



Das Lechtal ist immer einen Besuch wert – mir persönlich gefällt die Gegend da unten total und hat mich bereits bei meiner allersten Durchfahrt im Januar 2009 richtig begeistert. Dazu kommen natürlich noch allerlei interessante Tal-Schlepper – lebende, stillgelegte und abgebaute...
Die noch bestehenden Schlepper und auch die berühmte Leitner-Kurvenlift-Ruine in Holzgau hatte ich bereits vor ein paar Jahren besichtigt, drum fuhr ich an jenem Septembertag 2014 erst mal zur DSB Jöchelspitze, die ein ganzes Stück oberhalb von Bach startet. 1979 erbaute, geht sie knappe 1,7 km lang recht steil durch den Bergwald hinauf und außer ihr gibt es in diesem „Skigebiet“ nur noch einen Seillift...

Am Parkplatz angekommen. Hätte ich schon beim Rauffahren gewusst, dass auch Linienbusse die enge Strecke benutzen, wäre ich an mancher Kurve etwas demütiger gewesen. Am Rückweg war es dann auf einmal sehr knapp mit dem linken Außenspiegel.


Der 29. September 2014 war wettermäßig ein Traum...

Nach einem halben Jahr Abstinenz wieder Lift zu fahren, fühlte sich endlos gut an.

Im 70er-Jahre-Skiatlas ist die DSB noch nicht drin, aber ein Schlepper, der dort unten irgendwo gestartet sein muss. In einer uralten Kompasskarte ist er auch enthalten. Ich tippe, dass das man hinter dem Auto neben dem Einfamilienhaus die Liftlerhütte sehen kann.

Lt. Kompass-Wanderkarte ist er aber weiter hinten verlaufen – das würde zu dieser „Waldschneise“ passen.

Da hinauf führte der Lift am linken Pistenrand. Irgendwo war auch ein Fundamentrest zu erahnen.

Doch darum wollte ich mich später kümmern – erst mal genoss ich die Fahrt und schwebte den sonnenbeschienenen Berghang hinauf.

Hier lärmten Motorsägen im Wald nebenan, aber wenigstens waren alle anderen Sessel leer - „Liftschreier“ sind da viel schlimmer. (Am besten sind Leute, die hinter einem sitzen und sich mit jemandem im Sessel vor einem unterhalten – da wünscht man sich manchmal echt ein Gewehr herbei – besonders bei langen, fixen Bahnen


Die Bahn war länger wie ich sie mir vorgestellt hatte – nach dem Waldstück geht es noch eine Weile durch hochalpines Gelände.

Hinab in die Senke...

...und steil wieder hinauf.

Ich ahnte schon, dass man von hier oben schöne Ausblicke genießen konnte.

Der Liftler war voll in Ordnung – machte seine Arbeit und störte einen dann nicht weiter beim Knipsen. Er sah nicht einmal her, wenn ich eine Stütze anzoomte und war nicht total von den Socken wie so viele andere seiner Kollegen, wenn man mal einen FOTOAPPARAT rauszieht

Zoom zur Kurvenliftruine in Holzgau...

Im Hintergrund müsste irgendwo der 2. Luggi-Leitner-Lift gestartet haben, den man komischerweise gründlich abgetragen hat.

Hinter Holzgau gibt es noch einen lebenden Lift, dessen Name mir grad nicht einfällt.

Ohne Worte...






Wie mit einer Sperrmauer ist das Tal da hinten rechts abgeschlossen...





Die Bergstation...





Bei der Talfahrt kamen ganze Horden von Rentnern raufgefahren...

Ein Gleitschirmflieger (oder -in) lief tapfer von untern herauf...



Hier wurde es wieder ruhiger im Lift...

Fast unten angekommen – man sieht, wie weit oben die DSB startet.

Sieht mir ganz nach Liftlerhäusl aus – ob der Schlepper nach dem Bau der DSB 1979 noch weiter gestanden hat?

Da ging es hinauf

Oder eben hier, wenn ich die alte Wanderkarte richtig deutete...

Lt. der Karte war die Talstation hier unten am Wegesrand...

Ein alter Schuppen, aber nichts, was mit dem Lift zu tun hat...


