valdebagnes hat geschrieben: 09.09.2023 - 07:15 (...)
Zudem nervt mich die zunehmende Vermenschlichung der Tiere. Kommt beim Kindergeburtstag ein oder zwei Hunde dazu fragt man sich, wer hier eigentlich die meiste Aufmerksamkeit bekommt.
Da stimme ich einen Bekannten zu der mal treffend sagte: „Das letzte Kind hat Fell“.
Naja, wenn die Rehkitze im Alter von ein paar Tagen zu den Menschen kommen und dann zunächst mit der Flasche aufgezogen werden und dann bequem mit Äpfeln, Bananen usw. gefüttert werden, dann klappt es nämlich nicht mehr mit der Auswilderung.
Zum einen gibt es im Wald keine Bananen, zum anderen haben die Rehe, wenn sie bei den Menschen wohnen, keinen Stress, weil sie keinen Raubtieren davonlaufen müssen und dann haben sie auch stets Schutz bei Unwettern.
Ich habe jetzt mal ein bisschen gegoogelt und diejenigen, die sich Rehe als Haustiere halten, sagen übereinstimmend, dass, wenn sie mit ihren Rehen im Wald spazieren gehen, kein Raubtier es wagt ein Reh anzugreifen, wenn der Mensch unmittelbar daneben steht.
Einige Leute halten sich sogar schon Hirsche, die deutlich größer sind als Rehe, als Haustiere.
Ich habe mal auf Youtube in der Suche "pet deer" eingegeben, also Haustier Reh / Hirsch, worauf mir eine Fülle von Videos angezeigt wurde (Die Amerikaner verwenden den Begriff deer für Hirsche und Rehe, da es in den USA die Rehe, die wir hier in Europa haben, in freier Natur nicht gibt).
https://www.youtube.com/watch?v=kqUgMJ9bW5w
In dem Video, das mir von Youtube vorgeschlagen wurde, haben die Besitzer ihre Hirschkuh Rosie genannt.
Sie schreiben u.a. "Rosie isn´t like the other wild animals. She prefers to stay indoors."
Man muss sich also, wenn man ein Reh oder einen Hirsch, der wenige Tage alt ist, bei sich aufnimmt um ihn zu retten, darüber im Klaren sein, dass es keinesfalls sicher ist, dass eine Auswilderung klappt.
In dem Video wird auch festgestellt, dass sich die Hirschkuh Rosie wie ein Hund verhält. Sie liegt auf der Wohnzimmercouch, sie liegt im Bett, sie ist stubenrein, sie sitzt mit am Küchentisch, sie spielt mit den Menschen, sie albert mit den Menschen herum und ist ein echter Teil der Familie, so wie ein Mensch.
Wenn man sich das Video anguckt, dann sieht man, dass von der Größe her die ausgewachsenen Hirschkuh ungefähr vergleichbar ist mit einem Bernhardiner.
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Hier in München habe ich noch keinen gesehen, der mit einem Reh oder einem Hirsch als Haustier in der U-Bahn oder S-Bahn unterwegs ist, räume aber ein, dass ich einigermaßen verblüfft wäre, wenn jemand mit einem Reh in die U-Bahn oder S-Bahn einstiege.