Transitverhandlungen

... darf auch mal absolut nix mit dem Thema des Forums zu tun haben!
Forumsregeln
Bitte beachte unsere Forum Netiquette
Benutzeravatar
miki
Chimborazo (6310m)
Beiträge: 6712
Registriert: 23.07.2002 - 14:21
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Maribor, Slowenien
Hat sich bedankt: 2528 Mal
Danksagung erhalten: 1642 Mal

Transitverhandlungen

Beitrag von miki »

Ich will zwar nach den gestrigen bitteren Erfahrungen mit dem Parteien - Topic nicht wieder in politische Gefielde abwandern, aber das folgende Thema ist breiter als die reine Pateienpolitik und geht fast jeden von uns was an: bestimmt habt ihr mitgekriegt das die Transitverhandlungen zwischen EU und Österreich gescheitert sind und bei manchem Österreicher momentan die Emotionen hochgehen. Wir können zwar den Vogel Strauss spielen und sagen das es uns nichts angeht, aber spätestens im Moment wenn wir eines Tages nicht in unser Lieblingsskigebiet in Tirol anreisen können weil gerade der Herr Gurgiser (oder der Bürgermeister von Vomp oder ein Schüzenverband) eine Blokade der Autobahn veranstaltet :aerger: müssen wir zugeben das es uns doch etwas angeht.

Wie steht ihr zum Thema? Ist es richtig das es keine 'extrawurscht' mehr für .at gibt ? Weil sooo schlimm wie es manche Tiroler darstellen wollen (Transithölle usw.) ist es auf keinen Fall - da gibt es in Deutschland, Italien oder rund um Wien wiel schlimmenen Transitverkehr! Oder sollte der Verkehr durch die Alpen wegen der spezifischen Verhältnisse (enge Täler, schlechte Durchlüftung) doch mit anderen Massstäben beurteilt werden als im Flachland?

Und wie steht ihr zu den geplanten Autobahnblokaden? Die wurden ja in den letzten Tagen schon mehrmals angekündigt, und das von so grundverschiedenen Gruppierungen wie den Grünen und der rechts-militanten Tiroler Schützenvereinigung! Legitimer Protest der lärmgequälten Anreinern oder Riesenschweinerei und Anschlag auf das Recht der freien Mobilität? Bei der Antwort versucht euch mal vorzustellen das es Sa morgen ist, nach einer Kaltfront gibt es Neuschnee in den Skigebieten, ihr seit um 5 aufgestanden damit ihr um 9.00 frische Spuren in den Pulver ziehen könnt - und nun steht ihr in einem 20 km Stau irgendwo bei Kiefersfelden weil das Transitforum eine nicht angekündigte Blockade begonnen hat :evil: ...

Und bitte am Boden der realität bleiben - mir wäre auch am liebsten wenn man die ganzen LKW's irgendwo bei München auf den Zug ladet und sie durch einen Riesentunnel so etwa bis Verona schleust - Inntal + Brennerautobahn nur für unsere PKW's ... *traum*

Rudi
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 463
Registriert: 24.07.2003 - 10:05
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Innsbruck-Land
Hat sich bedankt: 5 Mal
Danksagung erhalten: 3 Mal

Beitrag von Rudi »

naja früher war man froh über den Transit, die Brennerautobahn wurde eigens gebaut, um mehr Transit anzuziehen, man hatte Angst das könnte mehr durch die Schweiz laufen... Jetzt viele Jahrzehnte später ist man umweltbewusster geworden und muss die Suppe auslöffeln...

Mit der Maut wird natürlich trotzdem gern weiter kassiert, aber wo sollen die LKWs und PKWs, die die Maut zahlen, hin? wenns nach den Tirolern geht nirgendwo... das ist eben wieder diese Doppelmoral...

Und dass wir in Deutschland auch große Probleme mit Transit haben weiß jeder der auf dem Münchner Autobahnring schon stundenlange Staus oder phänomenale "Elefantenrennen mit 2km/h Unterschied" erlebt hat. (Ich auch)
Wann wirds mal wieder richtig Winter?
Benutzeravatar
TPD
Moderator
Beiträge: 6773
Registriert: 09.03.2003 - 10:32
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: (Region Bern)
Hat sich bedankt: 292 Mal
Danksagung erhalten: 179 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von TPD »

EU-Verkehrsentscheid mit möglichen Folgen für Schweiz
Umwegtransit / Der Verkehrs-Entscheid der EU gegen Österreich könnte sich im Schweizer Transitverkehr negativ auswirken. Mit Umwegtransit muss unter bestimmten Voraussetzungen gerechnet werden, wie Max Friedli, Direktor des Bundesamts für Verkehr (BAV), der «Neuen Zürcher Zeitung» erklärte. Den Ausgang der Verhandlungen bedauerte er.

ap. Die Schweiz müsse mit Umwegtransit rechnen, wenn Blockaden oder andere verschärfte polizeiliche Massnahmen am Brenner den Schwerverkehr behindern oder gar ausbremsen würden. Der BAV-Direktor geht jedoch davon aus, dass die EU illegale oder auch nur diskriminierende Massnahmen nicht dulden werde.

«Geschieht dies nicht, wird es kritisch», sagte Friedli. Würde die Verlagerungspolitik der Schweiz durch verstärkten Ausweichverkehr auch aus den neuen EU-Ostländern gefährdet, müsste sie umgehend die im Verkehrsabkommen geschaffene Plattform des gemischten Ausschusses Schweiz – EU aktivieren, um die Lastwagen auf die Bahn zu zwingen.

Friedli bedauert

Den Ausgang des Streits zwischen der EU und Österreich um eine Transitnachfolgeregelung bedauerte Friedli. Es sei äusserte schade, dass es innerhalb der EU nicht gelungen sei, eine Lösung zu finden, die den Schwerverkehr marktwirtschaftlich lenke.

