Auswandern in die Berge

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Bergsucht
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Auswandern in die Berge

Beitrag von Bergsucht »

Hallo Alpinfreunde ;D ,

ich war früher oft hier unterwegs, habe eure begeistert Alpinberichte gelesen, ich würde jetzt gern euer Feedback bzw. Ratschläge hören. Ich plane mittelfristig von Leipzig in die Alpen auszuwandern.

Kurz zu mir, ich bin Ende 30, ich war früher (Anfang – Ende 20) viel in den Bergen unterwegs im Erzgebirge, Sächsische Schweiz, dem Harz und viel in Österreich und Südtirol, oft auch nur 1 Tag oder für ein Wochenende. Egal ob zum Wandern, klettern, Bergsteigen und im Winter zum Skifahren. Ich lernte damals meine damalige Freundin kennen und wir entschlossen uns nach Hamburg zu ziehen, auch beruflich bedingt. Leider hat darunter dann etwas meine Bergliebe gelitten, denn für ein Tagestrip waren die Berge zu weit weg, meine damalige Partnerin teilte auch nicht unbedingt meine Hobbys und statt zum wandern nach Österreich ging es nun eher auf die Inseln im Mittelmeer , war auch nicht schlecht – aber die Erfüllung war es für mich nicht. Meist blieb nur der Winterurlaub mit den Freunden in den Dolomiten, leider hat es aber in den letzten beiden Jahren nicht mehr funktioniert das eine Gruppe zu Stande kam, ich war nun letzte Woche allein am Kronplatz, Cortina, der SellaRonda und Co unterwegs.

Nach der Trennung von meiner Partnerin steht für mich nun fest, dass ich einen Neustart brauche und meine 2 Lebenshälfte gern in die Alpen verlegen möchte. Nach der Arbeit rauf in die Berge, am Wochenende fix auf die Pisten vor die Haustür, im Sommer schnell mal an den Gardasee, Venedig und Co – das alles lockt mich sehr.
Wohin soll es genau gehen? Am liebsten nach Südtirol, hatte auch mal einen italienisch Kurs in der VHS abgelegt, von fließend sprechend aber noch weit entfernt. Realistisch betrachtet kommt für mich eher Tirol, Osttirol in Frage. Für andere Gegenden bin ich auch offen. Geschockt war ich beim recherchieren von den Immobilienpreise, teilweise finden sich hier Hamburger Verhältnisse wieder^^. Der Traum von kleinen Häuschen bzw Wohnung am Berg, habe ich schon abgelegt. Selbst 3 oder 4 Zimmer Wohnungen in und um Innsbruck sind rar und von preiswert weit entfernt.

Beruflich gesehen habe ich einen Meistertitel und will noch den technischen Betriebswirt ablegen, diese beiden Titel werden in Österreich auch anerkannt und sollten mir helfen beruflich Fuß zu fassen.

Vielleicht gibt es hier auch einige, die diesen Schritt gewagt haben, gern höre ich eure Erfahrungsberichte an, ob ihr es bereut habt, ob ihr was anders machen würdet ect. Der Thread soll einfach zum Erfahrungsaustausch dienen. Vielen Dank schonmal vorab an Euch 😊. Derzeit bin ich was das Ganze vorgeht noch etwas blauäugig, ich versuche nun nach und nach Informationen zu sammeln was ich beachten muss.

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Skimarkus
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von Skimarkus »

Im Handwerk findest Du immer einen Job. Ob als Meister mit entsprechender Entlohnung kann ich nicht sagen. Was hälst Du, dich Richtung Bozen zu orientieren?Gute Anbindung in alle Richtungen, Flugplatz, Bahn.
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Seilbahnjunkie
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Ich hab das auch gemacht, ich bin vor fast 5 Jahren nach Innsbruck gezogen. Bereut habe ich es nicht, aber über ein paar Dinge sollte man sich schon klar sein.

