[n]:„Unzählige“ Male habe ich bereits in der Region, vorzugsweise in Grainau, schöne Urlaubstage verbracht – allerdings im Unterschied zum diesem mal, vorzugsweise i in der Spätsaison. Skigelaufen bin ich entsprechend, mangels Öffnung im Classic Gebiet, nur auf dem Zugspitzplatt. Nun, im Zuge unserer DgJwij4LToT sollte sich dies endlich ändern.
Doch zunächst zur Vorgeschichte. Warum hat es uns vom schneereichen Südtirol über das warme, grüne Allgäu ins unwinterliche, Oberbayrische Verschlagen?
Naja, auf der einen Seite suchten wir nach geöffneten, bislang noch nicht von uns frequentierten Skigebieten, kurzfristig vom Oberallgäu zu erreichen. Auf der anderen Seite sollte aber auch so etwas wie Schneesicherheit, zumindest aber eine Fluchtmöglichkeit nach oben vorhanden sein.
Erschwerend kamen die Krokusferien hinzu
Zum Glück gibt es da noch Oberbayern, welches offensichtlich, trotz nicht weniger schlechter Schneelage auf der Beliebtheitsskala der Niederländer deutlich weiter unten rangiert
So fanden wir in Farchant, wenige Kilometer nördlich von Garmisch-Partenkirchen, eine tolle Unterkunft – ja sogar die vom Preis-Leistungsverhältnis beste Ferienwohnung, die ich in Bayern bislang bewohnen durfte. Kommen wir also langsam zum eigentlich Wichtigen.
[Z]: Letztem Satz schließe ich mich an, so wie ich es eh bisher getan habe
[n]: Nicht umsonst nenn ich dich mittlerweile Zottel2999
DgJwij4LToT - Die große „Jo wos is jetzt“ 4 Länder Tour ohne Titel (na geh doch ham!)
Teil 14 – Garmisch Classic - Deutschlands größtes Skiwegiet
[n]: Garmisch-Partenkirchen, eine Stadt äh ein Markt in Oberbayern, der wohl jedem Deutschen ein Begriff ist, zumindest aber sein sollte?
Die Ortschaft bietet das wohl bekannteste, ja „berühmteste“ Skigebiet in Deutschland – das auch auf internationaler Ebene. Schon die Auflistung der Partnerstädte u.a. Aspen und Chamonix liest sich wie ein "Who is Who" der Top-Wintersportdestinationen.
Doch warum ist das eigentlich so? Warum meint man Garmisch-Partenkirchen sei DER Top-Spot was den alpinen Wintersport in Deutschland betrifft? Die Winterspiele 1936 liegen zu lange zurück.
Von größerer Bedeutung sind sicherlich die Skirennen am Gudiberg und der Kandahar-Abfahrt sein. Jede Saison, außer es mangelt wie in diesem Winter an Schnee, gastiert hier der Weltcup-Zirkus, nur wenige Jahre sind seit der Ski-WM vergangen. Die gefühlt endlosen Querelen um die mittlerweile endgültig gescheiterte, ja abgelehnte Olympiabewerbung sind sicherlich auch vielen noch im Gedächtnis.
Weiterhin sorgt ein nicht allzu kleiner, US-Amerikanischer, Militärstützpunkt für reichlich Nachschub an internationalem Publikum. Auf dem Parkplatz am Hausberg habe ich sogar französische Kennzeichen gesehen - gibt's in den Ostalpen nicht allzu häufig
Wichtigster Trumpf für den Tourismussektor ist aber die Lage Garmisch-Partenkirchens zwischen dem hochalpinen Wettersteingebirge und den zahmeren Ammergauer- und Bayrischen Voralpen. Deutlich hervorzuheben ist hier vor allem die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg. Ihre Strahlkraft ist, auch Dank der hervorragenden Erschließung (allen Unkenrufen zu trotz!) wohl maßgeblich für die Bekanntheit der Region und ein echter Touristenmagnet - auch wenn anscheinend keine Gelddruckmaschine. Trotzdem, Garmisch-Partenkirchen ohne Zugspitze, das würde wohl nicht so ohne weiteres funktionieren - zum Glück ist sie aber da.
