Gletscher-Abschmelzung

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ThomasK
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von ThomasK »

Bergwanderer hat geschrieben: 28.07.2022 - 14:40 Das sehe ich ähnlich wie Du, @ThomasK. Die Alpen werden dann zum großen Teil wieder "gletscherfrei" sein. Nur diesmal geht es im historischen Vergleich schneller. https://www.scinexx.de/news/geowissen/a ... 00-jahren/

Ein Grund, weshalb sich die hohen Investitionen der Zermatter Bergbahnen AG an Klein Matterhorn und Testa Grigia, auf Sicht der nächsten Jahrzehnte, lohnen werden.

Hier ein aktueller Bericht von Zermatt:

https://www.youtube.com/watch?v=IfFV73mS7v8

Ich hatte ja schon vor etlichen Jahren gesagt, dass die Zermatt Bergbahnen zwei Möglichkeiten haben:

Entweder man baut eine Seilbahn auf das Breithorn oder man gibt den Sommerskibetrieb auf.

Momentan gibt es aber keinerlei Pläne für den Bau einer Bahn auf das Breithorn, weil wegen der Flächennutzungspläne der Gemeinde Zermatt die Zermatt Bergbahnen keine Konzession für eine Seilbahn auf das Breithorn bekämen. Angenommen, das Breithorn würde von der Gemeinde Zermatt zur Touristikzone definiert werden, dann würde ich an Stelle der Zermatt Bergbahnen drei 3S-Bahnen bauen.

Eine 3S-Bahn vom Kleinmatterhorn auf das Breithorn und eine 3S-Bahn in zwei Sektionen von Furi über Trockener Steg auf das Breithorn mit Durchlaufbetrieb am Trockenen Steg, wobei die untere Sektion die 125-Pendelbahn ersetzen würde und auf derselben Trassee wie die Von Roll 125-PB verlaufen würde. Mit diesen drei 3S-Bahnen wären dann die Zermatt Bergbahnen optimal gerüstet.

Die 4 km lange 3S-Bahn vom Trockenen Steg auf das Breithorn würde zudem nur zwei Fachwerkstützen benötigen, die von der Talstation Trockener Steg 300 m und 800 m entfernt wären und beide auf solidem Fels errichtet werden könnten. Das Seilfeld zwischen der Stütze 2 und der Bergstation Breithorn wäre mit 3,2 km fast so lang wie das Seilfeld der Seilbahn Zugspitze.

Vor ein paar Jahren wollte man ja auf Kleinmatterhorn einen 120 m hohen Turm bauen, um die 4000 m Grenze zu erreichen. Da frage ich mich schon, was das soll, wenn man auf das Breithorn fahren könnte.

Man kann wetten, wie lange die Zermatt Bergbahnen noch ohne Breithornerschließung Sommerski anbieten können. Vielleicht noch bis 2030, max. 2035, aber dann ist Schluss.

Der Wunsch der Gemeinde Zermatt, weiterhin OHNE eine Seilbahn auf das Breithorn Sommerski anbieten zu können, wird in ein paar Jahren nicht mehr funktionieren. Zermatt muss sich entscheiden, was es will. Beides - Sommerski und keine Seilbahn auf das Breithorn - wird nicht funktionieren. Die Klimaerwärmung nimmt keine Rücksicht auf Gemeinderatsbeschlüsse.

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albe-fr
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von albe-fr »

NeusserGletscher hat geschrieben: 28.07.2022 - 20:23Bisher änderte sich das Klima durch Sonnenaktivität
der Einfluss ist nach gaengiger Lehrmeinung seit den 1970er zu vernachlässigen (siehe beliebiges Solanki Paper zu dem Thema).
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skifam
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von skifam »

Das mit der Breithornseilbahn für Sommerskifahrer ist wohl eher aus Wolkenkuckucksheim... sorry.
Selbst wenn keine Gesetze gelten sollten etc. Und es dazu kommt. Wer soll die steilen paar Meter oben runter fahren? Wir 5 hier aus dem alpinforum? Um ordentlich Schwung zu holen für die Ebene zur Gobba?
Ist ne schöne kurze Tour mit einem tollen kurzen Abfahrtserlebnis, wenn man sich akklimatisiert hat.
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Zuletzt geändert von skifam am 29.07.2022 - 22:26, insgesamt 1-mal geändert.
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scratch
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von scratch »