Das Leben ist hier teuer. Das geht bei den Mieten los (vergiss das lieber ganz schnell mit dem Kaufen), setzt sich über die Lebensmittel fort und betrifft auch die meisten Bereiche der Freizeitgestaltung. Gerade bei letzterem hast du zwar sehr viele Möglichkeiten, aber alles was Geld kostet orientiert sich preislich halt an der Zahlungsbereitschaft von Leuten die eine Woche im Urlaub hier sind. Natürlich gibt's auch Saisonkarten, aber das ist halt auch nicht für alles die Lösung.
Wenn du gerne wanderst, ohne technische Unterstützung, dann kostet das hier aber natürlich auch noch nichts.

Zumindest statistisch gesehen kommt jetzt noch ein weiteres Problem hinzu, das sich aber auch mit meiner persönlichen Erfahrung deckt. Anders als z.B. in der Schweiz, stehen den hohen Kosten in Tirol keine hohen Löhne gegenüber. Tirol hat statistisch gesehen das schlechteste Verhältnis zwischen Löhnen und Lebenshaltungskosten in ganz Österreich. Ich würde mir da an deiner Stelle erstmal einen Job suchen, dann weißt du wenigstens was da auf dich zukommt.

Jetzt aber genug der Warnungen. Es gibt natürlich auch einiges was für so einen Schritt spricht. Zuerst ist es mal relativ einfach. Man spricht hier Deutsch, das verstehst du auch in der Regel problemlos, wenn du du aus dem Norden kommst und es sind eh schon viele Deutsche hier. Den Dialekt musst du auch nicht unbedingt lernen, wenn du nicht willst.

Die Formalitäten sind ebenfalls recht einfach. Es ist etwas mehr zu tun als bei einem Umzug in Deutschland, aber kompliziert ist es nicht. Das fängt ja schon damit an, dass du keine Formulare in einer anderen Sprache ausfüllen musst. Die Nähe zu Deutschland ist in manchen Situationen auch ganz praktisch. Brauchst du einen neuen Pass oder Perso, dann gehst du nicht zum Honorarkonsulat (das es schon auch gibt) und zahlst Zuschläge und es dauert ewig, sondern du fährst einfach in eine Grenzgemeinde deiner Wahl und machst das dort zu den selben Konditionen wie deren eigene Einwohner.

Was dir halt auch klar sein muss ist, dass Innsbruck keine Millionenstadt ist. Wir haben hier alles da, Theater, Konzerte, etc., aber halt nicht in der Menge wie in Hamburg. Ich bin aus Berlin hier her gezogen, das ist schon ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Und das wichtigste zum Schluss. Natürlich bist du mitten in den Bergen. Nicht in der Nähe, wie etwa in München, sondern wirklich mitten drin. Wenn du möchtest kannst du in der Stadt Skifahren, aber du erreichst halt auch sehr schnell größere Gebiete. Dazu brauchst du nicht mal unbedingt ein Auto. Und im Gegensatz zu den üblichen Münchner Hausbergen überschwemmt hier am Wochenende nicht eine Millionenstadt Kleinskiegebiete, sondern die 130.000 Einwohner Innsbrucks verteilen sich auf eine der größten Skiregionen der Welt.
Das selbe gilt auch für den Sommer, zum Wandern findet man immer auch ein paar ruhigere Ecken.
Skimarkus hat geschrieben: 05.02.2024 - 19:09 Im Handwerk findest Du immer einen Job. Ob als Meister mit entsprechender Entlohnung kann ich nicht sagen. Was hälst Du, dich Richtung Bozen zu orientieren?Gute Anbindung in alle Richtungen, Flugplatz, Bahn.
Das würde ich nicht empfehlen. Mit Deutsch kommt man in Bozen nicht aus, da muss schon die Bereitschaft bestehen sehr schnell anständig Italienisch zu lernen. Es wird sonst schon schwer einen Job zu finden.

Die gute Anbindung würde ich auch eher relativieren wollen. Der Flugplatz ist ein Witz, da gibt's fast keine Verbindungen. Mit der Bahn kommt man im Fernverkehr grade 5 mal am Tag nach München, auch nicht berauschend. Und man braucht schon 2 h bis Innsbruck, bis München fast 4. Das wird erst mit dem Brennerbasistunnel wirklich besser und der braucht noch 10 Jahre.
Richtung Restitalien fährt etwas mehr, aber die 5 Verbindungen der ÖBB kann man tariflich schlecht mit dem Rest in Italien kombinieren, genau wie die vom privaten Anbieter Italo. Bringt einen der Zug also nicht direkt zum Ziel, wird's schnell teuer.