Da ich vom ominösen Schlepper an der Talstation der Jöchelspitzbahn nichts weiter fand, machte ich mich wieder auf den Weg. Hinter Steeg bog ich ab und es ging sehr steil eine enge Straße hinauf, wo sich Kurve an Kurve anschloss. Ich war froh, nicht im Winter unterwegs zu sein und nach etlichem Gegurke kam ich in einem malerischen Hochtal an. Dort liegt am Berghang gelegen die kleine Siedlung Kaisers, wo in meiner Kompass-Wanderkarte auch noch ein Schlepper eingezeichnet ist...
Ich fand zunächst keinen Parkplatz und stellte ihn dann einfach vor einer bewirtschafteten Hütte ab. Gleich kam jemand rausgelaufen und ich schnaufte schon genervt aus – nicht mal hier in der Idylle hat man seine Ruhe! Doch ich sollte mich täuschen. Die Frau – eine Südländerin offenbar – war total freundlich und warnte mich nur, dass am späten Nachmittag ein Hubschrauber wg. einer Feuerwehrübung landen würde und ggf. durch die aufwirbelnden Kieselsteine mein Auto beschädigt werden könnte. Doch ich wollte ja nur nach dem Schlepper Ausschau halten und ggf. ein bissserl die Landschaft knipsen – am Nachmittag hoffte ich schon in einem anderen Seitental zu sein.

Vom Schlepper war nichts zu sehen, aber dafür haute mich die schöne Umgebung hier aus den Socken...









So eine Hütte bräuchte ich immer für fünf Tage, wenn ich einen Nachmittag lang in der Münchner Innenstadt einkaufen war



Dort drüben am Hang hat es früher wohl einen kurzen Übungsschlepper gegeben. Im LSAP-Forum stand was, dass man den durch nen Seillift ersetzt hat. Zu sehen war jedenfalls nichts mehr.

Hier müsste lt. Kompasskarte der längere Schlepper raufgekommen sein.

Telezoom zum Talstationsbereich – nichts mehr zu sehen.

Blick nach oben – da hinten sah es zwar zunächst nach Skihang aus, aber der war recht zerklüftet und steil. Der Schlepper müsste davor geendet haben, wo es nochmal eine kleine Ebene gibt.

Ein bisschen nach links geschwenkt – hier ging es wohl noch über die Kuppe rüber.

Ich musste dorthin obenrum gehen, weil Kuhzäune den direkten Weg versperrten. Hier muss der Schlepper (irgendwo) raufgekommen sein.

Doch außer zufriedenen Kühen gab es nix mehr zu sehen...

Zurück im Ort – unterhalb dort, wo der kurze Übungslift gestanden hat, gibt es dieses Häusl – vermutlich konnte man da seine Karten kaufen oder war dort die örtliche Skischule untergebracht...

Ein bisserl kann man es hier bei der seitlichen Betrachtung erkennen – der Lift startete unten bei den Maschinen am linken Bildrand. Er führte am Bauernhof vorbei und dann ging es steil hinauf bis zum Fahrweg, der zu dem mit Schindeln bedeckten Haus führt, das ich vorhin in Großaufnahme gezeigt habe. Von dort oben aus habe ich auch die anderen Trassenbilder gemacht.

Anschließend ging es (wohl) nur noch ein kurzes Stück weit hinauf und in einem Flachstück endete der Lift dann auch schon. (Dort sind die Kühe gestanden.)

Noch ein paar weitere Eindrücke aus Kaisers...

Blick Richtung Valluga mit Schlepplift – dort oben (an der Pendelbahn aber) hat man 1982 „Der Söldner“ u.a. mit Klaus Kinski gedreht:
KLICK



Leider hat es keine Reste oder gar eine Liftruine zu knipsen gegeben, aber dafür war ich um etliche schöne Landschaftseindrücke bereichert.

Auf dem Weg zurück durchs Lechtal – in Häselgehr gibt/ gab es noch einen Seillift, obwohl es dort total flach ist.

Wie eigentlich fast alle Dörfer im Lechtal ein schöner, malerischer Ort...

Ich fuhr weiter nach Bschlabs, dass direkt an der Passstrasse Richtung Imst (Hahntennjoch) liegt. Auch dort ist nich ein Schlepper in meiner alten Karte eingezeichnet.

Auch hier war es – vom Durchgangsverkehr abgesehen – ganz nett. Aber auch hier...

...war vom Schlepper, der auf dieser Wiese verlaufen sein muss, nix mehr zu sehen.

Aber auch hier wurde ich durch einige schöne Landschaftsbilder dafür entlohnt, dass der Lift gründlichst abgetragen wurde. (Nicht ein Hinweis fand sich mehr...)












Die Sonne schien weiter vom wolkenlosen Himmel und so fuhr ich wieder ins Lechtal hinunter...



Nächste Station: Hinterhornbach. Auch dort muss es einen Lift gegeben haben...doch zunächst fand ich nur einen LSAP-Bauernhof vor...