NeusserGletscher hat geschrieben: 29.07.2022 - 13:34 Sehen wir es doch mal positiv: wieder was dazu gelernt. Auch, wenn der von Albe verlinkte zweite Beitrag leider sehr ins unsachliche abdriftet, scheinen mir einige der aufgegriffenen Aspekte doch schlüssig zu sein.
Welche Aussagen driften deiner Ansicht nach sehr ins unsachliche ab?
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albe-fr
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von albe-fr »

skifam hat geschrieben: 29.07.2022 - 17:23Wer soll die steilen paar Meter oben runter fahren?
Hast du das schon mal gemacht? Das ganze ist wenig schwierig, mit der Grenze zu leicht!
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ThomasK
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von ThomasK »

skifam hat geschrieben: 29.07.2022 - 17:23 Das mit der Breithornseilbahn für Sommerskifahrer ist wohl eher aus Wolkenkuckucksheim... sorry.
Rechtlich gesehen liegt du derzeit richtig. Aber das habe ich ja schon in meinem Posting geschrieben.
skifam hat geschrieben: 29.07.2022 - 17:23 Selbst wenn keine Gesetze gelten sollten etc. Und es dazu kommt. Wer soll die steilen paar Meter oben runter fahren? Wir 5 hier aus dem alpinforum? Um ordentlich Schwung zu holen für die Ebene zur Gobba?
Ist ne schöne kurze Tour mit einem tollen kurzen Abfahrtserlebnis, wenn man sich akklimatisiert hat.
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Da liegt du nun völlig falsch. Nehmen wir an, die Zermatt Bergbahnen hätten Baurecht für eine 3S-Bahn Furi - Trockener Steg - Breithorn und eine 3S-Bahn Kleinmatterhorn - Breithorn und würde die Bahnen bauen nebst einem Breithornrestaurant und einer Erlebniswelt Breithorn.

Hinzu kommt dann eine Skipiste Breithorn - Kleinmatterhorn. Diese Skipiste ist ganzjähig auf.

Dann würde folgendes passieren:

Auch weit über das Jahr 2030 hinaus kann Zermatt weiterhin Sommerski anbieten, da oberhalb von 3600 m auch weiterhin die Gletscher existieren werden. Es verbleiben dann noch ca. 550 Höhenmeter, was für ein Sommerskigebiet ausreicht. 200 Höhenmeter sind jedoch für ein Sommerskigebiet zu wenig.

Falsch liegst du auch mit deiner Vermutung, dass es dort viel zu schwer zum Skifahren wäre. Die Piste Breithorn - Kleinmatterhorn wäre eine ganz normale rote Piste, für die keine großartigen technischen Schwierigkeiten zu erwarten sind. Die Pistenraupen würden ein gesichertes Gebiet abstecken. Ich bin zwar noch nie auf dem Breithorn skigefahren, aber etliche Male von Zermatt aus zu Fuß auf das Breithorn gegangen. Die Tour kann ich dir übrigens sehr empfehlen, wenngleich ich 6 - 7 Stunden für den Aufstieg brauche. Bergab gehe ich in 6 Stunden. Vermutlich wären die Skifahrer bergab schneller als ich :D , aber wenn die ohne Pause vom Breithorn aus die Talabfahrt nach Zermatt durchziehen, dann brauchen die durchaus auch schon 25 Minuten dafür, schätze ich.

Auch wirtschaftlich würde sich das für die Zermatt Bergbahnen auszahlen. Man bietet dem Sommergast ein Traumerlebnis Breithorn 4165 und für die Skifahrer ist es ein Hochgenuss unabhängig von der Klimaerwärmung und dem Abschmelzen des Theodulgletschers auch im Sommer skifahren zu können. Und im Winter fänden es etliche geil, nonstop 2500 Höhenmeter abzufahren.

Auch technisch würde das Projekt klargehen. Für die 3S-Bahn vom Kleinmatterhorn aus braucht man nur ca. 50 m vor der Bergstation eine Einfahrstütze und für die 3S-Bahn vom Trockenen Steg ist überhaupt keine Stütze auf dem Breithorn im Schnee notwendig, sondern nur 2 Stützen am Trockenen Steg auf dem Fels.

Nur die Rechtslage spricht dagegen.

Aber wenn der Theodulgletscher weiter so rasant abschmilzt, dann könnte es sein, dass sich die Politik in Zermatt und in Sion diesbezüglich in ein paar Jahren bewegen könnte.

Derzeit ist aber die Zeit dafür offenbar noch nicht reif.
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von Nocki »

ThomasK hat geschrieben: 29.07.2022 - 21:31 [...]
Auch weit über das Jahr 2030 hinaus kann Zermatt weiterhin Sommerski anbieten, da oberhalb von 3600 m auch weiterhin die Gletscher existieren werden. Es verbleiben dann noch ca. 550 Höhenmeter, was für ein Sommerskigebiet ausreicht. 200 Höhenmeter sind jedoch für ein Sommerskigebiet zu wenig.
[...]
Naja, Stilfser Joch hat auch nicht viel mehr als 200 Hm Gletscher... EDIT: Ok, 280 an den Geister- Liften. Im Spätsommer wage ich zu behaupten, dass man nicht mehr bis zur Talstation des Funifors fahren kann/darf. :wink:

Ich glaube jedenfalls nicht, dass man eine Genehmigung/ Einverständnis für einen Ausbau/ bekommen würde. Paradebeispiel Pitztal->Sölden...
Viele Grüße vom DM-und Girak-fan :ja: :wink:
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von Gleitweggleiter »