Laut Friedli wäre es dringend nötig, dass in der gesamten EU ein flächendeckend wirksames Abgabesystem für den Schwerverkehr geschaffen würde, wie es die Schweiz mit der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe geschaffen habe.

Nur so könne dem Schwarzpeterspiel an den Alpenübergängen ein Riegel geschoben und eine gesamteuropäisch tragfähige Verlagerungspolitik realisiert werden. Allerdings müssten dann die Bahnen grenzüberschreitend entsprechende qualitative Leistungen zur Umlagerung erbringen.
Quelle eBund 27.11.2003
Thomas K
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 208
Registriert: 22.04.2003 - 16:42
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: A-6341 Ebbs
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Beitrag von Thomas K »

Hallo an alle

gleich mal vorweg: Ich bin Tiroler. Das sagt sehr viel aber eben nicht alles. Nun mal meine Stellungnahme zum Transit:

Diese Doppelmoral von öster. Politikern geht mir auch auf den Sack! Ausländische LKW stinken mehr als österreichische und die arme Wirtschaft bla bla bla bla......... Fadenscheinige Reden, hinter denen doch nur Lobbyisten stehen.

Dass es immer LKW's geben wird, ist klar. Aber ich sehe es nicht ein (und andere sicher genauso) wenn Kinder (die schwächsten der Gesellschaft!!!) Asthma kriegen, bloss weil sich ein paar grossbonzige Spediteure in D oder I aufgrund von Subventionen eine goldene Nase verdienen. Außerdem: Leute - ihr alle in diesem Alpinforum fahrt doch in die Berge weil es dort schön ist, weil es dort ruhig ist und weil die Luft dort so gut ist!
Unnötiger Verkehr produziert unnötige Schadstoffe! Es hat keinen Sinn, Kartoffeln in Dänemark anzubauen, in Spanien waschen und schälen, dann nach Deutschland zurück, über den Brenner nach Italien zum Schneiden und in Deutschland verpacken und groß drauf schreiben "Pommes frites - made in Germany" Dafür kassiert man dann jede Menge Unterstützung von der EU! (das mit den Pommes ist nur ein Beispiel, läuft aber wirklich so). Umweltfreundliche Transportmittel müssen bevorzugt werden - sei es die Bahn oder ein anderes.

Der Fisch fängt beim Kopf stinken an. Wenn das Umdenken nicht in Brüssel erfolgt, wird sich in dieser Sache nichts bewegen. Transit geht uns alle an. Slowenen genauso wie Deutsche, Schweizer oder Italiener. Transit wird es immer geben. Leute werden in den Urlaub fahren (Adria/Alpen oder sonst wo), Waren werden transportiert. Es kommt aber wie so oft auf die Menge an! Mit einem gesunden Maß an Transit wird sicher jeder leben können! Was sich momentan abspielt, ist aber zuviel!

Ich persönlich lasse es sicher nicht zu, dass von machtgierigen EU-Bonzen und Politikern mein Lebensraum, mein Erholungsraum und meine Gesundheit zerstört wird.
Noch was: wir kämpfen nicht für uns, für unsere Kinder kämpfen wir!

PS: ich fahre ein Auto mit Benzin. Leider kann ich nicht anders, da mein Arbeitsplatz sonst nicht erreichbar ist. Aber: Wann kommt endlich so ein verdammtes Wasserstoffauto!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Thomas K.
Benutzeravatar
F. Feser
Administrator
Beiträge: 10865
Registriert: 27.03.2002 - 21:04
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Renningen (DE) / Silbertal (AT)
Hat sich bedankt: 782 Mal
Danksagung erhalten: 1756 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von F. Feser »

Brennstoffzellenbusse in Stuttgart gibts seit November (zu "wasserstoffauto") und sie laufen bisher ohne probleme :P
aber die ham se wohl au nur, weil daimler die gesponsort hat!
:ja: Jetzt Neu - Werbefrei: Alpinforum PRO - ohne lästige Werbebanner - Ausprobieren für 3 € im Monat oder 33 € im Jahr! Mehr Infos hier - KLICK MICH :ja:
Gast

Beitrag von Gast »

die gibts schon deutlich länger als september. die ersten waren noch auf basis o405n und die liefen 2000 au
Benutzeravatar
GMD
Ski to the Max
Beiträge: 12629
Registriert: 25.02.2003 - 13:09
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 43 Mal
Danksagung erhalten: 233 Mal

Beitrag von GMD »

Ist zwar schon elf Jahre alt, aber nichtsdemzutrotz immer noch hochaktuell.
Das Transitproblem

Ein Referat von Dr. Hanspeter Habersaat vom BAAA (Bundesamt für ausichtslose Aufgaben)

Geschätzte Damen und Herren

Ich ergreife gerne die Gelegenheit, zu einer Frage Stellung zu nehmen, die vor allem unseren Innerschweizer Mitbürgern zunehmend Sorge bereitet, und ich kann Ihnen versichern, wir vom Bundesamt für ausichtslose Aufgaben, wir verstehen diese Sorge.

Zurzeit (1992, Anmerkung GuyD) fahren an jedem Werktag über 2000 schwere Lastwagen die Gotthardautobahn, und man nimmt an, dass sich dieses Volumen bis zum Ende unseres Jahrzehnts, also noch vor der Eröffnung des neuen Eisenbahntunnels, noch einmal verdoppeln wird.

Eine Frage, die wir uns wohl alle stellen, lautet: Was sind denn das für Transporte? Was ist überhaupt der Inhalt dieser täglichen Lastwagenkonvois?

