Ich hatte mal vor zwei Jahren oder so einen Bericht über Fendels im Forum gesehen und sofort entschieden: Da musst mal hin! Nun – vorgestern hat es geklappt! Der Grund für meine Wahl ist wie immer einfach – es handelt sich um ein kleines Gebiet abseits der Massen (die fahren gegenüber in SFL...), dazu zwei interessante Schlepper, noch ein weiterer netter Dorflift, eine Wopfner-Sesselbahn und genügend Pistenvarianten für einen gemütlichen Skitag.
Ich hatte zunächst noch überlegt, nur einen halben Tag dort zu verbringen, doch wohin dann am Nachmittag? SFL? Da kann ich 2014 oder 2015 immer noch fahren und wenn, dann eh für einen vollständigen Tag. See? Das ist eher mal was in Kombination mit Kappl. Außerdem – bei gut 2,5 Stunden einfacher Fahrtzeit von München her hatte ich keine Lust, so bald wieder in meinem roten Clio zu sitzen. So entschied ich mich, den ganzen Tag dort zu bleiben und da es ja mehrere Varianten zu fahren gibt, wird einem dabei auch nicht langweilig. Außerdem – so blieb mehr Zeit für ausgedehnte Fotostopps und ein Mittagessen …
Morgens beim Zwischenhalt an der B2 vor GAP – durch die Bildbearbeitung ist das Foto jetzt ein bisserl zu hell geworden. Es war jedenfalls sehr düster und schneite. Auf der A 95 hatte es gleich hinter Starnberg – es war noch zappenduster – ordentlich Stress gegeben. Ein Räumfahrzeug verrichtete in Anbetracht des Wintereinbruchs seinen Dienst und versperrte beide Spuren. Da drehten – insbesondere die die Münchner BMW-, Audi- und Porsche-Cayenne-Fahrer – natürlich total durch. Das geht ja schließlich gar nicht, dass man auf dem Weg in den Skiurlaub oder – ausflug auch nur eine Sekunde verliert! Zackzackzack hat alles zu erfolgen! Sie fuhren dicht auf, Fernlicht zuckte und auf Leben und Tod drängelten sie sich vorne rein, um das Räumfahrzeug schließlich auf der Pannenspur zu überholen.
Was da im Berg neben der B2 wohl verborgen ist? Das frage ich mich jedes Mal...
Endlich in Ried im Oberinntal angekommen! Auf dem Fernpass war es dank einem besonders umsichtigen Fahrers nur langsam vorangegangen, aber wenigstens lichtete sich ab da der Himmel und ließ schönes Wetter überm Inntal erwarten.
Von Ried führt diese 1,6 km lange 8EUB seit 1997 ins Skigebiet Fendels hinauf. Zuvor gab es hier keine Anlage und man musste die Strasse nach Fendels hinaufgurken. Ich bin auf dem Herweg zunächst falsch abgebogen und war schon auf jener Strecke unterwegs, doch ich kehrte gleich wieder um. Ich wollte die EUB einfach mal gefahren sein. Eine Talabfahrt gibt es übrigens nicht. (Wäre wegen der steil abfallenden Felsen auch vmtl. nicht machbar.)
Als ich an der Talstation ankam erlebte ich was Komisches. Es war weit und breit niemand da! An der Kasse nicht, keine anderen Leute, die man fragen konnte. Einsam trudelten die Kabinen in die Station und ratterten wieder hinauf. (Weiter hinten saß halt der Liftler auf seinem Beobachtungsposten.) Etwas ratlos stand ich da. Da keinerlei Absperrungen bzw. Kartenlesegeräte am Eingang aufwarteten, setzte ich mich einfach hinein und fuhr hinauf – gespannt, was der Tag bringen würde.
Ganz interessante Bahntrasse über eine Schlucht und die Felsen...
Nach einem Flachstück – weiter links zieht das Bergdorf Fendels an einem vorbei und rechts nur mal ein Jägerstand - erreicht man endlich das Skigebiet. Hier der gut 400 m lange Zinggelift. Ein Übungsschlepper und auch ein Rückbringer von der Abfahrt von ganz oben, die dann über einen langen Ziehweg hier an der Talstation endet.