Nach der Erschließung des Breithornes muss dann aber auch die Pendelbahn von Oberstdorf auf die Mädelegabel kommen
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2024/25: 18 Tage - 11x Kleinwalsertal, je 1x GO, Buron, Warth/Lech, St. Anton, Zugspitze, See, Hintertux
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2022/23: 17 Tage - 13x Kleinwalsertal, je 1x Venet, Kampenwand, See, Hintertux
2021/22: 24 Tage - 19x Kleinwalsertal, 1x Bödele, 1x Kranzberg, 2x Kitzbühel, 1x See
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von GIFWilli59 »

Was spricht denn gegen einen einfachen SL aufs Breithorn?
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von albe-fr »

GIFWilli59 hat geschrieben: 28.07.2022 - 22:17 Abgesehen davon, dass das recht unpräzise dargestellt ist
also, dann mal hier in präzise:

https://imgs.xkcd.com/comics/earth_temp ... meline.png

8)
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von Bergwanderer »

@ThomasK
Eine Erschließung des Breithorns macht ökonomisch als auch skifahrerisch wenig Sinn.
Der Gipfelaufbau besteht überwiegend aus Eis und Firn, der Südhang ist skitechnisch eher uninteressant und der Bereich über das Breithorn-Plateau zum Klein Matterhorn zu flach.
Wobei sich das Breithorn-Plateau https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bre ... lateau.jpg durchaus als Langlaufgebiet anbietet. Sozusagen für ein "wirkliches" Höhentraining! Du kannst das den Zermattern gerne mal vorschlagen ... :wink:
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von gernot »

NeusserGletscher hat geschrieben: 29.07.2022 - 10:10
gernot hat geschrieben: 29.07.2022 - 08:25 Quellenangabe zu deiner Grafik fehlt noch immer!
Die Grafik ist vmtl. dem Buch "Gletschergeschichte" entnommen worden, erschienen im Springer Verlag. Oder beide benutzen die gleiche Quelle. Jedenfalls findet sich dort unter "Figures" eine Grafik, die den gleichen Temeraturverlauf darstellt, jedoch mit geänderten Achsenbezeichnungen und ohne Raster. Das Buch habe ich selbst nicht gelesen.

Zufrieden?
Ja, Danke.

Übrigens hier gibt's noch zusätzliche Inofs dazu, obwohl albe-fr, noisi eigentlich eh schon alles geschrieben hat.

https://scilogs.spektrum.de/klimalounge ... imalounge/

insbesondere
Frage 2 Was ist der wissenschaftliche Beleg für die in Antwort 5c genannten “vier Warmzeiten in denen es teilweise mehrere Grad wärmer war als heute”?

Antwort Hilse: Siehe Grafik nach Dansgard Öscher/ Schönwiese zur Quizfrage 5. Die Daten sind auch aus dem NOAA-Paleoclimatology-Archiv erhältlich. Studien, die die mittelalterliche Warmzeit belegen können u.a. hier “Lüning, S., medieval” abgerufen werden.

Kommentar: Lieber Herr Hilse, Sie meinen diese Grafik, die sich z.B. auch auf der EIKE-Website findet:

Ich möchte Ihnen gerne erklären, woher die Grafik stammt: aus einem 24 Jahre alten Buch für Studenten (Schönwiese 1995). Herr Schönwiese hat seinerzeit (als die Paläoklimaforschung erst ganz am Anfang stand) eine schematische Kurve von Hand skizziert, auf Basis des ersten modernen Eisbohrkerns, publiziert 1969 von Dansgaard et al. in Science. [Ergänzung 28.3.: Herr Schönwiese hat sich heute gemeldet und dies bestätigt.] Dieser Eisbohrkern spiegelt also lediglich die lokalen Temperaturveränderungen im Nordwesten Grönlands wider, an der US-Basis Camp Century nahe Thule. Ich habe speziell für Sie hier die Datenkurve aus der Originalpublikation von Dansgaard über die Schönwiese-Grafik gelegt:

Nun wurde der berühmte Camp Century Eisbohrkern von 1960-1966 gebohrt, also vor dem größten Teil der globalen Erwärmung. Wie haben sich die Temperaturen in Thule seither weiter entwickelt? Sie sind um 1,5 °C angestiegen (linearer Trend):
Temperaturentwicklung in Thule, Grönland. Aus Osterberg et al., Journal of Glaciology 2015.

Wenn Sie zu der bunten Kurve also das vergangene halbe Jahrhundert hinzufügen, sind selbst dort die Temperaturen heute weit höher als jemals im gesamten Holozän. Erstens ist die Kurve also nicht global, und zweitens ist es auch dort vor Ort heute am wärmsten seit mindestens 100.000 Jahren. Damit erweist sich ihr angeblicher Beleg für die behaupteten „vier Warmzeiten in denen es teilweise mehrere Grad wärmer war als heute“ als falsch.

