
Als ich vor vielen Jahren einmal im Sommer am Jochgrimmpass war, war ich vom dortigen Panorama überwältigt. Rosengarten und Latemar in voller Größe nebeneinander. Seit damals war mir klar: Dieses Panorama möchte ich einmal im Winter beim Schifahren sehen, auch wenn das Schigebiet noch so klein ist.
Es gibt dort zwei Schlepplifte (Corno nero), die parallel in Richtung Schwarzhorn laufen, eine DSB (Corno bianco) die gegenüber in Richtung Weißhorn führt und eine weitere DSB (Doladizza) Richtung Schwarzhorn, die unterhalb des Jochgrimmpasses beginnt.
Die Lifte in Bildern: Zunächst die Schwarzhornschlepplifte (Corno nero):

Dann die DSB Weißhorn (Corno bianco): Talstation

Gesamte Strecke.

Bergfahrt

Nun zur DSB Doladizza: Talstation

Bergfahrt

Bergstation

Nach den Bildern der Anlagen nun zu den Eindrücken zum heutigen Schitag: Haben wir uns schon bei den letzten Schitagen (Carezza, Pellegrino, Buffaure…) immer wieder gedacht, dass in den Schigebieten wenig bis nichts los ist, so ist nach dem heutigen Tag kaum noch eine Steigerung möglich. Wenn nicht im Hotel Schwarzhorn einige Schulschikursgruppen stationiert gewesen wären, dann hätten wir möglicherweise den ganzen Tag keinen anderen Schifahrer getroffen. Ich habe in den Dolomiten bisher auch noch nie erlebt, dass eine Sesselbahn 1,5h Mittagspause macht (DSB Corno bianco), klar die Schülergruppen haben auch Mittagspause gemacht. Wozu also noch Betrieb?
Die Pistenqualität war sehr unterschiedlich. Auf der Schwarzhornseite herrschten die gewohnt guten Dolomitenverhältnisse. Perfekt präparierte Teppiche, die im Tagesverlauf nur leichte Abnützungserscheinungen zeigten. Auf der Weißhornseite erlebte ich die schlechteste Dolomitenpiste ever. Der Hang war pickelhart gefroren und von Eisklumpen übersät. So hat es mich also nicht gestört, dass dieser Lift zur Mittagszeit pausierte.
Das Panorama, das der Grund für den Schitag am Jochgrimm war, war dank eines recht sonnigen Tages, beeindruckend.
Man sieht den Rosengarten,

den Schlern,

den Latemar,

und den Alpenhauptkamm.

Man sieht vom Weißhorn zum Schwarzhorn…

…und vom Schwarzhorn zum Weißhorn…

…und wenn man ganz genau schaut, dann sieht man vielleicht auch Eisbären.

Auch entfernte Schigebiete kann man sich ein wenig heran zoomen. Hier haben wir die Paganella…

…und hier den Monte Bondone.

Auch zum Mendelpass und nach Kaltern kann man blicken. (Dahinter die Ortler-Region)

Der Jochgrimmpass ist also wirklich ein sehr aussichtsreiches Schigebiet. Der Nachteil gegenüber anderer Dolomitendestinationen ist aber jener, dass diese Ausblicke nur punktuell sind. Während man Beispielsweise in Carezza an jedem Punkt im Schigebiet Rosengarten oder Latemar bewundern kann, so ist man am Jochgrimmpass immer wieder einmal in Mulden oder im Wald. Hier zum Beispiel die Abfahrt zum Doladizzalift.

Bisher habe ich noch kein Wort zum Thema geöffnete oder geschlossene Pisten verloren: Außer einer direkten Variante zur DSB Doladizza waren alle Pisten geöffnet. Die geschlossene Variante wurde gerade beschneit.

Abschließend noch ein kleines Kuriosum: Als ich gegen 14:00 Uhr vom Weißhorn zur Malga Varena blickte, sah ich, dass der dortige Schlepplift, eine kleine Einzelanlage, in Betrieb war. Als meine Frau und ich gegen 15:00 Uhr alle Pisten am Jochgrimm auswendig kannten, beschlossen wir noch den Lift auf der Malga Varena nach drei Minütiger Autofahrt zu besuchen. Als wir dort ankamen, hatte der Lift seinen Betrieb aber bereits eingestellt, da der letzte Besucher die Piste verlassen hatte und um diese Zeit keine Neuankömmlinge mehr erwartet wurden. Die Liftler waren bereits am Weg nach Hause und wir wendeten wieder in Richtung Jochgrimm um noch ein paar Abfahrten in der herrlichen Landschaft zu machen.