Nach der Einleitung komme ich dann aber wirklich zum Hauptteil des Schneeberichtes. Zwischendurch gibts weiter unten dann auch mal das ein oder andere Wort von Z, vor allem aber seine Bilder zu sehen
[Z]: Dann kann ich auch endlich meine 2-3 Bilder bringen!
[n]: Kannst es kaum abwarten was? Du bekommst schon die Gelegenheit für deine Liftstützen im Gegenlicht!
Daten & Fakten
Wetter: Nach nächtlichem Niederschlag, am Berg zunächst Nebel, später aufgelockert.
Schneelage: unten reiner (mit Erde durchmischter) Kunstschnee, am Berg nasser Neuschnee, oberhalb 1800m Pulver.
Pistenzustand: nasser Neuschnee, teils ungewalzt, auf den Talabfahrten dreckiger, zunächst hartgefrorener Kunstschnee, später Sulz-Erdgemisch. Mehr oder weniger große Steine fanden sich im ganzen Skigebiet. Die größten Konzentrationen traten auf der Olympiaabfahrt, am Osterfelderkopf (samt Bernadein) und auf den Skiwegen rund um den Kreuzeck auf.
Wartezeiten: quasi keine
Anlagenstatus:
80 PB Alpspitzbahn
44 PB Hochalmbahn
15 ZUB Kreuzeckbahn
8 EUB Hausbergbahn
6KSB Kreuzwankl*
4KSB Kandahar-Express
DSB Hexenkessel**
DSB Längenfelder
2SL Adamswiese
2SL Bernadein I
2SL Osterfelder
2SL Tröglhang
1SL Bernadein II
1SL Rimmler Moos I
1SL Rimmler Moos II
* den gesamten Vormittag wegen eines Defektes außer Betrieb
** am Mittag wegen eines Defektes außer Betrieb
Homepage
Pistenplan
[n]: Zeit das Wintersportgebiet endlich selbst unter die Lupe zu nehmen.
Garmisch Classic zählt zu den größten Skigebieten Deutschlands, es bietet rund 30km präparierte Abfahrten. Vom nur 730m hochgelegenen Tal der Loisach reicht es bis zum Osterfelderkopf, wo es die 2000m Marke leicht übertrifft. Die maximale Höhendifferenz beträgt knapp 1300m, ist allerdings nicht in einem Rutsch (aufsteigen am Kreuzeck nötig), an einem Stück, fahrbar (aber immerhin zu erschieben). Erschlossen werden drei, miteinander verbundene Teilgebiete, von Ost nach West, Hausberg, Kreuzeck und Osterfelderkopf.
Die Lektüren das Garmisch-Classic betreffend sind umfangreich, in diesem Forum gibt es bereits unzählige Berichte aus diesem Gebiet. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir vor allen Dingen die schattige Nordhanglage, abwechslungsreiche Talabfahrten im Wald und ein mäßig sportliches aber landschaftlich schön gelegenes Höhenskigebiet. Hinzu kommt ein "typisch bayerischer" Anlagenmix aus alt & neu, gespickt mit einigen LSAP-Schneisen und -Relikten. Eigentlich genau die richtige Mischung sollte man meinen.
[n]: Alles nach Plan. Alle Anlagen und Talabfahrten (abgesehen von der angeblich standardmäßig geschlossenen Toni-Hütten-Abfahrt). Für den Beginn zufriedenstellend, immer im Hinterkopf, dass GAP-Classic vor allem von seinen Talabfahrten leben soll. Da diese recht tief hinunterreichen und sich und sich dieser Winter alles andere als winterlich präsentiert ist der grüne Haken erstmal Gold wert.
Der Einstieg ins Skigebiet erfolgte über die Kreuzeckbahn. Wir erhofften uns hierdurch vor allem dem nachmittäglichem Chaos an der Hausbergbahn und dessen Parkplatz zu entgehen. Die Straßenanbindung dorthin, quer durch den Ort, ist nicht wirklich perfekt.
[n]: An der Talstation der Kreuzeckbahn. Rechts die letzten Ausläufer der Kandahar-Abfahrt. Der eigentliche Zielhang ist aber wohl weiter rechts. Mit der dünnen Neuschneeauflage sieht es im Prinzip fahrbar aus - auch wenn an den Rändern zu erkennen ist, dass die Kunstschneedecke insgesamt nicht besonders mächtig ist.
