Zusatzgebühren für Tagesgäste
Forumsregeln
Bitte beachte unsere Forum Netiquette
Bitte beachte unsere Forum Netiquette
-
Bjoerndetmold
- Vogelsberg (520m)
- Beiträge: 928
- Registriert: 09.09.2005 - 08:59
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Ort: Detmold
- Hat sich bedankt: 117 Mal
- Danksagung erhalten: 136 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Meines Erachtens muss man vor allem im Blick haben, warum die Menschen sich für ein bestimmtes Verkehrsmittel entscheiden, wenn man sie (aus politischen, ökologischen, lokalpolitischen) Gründen dazu bewegen will, auf ein anderes umzusteigen.
Im Falle des Skifahrens gilt:
1.
Skifahren ist auch heute schon so teuer, insbesondere im Vergleich zur Autoanreise (die insbesondere für Familien immer noch billiger ist als jede andere Form der Anreise), dass man Parkplätze, Straßen und so weiter so teuer machen kann, wie man will, ohne dass das für eine aus der Ferne anreisende Familie einen wirklichen Unterschied macht...
2.
Umstände wie
- Skiausrüstung macht eine Menge Gepäck und Gewicht aus
- Kinder können weniger Gepäck / Ausrüstung tragen
- Ferienwohnungsgäste sind oft gezwungen, mehr Gepäck (Nahrungsmittel) mitzunehmen
machen es schwierig, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.
Im Falle des Skifahrens gilt:
1.
Skifahren ist auch heute schon so teuer, insbesondere im Vergleich zur Autoanreise (die insbesondere für Familien immer noch billiger ist als jede andere Form der Anreise), dass man Parkplätze, Straßen und so weiter so teuer machen kann, wie man will, ohne dass das für eine aus der Ferne anreisende Familie einen wirklichen Unterschied macht...
2.
Umstände wie
- Skiausrüstung macht eine Menge Gepäck und Gewicht aus
- Kinder können weniger Gepäck / Ausrüstung tragen
- Ferienwohnungsgäste sind oft gezwungen, mehr Gepäck (Nahrungsmittel) mitzunehmen
machen es schwierig, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.
Wie heißt es schon in Monty Python's "Das Leben des Brian": Gepriesen sind die Skifahrer!
Sie lesen eine amtlich entschärfte Signatur. Bitte beachten Sie, dass die Verwendung dieses Zitats keinesfalls ein Affront gegenüber Personen sein soll, welche sich nicht auf Skiern bewegen.
Sie lesen eine amtlich entschärfte Signatur. Bitte beachten Sie, dass die Verwendung dieses Zitats keinesfalls ein Affront gegenüber Personen sein soll, welche sich nicht auf Skiern bewegen.
↓ Mehr anzeigen... ↓
-
Bjoerndetmold
- Vogelsberg (520m)
- Beiträge: 928
- Registriert: 09.09.2005 - 08:59
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Ort: Detmold
- Hat sich bedankt: 117 Mal
- Danksagung erhalten: 136 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
...
sorry, aus Versehen in zwei Beiträge gesplittet.
Diese Umstände muss man berücksichtigen, wenn man eine Alternative "attraktiv" machen will. Anders wird es nicht funktionieren.
sorry, aus Versehen in zwei Beiträge gesplittet.
Diese Umstände muss man berücksichtigen, wenn man eine Alternative "attraktiv" machen will. Anders wird es nicht funktionieren.
Wie heißt es schon in Monty Python's "Das Leben des Brian": Gepriesen sind die Skifahrer!
Sie lesen eine amtlich entschärfte Signatur. Bitte beachten Sie, dass die Verwendung dieses Zitats keinesfalls ein Affront gegenüber Personen sein soll, welche sich nicht auf Skiern bewegen.
Sie lesen eine amtlich entschärfte Signatur. Bitte beachten Sie, dass die Verwendung dieses Zitats keinesfalls ein Affront gegenüber Personen sein soll, welche sich nicht auf Skiern bewegen.
↓ Mehr anzeigen... ↓
-
siri
- Wurmberg (971m)
- Beiträge: 1066
- Registriert: 18.02.2008 - 15:43
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Ort: Stuttgart
- Hat sich bedankt: 226 Mal
- Danksagung erhalten: 107 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
wenn man sich aus ökologischen Gründen dazu bewegen soll, dann dürfte man eigentlich gar kein Ski fahren. Was da so alles in die Berge gebaut wurde, betoniert, gebaggert, gesprengt, dann noch viel Energie, Beschneiung ect.Bjoerndetmold hat geschrieben: 24.02.2022 - 14:03 Meines Erachtens muss man vor allem im Blick haben, warum die Menschen sich für ein bestimmtes Verkehrsmittel entscheiden, wenn man sie (aus politischen, ökologischen, lokalpolitischen) Gründen dazu bewegen will, auf ein anderes umzusteigen.
In meinen Augen Augnwischerei wer so sein Gewissen beruhigen möchte.
- jens.f
- Vogelsberg (520m)
- Beiträge: 912
- Registriert: 01.01.2008 - 01:05
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Ort: Karlsruhe
- Hat sich bedankt: 43 Mal
- Danksagung erhalten: 117 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Dann darf man aber kaum noch Urlaub machen - fast jeder Urlaub hinterläßt nunmal ökologische Spuren.siri hat geschrieben: 24.02.2022 - 14:14 wenn man sich aus ökologischen Gründen dazu bewegen soll, dann dürfte man eigentlich gar kein Ski fahren. Was da so alles in die Berge gebaut wurde, betoniert, gebaggert, gesprengt, dann noch viel Energie, Beschneiung ect.
In meinen Augen Augnwischerei wer so sein Gewissen beruhigen möchte.
Hier ist Skifahren - in Relation zur Anzahl der Urlauber - sogar noch vergleichsweise Harmlos.
Insbesondere bei Flugreisen ist der ökologischer Fingerabdruck deutlich größer.
Was würde passieren, wenn all die Millionen, die im Winter Skiurlaub in den Alpen machen, in die Karibik, Südsee etc. fliegen würden?
Oder wenn all diese Leute in Destinationen wie "Tropical Island" wollen? Wieviel Hallen will man dann bauen?
Es haben nun mal nicht alle Menschen Lust, Ihren Urlaub mit einer Fahrrad-Tour um den eigenen Wohnort rum zu verbringen.
Natürlich sollte jeder aufpassen, das der ökologische Fingerabdruck, den man hinterlässt, möglichst klein ist - aber dadurch, das Ski-Urlauber eben in der Regel nicht in die Karibik oder Südsee fliegen, ist schon mal einiges gewonnen.
-
Bjoerndetmold
- Vogelsberg (520m)
- Beiträge: 928
- Registriert: 09.09.2005 - 08:59
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Ort: Detmold
- Hat sich bedankt: 117 Mal
- Danksagung erhalten: 136 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Das ist kein schlechter Gedanke. Denn gerade mit Blick auf die Kosten eines Skiurlaubs: Für das Geld, wenn man es für andere Hobbies/Urlaube ausgibt, könnte man wahrscheinlich auch noch deutlich mehr CO2 in die Luft pusten.jens.f hat geschrieben: 24.02.2022 - 14:31 Natürlich sollte jeder aufpassen, das der ökologische Fingerabdruck, den man hinterlässt, möglichst klein ist - aber dadurch, das Ski-Urlauber eben in der Regel nicht in die Karibik oder Südsee fliegen, ist schon mal einiges gewonnen.
Wie heißt es schon in Monty Python's "Das Leben des Brian": Gepriesen sind die Skifahrer!
Sie lesen eine amtlich entschärfte Signatur. Bitte beachten Sie, dass die Verwendung dieses Zitats keinesfalls ein Affront gegenüber Personen sein soll, welche sich nicht auf Skiern bewegen.
Sie lesen eine amtlich entschärfte Signatur. Bitte beachten Sie, dass die Verwendung dieses Zitats keinesfalls ein Affront gegenüber Personen sein soll, welche sich nicht auf Skiern bewegen.
↓ Mehr anzeigen... ↓
- jens.f
- Vogelsberg (520m)
- Beiträge: 912
- Registriert: 01.01.2008 - 01:05
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Ort: Karlsruhe
- Hat sich bedankt: 43 Mal
- Danksagung erhalten: 117 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Wir haben es mal verglichen: Wenn man die Kosten von 1 Woche Skiurlaub in einem vernüftigen 4 Sterne Hotel zusammenrechnet (also inkl. Skipass, Getränke und Essen) kann man locker 1-2 Wochen All-Inklusive in 4-5 Sterne Hotel in der Karibik, den Kanaren oder Südafrika buchen (inkl. Flug)Bjoerndetmold hat geschrieben: 24.02.2022 - 14:41 Das ist kein schlechter Gedanke. Denn gerade mit Blick auf die Kosten eines Skiurlaubs: Für das Geld, wenn man es für andere Hobbies/Urlaube ausgibt, könnte man wahrscheinlich auch noch deutlich mehr CO2 in die Luft pusten.
Insbesondere die Kosten für Getränke und Speisen Tagsüber summieren sich bei eine Familie auch ganz gut - bei all-Inklusiv hingegen hat man ja in der Regel kaum extrakosten-
Der Vergleich
5-Sterne Pauschal-Urlaub auf Teneriffa oder in der Dominikanischen Republik mit All-Inklusive:
Mal als Beispiel: Iberostar Selection Anthelia auf Teneriffa.
Sehr gutes 5-Sterne Hotel - beim All-Inklusive sind auch "richtige" Coctails von der Bar mit dabei, und nicht nur Coctail-Automaten sowie guter Wein etc.
Kostet aktuell für eine Familie mit 4 Personen in 2 Zimmern (also keine Zustellbetten) für 7 Tage 6576€ - inkl. Flug, Zug zum Flug, Transfer und All Inklusive verpflegung.
Für 14 Tage sogar nur 9536 EUR
Auch wenn man es richtig warm haben will und in die Dominikanischen Republik fliegt wird es nicht teurer - auch hier liegen die Preise im ähnlichen Rahmen (5 Sterne, AllInc, 4 Personen für 7 Tage gut 6000€, für 14 Tage gut 10000€)
4-Sterne Hotel in Ischgl, Eigenanreise
Zum vergleich habe ich mal kurz auf ischgl.com nach einem Hotel für 4 Personen (2 Erwachsene, 2 Kinder) ab 4 Sterne gesucht - faierweise sogar nicht in der faschingswoche, sondern die Woche danach.
Das günstige Angebot war 5913 EUR - aber nur mit Halbpension. Da kommen dann ja die Getränke im Hotel, die Anfahrt, Getränke und Essen Tagsüber, Skipässe etc. dazu - da landet man also locker bei knapp 10.000 EUR.
Bei 14 Tagen kommt man dann sogar auf knapp 20.000 (es wird ja nur der Skipass etwas günstiger und die Anfahrt fällt ja nur einmal an - bei den Hotelpreisen gibt es ja idr. keinen Rabatt für längeren Aufenthalt)
Da kommt man schon ins Grübeln...
Klar, das sind jetzt alles keine Sparangebote - natürlich kann man günstiger Buchen - aber das gilt ja auch für die Pauschalreisen.
-
Reginleif
- Feldberg (1493m)
- Beiträge: 1687
- Registriert: 23.01.2019 - 11:13
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Hat sich bedankt: 199 Mal
- Danksagung erhalten: 650 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Das ist doch deinerseits auch Augenwischerei oder? Wenn ich so argumentiere ist eine Stadt ja das schlimmste was es gibt. Alles zugebaut und betoniert und pro Quadratkilometer wird mit Sicherheit die meiste Energie in Form von Strom und Heizwärme verbraucht. Und was ist näher an der Natur, eine beschneite Skipiste oder ein Hausdach aus Ziegel.siri hat geschrieben: 24.02.2022 - 14:14 wenn man sich aus ökologischen Gründen dazu bewegen soll, dann dürfte man eigentlich gar kein Ski fahren. Was da so alles in die Berge gebaut wurde, betoniert, gebaggert, gesprengt, dann noch viel Energie, Beschneiung ect.
In meinen Augen Augnwischerei wer so sein Gewissen beruhigen möchte.
Dann dürfte ich ja als aller erstes einfach nicht mehr wohnen.
Finde ich genau so amüsant wie die Argumentation ein Auto würde immer so viel Platz brauchen und wird so selten benutzt. Klar ist das richtig, aber stellt euch vor das Haus in dem ich wohne besitzt auch Räume die bei weitem nicht 24h am Tag benutzt werden ja sogar täglich weniger genutzt werden als mein Auto und ich wette das ist bei jedem anderen genau so.
Und noch einigermaßen ernst gemeint, ich kenne Leute, die fahren täglich allein zur Arbeit und zurück weit über 2h mit dem Auto, ansonsten sind sie in ihrem Haus die meiste Zeit im Bett oder halt auf der Arbeit. Die haben aber eine Protzbude zu Hause stehen mit Quadratmetern die sie wahrscheinlich nur ein mal im Jahr überhaupt betreten. Und dann sind die 15m² Stellplatz fürs Auto das Problem an dem man als erstes rummäckert? Ne echt nicht
Bei aller teils berechtigten Kritik am Auto, da muss ich immer lachen.
Saison 22/23: Skitage 7: 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Sölden, 1x Hintertuxer Gletscher, 1x See, 1x Ischgl
Saison 21/22: Skitage 6: 1x Ofterschwanger Horn, 1x Ischgl, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Nauders, 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Sölden
Saison 19/20: Skitage 9: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Kappl, 1x See, 1x Nauders, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Diedamskopf, 1x Fellhorn/Kanzelwand
Saison 18/19: Skitage 16: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 3x Davos, 1x Hochzeiger, 2x Sölden, 2x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Thaler Höhe, 1x Arlberg, 1x Iberg, 1x Oberjoch, 1x Brandnertal, 1x Pitztaler Gletscher
Saison 21/22: Skitage 6: 1x Ofterschwanger Horn, 1x Ischgl, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Nauders, 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Sölden
Saison 19/20: Skitage 9: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Kappl, 1x See, 1x Nauders, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Diedamskopf, 1x Fellhorn/Kanzelwand
Saison 18/19: Skitage 16: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 3x Davos, 1x Hochzeiger, 2x Sölden, 2x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Thaler Höhe, 1x Arlberg, 1x Iberg, 1x Oberjoch, 1x Brandnertal, 1x Pitztaler Gletscher
↓ Mehr anzeigen... ↓
- GIFWilli59
- Aconcagua (6960m)
- Beiträge: 7292
- Registriert: 02.11.2014 - 21:50
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Hat sich bedankt: 5516 Mal
- Danksagung erhalten: 2737 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Whataboutism nennt sich das, glaube ich.
