Nach dem durchschnittlichen Tag gestern in Laax stand heute das gesamte Skigebiet von Andermatt über Sedrun bis Disentis auf dem Programm.
Von meiner Unterkunft in Disentis fuhr ich um 07:11 Uhr ab Acla da Fontauna nach Nätschen, wo ich pünktlich um 08:04 Uhr eintraf. Nach den Erfahrungen aus dem Dezember fahre ich lieber früh mit der unglaublich unzuverlässigen MGB über den Oberalp und bin pünktlich, als dass ich nach dem Skitag noch eine Tortur mit 10, 20, 30 oder mehr Minuten Verspätung auf dem Rückweg erlebe.
Ich klapperte heute am Gemsstock beginnend das gesamte Skigebiet in Richtung Disentis ab. Details zu den Verhältnissen in den einzelnen Teilskigebieten schreibe ich an Ort und Stelle.
Insgesamt lässt sich aber bereits übergreifend sagen, dass der Pistenzustand doch überwiegend besser ist, als in Laax. Die Pisten sind in der Regel nicht so weich und waren allesamt gut präpariert. Auch der Andrang war wesentlich geringer, als in Laax. An den Liften musste ich nie signifikant anstehen. Meist konnte ich sogar durchgehen. Auch auf den Pisten war mehr Platz.
Hinsichtlich des Wetters war kein Unterschied festzustellen. Es schien wieder den ganzen Tag die Sonne und die Temperaturen bewegten sich leicht unter dem Gefrierpunkt. Wind war kein Thema, auch wenn man am Schneehüenerstock ihn doch deutlich spürte.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:
Gemsstock:
Nachdem ich ab 08:04 Uhr ab Nätschen das „Wettrennen“ gegen gen Zug nach Andermatt natürlich wieder gewann fuhr ich dann schon kurz vor 08:30 Uhr mit der ersten Gondel bergwärts. Die Pisten am Gemsstock waren sehr gut präpariert und machten von Beginn an sehr viel Spaß. Die Pisten waren sehr griffig und ohne Absätze präpariert. Bei den ersten Fahrten blieben auch die durchaus vorhandenen Steine noch im Hintergrund. Für mich war heute erstmals die schwarze Gipfelabfahrt geöffnet. Die Abfahrt ist einfach toll und führt anspruchsvoll durch hochalpines Gelände. Aber auch die Sonnenpiste und Lutersee waren gewohnt gut.
Der Andrang hielt sich in Grenzen. Am Gurschen-Flyer und am Lutersee-Lift konnte man direkt durchgehen. An der Pendelbahn erwischte man immer die nächste Fahrt.

Mit dem tollen Ausblick vom Gemsstock startet man ja gerne in den Skitag

Zunächst fuhr ich die sehr gut präparierte Sonnenpiste

Weiterer Verlauf der Sonnenpiste, die, wie der gesamte Gemsstock, morgens noch sehr schattig ist

Die nächste Fahrt führte mich dann über die tolle Gletscherabfahrt, die ebenfalls sehr gut präpariert war

Dito. Man sah zwar auch schon in der Früh ein paar braune Stellen, die Steine kamen aber erst später durch

Schlusshang der Gletscherabfahrt. Wirklich eine schöne und anspruchsvolle Abfahrt

Blick aus dem Gurschen-Flyer

Die Standard-Piste war auch gut beieinander

Lara Gut-Abfahrt. Diese Piste war doch teilweise etwas unangenehm hart

Blick in Richtung Furka

Piste kurz unterhalb der Gurschen-Flyer-Bergstation

Im Februar gibt es dann aber doch auch am Vormittag schon Sonne am Gemsstock

Auch die Lutersee-Abfahrt war wie gewohnt sehr gut und auch um ca. 10:30 Uhr noch kaum befahren

Weiterer Verlauf der Lutersee-Abfahrt

Die schöne und leere Talabfahrt war oben noch sehr gut, wurde unten heraus dann aber stellenweise knollig

