Was bietet sich bei dem Wetter besser an als eine ausgedehnte Wanderung auf den höchsten Berg der Allgäuer Alpen? Ins Auge gefasst hatte ich den Großen Krottenkopf vor ein paar Jahren schonmal, aber dann irgendwie wieder aus den Augen verloren, da die Besteigung von Oberstdorf nicht so pralle ist durch das lange Trettachtal. Daher ein anderer Plan: Mit dem Auto so ca. 100 km ins Lechtal fahren und von Holzgau aus starten. Es sollte möglichst früh losgehen, da der Gipfel am Wochenende recht überlaufen ist und ich so noch die kühlen Temperaturen am Morgen ausnutzen wollte. Ferner gilt es auch das nachmittägliche Gewitter- und Regenrisiko im Blick zu haben.
Der Wecker klingelte um 4:30 Uhr und um 5:15 Uhr ging es mit dem Auto ins Lechtal
Wegbeschreibung:
Das Auto wurde an der Kirche geparkt und um 6.30 Uhr brach ich von dort auf. In der kühlen Morgenluft (14 Grad) folgte ich dem Sträßchen ins Höhenbachtal hinein. Am Simms-Wasserfall vorbei passierte ich das Cafe Uta, verständlicherweise um die Uhrzeit geschlossen. Von dort ging der Weg wieder etwas flacher am Bach entlang bis zur Rossgumpenalp. Bei der Hütte bog ich der deutlichen Beschilderung folgend schräg nach rechts ab und gewann auf einem teilweise steinigen Steig an Höhe. Recht früh kamen mir Unmengen an Wanderern entgegen … kein Wunder, war ich ja auf dem E5 in entgegengesetzter Richtung unterwegs. Bei einer kleinen Hütte war dann auch erstmals das heutige Tourenziel zu sehen. Ich folgte dem Weg weiter bis zu einer Abzweigung etwas unterhalb des Mädelejochs, wo ich den rechten Weg in Richtung Krottenkopf wählte. Ich passierte die nächste Wegkreuzung, bei der der Weg von der Jöchelspitz-Bahn einmündet. Diesen Weg nahm ich dann nach dem Abstieg vom Großen Krottenkopf zur Jöchelspitze. Weiter ging es an den Aufstieg zur Krottenkopfscharte, der meist durch Geröll führt. Bei einem kleinen felsigen Absatz halfen einem einige Eisentritte. An der Krottenkopfscharte (2350m) angekommen bog mein Weg nach links ab und führte uns zunächst wieder über viel Geröll auf den Gipfel zu. Allmählich wurde der Steig felsiger und ich gelangte schließlich in leichter Kletterei über viele Stufen auf den kreuzgeschmückten Gipfel (neues Kreuz seit letztem Jahr) des Großen Krottenkopf, den ich um 10.30 Uhr erreichte, also erheblich schneller als angeschlagen. Ich war an dem Tag aber nicht der erste oben, viele wandern von der Kemptener Hütte aus und haben so einen erheblichen Zeitvorteil. Aber als ich oben ankam waren wir zu Dritt, es wurden dann schnell mehr … so hat es sich gelohnt früh oben zu sein. Ich genoss die Zeit am Gipfel etwas länger, denn es bot sich eine beeindruckende Bergkulisse. Für den Abstieg hatte ich mir vorgenommen, den Weg über die Jöchelspitze zu nehmen. Ich nahm dazu die o.g. Abzweigung, auch wenn es weiter oben auch nen Weg gab, welcher aber nicht in der Karte und beschildert war. Daher sah ich von der Alternative ab. Wechselnd hoch und runter verlief der Weg oberhalb vom Höhenbachtal, welches ich am Morgen hineingewandert bin. An einer Stellt musste nochmal etwas seilgesichert geklettert werden. Zur Jöchelspitze ging es noch ein paar Höhenmeter hinauf. Nach kurzer Pause ging es an den nicht enden wollenden Abstieg nach Holzgau uber 1.100 Höhenmeter am Stück. Den Parkplatz an der Kirche erreichte ich schließlich um 16.15 Uhr.
Beim Tracking hats heut nicht so ganz gefunzt, auf dem Weg zur Krottenkopfscharte hat das GPS ausgesetzt und später war etwas oberhalb von Holzgau der Akku leer bzw. so weit zur Neige, dass sich das GPS ausgeschaltet hat.