Übersicht über meine Berichte
2020/21: 101 Tage
Skitouren (75): 18x Willingen, 15x Steinach, 12x Winterberg, 7x Gr. Inselsberg, 6x Ilmenau, 6x Ernstthal, 5x Schneekopf, je 1x Elkeringhausen, Döllberg/Suhl, Goldlauter, Jena, Kassel, Oberhof
Ski Alpin (14): 8x Willingen, 5x Winterberg, 1x Winterberg+Willingen
Resteski (12): 8x Winterberg, 2x Schneekopf, 2x Steinach
2020/21: 101 Tage
Skitouren (75): 18x Willingen, 15x Steinach, 12x Winterberg, 7x Gr. Inselsberg, 6x Ilmenau, 6x Ernstthal, 5x Schneekopf, je 1x Elkeringhausen, Döllberg/Suhl, Goldlauter, Jena, Kassel, Oberhof
Ski Alpin (14): 8x Willingen, 5x Winterberg, 1x Winterberg+Willingen
Resteski (12): 8x Winterberg, 2x Schneekopf, 2x Steinach
↓ Mehr anzeigen... ↓
-
Reginleif
- Feldberg (1493m)
- Beiträge: 1687
- Registriert: 23.01.2019 - 11:13
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Hat sich bedankt: 199 Mal
- Danksagung erhalten: 650 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Wo habe ich gesagt sie wären egal? Ich habe sinngemäß geschrieben die Argumentation ist im Kontext lachhaft wenn man dann nicht mal aufs große ganze schaut. Man kann sichs auch so hinbiegen wie mans lesen will.judyclt hat geschrieben: 24.02.2022 - 21:35 Weil man zu viel Platz zum Wohnen hat, sind die Automassen auch egal? Seltsame "Argumentation".
Die Verwendung dieses Wortes lässt die Qualität einer Diskussion ja bekanntermaßen ins unermäßliche steigen.
Aber schön, dass du meinen Post auch noch so Ernst nimmst. Eigentlich dachte ich er wäre lächerlich genug geschrieben gewesen.
Klar gibt's das Argument, aber ich empfinde es oft als so lachhaft, weil andere Seiten der Medaille einfach ausgeblendet werden.
Das war die Antwort darauf, dass die Bebauung der Berge ja so furchtbar ist, aber sonst z. B. der Bau des eigenen Hauses als quasi unproblematisch dargestellt wird.
Hast du schonmal jemanden argumentieren gehört wir könnten den Leuten weiter individuelle Mobilität ermöglichen und über den Wohnraum dafür sorgen, dass genügend Platz für alle da ist? Klar nimmt das Auto Platz weg, aber in der Hinsicht hört man selten kritische Stimmen die mal andere Punkte als die 15m2 des Autos betreffen.
Es gibt Wohnungen, auch in größeren Innenstädten, da ist die Abstellkammer größer und das hinterfragt lange niemand so kritisch.
Saison 22/23: Skitage 7: 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Sölden, 1x Hintertuxer Gletscher, 1x See, 1x Ischgl
Saison 21/22: Skitage 6: 1x Ofterschwanger Horn, 1x Ischgl, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Nauders, 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Sölden
Saison 19/20: Skitage 9: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Kappl, 1x See, 1x Nauders, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Diedamskopf, 1x Fellhorn/Kanzelwand
Saison 18/19: Skitage 16: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 3x Davos, 1x Hochzeiger, 2x Sölden, 2x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Thaler Höhe, 1x Arlberg, 1x Iberg, 1x Oberjoch, 1x Brandnertal, 1x Pitztaler Gletscher
Saison 21/22: Skitage 6: 1x Ofterschwanger Horn, 1x Ischgl, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Nauders, 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Sölden
Saison 19/20: Skitage 9: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Kappl, 1x See, 1x Nauders, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Diedamskopf, 1x Fellhorn/Kanzelwand
Saison 18/19: Skitage 16: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 3x Davos, 1x Hochzeiger, 2x Sölden, 2x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Thaler Höhe, 1x Arlberg, 1x Iberg, 1x Oberjoch, 1x Brandnertal, 1x Pitztaler Gletscher
↓ Mehr anzeigen... ↓
-
NeusserGletscher
- Jungfrau (4161m)
- Beiträge: 4284
- Registriert: 01.04.2010 - 16:45
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Hat sich bedankt: 708 Mal
- Danksagung erhalten: 1389 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Wo gibt es denn heute noch kostenlose Parkplätze in ausreichender Zahl für alle Hotelgäste? In vielen Fällen zahle ich zwischen 10 und 20 Franken pro Tag, was so einam Anteil am Zimmerpreis im oberen einstelligen Prozentbereich entspricht.judyclt hat geschrieben: 22.02.2022 - 22:27 Ernsthaft: Findest du erhöhte Gebühren über Parkplätze angemessen, da die per PKW anreisenden Gäste höhere Kosten verursachen?
Was Du selber richtig machst können andere nicht falsch machen
- Wooly
- Feldberg (1493m)
- Beiträge: 1516
- Registriert: 13.12.2011 - 01:14
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: ja
- Ort: 76530 Baden-Baden
- Hat sich bedankt: 95 Mal
- Danksagung erhalten: 813 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Stimme ich zu. Wobei Ich deine Argumente verstehe, allerdings auch einwerfen will, das der Mensch ein Gewohnheitstier und gerade wir Deutsche geradezu darauf getrimmt wurden, das Auto zu nehmen ..Bjoerndetmold hat geschrieben: 24.02.2022 - 14:03 Meines Erachtens muss man vor allem im Blick haben, warum die Menschen sich für ein bestimmtes Verkehrsmittel entscheiden, wenn man sie (aus politischen, ökologischen, lokalpolitischen) Gründen dazu bewegen will, auf ein anderes umzusteigen.
Nicht so teuer machen "wie man will", sondern was es realistischerweise kostet. Ansonsten müssten die Züge ja auch umsonst fahren, nachdem wir uns alle 10 Jahre mal einen kleinen Anteil an einem Zug gekauft haben ...Bjoerndetmold hat geschrieben: 24.02.2022 - 14:03 1. Skifahren ist auch heute schon so teuer, insbesondere im Vergleich zur Autoanreise (die insbesondere für Familien immer noch billiger ist als jede andere Form der Anreise), dass man Parkplätze, Straßen und so weiter so teuer machen kann, wie man will, ohne dass das für eine aus der Ferne anreisende Familie einen wirklichen Unterschied macht...
[/quote]Bjoerndetmold hat geschrieben: 24.02.2022 - 14:03 2. Umstände wie
- Skiausrüstung macht eine Menge Gepäck und Gewicht aus
- Kinder können weniger Gepäck / Ausrüstung tragen
- Ferienwohnungsgäste sind oft gezwungen, mehr Gepäck (Nahrungsmittel) mitzunehmen
machen es schwierig, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.
Das ist jetzt doch sehr klar aus einer Familienperspektive gesehen, und aus der Woche Skiurlaub. Hier fehlt es, ganz klar, vor allem an Angeboten zum Gepäcktransport. Wir sind irgendwann dazu übergegangen, für so etwas dann aber kein Auto vorzuhalten, sondern ein Stadtmobil zu nehmen.
Für die ganzen Tagesgäste/Wochenendskifahrer/Hotelbewohner spielt das aber wiederum kaum eine Rolle ... das heißt, die könnten, bei entsprechendem Angebot, viel einfacher umsteigen (und tun es ja auch schon oft).
- Klemme
- Großer Müggelberg (115m)
- Beiträge: 134
- Registriert: 19.04.2009 - 04:39
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Hat sich bedankt: 5 Mal
- Danksagung erhalten: 28 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Es gerät wieder einiges durcheinander...
Kurtaxen gibt es seit es Kurorte gibt. Touristische Infrastruktur kann ganz schön teuer sein und refinanziert sich nicht über die Gewerbesteuer. Es gibt da sehr viele Systeme, wie man das regelt. Wenig, dafür kosten viele Leistungen Eintritt oder eher viel und dafür ist Bus, Eisbahn usw. inklusive... Andere komunizieren diese Systeme offensiver, z.B. damals Arosa als erste mit "all inclusive". Das hiess dann nicht Kurtaxe, wwar aber dasselbe - Zahlungen angehängt an Übernachtungen ermöglichten touristische Angebote. Dass natürlich eine "Card" mit vielen Leistungen sich besser vermarktet, als eine "Taxe" wo die Leistung nicht wirklich ersichtlich ist, erklärt sich von selber. Ist wie mit allem in der Gesellschaft, entweder alles über Steuern verteilen, dann zahlt jeder und es kann jeder profitieren - ist aber nicht überall sinnvoll. Oder jeder zahlt selber, auch nicht immer sinnvoll - gerade wenn es dann gewisse Schichten benachteiligt. Familienfreundlich wird man eher, wenn man jedem Gast ein paar Euros auf die Übernachtung draufschlägt und dafür das Sommerbad und den Spielplatz für Familien gratis anbietet, als wenn man direkt umlegt und dann auch für Spielplätze Eintritt verlangen müsste, weil diese nur von einer Minderheit genutzt würden oder das Sommerbad schliessen müsste, weil die meisten genug Geld für Hotels mit Wellnessbereichen haben. Wenn wir nur noch Dinge finanzieren, die einer absoluten Merheit nützen, dann wäre Demokratie schwierig - sie lebt ja gerade von der Solidariät. Was also solidarisch finanziert wird und was nur durch Verursacher/Nutzer, ist eine demokratische Diskussion, die es wirklich überall gibt. Grundsätzlich: je liberaler, desto egoistischer.
Exurs Gesundheit: In Dänemark ist das Gesundheitssystem komplett steuerfinanziert, die Leistungen sind viel besser, die Kosten viel günstiger. In Deutschland ist es marktorientierter, dort fangen zwar Versicherungen nach dem Solidaritätsprinzip die schlimmsten sozialen Ungelichheiten auf, aber es wird viel zu viel operiert wegen Fallpauschalen, es gibt ein Zweiklassensystem - jeder zahlt aber przentual vom Gehalt und damit nach seinen Kräften gleichviel. In der Schweiz ist es noch weniger solidarisch, da zahlt man nicht prozentual vom Gehalt die Gesundheit, sondern jeder denselben absoluten Betrag in die Versicherung und trotzdem noch Selbstbeteiligung. Der Multimilionär kriegt dort die Gesundheit also praktisch umsonst, nicht so reiche Menschen zahlen einen realtiv hohen Anteil ihres Einkommens dafür (ja, es gibt da noch Transferleistungen, aber nur für die ganz Armen). Was ist also fair? Kann man sich lange streiten, so eben auch in Tourismusorten.
Manchen Orte bieten gratis Gemeindeparkplätze an, andere nicht. Bergbahnen schlagen manchmal Kosten für Parkhäuser aufs Ticket für alle, manche nicht. Manchmal ist der Skibus Gemeindesache, manchmal Bergbahnen. Manchmal im Skiticket inkludiert, manchmal in Steuern, manchmal Kurtaxe, macnhmal irgendeine "Card", manchmal kostet er extra. So föderalistisch die Demokratie, so weit gefächert die verschiedenen Lösungen. Nicht jeder Ort generiert gleich viel Steuern mit denselben Gästen, das hängt von den örtlichen Bestiz- und Betriebssturkutren sowie dem Willen zu Solidarität ab. Immer öfter zwingen aber (Umweltschutz-)Gesetze Betreiber von Analgen Parkplätze zu bewirtschaften um so eine Lenkungswirkung zu erzielen. Davon profitiert auch der Autofahrer. Jeder, der hier genug Kohle hat den Preis zu bezahlen, kriegt als Gegenwert den Platz, der sonst von Menschen besetzt wäre, die sich diese Gebühren nicht mehr leisten können. Die fahren jetzt mit dem Bus und der SUV-Fahrer kriegt mehr Platz auf dem Parkplatz und weniger Stau. Wer also jammert, er wolle alles umsonst, der wünscht sich da meistens eben eine wieder schlechtere Situation für alle, also auch für ihn, herbei.
Diese fixe Idee, man würde abzocken wo es nur geht, nur um sich schamlos zu bereichern, ist nicht ganz korrekt. Ungerechtfertigte Kosten ohne Gegenleistung, also überteuert, würden auch den Tatbestand von Wucher erfüllen. Ausserdem gibt es den Markt, also Konkurrenz. Es haben hier schon einige angedroht, dass man dann eben woanders hinfahre. Würde man also mit Preisen übertreiben, könnte man schnell einpacken. Aber Infrastruktur kostet überall und die Wege diese zu bezahlen, sind individuell. Manche Orte treffen halt die Entscheidung ein paar Autofahrer zu verlieren, um eine Mehrheit ihrer Gäste mit besserer Aufenthaltsqualität zufriedenzustellen - was sich anscheinend für diese rechnet. Viele Städte treffen ähnliche Entscheidungen mit Fussgägnerzonen, Verkehrsberuhigung etc. Umsätze steigen, Gäste sind zufriedener, Umwelt ist besser geschützt.
