Fünfjähriger bei Unfall mit Pistenraupe in Salzburg getötet

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PB260D
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Re: Fünfjähriger bei Unfall mit Pistenraupe in Salzburg getö

Beitrag von PB260D »

Unglaublic dass man so einen Unglücksfall nicht mal als tragisches Schicksal abhacken kann.
Und die Raupenfahrer haben Nachts noch genug Arbeiten sonst zu Erledigen.

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Dachstein
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Re: Fünfjähriger bei Unfall mit Pistenraupe in Salzburg getö

Beitrag von Dachstein »

baeckerbursch hat geschrieben:
Es gibt aber, wie in allen Bereichen des Lebens, Tätigkeiten, die man zur eigenen Sicherheit lieber bei Tageslicht erledigt.
Etwas gehässig also bedeutet das, das das gemeineine "Touristenvolk" tagsüber der Gefahr einer Raupe ausgesetzt werden kann, damit die Bergbahnmitarbeiter nachts keine Gefahr mehr haben.
Ich frage mich allen erstes mittlerweile, ob ihr ernsthaft meint, dass das Leben eines Mitarbeiter weniger wert ist als das Leben eines Gastes... Kommt mir sehr rücksichtsvoll vor, so eine Aussage.

Grundsätzlich: jedes Leben ist so wertvoll, dass jedes besonders zu schützen ist. Daher: Arbeiten, die für die Mannschaft Gefahren birgen, am Tage durchführen! Ich kann dir gerne sagen, dass ich selber bei Flutlicht arbeiten muss in der Nacht als Sanitäter, und ich musste mich selber bereits einmal durch einen beherzten Sprung ins Nirvana retten. 15 Meter weiter vorne, und ich wäre nicht im Straßengraben, gelegen, sondern 4 Meter tiefer in einem steinigen Bachbett... Und hier schreiben würde ich vermutlich auch nimmer.

Argumentativ ist Jens.f mal wieder nichts hinzuzufügen. Was ich aber irgendwie absurd finde, ist die Tatsache, dass angeblich in der Nacht keine Gefahr von Maschinen ausgeht. Wie war das nochmal mit Tourengeher und co? Wenn man ihnen dann die Piste sperrt, weil Maschinen unterwegs sind oder sein können (um die Gefahr auszuschließen), gibt es erst wieder Protest...


MFG Dachstein
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baeckerbursch
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Re: Fünfjähriger bei Unfall mit Pistenraupe in Salzburg getö

Beitrag von baeckerbursch »

Ich frage mich allen erstes mittlerweile, ob ihr ernsthaft meint, dass das Leben eines Mitarbeiter weniger wert ist als das Leben eines Gastes... Kommt mir sehr rücksichtsvoll vor, so eine Aussage.
Moment, das hast doch du gesagt! Du hast gemeint das es sicherer ist (für die Mitarbeiter der Bahn) tagsüber zu arbeiten, nicht nachts.

Darauf meine Aussage.

Ich kann nicht erkennen das vom Umsetzten von Schneekannonen in der Dämmerung eine große Gefahr ausgeht.
Was ich aber irgendwie absurd finde, ist die Tatsache, dass angeblich in der Nacht keine Gefahr von Maschinen ausgeht. Wie war das nochmal mit Tourengeher und co? Wenn man ihnen dann die Piste sperrt, weil Maschinen unterwegs sind oder sein können (um die Gefahr auszuschließen), gibt es erst wieder Protest...
Es ist doch schon überall gesperrt! Genau weil es ja so gefärhrlich mit den Raupen ist. Aber tagsüber dürfen sie fahren (wo viel mehr auf den Pisten los ist)
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Dachstein
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Re: Fünfjähriger bei Unfall mit Pistenraupe in Salzburg getö

Beitrag von Dachstein »

