Ich war mir lange nicht sicher, wohin ich heute fahren wollte. Zuletzt standen Ischgl oder Venet (+ evtl. Hoch-Imst) zur Auswahl. Luft auf Ischgl hatte ich aber wirklich keine, denn das Gebiet meide ich eigentlich zur Hauptsaison immer. Aber der Weg nach Ischgl war halt deutlich kürzer und bequemer, als nach Zams, geschweige denn nach Hoch-Imst. Am Ende siegte die Faulheit und ich fuhr halt einfach die paar Minuten mit dem Skibus nach Ischgl, statt eben ins Auto zu steigen, ca, 30min nach Zams zu fahren und ggf. nochmal 20min weiter nach Hoch-Imst.
Ich stellte mich aber schon vorab auf einen eher mäßigen und sehr vollen (in Ischgl ist das ja durchaus doppeldeutig
Wie erwartet wartete an der 3S-Bahn bereits eine riesige Menschentraube. Man konnte sich aber leicht an der Seite vorbei drücken und die nicht voll besetzten Gondeln auffüllen. So waren es dann nur 5 Gondeln Wartezeit, also morgens eigentlich halb so wild. Ich sah dann gleich zu, dass ich möglichst schnell nach Samnaun kam. Es gab daher nur eine Abfahrt vom Pardatschgrat zur Idjochbahn. Die Präparation war hier für Ischgler Verhältnisse gut. Auf der präparierten Piste lagen noch ca. 2cm Neuschnee. In Samnaun bin ich dann zuerst alles an der Greitspitzbahn und Viderjochbahn II gefahren. Die Präparation in Samnaun war aber nicht wie gewohnt auf hohem Niveau. Die Pisten waren recht unruhig, hatten Schläge und einfach nicht schön zu fahren. Das kenne ich eigentlich aus Samnaun besser.
Über die Visnitzbahn, wo es extreme Wartezeiten gab, wechselte ich dann auch bald in den Grivalea/Muller-Sektor, wo man aber auch schnell durch ist. Meinen Eindrücken nach ist die Visnitzbahn seit dem Neubau viel mehr ausgelastet und die Wartezeiten haben zugenommen. Die Situation wurde da also seitens der Bergbahnen verschlimmbessert, wobei es eigentlich ja keinen logischen Grund gab, die 4KSB zu ersetzen. Lediglich für die Wiederholung der einen Abfahrt ist der neue Talstationsstandort nützlich.
Anschließend wechselte ich wieder nach Ischgl, wo ich den Mittag an den Talabfahrten, bzw. den Abfahrten bis zu den Mittelstationen verbrachte. Hier war es sehr leer und es machte viel Spaß. Meines Erachtens sind das in Ischgl die besten Abfahrten, die man in Ischgl an einem normalen Tag bekommen kann, denn den Rest kann man während der Saison in Ischgl komplett vergessen. So auch heute; alles weitere in Ischgl war sehr abgefahren, teilweise abgerutscht und Welten schlechter, als alles, was ich die letzten Tage so hatte. V.a. an der Zeblasbahn glich der Ausstiegsbereich einem Steinbruch.
Wartezeiten gab es im Gebiet an den Liften jedoch kaum. Nur an der Visnitzbahn, Höllkar und Höllspitzbahn musste ich etwas warten, bzw. hätte warten müssen, wenn ich mich für die Höllkarbahn entschieden hätte.
Wie immer kam bei mir in Ischgl, trotz der nominellen Größe kein Gefühl auf, in einem großen Skigebiet zu sein. Es ist einfach alles viel zu dicht bebaut und man hat einfach keine Weitläufigkeit. Ich weiß, dass das hier aber einige anders sehen, aber warum kann ich von überall entweder die Alp Trida, oder die Idalp sehen und warum kann ich von überall direkt ins Tal fahren? Ischgl ist einfach in meinen Augen ein Scheinriese, ohne wirklich zu überzeugen.
Das Wetter war heute bis ca. 14:30 Uhr top! Anschließend zogen dichte Wolken auf und sorgten für grottenschlechte Sichtverhältnisse. Die Bodensicht war nicht mehr vorhanden und es war echt anstrengend, zu fahren.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:

Morgendlicher, schattiger Blick aus der Idjochbahn bergwärts. Die Flimjochbahn war um 08:45 Uhr noch nicht fahrbereit.

