern, was gut und interessant und völlig natürlich ist. Das hat auch etwas mit dominierender Kultur zu tun: vor 2000 Jahre eben das Latein der Römer, zu Zeiten Napoleons das Fanzösische (in Schwaben gibts nicht nur Franzosenschluchten, sondern bekanntlich auch Kanape und Trottdoa, und "abasche" ist auch nicht weit vom Napoletanisch 'abbasc', das seinerseits wohl auch einen Ursprung im franzöischen 'la bas' haben dürfte). Heute kommt eben viel aus Amerika, seien es Produkte, Kultur oder wirtschaftliche Modelle und Theorien - und so heißen "Leerverkäufe" eben "shorts", wir zielen auf compliance durch good practice... ich merke teilweise selber, wie ich manchmal echt überlegen muss, wie man etwas auf Deutsch sagt.
2. Gleichzeitig nervt mich das in der Tat auch, wenn künstlich englische Begriff durch Marketing-Leute eingeführt werden, die mitunter nicht mal viel Ahnung von der Sprache zu haben scheinen. Entsprechend sind die Begriffe dann entweder völlig sinnlos oder zumindest sinnller. Gerade vorgestern wieder bei BMW erlebt: "efficientDynamics". Ein Begriff, der absolut nicht selbst-erklärend ist und daher völlig unnötig. Stattdessen soll er etwas emotionales Auslösen - Dynamik, Geschwindigkeit, Reaktion etc. bei gleichzeitiger Effizienz, Sparsamkeit, Rationalität - die Vereinbarung eines scheinbaren Widerspruchs! ME völliger Quatsch, "emotions" sind mir sowas von egal, wenn ich ein Auto kaufen will, ich will wissen was es kann und was es nicht kann. "Anti-Blockier-System" oder "Elektronische Stabilitäts Kontrolle" sind da Begriffe, die doch ein wenig mehr aussagen (ok, fahrerlebnisschalter danns chon wieder niht mehr, aber wie haben jedenfalls gut gelacht, insofern irgendwie doch emotional, aber nicht wie geplant, fürchte ich..
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gfm49
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Re: Welcher verbrecher hat die "jetterei" angefangen?
Hallo,
Eine der gängigsten Theorien geht auf das im zweiten Weltkrieg genutzte "Handie-Talkie" von Motorola als leichtere Alternative zum rucksackschweren "Walkie-Talkie" zurück, also auf tatsächlich englischsprachige Wurzeln. Eine umfangreiche Darstellung des Themas findet sich hier.
Am besten finde ich immer noch die Lufthansa, die vor etlichen Jahren auf Transatlantikflügen zum Entsetzen der amerikanischen Passagiere "body bags" in ihrem Zollfreiangebot hatte.
aus dem Schwäbischen: "Hän di koi Schnur net?"trincerone hat geschrieben:Sehr geil auch das allbekannte "Handy" (wobei nicht klar ist, ob das ein Marketingbegriff war, oder wo das her kommt).
Eine der gängigsten Theorien geht auf das im zweiten Weltkrieg genutzte "Handie-Talkie" von Motorola als leichtere Alternative zum rucksackschweren "Walkie-Talkie" zurück, also auf tatsächlich englischsprachige Wurzeln. Eine umfangreiche Darstellung des Themas findet sich hier.
Am besten finde ich immer noch die Lufthansa, die vor etlichen Jahren auf Transatlantikflügen zum Entsetzen der amerikanischen Passagiere "body bags" in ihrem Zollfreiangebot hatte.
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Re: Welcher verbrecher hat die "jetterei" angefangen?
wie kann man hand job mit handy (engl. = praktisch) verwechseln ^^
"Handy" scheint ja tatsächlich im Sprachgebrauch entstanden zu sein, insofern gibt's keinen Grund, dagegen etwas zu haben: wenn die überwältigende Mehrheit der Benutzer sich auf einen eindeutigen, prägnanten Begriff für ein neuartiges Gerät einigt, dann ist das die demokratischste Art der Sprachentwicklung. Dagegen hat die German Telecom zu recht Prügel für ihre Kunstwörter "City Call" oder "German Call" bezogen, als sie Orts- und Ferngespräch auf ihren Rechnungen "modern" klingen lassen wollte.
Aber wir könnten ja mal Vorschläge für eine Abstimmung über die dümmsten/schlimmsten Liftnamen sammeln:
- Happy Schleppi
- Schattberg-Sprinter
- Cabrio-Flitzer
- Gams-Jet
- Sepp'n-Jet
- Familyjet
- Hochwurzen Basic Jet
...
"Handy" scheint ja tatsächlich im Sprachgebrauch entstanden zu sein, insofern gibt's keinen Grund, dagegen etwas zu haben: wenn die überwältigende Mehrheit der Benutzer sich auf einen eindeutigen, prägnanten Begriff für ein neuartiges Gerät einigt, dann ist das die demokratischste Art der Sprachentwicklung. Dagegen hat die German Telecom zu recht Prügel für ihre Kunstwörter "City Call" oder "German Call" bezogen, als sie Orts- und Ferngespräch auf ihren Rechnungen "modern" klingen lassen wollte.
Aber wir könnten ja mal Vorschläge für eine Abstimmung über die dümmsten/schlimmsten Liftnamen sammeln:
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...
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Re: Welcher verbrecher hat die "jetterei" angefangen?
Der Sepp'nJet hieß nach seiner Erbauung 1991 noch einfach "Reiteralmbahn II". Erst um 1995 herum wurde dann der Name auf bescheuert umgestellt. Vermutlich ging die geistige Talfahrt von Namensumnennungen also zu jener Zeit Mitte der 90er los.
Kürzlich reaktivierte Berichte:
Kühtai 2011
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