Die Schmittenhöhe peilte ich schon seit ungefähr 15 Jahren an – sehr viele alte Lifte sind seitdem dort weggekommen – und in der Vorweihnachtszeit 2013 bot es sich an, nun endlich mal dorthin zu fahren. In vielen anderen Gebieten liefen nicht alle Lifte und das satte Grün beim Anlagenstatus der Bahnen oberhalb von Zell am See besiegelte meine Zielewahl für den einen Urlaubstag unter der Woche recht schnell.
An jenem Tag unter der Woche ging es relativ flott voran. Oberaudorf von der A 93 runter, durch das noch im Dunkeln liegende Tal bis Kössen, weiter durch ein noch abgelegeneres Tal bis zur Loferer Strasse, endlos weiter kurvend bis irgendwann Saalfelden erreicht ist, das ich noch von einem Sommerausflug kenne.
Das damals besuchte LSAP-Gelände am Biberg ist hier zu sehen - „dank“ eines 20 minütigen Staus konnte ich ein einigermaßen wackelfreies Bild aus dem stehenden Auto bekommen. Bis 1979 muss etwa links der Bildmitte ein ESL da rauf geführt haben, dessen Talstationsgebäude noch verlassen am Ortsrand vor sich hin dümpelt. Seinerzeit hat man dann weiter rechts auf kürzerer Trasse eine Girak-DSB hochgezogen, die nun im Sommerbetrieb noch fährt.
Irgendwann war die Unfallstelle mitten im Ort geräumt und es konnte weiter gehen. Da ich eh etwas zu früh dran war, hielt sich der Amoklauf ob des Staus in Grenzen
Am Parkplatz war mäßiger Betrieb – aber Anstehen musste man weder an der Kasse noch an der Bahn. Die Pendelbahn und die DSB Ebenberg direkt am Ortsrand von Zell waren außer Betrieb – sonst liefen alle Lifte. Hier sitze ich in einer Kabine des 2007 als Verstärker hinzugebauten „TrassXpress“. Ein richtig blöder Name, aber dafür hat die immerhin 2.600 m lange EUB einen interessanten Verlauf. Wie immer beim Erstbesuch eines Gebietes war da diese riesige Vorfreude im Bauch – auch wenn man bereits viele Bilder im Internet gesehen hat.
Beste Schneebedingungen waren das – kein Vergleich zur Kartoffelackerschlacht von gestern...
Zoom zur Hochmaisbahn, die 2005 leider einen langen Waldtrassenschlepper ersetzt hat, dessen Verlauf man links noch sehen kann.
Natürlich besuchte ich ihn gleich am Anfang – der Hahnkopflift ist noch ein Schlepper der ersten Stunde – früher standen viele dieser Gittermastenkerle an der Schmittenhöhe verteilt herum und nun sind es nur noch zwei, dazu ein Tler von de Pretis.
Weihnachten fand bei mir 2013 schon am 17.12. statt – solche Tage sind immer auch im Nachhinein noch eine große Freude. Vor Ort kommen sie einem ja immer wie eine Stunde maximal vor.
Morgendliche Schlepperszene...
Erbaut 1971 lt. Liftworld...
Nichts Spektakuläres, aber ich fand's nett.
Hier stand bis 2001 ein Gittermastler – der Kapellenlift. Irgendwo im Forum gab es mal einen Bericht von 1983, wo man ihn noch sehen konnte. Heute schwebt man halt in einer 0815-4SB nebenan nach oben.
Da möchte man fast aus dem Sessel hüpfen...
Die Sesselbahn zusammen mit ihrer Namensgeberin...
Weiter hinten – etwa da, wo früher vermutlich der Ketting-Kurvenschlepper geendet hat. War dort drin die Bergstation untergebracht? (Oder ist doch noch vom ganz alten Kettinglift?)
Die flache Verbindungs-DSB „Hochzeller Bahn“ - irgendwie ganz nett. Vor allem der Ausblicke, die man während der Fahrt genießen kann. Doch noch bessere Ausblicke gibt es von der 4SB im Hintergrund – die Sonnengratbahn.
Im Tal hielt sich noch der Nebel. In der Früh war es dort unten recht finster und eiskalt. Doch weiter oben gab es dann die wärmende Sonne und strahlend blauen Himmel.
Auf der Sonnenseite des Schigebiets, die ich natürlich lieber gleich in der Früh aufsuchte. Der Schnee wurde hier später recht weich, aber am Anfang des Tages war es total super.
Zoom zum Kitzsteinhorn, wo diese hohe Pendelbahnstütze gleich auffällt.
