




Endlich hat es mal wieder mit einem Skiausflug geklappt und sich damit gleichzeitig die Saison gut abrunden können. Irgendwie war bei den letzten möglichen Gelegenheiten immer entweder das Wetter unpassend, die alte Erkältung wieder ausgebrochen oder irgendwas anderes dazwischengekommen, um auch ja nicht in die Berge fahren zu können.
So gab es an jenem Samstag, da das Wetter gut werden sollte, kein Halten mehr.
Zunächst hatte ich den Stubaier Gletscher anvisiert, doch den kannte ich ja schon. Am Dachsteingletscher hatte es besseres Wetter gemeldet, doch wegen dem spärlichen Angebot dort so weit von München aus fahren? Irgendwie hatte ich da keinen Bock drauf. Da Kitzsteinhorn hatte ich irgendwie total vergessen, doch beim Klicken durch Bergfex kam ich wieder drauf. Zwischenzeitlich liebäugelte ich noch mit Weißsee, doch da liefen nicht alle Lifte und so landete ich eben in Kaprun.

Draußen brach ein warmer Frühlingstag an, die Vögel sangen, es roch nach Heuschnupfen und ich packte indes meine Skisachen gierig zusammen, um endlich Richtung Kaprun aufbrechen zu können.

Ich fuhr gegen viertel vor Sechs los, um gegen 8:15 h zu Betriebsbeginn vor Ort sein zu können. Das frühe Aufstehen sollte sich lohen – die Straßem waren leer und später der Schnee in einem 1A-Zustand. Hier am Mittleren Ring ist nun bald endlich der Tunnel unter der Garmischer Str. fertig, was die Wege in die Berge und wieder zurück erleichtern wird.

Knapp 2,5 Stunden später erreichte ich den Parkplatz. Ich betrat hier Neuland, denn bis dato war ich noch nie in Kaprun gewesen. Den hohen Bodenabstand der Panoramabahn fand ich gleich mal beeindruckend. So entschied ich mich auch gleich, mit der alten Bahn hinaufzuschweben, auch wenn man zur Talstation ein wenig aufsteigen musste.
Wie üblich bei einem Erstbesuch ist es immer spannend, was einen so erwartet...

Anstehen musste man nicht. Bei der Auffahrt sah man dann auch die Reste der nun mehr im letzten Jahr abgetragenen Standseilbahn. Irgendwie schon ein beklemmendes Gefühl, wenn man den Tunneleingang oben sieht, wo 155 Menschen ihr Leben gelassen haben.

Beim Umstieg auf die untere 4er-Sesselbahn dachte ich noch, das da drüben sei schon die berühmte Gifpelbahn. Doch erst später kapierte ich, dass es noch die alte 2. Sektion ist, die man noch stehen gelassen hat. Einmal fuhr auch eine Kabine hoch. Ich möchte nicht wissen, wie man da in den 80ern angestanden hat, als es ab hier nur diese und die Standseilbahn gab.

Neben der Gratbahn stehen schon die Stützen der Nachfolgeanlage.

In der Gratbahn, die 2015 wohl noch abgetragen wird. Hier oben verläuft die Bahn recht knapp überm Boden.



Gleich mal mit dem Maurergletscherlift hinauf – 2 Monate hatte ich ohne Schlepperfahrt verbringen müssen und so war es ein Genuß, gleich mal hier einen netten, etwas steileren Lift vorzufinden. Dazu – wie man sieht – beste Pistenverhältnisse.


Es sollte nicht der letzte See-Zoom an jenem Samstag bleiben...

Es folgte eine kleine Baustellenbesichtigung...





DAS Fotomotiv hier oben – die Stütze ist wirklich interessant und später fuhr ich auch dann einmal mit der alten Pendelbahn hinauf.



Dann ganz allein in der DSB und gerade schwebte am Himmel oben eine Kabine der Gipfelbahn drüber...


Hier gibt es die neue Liftkreuzung.


An der alten Kreuzung, wo bald keiner mehr drunter schwebt.

Also ich muss sagen – mir gefiehl es dort oben gleich ganz gut. Die vielen Fotostopps waren manchmal auch nötig, denn nach zwei Monaten Rumgesitze hatte ich nicht mehr so viel Kondition wie sonst.




Hier ganz oben blieb der Schnee den ganzen Tag super – die für mittags angekündigten Wolkenfelder kamen erst ab 14 Uhr und verdeckten die Sonne ein bisserl.


Die neue 4. Sektion. Bleibt die alte Gipfelbahn dann eigentlich weiter stehen?

See-Zoom mal wieder...

Zoom ins Skigebiet Schmittenhöhe...