Killerargument in Sachen Kostenverteilung: Die meisten Begbahnen können sich nicht selber tragen (in CH z.B. sind 80% nicht rentabel) und sind auf Leistungen der öffentlichen Hand angewiesen. Da werden dann Investitionsbeiträge, günstige Darlehen, direkte Beteiligungen, Defizitgarantieren, jährliche Zuschüsse und vieles mehr hintenrum geleistet - im Vordergrund erschienen Bergbahnen als eigenständige Unternehmen, die angeblich nach marktwirtschaftlichen Prinzipien funktionieren, Erfolgsrechnungen ausweisen und so tun, als wären sie am freien Markt erfolgreich. Diese Rechnung ist aber einfach nur Täuschung. Davon profitiert der Gast. Sein Skiticket ist subventioniert - der Aufenthaltsgast bezahlt auf anderem Wege. Der Tagesgast allerdings bezahlt das aber nicht mit der Kette Umsätze vor Ort > Steuern > Subventionen Bergbahnen wieder zurück. So kommt der Tagesgast ohne Beteiligung an ein günstigeres Ticket, das nicht die Kostenwahrheit beinhaltet. An dieser Tatsache hat sich hier im Forum noch keiner gestört. Man verschenkt oft Geld an Tagesgäste, um überhaupt für Aufenthaltsgäste attraktiv zu sein und mit denen Umsatz machen zu können. So ist eine riesige, nicht so demokratische aber politische Schattenfinanzierung in den Alpen entstanden um sich gegenseitig das Wasser abzugraben. Für manche, ja viele ruinös. Bergbahnen wie Genossenschaften führen, transparent kommunizieren, dass sie nicht gewinnbringend zu betreiben sind - das wäre ehrlicher und würde wahrscheinlich auch manchem Gast eher das Gefühl geben, dass er nicht abgezockt wird. Denn bei intransparenten Preisen kommt auch noch ein wichtiger Effekt dazu: Je mehr Menschen an einem Tag am Berg sind, also an den wenigen richtig erfolgreichen Tage einer Saison, je mehr Menschen haben an diesem Tag bei weitem nicht das bester Erlebnis, welches dieses Gebiet bietet. An hochfrequenten Tagen muss der Gast anstehen, warten, hat weniger Platz, die Piste ist schneller schlecht, das Restaurant, der Parkplatz usw. voll und seit Dynamic-Pricing auch noch die Tickets am teuersten. So entsteht bei besonders vielen Gästen an diesem Tag der Eindruck, dass der Laden ja super laufe vor lauter Touristen und darum der Preis dafür Abzocke sei. Die leeren Tage (für Tagesgebiete unter der Woche, für Aufenthaltsgebiete am Wechseltag am Samstag) sieht er nicht. Wenn ihm dann auch noch vorgekgaukelt wird, die Bergbahn sei eine AG, die sich selber trage und das Ziel habe Gewinne zu erzielen, dann stimmt für ihn dann oft das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr. Der Gast weiß auch im seltensten Falle, wem denn die Bergbahnen wirklich gehören. Manchen sind in Gemeindehand, andere rein privat, wieder andere irgenwas dazwischen. Gerade diese Mischforemn sind sehr heikel. Da verschwindet dann auch öffentliches Geld in private Taschen. Auch das umgekehrte geht: In einigen Orten überleben die Bergbahnen nur dank steinreichen Mäzenen, die Viel Geld aus Liebhaberei zuschiessen. Da gibt es Beispiele in Orten mit superreichen Gästen (z..B. St.Moritz) und auch Beispiele in Orten mit Gästen eher am unteren Einkommensrand. Manchmal sind Mäzene blauäugig und investieren intial viel, in der Hoffnung ihre Erfahrung in der Privatwirtschaft führe dann schon zum Erfolg - sie scheitern dann überdurchschnittlich oft an den demokratischen, halböffentlichen Strukturen, an den Einheimischen (Saas-Fee, da haben sich der sozialistische Staatskonzern aus Frankreich aber auch der private Multimillionär die Zähne ausgebissten - in Crans-Montana passiert gerade ähnliches). Es gibt aber auch knallhart berechnende Mäzene, die wissen, wenn sie die Bahn unterstützen bzw. dort Geld verlieren, dann Gewinnen sie trotzdem ums Vielfache bei ihren Immobilien vor Ort (Stichwort Niarchos). All das führt dazu, dass fast niemand als Gast beim Parken, Skifahren usw. die wirklichen Kosten bezahlt, sondern irgendwas zwischen all diesen Extremen. Ob er profitiert oder eher draufzahlt im Vergleich zu knallharter Kostenumwälzung, kann er schlicht nicht einschätzen.
Aber auch hier ändert sich gerade viel: Um die Wahrnehmung zu verbessern, die Gäste besser zu verteilen, die Preise pro Gast zu senken, mehr betriebswirtschaftliche Sicherheit wie Unabhängigkeit von Wetter und anderen Risiken zu erlangen, werden immer mehr die grossen Verbundkarten/Pässe eingeführt. Je mehr das geschieht, je weniger Gebiete müssen dann subventioniert werden (in den USA ist der Prozess mit IKON und EPIC weit fortgeschritten, wie überall in der noch nicht regulierten Plattformökonomie entstehen allerdings ungesunde und für die Gebiete teure Monopole). Die Verteilung der Kosten auf möglichst viele anstatt nur individuell, ist im teuren Skitourismus eine eher gute Idee und solidarischer - es können sich wieder mehr Menschen Skifahren leisten. Diese Entwicklung ist eine direkte Antwort auf die extremen Preissteigerungen wegen Investitionen in Luxus (Sitzheizungen, kuppelbare Technologie, Porschedesign) oder Klimawandel (Beschneiung) in den letzten zwei Jahrzehnten. Die höheren Kosten werden auf mehr Gäste verteilt. Beim Parken allerdings führte diese Philosophie nur zu mehr Verkehr, dort geht es in die andere Richtung, hin zu individuellem Pricing. In Europa ist das angsprochene Dynamic-Pricing gerade beliebt, da zahlt jeder Gast was anderes, sogar am selben Tag. Das war aber schon vorher mit Saisonkarten, Eiheimischenrabatten, Wochenkarten, Jahreszeitenpreise usw. so.
Fazit: Preise, Kostenwahrheit, Subventionen, Lenkungsmassnahmen, Ziele wie Familienförderung etc. sind sehr viele Faktoren, die ein Bezahlsystem und die absoluten Preise beeinflussen. Fairness liegt im Kapitalismus immer im Auge des Betrachters - demokratischer Konsens gibt Orientierung. Zum Beispiel werden Umweltziele für die Gemeinschaft wichtiger, also wird eine Änderung der Finanzierung als fair angesehen - insgesamt sinken die Kosten, für den Autofahrer werden sie aber mehr. Bei den Bergbahnen oben ist das noch viel intransparenter als bei Infrastrukturen untem im Ort.
Kurtaxen gibt es seit es Kurorte gibt. Touristische Infrastruktur kann ganz schön teuer sein und refinanziert sich nicht über die Gewerbesteuer. Es gibt da sehr viele Systeme, wie man das regelt. Wenig, dafür kosten viele Leistungen Eintritt oder eher viel und dafür ist Bus, Eisbahn usw. inklusive... Andere komunizieren diese Systeme offensiver, z.B. damals Arosa als erste mit "all inclusive". Das hiess dann nicht Kurtaxe, wwar aber dasselbe - Zahlungen angehängt an Übernachtungen ermöglichten touristische Angebote. Dass natürlich eine "Card" mit vielen Leistungen sich besser vermarktet, als eine "Taxe" wo die Leistung nicht wirklich ersichtlich ist, erklärt sich von selber. Ist wie mit allem in der Gesellschaft, entweder alles über Steuern verteilen, dann zahlt jeder und es kann jeder profitieren - ist aber nicht überall sinnvoll. Oder jeder zahlt selber, auch nicht immer sinnvoll - gerade wenn es dann gewisse Schichten benachteiligt. Familienfreundlich wird man eher, wenn man jedem Gast ein paar Euros auf die Übernachtung draufschlägt und dafür das Sommerbad und den Spielplatz für Familien gratis anbietet, als wenn man direkt umlegt und dann auch für Spielplätze Eintritt verlangen müsste, weil diese nur von einer Minderheit genutzt würden oder das Sommerbad schliessen müsste, weil die meisten genug Geld für Hotels mit Wellnessbereichen haben. Wenn wir nur noch Dinge finanzieren, die einer absoluten Merheit nützen, dann wäre Demokratie schwierig - sie lebt ja gerade von der Solidariät. Was also solidarisch finanziert wird und was nur durch Verursacher/Nutzer, ist eine demokratische Diskussion, die es wirklich überall gibt. Grundsätzlich: je liberaler, desto egoistischer.
Exurs Gesundheit: In Dänemark ist das Gesundheitssystem komplett steuerfinanziert, die Leistungen sind viel besser, die Kosten viel günstiger. In Deutschland ist es marktorientierter, dort fangen zwar Versicherungen nach dem Solidaritätsprinzip die schlimmsten sozialen Ungelichheiten auf, aber es wird viel zu viel operiert wegen Fallpauschalen, es gibt ein Zweiklassensystem - jeder zahlt aber przentual vom Gehalt und damit nach seinen Kräften gleichviel. In der Schweiz ist es noch weniger solidarisch, da zahlt man nicht prozentual vom Gehalt die Gesundheit, sondern jeder denselben absoluten Betrag in die Versicherung und trotzdem noch Selbstbeteiligung. Der Multimilionär kriegt dort die Gesundheit also praktisch umsonst, nicht so reiche Menschen zahlen einen realtiv hohen Anteil ihres Einkommens dafür (ja, es gibt da noch Transferleistungen, aber nur für die ganz Armen). Was ist also fair? Kann man sich lange streiten, so eben auch in Tourismusorten.
Manchen Orte bieten gratis Gemeindeparkplätze an, andere nicht. Bergbahnen schlagen manchmal Kosten für Parkhäuser aufs Ticket für alle, manche nicht. Manchmal ist der Skibus Gemeindesache, manchmal Bergbahnen. Manchmal im Skiticket inkludiert, manchmal in Steuern, manchmal Kurtaxe, macnhmal irgendeine "Card", manchmal kostet er extra. So föderalistisch die Demokratie, so weit gefächert die verschiedenen Lösungen. Nicht jeder Ort generiert gleich viel Steuern mit denselben Gästen, das hängt von den örtlichen Bestiz- und Betriebssturkutren sowie dem Willen zu Solidarität ab. Immer öfter zwingen aber (Umweltschutz-)Gesetze Betreiber von Analgen Parkplätze zu bewirtschaften um so eine Lenkungswirkung zu erzielen. Davon profitiert auch der Autofahrer. Jeder, der hier genug Kohle hat den Preis zu bezahlen, kriegt als Gegenwert den Platz, der sonst von Menschen besetzt wäre, die sich diese Gebühren nicht mehr leisten können. Die fahren jetzt mit dem Bus und der SUV-Fahrer kriegt mehr Platz auf dem Parkplatz und weniger Stau. Wer also jammert, er wolle alles umsonst, der wünscht sich da meistens eben eine wieder schlechtere Situation für alle, also auch für ihn, herbei.
Diese fixe Idee, man würde abzocken wo es nur geht, nur um sich schamlos zu bereichern, ist nicht ganz korrekt. Ungerechtfertigte Kosten ohne Gegenleistung, also überteuert, würden auch den Tatbestand von Wucher erfüllen. Ausserdem gibt es den Markt, also Konkurrenz. Es haben hier schon einige angedroht, dass man dann eben woanders hinfahre. Würde man also mit Preisen übertreiben, könnte man schnell einpacken. Aber Infrastruktur kostet überall und die Wege diese zu bezahlen, sind individuell. Manche Orte treffen halt die Entscheidung ein paar Autofahrer zu verlieren, um eine Mehrheit ihrer Gäste mit besserer Aufenthaltsqualität zufriedenzustellen - was sich anscheinend für diese rechnet. Viele Städte treffen ähnliche Entscheidungen mit Fussgägnerzonen, Verkehrsberuhigung etc. Umsätze steigen, Gäste sind zufriedener, Umwelt ist besser geschützt.
Killerargument in Sachen Kostenverteilung: Die meisten Begbahnen können sich nicht selber tragen (in CH z.B. sind 80% nicht rentabel) und sind auf Leistungen der öffentlichen Hand angewiesen. Da werden dann Investitionsbeiträge, günstige Darlehen, direkte Beteiligungen, Defizitgarantieren, jährliche Zuschüsse und vieles mehr hintenrum geleistet - im Vordergrund erschienen Bergbahnen als eigenständige Unternehmen, die angeblich nach marktwirtschaftlichen Prinzipien funktionieren, Erfolgsrechnungen ausweisen und so tun, als wären sie am freien Markt erfolgreich. Diese Rechnung ist aber einfach nur Täuschung. Davon profitiert der Gast. Sein Skiticket ist subventioniert - der Aufenthaltsgast bezahlt auf anderem Wege. Der Tagesgast allerdings bezahlt das aber nicht mit der Kette Umsätze vor Ort > Steuern > Subventionen Bergbahnen wieder zurück. So kommt der Tagesgast ohne Beteiligung an ein günstigeres Ticket, das nicht die Kostenwahrheit beinhaltet. An dieser Tatsache hat sich hier im Forum noch keiner gestört. Man verschenkt oft Geld an Tagesgäste, um überhaupt für Aufenthaltsgäste attraktiv zu sein und mit denen Umsatz machen zu können. So ist eine riesige, nicht so demokratische aber politische Schattenfinanzierung in den Alpen entstanden um sich gegenseitig das Wasser abzugraben. Für manche, ja viele ruinös. Bergbahnen wie Genossenschaften führen, transparent kommunizieren, dass sie nicht gewinnbringend zu betreiben sind - das wäre ehrlicher und würde wahrscheinlich auch manchem Gast eher das Gefühl geben, dass er nicht abgezockt wird. Denn bei intransparenten Preisen kommt auch noch ein wichtiger Effekt dazu: Je mehr Menschen an einem Tag am Berg sind, also an den wenigen richtig erfolgreichen Tage einer Saison, je mehr Menschen haben an diesem Tag bei weitem nicht das bester Erlebnis, welches dieses Gebiet bietet. An hochfrequenten Tagen muss der Gast anstehen, warten, hat weniger Platz, die Piste ist schneller schlecht, das Restaurant, der Parkplatz usw. voll und seit Dynamic-Pricing auch noch die Tickets am teuersten. So entsteht bei besonders vielen Gästen an diesem Tag der Eindruck, dass der Laden ja super laufe vor lauter Touristen und darum der Preis dafür Abzocke sei. Die leeren Tage (für Tagesgebiete unter der Woche, für Aufenthaltsgebiete am Wechseltag am Samstag) sieht er nicht. Wenn ihm dann auch noch vorgekgaukelt wird, die Bergbahn sei eine AG, die sich selber trage und das Ziel habe Gewinne zu erzielen, dann stimmt für ihn dann oft das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr. Der Gast weiß auch im seltensten Falle, wem denn die Bergbahnen wirklich gehören. Manchen sind in Gemeindehand, andere rein privat, wieder andere irgenwas dazwischen. Gerade diese Mischforemn sind sehr heikel. Da verschwindet dann auch öffentliches Geld in private Taschen. Auch das umgekehrte geht: In einigen Orten überleben die Bergbahnen nur dank steinreichen Mäzenen, die Viel Geld aus Liebhaberei zuschiessen. Da gibt es Beispiele in Orten mit superreichen Gästen (z..B. St.Moritz) und auch Beispiele in Orten mit Gästen eher am unteren Einkommensrand. Manchmal sind Mäzene blauäugig und investieren intial viel, in der Hoffnung ihre Erfahrung in der Privatwirtschaft führe dann schon zum Erfolg - sie scheitern dann überdurchschnittlich oft an den demokratischen, halböffentlichen Strukturen, an den Einheimischen (Saas-Fee, da haben sich der sozialistische Staatskonzern aus Frankreich aber auch der private Multimillionär die Zähne ausgebissten - in Crans-Montana passiert gerade ähnliches). Es gibt aber auch knallhart berechnende Mäzene, die wissen, wenn sie die Bahn unterstützen bzw. dort Geld verlieren, dann Gewinnen sie trotzdem ums Vielfache bei ihren Immobilien vor Ort (Stichwort Niarchos). All das führt dazu, dass fast niemand als Gast beim Parken, Skifahren usw. die wirklichen Kosten bezahlt, sondern irgendwas zwischen all diesen Extremen. Ob er profitiert oder eher draufzahlt im Vergleich zu knallharter Kostenumwälzung, kann er schlicht nicht einschätzen.