Die Straße ist auch keine wirkliche Alternative. Am nächstem Jahr gibt es eine Spurverengung auf der tiroler Seite der Brennerautobahn, Zeitdauer open end. Da werden die eh schon legendären Staus noch mehr.
Bergsucht
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von Bergsucht »

Skimarkus hat geschrieben: 05.02.2024 - 19:09 Im Handwerk findest Du immer einen Job. Ob als Meister mit entsprechender Entlohnung kann ich nicht sagen. Was hälst Du, dich Richtung Bozen zu orientieren?Gute Anbindung in alle Richtungen, Flugplatz, Bahn.
Es wäre bei mir eher der Bereich Logistik, die ist zum Glück ja fast in jeder Branche vorhanden. Was mich von Italien abhält ist die italienische Bürokratie und auch das Lohnniveau, das ist da scheinbar schlechter als in Österreich. Ich war etwas geschockt als ich die Gehaltsangaben in einigen Stellenanzeigen gesehen habe und frage mich wie es soviele Südtiroler es schaffen einen hohen Lebensstandart zu finanzieren.
Zumindest statistisch gesehen kommt jetzt noch ein weiteres Problem hinzu, das sich aber auch mit meiner persönlichen Erfahrung deckt. Anders als z.B. in der Schweiz, stehen den hohen Kosten in Tirol keine hohen Löhne gegenüber. Tirol hat statistisch gesehen das schlechteste Verhältnis zwischen Löhnen und Lebenshaltungskosten in ganz Österreich. Ich würde mir da an deiner Stelle erstmal einen Job suchen, dann weißt du wenigstens was da auf dich zukommt.
Das habe ich leider auch schon mitbekommen, die Kosten sind in Tirol sehr hoch, auch die Immobilien haben ein hohes Niveau gegenüber dem eher mässigen Einkommen. Im Vergleich zu den unterbezahlten Jobs in den neuen Bundesländern verdient man in Tirol auf jeden Fall nicht mehr.
Was dir halt auch klar sein muss ist, dass Innsbruck keine Millionenstadt ist. Wir haben hier alles da, Theater, Konzerte, etc., aber halt nicht in der Menge wie in Hamburg. Ich bin aus Berlin hier her gezogen, das ist schon ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Damit habe ich kein Problem, ich mag es eher ruhiger und bin auch auf dem Land aufgewachsen, wohne nicht direkt in Leipzig. Mir wäre sogar eine 3/4 Zimmer Wohnung auf einen Bauernhof am Berg lieber als eine Wohnung in der Stadt :D .
Die gute Anbindung würde ich auch eher relativieren wollen. Der Flugplatz ist ein Witz, da gibt's fast keine Verbindungen. Mit der Bahn kommt man im Fernverkehr grade 5 mal am Tag nach München, auch nicht berauschend. Und man braucht schon 2 h bis Innsbruck, bis München fast 4. Das wird erst mit dem Brennerbasistunnel wirklich besser und der braucht noch 10 Jahre.
Ich war noch nie ein Bahnfreund und werde es auch nicht werden :naja: , Autofahren stört mich eher weniger. Früher ging es in der Nacht mit dem Auto los von Leipzig und Mittag stand ich meist schon auf dem Berg.
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Mt. Cervino
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von Mt. Cervino »

Ist zwar nicht Südtirol und deine bevorzugte Ecke aber weil das Thema Lohnniveau und Lebenshaltungskosten angesprochen wurde:
Du könntest dir einen Job in der Ostschweiz (z. B. Kanton St. Gallen / Rheintal etc.) suchen und in Vorarlberg wohnen. Da hast du hohe Löhne kombiniert mit geringeren Lebenshaltungskosten. Den Bodensee quasi vor der Haustüre und auf der anderen Seite Skigebiet wie Damüls, Arlberg, Montafon, Pizol, Laax und auch Skigebiete wie Ischgl, SFL, etc. sind in erreichbarer Nähe für Tagesausflüge...
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phifue
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von phifue »

