
Peu à peu schaffe ich nun schon seit einigen Jahren in unregelmäßigen Abständen kleinere Geldbeträge in die Schweiz. Gestern war es mal wieder so weit.
Um ca. 6.30 Uhr überquerte ich die Grenze zur Schweiz an der kleinen Zollstation in Konstanz. Obwohl mir die Zöllner einen argwöhnischen Blick zuwarfen, zogen sie mich nicht raus um mich zu kontrollieren. So konnte ich meinen Weg in das kleine, tief in den Bergen versteckte, Städtchen Davos planmäßig fortsetzen. Doch lohnt es sich nicht die Staatsanwaltschaft zu informieren. Dort wo sich jährlich die Mächtigen zum Weltwirtschaftsforum die Klinke in die Hand geben, dort wollte ich bloß skifahren.
Fragte sich nur, in welchem der fünf Einzelskigebiete? Parsenn und Jakobshorn kannte ich bereits. Obwohl mich auch Pischa sehr reizte, entschied ich mich schlussendlich für das Rinerhorn. Obwohl die Mühlen hier sehr langsam zu mahlen scheinen, schätze ich die Chance dafür, das Rinerhorn in dieser Form bald nicht mehr besuchen zu können, größer ein als beim Skigebiet Pischa. Gerüchteweise soll eine mittelfristige Verbidung zum Jakobshorn geplant sein. Die Locals können dazu sicher mehr sagen. Ich bin mit den aktuellsten Entwicklungen nicht vertraut.
So stand ich dann gegen 9 Uhr an der Talstation der Rinerhornbahn. Auch wenn ich dem Résumé vorgreife wenn ich sage dass sich die Investition in den Skitag insgesamt gelohnt hat, muss ich mich an dieser Stelle doch ein wenig darüber ärgern, dass man bei den davoser Bergbahnen den Skipass für 5 Franken gleich kaufen muss und ihn nicht zurückgeben kann. Dafür war der Parkplatz von den obligatorischen 5 Franken befreit, was mich dann etwas versöhnlicher stimmte.
Das Skigebiet selbst wird von drei großen Liftanlagen erschlossen, wovon zwei gedoppelt sind. Diese Erschließung sagt mir sehr zu. Die Lifte bedienen allesamt sehr schöne und abwechslungsreiche Abfahrten. Von ewig breiter und platter Pistenautobahn bis zur tückischen, mit Wellen und Kompressionen gespickten, Piste findet man hier eigentlich alles. Überrascht haben mich obendrein die Talabfahrten die wirklich besser als erwartet waren. Zwar war die schwarze Außenrumabfahrt (10) nicht frisch präpariert, doch von der Pistenführung hat mir sowohl diese, als auch die frisch präparierte rote 4 sehr zugesagt.
Insgesamt waren vielleicht 100 weitere Skifahrer vor Ort. An manchen Ecken wirkte das Skigebiet wie ausgestorben. Das dürfte vor ein paar Tagen sicher noch anders ausgesehen haben. Allerdings frage ich mich doch, ob die jeweils gedoppelten Schlepplifte wirklich jemals wirklich nötig waren. Bleibt mir nur zu hoffen, dass die Hänge dort oben nicht so schnell mit kuppelbaren Sesselbahnen vollgepflastert wird.
Für mich bietet das Rinerhorn für einen Tagesausflug ein komplettes Skigebiet. Wer keinen Wert auf Sesselbahnen legt, die es hier nicht gibt, wird am Rinerhorn auf seine Kosten kommen.
Pistenplan
Alles weitere dann bei den Bildern:

Starten wir an der Talstation. Wo sonst? Rauf geht es mit der 1987 von Garaventa errichteten 6EUB. Alle anderen Lifte im Skigebiet hat Habegger gebaut.

Aussicht gibts bei der Bergfahrt nicht viel. Ist halt schon eine ältere Anlage.

Oben angekommen. Das Wetter sollte prächtig werden. Bei mir am See, so habe ich mir sagen lassen, hat sich die Sonne mal kurz für ne Stunde gezeigt.

Früh morgens ist es am Rinerhorn dank Nordausrichtung noch sehr schattig. So machte ich mich schnellst möglich zu den sonnigen Ecken am Skilift Hubel auf. Im Hintergrund Davos zu Füßen des Parsenn-Gebietes.