Aber auch hier ändert sich gerade viel: Um die Wahrnehmung zu verbessern, die Gäste besser zu verteilen, die Preise pro Gast zu senken, mehr betriebswirtschaftliche Sicherheit wie Unabhängigkeit von Wetter und anderen Risiken zu erlangen, werden immer mehr die grossen Verbundkarten/Pässe eingeführt. Je mehr das geschieht, je weniger Gebiete müssen dann subventioniert werden (in den USA ist der Prozess mit IKON und EPIC weit fortgeschritten, wie überall in der noch nicht regulierten Plattformökonomie entstehen allerdings ungesunde und für die Gebiete teure Monopole). Die Verteilung der Kosten auf möglichst viele anstatt nur individuell, ist im teuren Skitourismus eine eher gute Idee und solidarischer - es können sich wieder mehr Menschen Skifahren leisten. Diese Entwicklung ist eine direkte Antwort auf die extremen Preissteigerungen wegen Investitionen in Luxus (Sitzheizungen, kuppelbare Technologie, Porschedesign) oder Klimawandel (Beschneiung) in den letzten zwei Jahrzehnten. Die höheren Kosten werden auf mehr Gäste verteilt. Beim Parken allerdings führte diese Philosophie nur zu mehr Verkehr, dort geht es in die andere Richtung, hin zu individuellem Pricing. In Europa ist das angsprochene Dynamic-Pricing gerade beliebt, da zahlt jeder Gast was anderes, sogar am selben Tag. Das war aber schon vorher mit Saisonkarten, Eiheimischenrabatten, Wochenkarten, Jahreszeitenpreise usw. so.
Fazit: Preise, Kostenwahrheit, Subventionen, Lenkungsmassnahmen, Ziele wie Familienförderung etc. sind sehr viele Faktoren, die ein Bezahlsystem und die absoluten Preise beeinflussen. Fairness liegt im Kapitalismus immer im Auge des Betrachters - demokratischer Konsens gibt Orientierung. Zum Beispiel werden Umweltziele für die Gemeinschaft wichtiger, also wird eine Änderung der Finanzierung als fair angesehen - insgesamt sinken die Kosten, für den Autofahrer werden sie aber mehr. Bei den Bergbahnen oben ist das noch viel intransparenter als bei Infrastrukturen untem im Ort.
Gondeln! Günstige Gondeln! Schöne Omega III im Angebot, fast wie neu! Gooondeln, günstige Gooondeln...
- turms
- Feldberg (1493m)
- Beiträge: 1649
- Registriert: 11.11.2007 - 01:19
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: ja
- Ort: LE-BW
- Hat sich bedankt: 280 Mal
- Danksagung erhalten: 184 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
eigentlich wenn man sich aus ökologischen Gründen dazu bewegen soll, muss man gar nicht sich bewegen. Nicht nur skifahren muss raus bleiben...alles...besser nicht atmen oder gar nicht mehr leben.siri hat geschrieben: 24.02.2022 - 14:14wenn man sich aus ökologischen Gründen dazu bewegen soll, dann dürfte man eigentlich gar kein Ski fahren. Was da so alles in die Berge gebaut wurde, betoniert, gebaggert, gesprengt, dann noch viel Energie, Beschneiung ect.Bjoerndetmold hat geschrieben: 24.02.2022 - 14:03 Meines Erachtens muss man vor allem im Blick haben, warum die Menschen sich für ein bestimmtes Verkehrsmittel entscheiden, wenn man sie (aus politischen, ökologischen, lokalpolitischen) Gründen dazu bewegen will, auf ein anderes umzusteigen.
In meinen Augen Augnwischerei wer so sein Gewissen beruhigen möchte.
Heimat ist wo das Herz ist
Nur ein Snowboarder kennt dieses Feeling. Und wenn du es einmal selbst gefühlt hast, ist es unmöglich, nicht mehr zu wollen. Es macht so süchtig, dass es eigentlich illegal sein sollte, aber das ist es nicht und deshalb machen sie so gute Snowboards, dass du nach dem Fahren darauf alles verkaufen und in die Berge ziehen willst, weil ein Mann ein Gleichgewicht in seinem Leben haben muss, und dieses Gleichgewicht sollte 80% Snowboarden und 20% Arbeit sein.
Es sei denn natürlich, es schneit sehr stark, in diesem Fall ist es 100% Einsatz - jeder sagt, wenn du erfolgreich sein willst, musst du dich einsetzen - für den Spaß am Fahren mit deinen Brüdern.
Nur ein Snowboarder kennt dieses Feeling. Und wenn du es einmal selbst gefühlt hast, ist es unmöglich, nicht mehr zu wollen. Es macht so süchtig, dass es eigentlich illegal sein sollte, aber das ist es nicht und deshalb machen sie so gute Snowboards, dass du nach dem Fahren darauf alles verkaufen und in die Berge ziehen willst, weil ein Mann ein Gleichgewicht in seinem Leben haben muss, und dieses Gleichgewicht sollte 80% Snowboarden und 20% Arbeit sein.
Es sei denn natürlich, es schneit sehr stark, in diesem Fall ist es 100% Einsatz - jeder sagt, wenn du erfolgreich sein willst, musst du dich einsetzen - für den Spaß am Fahren mit deinen Brüdern.
↓ Mehr anzeigen... ↓
-
judyclt
- Elbrus (5633m)
- Beiträge: 5822
- Registriert: 01.04.2009 - 10:04
- Skitage 25/26: 0
- Hat sich bedankt: 1323 Mal
- Danksagung erhalten: 1301 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
So ist es. Deswegen finde ich den Vergleich mit anderen Dingen im Leben auch wenig hilfreich. Egal ob Skifahren oder Autofahren: Es gehört zur Gesellschaft dazu und wird nicht plötzlich verschwinden. Werde ich auch nicht drauf verzichten. Dennoch sollte man sich Gedanken darum machen, wie das alles möglichst glimpflich für Welt und Gesellschaft sein kann.
-
Bjoerndetmold
- Vogelsberg (520m)
- Beiträge: 928
- Registriert: 09.09.2005 - 08:59
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Ort: Detmold
- Hat sich bedankt: 117 Mal
- Danksagung erhalten: 136 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Allerdings blendest Du aus, dass es einen Grund hat, warum (auch defizitäre) Bergbahnen betrieben werden. In vielen Skiorten hängt ja quasi die gesamte Wirtschaft am Skifahren und damit an laufenden Bergbahnen. Wenn die Tagesgäste wegblieben, wären die Bergbahnen noch defizitärer, ihr Betrieb damit noch schwerer aufrecht zu erhalten und damit das komplette Erwerbsleben in den betreffenden Gemeinden in Gefahr. Es macht also schon Sinn, auch Tagesgäste zu subventionieren, wenn dadurch die Mischkalkulation insgesamt aufgeht.Klemme hat geschrieben: 25.02.2022 - 13:05 Killerargument in Sachen Kostenverteilung: Die meisten Begbahnen können sich nicht selber tragen (in CH z.B. sind 80% nicht rentabel) und sind auf Leistungen der öffentlichen Hand angewiesen. Da werden dann Investitionsbeiträge, günstige Darlehen, direkte Beteiligungen, Defizitgarantieren, jährliche Zuschüsse und vieles mehr hintenrum geleistet - im Vordergrund erschienen Bergbahnen als eigenständige Unternehmen, die angeblich nach marktwirtschaftlichen Prinzipien funktionieren, Erfolgsrechnungen ausweisen und so tun, als wären sie am freien Markt erfolgreich. Diese Rechnung ist aber einfach nur Täuschung. Davon profitiert der Gast. Sein Skiticket ist subventioniert - der Aufenthaltsgast bezahlt auf anderem Wege. Der Tagesgast allerdings bezahlt das aber nicht mit der Kette Umsätze vor Ort > Steuern > Subventionen Bergbahnen wieder zurück. So kommt der Tagesgast ohne Beteiligung an ein günstigeres Ticket, das nicht die Kostenwahrheit beinhaltet.
Außerdem lassen ja auch manche Tagesgäste Geld nicht nur bei den Bergbahnen: Gastronomie, Skischule, Skiverleih...
Wie heißt es schon in Monty Python's "Das Leben des Brian": Gepriesen sind die Skifahrer!
Sie lesen eine amtlich entschärfte Signatur. Bitte beachten Sie, dass die Verwendung dieses Zitats keinesfalls ein Affront gegenüber Personen sein soll, welche sich nicht auf Skiern bewegen.
Sie lesen eine amtlich entschärfte Signatur. Bitte beachten Sie, dass die Verwendung dieses Zitats keinesfalls ein Affront gegenüber Personen sein soll, welche sich nicht auf Skiern bewegen.
↓ Mehr anzeigen... ↓
- Klemme
- Großer Müggelberg (115m)
- Beiträge: 134
- Registriert: 19.04.2009 - 04:39
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Hat sich bedankt: 5 Mal
- Danksagung erhalten: 28 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Da geb ich dir recht. Ist mir schon klar, natürlich macht das Sinn, sonst hätte man es nicht bei fast allen Bergbahnen mehr oder weniger so gemacht.
Ich fände es aber interessant, wenn man seine Strukturen oder Absichten besser kommuniziert. Ein AG, die seit der Gründung und mit der damaligen Absicht ein Geschäft zu machen, immernoch eine ist - weil das buchhalterische Vorteile hat - tendiert dazu, heute in einem veränderten Markt, einer veränderten Zeit, immer noch so wahrgenommen zu werden wie damals. Das ist aber vielleicht nicht mehr adäquat. Würden Gäste verstehen, dass das heute eine öffentlich gestützte, nicht gewinnbringende und systemrelevante Infrastruktur ist, dann hätten sie auch die Chance, diese Umstände besser zu wertschätzen. Sie würden dann vielleicht nicht über Kurtaxen, Parkgebühren oder "Abzocke" motzen, wie hier im Forum geschehen - sie würden verstehen. Dafür muss man diese Umstände transparenter und offensiver kommunizieren oder gar die Unternehmensstruktur bzw. -Form ändern. Oft verstehen ja noch nicht mal die Einheimischen, Mitarbeiter, Gastarbeiter und andere Multiplikatoren vor Ort wem jetzt was gehört und wer was finanziert. Kunstück nehme ich das als Gast nicht positiv war und werfe alle in einen Topf wenn es ein Problem gibt.
Ich sehe da ein Kulturunterschied zwischen Generationen. Ältere Semester interessieren sich nicht für die Absichten, Gründe, Werte oder Visionen von Unternehmen. Sie haben gelernt, Marke bietet Produkt, Produkt hat Preis - like it or not, Verantworung für Hintergründe habe ich nicht. Es gab früher kaum eine Möglichkeit hinter dies Fassade zu blicken. Darum scheren sich diese Generationen auch nicht wirklich um Informationen - denn sie waren/sind es gewohnt, dass sie ja sowieso nix erfahren. Und wenn man etwas nicht ohne überproportionalen und ivestigativen Aufwand erfahren kann, dann sehen sie es auch nicht als ihre Verantwortung. Mit dem Internet leben wir aber jetzt im Informationszeitalter, wo jeder mit einem Fingertipp mit einer App alles über ein Produkt, seine Inhaltsstoffe, Testergebnisse, Preisvergleiche, Empfehlungen, den Hersteller, seine Ethik, Produktionsbedingungen, CO2-Abdruck etc. erfahren kann. Einfach Strichcode scannen oder googeln. Und weil junge Menschen mit dieser Kulturtechnik aufwachsen, es also können und ganz natürlich tun und dadurch für diese Hintergründe interessieren (oder müssen, wegen Klimawandel), machen sie es auch. Sie wachsen damit auf, dass Information verpflichtet. Konsumenten können heute Urlaub nach Kriterien einfach suchen und sortieren. Früher gabs nur den Katalog und ein kleines Bildchen und ein Symbol, ob das Zimmer einen Fön hat.
Heute spielen Ökologie, Werte usw. zunehmend eine wichtige Rolle. Als Unternehmen muss ich erklären wer ich bin und warum ich was vom Gast wie genau will, diese Werte und Strukturen muss ich kommunizieren. Durch verfügbare Informationen kann man viele Vorurteile abbauen, Missverständnisse ausräumen und durch kommunizierte Absichten sogar negativen Erlebnissen vorbeugen und positive Wahrnehumg kreieren. Credibility und Markenwert müssen gepflegt und ehrlich sein. Diese neue Sensibilität kommt am Berg praktisch immer zu kurz. Und so brennt sich bei Konsumenten halt die Story ein, welche über Bergbahnen von anderen Organisationen und Playern erzählt wird. Und das eher zu deren eigenen Nutzen. Medien zeigen Dokus über Naturschäden, Klimawandel, Umweltschutz usw. und Bergbahnen oder auch Tourismusorte schneiden dort seltenst gut ab. Umweltverbände bewirtschaften dieses Bild vom bösen privaten Unternehmen, dass nur Gewinn auf Kosten der Natur macht bzw. machen will. Wer also nix dagegenhält, der wird automatisch als negativ wahrgenommen - und das schadet in vielfacher Hinsicht. Viele denken noch, Marketing sei klassische Werbung und Tourismuskommunikation sei Marktbearbeitung und Produktplatzierung. Imagepflege, Transparenz und neue Kommunikationsbedürfnisse z.B. der jüngeren Generationen kommen allerdings zu kurz. Optimalerweise kommt es gar nicht zu solchen Diskussionen wie dieser hier.
Ich fände es aber interessant, wenn man seine Strukturen oder Absichten besser kommuniziert. Ein AG, die seit der Gründung und mit der damaligen Absicht ein Geschäft zu machen, immernoch eine ist - weil das buchhalterische Vorteile hat - tendiert dazu, heute in einem veränderten Markt, einer veränderten Zeit, immer noch so wahrgenommen zu werden wie damals. Das ist aber vielleicht nicht mehr adäquat. Würden Gäste verstehen, dass das heute eine öffentlich gestützte, nicht gewinnbringende und systemrelevante Infrastruktur ist, dann hätten sie auch die Chance, diese Umstände besser zu wertschätzen. Sie würden dann vielleicht nicht über Kurtaxen, Parkgebühren oder "Abzocke" motzen, wie hier im Forum geschehen - sie würden verstehen. Dafür muss man diese Umstände transparenter und offensiver kommunizieren oder gar die Unternehmensstruktur bzw. -Form ändern. Oft verstehen ja noch nicht mal die Einheimischen, Mitarbeiter, Gastarbeiter und andere Multiplikatoren vor Ort wem jetzt was gehört und wer was finanziert. Kunstück nehme ich das als Gast nicht positiv war und werfe alle in einen Topf wenn es ein Problem gibt.
