Am 01. und 02.04. im Heide-Park in die Freizeitpark-Saison starten, natürlich wie immer mit Übernachtung im Hotel Port Royal. Nur dass 3 Tage vorher abzusehen war, dass aufgrund der Witterung bzw. Kälte kaum etwas fahren würde. Und nur wegem dem Hotel und der neuen Show die knapp 500 km einfach abspulen? Nö, da war uns das Geld dann doch zu schade. Dann laufen die Jahreskarten eben Mitte April ab, ohne dass wir nochmal dort waren. Jedenfalls wurde der Trip 3 Tage vorher gecancelled und das ausgepackt:
Der Plan, Teil 2:
Dann wird der Saisonstart halt in den Freizeitpark Plohn verlegt. Macht ja nix, wenn dort nur Teilbetrieb wäre, wir haben's ja nicht weit und ebenfalls eine Jahreskarte. Aber auch hier wurde uns ein Strich durch die Rechnung gemacht, denn nach anhaltenden Schneefällen musste der ursprünglich für 28.03. geplante Saisonstart mehrmals verschoben werden - aktuell ist nach wie vor nicht geöffnet (wie in vielen anderen Parks auch). Also blieb nur noch eine Möglichkeit, den Ostermontag sinnvoll zu nutzen...
Die Alternative:
"Pendelbahn statt Achterbahn!" und die eigentlich schon beendete Skisaion nochmals eröffnen. Die Entscheidung fiel recht spontan und denkbar spät, nämlich am Montag morgen um 09.00 Uhr. Dem Rest der Familie steht der Schnee bis obenhin, also machte ich mich allein auf die Socken - es sollte erstmals nach Oberwiesenthal an den Fichtelberg gehen. Ist von mir aus eine Ecke zu fahren, also schnell die Sachen ins Auto und nix wie los...
Anfahrt:
Weißdorf - Rehau - A93 - A72 - Stollberg - Zwönitz - Scheibenberg (Umleitung, auch das noch
Rückfahrt - noch mehr über die Dörfer: Oberwiesenthal - Tellerhäuser - Rittersgrün - Breitenbrunn - Sosa - B 169 - Wernesgrün - Rodewisch - B 94 - Lengenfeld - A72 - A93 - Rehau - Weißdorf mit etwas Stau 141 km in gut 2 Stunden. Ganz schönes Gekurve durch's Erzgebirge... mein Gefühl sagte mir, es gäbe einen besseren Weg, aber ich kannte mich nicht zu 100 % sicher genug aus, also dem Navi folgen. Tja, mein Gefühl hätte gepasst, es wäre etwas schneller/kürzer gegangen. Dann halt nächstes Mal.
Wetter & Schnee:
Temperaturen zwischen 0 und -5 Grad, den ganzen Tag mehr oder weniger starker Schneefall, immer mal wieder versuchte sich die Sonne durchzukämpfen, meist recht erfolglos.
Schneehöhe gut bis sehr gut, oben ca. 1 Meter. Abseits der Pisten / durch den Wald spaßig zum Fahren bei ca. 10 cm frischem Pulverschnee. Pistenzustand durchwachsen, teilweise vereist (schwarze R unter der Schwebebahn und rote 4 vom kleinen Fichtelberg), auf den Wegen durch den Wald teilweise Steinchen, insgesamt aber ziemlich o.k.. Sehr stumpfer Neuschnee (vor allem auf den Himmelsleiter-Abfahrten 9 und 10).
Anlagen/Pisten in Betrieb: Alle außer ESL "F Großer Sessellift" mit zugehörigen Pisten 6 und 7 auf dem Kleinen Fichtelberg
Gefahren mit:
4 KSB/B Vierersesselbahn (9 x)
2 SL Himmelsleiterlift (6 x)
45 PB Seilschwebebahn (2 x)
2 SL Kurvenlift (2 x)
2 SL Nachtskilift (1 x)
Gesamt lt. Skiline: 20 Liftfahrten, 5.381 hm, 41 Pistenkilometer
Gefallen:
- Nettes, familiäres Skigebiet
- Top-Bedingungen für 01. April
- Kaum Wartezeiten (max. 2 Minuten)
- Waldabfahrten an der Himmelsleiter
- "Tree Skiing" - einfach quer durch den Wald
- Fichtelberg-Schwebebahn - Kult!
Nicht gefallen:
- Keine Fernsicht
- Stumpfer Neuschnee
- Teilweise Flach-/Schiebestücke
- ESL Kleiner Fichtelberg nicht in Betrieb (oder ist der etwa LSAP?)
Fazit: War mein Erstbesuch in Oberwiesenthal. Sicher nicht mein letzter. Das Skigebiet macht Laune, vor allem (Stäntn wird es mir kaum glauben) die Neu-/Tiefschnee-Abfahrten durch den Wald und neben den Pisten haben Laune gemacht. Und alle schmalen Waldwege am Fichtelberg kenne ich jetzt glaube ich auch...

