Neues in Davos Klosters

Infrastrukturelle Neuigkeiten aus der Schweiz
Antworten
Benutzeravatar
Tiob
Fichtelberg (1214,6m)
Beiträge: 1378
Registriert: 27.11.2013 - 15:59
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: ja
Hat sich bedankt: 144 Mal
Danksagung erhalten: 389 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Tiob »

oberländer hat geschrieben: 03.08.2023 - 19:58 Was bei den nun geplanten Investitionen einmal mehr auffällt sind die grossen Unterschiede der verschiedenen Gebiete in der Grösse der Investitionen. Es entsteht einmal mehr den Eindruck, dass in Parsenn und Jakobshorn stets beträchtliche Mittel investiert werden, ins Rinerhorn bedeutend weniger, und in Pischa am liebsten gar nichts.

Die Gondelbahnen Schiffer und Rinerhorn sind das beste Beispiel dafür. Beide Bahnen sind gleich alt, beide sind von 1987. Doch während die Cash-Cow Parsenn eine komplett neue Schifferbahn bekommt, wird am Rinerhorn die nun 36jährige Anlage "nur" saniert, inkl. Sanierung der gleichalten Kabinen, anstelle diese zum Zeitpunkt der Sanierung 38jährigen Gondeli durch neue zu ersetzen.

Dass man am Rinerhorn nun gar einen neuen Lift baut, ist da fast schon als Wunder zu bewerten...

Betreffend Pischa: Dort sind die schlechten Zahlen naturgegeben. Nur mit Freeride und Winterwanderer kommt man schwierig auf einen grünen Zweig...
Das ist die Unternehmenspolitik in Davos: Die Filetstücke werden im Unternehmen geführt, während die Wackelkandidaten sich als rechtlich eigenständige Tochterunternehmen selbst tragen müssen. Für die Destination als Gesamtheit wäre es natürlich sinnvoller wenn anstatt einer weiteren Luxusinvestition ins völlig übermodernisierte Jakobshorn mal etwas in die kleineren Skigebiete fließen würde. Ich hoffe nur, dass die Geschäftsführung der DKB AG versteht, dass auch Rinerhorn, Madrisa, Pischa, und Strela, in nicht unerheblichem Umfang, dazu beitragen die vielen konzerneigenen Hotels auszulasten.

Benutzeravatar
Zottel
Punta Indren (3250m)
Beiträge: 3318
Registriert: 13.03.2006 - 16:52
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Bochum
Hat sich bedankt: 1591 Mal
Danksagung erhalten: 831 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Zottel »

HEHE hat geschrieben: 03.08.2023 - 20:48 [...] von daher wäre es schon zu überlegen den Mitteltäli wieder zu öffnen, falls der wirklich noch da stehen würde.
Im Februar stand er noch.
↓ Mehr anzeigen... ↓
Benutzeravatar
švi-nigel
Vogelsberg (520m)
Beiträge: 705
Registriert: 03.10.2020 - 15:10
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 292 Mal
Danksagung erhalten: 142 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Å¡vi-nigel »

Wenn ich dort Chef wär hätte ich Pischa damals an Didi Mateschitz verkauft. So wär das Pischa Problem für die DKB elegant gelöst gewesen, hätte sogar noch etwas Cash generiert und Davos mit Red Bulls Finanzkraft wahrscheinl erst noch nen echten Innovationsschub beschert. So wurstelt der tranige Monopolist halt auch die nächsten Jahre einfach planlos weiter auf Pischa und akquiriert zugleich lieber laufend neue fragwürdige Hotels statt sich auf die Kernaufgaben eines Bergbahnunternehmens in den Skigebieten zu konzentrieren.
398712+436512=447212
Benutzeravatar
Skipapi
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 182
Registriert: 05.03.2018 - 15:31
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 154 Mal
Danksagung erhalten: 130 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Skipapi »

Ich habe auch kritische Meinungen zu Schertenleib, aber: Die Gerüchte, dass Kaufangebote für Pischa vorgelegen hätten, wurden von der Muttergesellschaft wiederholt bestritten. Madrisa haben sie an Interessenten verkauft, von daher hat ihr Dementi eine gewisse Glaubwürdigkeit. Dass sie für den Erhalt von warmen Betten Hotels kaufen, halte ich für klug.
Parsenn steckte arg in der Klemme, als Schertenleib ans Ruder kam, es war keineswegs immer eine Goldgrube, auch das Jakobshorn hat er gross gemacht. Dass die Tochtergesellschaften selbst bestehen müssen, hat daher Berechtigung. Es soll kein Geld der rentablen Muttergesellschaft DKM mit unrentablen Nebenzweigen vernichtet werden. Ich unterstütze das kultige Rinerhorn nach Kräften, fahre lieber dort und in Madrisa, als am Jakobshorn. An Knowhow kriegen die Tochtergesellschaften ja durchaus Unterstützung von der DKM.
Auch dass das Kerngeschäft vernachlässigt würde, sehe ich nicht. Sowohl Parsenn, wie auch das Jakobshorn haben eine gute Bahn- und Beschneiungsinfrastruktur und man bemüht sich um ein gutes Angebot von frühem Saisonbeginn bis spätem Saisonende. Anfang Saison hat der Skiclub Laax in Parsenn trainiert, das zeigt doch wie gut da gearbeitet wird.
Was ich nicht verstehen kann, ist der Umgang mit der Schatzalp. Die 3 Lifte aus dem Verbund rauszuhalten und das noch auf jedes einzelne Ticket zu drucken ("ausgenommen Schatzalp"), auch auf Tageskarten für einzelne Gebiete, die ohnehin nur in diesen gelten, eine bestehende Skigebietsverbindung zurückzubauen, wo man überall nach Verbindungen strebt, ist nicht rational zu erklären, sondern nur mit dem offenbar tiefsitzenden Hass eines alten Mannes.
Ich sähe bei der Muttergesellschaft lieber mehr Investitionen bei der Parsennbahn als am Jakobshorn. Das Geld, dass dort in die neue Talabfahrt gesteckt wird, sähe ich lieber in einer Erweiterung der Beschneiung im Parsenngebiet investiert (Schwarzseealp, Parsennmäder, Gauder-Schifer).
Auch die Verbindung von Jakobshorn und Rinerhorn sähe ich gerne und bin überzeugt, dass das einen grossen Mehrwert gäbe.
Abgesehen davon ist mir die pragmatisch- fokussierte Art in Davos sympathischer als die Dampfplauderei in Laax.
Benutzeravatar
snowworld
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 384
Registriert: 31.07.2003 - 22:44
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: München
Hat sich bedankt: 25 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von snowworld »