Ich sehe da ein Kulturunterschied zwischen Generationen. Ältere Semester interessieren sich nicht für die Absichten, Gründe, Werte oder Visionen von Unternehmen. Sie haben gelernt, Marke bietet Produkt, Produkt hat Preis - like it or not, Verantworung für Hintergründe habe ich nicht. Es gab früher kaum eine Möglichkeit hinter dies Fassade zu blicken. Darum scheren sich diese Generationen auch nicht wirklich um Informationen - denn sie waren/sind es gewohnt, dass sie ja sowieso nix erfahren. Und wenn man etwas nicht ohne überproportionalen und ivestigativen Aufwand erfahren kann, dann sehen sie es auch nicht als ihre Verantwortung. Mit dem Internet leben wir aber jetzt im Informationszeitalter, wo jeder mit einem Fingertipp mit einer App alles über ein Produkt, seine Inhaltsstoffe, Testergebnisse, Preisvergleiche, Empfehlungen, den Hersteller, seine Ethik, Produktionsbedingungen, CO2-Abdruck etc. erfahren kann. Einfach Strichcode scannen oder googeln. Und weil junge Menschen mit dieser Kulturtechnik aufwachsen, es also können und ganz natürlich tun und dadurch für diese Hintergründe interessieren (oder müssen, wegen Klimawandel), machen sie es auch. Sie wachsen damit auf, dass Information verpflichtet. Konsumenten können heute Urlaub nach Kriterien einfach suchen und sortieren. Früher gabs nur den Katalog und ein kleines Bildchen und ein Symbol, ob das Zimmer einen Fön hat.
Heute spielen Ökologie, Werte usw. zunehmend eine wichtige Rolle. Als Unternehmen muss ich erklären wer ich bin und warum ich was vom Gast wie genau will, diese Werte und Strukturen muss ich kommunizieren. Durch verfügbare Informationen kann man viele Vorurteile abbauen, Missverständnisse ausräumen und durch kommunizierte Absichten sogar negativen Erlebnissen vorbeugen und positive Wahrnehumg kreieren. Credibility und Markenwert müssen gepflegt und ehrlich sein. Diese neue Sensibilität kommt am Berg praktisch immer zu kurz. Und so brennt sich bei Konsumenten halt die Story ein, welche über Bergbahnen von anderen Organisationen und Playern erzählt wird. Und das eher zu deren eigenen Nutzen. Medien zeigen Dokus über Naturschäden, Klimawandel, Umweltschutz usw. und Bergbahnen oder auch Tourismusorte schneiden dort seltenst gut ab. Umweltverbände bewirtschaften dieses Bild vom bösen privaten Unternehmen, dass nur Gewinn auf Kosten der Natur macht bzw. machen will. Wer also nix dagegenhält, der wird automatisch als negativ wahrgenommen - und das schadet in vielfacher Hinsicht. Viele denken noch, Marketing sei klassische Werbung und Tourismuskommunikation sei Marktbearbeitung und Produktplatzierung. Imagepflege, Transparenz und neue Kommunikationsbedürfnisse z.B. der jüngeren Generationen kommen allerdings zu kurz. Optimalerweise kommt es gar nicht zu solchen Diskussionen wie dieser hier.
Gondeln! Günstige Gondeln! Schöne Omega III im Angebot, fast wie neu! Gooondeln, günstige Gooondeln...
-
NeusserGletscher
- Jungfrau (4161m)
- Beiträge: 4284
- Registriert: 01.04.2010 - 16:45
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Hat sich bedankt: 708 Mal
- Danksagung erhalten: 1389 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Das ist heute kein Stück anders. Unternehmen haben unverändert kein Interesse daran, für Transparenz zu sorgen. Aus diesem Grund werden z.B. in Verträgen zwischen Staat und Wirtschaft viele Passagen vor der Veröffentlichung geschwärzt. Oder z.B. der Zuckergehalt in Lebensmitteln durch eine Flut an Inhaltsangaben verschleiert. Und wie es bei der Produktion von Kleidung vor Ort ausschaut, erfährt man meist auch erst im Nachhinein durch irgendwelche investigativen Berichte um Mitternacht. Aus dem gleichen Grund hat man auch die Algorithmen eingeführt, die mehrmals am Tag die Preise ändern. Weil durch das Internet der Kunde einen Vorteil bei Transparenz und Vergleichbarkeit erhalten hat, hat man diesen durch volatile Preisgestaltung gleich wieder einkassiert.Klemme hat geschrieben: 25.02.2022 - 21:04 Ich sehe da ein Kulturunterschied zwischen Generationen. Ältere Semester interessieren sich nicht für die Absichten, Gründe, Werte oder Visionen von Unternehmen. Sie haben gelernt, Marke bietet Produkt, Produkt hat Preis - like it or not, Verantworung für Hintergründe habe ich nicht. Es gab früher kaum eine Möglichkeit hinter dies Fassade zu blicken. Darum scheren sich diese Generationen auch nicht wirklich um Informationen - denn sie waren/sind es gewohnt, dass sie ja sowieso nix erfahren. Und wenn man etwas nicht ohne überproportionalen und ivestigativen Aufwand erfahren kann, dann sehen sie es auch nicht als ihre Verantwortung. Mit dem Internet leben wir aber jetzt im Informationszeitalter, wo jeder mit einem Fingertipp mit einer App alles über ein Produkt, seine Inhaltsstoffe, Testergebnisse, Preisvergleiche, Empfehlungen, den Hersteller, seine Ethik, Produktionsbedingungen, CO2-Abdruck etc. erfahren kann. Einfach Strichcode scannen oder googeln. Und weil junge Menschen mit dieser Kulturtechnik aufwachsen, es also können und ganz natürlich tun und dadurch für diese Hintergründe interessieren (oder müssen, wegen Klimawandel), machen sie es auch. Sie wachsen damit auf, dass Information verpflichtet. Konsumenten können heute Urlaub nach Kriterien einfach suchen und sortieren. Früher gabs nur den Katalog und ein kleines Bildchen und ein Symbol, ob das Zimmer einen Fön hat.
Du irrst, wenn Du glaubst, dass sich früher Menschen nicht für all dies interessiert haben. Ich denke nicht, dass sich durch das Internet der Anteil kritischer und denkender Menschen verändert hat und wenn, dann nicht einmal unbedingt zum positiven. Der Punkt ist, dass durch das Internet eine Reizüberflutung eingesetzt hat. Es mag ja sein, dass man heute Informationen leichter finden könnte, weil sie ja nur durch einen Mausklick weit entfernt sind, wo früher ein Gang in die Zentralbibliothek oder schriftliche Anfragen nötig waren. Nur werden die wirklich relevanten Informationen durch eine Flut von belanglosen Meldungen überlagert. Sie gehen praktisch im Grundrauschen unter.
Bevor das Internet für jedermann Realität wurde, hat man vielleicht ein dutzend Briefe und eine ebenso große Anzahl an Telefonanrufen pro Woche erhalten. Heute löst schon ein einfacher Bestellvorgang im Internet eine solche Flut an Meldungen aus.
Aaaaaargh!Sie haben bei uns folgende Waren bestellt. Ihre Bestellung wurde bearbeitet. Ihre Bestellung liegt nun zum Versand bereit. Ihre Bestellung wurde an das Transportunternehmen übergeben. Anbei finden Sie die Rechnung und die Widerrufsbestimmungen. Wir haben Ihre Bestellung vom Händler für den Transport erhalten. Ihre Bestellung wurde auf das Zustellfahrzeug verladen, Sie können nun einen Ablageort wählen. Ihre Bestellung kommt gleich bei Ihnen an. Sie haben soeben ihre Bestellung entgegengenommen. Bitte bewerten Sie unseren Shop. Kunde X hat eine Frage zu dem von Ihnen gekauften Artikel, können Sie diese beantworten?
Früher bist Du einfach in ein Geschäft gegangen, hast Deine Ware gekauft, anonym Bar bezahlt, vielleicht noch einen Nachbarn zum Plausch getroffen und hast ansonsten Deine Ruhe gehabt. Und musstest nicht noch einen 12 Liter großen Karton entsorgen, in dem ein kleines Handwerkzeug vom freundlichen Versanhändler auf seine einsame Reise geschickt wurde.
Und seit dem Meldungen zunehmend über das Smartphone und dort vor allem vermehrt über Messenger Dienste konsumiert werden, habe ich den Eindruck, dass sich die Fähigkeit, vieler Menschen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, auf wenige Zeilen Text und die Überschrift reduziert hat. Ich habe immer öfters den Eindruck, dass z.B. in der Kommunikation mit Firmen manche Leute nicht mehr in der Lage sind, einen strukturiert geschriebenen Text in der Größenordnung einer DIN-A4 Seite zu lesen und inhaltlich zu erfassen. An vielen Antworten kann man schon sehen, dass der Absender den Text entweder nicht gelesen oder verstanden hat.
Meine Generation hat dagegen noch gelernt, sich Wissen, etwa im Studium, durch die Lektüre von Fachliteratur anzueignen. Mein Eindruck ist, dass damit heutige Studenten selbst technischer Studiengänge damit nicht selten überfordert sind.
Ich kann daher Deine Ausführungen zu älteren Semestern nichts ganz teilen.
Was Du selber richtig machst können andere nicht falsch machen
-
Reginleif
- Feldberg (1493m)
- Beiträge: 1687
- Registriert: 23.01.2019 - 11:13
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Hat sich bedankt: 199 Mal
- Danksagung erhalten: 650 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Ich muss dir da absolut zustimmen.
Das Internet bietet unglaubliche Möglichkeiten und ich wäre z.B. was viele Arbeiten im Haus oder am Auto betrifft komplett aufgeschmissen, wenn ich nicht im Internet ein Tutorial dazu finden würde. Ich würde nie einen Geschirrspüler auseinander nehmen, wenn ich nicht ein Video anschauen könnte, in dem mir jemand Schraube für Schraube erklärt was ich tun muss/kann. Ich finde das genial, weil man sich so auch an Dinge traut, die man sonst nie machen würde und das kann das Leben definitiv erleichtern und bereichern.
Aber es gibt eben auch die Kehrseite. Viele sind heute so empfinde ich es einfach fauler geworden und haben gar nicht mehr die Interesse daran sich für alltägliche Dinge zu interessieren oder den Hintergründen auf den Grund zu gehen. Durch die leichte Verfügbarkeit über das Internet und den leichten Zugang zu jeglichen Dienstleistungen haben viele die Einstellung "warum soll ich da selbst Hand anlegen, wenns einen gibt der das schnell für mich macht". Die finanziellen Mittel zu besitzen führt natürlich noch verstärkt zu einer gewissen Bequemlichkeit. Gefühlt war da früher vieles anders, aber ich bin zu jung um das vernüftig beurteilen zu können.
Bei mir ist es eher so ich finde es genial sein Leben wo es nur geht selbst in die Hand nehmen zu können und eben nicht auf andere angewiesen zu sein. Da tickt wohl jeder anders.
Wobei ich sagen muss, beim Einkauf im Laden hat man doch auch oft die gleiche Reizüberflutung. Wenn ich z.B. nur mal kurz bei Mediamarkt durchlaufen will um zu schauen was es an neuen Fernseher Modellen oder so gibt, bin ich keine Minute im Laden ohne dass ein Verkäufer mich anquatscht und fragt ob man behilflich sein kann. Auch lästig...
Im Internet muss man halt etwas strukturiert vorgehen. Newsletter bestelle ich z.B. immer direkt ab. Die ganzen Mails einer Bestellung sammle ich erstmal bis ich das Paket tatsächlich habe, verschiebe dann die mit der Rechnung in einen separaten Ordner und lösche alle anderen. So schlimm finde ich das jetzt auch nicht.
Das letzte mit der Literatur und den Texten kann ich absolut nachvollziehen. Als einer aus dem jungen Semester der gerade sein Studium abgeschlossen hat bin ich umgekehrt aber manchmal genau so genervt, wenn jemand nicht in der Lage ist aus einem längeren Text gezielt kurz und knackig die Information zu suchen die er braucht oder will.
Wenn jemand erstmal ne halbe Stunde braucht um einen Text zu studieren, weil er nicht in der Lage ist mit Strg + F im Browser mal kurz die Suche zu bedienen um sein Schlagwort im Text zu finden, weil er es gewohnt ist wie in einem Buch zuerst im Inhaltsverzeichnis die Seite zu suchen um dann diese zu durchforsten, finde ich das manchmal auch echt lästig.
Bei manchen Leuten kommt die Reizüberflutung auch daher, dass sie nicht ausreichend selektieren können und am Ende nach dem langen Text dann da sitzen und denken "was wollte ich jetzt eigentlich nochmal".
Hat beides seine Vor- und Nachteile. Man sollte in der Lage sein, sich auch mal auf einen längeren Text zu konzentrieren, man sollte aber auch in der Lage sein, das wovon man weiß es hat einen gerade nicht zu interessieren gezielt zur Seite zu räumen.
Das Internet bietet unglaubliche Möglichkeiten und ich wäre z.B. was viele Arbeiten im Haus oder am Auto betrifft komplett aufgeschmissen, wenn ich nicht im Internet ein Tutorial dazu finden würde. Ich würde nie einen Geschirrspüler auseinander nehmen, wenn ich nicht ein Video anschauen könnte, in dem mir jemand Schraube für Schraube erklärt was ich tun muss/kann. Ich finde das genial, weil man sich so auch an Dinge traut, die man sonst nie machen würde und das kann das Leben definitiv erleichtern und bereichern.
Aber es gibt eben auch die Kehrseite. Viele sind heute so empfinde ich es einfach fauler geworden und haben gar nicht mehr die Interesse daran sich für alltägliche Dinge zu interessieren oder den Hintergründen auf den Grund zu gehen. Durch die leichte Verfügbarkeit über das Internet und den leichten Zugang zu jeglichen Dienstleistungen haben viele die Einstellung "warum soll ich da selbst Hand anlegen, wenns einen gibt der das schnell für mich macht". Die finanziellen Mittel zu besitzen führt natürlich noch verstärkt zu einer gewissen Bequemlichkeit. Gefühlt war da früher vieles anders, aber ich bin zu jung um das vernüftig beurteilen zu können.
Bei mir ist es eher so ich finde es genial sein Leben wo es nur geht selbst in die Hand nehmen zu können und eben nicht auf andere angewiesen zu sein. Da tickt wohl jeder anders.
Wobei ich sagen muss, beim Einkauf im Laden hat man doch auch oft die gleiche Reizüberflutung. Wenn ich z.B. nur mal kurz bei Mediamarkt durchlaufen will um zu schauen was es an neuen Fernseher Modellen oder so gibt, bin ich keine Minute im Laden ohne dass ein Verkäufer mich anquatscht und fragt ob man behilflich sein kann. Auch lästig...