Statt dem See sah man nur das Nebelmeer.
Wie gerne wäre ich da im alten Hochmaislift (vmtl. Gittermasten?) hinaufgezogen worden...
Wenigstens die alte 3KSB Sonnkogelbahn stand mir noch zur Verfügung. Im 1983er-Bericht gab es selbst die noch nicht – damals stand noch der ESL in seinem letzten Lebensjahr dort.
Trassenblick – die Bahn erinnerte mich gleich an meine erste KSB, die ich kennen lernte. (Sesselbahn Planai III in Schladming – 1989 war das seinerzeit eine hochmoderne Anlage.)
Hier in der prallen Sonne wurde es mir immer schon fast zu warm – aber die vielen Schichten taten an den Schattenhängen später auf der anderen Seite dann wieder gut.
Oben endet hier auch der Osthanglift, der zweite Uropa an der Schmittenhöhe, den sie noch am Leben gelassen haben.
Erbaut 1984....
Gleich mal wieder runter, solange der Schnee noch nicht zu weich wurde.
Trassenzoom zur Sonnengratbahn. Bis 2012 lief hier noch ne alte 70er-Jahre-DSB. Aber gut – hier ist ja entscheidend, dass man nach wie vor an gleicher Stelle schwebt und in Ruhe (nicht kuppelbar) den genialen Ausblick linker Hand genießen kann.
Weiter drüben der TrassXpress und die Breiteckbahn...
Zoom zum Kitzsteinhorngletscher.
Oben angekommen zoomte es sich mit festem Boden unter den Skischuhen ein wenig leichter – hier geht der Blick ins LSAP-Gebiet Thumersbach auf der anderen Seeseite. Man sieht die Schneise eines abgebauten Schleppers, der sich seinerzeit rechts des ESL befand. Das große Gebäude links des Strommasten ist die alte, nun umgebaute ESL-Bergstation. Die Sesselbahn kam von links unten aus einem Seitental herauf.
Parallel auf der linken Seite gab es noch im Wald einen steilen Schlepper, dessen Liftlerhäusl man am Berggipfel sehen kann.
Schade – das Gebiet wäre natürlich voll mein Fall gewesen. Aber bei der Konkurrenz in unmittelbarer Nähe (Hochkönig, Saalbach....) kein Wunder, dass es wie der Biberg auch anscheinend unrentabel geworden ist. (Hätt' man halt ne 3S-Bahn übern See gebaut. Wegen den paar Hundertausend Euro...
Die Bergstation des Osthanglifts wirkt renoviert, aber das nutzte dem Hochwurzenschlepplift I auch nichts – bekam eine ganz neue und wurde dann doch zwei, drei Jahre später geschliffen.
Zoom in den Gegenhang, wo der Schmidhoflift läuft, ein de Pretis – Schlepper von 1982
Treffpunkt Schmiedhoflift und Hochmaisbahn.
Osthanglift mit Saalfelden im Hintergrund.
An den beiden Schleppern vergnügte ich mich erst mal ein wenig. Klar gibt es tollere ihrer Gattung, aber das spielte am 17.12.2013 keine Rolle. Die Schmittenhöhe hat einfach was und das bestätigte sich auch inmitten der vielen modernen KSBen dort – der See, die schönen Waldabfahrten, die Rundblicke auf die interessante Bergwelt dort...
Osthanglift vom Gegenhang aus.
Im Osthanglift.
Ja gut, ganz so langweilig ist der nicht...
Anschließend ging es auf zur Talabfahrt, wo es als Zubringer noch eine alte Pendelbahn gibt, die direkt neben dem TrassXpress und der Schmittenhöhebahn startet.
Herrliches Steilstück, das am Nachmittag sicherlich ein Graus war.
Ankunft an der Sonnenalm-Pendelbahn.
Sie fuhren nach Bedarf und ich befürchtete schon, ewig warten zu müssen. Doch relativ schnell wurde die Kabine wieder auf die Bergreise gesandt. Dafür gesellte sich noch ein alter Mann dazu, der während der Fahrt Selbstgespräche führte. Ich hab auch immer ein Glück mit meinen Mitfahrern...
Wenigstens gab es ein wenig Fahrgeräusche, so dass der babbelnde Herr ein wenig übertönt wurde.
Neben der Pendelbahn verläuft noch ein Übungslift – hier müsste bis vor kurzem aber doch noch ein wesentlich älterer Schlepper gestanden haben.