Ich glaube, da steigen wir am besten mit einem Beispiel ein, und zwar mit diesem da. Dies ist, es ist unschwer zu erkennen, eine Kartoffel, und zwar eine deutsche Kartoffel, noch genauer gesagt, eine südbadische Kartoffel aus einem der gewaltigen Äcker zwischen Herbolzheim und Bad Krozingen. Ich zeige sie hier bewusst im Zustand, in dem sie ihren Acker verlässt.

Bevor sie aber in zeitgemässer Form zum Konsumenten kommt, hier in dieser Plastiktasche, muss sie erst einmal gewaschen werden, und hier beginnen die Probleme. Bei dieser Frage nämlich: Wer wäscht diese Kartoffel und zu welchem Preis? Es stellt sich bald einmal heraus, dass sowohl die manuelle wie auch die maschinelle Waschung zu einem Preis führen würde, der dieses gerade für unsere deutschen Nachbarn so wichtige Grundnahrungsmittel in einem unzumutbaren Masse verteuern würde.

Nun existieren aber wenige Autobahnstunden von den Herbolzheimer Äckern entfernt, nämlich in der Lombardei, bedeutende Kartoffelwaschfabriken, die Lombardei ist seit je her eine traditionelle Kartoffelwaschregion. Das schlägt sich bis ins Brauchtum nieder, Sie kennen bestimmt das bekannte Lied „Mamma mia, mi lavi la patata“, und die lombardischen Kartoffelwäscherinnen – es ist seit Menschengedenken ein Frauenberuf – sind bedeutend anspruchsloser in ihren Lohnforderungen, und das hat zur Folge, dass der südbadische Kartoffelproduzent seine Ernte direkt in den Ferntransportlastwagen verlädt, welcher damit in die Lombardei fährt.

Ist die Kartoffel dann nach 14 Tagen gereinigt, desinfiziert und meist auch verpackt, fährt sie wieder mit dem Lastwagen durch den Gotthard zurück direkt auf den Tisch des deutschen Verbrauchers, wo sie zu einem angemessenen Preis dem Verzehr zugeführt wird.

Und dafür, meine Damen und Herren, brauchen wir den Schwerverzehr durch – eh, den Schwerverkehr durch unser Land, denn die Frage, ob es nicht einfacher wäre, lombardische Kartoffelwäscherinnen nach Südbaden zu verpflanzen ist rasch beantwortet.

Schauen Sie sich diese Kartoffel einmal an, meine Damen und Herren, sie braucht keine Mietwohnung, keine Sozialleistungen, keine Altersvorsorge, keinen bezahlten Mutterschaftsurlaub, die kleinen Kartoffeln, welche ihren Keimen entspriessen, brauchen keine Kindergärten und Einschulungsklassen für fremdschalige Kartoffeln, und wenn sie der Scholle entrissen werden, führt das nicht zu Entwurzelungssymptonen und steigender Kartoffelkriminalität. Alles was diese Kartoffel braucht, ist ein winziger Platz in einem 40-Tonnen-Lastwagen nach Italien und ein ebenso winziger Platz in einem Lastwagen zurück nach Deutschland, und diese familiembudgetfreundliche, lombardisch gewaschene südbadische Kartoffel dürfen und wollen wir Schweizer auf die Dauer nicht blockieren.

Das sind die Gesetze, die uns die moderne Marktwirtschaft nun einmal diktiert, und danach hat sich auch der innerschweizerische Nadelwald zu richten, und die Urnerinnen und Urner entlang der Autobahn möchten wir bitten, im Interesse des europäischen Wirtschaftraumes etwas weniger tief durchzuatmen. Denn was sich nach der Silvesternacht 1992 in diesem Wirtschaftsraum abspielen wird, ist eine grandiose Befreiung des Binnenmarktes von allen nationalistischen, partikularistischen und protektionistischen Schranken.

Ich kann Ihnen nur sagen, dass die holländischen Holzwolletomaten ungeduldig auf den Fall der italienischen Tomatenimportkontingentierung warten, um die sizianischen Pelatifabriken heimzusuchen und frisch geschält wieder über den Gotthard nach Holland zurückzukehren, die spanischen Ochsenschwanzproduzenten stehen schon vor den Stierkampfarenen in den Startlöchern, um ganze Sattelschlepper voll Ochsenschwänze quer durch die Schweiz ins Allgäu zu transportieren, wo Zisternenwagen voller Allgäuer Kondensmilch auf das grüne Licht durch die Schweiz nach Spanien warten.

Importbananen aus Westafrika werden sich aus dem Rotterdamer Importhafen nach Süden lenken, Omportbananen aus Brasilien werden sich aus dem Genueser Hafen nach Norden lenken und sich in der Gurtneller (Ort an der Gotthardautobahn, Anmerkung GuyD) Gallerie unter dem Muhen der genkorrigierten Normkühen zuwinken, der Konsument wird sich einer nie gesehenen Nahrungsmittelfülle gegenübersehen, rollende Früchtekörbe werden unterwegs sein, ein permanentes Binnenfestmahl wird auf unseren Transitachsen zubereitet, ein einziger Brüsseler Salat, Ströme von Chianti werden sich aus Italien nach Deutschland ergiessen und Ströme von Weizenbier aus Deutschland nach Italien, und an uns liegt es, meine Damen und Herren, diese Ströme willkommen zu heissen und ihnen, das ist das wichtigste, Kanäle zu schaffen, durch welche sie fliessen können, damit wir nicht in ihnen ertrinken, sondern damit wir zu unser aller Wohl in ihnen mitschwimmwen können, denn eine ander Wahl haben wir überhaupt nicht!

Ich danke Ihnen.
Hinter Hanspeter Habersaat verbirgt sich übrigens der bekannte Schweizer Satiriker, Kaberettist und Autor Franz Hohler.
Probably waking up
Thomas K
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 208
Registriert: 22.04.2003 - 16:42
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: A-6341 Ebbs
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Beitrag von Thomas K »

@GuyD: wie wahr, wie wahr.