Im Internet muss man halt etwas strukturiert vorgehen. Newsletter bestelle ich z.B. immer direkt ab. Die ganzen Mails einer Bestellung sammle ich erstmal bis ich das Paket tatsächlich habe, verschiebe dann die mit der Rechnung in einen separaten Ordner und lösche alle anderen. So schlimm finde ich das jetzt auch nicht.
Das letzte mit der Literatur und den Texten kann ich absolut nachvollziehen. Als einer aus dem jungen Semester der gerade sein Studium abgeschlossen hat bin ich umgekehrt aber manchmal genau so genervt, wenn jemand nicht in der Lage ist aus einem längeren Text gezielt kurz und knackig die Information zu suchen die er braucht oder will.
Wenn jemand erstmal ne halbe Stunde braucht um einen Text zu studieren, weil er nicht in der Lage ist mit Strg + F im Browser mal kurz die Suche zu bedienen um sein Schlagwort im Text zu finden, weil er es gewohnt ist wie in einem Buch zuerst im Inhaltsverzeichnis die Seite zu suchen um dann diese zu durchforsten, finde ich das manchmal auch echt lästig.
Bei manchen Leuten kommt die Reizüberflutung auch daher, dass sie nicht ausreichend selektieren können und am Ende nach dem langen Text dann da sitzen und denken "was wollte ich jetzt eigentlich nochmal".
Hat beides seine Vor- und Nachteile. Man sollte in der Lage sein, sich auch mal auf einen längeren Text zu konzentrieren, man sollte aber auch in der Lage sein, das wovon man weiß es hat einen gerade nicht zu interessieren gezielt zur Seite zu räumen.
Saison 22/23: Skitage 7: 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Sölden, 1x Hintertuxer Gletscher, 1x See, 1x Ischgl
Saison 21/22: Skitage 6: 1x Ofterschwanger Horn, 1x Ischgl, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Nauders, 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Sölden
Saison 19/20: Skitage 9: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Kappl, 1x See, 1x Nauders, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Diedamskopf, 1x Fellhorn/Kanzelwand
Saison 18/19: Skitage 16: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 3x Davos, 1x Hochzeiger, 2x Sölden, 2x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Thaler Höhe, 1x Arlberg, 1x Iberg, 1x Oberjoch, 1x Brandnertal, 1x Pitztaler Gletscher
Saison 21/22: Skitage 6: 1x Ofterschwanger Horn, 1x Ischgl, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Nauders, 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Sölden
Saison 19/20: Skitage 9: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Kappl, 1x See, 1x Nauders, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Diedamskopf, 1x Fellhorn/Kanzelwand
Saison 18/19: Skitage 16: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 3x Davos, 1x Hochzeiger, 2x Sölden, 2x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Thaler Höhe, 1x Arlberg, 1x Iberg, 1x Oberjoch, 1x Brandnertal, 1x Pitztaler Gletscher
↓ Mehr anzeigen... ↓
- Klemme
- Großer Müggelberg (115m)
- Beiträge: 134
- Registriert: 19.04.2009 - 04:39
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Hat sich bedankt: 5 Mal
- Danksagung erhalten: 28 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Natürlich gibt es viele Unternehmen, eben auch besonders Bergbahnen, die keine Lust haben richtig zu kommunizieren. Weil sie von dieser Generation, die es nicht anders kennt, geführt werden. Das heisst aber nicht, dass man es dringend besser machen müsste.
Ihr beide schliesst etwas von euch auf andere
1. Ein Studium ist nicht mehr möglichst viel auswendig lernen, weil man einen Grundstock an Informationen - die im allgemeinen Konsens als wichtig bestimmt wurden - hineinschaufelt und dann damit zurecht kommt, sondern heute ist ein Studium eher das Erlernen von Techniken mit Informationen umzugehen - eben weil so viele da sind, das ist viel wichtiger geworden als die Information selbst, zumal die auch immer schneller evolutioniert. Früher konnte bzw. musste man sich auf einen gemeinsamen Nenner einigen, heute kann es innerhalb eines Studienganges zwischen den Studenten weit auseinandergehen, was sie im selben Studiengang lernen (z.B. beim Major- und Minor-System). Es ist kompetenzenbasiert. Wissen ist wissen wie und nicht die Information an sich. Ein Grundstock an Informationen speichern ist nach wie vor wichtig, findet aber oft nur noch die ersten zwei Semester statt. Jede Information ist nur einen Klick entfernt, warum sollte ich sie dann auswendig lernen. Es ist viel wichtiger, entescheiden zu können, welche Information gerade wichtig ist, wo sie sich befindet und woher sie kommt - also die Quelle einzuschätzen. Das ist Medienkompetenz. Und genau da kommen wir zu Punkt 2:
2. Damals galt das Hol-Prinzip. Wenn jemand was von einem Unternehmen wollte, musste er sich die Information holen. Broschüre besorgen, anrufen etc. Heute ist das umgekehrt, das Unternehmen muss zum Kunden kommen, wenn es was von ihm will. Das heisst "Dienstleistungsgesellschaft". Wer in diesem Dienstleistungsgedanken geboren und aufgewachsen ist, der verhält sich auch anders, der hat andere Erwartungen. Man bemerkt den Unterschied z.B. an älteren Semestern im Tourismus, z.B. in Hotels, Bergbahnkassen etc., die etwas unfreundlich, unwirsch auftreten. Als das Wirtschaftswunder ausbrach, wurden diesse Menschen ohne touristische Ausbildung von den Maßen überrollt. Sie stecken noch in dieser Wahrnehmung fest. Es ist ihnen nicht klar, dass sie heute um jeden Gast individuell kämpfen müssen - jetzt schon und vor allem in Zukunft. Rein schon demographisch, aber auch weil viele andere Einflüsse den Wintertourismus seit Jahren stagnieren lassen. Ein einfaches Beispiel: Viele Bergbahnmitarbeiter an Liften sitzen mehrheitlich in ihrem Häuschen und wenn sie mit Kunden kommunizieren, dann tuen sie es relativ grimmig, autoritär. In den USA oder Frankreich stehen die Mitarbeiter oft am Einstieg, grüßen freundlich, helfen einzusteigen, nehmen die Skier ab, um sie in die Köcher zu stellen etc. Diese Unternehmen haben diesen Wandel geschafft und ihre Mitarbeiter weitergebildet.
Wer also den Dienstleistungsgedanken immer noch nicht begriffen hat, neigt auch dazu, das Informations- und Transparenzbedürfnis seiner Gäste zu ignorieren. Dabei kann genau dort extrem vielen Problemen vorgebeugt werden. Ein gut informierter Gast ist ein zufriedener Gast. Organisierte Warteschlangen, Parkleitsysteme, Bildschirme mit Infos, Webseiten und Apps mit Antworten und Hintergründen zu allen möglichen Themen, gute Signaletik, Ansagen/Durchsagen an Stationen und Gondeln, forcierter direkter Gästekontakt und vieles mehr sind die Instrumente. Aber dieses "da ist der Lift, jetzt fahr halt selber - einziger Touchpoint ist wenn wir dich kassieren" geht halt nicht mehr. Wer hier im Forum über Preispolitik motzt, der hat eigentlich die Erfahrung gemacht, dass das Unternehmen/die Ortschaft seine Prinzipien nicht richtig kommuniziert hat und es deswegen zu einer Enttäschung von Erwartungen gekommen ist, die ohne Information eben nur aus der (Lebens-)Erfahrung/Wissen des Gastes entstanden ist. Der ältere Gast ist da problematisch, er adaptiert zwar neuere Erwartungshaltungen aber er ändert seine Art der Informationsbeschaffung nicht. Das macht es für Unternehmen zu einer echten Herausforderung, diesen Gast doch zu erreichen. Wenn man nicht zuhört, kann man auch nicht argumentieren, niemand hätte einem etwas gesagt
Ihr beide schliesst etwas von euch auf andere
1. Ein Studium ist nicht mehr möglichst viel auswendig lernen, weil man einen Grundstock an Informationen - die im allgemeinen Konsens als wichtig bestimmt wurden - hineinschaufelt und dann damit zurecht kommt, sondern heute ist ein Studium eher das Erlernen von Techniken mit Informationen umzugehen - eben weil so viele da sind, das ist viel wichtiger geworden als die Information selbst, zumal die auch immer schneller evolutioniert. Früher konnte bzw. musste man sich auf einen gemeinsamen Nenner einigen, heute kann es innerhalb eines Studienganges zwischen den Studenten weit auseinandergehen, was sie im selben Studiengang lernen (z.B. beim Major- und Minor-System). Es ist kompetenzenbasiert. Wissen ist wissen wie und nicht die Information an sich. Ein Grundstock an Informationen speichern ist nach wie vor wichtig, findet aber oft nur noch die ersten zwei Semester statt. Jede Information ist nur einen Klick entfernt, warum sollte ich sie dann auswendig lernen. Es ist viel wichtiger, entescheiden zu können, welche Information gerade wichtig ist, wo sie sich befindet und woher sie kommt - also die Quelle einzuschätzen. Das ist Medienkompetenz. Und genau da kommen wir zu Punkt 2:
2. Damals galt das Hol-Prinzip. Wenn jemand was von einem Unternehmen wollte, musste er sich die Information holen. Broschüre besorgen, anrufen etc. Heute ist das umgekehrt, das Unternehmen muss zum Kunden kommen, wenn es was von ihm will. Das heisst "Dienstleistungsgesellschaft". Wer in diesem Dienstleistungsgedanken geboren und aufgewachsen ist, der verhält sich auch anders, der hat andere Erwartungen. Man bemerkt den Unterschied z.B. an älteren Semestern im Tourismus, z.B. in Hotels, Bergbahnkassen etc., die etwas unfreundlich, unwirsch auftreten. Als das Wirtschaftswunder ausbrach, wurden diesse Menschen ohne touristische Ausbildung von den Maßen überrollt. Sie stecken noch in dieser Wahrnehmung fest. Es ist ihnen nicht klar, dass sie heute um jeden Gast individuell kämpfen müssen - jetzt schon und vor allem in Zukunft. Rein schon demographisch, aber auch weil viele andere Einflüsse den Wintertourismus seit Jahren stagnieren lassen. Ein einfaches Beispiel: Viele Bergbahnmitarbeiter an Liften sitzen mehrheitlich in ihrem Häuschen und wenn sie mit Kunden kommunizieren, dann tuen sie es relativ grimmig, autoritär. In den USA oder Frankreich stehen die Mitarbeiter oft am Einstieg, grüßen freundlich, helfen einzusteigen, nehmen die Skier ab, um sie in die Köcher zu stellen etc. Diese Unternehmen haben diesen Wandel geschafft und ihre Mitarbeiter weitergebildet.
Wer also den Dienstleistungsgedanken immer noch nicht begriffen hat, neigt auch dazu, das Informations- und Transparenzbedürfnis seiner Gäste zu ignorieren. Dabei kann genau dort extrem vielen Problemen vorgebeugt werden. Ein gut informierter Gast ist ein zufriedener Gast. Organisierte Warteschlangen, Parkleitsysteme, Bildschirme mit Infos, Webseiten und Apps mit Antworten und Hintergründen zu allen möglichen Themen, gute Signaletik, Ansagen/Durchsagen an Stationen und Gondeln, forcierter direkter Gästekontakt und vieles mehr sind die Instrumente. Aber dieses "da ist der Lift, jetzt fahr halt selber - einziger Touchpoint ist wenn wir dich kassieren" geht halt nicht mehr. Wer hier im Forum über Preispolitik motzt, der hat eigentlich die Erfahrung gemacht, dass das Unternehmen/die Ortschaft seine Prinzipien nicht richtig kommuniziert hat und es deswegen zu einer Enttäschung von Erwartungen gekommen ist, die ohne Information eben nur aus der (Lebens-)Erfahrung/Wissen des Gastes entstanden ist. Der ältere Gast ist da problematisch, er adaptiert zwar neuere Erwartungshaltungen aber er ändert seine Art der Informationsbeschaffung nicht. Das macht es für Unternehmen zu einer echten Herausforderung, diesen Gast doch zu erreichen. Wenn man nicht zuhört, kann man auch nicht argumentieren, niemand hätte einem etwas gesagt
Gondeln! Günstige Gondeln! Schöne Omega III im Angebot, fast wie neu! Gooondeln, günstige Gooondeln...
-
gfm49
- Rigi-Kulm (1797m)
- Beiträge: 2213
- Registriert: 11.02.2009 - 19:41
- Skitage 25/26: 0
- Ski: nein
- Snowboard: nein
- Hat sich bedankt: 82 Mal
- Danksagung erhalten: 562 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Das ging schon etwas früher los und wurde mit dem treffenden Spruch beschrieben "Powerpoint macht dumm"NeusserGletscher hat geschrieben: 26.02.2022 - 08:51Und seit dem Meldungen zunehmend über das Smartphone und dort vor allem vermehrt über Messenger Dienste konsumiert werden, habe ich den Eindruck, dass sich die Fähigkeit, vieler Menschen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, auf wenige Zeilen Text und die Überschrift reduziert hat. Ich habe immer öfters den Eindruck, dass z.B. in der Kommunikation mit Firmen manche Leute nicht mehr in der Lage sind, einen strukturiert geschriebenen Text in der Größenordnung einer DIN-A4 Seite zu lesen und inhaltlich zu erfassen. An vielen Antworten kann man schon sehen, dass der Absender den Text entweder nicht gelesen oder verstanden hat.
Erlebe ich eigentlich eher selten; häufig genug suche ich eine gefühlte Ewigkeit nach einem Verkäufer, der sich nicht sofort wegdreht, wenn ich in seine Nähe komme.Julian96 hat geschrieben: 26.02.2022 - 09:27Wobei ich sagen muss, beim Einkauf im Laden hat man doch auch oft die gleiche Reizüberflutung. Wenn ich z.B. nur mal kurz bei Mediamarkt durchlaufen will um zu schauen was es an neuen Fernseher Modellen oder so gibt, bin ich keine Minute im Laden ohne dass ein Verkäufer mich anquatscht und fragt ob man behilflich sein kann. Auch lästig...
-
Latesn
- Vogelsberg (520m)
- Beiträge: 878
- Registriert: 26.11.2020 - 21:43
- Skitage 25/26: 0
- Ski: nein
- Snowboard: nein
- Hat sich bedankt: 11 Mal
- Danksagung erhalten: 247 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Ich finde Klemme hat hier einige sehr interessante Ansichten eingebracht, bei denen ich gerne auch ein paar Kommentare gerade zum Dienstleistungsgedanken aus der Sicht von jemandem dazugeben möchte der selbst lange im Tourismus tätig war.
