Nach rund 100 Minuten Fahrzeit ab Bern kamen wir bei der 6KSB-Talstation hinten in Champéry an und kauften die verhältnismässig günstige internationale Tageskarte (57 CHF); der Wermutstropfen: Auch dies ist eines der an sich zu boykottierenden Skigebiete, die einem den Datenträger ohne Depot verkaufen. Immerhin für nur 3 CHF, ich finde diese Masche aber zum Kotzen, selbst wenn man positiv anmerken muss, dass man hier spottbillig hunderte Pistenkilometer geniessen kann (86 CHF Zermatt/Cervinia als Vergleich). Doch es geht um die Geste; so nervt man sich schon zum ersten Mal am Morgen. (Stammgäste profitieren hingegen mit einem Punktesammelsystem - dieses sollte aber freiwillig sein und Gästen, die nur alle paar Jahre kommen und dann die Karte sicher vergessen, nicht aufgezwungen werden.)
Der Rest des Tages ist schnell erzählt: 20% Sonne, 80% Nebel und Schneefall, feines französisches Essen im Restaurant "L'Abricotine"...
... und sonst grösstenteils eben "Herumstochern im Nebel" bei eisiger Kälte (wohl gegen -20 Grad mit Windchill) und minimaler Sicht. Es hat vor allem um Avoriaz herum sehr viel Schnee:
Faszinierend fand ich die unendliche Weite des Gebietes und die schier unbegrenzten Möglichkeiten - kannte ich so bisher nicht. Weniger toll waren die vielen Leute, von denen gefühlte 80% die klassischen Pistenblockier-Anfänger waren. Aber eben, es ist Feriensaison. Die fixgeklemmte Poma-Anlage zwischen Avoriaz und Les Crosets verdient wohl das Prädikat "Schrott des Jahrhunderts" - die Schliessbügel wurden entweder mit Zwergen oder gar nicht praxisgetestet. Ohnehin machen die Garaventa/DM-Anlagen auf der CH-Seite den weitaus fitteren Eindruck.
Avoriaz als Ort ist etwas, das ich so nie zuvor gesehen hatte ausser in diesen Prospekten, bei deren Anblick man findet "iieks, klassischer aus dem Boden gestampfter Retortenort, hierher komm ich nie" - ich gebe zu, dass einen die Architektur trotzdem ganz schön in ihren Bann ziehen kann. Ski- und Sessellifte mitten durch die Kleinstadt, mit den Skis einkaufen gehen... doch, wieso nicht. Allerdings möchte ich nicht wissen, wie es hier im Sommer oder mit wenig Schnee ausschaut.
Nun, ich werde sicher einmal bei stabilen Hochdruckverhältnissen hierher zurück kommen, wenn sich das Gebiet nicht wie "Portes du Brouillard" anfühlt. Auch für einen Liebahber von kleinen Skigebieten ist etwas wie "Portes du Soleil" schon faszinierend. Allerdings müsste man wohl wenn schon gleich ein paar Tage bleiben.
Die weiteren Fotos dieses Tages sind in diesem Album auf skiliftfotos.ch zu finden.