Vielleicht wäre dann auch Vorarlberg was, es gibt einiges an Industrie und man könnte theoretisch auch in der Schweiz arbeiten.
Wie das Lohnniveau ist kann ich nicht genau sagen, es scheint mir aber nicht allzu schlecht. Immobilien sind hier aber auch nicht ganz günstig.
Nachteil beim Skifahren wäre der große Anteil an Tagestouristen mit denen man im Stau stehen muss wenn man nicht direkt in der Nähe von einem Skigebiet wohnt. Ansich hat man vielleicht nicht die riesige Auswahl an Skigebeiten direkt vor der Tür hat, mit kurzer Fahrt käme man wiederum auch in ziemlich viele Gebiete in der Schweiz, das ist sicherlich praktisch wenn man gerne auch mal neue Skigebiete entdeckt.
Vorteil wäre das man wenn man doch mal nach Deutschland will, dass man fast nie Stau hat und in circa 2 Stunden in München ist und der Züricher Flughafen wäre auch nicht allzu weit.
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Skimarkus
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von Skimarkus »

Vielleicht sollte man aber auch die Mentalität der Einwohner in Betracht ziehen. Wenn Du Pech hast, bleibst Du der Ausländer. Die Südtiroler haben halt ein anderes Temperament. Egal wo wir auf diese gestoßen sind, immer freundlich. Immer für ein Schwätzchen zu begeistern. Und ja, italienisch ist hilfreich. Aber kann man doch lernen. Wir hatten schon mit dem Gedanken gespielt, ins Sarntal zu ziehen. Meine Frau hatte sogar schon Kontakt mit der Tierklinik in Bozen aufgenommen. Haben uns jedoch dann dagegen entschieden. Gab mehrere Gründe. Schule Kind, meine Firma hätte ich dort neu etablieren müssen. Der Rest der Familie lebt noch hier usw. Aber wenn Du allein bist, keine Rücksicht auf irgendjemand nehmen musst, dann machen.
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von hegauner »

Ich selbst wohne am westlichen Bodensee und habe zumindest Alpen fast vor der Haustür als auch den See. Die Mischung machts. Grundsätzlich ist das Preisniveau hier schon höher. Aber die Kombination aus See, Alpen und Mittelgebirge (Schwarzwald und Alb) hat seinen Preis. Ich möchte hier nicht weg.
Noch perfekter wäre hier nach meinem Empfinden der Bereich Lindau/Westlicher Allgäu. Immernoch in Seenähe und neben dem Allgäu sind Ostschweiz und Graubünden sowie Vorarlberg und Tirol auch schnell erreichbar. Und Italien dann auch nicht mehr so weit.
Perfekt wäre dann der Job in der Schweiz. Das Rheintal ist grundsätzlich allerdings auf beiden Seiten der Grenze durchaus dicht besiedelt. Daher würde ich dann eher das Hinterland von Lindau (egal ob BaWü oder Bayern) bevorzugen zum wohnen. Ein Job in der Schweiz ist dazu durchaus lukrativ. Zu berücksichtigen aber meistens auch längere Arbeitszeiten und weniger Urlaub.
Job zu finden wird nach meinem Empfinden leichter zu finden sein als eine vernünftige Wohnung.
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von Bergfreund 122 »

Ich hab das Glück und bin im Allgäu aufgewachsen und Lebe dort auch noch. Vielleicht ist das auch ein Option, Allgäu oder vielleicht Garmisch Ammergauer Alpen die Ecke. Dann wärst immernoch in Deutschland, hast aber auch die Berge vor der Haustür. Wenn nach Österreich willst, ist Innsbruck sehr fein aber die Lebenserhaltungskosten sind doch höher als wie bei uns.

Viel Erfolg bei deiner Planung.
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Bergsucht
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von Bergsucht »

Ich muss gestehen Arlberg und die Schweiz hatte ich so noch nicht im Kopf. Im erweiterten Bekanntenkreis gibt es 2 Familien die in die Schweiz ausgewandert sind (Kanton St. Gallen und Aargau) beide fühlen sich auch nach 10 Jahren nicht heimisch und angekommen, Freunde in der Schweiz haben beide Familie so gut wie gar keine. Mehr oder weniger leben sie da nur wegen dem finanziellen Aspekt, auffällig jedenfalls das sie so gut wie jeden Urlaubstag außerhalb der CH verbringen 8O . Gut, sie sind aber auch jetzt noch so die Alpinfans, wie ich. Vielleicht sind es auch nur Vorbehalte, war leider nie in der Schweiz :surprised: . Ich war eigentlich schon fast in jeden Bundesland in Österreich, außer in Vorarlberg, ich werde deshalb diesen Sommer mal versuchen einen Abstecher dahin zu machen und zu schauen ob es für mich was wäre.