Die neue Glocknerbahn...

Zoom ins LSAP-Gebiet Ronachkopf.

Links die alte Bergstation des ESL, nun mehr ein Stallgebäude und rechts die Bergstation des Nordhanglifts, wenn ich es mir richtig gemerkt habe.

Saalbach?

Doch wieder zurück zum Gletscher...




Da gibt es bald die neue Bahn und weiter hinten wird die alte wohl restlos verschwinden...

Die „Geister-Stützen“ der im Bau befindlichen 4. Sektion gaben den ganzen Tag über gute Motive ab.


Hier war am meisten los...




Am Nachmittag, wenn der Schnee unten eh schon nicht mehr so gut zu fahren ging, wollte ich dann auch noch mit der alten 3. Sektion fahren....

Talstationen der Kitzlifte und auch der DSB oben rechts.






DIE Stütze und die alte 2. Sektion im Hintergrund.




Mal wieder am Maurergletscherlift...


Ein paar Waghalsige auf dem Weg zum Gipfel des Kitzsteinhorns...ich würde mich ehrlicherweise nicht trauen, da runter zu fahren.



Danach fuhr ich zur Talstation und endlich mit der spektakulären Gipfelbahn wieder hinauf...

Nochmal die Kitzlifte ins Visier genommen – die sollen ja auch wegkommen, oder?


Unten hielt ich es nicht mehr aus – ab in die Grillhütte...
Draußen musste man dann sowohl Jacke als auch Pullover ausziehen, so warm war es geworden. In der Wirtschaft war gar nicht mal so viel los und so bekam ich frische Pommers und ein ruhiges Eck draußen an der Sonne. Erst so nach und nach kamen die Skifahren dann her und besetzten Tisch um Tisch. Aber insgesamt herrschte nicht der befürchtete Massenandrang - offenbar, weil es ja doch schon auf Ende April zugig und die „normalen“ Leute vom Skifahren nix mehr wissen möchten.

Zusammen mit vielen, vielen anderen ging es dann in der Gipfelbahn hinauf. Ich hatte Glück und hatte einen Fensterplatz.


Wie im Flugzeug...


Blick vom Bergstationsbereich aus...müsste der Großglockner sein da hinten?

Hier oben hat man auch einen guten Überblick übers ganze Skigebiet.

Neben der Standseilbahn ging es runter – leider machte es einmal Ratsch, als ich einen Stein übersah. Aber meine Ski sind eh schon am Ende. Unten rutschte ich dann die letzten Meter vorsorglich im Sitzen mit den Skiern in der Hand.

Die kurzen beiden Lifte hier oben fuhr ich dann am späteren Nachmittag noch ein paar Mal, als die Beine schon recht schwer geworden waren.

Bergstation der 4. Sektion...

Am Schmiedinger Lift...

Gegen halb vier waren dann die Beine so müde, dass ich beschloss, den Skitag zu beenden. Ich war ja bereits seit viertel vor Neun auf der Piste und so begab ich mich mit der Panoramabahn wieder ins Tal hinab. Hier sieht man die Talstation der alten 2. Sektion, die offenbar noch als Materialbahn genutzt wird.

Da unten bei der Hütte war wohl irgendwo der Zugang zum Stollen, über den man bis zum Jahr 2000 wieder mit der Standseilbahn zurück ins Skigebiet hinauf gelangte.


Der steile Verlauf hier ist schon recht spektakulär.


Das Auto ist noch da...

Blick zur Nachbarbahn...

Reste der Standseilbahn...

Von der erhöhten Position der Talstation der Panoramabahn aus betrachtet....

Hier wurde mir recht mulmig, wie ich da alleine stand, während hinter mir die anderen Skifahrer arglos zu ihren geparkten Autos strömten. Die Fernsehbilder von vor 15 Jahren flimmerten wieder im Geiste auf, das kalte Grausen bei dem Gedanken an die Enge im Stollen, die Panik, das Feuer...

Ich glaube, ich hätte so oder so vor 2000 auch schon die Panoramabahn benutzt – einfach, weil ich Seilbahnen mag und trotz der länger dauernden Auffahrt lieber den Steilhang hinaufgeschwebt wäre anstatt in dem dunklen Tunnel eingepfercht zu sein. Andererseits hätte mich die Abfahrt zum Querstollen / Mittelstation sicherlich auch gereizt.

Zoom zum Tunnel. Ein kurzes Stück Gleis ist noch vorhanden.
Den Rest des milden, aber bewölkten Nachmittags verbrachte ich dann mit der Heimfahrt – froh darum, endlich wieder einen guten Skitag eingeheimst zu haben.