Da sollte ich später auch noch hinauf fahren...
Fensterblick...
An der Bergstation befindet sich dann auch die Kasse, wo ich für 29 EUR eine Tageskarte kaufte. Geht in Ordnung, finde ich. Danach packte ich gleich mal die Nikon aus. Im Hintergrund am Gegenhang verläuft übrigens von rechts nach links diese lange, flache Verbindungs-EUB von Ladis ins Skigebiet hinüber.
Gleich mal zur 4KSB, die 1992 (Liftworld...) von der Firma Felix Wopfner erbaut wurde. Meine erste KSB-Fahrt in dieser Saison – am siebten Tag!
Am Anfang musste man eine Kunstschneedusche über sich ergehen lassen – den ganzen Tag hatten sie da eine Kanone etwas unvorteilhaft für die Liftfahrer postiert. Fand ich nicht so gut, aber die Negativaspekte sollten sich in Fendels arg in Grenzen halten.
Stand bis 1992 hier ein Schlepper? Ich hab noch keine alte Skipanoramakarte gefunden. Bei Liftworld gibt es auch nichts. Aber vom Gelände her würde ich auf einen Schlepplift tippen. Sieht schon danach aus, als ob man hier mal extra eine Auffahrtstrasse planiert hat. Irgendwie muss man ja vor 1992 zu den beiden Schleppern oben ja auch gekommen sein!
Brrr, da frieren mir heute noch die Finger – es war in der Früh eisig kalt.
SFL im Hintergrund...
Ehrlich: Was will man mehr? Das ist einfach ein super Hang! Dazu noch so wenige störende Skifahrer – auch am Nachmittag sollte sich der Ansturm in Grenzen halten. Rechts der Piste führt der Planggerlift (1.130 m) hinauf.
Zoom – oben hatte es noch ein paar Tiefschneebereiche, an denen ich später übte.
Beim Rauffahren dachte ich mir noch – war das nicht der dieselbetriebene Schlepper hier oben? Hörte sich irgendwie nicht so danach an. Heute musste ich lesen, dass man ihn 2012 umgebaut hat. Na ja – besser so, als hier mit dem PlanggerJet hinauf schweben
Oben angekommen – das sollte sich noch etliche Male wiederholen – genoss ich die gute Aussicht.
Später sollte es hier herrlichen Sonnenschein geben! Endlich mal wieder ein Tag mit schönem Wetter! Im Internet hatte es noch geheißen, erst im Laufe des Nachmittags sollte die Sonne scheinen. Glück gehabt!
Dann ein Schock – schon bei der Liftauffahrt hatte ich nach links geblickt und entdeckt, dass der Sattelbodenschlepper still stand. Etwas verärgert steuerte ich dessen Bergstation an. Tatsächlich tat sich da nichts. Kein Liftler saß in seinem Häusl – nur ein paar Meisen flatterten in dem ihrigen daneben aus und ein. Da stand ich nun vor dem regungslosen Lift und starrte in die lange, steile Waldschneise hinab. Es war immerhin zehn Uhr vorbei – aufgrund des Winteräumdienstes und Schneefalls auf der A95 sowie der Fernpassschnecke bin ich ja erst gegen 9:40 Uhr angekommen. Aber gut – vielleicht lag einfach zu wenig Schnee
Doch an der Talstation sah ich später beim Runterfahren einen Liftler werkeln. Natürlich, so sagte er, sei der Lift in Betrieb. Er bräuchte noch ein paar Minuten. Ich könne ja nochmal die Sesselbahn fahren und dann wäre er mit Sicherheit so weit. Ich hätte ihm am liebsten ein Weissbier spendiert! Froh gelaunt bretterte ich nach Fendels runter, um erst mal noch die beiden Schlepper dort zu fahren. (Eigentlich sind es ja drei – der Zinggelift wird weiter oben noch von einem parallelen Tellerlift begleitet, den ich aber ausließ.)
Nix Spektakuläres – am Zinggelift...