Weiß man eigentlich mit wieviel Prozent die DKM der Familie Schertenleib gehört?
Benutzeravatar
švi-nigel
Vogelsberg (520m)
Beiträge: 705
Registriert: 03.10.2020 - 15:10
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 292 Mal
Danksagung erhalten: 142 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Å¡vi-nigel »

@Skipapi: Zum Thema Pischa/Red Bull könnten gewisse Erstheimische hier wohl noch einiges mehr sagen. Ich zweifel jdnflls nicht daran, dass da was dran is. Die fehlende Bestätigung würd auch gut zur IMHO eh intrasparenten Informationspolitik der DKB passen. Die Ansammlung von 20 (!) Hotels in einer Hand schafft iÜ ein Klumpensrisiko, insbesondere für die Destnation DK aber auch für die DKB selbst. Zudem wird dadurch à la longue eine sinnvolle Strukturbereinigung in diesem Bereich verhindert. Gesunder Wettbewerb sieht für mich jedenfalls anders aus, ganz abgesehen davon, dass die in den Hotels dauerhaft gebundnen Mittel den DKB fürs Kerngeschäft fehlen.
398712+436512=447212
Benutzeravatar
Oberpfoiz42
Massada (5m)
Beiträge: 36
Registriert: 07.02.2021 - 12:23
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 13 Mal
Danksagung erhalten: 16 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Oberpfoiz42 »

Tiob hat geschrieben: 04.08.2023 - 09:29
HEHE hat geschrieben: 03.08.2023 - 20:48 Falls der neue Tellerlift am Trainer Skilift die gleiche Kapazität hat dann OK, wenn nicht würde ich da wieder einen Bügellift vorziehen, sonst muss man da zeitweise ziemlich anstehen.
Haben denn Tellerlifte gegenüber Bügelliften einen Vorteil für Kinder und Skianfänger?
HEHE hat geschrieben: 03.08.2023 - 20:48 Bezüglich Pischa ist es sehr schade, dass die Skilifte eingestellt wurde. Dies wäre ein gutes Kinderskigebiet in Davos von daher wäre es schon zu überlegen den Mitteltäli wieder zu öffnen, falls der wirklich noch da stehen würde.
Ich wurde da sicher mit Kinder hingehen, gerade in Davos mangelt es inzwischen an einfachen Pisten für Kinder ohne Raser.
Wenn im Zuge des Klimawandels die tieferen Gebiete immer aufwändiger zu betreiben werden, wird man sich vielleicht eines Tages wieder auf die schneereichen Hänge im Flüelatal zurückbesinnen. Der Mitteltällilift würde ausreichen um 90% der Hänge im ehemaligen Gebiet wieder zu erschießen und würde das Gebiet auch für Freerider attraktiver und schneesicherer machen.
Erst mal gut dass die Lizenz der PB bis 2030 verlängert wurde, sonst wäre die kommende Saison die letzte gewesen. Bei einem Besuch letzten Winter erzählte ein alter Liftler (ich weiss, das sind nicht echt die zuverlässigsten Quellen), dass sie aus dem Grund den einen Mitteltälli-SL stehengelassen haben. Pischa soll wohl (zum Glück!!! Grüsse von der Randgruppe :D ) auf jeden Fall weiterbetrieben werden und eine gebrauchte SB hätte dann Döfji-Mitteltälli Talstation verbinden sollen. Wäre natürlich ziemlicher Murks gewesen, zum einen für die Randgruppen, die dann ohne Ski oder Board mit dem SL nicht mehr zur Bergstation gekommen wären als auch für die Pistenskifahrer, da wäre eione Trassierung über Flüelamäder-SL sehr viel logischer gewesen.
Ich nehme mal an, dass (falls diese Pläne denn tatsächlich stimmen) sich die DKM nur angeschaut hat, welcher der 4 SL im technisch besten Gesamtzustand war und diesen dann hat stehen lassen.
22/23: San Bernardino-Confin (LSAP-Skitour), Splügen, Heinzenberg, Rinerhorn, Pischa, Avers (Skitour), Warth/SkiArlberg, Loser-Altaussee, Tauplitz, Dachstein-Krippenstein, Dachsteinüberquerung, Bad Gastein, Snow Space Salzburg ... und trotz schlechter Schneelage >5o Mal Langlauf und Skitour im Oberpfälzer Wald, Steinwald, Fichtelgebirge
Benutzeravatar
Tiob
Fichtelberg (1214,6m)
Beiträge: 1378
Registriert: 27.11.2013 - 15:59
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: ja
Hat sich bedankt: 144 Mal
Danksagung erhalten: 389 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Tiob »

snowworld hat geschrieben: 04.08.2023 - 23:32 Weiß man eigentlich mit wieviel Prozent die DKM der Familie Schertenleib gehört?
Ich meine, zum Zeitpunkt der Fusion vor 20 Jahren waren es 40%.

