Nach drei Stunden im Nachbarskigebiet am Unterberg in Kössen, legte ich auf dem Rückweg nach München noch in Walchsee einen Zwischenhalt ein. Schon etliche Male war ich hier vorbei gefahren und hatte mir längst einmal vorgenommen, das kleine Gebiet zu besuchen. Zwar warten oben keine spektakulären Lifte oder Abfahrten auf einen, aber ich wollte einfach mal dort gewesen sein.
Leider wurde das Wetter wieder schlechter, Nebel kam auf und leichter Regen setzte ein. Doch meine Neugier auf das Gebiet war größer. Ich hatte mal vor zwei, drei Jahren einen Bericht im Forum gelesen, aber Einzelheiten schon wieder vergessen. Da es schon 14 Uhr war, konnte ich sowieso nur noch eine 2-Stunden-Karte für 17 EUR kaufen und los ging's. Am Parkplatz klafften übrigens riesige Lücken und andere Skifahrer waren zunächst nicht auszumachen.
Hier sieht man übrigens die alte Talstation des früheren ESL, der lt. Liftworld in 2000 von der 4SB ersetzt worden ist. Die startet direkt vor dem alten Gebäude, durch das man heute Zugang zum Lift erhält. (So wurde es ja auch, glaube ich, an der 4SB Kitzlahner am Sudelfeld gemacht oder an der neuen Almkopfbahn in Bichlbach.)
Hier noch zwei Bilder des alten ESL, der bis 2000 in Walchsee seine Runden drehte:
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Gute 23 Jahre später...Aprilwetter im Dezember und kein ESL mehr da
Ach ja, ein Stück weiter vorne waren ja sogar andere Skifahrer – eine Ausnahme an jenem düsteren Nachmittag am Zahmen Kaiser.
Nebelstimmung bei der ersten Auffahrt.
Mittelstation.
Danach wurde der Nebel noch dichter – ich wünschte mir, gleich weiter nach München zurück gefahren zu sein.
Aber ganz oben sah ein dann schon ein kleines bisserl besser aus.
4SB-Ausblick...
Na wenigstens hatte ich das Gebiet (fast) für mich allein.
Ich wollte natürlich gleich zum langen Schlepper Aschinger Alm hinüber. Also auf dem Schild nach – bei der anschließenden Durchquerung eines Waldstücks auf einem Skiweg stößt man plötzlich auf den kleinen Tellerlift Riedinger Alm.
Erinnerte mich an die Reiteralm früher, wo man unter der DSB Gasselhöhe in ein Waldstück fuhr und dann auf einmal ein kleiner Stemag-Teller-Lift auftauchte. Heute hat man da die Bäume aber ziemlich gelichtet. (Aber der Stemag steht wenigstens noch.)
Hier waren wenigstens auch mal andere Menschen zu sehen – zwei Knirpse kamen angesaust und fuhren hinter mir im Tellerlift hoch.
Ich war schon gespannt auf den Aschinger Almlift – ich hatte die Fotos von dem alten Bericht gar nicht mehr in Erinnerung.
Geht doch! Ein schöner, alter Swoboda – zwar nicht steil und „nur“ am Pistenrand verlaufend, aber mir gefiel es ganz gut. Am Anfang fuhr dort noch eine Familie, die aber wegen des Regens bald aufgab und so hatte ich den Lift für mich allein.
Auf einmal tauchten Autos am rechten Trassenrand auf...
Kurz nach meiner ersten Auffahrt lichtete sich auf einmal das Gelände dort oben.
Gleich noch mal runter zur Talstation! Leider hatte der Regen der Naturschneepiste neben dem Schlepper schon arg zugesetzt und in einem Bereich musste man den braunen Stellen ausweichen. (War ein ganz gutes Slalomtraining
Ungestört konnte ich mangels anderer Gäste knipsen...
Da freut sich der Schlepper-Interessierte...
In der Ferne kann man das Braun auf der Piste erahnen...
Ach – jetzt dachte ich gerade: Was ist das denn für ein Schlepper da unten? Habe ich den etwa übersehen? Aber das ist ja nur der Riedinger-Alm-Tellerlift, den ich vorhin gezeigt habe.
Hier die Bergstation. Es regnete übrigens immer noch, aber bis ich dann endlich beim Ötzlift drüben war (eine ewig lange Querfahrt), hatten die Niederschläge aufgehört und ein bisserl riss es dann noch auf, ehe zum Schluss der Nebel wieder hochkriechen sollte.