Ich musste erstmal durch den Ort hinauf laufen...


Dort konnte ein Seillift gestartet haben....

Doch konkrete Liftspuren waren auch hier keine zu sehen...



Hier muss er lt. Karte raufgekommen sein.

Hier muss er irgendwo am Hang geendet haben. Ich stapfte noch ganz hinauf – in der Hoffnung, hinter den Bäumen was zu finden...

Doch außer einem schönen Ausblick war der Lauf umsonst – vom Ort aus wurde ich indes schon beobachtet, doch hier war ja nichts abgesperrt.


Ich machte unterwegs noch in Bichlbach Halt, nachdem ich am Karlift spontan vorbeigefahren bin – die Talstation kannte ich schon und die Trasse wollte ich mal im Winter kennenlernen (wenn nicht wieder das LSAP-Virus schneller ist).

Leider war die Almkopfbahn an jenem Wochentag nicht in Betrieb. Schade – auf eine Sesselliftfahrt hätte ich irgendwie noch Bock gehabt.

Ich mag die steile Bahn irgendwie – modern hin oder her.
Ich beschloss spontan, noch eine Abendwanderung einzulegen – einmal, um noch ein paar Stimmungsfotos einzufangen und zum anderen, weil ich oben am Berg noch was nachsehen wollte.

Kombibahn im Seitenblick – nach dem Steilhang wird es flach, dann geht es nochmal steil weiter, ehe die Bergstation erreicht ist. Das Sonnenlicht schient wie ein gewaltiger Strahler dort oben durch die Lücke und sorgte für ein interessantes Lichtspiel.

Keine Menschenseele war unterwegs, als ich einen Forstweg nach oben stapfte. Hier die ehm. Zustiegsstelle der alten DSB Almkopf, die 2007 oder 2008 der Kombibahn gewichen ist.


Blick ins abendliche Tal Richtung Fernpass – man sieht im Vordergrund auch noch die Umlenkung von einem einsamen Schlepper oberhalb von Bichlbach.
(Der Mähberglift gegenüber wurde ja schon längst abgerissen.)


Irgendwie zog sich das Ganze dann doch recht lange hin und es wurde schnell dunkel.

Weiter oben waren dann noch zwei tapfere Waldarbeiter am Werken, die, als ich zurückging, auch Feierabend machten.

Aber irgendwie hatte das auch wieder was, da alleine in der Abenstimmung herumzuwandern. Es war zwar nicht vollkommen still wg. der Fernpassstrasse, aber dennoch total erholsam – weit weg vom Alltag....

Im Skiatlas 1979 ist hier oben rechts der DSB Almkopf ein kurzer Lift eingezeichnet – offenbar ein Rückbringer-Schlepper zur Bergstation. Die Trasse muss schräg zu jener der Almkopfbahn verlaufen sein, weil die Bergstationen direkt nebeneinander gelegen haben.
Aber konkret zu sehen war hier nichts mehr – man hatte offenbar auch mal das Gelände bearbeitet, um die Piste, die hier die Bahn unterquert, zu verbreitern.

Blick nach oben – ein bisserl schaut es schon so aus, als ob es da mal eine Schneise im Wald gegeben hätte. Wenn es noch heller und vor allem trocken gewesen wäre, hätte ich mich weiter auf die Pirsch gemacht. So werde ich irgendwann mal wieder – vielleicht das nächste Mal von Berwang aus – hier raufstapfen und am Bergstationsbereich suchen.

Am Rückweg noch gezoomt: Am Ortseingang von Bichlbach gab es auch an diesem Hang in der Bildmitte mal einen Lift, der aber gründlichst abgetragen worden ist.

Lag noch an der Talstation rum und hat nicht in meinen Clio gepasst

Hat man die Felsarbeiten zu Beginn der Strecke erst bei der Kombibahn gemacht oder gab es das schon bei der alten DSB?

Find ich irgendwie nett, dass sie die alte Bemalung gelassen haben.

Ich dachte, den Schlepper neben der Wettersteinbahn hätten die längt abgebaut? In Betrieb geht der aber ja vmtl. nie mehr...schade...
So ging es über meine persönliche Hassstrecke (Ehrwald-Garmisch), wo immer irgendwas ist, wieder zurück nach Hause. Diesmal war es kein Schleicher, kein Drängler, kein Blitzeis – an jenem lauen Septemberabend kam im Zwielicht an einer Kurve eine leere Bierflasche auf der Fahrbahn angerollt, der ich nicht mehr ausweichen konnte. Aber dem Reifen hat's wenigstens nichts gemacht.