Nachdem man das Schattenloch verlassen hat, wartet oben dann diese tolle Abfahrt in Richtung Schweiz auf einen. Die Ausblicke auf österreichischer Seite sind dahingegen aber maximal langweilig.

Blick ins Samnauner Teilskigebiet

Blick über den Grenzgrat mit dem Greitspitzlift, den ich heute leider nicht gefahren bin.

Ausblick von der Bergstation der Greitspitzbahn. Der Starthang war oben knollig und unten raus war es unruhig. Irgendwie hatten die Bergbahnen Samnaun das heute nicht, wie sonst eigentlich, drauf.

Blick zur Alp Trida, wo es schon wahnsinnig wuselt. Das es hier nicht mehr Zusammenstöße gibt, wundert mich jedes Mal.

Ausblick von der Bergstation der neuen Visnitzbahn. Durch die neue Bahn gibt es hier nun viel mehr Nachfrage wie früher. Ein klassischer Fall von Verschlimmbesserung. Auch die Wartezeiten wurden so ja nicht kürzer, sondern tendenziell eher länger.

An der Bergstation der Grivaleabahn. Die Abfahrt hier ist ja eher langweilig

Die Abfahrt an der Mullerbahn ist dahingegen ja anspruchsvoller und attraktiver. Leider ist die Abfahrt recht kurz. Aber man muss ja, gerade in Ischgl, nehmen, was man kriegt.

Auf der Pistenvariante an der Visnitzbahn. Ein schöner Hang!

Ein erneuter Blick auf die Alp Trida

Um mal wieder etwas Ruhe zu haben, fuhr ich die Talabfahrt nach Laret, die schön durch ein Tal fährt. Mittlerweile ist die Talabfahrt fest in meinem klassischen Ischgl-Programm

Weiter unten auf der schönen Talabfahrt

Um die Wartezeiten an der Flimsattelbahn zu vermeiden ging es dann über die Viderjochbahnen nach Ischgl. Während sich die Leute an der Flimsattelbahn die Beine in den Bauch standen, war es hier menschenleer. Verstehe die Leute wer will, ich tu es nicht. Es ist aber auch nicht weiter verwunderlich, dass das in Ischgl so ist, denn der durchschnittliche IQ der Gäste beträgt wahrscheinlich ziemlich genau so viel, wie die absolute Anzahl der Liftanlagen im Skigebiet.

Auf Ischgler Seite waren die Piste schon um 11:30 Uhr hinüber. Hier der Blick vom Idjoch zur Idalpe.

Blick aus der Flimjochbahn

Ausblick vom Flimjoch in Richtung Schweiz

Die Einfahrt der Flimjochbahn ist aber bei Kaiserwetter doch immer wieder fotogen.

Den Start in meine Talabfahrtensafari machte ich durch das Velliltal. Unterhalb der Talstation der 6KSB war die Abfahrt grottenschlecht, da mega knollig.

Der Prennerhang war dann aber wieder sehr griffig und gut zu fahren und wie immer zu Mittag sehr leer.

Anschließend ging es dann über die schwarze Abfahrt wieder zur Vellilbahn

Während sich anderswo im Gebiet die Leute stapeln, war es hier so leer, wie es auf dem Bild auch ist. Verstehe die Leute wer will…

Einfahrt der Gratbahn am Pardatschgrat

Blick auf die Idalpe, die ich gerade noch so im Mittagsloch passieren konnte.

Seitenblick aus der Nachtweidebahn, deren schöne Abfahrt im unteren Teil ich noch mitnehmen musste.