Tourdaten:
Strecke: ca. 20 km
Höhenunterschied: 1.936 m
min. Höhe: 1.093 m
max. Höhe: 2.659 m
Dauer: 9h 45min (inkl. Pausen)
GE-Track:
Höhenmeterdiagramm (Strecke)
Höhenmeterdiagramm (Zeit)
Bilder:
^^ Auf der A7 … um 5:37 Uhr … 20 Grad
^^ Und in Holzgau dann 14 Grad
^^ Kirche zu Holzgau, die Gipfel hinten haben schon Morgensonne
^^ Im Höhenbachtal, oben quert eine große Hängebrücke (längste Fussgänger-Hängebrücke Österreichs)
^^ Blick von unten (muss ich nochmal hin, heute war mir das auf dem Rückweg zu viel)
^^ Höhenbach
^^ Dito
^^ Simmswasserfall mit interessanter Straßenführung
^^ Blick zurück
^^ Cafe Uta
^^ Blick zurück
^^ Die Rossgumpenalpe
^^ Wasserfall an der Rossgumpenalpe
^^ Der Weg ist das Ziel … 4,5 Stunden ...ich habe von hier aus 3 Stunden gebraucht
^^ Ach ja, durch das Höhenbachtal verläuft der E5 von der Kemptener Hütte aus
^^ Rossgumpenalpe mit Blick ins Schochenalpbachtal an dessen Ende das Hohe Licht liegt
^^ Also hätte ich 15 min vorher nicht das Wanderschild mit 4,5 Std. fotografiert hätte ich jetzt an mir gezweifelt. Also die 2,5 Stunden sind falsch
^^ Alpenrosen und das Tagesziel (der rechts spitze Gipfel)
^^ Da geht’s hinauf, der Große Krottenkopf
^^ Blick zurück
^^ Na, die Kühe sind hier oben sicher glücklich
^^ Echt schön hier oben
^^ Ein massives Schneefeld
^^ Gab interessante Perspektiven
^^ Da drüben ging der Weg weiter … die Passage über die Schneebrücke war mir aber nicht gnz Geheuer, da könnte man tief fallen, wenn die einbricht. Ich bin oben herum gelaufen.
^^ Blick zum Mädelejoch, dahinter liegt die Kemptener Hütte
^^ Blick durchs Mädelejoch zum Fellhorn/Kanzelwand und Hoher Ifen mit Gottesacker
^^ Aufstieg zur Krottenkopfscharte, Geröll lässt sich einfach blöd laufen
^^ Ankunft Krottenkopfscharte und Blick ins Hermannskar
^^ Da führt der Weg zum Gipfel hinauf
^^ Und los gehts
^^ Hund müsste man sein
^^ Über Fels ging es hinauf
^^ Der Gipfel oben links
^^ Aber es war noch ein Stück
^^ Schneefeld auf dem Weg zum Gipfel
^^ Blick zurück zur Scharte hinab
^^ Und der Gipfel fast erreicht, es galt nur noch den Grat zu überqueren
^^ Und Gipfelfoto auf dem höchsten Berg der Allgäuer Alpen … Berg heil!
^^ Gipelkreuz mit Blick nach Süden
360°-Panorama vom Gipfel:
Direktlink
^^ Hermannskar mit Hermannkarsee, noch zugefroren
^^ Hochvogel
^^ Blick ins Allgäu
^^ Hoher Ifen, davor Kanzelwand und Fellhorn
^^ Sogar nen Teich gibt’s hier oben. War aber alles andere als einladend.
^^ Dürfte der Ortler sein
^^ Hoher Riffler
^^ Der Grat
^^ Hochvogel
^^ Blick zurück, einige kraxeln zum Gipfel
^^ Wieder an der Scharte
^^ Großer Krottenkopf
^^ Großer Krottenkopf mit einer Vielzahl von Blumen
^^ Erfrischendes Nass
^^ Enziane und Großer Krottenkopf
^^ Und nochmal … schon ein sehr imposanter Gipfel, unterhalb erkennt man den Weg zur Schwarte, die rechts liegt
^^ Der Weg zur Jöchelspitze
^^ Dann musste noch mal geklettert werden
^^ Blick ins Schochenalpbachtal an dessen Ende das Hohe Licht liegt
^^ Blick zurück
^^ Eine Schafherde am Schneefeld
^^ Und weiter gehts
^^ Kurze Pause vorm Aufstieg zur Jöchelspitze
^^ Blick zurück, rechts die Rothornspitze
^^ Jpchelspitze
^^ Da geht’s dann noch hinab, Holzgau
^^ Blick von der Jöchelspitze, der Gipfel der in der Bildmitte herausschaut ist der Große Krottenkopf
^^ Also der da
^^ Blick ins Lechtal
^^ Da hab ich jetzt noch was vor mir
^^ Der Ausblick entschädigte dafür
^^ Die Hängebrücke, nun von oben
^^ Kurvenschlepper in Holzgau … es wurde auch dunkel und donnerte
^^ Ziel gleich erreicht
^^ Ziemlich warm hier unten, das war auch der Nachteil beim Abstieg, da der Weg die meiste Zeit voll in der Sonne war.
Fazit:
Eine traumhafte Bergtour in einer beindruckenden Hochgebirgslandschaft. Wer den Großen Krottenkopf ebenfalls als Tagestour machen will, sollte besonders den großen Höhenunterschied beachten. Ansonsten bietet sich auch die nahe Kemptner Hütte zur Übernachtung an. Außerdem muss man einige leichte Kletterstellen meistern, die jedoch maximal den unteren I. Schwierigkeitsgrad erreichen. Darüber hinaus ist wegen des vielen Gerölls besonders auf den Felsstufen im Gipfelbereich Trittsicherheit wichtig. Der Gipfelaufbau selbst ist - von einem kurzen Gratstück direkt vor dem Gipfel einmal abgesehen- kaum ausgesetzt. Schwindelfreiheit ist besonders für das Gratstück notwendig. Der Abstieg über die Jöchelspitze ist länger, aber landschaftlich rundet diese Variante die Bergtour ab, gleich wenn der Abstieg nach Holzgau nicht ohne ist, da sehr lang und teilweise steil.