Danke für euer Feedback ! Geplant ist das ich meine Weiterbildung nächstes Jahr im Frühjahr abgeschlossen habe, danach könnte ich umziehen. Natürlich habe ich auch schon überlegt Deutschland nicht zwingend zu verlassen, also Nähe Bodensee bzw. besser Richtung Allgäu, Tegernsee meine Destination zu suchen, aber hier sind die Mietpreise eigentlich unbezahlbar und dann habe ich doch noch wieder einen, wenn auch kurzen, Anfahrtsweg in die Berge.
Vielleicht sollte man aber auch die Mentalität der Einwohner in Betracht ziehen. Wenn Du Pech hast, bleibst Du der Ausländer. Die Südtiroler haben halt ein anderes Temperament.
Genau das spricht erstmal gegen die Schweiz und eher für Südtirol oder Österreich. Bei den vielen schönen Ecken weiß ich auch gar nicht so recht wo es am besten wäre für mich. Vielleicht wäre der richtige Ansatz erst einmal Bewerbungen zu schreiben, im optimal Fall nach mehreren Zusagen zu entscheiden wo man leben möchte.
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von judyclt »

Skimarkus hat geschrieben: 06.02.2024 - 18:23 Vielleicht sollte man aber auch die Mentalität der Einwohner in Betracht ziehen. Wenn Du Pech hast, bleibst Du der Ausländer. Die Südtiroler haben halt ein anderes Temperament. Egal wo wir auf diese gestoßen sind, immer freundlich. Immer für ein Schwätzchen zu begeistern. Und ja, italienisch ist hilfreich. Aber kann man doch lernen. Wir hatten schon mit dem Gedanken gespielt, ins Sarntal zu ziehen. Meine Frau hatte sogar schon Kontakt mit der Tierklinik in Bozen aufgenommen. Haben uns jedoch dann dagegen entschieden. Gab mehrere Gründe. Schule Kind, meine Firma hätte ich dort neu etablieren müssen. Der Rest der Familie lebt noch hier usw. Aber wenn Du allein bist, keine Rücksicht auf irgendjemand nehmen musst, dann machen.
Die Aussagen kann ich nur unterstreichen.

Und ja: Ohne Kinder, eigenen Betrieb usw. die Chance nutzen und machen.
Selbstständigkeit und Familie können schnell kommen und dann wird es ungleich schwieriger.

Mentalität: Ganz wichtig, wenn man nicht totaler Einzelgänger ist. Sowohl in Kärnten als auch in der Schweiz kenne ich "vereinsamte" Auswanderer und einige gefrustete Rückkehrer. Liegt natürlich immer an beiden Seiten. Wird's immer geben und gibt auch genug andere Beispiele. Dennoch schätze ich Südtirol da ebenfalls offener ein.
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von Bergsucht »

Mal ein kurzes Update von mir, ich hatte die letzten Monate genutzt und mich etwas schlau gemacht, bzw Bewerbungen geschrieben oder einfach die Firmen angerufen die inseriert haben. 2 Unternehmen hätten mich sofort genommen, einmal bei Jenbach und die andere Firma wäre bei Matrei - leider kommt derzeit dieses Jahr eine Auswanderung noch nicht in Frage, ich darf mich nächstes Jahr aber nochmal gern melden. Bei Firmen in Südtirol bin ich etwas auf Ablehnung bzw. Distanz gestossen, einheimische Arbeiter mit perfekten italienisch Kenntnissen sind denen wohl lieber. Ich schau mich auf jeden Fall mal weiter um, bin im August nochmal paar Tage in Tirol und Südtirol unterwegs.