Idalpe

Tolle Abfahrt zu den Mittelstationen

Blick in den Höllboden. Da es an der Höllkarbahn lange Wartezeiten gab, fuhr ich stattdessen mit der Sassgalun- und Höllspitzbahn Richtung Gampen.

Sprung zur Gampenbahn. Hier auf der Zufahrt dorthin von der Bergstation der Höllspitzbahn. Die Abfahrten am Gampen waren leider, wie so oft, schon sehr abgefahren und rutschig.

Blick aus der Gampenbahn, die schön Höhenmeter macht.

Seitenblick zum PVG. Die dortige Abfahrt war nur als Route geöffnet. Ich habe die Abfahrt dann geschenkt, da die dann erfahrungsgemäß sehr steinig ist.

Ausblick von der Bergstation der Gampenbahn

Auch die Abfahrten an der Höllspitzbahn waren eher von der härteren Sorte.

Trassenblick Höllspitzbahn

Auf der schwarzen Abfahrt an der Höllspitzbahn

Blick aus der Palinkopfbahn. Der Starthang an der Bergstation war eine Katastrophe.

Ausblick von der Bergstation der Zeblasbahn. Der Ausstieg dort glich eher einem Steinbruch, statt einer Piste. Hier hätte man zwingend einen Mitarbeiter Steine sammeln müssen. Aber warum sollte man das in Ischgl tun. Die Leute kommen ja trotzdem. Masse statt Klasse eben…
Durch die dichte hohe Bewölkung war die Bodensicht fortan inexistent.

Blick in den Höllboden
Fazit:
Nun wie soll ich hier heute nun ein Fazit ziehen, Ich glaube, ich muss meine üblichen Sätze wiedergeben, die ich sage, wenn mich Leute für das Skigebiet Ischgl nach Rat fragen:
1. Rat: Fahre NIEMALS zwischen ca. 15.12 und 15.04 nach Ischgl! NIEMALS, wirklich NIEMALS!!! Du wirst es bereuen. Auch heute hat sich dies bestätigt. So sehr ich Ischgl im späten Frühjahr mag, um so besch… ist das Gebiet in der Saison.
Ich habe auch heute wieder gesehen, wie verblendet die Leute sind. Wenn man mit den Leuten im Lift spricht merkt man entweder, dass sie entweder gar nicht merken, wie schlecht es in Ischgl im Vergleich zu anderen Gebieten ist oder sich nicht vorstellen könnten, dass es anderswo besser sein könnte (schließlich ist das Ischgl und es kann nirgendwo besser sein). Auf meinen Einwand, einfach nur 15min von Ischgl aus den Skibus in die eine oder andere Richtung zu nehmen sorgte für verdutzte Gesichter. Fakt ist, Galtür und Kappl sind aktuell Welten besser, See aktuell zumindest ein bisschen.
2. Rat: Falls du doch fährst, dann fahre unbedingt die Talabfahrten nach Ischgl zwischen 10:00 Uhr und 14:00 Uhr. Bessere Pisten wirst du im Gebiet nicht finden. Auch dies trat heute vollumfänglich ein. Auch hier waren die Leute im Lift, wenn man sich mit ihnen unterhalten hat absolut verdutzt, fast so, als ob man was verbotenes täte, wenn man da tagsüber fährt, denn schließlich fährt man die Talabfahrten nur am Nachmittag. Auch wenn es beim Ischgl-Klientel wohl verpönt ist, das zu tun, tut es trotzdem, denn auch das ist Fakt, es sind einfach die besten Abfahrten des Tages!
Auch wenn ich heute mit knapp 17.000hm und ca. 83 Pistenkm viel gefahren bin (ohne die Laret-Abfahrt wäre auch noch mehr gegangen) war es nur quantitativ ein guter Tag, nicht qualitativ. Aber das passt ja zum "Masse statt Klasse"-Motto von Ischgl.