Ich gebe zu: ich wusste vorher, dass Sie diese Grafik bringen würden, deshalb hatte ich Sie gefragt. Das ist einfach einer der schon oft von Wissenschaftlern widerlegten Standardmythen der selbsternannten „Klimaskeptiker“. Sie konnten das freilich nicht wissen, denn Sie werden schlecht beraten von einer Gruppierung, die die Interessen einiger fossiler Großkonzerne vertritt und nicht die der Menschen in Deutschland. So verlieren Sie jegliche Glaubwürdigkeit. Wenn Sie ein ehrlicher Politiker sind, nehmen Sie die Falschbehauptung über die globalen Warmzeiten zurück.
Ich denke damit zu argumetieren ist nicht unbedingt eine besonders gute Idee...
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von ThomasK »

Gleitweggleiter hat geschrieben: 29.07.2022 - 22:52 Nach der Erschließung des Breithornes muss dann aber auch die Pendelbahn von Oberstdorf auf die Mädelegabel kommen
Wenn man die Talstation direkt neben die Talstation der Fellhornbahn stellt, dann würde man sich sehr viele Infrastrukturaufwendungen sparen und man könnte die Pendelbahn technisch in einer Sektion realisieren. Da der Skisport an der Mädelegabel irrelevant ist, müsste die Bahn komplett auf die Bedürfnisse der Sommertouristen ausgerichtet werden. Da aber in Oberstdorf wesentlich mehr Sommertouristen als Skifahrer sind, sollte das kein Problem sein. Mit einer 125-PB könnte man eine Fahrzeit von 12 Minuten realisieren und somit einen 15-Minuten-Takt und eine stündliche Förderleistung von 500 pph erreichen. Das sollte reichen; eine 3S-Bahn ist nicht notwendig.
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von skifam »

Gleitweggleiter hat geschrieben: 29.07.2022 - 22:52 Nach der Erschließung des Breithornes muss dann aber auch die Pendelbahn von Oberstdorf auf die Mädelegabel kommen
Bitte in Oberstdorf mit ICE Anschluss aus Berlin über München.
+Trenitaliaanschluss aus Rom über Mailand bis Cervinia.
Das wäre ja das mindeste...
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von noisi »

Der gemeinsame Abfluss von Schranferner, Uttenmarktferner und Hohenferner am 25.7 im oberen Martelltal, Südtirol. Sowohl Bach als auch Wasserfall sind namenlos - das soll bei diesen Bildern etwas heißen.
Direktlink
Zuletzt geändert von noisi am 31.07.2022 - 09:06, insgesamt 1-mal geändert.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von gernot »

noisi hat geschrieben: 30.07.2022 - 21:00 Der gemeinsame Abfluss von Schranferner, Uttenmarktferner und Hohenferner am 25.9 im oberen Martelltal, Südtirol. Sowohl Bach als auch Wasserfall sind namenlos - das soll bei diesen Bildern etwas heißen.
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gemeint ist der 25.7 oder?
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von noisi »

gernot hat geschrieben: 31.07.2022 - 08:51
noisi hat geschrieben: 30.07.2022 - 21:00 Der gemeinsame Abfluss von Schranferner, Uttenmarktferner und Hohenferner am 25.9 im oberen Martelltal, Südtirol. Sowohl Bach als auch Wasserfall sind namenlos - das soll bei diesen Bildern etwas heißen.
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gemeint ist der 25.7 oder?
Richtig, in anderen Jahren wäre von der 25.9 von der Schneelage passender gewesen.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.

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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von BlauschneeSäntisälbler »

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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von NeusserGletscher »

gernot hat geschrieben: 30.07.2022 - 09:35 Ich denke damit zu argumetieren ist nicht unbedingt eine besonders gute Idee...
Nun, die Hintergründe dieser Grafik waren mit bislang nicht bekannt, in sofern sind diese Informationen sehr aufschlussreich. Andererseits liegen "unsere" Gletscher bekanntlich in den europäischen Alpen. Der Einwand, die Temperaturkurve zeige "nur" den Verlauf in der nördlichen Hemisphäre, ist daher irrelevant. Denn die Vergletscherung der europäischen Alpen hängt nun einmal vom Klima in Europa ab.
Was Du selber richtig machst können andere nicht falsch machen
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von ThomasK »

Nocki hat geschrieben: 29.07.2022 - 22:05
ThomasK hat geschrieben: 29.07.2022 - 21:31 [...]
Auch weit über das Jahr 2030 hinaus kann Zermatt weiterhin Sommerski anbieten, da oberhalb von 3600 m auch weiterhin die Gletscher existieren werden. Es verbleiben dann noch ca. 550 Höhenmeter, was für ein Sommerskigebiet ausreicht. 200 Höhenmeter sind jedoch für ein Sommerskigebiet zu wenig.
[...]
Naja, Stilfser Joch hat auch nicht viel mehr als 200 Hm Gletscher... EDIT: Ok, 280 an den Geister- Liften. Im Spätsommer wage ich zu behaupten, dass man nicht mehr bis zur Talstation des Funifors fahren kann/darf. :wink:

Ich glaube jedenfalls nicht, dass man eine Genehmigung/ Einverständnis für einen Ausbau/ bekommen würde. Paradebeispiel Pitztal->Sölden...
Ich denke, dass die Situationen nicht miteinander vergleichbar sind.