Blick auf Andermatt kurz vor der Pistenverzweigung

An der Brücke wartete ich dann noch kurz auf den Ortsbus um 10:55 Uhr, der mit dann an den Gütsch bringen sollte.
Die ersten 2,5h des Skitags waren somit schonmal rum und ich muss sagen, sie waren sehr gut
Gütsch – Oberalp – Dieni:
Um 11:00 Uhr ging der Skitag dann mit der Bergfahrt im Gütsch-Express weiter. Am Gütsch war es weit weniger voll, als gedacht. Nur am Gütsch-Flyer musste man manchmal ein paar Sessel warten. An allen anderen Anlagen konnte man durchgehen. Die Pisten waren daher noch recht gut und nur an den kritischen Stellen hart-eisig. Leider sind viele Abfahrten in diesem Teilgebiet halt doch recht gut.
Die Piste 30 konnte ich heute erstmals befahren. Die Abfahrt hat mir sehr gut gefallen, auch wenn sie schon etwas zerfahren war, sodass ich sie gleich drei Mal fuhr. Etwas nervig ist nur die Situation am Pistenende der 30 am Oberalppass. Die Piste am Oberalp-Flyer war auch hervorragend. De Verbindung war dann nichts besonderes und im Dieni-Sektor war es dann überraschend voll, sodass die Piste unterhalb von Milez überlastet war.

Ausblick vom Gütsch

Auch wenn hier meist recht viel los ist, gefällt mir die Abfahrt Gütsch → Nätschen immer wieder gut

Blick auf Nätschen

Die rote Abfahrt zum Gütsch-Flyer war wieder super

Beim Start der blauen Gütsch-Flyer-Piste erwischte ich gerade einen wuseligen Moment. Meist war es hier deutlich ruhiger

Auch die blaue Abfahrt zum Gütsch-Flyer war sehr gut. Leider ist die Abfahrt halt etwas kurz. Die Schneekanonen wurden schon wieder eingemottet.

Ausblick Bergstation Lutersee-Flyer

Über die Blaue oben und die Schwarze unten können am Lutersee-Flyer Wiederholungen doch Spaß machen

Das schwarze Pistenstück zur Lutersee-Flyer-Talstation war aber schon sehr hart

Verbindungspiste vom Lutersee-Flyer zum Schneehüenerstock-Flyer

Blick zur Talstation des Schneehüenerstock-Flyers. Hier ist das Pistenangebot immer noch sehr eingeschränkt und die Bergbahnen machen auch keine Anstalten, dies zu ändern

Nun ging es dann erstmals für mich auf die 30. Die Piste ist sehr schön gelegen und konnte mich überzeugen

Weiterer Verlauf der schönen Piste 30 mit Blick auf den Oberalppass

Das Pistenende der 30 ist leider nicht ganz glücklich gelöst, da man stets unterhalb der beiden zu erreichenden Talstationen herauskommt. Immerhin gibt es im Zweifel bei der EUB einen Aufzug, den ich heute aber nicht genutzt habe

Am Schneehüenerstock machte ich auch noch eine Wiederholungsfahrt am Schneehüenerstock-Flyer, was sich aber beim aktuellen Pistenangebot keineswegs lohnt

Ganz enttäuschend finde ich, dass die Bergbahnen die Schneekanonen an der schwarzen Piste, die aktuell ja gut Schnee produzieren könnten schon eingemottet haben, ohne dass man es auch nur ansatzweise versucht hätte, dieses sehr schöne Pistenstück zu öffnen, was den Bereich hier dann auch deutlich aufwerten würde

Blick zum Schneehüenerstock

Die Abfahrt zur Mittelstation des Schneehüenerstock-Express war lässig

Seitenblick aus dem Oberalp-Flyer

Insbesondere die direkte Piste am Oberalp-Flyer konnte mich auch sehr überzeugen

Die schwarze 38 war nun auch offen. Sie war pulvrig, aber aufgrund der geringen Schneeauflage noch recht unruhig