Oberpfoiz42 hat geschrieben: 06.08.2023 - 13:41 Erst mal gut dass die Lizenz der PB bis 2030 verlängert wurde, sonst wäre die kommende Saison die letzte gewesen. Bei einem Besuch letzten Winter erzählte ein alter Liftler (ich weiss, das sind nicht echt die zuverlässigsten Quellen), dass sie aus dem Grund den einen Mitteltälli-SL stehengelassen haben. Pischa soll wohl (zum Glück!!! Grüsse von der Randgruppe :D ) auf jeden Fall weiterbetrieben werden und eine gebrauchte SB hätte dann Döfji-Mitteltälli Talstation verbinden sollen. Wäre natürlich ziemlicher Murks gewesen, zum einen für die Randgruppen, die dann ohne Ski oder Board mit dem SL nicht mehr zur Bergstation gekommen wären als auch für die Pistenskifahrer, da wäre eione Trassierung über Flüelamäder-SL sehr viel logischer gewesen.
Ich nehme mal an, dass (falls diese Pläne denn tatsächlich stimmen) sich die DKM nur angeschaut hat, welcher der 4 SL im technisch besten Gesamtzustand war und diesen dann hat stehen lassen.
Interessante Info. Das wäre eine ziemlich merkwürdige Lösung gewesen, da die Gruppe auf die man sich fokussieren will (Fussgänger Airborder etc.) keine Schlepplift benutzen können.
Skipapi hat geschrieben: 04.08.2023 - 21:25 Ich habe auch kritische Meinungen zu Schertenleib, aber: Die Gerüchte, dass Kaufangebote für Pischa vorgelegen hätten, wurden von der Muttergesellschaft wiederholt bestritten. Madrisa haben sie an Interessenten verkauft, von daher hat ihr Dementi eine gewisse Glaubwürdigkeit. Dass sie für den Erhalt von warmen Betten Hotels kaufen, halte ich für klug.
Parsenn steckte arg in der Klemme, als Schertenleib ans Ruder kam, es war keineswegs immer eine Goldgrube, auch das Jakobshorn hat er gross gemacht. Dass die Tochtergesellschaften selbst bestehen müssen, hat daher Berechtigung. Es soll kein Geld der rentablen Muttergesellschaft DKM mit unrentablen Nebenzweigen vernichtet werden. Ich unterstütze das kultige Rinerhorn nach Kräften, fahre lieber dort und in Madrisa, als am Jakobshorn. An Knowhow kriegen die Tochtergesellschaften ja durchaus Unterstützung von der DKM.

Die Strategie der letzten 20 Jahre hat aus meiner Sicht positive sowie negative Aspekte.

Positiv:

1) Man hat richtig gehandelt, indem man einen Schwerpunkt auf Investitionen in die Beschneiung gelegt hat. Die vergangenen 10 Jahre haben gezeigt, dass selbst der modernste Lift nutzlos ist, wenn einfach kein Schnee liegt.

2)Die umfassende Übernahme von Hotels hat zahlreiche warme Betten im Ort erhalten, die sonst verloren gegangen wären. Allgemein leidet Davos unter einer Überkapazität an Hotels, und ohne das WEF gäbe es vermutlich viele davon bereits nicht mehr. Die DKB entwickeln sich zwar immer mehr zu einem dominierenden Monopolisten im Ort, aber bisher scheint dies Davos mehr zu nutzen als zu schaden.

3)Man ist solide finanziert, wirtschaftlich erfolgreich und hat nie die öffentliche Hand zur Finanzierung herangezogen. Risikoreiche Unternehmungen wie der "Hammer Deal" vor einigen Jahren werden vermieden.

4)Die DKB scheinen aufrichtig bemüht zu sein, ihren Kunden attraktive Angebote zu bieten. Ein herausragendes Beispiel dafür ist die außergewöhnlich frühe Öffnung der Skigebiete, sobald es die Wetterbedingungen erlauben.

Negativ:

1)Die einseitige Fokussierung auf Investitionen am Jakobshorn: Obwohl dieses Gebiet mittlerweile übermodernisiert ist (und meiner Meinung nach auch ziemlich langweilig), fließen jährlich Luxusinvestitionen in das Jakobshorn, während andere Gebiete dringenderes Geld benötigen. Es scheint, dass das Jakobshorn aus emotionalen Gründen der Familie Schertenleib bevorzugt wird. Selbst bei finanzieller Argumentation sollte der Großteil der Mittel eigentlich in die Cashcow Parsenn investiert werden. Die Krönung wäre der komplette Neubau der zweiten Sektion der Jakobshornbahn gewesen. Glücklicherweise hat die Corona-Pandemie die DKB hier zur Vernunft gebracht…

2)Die bewusste Ausgrenzung von Schatzalp/Strela: Die Entscheidung, eine bestehende Verbindungsbahn abzureißen, ist nach der Toggenburg-Geschichte der zweitabsurdeste Seilbahnstreit in der Schweiz. Hier scheint ein persönlicher Zwist zwischen den beiden Hauptakteuren im Hintergrund ausschlaggebend zu sein. Dabei schadet man bewusst dem Ort, der Destination, den Aktionären und letztlich auch sich selbst.

