[Zottel] Nach dem tollen Vormittag in Andelsbuch wollten wir die zweite Tageshälfte in einem anderen Gebiet in der Gegend verbringen. Alberschwende samt ESL entfiel durch mangelnden Schnee (was ist für einen Liftfreund bitterer, als vor einem geschlossenen ESL zu stehen...), Alternativen gab es aber genug: Hochlitten, Hochhäderich, Hittisberglift (auch geschlossen), Hündle und die ganzen Gebiete um Andelsbuch, die ich alle nicht kenne
[münchner] Der geneigte Leser sollte sich über die Entstehungsgeschichte dieser gemeinsamen Berichte im Klaren sein, um meine folgenden Worte zu verstehen. Einer von uns beiden schreibt den Bericht vor, der andere kommentiert nur. In diesem Fall bin ich der Kommentator, könnte mir aber dank Zottels direkter Worte jegliche Ausführungen sparen.
In Alberschwende standen wir vor dem geöffneten Kurzbügler und dem geschlossenen ESL, ich konnte Zottels Enttäuschung gut nachvollziehen. Hier wollten wir nicht bleiben, also ging es in Richtung Hochirgendwas. Irgendwann tauchte das böse B auf und dann war das nächste Ziel gefunden.
[Z] Einen Parkplatz zu finden war die erste riesige Herausforderung! Der gesamte Ort war zugeparkt, entlang der Hauptstrasse reihte sich Stoßstange an Stoßstange. An Parken direkt am Lift war nicht zu denken. Nach dieser ersten Hürde und einem sehr anstrengenden Gewaltmarsch Richtung Liftkasse bot sich dieser Blick...
[m] Ok, das hatte auch ich selten erlebt. Schon gefühlte Kilometer vor dem Schigebiet war die Straße rechts und links zugeparkt, im Ort selbst Oktoberfeststimmung. Irgendwann fanden wir eine Lücke, meilenweit vom Ziel entfernt. Der Lift war zu sehen, er lief auch, aber wie lange noch. Zu oft ging es schon um Minuten und daran sollte es diesmal nicht scheitern. Wir fuhren ein Stück mit den Schi auf der Langlauftrasse und handelten uns damit Ärger ein, wir joggten durch den Ort und suchten nach einer b*schissenen Verbindung rüber. Keine Chance. Also den ganzen Weg nach vorne bis zur Parkplatzeinfahrt. Ich glaube ich war selten so fertig, als wir an der Kasse ankamen. Zumindest beruhigte jetzt die lange Schlange am SL ein wenig, hier würde so schnell der Betrieb nicht eingestellt oder es gäbe Krawalle.
[Z] Es war Wahnsinn und wir die Wahnsinnigen, dass wir uns hierfür freiwillig entschieden hatten! Die Hinweise, der Gelbhansekopflift sei nur von Geübten zu benützen interessierte hier Wenige, entsprechend standen wir sicher 20 Minuten an. Ständig stopte der Lift, weil irgendwo jemand herausgefallen war. Der Liftler am Einstieg musste dann jedes Mal einige Meter zurück in seine Hütte laufen, um den Lift wieder anzuschalten.
[m] Auch der Blick nach vorne verhieß nichts Gutes, die Anfänger mühten sich sichtlich ab, irgendwie in diesen Lift zu kommen.
[m] Jaja, ist schon gut, wir haben es verstanden. Betriebszeiten einmal im Jahr. So ein Hype deswegen, Schwachsinn.
[Z] Ewige Warterei, ein nicht günstiger 2-Stunden Skipass und wahrscheinlich grausige Pisten nahmen wir auf uns, um mit diesem verschrienen Ungetüm altertümlicher Schlepplift-Steilheit zu fahren. Tja, für meinen Teil kann so ein Lift sehr schnell seinen Reiz verlieren.
[m] same here
[m] Wir sollten in den Tagen einige Lifte mit Brückenantrieb fahren...
[Z] ...und ich von dir diese ganzen Technikbegriffe lernen (hier rein und da raus
Blick zurück zum Wahnsinn Teil 2
[Z] Im Lift, wir warteten während der Auffahrt vergebens auf den Zweck, der die Mittel dieses Nachmittages heiligen sollte.
[Z] Wieso kommt hier schon der Ausstieg? Wo war das umworbene Steilstück??
[m] Der Ersteller des „Ist ja super dupi ultra steil“-Kommentars bei Lift-World gehört zur Strafe für sein restliches Leben an eine flache 300m/10hm EUB im Kinderparadies verbannt.
[Z] Da böte sich doch der neue Familyjet in Lermoos an!
[m] Hehe, genau der! Achso, ein Video von der Liftfahrt gibt es natürlich auch noch:
[Z] Wir wollten nicht aus Fehlern lernen
[m] Seitenblick, die Pisten sind bei weniger Andrang sicher ganz nett zu fahren - heute jedoch, dank des Betriebs und der Temperaturen, war da nicht viel zu holen.
[Z] Wir blieben uns treu, zumindest Beharrlichkeit kann uns zugute gehalten werden. Getreu dem Motto, wenn du schon ins Klo greifst, mach es richtig, standen wir nochmal 15 Minuten am Hochschelpenlift
[m] Also in der Summe eine knappe Stunde nur für drei SL-Fahrten ist ein neuer Rekord. Das letzte Mal stand ich als kleiner Schratz an der Finstermünz-DSB derart lange an.
[m] Sieht besser aus als es war, auch wenn ich mich in den vier Tagen an schlechte Pisten gewöhnt hatte.
[m] Was man dem Gebiet zugutehalten kann: schöne Diesel-SL mit netten Trassen (nicht steil
[m] Ok, wir hatten das Steilstück tatsächlich noch gefunden.
[Z] Auf dem Rückweg in Wertach.
[Z] Was soll man noch groß sagen, wir hatten uns halt falsch entschieden. Der Nachmittag war eine gute Lektion in Sachen Skifahren vs. angeblich-besonders-tollen-Schlepplift-fahren. Auch wenn der Gelbhansekopflift subjektiv betrachtet interessant gewesen wäre, so hätte sich der Krampf mit Parkplatzsuche, ewig langen Wartezeiten, grausigen Pisten und der sau anstrengenden Rückkehr zum Auto nach dem Skitag meines Empfindens nach letztlich nicht gelohnt.
[m] Ach ja, die Rückkehr zum Auto: der Wahnsinn Teil 3. Und in der Summe mal wieder eine gute Bestätigung für meine Theorie, das Liftfahren eben nicht alles ist. Zudem könnte man hier den beliebten Spruch etwas umformulieren: Bist du nicht mit dem Gelbhansekopf gefahren, warst du trotzdem in Balderschwang.