Eine Weile hielt er seinen Mund, doch unterhalb der Bergstation kam der nächste Anfall. Der hatte definitiv einen (zumindest kleinen ) Hau. Später sollte ich ihn wieder antreffen, wie er am Ausstieg bei der Hochmaisbahn in der Gegend rumstierte – vielleicht einfach zu viel Skiwasser gelöffelt...
Mitten im Wald steht die Bergstation.
Normalerweise sind Pendelbahnen im Winter nicht so mein Ding, aber die hier war irgendwie recht urig.
Einmal dann doch mit der Hochmaisbahn...
Drüben sieht man zwischen den Bäumen noch die alte Schlepplifttrasse leuchten...
Blick aus der Sonnengratbahn auf Zell am See – nun ohne Nebel.
Blick zur Schmittenhöhe. Links im Hintergrund das Kitzsteinhorn. Mehr Gipfel kenne ich hier hinten nicht.
LSAP-Bergstation des Sonnengrat-Tellerlifts. Der wurde doch glatt von einem neuen Skiweg ersetzt...
Hier kam der 300m lange Lift einst rauf.
Trassenzoom zur Hochzeller Bahn...
Zoom nach Saalbach, wo ich die 3KSB verpasst habe. Von der müsste doch links die Schneise sein, oder? Auf alten Bildern gab es rechts am Pistenrand noch einen ESL.
Weiter oben, wo im Zoom sogar noch ein Schlepper zur sehen ist.
Keine Ahnung, welcher Teil von Saalbach das ist. Gab es da rechts auch mal einen Schlepper. Sieht vom Gelände her irgendwie so aus...
Moderne Bahnen, wohin man zoomt...
Gleich nochmal das Kitzsteinhorn ins Visier genommen.
Zoom zur Areitbahn mit dem Skigebiet Maiskogel im Hintergrund.
Die neue Glocknerbahn – in Österreich werden wie hier nun bereits fleißig die Vierersesselbahnen der ersten Stunde ersetzt. (Vor 1988 nur ein alter Schlepper, dann eben eine 4KSB nun steht da ne 8KSB...)
Wechsel auf die andere Seite des Skigebiets.
Beim Neubau der Glocknerbahn wurde dieser alte Gittermastenlift auch gleich mit entsorgt. Hmpff!
Da kam er herauf – war nur ein relativ kurzer Übungslift anscheinend. Die alte Glocknerbahn verlief doch weiter rechts? Die ging doch oben ein Stück durch den Wald? Hat man sicherlich alles weggeholzt. Hmpff
Unten sieht man schon die neue Talstation der 8KSB, die ich gar nicht gefahren bin...
Skifahren im 21. Jahrhundert...
Zoom zur Areitbahn I, die von Schüttdorf aus den Berg erschließt. Bis 1988 muss hier eine alte DSB mit Seitenschließbügeln gestanden haben...
Aber die Talabfahrt fand ich ganz schön – vor allem recht lang.
Auffahrt mit der Areitbahn I, mit ihren 25 Jahren (26 dieses Jahr) auch schon so eine Retro-6EUB...
Umstieg auf die Areitbahn II, die man 1996 als Neuerschließung und sicherlich zur Entlastung der Glocknerbahn hingestellt hat.
Strecke – erinnert mich irgendwie an die Panoramabahn in Kitzbühel. Oben unterlief mir dann ein kleiner Fauxpas – ich wähnte mich in der Bergstation und stieg aus. Ich wunderte mich noch, dass die Mitfahrerin in der Gondel sitzen blieb und ins Tal zurückfuhr. Erst dann erwachte ich aus meiner Nachmittäglichen Schläfrigkeit und kapierte, dass sich direkt dahinter noch eine dritte Sektion anschließt. Na ja, so Sachen passieren – manchen natürlich niemals und mir selbst eben zuweilen...
Kurs gen Zell am See – direkt vom Ortrand führt dort der CityXpress hinauf – eine moderne 4EUB. Die Vorgängeranlage (auch 4EUB, 1977-2003) hieß wenigstens noch Zeller Bergbahn, wie es sich gehört
Zoom nach Gegenüber zur 3KSB Sonnkogel...
Sowie auch zur Trasse der Sonnenalmbahn.
Hier war es im Schatten nun recht eisig, der Schnee bestens und dazu kaum Leute unterwegs...
Der Namensgeber gehört auf 1.000 Berg- und Talfahrten in eine Kabine gesperrt
Unten rechts erkennt man im Schatten die Bergstation der DSB Ebenberg.