3)Die "kleinen" Gebiete werden zurückgehalten: Ja, Pischa und Rinerhorn sind abgelegen, und ja, es findet scheinbar ein Know-how-Transfer zu den Tochterunternehmen statt. Außerdem gibt es mit Sicherheit Synergien die genutzt werden. Dennoch bleiben beide Gebiete weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, da sie sämtliche Investitionen aus ihrem Cashflow finanzieren müssen, was Großprojekte unmöglich macht. Wenn die DKB sich nicht finanziell engagieren wollen, sollten sie die Gebiete loslassen und ihnen die Chance zur eigenständigen Entwicklung geben. Bezeichnend ist, dass die DKB für die neue Beschneiung auf dem Rinerhorn nur ein geringes Darlehen von 1 Million CHF zur Verfügung gestellt haben. Auf der Madrisa lief es jahrelang genauso, wie an der Sparvariante der Zubringerbahn zu sehen ist. Investitionen und Visionen wurden stets blockiert, mit dem Vorwand, dass die Ertragslage dies nicht zulasse. Ich vermute, dass in Klosters der politische Druck irgendwann zu groß wurde, woraufhin glücklicherweise die Investorengruppe zum Zug kam. Es scheint, als ob die DKB unliebsame Konkurrenz zu Jakobshorn und Parsenn bewusst kleinhalten möchten. Ich habe bereits oft gehört, dass Leute während ihres Aufenthalts in Davos nur auf Parsenn und Jakobshorn gehen und das Rinerhorn meiden, da es dort nur Schlepplifte gibt…

4)Mangelnde Visionen: Einst gehörte Davos zu den Top-Destinationen und Pionieren der Alpen, mit Strahlkraft weit über Graubünden hinaus. Diese Zeit ist leider vorbei. Egal, ob ALH mit der Verbindungsbahn, FLF mit der Revolution am Berg, Zermatt mit der 3S, oder Grindelwald mit der V-Bahn – überall wird in die Zukunft investiert und mit Leuchtturmprojekten eine Weiterentwicklung angestrebt. In Davos hingegen wird seit 20 Jahren nur der Bestand verwaltet oder das Angebot sogar kontinuierlich reduziert. Warum wird die einzigartige Küblis-Abfahrt zur Route degradiert, obwohl die Gemeinden bereits Interesse an Beschneiung signalisiert haben? Warum wird die Verbindung Jakobshorn-Rinerhorn nicht weiterverfolgt, obwohl dadurch das Jakobshorn attraktiver und das Rinerhorn besser ausgelastet würde? In Davos fehlt es einfach an Mut für Neuerungen, und vieles bleibt weit hinter seinem Potential zurück.
Benutzeravatar
intermezzo
Wildspitze (3774m)
Beiträge: 3914
Registriert: 08.08.2006 - 14:32
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Ferrania presso Basilea
Hat sich bedankt: 466 Mal
Danksagung erhalten: 1959 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von intermezzo »

švi-nigel hat geschrieben: 05.08.2023 - 09:42 @Skipapi: Zum Thema Pischa/Red Bull könnten gewisse Erstheimische hier wohl noch einiges mehr sagen(...)
Wer oder was sind Erstheimische?

Benutzeravatar
hitparade
Vogelsberg (520m)
Beiträge: 729
Registriert: 29.10.2018 - 08:43
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: ZH / GR
Hat sich bedankt: 465 Mal
Danksagung erhalten: 645 Mal
Kontaktdaten:

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von hitparade »

intermezzo hat geschrieben: 07.08.2023 - 11:22
švi-nigel hat geschrieben: 05.08.2023 - 09:42 @Skipapi: Zum Thema Pischa/Red Bull könnten gewisse Erstheimische hier wohl noch einiges mehr sagen(...)
Wer oder was sind Erstheimische?
Erstheimische sind wohl alle, die ihren Erstwohnsitz in Davos/Klosters haben, also auch solche, die nicht dort aufgewachsen sind.
Meine Berichte findet man seit 23.11.23 in einem anderen Forum
Benutzeravatar
ski-chrigel
Ski to the Max
Beiträge: 19500
Registriert: 18.10.2010 - 09:43
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Zentralschweiz/Graubünden
Hat sich bedankt: 2766 Mal
Danksagung erhalten: 11905 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von ski-chrigel »

Tiob hat geschrieben: 07.08.2023 - 11:05 In Davos hingegen wird seit 20 Jahren nur der Bestand verwaltet oder das Angebot sogar kontinuierlich reduziert. […] In Davos fehlt es einfach an Mut für Neuerungen, und vieles bleibt weit hinter seinem Potential zurück.
Mal abgsehen davon, dass ich Deine Zusammenfassung absolut treffend finde und ihr vollumfänglich zustimme, wurde mir Dein letzter Absatz erst jetzt bewusst. Stimmt total! Ich bin in den letzten Jahren immer mehr zum Fan von Davos geworden, während ALH bei mir immer weiter an Anziehungskraft verliert. Nicht zuletzt auch wegen der herbstlichen Öffnungspolitik. Aber ja, wirklich eine Vision oder einen Leuchtturm gibt es in Davos nie. Auch wenn Laax oft in der Kritik steht, da ist Gurtner dem Schertenleib weit und immer wieder voraus. Aktuell grad mit dem Flem-Express. Eine Verbindung Jakobshorn-Rinerhorn werde ich wohl nicht mehr erleben. Das neue und mutige Rope-System hingegen schon in vier Monaten.
Meine Berichte findet man seit 23.11.23 in einem anderen Forum
oberländer
Vogelsberg (520m)
Beiträge: 628
Registriert: 05.09.2009 - 13:16
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 97 Mal
Danksagung erhalten: 45 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von oberländer »

Es müssen ja nicht immer nur neue Bahnen sein. Es können auch andere spannende Projekte für das Ganzjahresgeschäft sein.

Arosa hat das Bärenland, Laax z. B. den Baumwipfelpfad, am Flumserberg gibt es Seilparks, Rodelbahnen usw... Alles Dinge, die die Kunden anlocken, sowohl im Winter als auch im Sommer. Was finde ich in Davos aktuell im Sommer, was aus der Masse heraussticht?

Alleine in der Schweiz hat sich ein Berggebiet nach dem anderen ein USB einrichten können. In Davos finde ich nichts ausser Wintersport, selbst das immer wichtiger werdende Sommergeschäft wird von den Davosern bisher kaum aktiv beworben. Und im Wintersport gibt es einfach das klassische neue Bahn-ersetzt alte Bahn; alles was die Konkurrenz auch macht.