(den ich vorhin aus der EUB raus schon geknipst hatte)
Trassenzoom vom Ausstieg aus – rechts sieht man den erwähnten Tellerlift. Aber den Bibilift ließ ich an jenem Samstag sausen. (Muss ich halt nochmal extra nach Fendels fahren
Zoom zum 700m langen Hammerlift, der drüben oberhalb von Fendels irgendwie recht idyllisch gelegen ist. Vor allem dann später, als dort die Sonne die morgendliche Eistruhenluft etwas vertrieben hatte...
Vor der Talstation des Hammerlifts steht dieses stationsverdächtige Gebäude. Gehörte das mal zu einem Lift? Vermutlich war hier einfach die Kartenverkaufsstelle, als es noch keine EUB gab. Vielleicht weiß da jemand ja noch was darüber...
Im Hammerlift – ein ganz netter Schlepper, fand ich. Hat man nochmal zusätzlich was, wo man fahren kann, auch wenn die beiden Abfahrtsvarianten jetzt nicht der Hammer sind...
Blick zurück auf Fendels.
Seitenblick...
Ganz nett da hinten, oben...
An der Bergstation der 4KSB Sattelboden – endlich war die Sonner hervorgekommen!
Halt! Da hatte ich ja noch das hier geknipst...
In der Sonne sah dieser Sahnehang natürlich noch viel besser aus!
Nicht-Diesel-Betrieben oben angekommen
Am oberen Bildrand sieht man die Bergstation der 4KSB...
Zoom zur Wopfner-Ruine oberhalb von Ladis, die ich 2011 mal aus der Nähe betrachtet habe.
So ungefähr müsste bis in die 70er Jahre der Lift verlaufen sein. Leider geht kein besserer Zoom.
Vor 10-25 Jahren hat es da drüben noch sicherlich jede Menge interessante Schlepper und Sesselbahnen gegeben. Aber nun?
Hier kann man wieder jene Verbindungsbahn von Ladis aus erkennen. Muss früher ja ein ESL gewesen sein, oder? Das wäre natürlich dann noch was für einen Abstecher gewesen!
Ohne Worte...
Dann ging es gleich mal weiter zur Talstation des Sattelbodenlifts, die etwa nach dem ersten Drittel der Abfahrt von der 4KSB erreicht ist.
Genau das richtige für mich! Der Lift ist übrigens von Wopnfer. Erinnerte mich – vor allem auch wegen der KSB – an Imst. Allerdings hat es dort eine 2KSB, aber eben auch noch einen Wopfner-Schlepper dazu.
Hier war den ganzen Tag über nie was los.
Schleppliftfahren, wie ich es mag und wie man es immer seltener bekommt.
Da gibt es mal eine Lichtung – und zwei Notwege für die Rausgefallenen...
Dann noch der Lärchenwald...
Zieht ganz gut hoch...
Nun musste ich erst mal meine Finger wiederbeleben – in der Trasse im Wald hinauf war es eisig kalt. Da passte es ganz gut, dass ich einen guten Appetit verspürte und so legte ich um halb zwölf eine Pause ein.
Ich bekam frische Pommes und fand eine stille Ecke im noch leeren Lokal, wo die Sonne herrlich zum Fenster herein schien. Fürs Draußensitzen war es mir noch ein bisserl zu kalt.
Mit dem Planggerlift ging es dann wieder hinauf.
Eine spätere Fahrt, aber passt grad gut rein...
Rechts vom Ausstieg gibt es einen Ziehweg – unterhalb davon waren einige Tiefschneefahrer unterwegs. Ich versuchte mich weiter drüben direkt neben der Piste auch ein paar Mal....
Hat Spaß gemacht, auch wenn mir schnell die Beine brannten...
Wieder auf der Piste...
Weiter unten wird die wieder schwarz...
Blick zurück auf den Steilhang.
Blick nach unten.
Da hinten diese Abfahrt war irgendwie recht nett zu fahren. Trotz Ziehweg am Anfang und Ende bzw. wenn man direkt zum Sessellift und nicht weiter runter zum Übungsschlepper fuhr, musste man ein Stück auf der Rodelbahn abfahren.