Wir leben wie hier schon richtigerweise angemerkt wurde in einer Zeit in der den Kunden die Informationen mehr zufliegen, als, dass sie diese wie früher mühsam zusammensuchen müssen. Das stellt viele Betriebe vor enorme Probleme, sei es weil man es anders gelernt hat, aus Faulheit oder einfach weil man damit bisher immer noch gut gefahren ist.
Spannend finde ich das ganze besonders im Hinblick auf die Aussage mit den Liftlern nachdem ich selbst aus dem Bereich komme und eigentlich noch garnicht so richtig nachgedacht habe darüber bisher wie da die Kundenorientierung verbessert werden kann bzw. wie man selbst auf den Kunden wirkt. Da möchte ich auch erstmal mit einer Frage einhaken - Mir ist erst letztens beim Skifahren im Nachhinein gesehen so etwas ähnliches aufgefallen von daher:
Wie ist es denn in Frankreich und den USA wo ich bisher kaum Erfahrungen gesammelt habe? Wieviel Personal ist da bei den Liften pro Station tätig?
Die Frage stelle ich jetzt im Hinblick auf das draussen sein bzw. will da auch meine Einschätzungen mitteilen. Der Punkt ist einfach, dass man wenn man alleine auf einer Station ist gerade bei Sesselbahnen so habe ich es immer empfunden, wenn man draussen ist und gerade dann wenn man den Leuten auch bekannt ist ein Problem mit der Konzentration bekommen kann. Da ist es dann einfach "besser" sich in der Hütte zu verschanzen und möglichst wenige Ablenkmanöver zu haben. Von daher wäre es eben spannend ob das in anderen Ländern villeicht so gesehen wird, dass man lieber einen 2. Mann hat der dann von der Hütte aus die Kontrollinstanz spielt, während draussen einer die Leute bespasst, was durchaus ein interessantes Konzept wäre denn so eine positive Kundenorientierung wirkt sich sicherlich langfristig auch auf die Bindung aus zumindest so lange es als USP gesehen werden kann. Im Nachhinein gesehen haben wir das sogar auch in gewisser Weise forciert indem eben wenigstens bei den Schleppliften wo es einfacher ist immer draussen zu sein das auch gewünscht wurde, um eben die Informationen und netten Worte an den Kunden bringen zu können die sich villeicht bei den großen Anlagen schwieriger anbringen lassen.
Auch im Weiteren finde ich diesen Punkt der Veränderung der Gästebedürfnisse und Information durchaus interessant gerade im Hinblick auf die Durchmodernisierung von Skigebieten. Was mir aufgefallen ist, ist, dass das ältere Klientel mehr die menschliche Komponente in dem Konstrukt sehen wollte, während die jüngeren Skifahrer oft eher an technischen Komfortmerkmalen interessiert waren, was aber auch nicht verwundert nachdem die ersteren das natürlich auch kaum anders kannten. Nun wird es aber irgendwann auch so kommen, dass diese technischen Seiten ausgereizt sind und dann wird wieder mehr die persönliche Kundenorientierung nötig sein, um dem Gast das Gefühl zu geben dass er einen angemessenen Preis zahlt. Der sogenannte Wohlfühlfaktor also. Ich bin jedenfalls gespannt auf die kommenden Entwicklungen.
Wir leben wie hier schon richtigerweise angemerkt wurde in einer Zeit in der den Kunden die Informationen mehr zufliegen, als, dass sie diese wie früher mühsam zusammensuchen müssen. Das stellt viele Betriebe vor enorme Probleme, sei es weil man es anders gelernt hat, aus Faulheit oder einfach weil man damit bisher immer noch gut gefahren ist.
Spannend finde ich das ganze besonders im Hinblick auf die Aussage mit den Liftlern nachdem ich selbst aus dem Bereich komme und eigentlich noch garnicht so richtig nachgedacht habe darüber bisher wie da die Kundenorientierung verbessert werden kann bzw. wie man selbst auf den Kunden wirkt. Da möchte ich auch erstmal mit einer Frage einhaken - Mir ist erst letztens beim Skifahren im Nachhinein gesehen so etwas ähnliches aufgefallen von daher:
Wie ist es denn in Frankreich und den USA wo ich bisher kaum Erfahrungen gesammelt habe? Wieviel Personal ist da bei den Liften pro Station tätig?
Die Frage stelle ich jetzt im Hinblick auf das draussen sein bzw. will da auch meine Einschätzungen mitteilen. Der Punkt ist einfach, dass man wenn man alleine auf einer Station ist gerade bei Sesselbahnen so habe ich es immer empfunden, wenn man draussen ist und gerade dann wenn man den Leuten auch bekannt ist ein Problem mit der Konzentration bekommen kann. Da ist es dann einfach "besser" sich in der Hütte zu verschanzen und möglichst wenige Ablenkmanöver zu haben. Von daher wäre es eben spannend ob das in anderen Ländern villeicht so gesehen wird, dass man lieber einen 2. Mann hat der dann von der Hütte aus die Kontrollinstanz spielt, während draussen einer die Leute bespasst, was durchaus ein interessantes Konzept wäre denn so eine positive Kundenorientierung wirkt sich sicherlich langfristig auch auf die Bindung aus zumindest so lange es als USP gesehen werden kann. Im Nachhinein gesehen haben wir das sogar auch in gewisser Weise forciert indem eben wenigstens bei den Schleppliften wo es einfacher ist immer draussen zu sein das auch gewünscht wurde, um eben die Informationen und netten Worte an den Kunden bringen zu können die sich villeicht bei den großen Anlagen schwieriger anbringen lassen.
Auch im Weiteren finde ich diesen Punkt der Veränderung der Gästebedürfnisse und Information durchaus interessant gerade im Hinblick auf die Durchmodernisierung von Skigebieten. Was mir aufgefallen ist, ist, dass das ältere Klientel mehr die menschliche Komponente in dem Konstrukt sehen wollte, während die jüngeren Skifahrer oft eher an technischen Komfortmerkmalen interessiert waren, was aber auch nicht verwundert nachdem die ersteren das natürlich auch kaum anders kannten. Nun wird es aber irgendwann auch so kommen, dass diese technischen Seiten ausgereizt sind und dann wird wieder mehr die persönliche Kundenorientierung nötig sein, um dem Gast das Gefühl zu geben dass er einen angemessenen Preis zahlt. Der sogenannte Wohlfühlfaktor also. Ich bin jedenfalls gespannt auf die kommenden Entwicklungen.
- Klemme
- Großer Müggelberg (115m)
- Beiträge: 134
- Registriert: 19.04.2009 - 04:39
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Hat sich bedankt: 5 Mal
- Danksagung erhalten: 28 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Ja, USA und Frankreich setzen mehr Pesonal ein. Ist natürlich ein Kostenfaktor und braucht einen Strukturwandel beim Personal.
Frankreich: An Hauptanlagen an der Talstation öfters 2 im Einsatz. Auffällig auch junge und Studenten. Dort sinda aber auch grosse Konzerne tätig wie die Copagnie des Alpes, die Personal viel besser tauschen können zwischen Gebieten oder Gebietsteilen. Im deutschen Raum ist das bedeutend kleinteiliger.
USA: Traditionell Teams von 3-6. Die haben mehr Aufgaben als nur den Einstieg. Einer scannt Tickets vor der Schlange, zweiter ordnet Schlange nach Single, Zusammenfahrende, Paare auf die jeweiligen Linien, damit jeder Sessel voll besetzt ist. Die nutzen dort die Bahnen viel, viel effizienter aus - da verkehrt in der Hauptzeit jeder Sessel komplett voll. Oft sind sogar die Warteschlangen in zwei Teile gespalten, welche wiederum jede ihre eigenen Ordner und Scanner haben. kurz vor dem Einstieg haben wir dann Mitarbeiter Nummer 4, der spricht die Gäste direkt an und entscheidet welche 4 oder 6 auf den nächsten Sessel kommen. Das muss dann befolgt werden. Nummer 5 (öfters auch zwei, einer links und einer rechts vom Sessel) steht dann direkt am Einstieg und hat die Hand auf dem Ausknopf, er wünscht gute Fahrt und hilft Kinder auf den Sessel, im schlimmsten Fall sitzt noch ein Sechster dann im Kontrollraum.
Wie geht das? Wenn man wie in Frankreich weniger qualifizierteres Personal einsetzt, also Studenten usw., dann geht das finanziell recht gut. Ein Techniker springt von Anlage zu Anlage, Betrieb kann aber von praktisch ungelerntem Personal erfolgen. Angelehnt an das Yan-Prinzip aus den USA von früher: Es gibt nur zwei Tasten zu bedienen, ein Ein-Aus.Knopf, ein Geschwindigkeitswähler. Wenn was kaputt geht, wartet man auf den Techniker. Wenn mehrere Talstationen beineinander stehen in Kessellage, wie oft in den Skibowls oder Front de Neiges, dann geht das ohne Probleme. In den USA spart man sich durch die Handscanner teurere RFID-Systeme, intensiviert den Kundenkontakt, nimmt mehr Geld ein mit Zuschlägen für Speed-Lines, es gibt Single-Lines, Family-Lines etc. Und wenn man sich einen ganzen Lift spart durch die ultraeffiziente Ausnutzung eines einzelnen Lifts, dann ist das zusätzliche Personal für diese hohe Effizienz immer noch günstiger über die Lebensdauer des Liftes. Die Anarchie in Europa, dass jeder selber seinen Weg sucht, es keine getrennten Lanes gibt, nur Roboter-Drehkreuze und Dosiertore ohne Menschenkontakt den Betrieb abwickeln, empfinden die Gäste aus Übersee als geradezu unmenschlich und verstörend. Zumal sie überhaupt nicht verstehen, dass es zu Wartezeiten führt und trotzdem niemand dafür sorgt, dass nicht viele Sessel halbleer bleiben, weil sich jeder aussuchen möchte, mit wem er fährt. Es gab da ein Fall in der Schweiz, wo das eine USA-Botschafterin lautstark öffentlich kritisiert hat. In den USA ist es durch den "Small-Talk" auch praktisch normal, dass man sich mit Fremden auf dem Sessel unterhält - es nicht zu tun ist schon fast unhöflich. In Europa eher unvorstellbar. Das ist paradox, denn in öffentlichen Verkehrsmittel spricht man grundsätzlich auf keinen Fall Fremde an in den USA - aus Sicherheitsgründen. Genau die lässt man auf dem Sessel wiederum auch weg, werden doch die Bügel ohne Fussrasten selten geschlossen.
Mehr Effizient, mehr Kundenkontakt, mehr Mensch und weniger Technik und trotzdem höhere Umsätze bzw. Kostenersparnisse. Diese Denke ist hier aber noch nirgends im DACH-Raum bei Bergbahnen angekommen. Es gab in den Nullerjahren zwar Versuche mit Rentner, die z.B. als Auskunftsteam im Skigebiet unterwegs waren, aber so krass wie in den USA, wo man schon am Parkplatz persönlich begrüsst wird, noch vor der Kasse Kakao und Pistenpläne gereicht bekommt und dann am Lift von ganzen Teams ultraeffizient durch eine viel höhere Auslastung geschleust wird, ist man weit entfernt. Warum machen die USA das auch noch: Höhere Preise, 100.- und mehr pro Tag sind normal, 200.- in Topskigebieten Realität. Das muss gerechtfertigt werden durch exzellenten Service. Andererseits spielt die Topographie eine Rolle: Praktisch alle Skigebiete liegen komplett im Wald und sind kleiner als in Europa. Viele Lifte und wenig Pisten wie in Europa wären also schwierig - weil Pisten und Liftschneisen nicht beliebig breit sein können und der Skigebietsbetreiber gleichzeitig alle Infrastruktur betreibt, also auch Hotels, Wohnungen, Restaurants, Lifte. In Europa ist das kleinteiliger und der Liftbetreiber muss nur Lfite finanzieren - der Rest ist ein liberaler Mikrokosmos aus Kleinstgewerben vor Ort. Klimatisch ist oft in den USA auch keine Beschneiung nötig. Da ist es attraktiver wenige Lifte zu haben und dafür viele Abfahrtsvarianten zu bieten, was auch sein muss ist, wenn der Lift viel höhere Freuquenzen hat. In Europa ist Beschneiung praktisch Standard und so teuer, dass eher nur eine Piste pro Lift Sinn macht, dafür breit und mit allem ausgestattet.
Zu der Kommunikation: Ich denke, es wird sich langsam genau umkehren. Junge suchen in Zukunft mehr Menschenkontakt und weniger Technik durch ihre veränderten Bedürfnisse (Simplizität, Community-Feeling, Naturnähe, Ruhe), während ältere durch ihren bisher sehr technokratischen Lebensweg mehr sich der Technik zuwenden. Junge werden fixe Sessellifte (günstigere Preise, Ruhe, Entschleunigung) besser akzeptieren als Ältere (Einstieg, technikbegeistert). Denn die ältere Generation entdeckt erst gerade mit grosser Begeisterung als Digital-Imigrants die Möglichkeiten der Technik. Jüngere wachsen damit auf und wollen ihr eher entfliehen. Es sind vor allem Ältere, die zuerst Online-Tickets gekauft und gar ausgedruckt haben, online eincheckten, die grossen Zuwächse bei Onlineshopping bringen usw. Sie haben Zeit, sich mit Technik zu beschäftigen und es ist für sie ein Abenteuer, sie sind ja auch dem Hol-Prinzip verpflichtet. Jüngere kennen nur das Dienstleistungsprinzip und scheuen darum sowas wie Tickets ausdrucken, herausfinden wie etwas geht usw. Entweder ist es ein Touch auf der App oder den Aufwand nicht wert in der sehr komplexen, ultraflexiblen und extrem durch Druck und Stress verdichteten Welt der Jüngeren.
Ich rechne sogar fest damit, dass nach einer Phase wo die schieren Maßen der Babyboomer abgefertigt werden mussten, wieder langsamere Konzepte, nachhaltigere und länger haltbare Lifte gebaut werden - denn alles andere lässt sich mit weniger Gästen bzw. null Wachstum gar nicht mehr finanzieren, schon gar nicht in Zeiten des Klimawandels, wo die Bank nur Geld für einen Lift gibt, wenn die Piste dazu beschneit wird. Provokante Aussage: kuppelbare Bahnen sind die Krönung des Wirtschaftsbooms, komplex, teuer, Kapazitätsmonster, im Platzverbrauch und Bauaufwand sowie Energieverbrauch umweltschädlicher, oft kürzere Lebensdauer als fixe Lifte es ermöglichen, selten renovationsfähig wegen Kuppelsystem. Fixe Lifte können besser für ein zweites Leben erneuert werden. In den USA werden immer noch sehr viele fixe Anlagen gebaut, genau aus diesen Gründen. Kuppelbare Anlagen waren oft ein unternehmerisches Lotteriespiel und fast alle kleineren bis mittleren Skigebiete haben dadurch finanzielle Probleme erlebt. Manche hat es die Existenz gekostet. Es wurde oft als Ersatz deklariert und verkauft, effektiv war es aber der Versuch, sich in die Liga der grossen upzugraden - mit fatalen Konsequenzen. Denn oft schränkte diese Politik dann die Handlungsfhäigkeit über Jahrzehnte ein. Es war kein Geld für Anpassungen an Klima, Digitalisierung, Kommunikation, Produkteentwicklung, warme Betten oder sonst was da. Diese Gebiete haben schon vor 10 oder 20 Jahren ihr Todesurteil unterschrieben, weil sie sich praktisch nur vom Hersteller von Bahnen haben überreden lassen, anstatt externen Berater hinzuzuziehen. Ein kuppelbarer Lift löst nie strukturelle Probleme.