Gurtner in Laax ist für mich ein Dampfplauderi. Aber er kann (sich) verkaufen, er liefert und er setzt um. Sommergeschäft wurde massiv ausgebaut, unlängst der tolle Baumwipfelpfad, nun folgt das Robe-Taxi. Resultat: Im Sommer ist Laax besser besucht als Davos. Geht es so weiter, dann bald auch im Winter...
Benutzeravatar
sheridan
Nebelhorn (2224m)
Beiträge: 2312
Registriert: 06.01.2020 - 22:12
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: ja
Hat sich bedankt: 380 Mal
Danksagung erhalten: 1325 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von sheridan »

Ich sehe Davos immer noch als eine Top-Destination. Die Auslastung der Hotels war in der letzten Saison ziemlich gut, als Kurzfristbucher war es schwierig, noch ein freies Zimmer zu finden. Mit den Hotels bespielen die DKB eben die gesamte Wertschöpfungskette, Laax macht das auch nicht anders. Ob es wirklich ein Leuchtturm-Projekt braucht .. eine Lupenstütze wie in Zermatt eher nicht. Dann lieber eine schlagkräftige Beschneiung, die war letzten Winter Gold wert. Das Nachtangebot am Rinerhorn ist top. Davon abgesehen würde ein Sessellift die Attraktivität deutlich erhöhen. Das war auch der Grund, warum ich früher nie am Rinerhorn war. Pischa ist ziemlich tot, auch wenn hier einige der Realität nicht ins Auge blicken wollen.
Benutzeravatar
Firnfan
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 422
Registriert: 15.08.2007 - 09:00
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Zürich / Graubünden
Hat sich bedankt: 40 Mal
Danksagung erhalten: 147 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Firnfan »

Ob man es gut findet oder nicht, es ist einfach ein verständliches unternehmerisches Handeln der Bergbahnen. Wenn ich dort Chef wäre, hätte ich Pischa den Stecker schon längst gezogen und dafür versucht, die Attraktivität des Rinerhorns zu steigern. Dort liegen ungenützte Kapazitäten rum.
Da bin ich anderer Ansicht: Aktuell generiert Pischa einen positiven Cash Flow - dieser reicht zwar zugegebenermassen nicht für die Finanzierung einer neuen Bahn, aber solange mit diesem Minibetrieb im Winter noch Cash generiert werden kann (weil keinerlei Investitionen anfallen), macht der Weiterbetrieb bis 2030 auch ökonomisch Sinn.
Free Speech - auch im Alpinforum …
Benutzeravatar
Firnfan
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 422
Registriert: 15.08.2007 - 09:00
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Zürich / Graubünden
Hat sich bedankt: 40 Mal
Danksagung erhalten: 147 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Firnfan »

Skipapi hat geschrieben: 04.08.2023 - 21:25 Ich habe auch kritische Meinungen zu Schertenleib, aber: Die Gerüchte, dass Kaufangebote für Pischa vorgelegen hätten, wurden von der Muttergesellschaft wiederholt bestritten. Madrisa haben sie an Interessenten verkauft, von daher hat ihr Dementi eine gewisse Glaubwürdigkeit. Dass sie für den Erhalt von warmen Betten Hotels kaufen, halte ich für klug.
Parsenn steckte arg in der Klemme, als Schertenleib ans Ruder kam, es war keineswegs immer eine Goldgrube, auch das Jakobshorn hat er gross gemacht. Dass die Tochtergesellschaften selbst bestehen müssen, hat daher Berechtigung. Es soll kein Geld der rentablen Muttergesellschaft DKM mit unrentablen Nebenzweigen vernichtet werden. Ich unterstütze das kultige Rinerhorn nach Kräften, fahre lieber dort und in Madrisa, als am Jakobshorn. An Knowhow kriegen die Tochtergesellschaften ja durchaus Unterstützung von der DKM.
Auch dass das Kerngeschäft vernachlässigt würde, sehe ich nicht. Sowohl Parsenn, wie auch das Jakobshorn haben eine gute Bahn- und Beschneiungsinfrastruktur und man bemüht sich um ein gutes Angebot von frühem Saisonbeginn bis spätem Saisonende. Anfang Saison hat der Skiclub Laax in Parsenn trainiert, das zeigt doch wie gut da gearbeitet wird.
Was ich nicht verstehen kann, ist der Umgang mit der Schatzalp. Die 3 Lifte aus dem Verbund rauszuhalten und das noch auf jedes einzelne Ticket zu drucken ("ausgenommen Schatzalp"), auch auf Tageskarten für einzelne Gebiete, die ohnehin nur in diesen gelten, eine bestehende Skigebietsverbindung zurückzubauen, wo man überall nach Verbindungen strebt, ist nicht rational zu erklären, sondern nur mit dem offenbar tiefsitzenden Hass eines alten Mannes.
Ich sähe bei der Muttergesellschaft lieber mehr Investitionen bei der Parsennbahn als am Jakobshorn. Das Geld, dass dort in die neue Talabfahrt gesteckt wird, sähe ich lieber in einer Erweiterung der Beschneiung im Parsenngebiet investiert (Schwarzseealp, Parsennmäder, Gauder-Schifer).
Auch die Verbindung von Jakobshorn und Rinerhorn sähe ich gerne und bin überzeugt, dass das einen grossen Mehrwert gäbe.
Abgesehen davon ist mir die pragmatisch- fokussierte Art in Davos sympathischer als die Dampfplauderei in Laax.
Ich kann eigentlich alles unterschreiben, was Skipapi geschrieben hat. V.a. teile ich das Unverständnis, dass m.E. viel zu viel in das Jakobshorn investiert wird. 9 von 10 meiner Bekannten favorisieren das Parsenngebiet deutlich, ist m.E. auch stets viel besser frequentiert. Die neue, anspruchsvolle Talabfahrt beim Jakobshorn wird m.E. keinen einzigen Zusatzgast generieren, ich verstehe daher diese Investition ökonomisch nicht. Und genau wie Skipapi würde ich die sehr attraktiven Pisten Gauder-Schiffer und Parsennmäder (inkl. Verbindung zur Schwarzseealp) technisch beschneien, dies würde einen effektiven Mehrwert für ein sehr grosses Publikum generieren.
Free Speech - auch im Alpinforum …
Benutzeravatar
Firnfan
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 422
Registriert: 15.08.2007 - 09:00
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Zürich / Graubünden
Hat sich bedankt: 40 Mal
Danksagung erhalten: 147 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Firnfan »

