Wetter: Zuerst föhnig und sonnig, später zunehmend bedeckt
Schnee: Ca. 20 - 30 cm Neuschnee vom Vortag, leicht sulzig und teilweise etwas überfirnt
Lifte: Alle geöffnet
Pisten: Alle geöffnet ausser Nr. 7 (Skirennen am Sonntag)
Wartezeiten: 0 - 5 Minuten
Die Mörlialp liegt auf 1350 - 1850 MüM in reizvoller Voralpenlandschaft im Kanton Obwalden, gerade am Übergang von der bewaldeten Hügelregion zu den ersten markanteren Gipfeln.
Das Skigebiet ist in drei Sektoren aufgeteilt: Die 3SB "Wand" und der anschliessende SL "Alpoglen" bieten auf rund 500 Höhenmetern Zugang zu einer Vielzahl von unterschiedlich anspruchsvollen Pisten, wobei nur eine als blau eingestuft ist. Der SL "Mörliegg" stellt den zweiten Sektor dar, er verläuft sehr steil und erschliesst tolle und sonnige Hänge. Schliesslich können der Tellerlift und der alte SL "Wand", der nur noch in seinem flachen Teilstück befahren wird, als dritter Sektor betrachtet werden. Hier sind die Anfänger unterwegs.
Pistenplan: http://www.moerlialp.ch/index.php?optio ... 2e1a3cf439
Kartenausschnitt: http://map.geo.admin.ch/?Y=650877.5&X=1 ... be&lang=en
Das Wetter war tatsächlich viel, viel besser in den Alpen und um 1325 war ich an der Talstation. Um 1327 konnte ich für unglaubliche CHF 26 das Nachmittagsticket erwerben. Ich fuhr gleich mit der 3SB Wand (Garaventa, früher in Flims) hoch, leider aufgrund der vielen Kinder und Schlittenfahrer im veritablen Stop-and-go-Betrieb. Der Lift verläuft sehr steil und sah an diesem Nachmittag kaum Sonne:
Fast die gesamte Strecke der 3SB Wand
Bei der Bergstation
Bergstation 3SB
Danach gings weiter mit dem SL Alpoglen. Dieser verläuft in einem sehr schön coupierten und weiten Gebiet hinauf bis zum höchsten Punkt des Skigebietes auf 1850 MüM.
SL Alpoglen
SL Alpoglen vor dem Sarnersee
Pistenvarianten am SL Apoglen
Der Lift erschliesst mehrere schöne Pisten, davon eine "hintenrum" mit einer ganz ordentlichen Länge. Viele Skifahrer waren auf den ideal geneigten und breiten Hängen fleissig am carven. Der Schnee war etwas schwer und teilweise schon etwas abgefahren, aber ich war ja mit dem Snowboard da und daher vorwiegend auf Pulverschnee aus. Den gab es auch beidseits der Pisten immer wieder zu finden. Leider war er auch schon etwas schwer, aber mit dem Brett ist das ja weniger ein Problem.
Die schönste Piste hier oben war für mich die rote 4, gefolgt von der roten 6.
Wenn man in die richtige Richtung schaut, kommt hier oben auch durchaus schon etwas hochalpines Flair auf:
Giswilerstock
Ganz rechts das Brienzer Rothorn
In der anderen Richtung dominieren dann eher sanfte bewaldete Hügel und der Sarnersee. War auch sehr sonnig hier im oberen Sektor.
Trotzdem machte ich mich dann mal auf die Talabfahrt mit der schwarzen 8. Ziemlich eisig hier und neben der Piste war fast alles zerfahren. Mehr Off-Piste-Möglichkeiten gab es noch an der blauen 3.
Nach einer kurzen Stärkung im Restaurant machte ich mich an die Erkundung des zweiten Sektors mit dem SL Mörliegg. Zuerst flach und sogar mit einem Teilstück mit negativer Steigung, bei dem ich mit dem Fuss bremsen musste, um nicht den Bügel zu überholen, dann sehr, sehr steil. Kurz zwar, aber auch langsam (wie alle Anlagen im Gebiet) und unangenehm zu fahren.
SL Mörliegg
Umlenkstation SL Mörliegg
Trotzdem gönnte ich mir hier mehrere Fahrten, denn zu meiner Überraschung waren die Hänge am SL Mörliegg mit die schönsten und v.a. die Pulverschneemöglichkeiten am besten im gesamten Gebiet. Wirklich ein schönes Gelände hier, da nimmt man auch eine mühsame Skiliftfahrt in Kauf
Zwischenzeitlich hatte es doch zugezogen, die Sicht war aber noch recht gut.
Sarnersee im Dunst
Ich fuhr nochmals mit der 3SB hoch, erneut mit ständigen Stopps und dauerbeschallt von den Lautsprechern am Idiotenhügel nebenan. Das müsste echt nicht sein... Langsam ist die Bahn auch, aber ja auch kurz und daher ists nicht schlimm. Oben erkundete ich noch die Pisten, die ich bisher nicht gefahren war, mittlerweile waren auch nicht mehr viele Leute da und so war auch die schlechtere Sicht kein Problem.
Am SL Alpoglen hatte ich dann einige Schrecksekunden, als einige Bügel vor mir im Steilstück ein kleines Kind aus dem Lift fiel. Hier im Forum hab ich schon verschiedentlich Horrorstories über Skilifte gelesen, aber passiert ist es mir nun zum ersten mal. Ich hatte ca. 5 Sekunden Zeit mit dem Leben abzuschliessen
Um 16 Uhr war dann Schluss, ich machte noch einmal die Abfahrt von ganz oben nach ganz unten und dann gings über die sehr schmale und kurvige Zufahrtstrasse wieder runter ins Tal. Leider hinter drei Autobussen und folglich im Schleichtempo, ich verlor sicher 15 Minuten. Müssen wirklich überall riesige Autobusse hinfahren?
Fazit:
+++
Kurze Anreise
Wetter
Viel Neuschnee
Abwechslungsreiches und schönes Gelände
Sehr günstig
Landschaftlich sehr schön
Trotz Samstag kaum Wartezeiten
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Sehr langsame Lifte
Laute Musik im unteren Bereich
Schnee etwas schwer
Enge und kurvige Zufahrtsstrasse