Als Sofortmaßnahme gegen übermäßigen LKW Transit sollte schleunigst die Kostenwahrheit her.

Der LKW fährt auf Straßen, die die Masse der Steuerzahler mit Steuern erhalten muss. Leider ist der Hauptverursacher für Strassenschäden der LKW. Der PKW mit seine 2 Tonnen (ist vielleicht etwas übertrieben) drückt sicher nicht 3 cm tiefe Spurrillen in den Asphalt.
Kostenwahrheit gegenüber anderen Transportmitteln würde den LKW sofort auf geringe Reichweite reduzieren. Die Bahn muss (sofern nicht staatlich) ihre Verkehrswege selbst erhalten und erneuern. Wenn der Strom mittels Wasserkraft gewonnen wird, ist das Verhältnis der Luftverschmutzung für den LKW sehr ungünstig. Außerdem, der Wirkungsgrad einer modernen E-Lok ist mindestens 3 mal so hoch wie der eines modernen LKW. Aus einem Verbrennungsmotor bringt man halt nur max. 30% raus!

Noch ein Faktor: Alle unnötigen Transporte sofort stoppen! Die Wirkung: Arbeitsplätze werden zwar nicht unbedingt neu geschaffen sondern vielleicht nur umgelagert, aber in Zeiten der Umsetzung des Kyoto-Protokolls und des allgemeinen Klimaschutztes mit dem LKW zahllose unsinnge Kilometer herunterspulen und Dreck in die Luft blasen wegen 10 Cent, die das Produkt (durch Subvention) dann billiger ist???? Verlogener gehts wohl kaum noch. Wir werden uns alle ändern müssen!

Heute ist es Tirol, das sich gegen den Transit wehrt. Aber wie lange wird es dauern, bis es auf den Zulaufachsen erste Proteste gibt? Die LKWs wachsen ja nicht in Kufstein aus dem Boden und lösen sich am Brenner in Luft auf! Das Problem geht ja mindestens bis Verona weiter und in der anderen Richtung nach Rosenheim/München. Die A8 ist zwischen München und Rosenheim bereits 3 spurig je Richtung. Eine vierte Spur dazuasphaltieren für doppelspurigen LKW Verkehr???? Bezahlt vom Steuerzahler????

Aber: ein Problem, das viele bald direkt treffen könnte! Arbeitslosigkeit! Jawohl - ich behaupte, dass nach der Ostöffnung der Transit und die Arbeitslosigkeit explodieren werden. Firmen wandern in den Osten ab, um billiger zu produzieren. Mit den LKWs werden die Produkte dann wieder in den Westen gekarrt. Meine Frage: wer soll diese Produkte noch kaufen, wenn er als Arbeitsloser eh kein Geld mehr hat?
Der Schuss geht voll nach hinten los. Aber unsere Rosa-Rote Brille Politiker leben anscheinend einen anderen Planeten.

So, jetzt muss ich es lassen. Sonst ist das ganze Alpinforum von mir blockiert!

Thomas K. aus Tirol!
Benutzeravatar
McMaf
Wildspitze (3774m)
Beiträge: 3788
Registriert: 03.10.2003 - 18:11
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: ja
Ort: Bonn
Hat sich bedankt: 35 Mal
Danksagung erhalten: 72 Mal

Beitrag von McMaf »

@GuyD: Ha, ha :D Schöner Text. Die Schweizer verstehen es halt anti-Europäische Propaganda zu machen.

Ich weiß aber gar nicht was die Tiroler haben. So viele LKWs hab Ich da noch nie gesehen. Da ist das in Deutschland meiner Meinung nach schlimmer. Die Österreicher fühlen sich immer schlecht behandelt. Irgendwie leiden die unter Verfolgungswahn. Aber genau wie Thomas K halte Ich die Osterweiterung für keine gute Maßnahme. Zwar werden die großen Firmen ihre Hauptsitze in Deutschland behalten, aber die ganzen Zulieferfirmen und Weiterverarbeitungen werden sich im Osten finden. Und das werden alle "alten" Europäer zu spüren bekommen.

In dem Zuge, muss Ich aber mal abschweifen um meinen Ärger über die Polen abzulassen. Die kassieren nur ab, und die Verlierer sind wir. Die machen was ihnen gerade passt. Einerseits haben die, milliarden schwere Verträge für die Landwirtschaft ausgehandelt (Und sie haben genau ihre Forderungen durchgesetzt), die wir dann bezahlen dürfen. Wenn auch über umwege. Und Anderseits beauftragen sie die Amerikaner für die Lieferung dutzender Kampfjets, anstatt sich den Eurofighter zuzulegen. Das finde Ich eine Frechheit.

Benutzeravatar
miki
Chimborazo (6310m)
Beiträge: 6712
Registriert: 23.07.2002 - 14:21
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Maribor, Slowenien
Hat sich bedankt: 2528 Mal
Danksagung erhalten: 1642 Mal

Beitrag von miki »

Ich weiß aber gar nicht was die Tiroler haben. So viele LKWs hab Ich da noch nie gesehen. Da ist das in Deutschland meiner Meinung nach schlimmer. Die Österreicher fühlen sich immer schlecht behandelt. Irgendwie leiden die unter Verfolgungswahn.
Uii, da kannst du dich aber auf scharfe Reaktionen gefasst machen :lol: :lol: *kaumabwartenkann*
Benutzeravatar
starli
Ski to the Max
Beiträge: 19824
Registriert: 16.04.2002 - 19:39
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Nicht mehr im Forum
Hat sich bedankt: 931 Mal
Danksagung erhalten: 2806 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von starli »

- So lang tausende Weihnachtsbäume von Dänemark nach Tirol (per LKW?) kommen, weil die Tiroler Nordmanntannen(oder wie heißen die?) wollen, der Berliner Weihnachtsbaum von Tirol kommt,

- So lang Schnee vom Ötztal nach Berlin oder Warschau gefahren wird

- (Liste beliebig fortsetzbar)

so lang find ich die Haltung der EU ok.