2)Die umfassende Übernahme von Hotels hat zahlreiche warme Betten im Ort erhalten, die sonst verloren gegangen wären. Allgemein leidet Davos unter einer Überkapazität an Hotels, und ohne das WEF gäbe es vermutlich viele davon bereits nicht mehr. Die DKB entwickeln sich zwar immer mehr zu einem dominierenden Monopolisten im Ort, aber bisher scheint dies Davos mehr zu nutzen als zu schaden.
Ja, diesbezüglich muss man der DKB wohl laut "DANKE" sagen. Einige Hotels wären sonst in die Hände von Eigentümern geraten, die dem Berg- und Wintersport keinen Nutzen stiften. Dank DKB werden die Hotels gut geführt und auf die Zielgruppe der Bergbahnennutzer ausgerichtet.
Free Speech - auch im Alpinforum …
Benutzeravatar
Firnfan
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 422
Registriert: 15.08.2007 - 09:00
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Zürich / Graubünden
Hat sich bedankt: 40 Mal
Danksagung erhalten: 147 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Firnfan »

Im Sommer ist Laax besser besucht als Davos. Geht es so weiter, dann bald auch im Winter...
Eigentlich unverständlich, denn Davos mit all seinen Tälern und den höheren Bergen kann im Sommer abgesehen vom unschlagbar schönen Cauma-See deutlich mehr bieten als Laax (und Lenzerheide), das Wandergebiet ist zb ein x-faches vielfältiger und landschaftlich attraktiver, zudem kann es stets mit 10 im Sommer laufenden Bergbahnen genutzt werden. Richtig ist leider, dass Davos das Visionäre fehlt (was ich im Winter bezüglich dem vernünftigen Präferierien der Beschneiungsstragegie versus allerneueste Bahnen bevorzuge und schätze). Folgende in den letzten Jahren in anderen Tourismusorten etablierte Einrichtungen hätten Davos ebenfalls geholfen, im Sommer (noch) attraktiver zu werden:

a. Ein Baumwipfelpfad (Laax)
b. Der Wasserweg mit den "Architektur-Brücken" (Flims) - zb ein Flusswanderweg im Sertigtal (dort verläuft der einzige Talwanderweg mehrheitlich im Wald, wenig attraktiv angelegt).
c. Verkehrsfreie Rollski-Rundkurse (Biathlon-Arena Lantsch)
d. Eine flowige-leichte Mountainbike-Abfahrt ab Parsenn-Höhenweg (der Kiesweg von dort nach Davos ist seit 2 Jahren gesperrt, weiss der Gugger warum - und so gibt es tatsächlich von dort her keine Möglichkeit, nach Davos runterzufahren (ausser einem für die meisten zu anspruchsvollen Trail nach Meierhof hinunter) - bezüglich flowigen & en-famille-fahrbaren Trails ist das Oberengadin deutlich attraktiver. Eine Variante wäre zb auch eine attraktive MTB-Talrunde (zB Laret oder Wolfgang - Glaris), verkehrsfrei und für die ganze Familie, à la Lenzerheide.
f. Seebadi müsste für Kinder attraktiver sein, wie zB in der Lenzerheide.
g. Und ja, die Bärenidee hätte sicher auch in Davos funktioniert, zieht viele Familien an.
h. Attraktiv bebaute Bergbahnenparkplätze (wie zb Rock Resort in Laax, Revier in der Lenzerheide, Resort in Brigels, ...)

Die Liste liesse sich sicherlich noch gut verlängern.
Free Speech - auch im Alpinforum …

Schleitheim
Fichtelberg (1214,6m)
Beiträge: 1480
Registriert: 13.10.2012 - 11:11
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 53 Mal
Danksagung erhalten: 629 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Schleitheim »

Im Sommer ist Laax besser besucht als Davos. Geht es so weiter, dann bald auch im Winter...
Diese Aussage ist so einfach nicht richtig. Im Sommer 2022 hatte die Destination Davos Klosters 445’020 Logiernächte und Flims Laax nur 220’697, also ziemlich genau die Hälfte. Vor Corona hatte Davos sogar um den Faktor 3 mehr Logiernächte im Sommer.

Quelle: https://www.gr.ch/DE/institutionen/verw ... 5-2023.xls
Skitage 23/24: 5 (5×Zermatt)
Skitage 22/23: 41 (18×4 Vallées, 5×Adelboden-Lenk, 4×Corviglia, je 3×Zermatt, Aletsch Arena, je 2×Flumserberg, je 1×Cervinia, Grindelwald-Wengen, Engelberg, Corvatsch, Chamonix, Saanenland)
Skitage 21/22: 61, Skitage 20/21: 112, Skitage 19/20: 38, Skitage 18/19: 37, Skitage 17/18: 28, Skitage 16/17: 22, Skitage 15/16: 17, Skitage 14/15: 20, Skitage 13/14: 19, Skitage 12/13: 19, Skitage 11/12: 14, Skitage 10/11: 16, Skitage 09/10: 13
↓ Mehr anzeigen... ↓
Benutzeravatar
schafruegg
Feldberg (1493m)
Beiträge: 1606
Registriert: 17.10.2012 - 13:05
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 398 Mal
Danksagung erhalten: 633 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von schafruegg »

Danke Firnfan und auch Tiob für eure sehr guten Inputs und Zusammenfassung. Ihr bringt es tatsächlich sehr gut auf den Punkt.