Um halb Zehn waren die Schatten noch sehr lang und die Pisten perfekt präpariert. An letzterem sollte sich den ganzen Tag über nichts ändern. Die Pisten waren auch am Ende noch fast jungfräulich.

Einen Blick rüber zum Jakobshorn möchte ich euch auch nicht verwehren

Kleiner Zoom auf den Gipfel und die Bergstation des Clavadeler Bubbles. Gott sei Dank haben die Lifte am Rinerhorn noch keine Namenszusätze wie „Bubble“ oder „Quattro“. Außerdem wird man hier deutlich weniger mit Werbung belästigt, als am Parsenn oder Jakobshorn. Dort ist das teilweise ja wirklich nicht mehr feierlich.

Zoom zum Gotschnagrat und im Hintergrund Madrisa. (Sind das die Schaffürgglilifte?)

Aber weiter geht die Fototour zur Talstation des Skilift Hubel

Die selbige. Im Gegensatz zu den Talstationen der anderen beiden Großanlagen auf das nötigste beschränkt.

Wirklich nette Hänge hier. Der Lift verläuft im Dreieck. Die schönste Piste verläuft genau dazwischen.

Oben ist die Kurve des Liftes zu sehen. Der Steilhang im Schatten ist sehr nett. Anderswo würde der aber auch als schwarz durchgehen.

Im Verlaufe des Tages erreichte die Sonne dann aber auch die übrigen Lifte. Zeit also, die Juonlilifte und ihre Hänge mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wirklich ein Paradehang. Oben topfeben, was sehr zum Carven einlädt. Unten jedoch mit tückischen Wellen gespickt. Dort sollte man seine Geschwindigkeit zur rechten Zeit gedrosselt haben. Im Prinzip ne gefährliche Angelegenheit.

Ein absoluter Traum die Pisten.

Da ich erstmal schnell einen Eindruck vom ganzen Gebiet gewinnen wollte ging es aber alsbald auch schon rüber zu den Nüllischliften. Hier über die schwarze 7.

Ist diese Schreibweise in der Schweiz Standard oder soll die Piste auf einen Stan hinweisen der es pflegte hier Dart zu spielen?

Ein Blick in die Geländekammer der Nüllischlifte lässt Vorfreude aufkommen. Allerdings sieht man auch den Wind. Fön kam auf und brachte für eine Stunde auch ein paar dichtere Wolken mit sich.

Aber zunächst auch hier erstmal die Talstation


Der rechte Lift verfügt auch über einen „Sommereinstieg“. Bis auf die Talabfahrt ist am Rinerhorn nichts beschneit.



Die Charakteristik der Nüllischlifte ist wiederum eine ganz andere als die der beiden anderen Lifte. Keine Paradehänge, dafür aber abwechslungsreiche kleinere Geländekammern.

Das obere Viertel der Anlage. Hier oben erreicht man ca. 2500m.

Top. Schleppliftfans kommen hier auf ihre Kosten.

Von hier aus startet auch die lange „Hintenrum-Talabfahrt“

Leider wurde die Piste nicht frisch präpariert. So waren das, was die Piste „schwarz“ machte, vor allem die angefrorenen Buckel. Nein, die Piste war leider keine Offenbarung. Die Pistenführung selbst ist aber sehr reizvoll.


Da nun auch die Talstation in der Sonne lag, reiche ich hiermit ein Bild nach

Mir gefällt die Erschließung mit einer EUB und ansonsten nur Schleppliften

Bergstationsgebäude der Rinerhornbahn von oben

Auch die rote Talabfahrt 4 war sehr schön. Glücklicherweise auch frisch präpariert, wenn auch etwas eisiger als der Rest an den oberen Liften

Hier sind wir nun an dem rechten Hang der Juonlilifte zu Füßen des Rinerhorn

Und nochmal ein Blick auf die ansprechende Trasse der Lifte

Zu Mittag gegessen habe ich auf der Hubelhütte. Für 19 Franken gab es die Älplermaggronen mit Apfelmus und einer Apfelschorle. Um mich in der brechend vollen Hütte (;)) wieder zu finden, bekam ich wie bei McDonalds eine Nummer.
… nach vielen weiteren Abfahrten, die mich meine Oberschenkel heute sehr spüren lassen, ging es um ca. halb Vier auf die finale Talabfahrt.