[n]: Bergfahrt in der Kreuzeckbahn. Es hat es wohl unterschiedliche Gondeln, in einigen kann man (bequem) sitzen, in anderen nicht. Die Wetterverhältnisse sind, wie deutlich sichbar, durchaus ausbaufähig!
Generell: Braucht es an dieser Stelle überhaupt einen solchen Zubringer - oder steht diese sicherlich nicht ganz kostengünstige Anlage in dieser Form nur für das Weltcuprennen? Für den Sommertourismus dürfte dann doch eher die Alpspitzbahn eine Rolle spielen - Rundreisen hin oder her. Der Kreuzeck an sich machte auf mich weder den Eindruck ein besonders toller Aussichts- oder Wanderberg zu sein.
[Z]: Ankunft oben und erster Wechsel Richtung Hausberg bei bescheidener Sicht.
Akt I - Hausberg
[n]: Das Teilskigebiet Hausberg wird von der gleichnamigen, recht neuen Umlaufbahn erschlossen. Neben den beiden, verhältnismäßig anspruchsvollen Talabfahrten Horn- und Kochelbergabfahrt, finden am Hausberg vor allem Einsteiger einen Anlaufpunkt. So surren hier die 6er-Sesselbahn Kreuzwankl sowie die neuen Rimmler-Moos-Übungslifte und erschließen eher flache, kurze Skiautobahnen. Hinzu kommt der etwas steilere, aber ebenso kurze Trögllift samt Hang. Auf dem obersten Teil der Kochelbergabfahrt ist weiterhin noch der Kurvenlift an der Adamswiese zu finden.
Der Hausberg unser erstes Ziel, da der Bereich um und oberhalb des Kreuzecks am Morgen noch in dichten Nebelschwaden hing. Außerdem vermuteten wir am Hausberg den Dreh- und Angelpunkt des Skigebietes. Entsprechend waren wir bedacht, die am Morgen noch gut vermuteten Pistenbedingungen in diesem Bereich auszunutzen. Diese Entscheidung sollten wir noch bereuen...
So kam es, dass wir zum ersten Mal an diesem Tag die Begegnung mit einem Ziehweg machten. Gute 300 Höhenmeter gilt es von der Bergstation der Kreuzeckbahn zur Talstation des Kreuzwankl-Express' zu überwinden - auf einer Länge von fast 2700m (was bereits ca. 10% des gesamten Garmischer Pistenangebotes entspricht!). Das reicht so gerade eben um nicht anschieben zu müssen. Immerhin, für die Sonderwertung, kamen wir so in den Genuss des großzügigen Skitunnels am Tröglhang. Was den Skiweltcup betrifft wird oder wurden hier wirklich keine Kosten und Mühen gescheut. Das kann man einfach mal so festhalten.
Via Kreuzwankl Umfahrung gings vorbei am Trögllift samt -hang, sowie den Rimmler-Moos-Tellerliften ging es zur Bergstation der Hausbergbahn. Da der Kreuzwankl Express noch nicht in Betrieb war nahmen wir zunächst die Kochelbergabfahrt in Angriff - immer schön der Reihe nach, eins nach dem anderen, so der Plan
[n]: Auf der Kochelbergabfahrt. Gute Länge, mal steiler, mal flacher. Dazu schön durch den Wald und etwas weitläufige Almwiesen trassiert. Dazu mit tollen Tiefblick auf Partenkirchen und das untere Loisachtal, gegenüber der Wank - es muss nicht immer Kaiserwetter sein.
Der nasse Neuschnee, in der Nacht gefallen, wurde nicht mehr, bzw. nur noch auf wenigen Pisten nachpräpariert (u.a. Trögllift, Kreuzwankl). Die Neuschneehöhe betrug je nach Höhenlage ca. 0-15cm. Ganz unten hatte es eher geregnet, jedenfalls blieb dort kein Schnee liegen.
Bleibt zu betonen, dass der Neuschnee wohl auch dringend nötig war. Die meisten Sünden des Mildwinters waren so fürs erste überdeckt und zumindest die Landschaft präsentierte sich halbwegs winterlich. Nachhaltiger wäre aber wohl gewesen, den Schnee zunächst zu walzen - scheinbar war dafür die Zeit zu knapp - schade. So war die Abfahrt nicht wirklich übel aber recht kraftraubend zu fahren.