Beim Stilfser Joch gibt es zum einen keine Möglichkeit mehr, nach oben auszuweichen.

Und bei der Verbindung Pitztal / Ötztal ging es darum, ungefähr 60 Hektar komplett neu zu erschließen. Diese 60 Hektar waren bisher weitgehend unberührte Natur.

Von einer unberührten Natur kann am Breithorn überhaupt keine Rede sein. Zum einen ist das Kleinmatterhorn bereits touristisch voll erschlossen und zum anderen sorgt die räumliche Nähe des Breithorns zum Kleinmatterhorn dafür, dass Tausende mit der Seilbahn auf das Kleinmatterhorn fahren und dann einen Spaziergang zum Breithorn machen. Wer nur das Stück Kleinmatterhorn - Beithorn zu Fuß geht, kann auch mit mäßiger Kondition auf das Breithorn gehen. Die Gehzeit beträgt bergauf etwa eine Stunde und bergab etwa 40 Minuten.

Der entscheidende Unterschied ist aber der, dass wir am Breithorn nur von etwa 8 Hektar neuer Pistenfläche reden und nicht 60 Hektar wie im Pitztal. Und diese 8 Hektar am Breithorn sind bisher keineswegs in unberührter Natur.

Bei einem Pistenbetrieb würde man für die Breithornwanderer am Rand eine Aufstiegsspur errichten, sodass sich die Wanderer und Skifahrer nicht in die Quere kämen.

Zermatt hat ungefähr 34 Viertausender auf seinem Gemeindegebiet. Es geht nicht darum, auf alle Viertausender eine Anlage zu bauen, aber 2 - 3 Viertausender sollten meiner Meinung nach durchaus mit Seilbahnen erreichbar sein.
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von Nocki »

Stimmt, am Stilfser Joch gubt's keine Möglichkeit, nach oben auszuweichen. Trotzdem kommen die Leute hin. Aber du hast schon recht, die Erschließung des Breithorns wäre ein großer Mehrwert fürs Skigebiet Zermatt.
Viele Grüße vom DM-und Girak-fan :ja: :wink:
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von Hibbe »

ThomasK hat geschrieben: 31.07.2022 - 13:46 Zermatt hat ungefähr 34 Viertausender auf seinem Gemeindegebiet. Es geht nicht darum, auf alle Viertausender eine Anlage zu bauen, aber 2 - 3 Viertausender sollten meiner Meinung nach durchaus mit Seilbahnen erreichbar sein.
Aus alpinistischer Sicht könnte man bei diesem Vergleich (2-3 Viertausender opfern, weil es ja insgesamt 34 hat) nun entgegnen, dass viele der Viertausender auch dem Fußvolk zunehmend schwer zugänglich werden. Das Matterhorn wird aktuell (sowohl von italienischer, als auch von schweizer Seite her) nicht mehr geführt. Auch verschiedene Gipfel auf der Spaghettirunde, beginnend oben am Klein Matterhorn werden aufgrund der aktuellen Situation (viele offene Spalten, schwache und dünne Spaltenbrücken, sulziger Schnee) nicht mehr geführt.

Ich frage mich dann auch, ob es so sehr viel bringen würde da jetzt noch eine Seilbahn ans Breithorn zu nageln. Zumal irgendwann wohl auch die Höhe erreicht ist, die für das Skipublikum ohne Akklimatisation auch nicht mehr so super geeignet ist. Mit der Bahn direkt auf über 4.000m rauffahren bekommt nicht jedem gut.

Persönlich sehe ich die aktuelle Entwicklung auch sehr kritisch. Dass Sommerski ein Auslaufmodell wird trifft mich dabei weniger hart als die Tatsache, dass die Gletscher insgesamt massiv leiden und, dass außerdem viele Berge gefährlich bröckeln. Sei froh, dass du nur Alpinskifahrer und kein Bergsteiger bist. Mit technischen Mitteln lässt sich der alpine Skisport sicher noch lange Zeit gut aufrechterhalten. Nur vielleicht nicht mehr im Hochsommer.

