Wie bereits erwähnt (viewtopic.php?p=5407006#p5407006), war ich mit meinem Kollege am 18.7. eine der 13 Personen, die nach großem Sturm aus der Kabine der 1. Sektion der Weißsee Gletscherbahn mittels Hubschrauber geborgen mussten.
Wie oftmals, wurde nachmittags der Duchfahrbetrieb in der Mittelstation wegen mögliche Gewitter getrennt. Zwischen 15:20 und 15:55 haben wir die Mittelstation besichtigt, um 15:55 wurde wegen bevorstehende Gewitter mit Leerfahren der Strecke begonnen. Wir sind schnell als letzte Fahrgäste in die Kabine eingestiegen und unsere Kabine wurde mit entsprechende blaue Stange markiert (somit keine Fotos draußen der Mittelstation mehr geschafft).
Noch bei der Stütze Nr. 14 um 15:57 habe ich im Ruhe Video vom Fahrt gemacht und nichts deutete daran, was in nur ein paar Minuten kommt:
Bei der Überfahrt von Stützen 12 – 11 (höchster Punkt der 1. Teilstrecke) war zwar schon im Hintergrund Gewitter und Regen sichtbar, aber unsere Gedanken waren lediglich, ob wir noch im Trocken von der Talstation zum Auto am Parkplatz kommen.
Kurz danach, noch vor dem eigenen sichtbaren Gewitter kam plötzlich starkes Wind. Bahn wurde um 15:59 automatisch gestoppt, unsere Kabine befand sich direkt an der Rollenbatterie der Stütze Nr. 8. Der Windböe wurde immer stärker und stärker. Es begann stark zu regnen, auch kleine Hageln waren dabei, Sichtweite ist deutlich gesunken. Unsere Kabine schaukelte etwas, aber nicht so viel wie die leere Kabine auf der Bergseite, die von Seite zur Seite schaukelte (wie von viele Videos bekannt). Für bessere Stabilität sind die Kabinen mit 2 Betonblocke ausgestattet:
Angst hatten wir keinen, da wir gut wissen, dass die Klemme (in diesem Fall VR-102) zuverlässig ist.
Bald waren aber fallende große Äste von umgeliegende Bäume zu sehen, kurz danach auch fallende ganze Bäume. In gleichen Moment rüttelnte 3x unsere Kabine starke vertikale Schläge – hier hatten wir leichte Gedanken, weil wir wegen schlechte Sichtweite nicht wussten, was ist genau los und was wir noch erwarten sollen (also lieber festgehalten und keine Fotos/Video gemacht). Beobachtet habe ich auch der großen Lärche, der sich direkt neben unserer Kabine befand – er hat aber der Sturm stehend überstanden. Nach 1-2 Minuten war der stärkste Windböe vorbei, der Wind war schon etwas schwächer und so konnte ich ein paar Fotos von der Sturm machen:
In unsere Position ist kein Baum direkt auf Seil gefallen, lediglich an der Stütze Nr. 9 war eine größere Äste zu sehen:
Im Bereich von Stützen 6, 5A+B, 4 war unscharf zu sehen, dass wohl etwas schräg über die Seilbahnstrecke liegt. Bald war klar, dass wir nicht mehr mit der Kabine in der Talstation kommen. In der nächsten 1,5 Stunde donnerte und stark regnete immer noch, somit konnte nicht gleich mit der Rettungsaktion begonnen werden. Zudem ist viele Bäume (und auch Hochspannungsleitung) auch auf die einzige Zufahrtsstraße (Stubachtal Landesstraße) in Enzigerboden gefallen und diese somit gesperrt werden musste.
Gegen 17:30 Uhr war auch der Regen vorbei und die Sichtweite verbesserte sich sehr. So haben wir mit unseren Fotoapparaten das Ausmaß des Schadens ermitteln zu begonnen, Zeit dafür war genug:
Die Bäume sind alle bei dieser Ereignis gefallen:
Fortsetzung folgt…