[n]: Weiter unten dann schon eine deutlich dünnere Schneeauflage. Dort wo der Neuschnee bereits abgerutscht wurde kommt das braune Kunsteis an die Oberfläche. In der Nähe des Talbodens verschwand die Neuschneeauflage dann völlig. Trotzdem fuhr es sich auf dieser harten, dreckigen Unterlage überraschender Weise am Besten. Bereits vor 10 Uhr setzte erste Buckelbildung ein, bei dem nassen Neuschnee kein Wunder.
[n]: Links unten Garmisch, rechts Partenkirchen.
Schade drum, eine Wiederholungsabfahrt haben wir trotz an sich netter Abfahrt aufgrund der Schneebedingungen und sich anbahnender Wartezeiten an der Hausbergbahn unterlassen - die parallele Hornabfahrt ließen wir ebenso aus.
Trotzdem wollten wir zumindest noch das ein oder andere mal den Adamswiesenlift fahren. Einen Schlepper mit Kurve lässt der gemeine Alpinforumler nicht ungefahren zurück!
[Z]: Die kurz bevorstehenden Wartezeiten, nix wie weg!
[Z]: Ist die schwach erkennbare Schneise zwischen EUB-Trasse und Piste vom Vorgänger-ESL? 2009 ist da mal einer rumgestapft.
[Z]: Die Schneigrenze war dezent erkennbar. Wie erwähnt, die Talabfahrten hätten wir uns an diesem Tag besser geschenkt…
[n]: Auf dem Weg zur Talstation des angesprochenen Schleppers machten wir bzw. ich den Fehler, die blaue Bayernhaus-"Abfahrt" zu nehmen. Diese stellte sich leider als 1500m langer, meiste schmaler und flacher Skiweg heraus
[Z]: Vorher ging es einmal 'hintenrum' am Bazihaus vorbei, wo Hund und Katz...
[n]: Adamswiesenlift mit zumindest im unteren Teil ganz netter Abfahrt - oberhalb der Kurve dafür nicht mehr als ein nerviger Ziehweg.
[n]: Bleibt anzumerken, die 150 Höhenmeterabfahrt erinnerte mich, wie das gesamte Hausberggebiet mit Ausnahme der Talabfahrten, eher an heimische Gefilde. Weiter ging's zum Kreuzwankl Express....
[n]: Kreuwanklbahn mit noch jungfräulicher Abfahrt. Wäre jetzt ganz nett - aber, das geübte Auge erkennt, der Lift ist leer! Was ist denn hier los?
Inzwischen hatten auch wir mitbekommen, an der Bahn liegt ein Defekt vor, was via Lautsprechern kommuniziert wurde. Wie auch immer, als zahlender Gast erwarte ich, dass keine Defekte auftreten und wenn, dann nicht während des Skibetriebes. Zudem ist die 6KSB zwingend notwendig, um vom Hausberggebiet zu Kreuzeck und Osterfelderkopf zu wechseln. Eine Abfahrt über die offiziell geschlossene und dazu auch nicht beschneite Standard-Toni-Hütten-Abfahrt wollten wir aufgrund der Schneelage nicht riskieren.
So entschlossen wir uns also, mangels Alternativen, via der beiden Rimmler-Moos-Lifte zum Trögllift zu gelangen um von dessen Ausstieg zur Bergstation der Kreuzwanklbahn aufzusteigen. Von hier aus sollten wir dann in Richtung Kreuzeckgebiet weiterfahren können.
[Z]: Kaputt! Und der noisi hatte den Kaffe [sic!] sowas von auf
[n]: Also liegen bleibe ich eigentlich nie, ist eher was für dich und deine Decke
[Z]: Ja eh!
[Z]: Wie praktisch, dass man hier im letzten Herbst 2 neue SL aufgestellt hat. So konnten wir gemütlich in 3 (!) Sektionen Richtung Kreuzeck schleppern
[n]: In einem der Rimmler-Moos-Lifte, ersetzte zwei Seillifte. Die Idee mit dem Aufsteigen hatten auch scheinbar auch andere....
[Z]: Oder gab es hier vorher schon einen richtigen Lift?
[n]: Die Diskussion gab es meine Ich schon irgendwo. Meine mich an einen simplen Seillift zu erinnern.