Da ich diese Woche selbst im Wallis im Saastal unterwegs war ein paar Eindrücke und Stichpunkte von mir dazu:
- Weissmies Normalweg von Hohsaas ist vom Serac bedroht (Eisschlag) und blank -> Daher sehr anspruchsvoll und riskant. Bei guter Schneelage ist das einer der Brot&Butter-Berge der ansässigen Bergführer, die dort zig mal im Jahr rauf und runter gondeln. Wird aktuell kaum noch begangen. Wir haben diese Planung auch gestrichen.
- Auf der Südseite der Weissmies konnte sich der Staub zwischenzeitlich kaum legen, bevor wieder Steine ins Tal purzelten
- Beim Abstieg über den Südgrat purzelt es immer wieder unter einem -> Unsere Berge lösen sich gefühlt auf
- Von der Felskinnbahn zur Britanniahütte konnte man früher ganzjährig mit der Pistenraupe zur Hütte fahren. Letztes Jahr gings zumindest zu Fuß noch auf der 3.000m Höhenlinie. Dieses Jahr mussten wir zunächst gut 150 Höhenmeter absteigen, weil der ursprüngliche Weg mitten im Gletscher- und Permafrostrückzugsgebiet liegt. Übersät mit lockeren Blöcken. Nachschub kommt regelmäßig aus der Flanke runter. Zudem Blankeis von der Bahn weg.
- Auf der Britanniahütte wurde das Trinkwasser die letzten Jahre schon knapp. Zuletzt hat man ein Schneefeld oberhalb der Hütte vermattet und sich damit ganz gut gerettet. Nach diesem Winter/Frühjahr war da aber nix zum vermatten. Aktuell liegt ein Wassersack auf der Terasse. In der Hütte selbst fließt nur sehr wenig Wasser (immerhin überhaupt noch ein paar Tropfen zum Händewaschen). Demnächst muss man sich etwas neues einfallen lassen, wenn man den Hüttennbetrieb mit Kochen, Abwaschen usw. aufrecht erhalten will. Ich frage mich auch, ob die Hütte selbst nicht vom auftauenden Permafrost bedroht ist (wie aktuell bspw. die Stüdlhütte am Glockner)

Die Bergwelt verändert sich aktuell massiv und unumkehrbar. Wird zwar immer wieder mal gute Jahre geben (2021 würde ich dazu zählen) aber solche extremen Sommer wie aktuell werden gefährlich. Und so wie sich der Sommerskifahrer daran gewöhnen muss, dass nicht mehr jeden Sommer durchgehender Skibetrieb möglich sein wird, so wird auch der Alpinist akzeptieren müssen, dass viele einst schöne Berge und Routen, (teils dauerhaft) nicht mehr möglich sein werden.
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von ThomasK »

Hibbe hat geschrieben: 31.07.2022 - 14:08
ThomasK hat geschrieben: 31.07.2022 - 13:46 Zermatt hat ungefähr 34 Viertausender auf seinem Gemeindegebiet. Es geht nicht darum, auf alle Viertausender eine Anlage zu bauen, aber 2 - 3 Viertausender sollten meiner Meinung nach durchaus mit Seilbahnen erreichbar sein.
Aus alpinistischer Sicht könnte man bei diesem Vergleich (2-3 Viertausender opfern, weil es ja insgesamt 34 hat) nun entgegnen, dass viele der Viertausender auch dem Fußvolk zunehmend schwer zugänglich werden. Das Matterhorn wird aktuell (sowohl von italienischer, als auch von schweizer Seite her) nicht mehr geführt. Auch verschiedene Gipfel auf der Spaghettirunde, beginnend oben am Klein Matterhorn werden aufgrund der aktuellen Situation (viele offene Spalten, schwache und dünne Spaltenbrücken, sulziger Schnee) nicht mehr geführt.

Ich frage mich dann auch, ob es so sehr viel bringen würde da jetzt noch eine Seilbahn ans Breithorn zu nageln. Zumal irgendwann wohl auch die Höhe erreicht ist, die für das Skipublikum ohne Akklimatisation auch nicht mehr so super geeignet ist. Mit der Bahn direkt auf über 4.000m rauffahren bekommt nicht jedem gut.

Persönlich sehe ich die aktuelle Entwicklung auch sehr kritisch. Dass Sommerski ein Auslaufmodell wird trifft mich dabei weniger hart als die Tatsache, dass die Gletscher insgesamt massiv leiden und, dass außerdem viele Berge gefährlich bröckeln. Sei froh, dass du nur Alpinskifahrer und kein Bergsteiger bist. Mit technischen Mitteln lässt sich der alpine Skisport sicher noch lange Zeit gut aufrechterhalten. Nur vielleicht nicht mehr im Hochsommer.

Da ich diese Woche selbst im Wallis im Saastal unterwegs war ein paar Eindrücke und Stichpunkte von mir dazu:
- Weissmies Normalweg von Hohsaas ist vom Serac bedroht (Eisschlag) und blank -> Daher sehr anspruchsvoll und riskant. Bei guter Schneelage ist das einer der Brot&Butter-Berge der ansässigen Bergführer, die dort zig mal im Jahr rauf und runter gondeln. Wird aktuell kaum noch begangen. Wir haben diese Planung auch gestrichen.
- Auf der Südseite der Weissmies konnte sich der Staub zwischenzeitlich kaum legen, bevor wieder Steine ins Tal purzelten
- Beim Abstieg über den Südgrat purzelt es immer wieder unter einem -> Unsere Berge lösen sich gefühlt auf
- Von der Felskinnbahn zur Britanniahütte konnte man früher ganzjährig mit der Pistenraupe zur Hütte fahren. Letztes Jahr gings zumindest zu Fuß noch auf der 3.000m Höhenlinie. Dieses Jahr mussten wir zunächst gut 150 Höhenmeter absteigen, weil der ursprüngliche Weg mitten im Gletscher- und Permafrostrückzugsgebiet liegt. Übersät mit lockeren Blöcken. Nachschub kommt regelmäßig aus der Flanke runter. Zudem Blankeis von der Bahn weg.
- Auf der Britanniahütte wurde das Trinkwasser die letzten Jahre schon knapp. Zuletzt hat man ein Schneefeld oberhalb der Hütte vermattet und sich damit ganz gut gerettet. Nach diesem Winter/Frühjahr war da aber nix zum vermatten. Aktuell liegt ein Wassersack auf der Terasse. In der Hütte selbst fließt nur sehr wenig Wasser (immerhin überhaupt noch ein paar Tropfen zum Händewaschen). Demnächst muss man sich etwas neues einfallen lassen, wenn man den Hüttennbetrieb mit Kochen, Abwaschen usw. aufrecht erhalten will. Ich frage mich auch, ob die Hütte selbst nicht vom auftauenden Permafrost bedroht ist (wie aktuell bspw. die Stüdlhütte am Glockner)