Zum Amberger Lift führte keine direkte Verbindung rüber, soweit ich das verstand. Drum ließ ich den aus.
Dafür hier der Ötzlift [SSG] – auch ganz nett.
Der Liftler sah mich an wie einen Außerirdischen. „Was hatte der Mann da nur für ein komisches viereckiges Teil in der Hand?“
Schöne Talstation.
Vom Ausstieg aus...
Auf der Piste zwischen 4SB und Ötzlift...
Ich fragte an der Talstation, ob der Wolfingerlift in Betrieb sei, ein Stemag in einer Siedlung etwa einen Kilometer weiter von der Talstation der 4SB in Richtung Inntal. Der Liftler meinte, der sei seit Jahren nicht mehr in Betrieb. Bei der nächsten Auffahrt mit der 4SB hielt er mich auf und rief seinen Kollegen, den er mir als stolzen Besitzer des LSAP-Stemags vorstellte. (Die freuten sich sichtlich, dass sich mal jemand für das alte Liftezeugs interessierte.) Der Besitzer bestätigte, dass der Stemag nicht mehr in Betrieb gehen würde. Schon seit 5 Jahren habe man den Schlepper aufgegeben. Er sei nie direkt an das übrige Gebiet angebunden gewesen (aber mit im Skipass dabei) und so habe sich der Betrieb nicht mehr rentiert. Als der Nebel sich lichtete, konnte man von der 4SB dann auch hinüber sehen und den nicht aufgebügelten Schlepper erkennen. Schade!
Wieder in der Sesselbahn – so fuhr ich halt noch mal zum Aschinger Almlift hinter.
Am Riedinger Almlift ein kleiner Schock – die Kartenlesegeräte waren schon abgedeckt, der Lift lief aber noch. (Es war auch erst 15:15 Uhr!) In der Mitte der Trasse ließ sich gerade der Liftler hochziehen. Schnell fuhr ich um die Absperrung um und schnappte mir einen Teller – ich brauchte den Schlepper, um nicht zum Skiweg zurück zur 4SB laufen zu müssen. Oben entdeckte der Liftler mich und ich rechnete schon mit Ärger. Doch er musste nur was am Ausstieg richten und hatte wohl wegen der nicht besetzten Station unten lieber den Zugang abgesperrt. So fuhr ich erleichtert zum Aschinger Almlift, den ich wiederum für mich alleine hatte. Eine junge Frau und ein gleichaltriger Mann standen vor einem Berggasthof herum und waren über mich einzelnen Skifahrer wohl amüsiert.
Nette Abendstimmung, dann noch völlig allein am Swoboda! Ich freute mich wie ein kleines Kind an Weihnachten.
Den Übermut sollte ich auf der Piste bezahlen – mich schmiss es hin, doch ich war nicht sehr schnell unterwegs und landete im nassen Schnee, so dass nichts passierte. Doch die Piste war halt auch schon sehr mitgenommen durch den Regen. So beschloss ich nach einer weiteren Fahrt, nochmal den SSG-Schlepper aufzusuchen.
Ganz hinten kam eh schon wieder die nächste Schlechtwetterfront...
Die Abfahrt, wo man rechts der 4SB (von unten aus gesehen) rauskommt ist ganz nett.
Bald war auch dieser Skitag wieder zu Ende. Doch es sollte noch für zwei Fahrten im Ötzlift reichen.
Abendstimmung am Nachmittag.
Niemand war mehr unterwegs...
Oben breitete sich der Nebel unaufhörlich aus und verlieh dem düsteren Dezembernachmittag noch eine schaurige Stimmung.
Als ich aus dem Schlepper stieg – wie schon in Alberschwende eine Woche zuvor – wurde der Lift abgestellt. Der Liftler packte seine Sachen und fuhr ins Tal, während ich die interessante Stimmung am Berg oben noch ein wenig genoss und die Knipse ein letztes Mal hervor holte. Im Dämmerlicht fuhr ich dann nach unten – außer mir und einem einsamen, gerade aufsteigenden Tourengeher kein Mensch mehr auf der Piste...
Froh darum, doch noch auf zwei Stunden das Gebiet in Walchsee besucht zu haben, fuhr ich wieder nach München zurück.