Davos Klosters ist unbestritten eine Top Destination. Sie legt in meinen Augen Wert auf das eigentliche Hauptprodukt, das Skifahren & Snowboarden. Schneesport! Schneesport wie zur Ursprungszeiten ist wohl etwas übertrieben, aber schlussendlich ist das die Kernkompetenz der Skigebiete. Ich schätze es extrem, dass es noch solche Gebiete gibt wo der Skifahrer wirklich willkommen ist und mit guten Services wie früher Öffnung, sehr guter Schneeanlage, sehr guter Pistenpräparation und verlässlichen Bahnen betreut wird. Da braucht es gar kein grosses Marketinggelaber oder weissichfürwelche Visionen à la Flem-Express, AL-Verbindungsbahn (wobei das schon mehr als passé ist, diesen Winter jährt sich die Verbindung zum 10. Mal), 90 Grad drehender Sessel, drehende Kabinen oder ähnliches wie x Gourmettempel auf dem Skifahr-Berg. Mit der zunehmenden Bespielung grosser Teile der touristischen mit Restaurants, Hotels und vielleicht bald auch Skischule (?;)) jedoch positionieren sich die DKB somit step by step auch für Zeiten wo der Wintertourismus nicht mehr wachsen, sondern schrumpfen wird. Doch zuerst wird mal noch skigefahren, und das ist gut so!

Zurück zum Thema: Etwas mehr Rinerhorn, etwas weniger Jakobshorn dafür noch mehr Parsenn. Einem solchen zukünftigen Investitionsplan stimme ich ebenfalls zu.

Jetzt stellt euch mal vor, die Davoser Touristiker hätten dasselbe ausgeprägte visionäre Denken wie die Laaxer, Aroser oder Zermatter. Gepaart mit der sehr guten Ausgangslage gäbe das ein noch viel besseres und gefragteres Gebiet als es schon ist. Die Kirche darf gerne im Dorf respektive in der Stadt belassen werden. Oder heute würde man neudeutsch ausgedrückt von einer ziemlich nachhaltigen Destinationsentwicklung sprechen.
oberländer
Vogelsberg (520m)
Beiträge: 628
Registriert: 05.09.2009 - 13:16
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 97 Mal
Danksagung erhalten: 45 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von oberländer »

Schleitheim hat geschrieben: 09.08.2023 - 17:04
Im Sommer ist Laax besser besucht als Davos. Geht es so weiter, dann bald auch im Winter...
Diese Aussage ist so einfach nicht richtig. Im Sommer 2022 hatte die Destination Davos Klosters 445’020 Logiernächte und Flims Laax nur 220’697, also ziemlich genau die Hälfte. Vor Corona hatte Davos sogar um den Faktor 3 mehr Logiernächte im Sommer.

Quelle: https://www.gr.ch/DE/institutionen/verw ... 5-2023.xls
Ich habe mich nicht auf die Logiernächte bezogen, sondern auf den Tagesausflug. Dieses Segment ist gerade dank der guten Erreichbarkeit ab Landquart ebenfalls sehr wichtig. Und da habe ich den subjektiven Eindruck, dass Laax da "voller" ist...
schafruegg hat geschrieben: 09.08.2023 - 17:27 Davos Klosters ist unbestritten eine Top Destination. Sie legt in meinen Augen Wert auf das eigentliche Hauptprodukt, das Skifahren & Snowboarden. Schneesport! Schneesport wie zur Ursprungszeiten ist wohl etwas übertrieben, aber schlussendlich ist das die Kernkompetenz der Skigebiete. Ich schätze es extrem, dass es noch solche Gebiete gibt wo der Skifahrer wirklich willkommen ist und mit guten Services wie früher Öffnung, sehr guter Schneeanlage, sehr guter Pistenpräparation und verlässlichen Bahnen betreut wird.
Das schätze ich grundsätzlich auch. Nur bitte zwei Punkte beachten:
-Den von Dir beschriebenen Service bieten andere Gebiete auch.
-Der Klimawandel macht auch vor Davos nicht halt. Natürlich ist in Davos aufgrund der Höhenlage das Problem nicht so schlimm wie in den Voralpen. Aber auch da wird man sich langsam aber sicher Gedanken machen müssen, was man dem Touristen und Hotelgast ausser dem Schneesport noch anbieten kann und will. Je früher man damit anfängt, desto einfacher wird der in den nächsten Jahrzehnten kommende Übergang werden. Die "Nachbarn" Laax, Lenzerheide; aber auch alle anderen grossen vergleichbaren Schweizer Skigebiete haben damit schon lange angefangen, bzw. sind nach meinem subjektiven Eindruck weiter als Davos... Möglichkeiten haben die Davoser genug. Aber man muss das Potential nutzen...
Benutzeravatar
Tiob
Fichtelberg (1214,6m)
Beiträge: 1378
Registriert: 27.11.2013 - 15:59
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: ja
Hat sich bedankt: 144 Mal
Danksagung erhalten: 389 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Tiob »