Besagte Bahn hat in 2000 einen steilen Kurzbügler ersetzt, der allerdings nicht hier an dieser Stelle verlief. Irgendwo im Forum (muss mal den 1983er-Bericht nochmal studieren), stand, dass der zwischen den Hinterhöfen von Zell gewissermaßen startete und überaus steil mitten durch den Wald zur Ebenbergalm hinauf führte. Ach, wäre der wenigstens noch gestanden!
Aber als ich ein Hinweisschild zur besagter Alm entdeckte, nahm ich gleich mal den Ziehweg auf mich, um eine kleine LSAP-Nachschau einzulegen...
Dort hat vmtl. die Bergstation gestanden.
Dort müsste er rauf gekommen sein – leider war schon alles sehr zugewachsen und der Abstecher erwies sich als vergeblich.
Die Abfahrt bis Zell am See...
Von der EUB aus konnte man für einen Augenblick die steile Schneise im Wald von unten sehen – leider etwas zu spät geknipst. Leider war die DSB außer Betrieb und die Piste abgesperrt – die Talstation der Sesselbahn müsste in etwa dort stehen, wo einst der Kurzbügler startete. Die DSB war dann später auch in Betrieb, aber nicht offiziell. Bergbahnmitarbeiter werkelten herum und vermutlich ist sie auch eher für Skirennen gedacht.
Die 2. Sektion nach dem CityXpress – die Hirschkogelbahn (1998 war man wohl noch nicht reif für
Deer-Shuttle). Auf den Bildern im LSAP-Forum wie auch in den Skiatlanten jener Zeit wirkte die Vorgängeranlage – eine klassische DSB – immer sehr gut besucht. In den Zeiten vor der Areitbahn II und III mussten alle hier durch, um zur Breiteckbahn und damit ganz hinauf zu gelangen.
Ein alter Sessel darf als Sitzgelegenheit am Liftlerhäusl noch weiter leben - bis vmtl. dann auch hier mal ne 8 KSB oder 10 EUB kommt (unter Verwendung von „Deer“ - wetten?)...
Trassenzooooom – man sieht sogar die Bergstation.
Wär noch was für „Lifte und Tristesse“...
Weiter oben wurde es dann schon wieder besser...
Blick vom Ausstieg der Breiteckbahn – bis 2007 verlief da noch eine 3SB und am links am Pistenrand auf halber Strecke ein T-Masten-Schlepper. Lt. Liftworld gab es aber bereits in den 40ern einen Breitecklift, wo immer der auch verlaufen sein mag.
Maiskogel-Zoom: Kurvenschlepper wird durch Kurven-KSB ersetzt – auch mal interessant...
LSAP-Schlepper-Schneise am Maiskogel. Verlief dort dann auch die Nachfolge-DSB, die dann ebenso ersetzt wurde? Ich kenne mich da noch nichts so aus.
Und da müsste doch auch eine DSB gelaufen sein? (Beide 1998er-DSBen am Maiskogel haben anscheinend nicht lange überlebt...)
Nochmals ein Zoom zum Kitzsteinhorn...
Leider bald wieder mal am Ende eines Traumtages...
Eine Talabfahrt nach Schüttdorf war noch drin...
In diesem Abschnitt war die Piste schon nicht mehr so toll zum Fahren.
Ein Stück See kann man auch von hier aus sehen.
Dann fand auch ich mal den Weg zur Areitbahn III...
Nebenan die Breiteckbahn.
Da die Beine schon schwer wurden, verlegte ich mich auf viele Fotostopps..
Hier müsste am rechten Pistenrand der Kettinglift raufgekommen sein? Mist, der hätte mich (de Pretis – Kurvenschlepper!) noch interessiert. Verläuft dann jetzt die neue 8SKB auf der Trasse der ebenfalls seinerzeit abgebauten 3SB?
Kapellenbahn-Liftler in Aktion...
Zoom Richtung Schmiedhoflift / Hochmaisbahn.
Am Parkplatz nochmal das Tele drangeschraubt – die Sonnengratbahn mit den letzten Sonnenstrahlen des 17.12.2013.
Der Talschlepper, den ich gar nicht gefahren bin...
Die Schmittenhöhe – wie gesagt war sie mir auch ohne all die interessanten, leider verpassten Anlagen (Ebenberglift, Kettinglift, Kapellenlift, Kurzbügler Bruckberglift, Hochmaislift, DSB Areit) einen Besuch wert. Irgendwie hat es mich da immer schon hingezogen, während mich Saalbach oder das Kitzsteinhorn kaum reizen.
Eine weite, teilweise nebelverseuchte Heimfahrt stand mir bevor, aber wenigstens hielt sich unter der Woche in der Vorsaison der Stress in Grenzen.