baeckerbursch hat geschrieben:Ich kann nicht erkennen das vom Umsetzten von Schneekannonen in der Dämmerung eine große Gefahr ausgeht.
Na dann stell dich mal bitte in den Kegel eines Scheinwerfers und versuche zu erkennen, was beispielsweise dahinter passiert... Und ja, es ist eine erhebliche Gefahr sogar! Du erkennst nicht, was dir der Kollege im Führerhaus mitteilen will mittels Handzeichen, du siehst nur die nächste Umgebung, wenn du ausrutscht landest du wenn du Pech hast irgendwo dort, wo du dich verletzten kannst. Nicht umsonst werden Baustellen aus vielen Winkeln ausgeleuchtet, um alle Bereiche möglichst auszuleuchten, um die Gefahren weitestgehend zu minimieren. Das geht einfach auf der Piste nicht. Daher: Arbeiten, die bei Tageslicht besser und sicherer zu erledigen sind, auch Tagsüber erledigen. Bevor etwas passiert und dann alle nach dem Warum fragen...
Es ist doch schon überall gesperrt! Genau weil es ja so gefärhrlich mit den Raupen ist. Aber tagsüber dürfen sie fahren (wo viel mehr auf den Pisten los ist)
Es geht nicht von der Maschine an sich eine Gefahr aus (bezogen auf die Nachteinsätze), sondern von möglichen Windenseilen. Denn Windenseile können im Dunklen nur sehr schwer erkannt werden und schlagen aufgrund von Zugbewegungen teilweise brutal hin und her. Das ist potentiell tötlich. Daher werden auch Pisten mit Windenmaschinen am Tage nicht präpariert, wenn diese Piste nicht gesperrt ist.
Wie weiter oben schon mal angemerkt wurde, fahren Pistengeräte im Tageseinsatz wesentlich defensiver als bei Nacht. Daher geht am Tage eine wesentlich geringere Gefahr von Pistengeräten aus als in der Nacht.

Und wenn du schon sagst, dass es so gefährlich mit den Maschinen sei, dann wäre jeder Rettungseinsatz ein potentiell gefährliches Himmelfahrtskomando. Und dem ist eben nicht so.

Wenn man sich schon über die Sicherheit auf Pisten unterhält, wäre es in meinen Augen wesetlich wichtiger, die Anfänger und Möchtegernskifahrer von den schwarzen Pisten fernzuhalten. Die sind dort eine wesentlich größere Gefahr für sich und andere als jedes Pistengerät auf dieser Erde. Denn sinnigerweise passieren eine Vielzahl von Unfällen auf der Piste nicht mit Pistenmaschinen, sondern bei Zusammenstößen aufgrund von Missachtung von Fisregeln und Selbstüberschätzung.

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GMD
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Re: Fünfjähriger bei Unfall mit Pistenraupe in Salzburg getö

Beitrag von GMD »

Dachstein hat geschrieben: Wenn man sich schon über die Sicherheit auf Pisten unterhält, wäre es in meinen Augen wesentlich wichtiger, die Anfänger und Möchtegernskifahrer von den schwarzen Pisten fernzuhalten. Die sind dort eine wesentlich größere Gefahr für sich und andere als jedes Pistengerät auf dieser Erde. Denn sinnigerweise passieren eine Vielzahl von Unfällen auf der Piste nicht mit Pistenmaschinen, sondern bei Zusammenstößen aufgrund von Missachtung von Fisregeln und Selbstüberschätzung.
Das würde ich aber sofort unterschreiben! Was das bedeutet sah man vor einer Woche in Alpe d'Huez. Am Skitunneleingang steht auf vier Sprachen, dass die dem Tunnel folgende Abfahrt nur für sehr gute Skifahrer sei. Aber das kümmerte die Leute wenig. Dank geschlossener Sarenne war dies die einzige Möglichkeit per Ski ins Tal zu gelangen und dementsprechend tummelten sich zahlreiche "Ich bin zu stolz mit der Seilbahn runter zu fahren"-Typen auf der Tunnel. Auf dem Serpentinenweg beim Tunnelausgang bildete sich sogar ein Stau, und bei vielen konnte man die Frage "Was mache ich bloss hier?" in der Körperhaltung regelrecht ablesen. Oder anders gesagt: Man sah ihnen den Schiss den sie hatten förmlich an. Entsprechend verkrampft quälten sie sich dann auch die Abfahrt runter.
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snowflat
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Re: Fünfjähriger bei Unfall mit Pistenraupe in Salzburg getö

Beitrag von snowflat »

Ein Pistenraupenfahrer und ein Bergbahnen-Betriebsleiter aus dem Tennengau wurden beim Landesgericht wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Umständen verurteilt. Beim Transport einer Schneekanone war ein vier Jahre altes Kind überrollt worden.
Neffe tot: Pistenraupenfahrer verurteilt
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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Re: Fünfjähriger bei Unfall mit Pistenraupe in Salzburg getö

Beitrag von chianti »

Fazit: weil das, was der gesunde Menschenverstand schon selbstverständlich erscheinen lässt - nämlich dass man den gesamten Bereich, den man gefährdet, überblicken können muss - hier nicht beachtet wurde, haften Fahrer und Betreiber. Und man musste diese Selbstverständlichkeit nun als Vorschrift erlassen.
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