schafruegg hat geschrieben: 09.08.2023 - 17:27 oder ähnliches wie x Gourmettempel auf dem Skifahr-Berg.
Eine etwas bessere Gastronomie in den Skigebieten wäre schon wünschenswert. Richtig gute Restaurants findet man in Davos eher nicht. Das ist in Zermatt, Arosa, oder St Moritz beispielsweise anders. Andererseits ist die Klientel in Davos vielleicht auch anders. Außerdem gehören nicht alle Bergrestaurants den Bergbahnen. Also man kann es ihnen hier nicht komplett in die Schuhe schieben.
Firnfan hat geschrieben: 09.08.2023 - 09:45 a. Ein Baumwipfelpfad (Laax)
b. Der Wasserweg mit den "Architektur-Brücken" (Flims) - zb ein Flusswanderweg im Sertigtal (dort verläuft der einzige Talwanderweg mehrheitlich im Wald, wenig attraktiv angelegt).
c. Verkehrsfreie Rollski-Rundkurse (Biathlon-Arena Lantsch)
d. Eine flowige-leichte Mountainbike-Abfahrt ab Parsenn-Höhenweg (der Kiesweg von dort nach Davos ist seit 2 Jahren gesperrt, weiss der Gugger warum - und so gibt es tatsächlich von dort her keine Möglichkeit, nach Davos runterzufahren (ausser einem für die meisten zu anspruchsvollen Trail nach Meierhof hinunter) - bezüglich flowigen & en-famille-fahrbaren Trails ist das Oberengadin deutlich attraktiver. Eine Variante wäre zb auch eine attraktive MTB-Talrunde (zB Laret oder Wolfgang - Glaris), verkehrsfrei und für die ganze Familie, à la Lenzerheide.
f. Seebadi müsste für Kinder attraktiver sein, wie zB in der Lenzerheide.
g. Und ja, die Bärenidee hätte sicher auch in Davos funktioniert, zieht viele Familien an.
h. Attraktiv bebaute Bergbahnenparkplätze (wie zb Rock Resort in Laax, Revier in der Lenzerheide, Resort in Brigels, ...)

Die Liste liesse sich sicherlich noch gut verlängern.
Ich hätte noch ein paar Ideen:

i. Autofreie Seitentäler, die von einem für Gästekartenbesitzer kostenlosen Elektro/Wasserstoffbus bedient werden.
j. Eine Fußgängerzone in der Innenstadt (unendliche Geschichte, ich weiß :rolleyes: )
k. Ein Klettersteig bspw. im Rätikon
l. Eine Aussichtsplattform auf dem Weissfluhgipfel (soll ja gebaut werden) und einem Metallsteg für Tiefblicke (wie bspw. auf dem Nebelhorn), dazu ein Gipfelerlebnispfad über die ganzen technischen Geräte dort oben (z.B. Wetterradar).
m. Eine spektakuläre Verbindungsbahn Strelapass-Wasserscheide oder Hubel-Jatz die auch im Sommer als Erlebniss vermarktet wird bspw. mit Bungee Jumping
n. Wanderpauschalen für Mehrtageswanderung in Kooperation mit anderen Destinationen zum Beispiel für eine Rundtour nach Arosa
o. Ausbau des Campingplatzes am Rinerhorn und Neubau eines Campingplatzes an der Talstation der Pischa

Die tolle Idee einer Hängebrücke über den Schiatobel, deren Finanzierung sogar schon gesichert war, ist leider 2020 gescheitert:

https://deuringoehninger.ch/wp-content/ ... s_Wild.pdf

Ideen für Davos-Klosters könnt ihr übrigens auf folgender Plattform an die Tourismusorganisation übermitteln:
https://www.innovation-davosklosters.ch/
Benutzeravatar
schafruegg
Feldberg (1493m)
Beiträge: 1606
Registriert: 17.10.2012 - 13:05
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 398 Mal
Danksagung erhalten: 633 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von schafruegg »

Tiob hat geschrieben: 10.08.2023 - 11:31 Ideen für Davos-Klosters könnt ihr übrigens auf folgender Plattform an die Tourismusorganisation übermitteln:
https://www.innovation-davosklosters.ch/
Go go go. Alles eingeben! Da sind einige ganz spannende Ideen darunter. Ich befürworte vor allem die destinationsübergreifenden Angebote! Das hat in meinen Augen Zukunft und gehört definitiv zum Potenzial in Graubünden. Im Winter gibts mit dem Snowpass bereits einen ersten Ansatz dazu, auch wenn hier die Bergbahnen Graubünden und Marcus Gschwend stark im Lead sind. Entspricht natürlich nicht dem Hauptauftrag der einzelnen DMos. Da müsste der Anstoss resp. die Innovation vom GRF, RhB und Postauto kommen.
Benutzeravatar
Firnfan
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 422
Registriert: 15.08.2007 - 09:00
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Zürich / Graubünden
Hat sich bedankt: 40 Mal
Danksagung erhalten: 147 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Firnfan »

i. Autofreie Seitentäler, die von einem für Gästekartenbesitzer kostenlosen Elektro/Wasserstoffbus bedient werden.
Evt ein Mü off-topic, erlaube mir dennoch einen kurzen Kommentar hierzu: Ja, ich würde es sehr schätzen, wenn die beiden traumhaften Seitentäler autofrei wären, wäre eine Aufwertung und dank öV-Erschliessung m.E. gut machbar. Oder mindestens sollten die privaten Autos an einer Schranke eine recht stolze Gebühr bezahlen müssen (zb CHF 30), damit sie nicht zwecks Einsparung der Bus-Gebühr (CHF 5/Person) bis zum Talende fahren.
Free Speech - auch im Alpinforum …
Benutzeravatar
Tiob
Fichtelberg (1214,6m)
Beiträge: 1378
Registriert: 27.11.2013 - 15:59
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: ja
Hat sich bedankt: 144 Mal
Danksagung erhalten: 389 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von Tiob »

Bilder vom Bau der neuen Piste auf dem Jakobshorn:

Bild

Bild


Der Baufortschritt kann auch über die Schatzalp Webacam verfolgt werden:

https://www.schatzalp.ch/test/Cams.htm
Benutzeravatar
schafruegg
Feldberg (1493m)
Beiträge: 1606
Registriert: 17.10.2012 - 13:05
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 398 Mal
Danksagung erhalten: 633 Mal

Re: Neues in Davos Klosters

Beitrag von schafruegg »

Ich freu mich schon sehr auf diese Piste. Könnte geil werden.

Antworten

Zurück zu „Schweiz“