Wirklich idyllisch da hinten...
Schneise entdeckt – aber ich glaube, die wird von ner alten Stromleitung sein, oder?
Wieder im Hauptgebiet angekommen – ich sah, dass der Hammerlift nun in der Sonne lag und fuhr gleich mal rüber...
Nette Nachmittagsstimmung am Hammerlift...
Kleine Fotopause muss auch mal sein...
In der 4KSB ging es dann wieder hinauf...
Man konnte als Erwachsener eigentlich nicht außen sitzen – diese blöde Stange verhinderte es. Aber vermutlich braucht man die, um die Schlitten nach oben zu transportieren? Bei zwei Fahrten hatte ich zufälligerweise den gleichen Sitznachbarn – ein freundlicher, älterer Herr aus Bremen. Über meine 170 km ins Skigebiet konnte der nur lachen! So Liftgespräche sind oft ja auch meistens ganz nett. Außer mal im oberen Knapplhoflift (heute 4KSB) am Hauser Kaibling anno 1995 oder so – da wollte mir ein älterer Landsmann kluge Ratschläge fürs Schlepperfahren geben und ich durfte mir Moralpredigten bzgl. dem korrekten Anfassen des „Ankers“ anhören. Wäre der Lift nicht mitten durch den Wald hinauf gegangen, wäre ich einfach ausgestiegen. Der Mann damals war bestimm ein Lehrer
Alles Müller, oder was
Den Hang nun zum x-ten Mal vom Ausstieg der 4KSB geknipst...
Der Steilhang auf der anderen Seite des Schleppers ist aber auch nicht ohne...
Nachmittags am Planggerlift – da schaute der Liftler aber!
Nochmal ins Skigebiet gegenüber gezoomt.
Zoom zur DSB Venet-Süd, die ich vor fast genau einem Jahr gefahren bin.
Blick nach oben muss auch mal sein...
Ein Analphabet?
Ach ja, die Zeit ging wieder schnell vorbei an jenem schönen Samstag. Schwupp, schon ist man wieder bei der Arbeit und muss sich das Geld für die vielen Skipässe und Unmengen Sprit verdienen...
Also nochmal genießen ehe es wieder zurück auf die elend lange Heimfahrt nach München gehen sollte!
Einmal auch ganz „hinunter“, wo man dann um den ganzen Berg herum anschieben bzw. auf einem Ziehweg fahren muss und beim Übungslift neben der EUB wieder herauskommt. Dafür alles in allem total ruhig und idyllisch. Ist mal was anderes, als einfach nur wo herunterzuheizen, um gleich wieder hinauf zu fahren.
Skibrillenfilter
Die Leute werden sich was gedacht haben
Leider wurde es nun bald 16 Uhr und ich machte mich an die letzte Abfahrt...
Zoom auf Fendels von der Piste aus – der 12.01.2013 versank schon bald in der Dämmerung...
Noch mal ein Fotostopp an der 4KSB...
Gleiche Stützen wie an der oberen 2KSB in Imst. Am Axamer Lizum hat es ja auch noch eine 4KSB, die von Wopfner ist.
Am Hammerlift schmiss es noch einen hin, aber es schien nichts Schlimmes passiert zu sein.
An der Bergstation der EUB hatte die Kasse anscheinend pünktlich um 16 Uhr geschlossen, aber der Liftler versicherte mir, dass ich bei seinem Kollegen an der Talstation noch meine 5 EUR Pfand zurückbekommen würde. Leider war es in der Gondel dann nichts mit Füße-Ausstrecken. Obwohl sonst grad keiner runter fahren wollte, mussten sich fünf Leute noch in letzter Sekunde zu mir hineinzwängen. Aber wenigstens ist man dann nicht so alleine bei der Talfahrt...
Jedenfalls hat es mir in Fendels ganz gut gefallen – obwohl es ja ein kleineres Gebiet ist, kann man es da ganz gut einen Tag lang aushalten. Ich wollte es eben einmal besucht haben und so fuhr ich gut gelaunt wieder nach Hause zurück.