Die Bergwelt verändert sich aktuell massiv und unumkehrbar. Wird zwar immer wieder mal gute Jahre geben (2021 würde ich dazu zählen) aber solche extremen Sommer wie aktuell werden gefährlich. Und so wie sich der Sommerskifahrer daran gewöhnen muss, dass nicht mehr jeden Sommer durchgehender Skibetrieb möglich sein wird, so wird auch der Alpinist akzeptieren müssen, dass viele einst schöne Berge und Routen, (teils dauerhaft) nicht mehr möglich sein werden.

Ich denke mal, das wir uns einig sind, dass die Klimaerwärmung Fakt ist. Und somit sind wir uns auch logischerweise einig, dass die Gletscher abschmelzen werden. Je nach Ausmaß der Klimaerwärmung werden die Gletscher nur noch über 3600 m Seehöhe existieren können.

Der Permafrost wird sich in Höhen auf über 4500 m zurückziehen.
Auch ist unbestitten, dass die aktuelle Klimaerwärmung - also seit 1900 - vom Menschen verursacht ist.

Der Punkt ist aber der, was nun klimaschädliches Verhalten ist.

Und da ist die Beweislage erdrückend - es gibt viele Modellrechnungen dazu - dass Flugreisen nach Mallorca oder Autofahren beim CO²-Ausstoß ganz weit vorne mit dabei sind.

Wer jedoch beispielsweise mit dem Zug nach Zermatt fährt und mit der Seilbahn auf das Kleinmatterhorn fährt, hinterlässt nur einen kleinen ökologischen Fußabdruck. Das Wallis hat so viel Strom aus Wasserkraft, dass die gar nicht wissen, wohin damit. Sehr viel Strom exportiert daher das Wallis.

Der Punkt, worum es mir geht, ist nun folgender:

Wenn jemand auf dem Breithorn skifährt, dann wird eben auf dem Breithorn KEINE Schneise in den Schutzwald gehauen. Es werden eben ein paar Gletscherflöhe 20 m umziehen müssen, aber das war´s dann auch schon. Die Seilbahnen und die Eisenbahnen sind sowohl im Hinblick auf den Flächenbedarf, im Hinblick auf die Sicherheit, im Hinblick auf die Lärmentwicklung und im Hinblick auf den ökologischen Fußabdruck dem Straßenverkehr und dem Luftverkehr deutlich überlegen.

______________


In einem früheren Posting hatte ich es ja schon erwähnt, dass jedes Tankerunglück im Hinblick auf die ökologische Katastrophe eines Krieges Kindergartengeburtstag ist. Egal ob es um Verseuchung geht, Vernichtung von Ressourcen, Kontaminierung, CO²-Ausstoß usw.

Wie völlig destruktiv unsere Bundesregierung agiert, habe ich ja schon am Tankrabatt aufgezeigt. Einerseits wird gepredigt, dass unbedingt Öl eingespart werden muss, sei es aus Klimaschutzgründen, sei es, weil man Russland zwingen will, den Krieg zu beenden, aber andererseits gewährt die Bundesregierung 30 Cent pro Liter Benzin Steuerrabatt.

Jeder weiß doch, dass die Nachfrage steigt, wenn die Preise gesenkt werden. Die Bundesregierung kann ich überhaupt nicht ernst nehmen. Mir fehlt hier ein vernünftiger Maßstab.

Auf dem Breithorn stören die Skifahrer doch keinen. Da braucht man keine Beschneiung und es müssen keine Trassen in irgendwelche Schutzwälder gehauen werden. Wo ist das Problem?

Ich war ja oft genug zu Fuß auf dem Breithorn. Ich habe auch schon Skifahrer auf dem Breithorn gesehen. Die sind dann eben vom Kleinmatterhorn zu Fuß nach oben gegangen und hatten dann vom Breithorn bis Kleinmatterhorn den Hang für sich alleine. Die Skifahrer waren dann abseits vom Normalweg auf das Breithorn, den alle Bergwanderer benutzt haben, alleine in den Tiefschneehängen unterwegs. Diese Skifahrer am Breithorn brauchten keine Beschneiung und diese Skifahrer brauchten keine Trassen in Schutzwäldern auf 1500 m Seehöhe.