Der erste Blick von der Talstation über die "Rennstrecke" Richtung Gipfel. Dank leicht verspäteter Ankunft habe ich die "Tageskarte ab 11.00 Uhr" für 23 Euro gelöst. Finde ich preislich o.k..

Am Gipfel des Fichtelberges nach der ersten Auffahrt mit dem Vierersessel. Hier der Ausstieg des Himmelsleiterliftes, zu dem auf beiden Seiten eine Waldpiste führt. Gleich mal beide getestet - die Abfahrten sind sehr schön, aber die Flachstücke waren durch den stumpfen Neuschnee nicht so der Brüller...

Wieder oben, die Sonne kommt kurz mal durch, gleich mal die "Schwarze" unter KSB / PB fahren. Vormittags ging sie noch ganz ordentlich, im Lauf des Tages kam immer mehr Eis heraus. Aber dafür ging es neben der Pistenbegrenzung recht nett.

Oberhalb der mächtigen Stütze 2 mit Blick auf Oberwiesenthal. Der gegenüberliegende Hang hinter dem Ort liegt bereits in Tschechien. Dort befinden sich ein oder mehrere weitere (Einzel-)Schlepplifte - die genaue Zahl konnte ich nicht erkennen. Bei der Heimfahrt aus dem Auto heraus meinte ich zu erkennen, dass ein Stangenschlepper dabei ist. Kennt sich da jemand genauer aus?

Etwas weiter nach rechts geschwenkt - hinten sieht man den Ausläufer des Keilbergs. Vorne der breite Haupthang, in den mehr oder weniger alle Abfahrten (außer "R" und Himmelsleiter) münden - nebeneinander. Kann man also beruhigt mehrfach zählen

Gondelbegegnung an Stütze 2. Ich mag diese alte Seilbahn, vor allem die stylishen Stationen und die rot/gelb-Kombination mit den knalligen Stützen. 2 x bin ich damit gefahren, mit 7 m/s einiges schneller als der Vierersessel.

Kabine auf dem Weg ins Tal mit Blick auf Oberwiesenthal.

Wieder oben angekommen: Das "Hotel Fichtelberghaus".

Und nochmal die Schwebebahn - Gondel kurz nach der Ausfahrt aus der Bergstation.

Nun ging es auf die andere Seite: Rote 4 vom Kleinen Fichtelberg.

Und der Blick nach unten in den breiten Haupthang. Links der Anlaufturm der großen Sprungschanze.

Blick vom Kleinen zum Großen Fichtelberg. Dazwischen in der Senke die Fichtelbergbaude, die den umliegenden Wald lautstark mit wummernden Bässen beschallte. Komisch, dass niemand dort einkehren wollte...

Die Oberwiesenthaler Sprungschanzen vom Vierersessel aus gesehen.

Und noch ein Blick auf die schwarze Abfahrt. Inzwischen zunehmend verbuckelt und eisig.

Weil's so schön war, nochmal eine der schönen Waldabfahrten an der Himmelsleiter. Hier der untere Teil.

Das letzte Stück geht mitten durch die Bäume. Zwar flach, aber sehr schön. Ich wollte keine Zeit verlieren und habe mir statt einer Einkehr nur einen schnellen Roster mit Radeberger-Löschzwerg am Himmelsleiter-Imbiss genehmigt. Vor Fett triefender Roster auf Papptellerchen, ohne Besteck, und statt einer Semmel eine trockene Scheibe Toastbrot. Immerhin gab's Senf dazu. Naja...

Im Himmelsleiterlift. Wunderschöne, tief verschneite Winterlandschaft. Auch die Lifttrasse hat mir sehr gefallen - eine schöne enge Waldschneise, die talwärts fahrenden Gehänge sind fast an jedem Baum angestreift.

Am Ausstieg des Himmelsleiterlifts, hinten die Bergstationen der KSB und PB, rechts das Fichtelberghaus.

Einfahrt in die (von oben gesehen) rechte Himmelsleiter-Abfahrt. Diesmal ging es nach einigen Metern rechts ab in den Wald und quer runter zum Vierersessel.

Etwas oberhalb der Talstation im "freien Skigelände" - macht Laune, es kam tatsächlich Powderfeeling auf. Dabei bin ich doch eigentlich ein Pistenfahrer...
Die Sonne kam kurz noch mal durch und endlich war auch mal der Gipfel des Keilbergs kurz zu sehen.

Ein trotz durchwachsenem Wetter und Schneefall schöner und gelungener Skitag neigt sich dem Ende entgegen. In Oberwiesenthal war ich nicht zum letzten Mal. Und den Keilberg gegenüber will ich mir auch noch ansehen.

Letzter Blick vom Parkplatz nach oben. Und damit endet meine Wintersaison jetzt definitiv. 19 Skitage alpin und 4 Tage Langlauf auf meiner Privatloipe. Gar nicht schlecht - sogar neuer persönlicher Rekord. Mal sehen, was der nächste Winter so bringt. Nun geht es aber mit der Parksaison los, im Europa-Park ist man zum Glück nicht so sehr vom Wetter abhängig.