[Z]: Ja, ich hatte anderswo gefragt, aber keiner hatte eine Ahnung. Daher probier ichs hier erneut
[Z]: In der zweiten Sektion
[Z]: Und schließlich im good old Trögl-Lift.
[n]: Zur Klarstellung, der Hang daneben bislang der beste des Tages.
[n]: Um es schon mal vorweg zu nehmen, der Kreuzwankl-Express blieb bis zum frühen Nachmittag außer Betrieb. Auch wenn Defekte auftreten können, wenn eine der Hauptbeschäftigungsanlagen, dazu noch mit wichtiger Verbindungsfunktion für längere Zeit ausfällt, ist das für mich eine Unverschämtheit und ist weiteres Puzzlestück im gern von mir gepflegten oberbayrischen Klischee.
Eigentlich war mir schon vor Mittag die Lust vergangen. Nach dem kurzen Aufstieg vom Trögllift zum Verbindungsziehweg (was auch sonst…) schmiss ich Ski und Stöcke entnervt auf den Boden
Irgendwie, ob durch göttliche Gabe oder Zs gutes Zureden, ging's dann aber doch weiter, wir fuhren ab zum Kandahar-Express...
[Z]: Ärgerlich wars, aber ich lachte mir auch ordentlich ins Fäustchen
[n]: Unangenehm wars auch so schon. Besser? Ja, der nächste Defekt war immerhin etwas schneller behoben...
Akt II - Via Kandahar-Express zum Osterfelderkopf
[n]: Der Kandahar-Express lässt sich zum Kreuzeckgebiet zählen. Dieses besteht Im Grunde genommen aus dem Zubringer, Kreuzeckbahn, sowie dem Kandahar-Express und der DSB Hexenkessel. Mit der Kandahar (Damen- und Herrenabfahrt) sowie der Olypiaabfahrt finden sich 2.5 lange Talabfahrten sowie weiterhin, an der Hexenkesselbahn, eine weitere kurze Abfahrt und ein Funpark. Skiwege ermöglichen den Wechsel zu Hausberg- und Osterfelderkopf.
Von der Bergstation des Kreuzwankl-Express' fuhren wir zunächst über die mittlere Kandahar zum gleichnamigen Express ab.
[n]: Die Abfahrt ist landschaftlich schön gelegen, auch die Aussicht ist toll. Im mittleren Bereich zwar eher mäßig steil, aber dennoch nett zu fahren. Gefühlt mindestens ein drittel der hiesigen Beschneiungskapazität ist in diesem Bereich konzentriert. Entsprechend gut in Schuss war auch die Unterlage.
[n]: Waxensteinkamm. An der Talstation des Kandahar-Express' angekommen gönnten wir uns vor dem Wechsel ins Osterfeldergebiet zunächst noch eine Auffahrt mit selbigen zum Kreuzjoch, dem eigentlichen Hauptgipfel des Kreuzeckgebietes.
[Z]: Hier übten 'unsere Jungs' für den Einsatz am Hindukusch
[n]:
[Z]: Zefix, immer diese Technik
[n]: Kandahar Express oberhalb der Mittelstation. Unten Garmisch mit den US-Amerikanischen Militäranlagen. Während Z die Bahn für unterdimensioniert hielt behaupte ich eher das Gegenteil – vielleicht lags auch nur am Chaos am Hausberg aber hier war nicht einmal jeder Sessel besetzt. Wer weiß, wie das an Wochenenden hier ausschaut - oder fahren die Münchner mittlerweile alle TSC?
[Z]: Ich denk, die TSC-Kiddies lassen sich fahren, weil sies selbst noch nicht dürfen?
[n]: Angehende Skilehrer brauchen keinen Führerschein!
[n]: Ausblick vom Kreuzjoch
[n]: Tröglhang der Kandahar, der Hang am Tröglift ist der Trögllifthang
[Z]: Hatte ich selbst bislang meinen Frohmut weitestgehend behalten - trotz Aufstieg & Co. - kam ich nun hier an meine Grenze. Ja, wir hätten es uns denken können. Die Talabfahrt am Hausberg war schon heikel, warum sollte sie hier besser sein. Sie war es nicht, sie war katastrophal. Und wie weist man seine Gäste auf diesen Zustand hin? Indem man ein dezentes Warnschild aufstellt. Und zwar auf den letzten Metern der Abfahrt, nicht etwa oben bei der Einfahrt... Eine Frechheit!