Schade finde ich, daß das "sektorale Fahrverbot" im Sommer diesen Jahres von der EU nicht gebilligt wurde. Gegen diesen zitierten sinnlosen Kartoffel-Wasch-Verkehr, Müllverkehr hab ich aber auch was. Und es gibt sicher noch genügend Waren, wo es nicht auf die Schnelligkeit der LKWs ankommt, und die somit mit der Bahn transportiert werden könnten.

Eine Tonnen-Beschränkung pro LKW halt ich für schwachsinnig, sieht man ja an der Schweiz, wo dann statt 1 40-Tonner eben 2x20 Tonner fahren - und damit sicher noch mehr verpesten. (Glaub das maximum war 30t, oder?)

Daß ein Ausbau einer dritten Spur mehr Verkehr bringt, glaub ich nicht, weil ja selbst jetzt noch Luft ist.

Mit einer dritte Spur könnte das Überholverbot von Mailand bis Kufstein aufgehoben werden, das m.E. kontraproduktiv ist:
- lange LKW-Kolonnen, die von Bussen oder Wohnwagengespannen ebenfalls nur zeitaufwendig überholt werden können
- Spurrillen kommen jetzt auf der rechten Spur doppelt so schnell
- Oft fahren die LKWs zu eng hintereinander, so daß Einfädelungen in Stoßzeiten mit Rückstau enden (A13/A12)

Schadstoffbelastung im Ruhrgebiet oder München bei Nebel ist sicher nicht niedriger als in Tirol

Niemand zwingt die Leute, daß sie ihr Haus neben der Autobahn bauen, nur weil dort das Grundstück so günstig ist.

Die größten Stinker-LKWs sind von tiroler Frächtern, also soll die Landesregierung halt den Neukauf von umweltfreundlicheren LKWs subventionieren.

Ein schienenbasiertes Beförderungssystem oder eigene Spuren für LKWs wäre nötig, es gibt genügend derartiger Projekte und Ideen, aber alle scheiterns am Geld.... Nur, auch die Autobahnen wurden nicht von gestern auf heute gebaut, und so sollte man so etwas als Zukunftsinvestition ansehen und sich für den Ausbau "Zeit" nehmen und ein kontinental EINHEITLICHES System aufbauen.

Soweit meine Meinung.
Benutzeravatar
GMD
Ski to the Max
Beiträge: 12629
Registriert: 25.02.2003 - 13:09
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 43 Mal
Danksagung erhalten: 233 Mal

Beitrag von GMD »

McMaf hat geschrieben:@GuyD: Ha, ha :D Schöner Text. Die Schweizer verstehen es halt anti-Europäische Propaganda zu machen.
Da schiesst du aber auf den Falschen! Franz Hohler ist als linksgerichtet bekannt und prinzipiell ein EU-Befürworter. Dieser Text richtet sich darum auch eher aus ökologischen als aus politischen Gründen gegen den freien Warenverkehr. Wobei natürlich beide Aspekte eng miteinander verknüpft sind.[/quote]
Probably waking up
Benutzeravatar
McMaf
Wildspitze (3774m)
Beiträge: 3788
Registriert: 03.10.2003 - 18:11
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: ja
Ort: Bonn
Hat sich bedankt: 35 Mal
Danksagung erhalten: 72 Mal

Beitrag von McMaf »

^^
Mag ja sein. Aber generell kann man das nicht abstreiten. Find Ich aber auch gut diese Haltung. Ich hätt auch lieber noch die DM. Außerdem hat gerade Deutschland mit dem Beitritt der ehem. DDR schon genug zu bezahlen. Und das haben wir ja noch lange nicht geschafft, da müssen wir wieder die anderen armen Länder bezahlen. Meiner Meinung nach, wird Deutschland nur abgezockt. Da lob Ich mir die Schweiz. Die machen ihr Ding und denen geht es auch ohne Europa gut.
Thomas K
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 208
Registriert: 22.04.2003 - 16:42
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: A-6341 Ebbs
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Beitrag von Thomas K »

@McMaf: Die Entwicklung mit dem vereinten Europa geht zu schnell. Meiner Meinung nach hätten zuerst alle Angleichungen erfolgen sollen, bevor eine einheitliche Währung kommt und die Grenzbalken fallen! Da machen sich "intelligente" Köpfe Gedanken über Gurkenkrümmungen und Wassergehalt von Wassermelonen, aber dass in England immer noch Linksverkehr ist und eine englische Schraube nicht in ein deutsches Gewinde passt weil Zoll und Metrisch, das finde ich pervers. Da wird dann noch von freiem Warenverkehr geredet und fast jede Bahnverwaltung Europas hat ein anderes Stromsystem und andere Vorschriften! Ein Zug kann von Ö nicht nach I durchfahren, weil eine andere Zuglok vorgespannt werden muss!!!!! Ich finde das sowas von pervers von der EU, uns einerseits freien Warenverkehr aufs Auge zu drücken, aber das einzige, was einheitlich ist, sind die Abgase aus den Auspuffrohren der LkWs - die stinken nämlich gleich, ob Ö, D, B, oder NL!!!?

Außerdem: Fragt mal einen Zillertaler Bergbauern, was er denn für Nationalitätsgefühl hat! Die Antwort kann ich euch schriftlich geben: Zillertaler, bestenfalls Tiroler! Nix mit Europäer! Und das ist durch die Bank so. Ich denke nicht, dass einer aus einem bayrische Kuhdorf (sorry, ist nicht bös gemeint) auch sagen wird, dass er zuerst Bayer ist und dann Deutscher. Das kleinkarierte Dorfdenken ist noch zu stark in den Köpfen verankert. Das kann man nicht wie die Festplatte eines Computers löschen.