Blick ins Val Val

Blick auf Milez, wo es plötzlich deutlich voller war

Die Piste unterhalb von Milez war mir stellenweise zu voll

Bergstation Mulinatsch-Flyer

Die Abfahrt zum Tegio-Gronda-Lift war auch noch etwas unruhig, vor allem unten heraus
Nachdem ich um kurz vor 14:00 Uhr die App checkte, wurde mir der Sportzug um 14:05 Uhr noch pünktlich angezeigt. Also fuhr ich ins Tal ab und kam um ca. 14:01 Uhr am Bahnsteig an, wo auch gerade der Zug einfuhr. Aus überhaupt nicht ersichtlichen Gründen fuhr der Sportzug dann erst mit 12(!) Minuten Verspätung ab. Weder gab es zu dieser Zeit einen vorausfahrenden, noch einen kreuzenden Zug. Da die MGB ja auch kein kundenfreundliches Unternehmen ist, gab es natürlich auch keine entsprechende Fahrgastinformation im Zug. Da es mir aufgrund der Entspanntheit des Zugpersonals auch nicht nach einer technischen Störung aussah (was ja durchaus mal vorkommen darf), gehe ich davon aus, dass Zugpersonal und/oder Fahrdienstleiter einfach schliefen. Die unzuverlässige MGB ist einfach ein Dauerärgernis. Schade, dass neben den strukturellen Problemen auch noch Missmanagement die Situation drastisch verschlimmert.
Disentis:
Aufgrund der unsäglichen und unnötigen MGB-Verspätung erreiche ich die 14:30 Uhr Gondel ab Sedrun nur durch einen Zwischenausstieg auf der Strecke des Valtgeva-SL und einem anschließenden Querschieben.
Im Skigebiet Disentis sind nun auch alle Anlagen und Pisten mit Ausnahme des Pez Ault offen. Man merkt auf den vielen unbeschneiten Pisten die prekäre Schneelage deutlich. Teilweise kommen doch einige Steine hervor. Der Dadens-SL fährt nur bis zum Mittelausstieg.
Richtig gut war nur die Piste 100 am Gendusas.

Die moderne Pendelbahn ab Sedrun nach Cuolm da Vi gefällt mir sehr gut, auch wenn sie keine Abfahrt erschließt. Die zugehörige Route sah wegen Schneemangels unfahrbar aus

Blick entlang des Cuolm da Vi-Tellerlifts

Die Piste zum Parlet-Sessel war grauenhaft. Ich glaube kaum, dass das hier frisch präpariert werden konnte

Blick aus dem Parlet-Sessel

Ausblick von er Parlet-Bergstation in Richtung Cuolm da Vi

Blick von der Zwiebelkurve des Tellerlifts auf Cuolm da Vi

Der Dadens-SL war nur bis zum Zwischenausstieg geöffnet und erschließt damit quasi nur den Teil, den man für den Wechsel zwischen den Skigebietsteilen braucht. Für den oberen Abschnitt fehlt noch enorm viel Schnee.

Blick zur Talstation des Dadens-SL

Dass die 111 am Lai Alv-Sessel geöffnet war, hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Aufgrund der schlechten Schneelage war sie aber noch sehr unruhig und hatte einige Steine

Blick auf Gendusas

Die Psite am Gendusas-Sessel selbst war noch richtig gut

Wenn man die Variante durch den „Tunnel“ wählt, fährt man dann später hier am Ponylift entlang

Blick aus dem Gendusas-Sessel

Leider muss man in Disentis ja mit der Bahn wieder ins Tal fahren, da die Talabfahrten mangels Schnee und Beschneiung geschlossen sind.
Fazit:
Den Tag heute habe ich sehr genossen. Die Reise durch die drei Teilskigebiete war sehr abwechslungsreich und fast überall waren auch die Pisten- und Schneeverhältnisse sehr gut. Vor allem die sehr guten Pisten am Gemsstock sind hier zu loben. Erstaunlich war auch, dass es heute so leer war. Damit hätte ich nicht gerechnet. Aufgrund des besseren Schnees und des geringeren Andrangs war der heutige Tag dem Gestrigen in Laax dann schlussendlich doch deutlich überlegen.
Ich freue mich schon, die Tour morgen mehr oder weniger ähnlich in die Gegenrichtung zu machen. Hierfür muss ich mir aber noch einen Plan überlegen, wie ich die notorisch unzuverlässige MGB am Nachmittag bestmöglich umgehen kann.