[Z]: Das war nicht einmal der größte Stein. Die ganze Piste war voll damit...
[n]: Unteres Drittel der Olympiaabfahrt. Sulz, Erde und Steine - kein Vergnügen. Die ein oder andere Schneekanonen mehr wäre hier sicherlich keine Fehlinvestition... So waren wir am Ende froh, trotz schöner Abfahrt, endlich im Tal angekommen zu sein. Das Kapitel Talabfahrten hakten wir jedoch für heute ab. Für ein Skigebiet dessen Herzstück die Talabfahrten sein sollen, fehlt es hier ganz eindeutig an Beschneiungskapazitäten. Sowohl im Allgäu als auch am Vortag in Unterammergau(!), sah die Schneeauflage in Talnähe besser aus. Die Beschneiungsanlage gehört dringend auf ein vernünftiges Niveau ausgebaut - egal ob die Bewohner granteln.
[Z]: Wir schafften es ohne Blessuren an Körper und Material zur Alpspitzbahn. Es war die letzte Talabfahrt, die wir an diesem Tag machten.
[Z]: In der Talstation musste ich natürlich noch das Modell fotografieren
Akt III - Osterfelderkopf
[n]: Via Alpspitzbahn erreichten wir den Osterfelderkopf. Vom Osterfeldergebiet hatte ich mir viel versprochen. Soll es hier landschaftlich eher hochalpin zugehen und das tut es auch - zumindest bei freien Sichtverhältnissen
Das Osterfeldergebiet besteht neben der Zubringeranlage aus dem kurzen, aber recht steilen Osterfelderkopflift, dem Bernadeinlift (eigentlich sind es zwei) mit landschaftlich schöner, mittelschweren Waldabfahrten, der Hochalmbahn sowie der Längenfelderbahn. Alle sind über mehr oder weniger lange Skiwege untereinander verbunden.
Einige Abfahrten machten wir am Osterfelderkopflift, auch weil ich aufgrund mangelnder Ortskenntnis und schlechter Sicht die Ausfahrt in Richtung Bernadeinlift verpasste. In Summe – nett, leider aber sehr steinig. Von der schönen Lage hatte wir aufgrund des Nebels leider nichts.
[Z]: Dass du die Ausfahrt verpasst hast, lag doch nicht nur an deiner Ortsunkenntnis! Gleiches passierte mehrmals in Schöneben und sicher noch anderswo… Wie wärs mal mit einer zweiten Brille?
[n]: Durch die kann man nicht durchschauen, ist schwarz-gelb
[Z]: Haha, stimmt! Ich vergas
[n]: Durch das berühmte Felsentor gings dann via Skiweg zum Bernadeinlift.
[n]: Hier findet sich endlich wieder eine richtige Abfahrt. Mit guten 1200m zwar nicht sonderlich lang, dafür aber nett trassiert und bei besserem Wetter sicherlich auch landschaftlich reizvoll. Leider zeigt sich auch hier wieder ein Manko, die Schneelage. Das ganze Osterfeldergebiet wird nicht beschneit und das merkt man im heurigen Winter auch deutlich. Die ca. 15cm nassen Neuschnee konnten da auch nicht helfen. Überall lauern Steine.
[n]: Kritische Stelle auf der Bernadeinabfahrt. Ungewalzter, nasser Neuschnee auf was auch immer.
[Z]: Fliegender Wechsel zwischen Bernadein I & II.
[n]: Langsam verzogen sich die Nebelschwaden. Der Blick auf die Alpspitze wird frei.
Auf dem Rückweg vom Bernadeinlift dann, wie schon von andernorts bekannt, der nächste Ziehweg zur Talstation der Hochalmbahn. Unvorstellbar, dass hier in für Skifahren denkbar ungeeignetem Gelände, früher noch zwei weitere Lifte gestanden haben. Früher war eben alles anders aber auch nicht alles besser. Endlich an der Hochalmbahn angekommen entschloss sich Z noch zu einer Bergfahrt mit der Hochalmbahn – nicht mit mir. Ich tat es den Einheimischen gleich und hockte mich grantelnt in den Schnee.