Frankreich: An Hauptanlagen an der Talstation öfters 2 im Einsatz. Auffällig auch junge und Studenten. Dort sinda aber auch grosse Konzerne tätig wie die Copagnie des Alpes, die Personal viel besser tauschen können zwischen Gebieten oder Gebietsteilen. Im deutschen Raum ist das bedeutend kleinteiliger.
USA: Traditionell Teams von 3-6. Die haben mehr Aufgaben als nur den Einstieg. Einer scannt Tickets vor der Schlange, zweiter ordnet Schlange nach Single, Zusammenfahrende, Paare auf die jeweiligen Linien, damit jeder Sessel voll besetzt ist. Die nutzen dort die Bahnen viel, viel effizienter aus - da verkehrt in der Hauptzeit jeder Sessel komplett voll. Oft sind sogar die Warteschlangen in zwei Teile gespalten, welche wiederum jede ihre eigenen Ordner und Scanner haben. kurz vor dem Einstieg haben wir dann Mitarbeiter Nummer 4, der spricht die Gäste direkt an und entscheidet welche 4 oder 6 auf den nächsten Sessel kommen. Das muss dann befolgt werden. Nummer 5 (öfters auch zwei, einer links und einer rechts vom Sessel) steht dann direkt am Einstieg und hat die Hand auf dem Ausknopf, er wünscht gute Fahrt und hilft Kinder auf den Sessel, im schlimmsten Fall sitzt noch ein Sechster dann im Kontrollraum.
Wie geht das? Wenn man wie in Frankreich weniger qualifizierteres Personal einsetzt, also Studenten usw., dann geht das finanziell recht gut. Ein Techniker springt von Anlage zu Anlage, Betrieb kann aber von praktisch ungelerntem Personal erfolgen. Angelehnt an das Yan-Prinzip aus den USA von früher: Es gibt nur zwei Tasten zu bedienen, ein Ein-Aus.Knopf, ein Geschwindigkeitswähler. Wenn was kaputt geht, wartet man auf den Techniker. Wenn mehrere Talstationen beineinander stehen in Kessellage, wie oft in den Skibowls oder Front de Neiges, dann geht das ohne Probleme. In den USA spart man sich durch die Handscanner teurere RFID-Systeme, intensiviert den Kundenkontakt, nimmt mehr Geld ein mit Zuschlägen für Speed-Lines, es gibt Single-Lines, Family-Lines etc. Und wenn man sich einen ganzen Lift spart durch die ultraeffiziente Ausnutzung eines einzelnen Lifts, dann ist das zusätzliche Personal für diese hohe Effizienz immer noch günstiger über die Lebensdauer des Liftes. Die Anarchie in Europa, dass jeder selber seinen Weg sucht, es keine getrennten Lanes gibt, nur Roboter-Drehkreuze und Dosiertore ohne Menschenkontakt den Betrieb abwickeln, empfinden die Gäste aus Übersee als geradezu unmenschlich und verstörend. Zumal sie überhaupt nicht verstehen, dass es zu Wartezeiten führt und trotzdem niemand dafür sorgt, dass nicht viele Sessel halbleer bleiben, weil sich jeder aussuchen möchte, mit wem er fährt. Es gab da ein Fall in der Schweiz, wo das eine USA-Botschafterin lautstark öffentlich kritisiert hat. In den USA ist es durch den "Small-Talk" auch praktisch normal, dass man sich mit Fremden auf dem Sessel unterhält - es nicht zu tun ist schon fast unhöflich. In Europa eher unvorstellbar. Das ist paradox, denn in öffentlichen Verkehrsmittel spricht man grundsätzlich auf keinen Fall Fremde an in den USA - aus Sicherheitsgründen. Genau die lässt man auf dem Sessel wiederum auch weg, werden doch die Bügel ohne Fussrasten selten geschlossen.
Mehr Effizient, mehr Kundenkontakt, mehr Mensch und weniger Technik und trotzdem höhere Umsätze bzw. Kostenersparnisse. Diese Denke ist hier aber noch nirgends im DACH-Raum bei Bergbahnen angekommen. Es gab in den Nullerjahren zwar Versuche mit Rentner, die z.B. als Auskunftsteam im Skigebiet unterwegs waren, aber so krass wie in den USA, wo man schon am Parkplatz persönlich begrüsst wird, noch vor der Kasse Kakao und Pistenpläne gereicht bekommt und dann am Lift von ganzen Teams ultraeffizient durch eine viel höhere Auslastung geschleust wird, ist man weit entfernt. Warum machen die USA das auch noch: Höhere Preise, 100.- und mehr pro Tag sind normal, 200.- in Topskigebieten Realität. Das muss gerechtfertigt werden durch exzellenten Service. Andererseits spielt die Topographie eine Rolle: Praktisch alle Skigebiete liegen komplett im Wald und sind kleiner als in Europa. Viele Lifte und wenig Pisten wie in Europa wären also schwierig - weil Pisten und Liftschneisen nicht beliebig breit sein können und der Skigebietsbetreiber gleichzeitig alle Infrastruktur betreibt, also auch Hotels, Wohnungen, Restaurants, Lifte. In Europa ist das kleinteiliger und der Liftbetreiber muss nur Lfite finanzieren - der Rest ist ein liberaler Mikrokosmos aus Kleinstgewerben vor Ort. Klimatisch ist oft in den USA auch keine Beschneiung nötig. Da ist es attraktiver wenige Lifte zu haben und dafür viele Abfahrtsvarianten zu bieten, was auch sein muss ist, wenn der Lift viel höhere Freuquenzen hat. In Europa ist Beschneiung praktisch Standard und so teuer, dass eher nur eine Piste pro Lift Sinn macht, dafür breit und mit allem ausgestattet.
Zu der Kommunikation: Ich denke, es wird sich langsam genau umkehren. Junge suchen in Zukunft mehr Menschenkontakt und weniger Technik durch ihre veränderten Bedürfnisse (Simplizität, Community-Feeling, Naturnähe, Ruhe), während ältere durch ihren bisher sehr technokratischen Lebensweg mehr sich der Technik zuwenden. Junge werden fixe Sessellifte (günstigere Preise, Ruhe, Entschleunigung) besser akzeptieren als Ältere (Einstieg, technikbegeistert). Denn die ältere Generation entdeckt erst gerade mit grosser Begeisterung als Digital-Imigrants die Möglichkeiten der Technik. Jüngere wachsen damit auf und wollen ihr eher entfliehen. Es sind vor allem Ältere, die zuerst Online-Tickets gekauft und gar ausgedruckt haben, online eincheckten, die grossen Zuwächse bei Onlineshopping bringen usw. Sie haben Zeit, sich mit Technik zu beschäftigen und es ist für sie ein Abenteuer, sie sind ja auch dem Hol-Prinzip verpflichtet. Jüngere kennen nur das Dienstleistungsprinzip und scheuen darum sowas wie Tickets ausdrucken, herausfinden wie etwas geht usw. Entweder ist es ein Touch auf der App oder den Aufwand nicht wert in der sehr komplexen, ultraflexiblen und extrem durch Druck und Stress verdichteten Welt der Jüngeren.
Ich rechne sogar fest damit, dass nach einer Phase wo die schieren Maßen der Babyboomer abgefertigt werden mussten, wieder langsamere Konzepte, nachhaltigere und länger haltbare Lifte gebaut werden - denn alles andere lässt sich mit weniger Gästen bzw. null Wachstum gar nicht mehr finanzieren, schon gar nicht in Zeiten des Klimawandels, wo die Bank nur Geld für einen Lift gibt, wenn die Piste dazu beschneit wird. Provokante Aussage: kuppelbare Bahnen sind die Krönung des Wirtschaftsbooms, komplex, teuer, Kapazitätsmonster, im Platzverbrauch und Bauaufwand sowie Energieverbrauch umweltschädlicher, oft kürzere Lebensdauer als fixe Lifte es ermöglichen, selten renovationsfähig wegen Kuppelsystem. Fixe Lifte können besser für ein zweites Leben erneuert werden. In den USA werden immer noch sehr viele fixe Anlagen gebaut, genau aus diesen Gründen. Kuppelbare Anlagen waren oft ein unternehmerisches Lotteriespiel und fast alle kleineren bis mittleren Skigebiete haben dadurch finanzielle Probleme erlebt. Manche hat es die Existenz gekostet. Es wurde oft als Ersatz deklariert und verkauft, effektiv war es aber der Versuch, sich in die Liga der grossen upzugraden - mit fatalen Konsequenzen. Denn oft schränkte diese Politik dann die Handlungsfhäigkeit über Jahrzehnte ein. Es war kein Geld für Anpassungen an Klima, Digitalisierung, Kommunikation, Produkteentwicklung, warme Betten oder sonst was da. Diese Gebiete haben schon vor 10 oder 20 Jahren ihr Todesurteil unterschrieben, weil sie sich praktisch nur vom Hersteller von Bahnen haben überreden lassen, anstatt externen Berater hinzuzuziehen. Ein kuppelbarer Lift löst nie strukturelle Probleme.
Gondeln! Günstige Gondeln! Schöne Omega III im Angebot, fast wie neu! Gooondeln, günstige Gooondeln...
- sheridan
- Nebelhorn (2224m)
- Beiträge: 2312
- Registriert: 06.01.2020 - 22:12
- Skitage 25/26: 0
- Ski: nein
- Snowboard: ja
- Hat sich bedankt: 380 Mal
- Danksagung erhalten: 1325 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Mit "Europa" scheinst du nur den deutschsprachigen Raum zu meinen. Ich kann das absolut nicht bestätigen z.B. in der Westschweiz ist das auch gang und gäbe (ausser vielleicht in Verbier), Italien und Frankreich auch.Klemme hat geschrieben: 26.02.2022 - 15:23 In den USA ist es durch den "Small-Talk" auch praktisch normal, dass man sich mit Fremden auf dem Sessel unterhält - es nicht zu tun ist schon fast unhöflich. In Europa eher unvorstellbar.
Den höheren Personaleinsatz in den USA muss man auch im Kontext von Skipass-Preisen von jenseits der $100-Marke sehen.
-
NeusserGletscher
- Jungfrau (4161m)
- Beiträge: 4284
- Registriert: 01.04.2010 - 16:45
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Hat sich bedankt: 708 Mal
- Danksagung erhalten: 1389 Mal
Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste
Puuuh, ich möchte das OT hier nicht überstrapazieren, aber das klassische Studium, bevor es durch Bologna & Co bis zur Unkenntlichkeit verhunzt wurde (Rüttgers sei dank), hatte schon immer den Anspruch, Studenten die Techniken zu vermitteln, mit denen man sich Wissen selbst aneignet. Erst durch Bologna kam es zu einer Verschulung von Studiengängen und durch die angeblich von der Industrie gewünschten Ausbildung von Fachidioten, die jeweils nur leidlich das im Studium vermittelte Fachwissen anwenden konnten aber, nach dem dieses veraltet war, nicht mehr in ihrem Beruf zurecht kamen.Klemme hat geschrieben: 26.02.2022 - 11:11 1. Ein Studium ist nicht mehr möglichst viel auswendig lernen....
In technischen Studiengängen bzw. später im Beruf hattest Du eh seit je her keine große Überlebenschance, wenn Du angesicht der fortschreitenden Technik nicht in der Lage warst, Dein Wissen stets auf den neuesten Stand zu bringen. Und wenn ich heute auf der Suche nach einer technischen Lösung entsprechende Kommentare in Fachforen durchsuche, dann geht dies gar nicht ohne die Fähigkeit, Lösungsvorschläge nach Brauchbarkeit und Plausibilität zu filtern. Manchmal ist es ja gar keine böse Absicht, wenn jemand eine unpassende Lösung postet. Er arbeitet halt schlicht unter anderen Voraussetzungen und kann sich mangels Grundkenntnissen zu dem konkreten Sachverhalt gar nicht vorstellen, dass seine Lösung dort nicht funktioniert.
Ich frage mich immer nur, wieso manche glauben, das Rad wäre erst vor wenigen Jahren erfunden worden?
Auch das ist nicht neu. Es gab schon immer Unternehmen, an denen man nicht vorbei kam, wenn man in einem bestimmten Bereich arbeiten wollte. Die hatten Kundenfreundlichkeit oder Kundenorientierung schlicht nicht nötig, weil außer ihnen niemand da war, der vergleichbares anbot. Ich erinnere mich noch an Zeiten, da musste man erst einmal eine NDA (eine Geheimhaltungserklärung) unterschreiben, bevor man die heiligen Datenblätter eines Microchips auf CD zugeschickt bekam. Nein, nicht die Produktionsunterlagen oder die Masken zum Nachbauen. Nur die simplen Datenblätter mit der Pinbelegung, elektrischen Kenndaten und den Befehlssätzen.Klemme hat geschrieben: 26.02.2022 - 15:23 Damals galt das Hol-Prinzip. Wenn jemand was von einem Unternehmen wollte, musste er sich die Information holen. Broschüre besorgen, anrufen etc. Heute ist das umgekehrt, das Unternehmen muss zum Kunden kommen, wenn es was von ihm will. Das heisst "Dienstleistungsgesellschaft". Wer in diesem Dienstleistungsgedanken geboren und aufgewachsen ist, der verhält sich auch anders, der hat andere Erwartungen. Man bemerkt den Unterschied z.B. an älteren Semestern im Tourismus, z.B. in Hotels, Bergbahnkassen etc., die etwas unfreundlich, unwirsch auftreten
Und dann gab es schon immer die Unternehmen, die halt nur deswegen am Markt bestehen konnten, weil ihr Service und ihre Produkte besser waren. Weil sie auf Kundenwünsche eingingen und so im Dialog mit den Kunden ihre Produkte stetig verbesserten.
Neu sind nur die Begriffe aus dem Bullshit-Bingo, mit denen man altbekannte Arbeitsweisen in neumodisch klingende Begriffe kleidet und dann so tut, als habe man etwas grundsätzlich neues erfunden
Was Du selber richtig machst können andere nicht falsch machen