Ok. muss ich jetzt lassen - ist verdammt OT. Zurück zum Transit: der ist EU-Problem wie ich schon oben schrieb. Wenn sich was in Brüssel ändert, ändert sich auf unseren (europäischen) Verkehrswegen was!

Thomas K.
Benutzeravatar
miki
Chimborazo (6310m)
Beiträge: 6712
Registriert: 23.07.2002 - 14:21
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Maribor, Slowenien
Hat sich bedankt: 2528 Mal
Danksagung erhalten: 1642 Mal

Beitrag von miki »

@Starli: du sprichst mir aus dem Herzen:
...Daß ein Ausbau einer dritten Spur mehr Verkehr bringt, glaub ich nicht...Schadstoffbelastung im Ruhrgebiet oder München bei Nebel ist sicher nicht niedriger als in Tirol...Die größten Stinker-LKWs sind von tiroler Frächtern...Niemand zwingt die Leute, daß sie ihr Haus neben der Autobahn bauen, nur weil dort das Grundstück so günstig ist.
Ganz meine Meinung, ich hätte es selbst kaum besser formulieren können :zustimm: ! Vor allem dein letztes Argument ist einleuchtend - ich kann es täglich rund um Maribor beobachten, wie immer wieder neue Häuser 30 oder 50 m von der Autobahn gebaut werden. Im Moment sind alle happy weil sie ein so günstiges Grundstück bekommen haben, in 10 Jahren verlangen sie zuerst Lärmschutzwand und 100 km/h und noch 10 Jahre später 80-er Beschränkung oder Einhausung und drohen mit Strassenblockaden und 'kämpfen für die Gesundheit ihrer Kinder' und und und ... :evil:
Gegen diesen zitierten sinnlosen Kartoffel-Wasch-Verkehr, Müllverkehr hab ich aber auch was. Und es gibt sicher noch genügend Waren, wo es nicht auf die Schnelligkeit der LKWs ankommt, und die somit mit der Bahn transportiert werden könnten.
Ebenfalls, so Autobahn - besessen bin ich auch wieder nicht :wink: .

@McMaf + Thomas K:
Aber genau wie Thomas K halte Ich die Osterweiterung für keine gute Maßnahme...Die Entwicklung mit dem vereinten Europa geht zu schnell...(usw. usw.)
Jeder kann ja zu der Frage stehen wie er will *beidiesemThemaleichtreizbarbin*, ich will ja keinem das Recht auf eigene Meinung nehmen, aber zu schnell?! Seit 10 Jahren führen wir schon die sogenannten 'Verhandlungen' mit der EU die nix anderes sind als Diktat, gehen faule Kompromisse ein, zittern bei Besuchen von hochnasigen 'Inspektoren' aus der EU, haben Angst das irgendeinem Politiker aus irgendeinem Mitgliedsstaat der Furz im A**** quersteht und das Zauberwort 'Veto' in den Mund nimmt - siehe Reaktionen von einigen österreichischen Politikern beim Scheitern der Transitverhandlungen - das nennt ihr schnell? Und was dabei rauskommt ist so eine halbe Mitgliedschaft, mit 7 Jahre Übergangsfrist bei Arbeitsplatzsuche, Schengen und Euro sollen auch 'später' kommen (wann ???), wenn wir die 'Kriterien erfüllen' (wetten das es wieder mindestens 5 Jahre dauert, man kann die 'Kriterien' beliebig definieren, wir sind ja nicht D oder F die alles machen dürfen :evil:).

Um diesem Klugscheisser Verein beizutrenen muss man fast in so viele Ärs*** hineinkriechen und so viel Dr*** schlucken wie wenn man auf einer Uni Karriere machen will ... sorry, bin heute etwas schlecht gelaunt, ich hör' jetzt lieber auf bevor ich noch was sage was mir später leid tut :(
Benutzeravatar
McMaf
Wildspitze (3774m)
Beiträge: 3788
Registriert: 03.10.2003 - 18:11
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: ja
Ort: Bonn
Hat sich bedankt: 35 Mal
Danksagung erhalten: 72 Mal

Beitrag von McMaf »

Lieber Miki,
Ich bin doch nicht dagegen, dass Slowenien beitritt (meiner Meinung nach sogar das akzeptabelste Land). ich bin überhaupt gegen die EU und erst recht gegen die Aufnahme neuer Länder die uns wiederum Milliarden kosten würden. Ich kann ja verstehen, dass Slowenien in die EU will. Wir würden den Slowenen nämlich schöne Summen zahlen für Landwirtschaft, Tourismus, Industrie usw....
Und die Entwicklung geht doch zu schnell. Du siehst doch wie lange das dauert, allein den Osten an den Rest von Deutschland vernünftig anzugliedern. Verstehst du was Ich meine? Deutschland ist nur damit beschäftigt irgendwelche Ausgleichszahlungen zu tätigen.
Emilius3557
Shisha Pangma (8013m)
Beiträge: 8160
Registriert: 20.09.2002 - 11:26
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Nürnberg
Hat sich bedankt: 142 Mal
Danksagung erhalten: 348 Mal

Beitrag von Emilius3557 »

@McMaf: Ist ja interessant, ich dachte aus deiner Partei kam der "Kanzler der Einheit" und "Vater des Euros"? :D

Ich denke, dass sowohl EU, als auch Euro als auch Ost-Erweiterung insgesamt mehr Vor- als Nachteile haben.

Zum Transit:
Schadstoffbelastung im Ruhrgebiet oder München bei Nebel ist sicher nicht niedriger als in Tirol
Das glaube ich eben nicht! München liegt in einer großen Ebene, während sich so und so viele Prozent der Tiroler Bevölkerung (mangels Alternativen!) im Inntal tummeln. Eine Inversions- bzw. bei Schadstoffbelastung dann Smog-Lage im Gebirge ist schon etwas anderes. Die Alpen sind ein relativ empfindliches Ökosystem. Außerdem: mal an die akustischen Folgen des Verkehrslärms in einem engen Tal gedacht?