[Z]: Oben angekommen nahm ich den Osterfelderkopf gleich mit! Kurioser Teil des Skigebiets hier drüben, aber mir gefiel es genau deswegen. Die Abfahrten sind eigentlich fast alle vernachlässigbar.
[n]: Als Z wieder erscheint hat sich meine Laune etwas verbessert. Es geht weiter zur Längenfelderbahn, natürlich wieder über einen Ziehweg immerhin mit bayerischer Gründlichkeit als Hochalmweg (1100m/100m) beschildert. Diesmal ist zur Abwechslung mal wirkliches schieben angesagt, denn teilweise ist es so flach, dass selbst an ein langsames gleiten nicht zu denken ist.
[Z]: Kurzer lsap-Stop am Längenfelder II.
[Z]: Und der Blick von oben zur ehem. Talstation. Hier kam sicher nicht jeder rauf
[Z]: Erwähnte ich nicht vorhin unsere niederländischen Freunde aus dem Sauerland? Es gab sie natürlich auch hier in GAP. Ein paar Sessel nach uns überlas einer von ihnen diesen dezenten Hinweis zu den Skispitzen. Der Liftler schrie ihn noch einige Male an, er wurde nicht verstanden. Unter lautem Schmerzensgeschrei verkantete der Ski und die Bindung löste. Mit nur einem Ski ging für ihn die Reise zur Bergstation weiter…
[n]: Immerhin der erste Lichtblick des Tages. Langte locker zu einem breitem Grinsen.
[n]: Längenfelderabfahrt in fast kompletter Länge. Wirklich schön gelegen, aber leider vieeeeeeeel zu kurz. In etwa Quick Jet Länge
[n]: Zu späterer Zeit gezoomt, durch den Neuschee extrem verbuckelt.
[Z]: Blick auf die ehem Trassse des Längenfelder I. Der Einstieg muss direkt an der Kante gewesen sein! War nicht von schlechten Eltern das Teil!
Akt IV - Ausklang an Kreuzjoch und Hausberg
[n]: Den Rest des Tages verbrachten wir dann noch am Kreuzjoch sowie am Hauberg samt einiger Abfahrten am Kadahar- und Kreuzwanklexpress.
[Z]: Die lieblose Talstation der Hexenkesselbahn. Zwischendurch stand auch sie für längere Zeit still.
[n]: Hexenkessel. ebenso wie Längenfelder schön gelegen und viel zu kurz.
[n]: Funpark am Hexenkessel. Erst an der Zugspitze hin und her geschoben, Gletscherlifte (damals noch mit Sommercamp), Weißes Tal, Wetterwandeck – jetzt hierher abgeschoben. Wohin geht’s als nächstes? Ganz weg?
[Z]: Weg zauberten wir unseren Frust und erwischten dafür ein gutes Fenster. Nach dem Pommesansturm am Mittag und genau richtig zum Sonnenschein ließen wir es uns gut gehen.
[n]: Lecker und preiswert wars - mit Bedienung. Immerhin ein Lichtblick!
[n]: Die beiden Schneekanonen wünschen sich noch ein paar Kollegen.
[Z]: Die Fahrt ins Tal machten wir - da wir aus den Fehlern zuvor gelernt hatten - per Kreuzeckbahn. In der Talstation erinnert noch diese Tafel an die Bahn von Bleichert.
[n]: Auf der Talfahrt erwischten wir eine alte, trostlose Kabine. Fand ich als Abschluss ganz passend.
[Z]: Den Ami-Lift am Hausberg besuchten wir noch kurz, dann war Schluss.
[n]:.
Schlussfazit:
[Z]: Um mir treu zu bleiben, fasse ich mich (mal wieder) etwas kürzer. Skifahrerisch hat mir das Gebiet in Gänze nicht sonderlich gut gefallen. Klar, bei diesen Schneebedingungen konnten wir nicht alles fahren. Die Talabfahrten würd ich dann schon nochmal probieren wollen - bei mehr Schnee versteht sich. Was mir dann aber gefiel, war die Anordnung des Gebietes. Drei Teilgebiete, jedes für sich relativ unspannend. Aber die Wechsel fand ich dann gut. Nicht die Art und Weise über die Ziehwege, sondern dass man stets die Wahl hat. Der Anlagenmix kam mir persönlich auch entgegen.