Wo ist das Problem, wenn auf dem Breithorn skigefahren wird und eine Seilbahn dorthin gebaut würde? Derzeit ist das zwar nicht geplant, aber ich sehe das Problem nicht.

Was aber ein Problem ist, wenn mit Bachialgewalt in NIEDRIGEN Meereshöhen Skifahren mit Gewalt gegen die Klimaerwärmung erzwungen werden soll.

_________________


Und was die Bergsteiger anbetrifft, ist es doch so, dass, wenn GELEGENTLICH eine Seilbahn auf einem Viertausender anzutreffen ist, das auch für sie mehr Sicherheit bedeutet. Trotz guter Wettervorhersage kann es immer noch sein, dass das Wetter mikroklimabedingt umkippt und es für die Bergsteiger eine Erleichterung ist, wenn man eine Mehrtagestour dann zwischendurch abbrechen kann.

Wenn ich beispielsweise auf die Zugspitze gehe, dann gehe ich normalerweise vom Bahnhof Garmisch alles an einem Tag bergauf und bergab.

Ich war aber auch schon einmal in der Situation, dass ich auf die Zugspitze gegangen bin und dann urplötzlich - entgegen der Wettervorhersage - das Wetter gekippt ist. Eigentlich wollte ich am selben Tag auch wieder bergab gehen, aber dann habe ich gesehen, dass das keine gute Idee wäre, auf dem Klettersteig bei Gewitter bergab zu gehen. Also bin ich in die Seilbahn gestiegen und gut war´s.

Übrigens gab es vor 100 Jahren in München heftige Demonstrationen und Diskussionen, weil eine Bergbahn auf die Zugspitze gebaut werden sollte. Es war von Umweltfrevel die Rede und davon, dass man für die Bergsteiger das Erlebnis Zugspitze kaputtmachen würde, wenn man mit einer Bahn hinaufführe. Heute will keiner mehr etwas von den damaligen münchner Demonstrationen gegen den Bergbahnbau bezüglich der Zugspitzerschließung wissen. Heute sind auch echte Bergsteiger im Zugspitzmassiv unterwegs. Kein Mensch stört sich an den Seilbahnen. Wichtig ist nur, dass man konsequent verhindert, dass Autos auf die Zugspitze fahren können. Und wer seine Ruhe haben will, geht z.B. auf die Partenkirchener Dreitorspitze, was ich auch schon oft gemacht habe.

Auch die Aussage der Demonstranten vor 100 Jahren, dass man den Tourismus in Garmisch-Partenkirchen zerstört, wenn man eine Bahn auf die Zugspitze baut, hat sich als Falschaussage erwiesen. Ganz im Gegenteil: Die Bayerische Zugspitzbahn schreibt schwarze Zahlen und andere Branchen im Werdenfels verdienen mit.

Bei den Seilbahnen plädiere ich für eine maßvolle Erschließung einzelner ausgewählter Berge.

Wo aber richtig Druck gemacht werden muss, ist bei der Verkehrswende, weg von Straße und Kurzstreckenflügen um Verkehr auf die Schiene zu verlagern.

Wer etwas für die Gletscher tun will, sollte gegen Flüge Frankfurt - München, München - Zürich, München - Wien usw. kämpfen und nicht gegen eine Breithornseilbahn.
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von Bergfan »

ThomasK hat geschrieben: 31.07.2022 - 17:04 Wichtig ist nur, dass man konsequent verhindert, dass Autos auf die Zugspitze fahren können.
Endlich bringt es jemand auf den Punkt. Gaaaanz wichtig! Geht nur, wenn sich jeden Tag ein Dutzend Aktivisten auf das letzte Stück der A2964 festkleben.
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von Fab »

ThomasK hat geschrieben:................................................
Wie völlig destruktiv unsere Bundesregierung agiert, habe ich ja schon am Tankrabatt aufgezeigt. Einerseits wird gepredigt, dass unbedingt Öl eingespart werden muss, sei es aus Klimaschutzgründen, sei es, weil man Russland zwingen will, den Krieg zu beenden, aber andererseits gewährt die Bundesregierung 30 Cent pro Liter Benzin Steuerrabatt.

Jeder weiß doch, dass die Nachfrage steigt, wenn die Preise gesenkt werden. Die Bundesregierung kann ich überhaupt nicht ernst nehmen. Mir fehlt hier ein vernünftiger Maßstab........................
Klimapolitisch versteh ich deinen Standpunkt. Aber in meinen Augen ist das eine monothematische Betrachtung.
Die aktuellen Vorgänge sind aber halt kein normales Marktgeschehen, in das der Staat, um langfristiger Ziele willen, steuernd einwirkt, sondern eine Notsituation.
Die Folgen von Krieg, Boykott, Sanktionen etc. können m. E. nicht einer Gruppe, in diesem Fall den Pendlern, auferlegt werden.

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