Niemand zwingt die Leute, daß sie ihr Haus neben der Autobahn bauen, nur weil dort das Grundstück so günstig ist.
Grundsätzlich richtig. Aber so viele Alternativen gibts in Tirol platzmäßig einfach nicht, oder? Die Gebirgstäler sind eng und steil, lawinen und murengefährdet (in den Gebieten die jetzt noch nicht bebaut sind), die geeignetsten Flächen für Dauersiedlungsraum gibt es nun mal im breiteren Inntal, dessen flacher Talboden sich gleichzeitig auch für die Verkehrsachsen eignet: Autobahn, Eisenbahn, Bundesstraße, z.T. noch als dritte Straße eine Landesstraße (z.B. Kufstein, Langkampfen, Mariastein etc.) Natürlich gibt es in München viel Verkehr (und viel Stau!), das berühmt-berüchtigte Brunnthaldreieck ist 5 km von uns entfernt, aber hier gibt es auch eine Menge mehr Platz und kein Gebirge, dessen Wald für Schadstoffe empfindlicher ist als andere Fichten. (wie es im Ruhrgebiet ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht)
Daß ein Ausbau einer dritten Spur mehr Verkehr bringt, glaub ich nicht, weil ja selbst jetzt noch Luft ist
Es ist zwar schlecht einzusehen, aber meistens zeigen doch die Erfahrungen, dass neue Straßen auch neuen Verkehr anziehen, wenn jemand z.B. denkt "aha, neue Straße von x nach y! In y war ich seit 10 Jahren nicht mehr, weils zu weit war und zu lang gedauert hat, jetzt fahr ich halt mal hin und kauf dort ein."
Viele Tiroler od. allgemein österreichische Skigebiete lohnen sich erst seit dem Bau der Autobahnen richtig für Süddeutsche Gäste (für Tagesausflüge). Früher hat sich alles auf Bundesstraße und Ortsdurchfahrten konzentriert, da waren die bayerischen Skigebiete schon durchaus im Vorteil von der Verkehrslage.
Jetzt bin ich aber wieder vom Transit abgekommen:
gebe Thomas K. total recht, es ist echt ein Unding, dass die Eisenbahnen es nicht fertig bringen ein einheitliches System zu generieren oder zumindest Mehrstrom-Lokomotiven einzusetzen. Die Bahn fährt gar nicht sooo langsam den Brenner hinauf, aber wenn man dort oben mal 15 min bei Hin- und Rückfahrt wegen Lokwechsel steht, ist das echt mies. Oder in Italien zwischen Franzensfeste und Brixen mal eine halbe Stunde "wegen irgendwas" auf freier Strecke halten muss. Beim LKW-Verlad auf die Schiene sollte echt die Schweiz das große Vorbild sein, dort funktioniert das nämlich einigermaßen, aber da können uns die Kollegen sicherlich kompetener Auskunft geben als ich.

Benutzeravatar
McMaf
Wildspitze (3774m)
Beiträge: 3788
Registriert: 03.10.2003 - 18:11
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: ja
Ort: Bonn
Hat sich bedankt: 35 Mal
Danksagung erhalten: 72 Mal

Beitrag von McMaf »

Marius hat geschrieben:@McMaf: Ist ja interessant, ich dachte aus deiner Partei kam der "Kanzler der Einheit" und "Vater des Euros"? :D
Ja, Ich bin ja auch nicht gegen die Angliederung (Streng genommen war es nämlich keine Wiedervereinigung) der jetzt neuen Bundesländer. Nur Ich bin gegen weitere Aufnahmen von EU Mitgliedern die wir dann noch zusätzlich finanziern müssten. Es wäre ja auch irgendwie doof, genau die Meinung von Frau Merkel oder Herr Stoiber zu haben. Nicht alle in der CDU sind Ja-Sager. Es gibt auch welche die sich ihre eigene Meinung bilden, und diese versuchen den anderen mitzuteilen.
Und das mit dem Euro würde ja sogar funktionieren, wenn nicht ein gewisser Herr Eichel gekommen wäre, und den anderen Nationen, quasi einen Freibrief zum Schulden machen ausgestellt hätte.

So jetzt ist aber genug auf die SPD eingedrescht worden. Ist ja auch unfair, wenn wir hier keinen Vertreter dieser Partei haben um sich zu verteidigen :wink: .
Benutzeravatar
starli
Ski to the Max
Beiträge: 19824
Registriert: 16.04.2002 - 19:39
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Nicht mehr im Forum
Hat sich bedankt: 931 Mal
Danksagung erhalten: 2806 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von starli »

Marius:
Lärmbelästigung: Ich wohn auch nur ein paar hundert Meter weg von der Autobahn - und hör da nix davon. Da ist der Lärm von städtischen Durchfahrstraßen, startende Ferraris oder Motorräder, oder Kneipen WESENTLICH störender als ein bißchen Autobahnrauschen (Das auch wesentlich angenehmer wäre als Zuggleise, nebenbei gesagt!)
Damit hätten wir auch das "Platzproblem" im Inntal gelöst, ein paar hundert Meter von einer Autobahn ist der Lärm m.E. schon fast nicht mehr wahrnehmbar... (bei den Abgasen schauts ggf. schon wieder anders aus)

München: Dafür habt ihr in Bayern im Herbst öfters Nebel als wir hier... daß wir hier auch mit Smogbelastung bei diversen Wettern zu tun haben, bestreite ich ja nicht...