[n]: Von mir an dieser Stelle mal ein etwas längeres Statement. Ich hoffe das Ganze wird nicht gleich zerissen und/oder unter dem berühmt berüchtigten "Garmisch-Bashing" verbucht.
Noch niemals zuvor hatte ich einen solch frustrierenden Skitag in einer selbsternannten Top-Destination. Es gibt Tage an denen passt vieles - manchmal auch alles. Diesmal passte weniges. Das Skigebiet - langweilig, der Schnee, wenn vorhanden, steinig, nass oder aufgefahren - dazu noch defekte Anlagen.
Die Garmischer Selbsteinschätzung, Teil des Best Of zu sein, weckt Erwartungen, welche nicht erfüllt, ja meilenweit verfehlt werden. Selbst wenn, die diesmal in einem kläglichen Zustand befindlichen Talabfahrten das Herzstück des Wintersportgebietes sein sollen - diese haben in einer Top Destination auch in einem Supermildwinter in einem guten Zustand zu sein! Selbst in den Hörnerdörfern, Jungholz oder Reutte waren die Talababfahrten in einem besseren Zustand. Das spricht Bände.
Interessant ist sicherlich, das Höhenskigebiet in einem für den Wintersport praktisch nicht nutzbaren Gelände. Ein Großteil der Hänge ist entweder zu steil oder flach, zu tief gelegen oder aber am Südhang der Sonne ausgeliefert. Trotzdem hat dieses Stückwerk durchaus seinen Reiz - allerdings zu oft nur fürs Auge (oder den nostalgischen Alpinforumler). Objektiv wirkt alles völlig planlos gewachsen und ist es wohl Anno dazu mal auch. Mehrere Teilgebiete mit in der Regel viel zu kurzen Pisten, verbunden per Skiweg. Hätte die Topographie da wirklich nicht mehr hergegeben?
Gefühlt und sicherlich nicht weit von der Realität entfernt, bestehen mindestens 50% der Pisten aus langen und oft sehr flachen Ziehwegpassagen. Das eigentliche Skigebiet, mit fahrbaren Pisten, besteht im Grunde nur aus dem Hausberg samt Talabfahrten sowie der oberen Kandahar- und Olympia- und Bernadeinabfahrt. Die kurzen Hänge an Hexenkessel- und Längenfelderbahn nicht mitgerechnet, gleichwertiges finde ich auch in der Heimat – wenn auch in wesentlich unspektakulärerer Kulisse.
Der Aufwand, der für die Weltcupabfahrt betrieben wird, ist immens. Derartige vielleicht auch an anderer Stelle notwendige Beschneiungskapazitäten und Pistenmodellierung findet sich sonst nirgends im Skigebiet - dafür aber Steine und lange, flache, mit der zeit nervtötende Ziehwege.
In den anderen Teilen des Gebietes, auf der Hornabfahrt im oberen Bereich ab und zu mal eine Schneekanone - das reicht einfach nicht, um konkurrenzfähig zu sein. Zumindest mit der Konkurrenz in der Liga, in der man sich selbst sieht. Ein Anspruch, welchen man nie und nimmer gerecht werden kann, ja auch schon rein topographisch nicht könnte.
Positiv anzumerken ist hingegen die durchaus abwechslungsreiche Landschaft. Die Eindrücke reichen von Hochalpin am Osterfelderkopf samt der Ausblicke zum Wettersteinmassiv mit Alpi- und Zugspitze bis hin zum typisch bayrischen Voralpenflair am Hausberg. Das Panorama auf Garmisch und Partenkirchen ist sehenswert. Außerdem, alle oben angesprochenen Punkte machen das Skigebiet zu einem echten Original - Garmisch-Classic ist eben einfach ein wenig anders.
Trotzdem, am Ende bleibt ein Skigebiet, dessen Marketing Erwartungen weckt, welche dem eigenen Anspruch und dem Gast nicht gerecht werden und wohl auch niemals könnten.
Am frühen Abend waren wir noch kurz in Ehrwald, Büchsenbier kaufen, hier absolutes Chaos, der ganze Ort ausgebucht (Krokusferien). In Garmisch, (fast) business as usual, ich denke mehr ist dazu nicht zu sagen.