@EU: Als anfänglicher Skeptiker würd ich mir mittlerweile wünschen, es wär schon viel weiter. Von mir aus könnten diese sogenannten Nationalstaatlichen Verbünde aufgelöst werden. Ein Europa der Regionen könnte sich diesen Verwaltungsapparat sparen. Sprich: EU -> Region -> Bezirk -> Gemeinde. 4 Stufen reichen doch?!
Hauptwohnsitze reicht auch einer EU-Weit, nicht wie es derzeit ist, in jedem Land möglich (ok, ich profitier davon, dadurch 2 Hauptwohnsitze zu haben :) )
Und die Wahlberechtigung sollte auch dort zugrunde liegen, wo man seinen Hauptwohnsitz hat.

Also mich geht das ziemlich auf den Senkel, da hast ein "Europa", aber keinen europäischen Paß, sondern da darf ich wieder nach Deutschland oder auf ein deutsches Konsulat gehen, wenn ich meinen Paß verlängern will, oder ich muß die Nationalität ändern - was in Zeiten und innerhalb Europas aber eigentlich total unnötig ist. Wählen darf ich ebenfalls nur in Deutschland, obwohl mir das auch schon zielich wurscht ist; maximal auf Gemeindeebene dürfen EU-Bürger im entsprechenden Hauptwohnsitz-Land wählen. (Das muß man aber erst wieder beantragen, wozu ich zu faul bin :) )

Überhaupt würd ich mir mehr Mitbestimmung wünschen, jeder Bürger sollte mindestens 1x im Monat einen "Umfragebogen" per Internet oder sonstwie ausfüllen können, wo er seine Wünsche und seine Meinung kundtut. Weil jeder Mensch ist heute so emanzipiert, daß keiner eine Partei finden wird, mit der er sich 100%ig identifizieren kann. Und wo die Wahlbeteiligungen inzwischen liegen, weiß ja jeder. Das Wahlsystem muß bequemer werden und dem Bürger das Gefühl von mehr Macht geben.
Benutzeravatar
starli
Ski to the Max
Beiträge: 19824
Registriert: 16.04.2002 - 19:39
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Nicht mehr im Forum
Hat sich bedankt: 931 Mal
Danksagung erhalten: 2806 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von starli »

Mir ist noch was eingefallen....

alle wollen, daß der Transit auf die Schiene geht, weil die Bahn ja so umweltfreundlich ist.

Aber..

Woher soll eigentlich der Strom für die vielen neuen Züge kommen?

AKWs?

Was sagen die Grünen dazu? Wollen die solarbetriebene Züge fahren lassen? :)
Tyrolens
Alpspitze (2628m)
Beiträge: 2769
Registriert: 21.06.2003 - 13:44
Skitage 25/26: 0
Hat sich bedankt: 26 Mal
Danksagung erhalten: 534 Mal

Beitrag von Tyrolens »

Starli, du solltest dringend zum HNO Arzt gehen. Sonst gibt´s das ja nicht, dass du die Autobahn nur so schwach wahr nimmst.

Egal ob ich am Patscherkofel bin, auf der Seegrube, auf dem Glungezer oder am Stanser Joch. Auch dort höre ich die Autobahn!
Benutzeravatar
starli
Ski to the Max
Beiträge: 19824
Registriert: 16.04.2002 - 19:39
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Nicht mehr im Forum
Hat sich bedankt: 931 Mal
Danksagung erhalten: 2806 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von starli »

Also, es mag zwar sein, daß du die AB am Patscherkofel HÖRST, aber verglichen mit einem Vogelzwitschern oder dem Wind durch den Bäumen wird das AB-Geräuscht doch wohl eher minimal sein und KANN daher gar nicht stören.

Nebenbei bin ich ein gehöriges Maß an Grundrauschen von PC-Lüftern und dergleichen so gewohnt, daß ich das gar nimmer wahrnehme ;-)
Tyrolens
Alpspitze (2628m)
Beiträge: 2769
Registriert: 21.06.2003 - 13:44
Skitage 25/26: 0
Hat sich bedankt: 26 Mal
Danksagung erhalten: 534 Mal

Beitrag von Tyrolens »

Im Ernst, die Autobahn hört man sehr prägnant! Am extremsten ist´s, wenn der Föhn geht. Da hört man sie fast im gesamten Mittelgebirge.
Benutzeravatar
billyray
Wurmberg (971m)
Beiträge: 1084
Registriert: 17.11.2002 - 11:23
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: nahe München
Hat sich bedankt: 4 Mal
Danksagung erhalten: 8 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von billyray »

Also, meine Erfahrung beschränkt sich zwar auf zwei Monate, aber die habe ich in Mutters (Außerkreith) verbracht, mit direkter Sicht auf die Europabrücke vom Wohn-/Schlafzimmer aus, und ich hab den Autobahnlärm nie bewusst wahrgenommen.

(Natürlich fuhr alle halbe Stunde die Stubaitalbahn vorbei, die hab ich gehört...)
Emilius3557
Shisha Pangma (8013m)
Beiträge: 8160
Registriert: 20.09.2002 - 11:26
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: Nürnberg
Hat sich bedankt: 142 Mal
Danksagung erhalten: 348 Mal

Beitrag von Emilius3557 »

Also ich war letzten Sonntag aufm Pendling direkt über dem Inntal. Selbst 1000 Hm weiter oben hört man die Autobahn - den Zug, der gefahren ist, sieht man zwar besser, man hört ihn aber nicht. Oder man gehe von Steinberg aus aufn Guffert, da hört man 1200 Hm weiter oben ein einzelnes Motorrad. In den meisten Nächten höre ich selbst bei uns die 3-4 km entfernte A 99 rauschen und da ist ein Bannwald dazwischen (den die Stürme der 1990er Jahre allerdings fast vollständig flachgelegt haben, muss man fairerweise dazusagen)

Antworten

Zurück zu „Off Topic“