Leider bin ich etwas geschockt wenn ich sehe was auf dem Immobilienmarkt los ist :? .
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Willkommen im Tourismusland Tirol. Dort zu arbeiten wo andere Urlaub machen hat nicht nur Vorteile.
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von schneesucher »

Die Berge sind vor der Haustür, aber häufig lebt man in den Bergen auch nur wie woanders auch. Die meiste Zeit sitzt man im Büro. Kann sein, dass in der Schweiz noch etwas mehr hängen bleibt als in Tirol, aber auch dort kommt man auch mit einem leicht überdurchschnittlichen Lohn nicht mehr allzu weit. Ich in nicht überzeugt, ob es in der Schweiz am Ende besser ist. Der Kontostand relativiert sich sehr, wenn man auf astronomische Preise trifft.
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Mt. Cervino
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von Mt. Cervino »

Schweiz: Doppelte Löhne im Vergleich zu DE/AT aber auch doppelte Preise...
Wer keine Ansprüche dort hat, kann viel Geld sparen, aber wozu wenn er es nicht ausgibt? Wer das Geld in der CH normal ausgibt, hat letztlich auch nicht mehr vom Leben als in DE/AT.
Außer man gibt das Geld im Ausland aus (Ferien etc.). Da kommt man dann natürlich wieder deutlich weiter weil ja die Preise viel niedriger sind als in der Schweiz.
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von miki »

Mt. Cervino hat geschrieben: 21.06.2024 - 14:36Außer man gibt das Geld im Ausland aus (Ferien etc.). Da kommt man dann natürlich wieder deutlich weiter weil ja die Preise viel niedriger sind als in der Schweiz.
Perfekt auf den Punkt gebracht. Wer z. B. in Norwegen/Schweiz 100% seines Monastgehalts für Miete, Steuern, Bier und Pizza ausgiebt, der lebt nicht besser als in Griechenland oder Bulgarien. Derjenige, der 10% sparen kann, um damit 1 - 2 Monate Urlaub im Ausland zu verbringen, kann sich hingegen viel mehr leisten. Meine Rede. Deshalb ist es immer besser, im Land mit höheren Löhnen und höheren Preisen zu leben ... :wink: .
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Nur, wenn damit auch eine entsprechend höherer Lohn verbunden ist und nicht das ganze Verhältnis schlechter ist.

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Af
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Re: Auswandern in die Berge

Beitrag von Af »

Also ich hab 16 Jahre im Tiroler Unterland gelebt...

@ Abends auf die Berge: Das klappt nur mit dem richtigen Job, Wohnung und das Wetter muss auch mitspielen.... Bei mir hat Das fast nie geklappt...

@ Job: Man verdient meist weniger als sonst wo... In der Logistik gibts aber noch massig gut bezahlte Jobs, gerade in Nordtirol.... ich glaube aber, dass die KI relativ schnell heftig zuschlägt beim Arbeitsplatzabbau... zumindest bei den Disponenten...

@ Wohnung: Extrem teuer... auch abseits der Tourismusgebiete.... eigenes Haus? Wenn man ned Erbt oder Grundstücksverkäufer kennt, wird Das nix... Wohnungen sind OK.

@ Schnell zum Skifahren: Wenn es dir nix ausmacht, dass du jedes WE Samstag/Sonntag tw. stundenlang im Stau stehst (Trotz Schleichwegen) klappt Das... ich bin nach ner Weile gerne nach Südtirol gefahren, da es Schnell rüber ging (vor den Skifahrermassen) Da es mir in Nordtirol weitgehend zu voll war.... und irgendwann auch zu teuer...

@ Schnelle Verkehrsanbindung: Auto ist eingeschränkt, Flughafen Ibk... naja, Zugverbindung fand ich sehr gut, zumindest nach D. PKW, ausser an den Wochenenden und Ferien relativ gut... durch die Baustellen am Brenner leider jetzt etwas länger... Südtirol und Adria sind aber in schnell erreicht.

@ Einleben: Jetzt muss ich den Tirolern mal nen Zahn ziehen... Sobald man nicht mehr ein Gast ist, der nach 2 Wochen wieder geht, habe ich bei Einigen eine starke Veränderung der Einstellung gemerkt. Man ist gerne nur der "Deitsche" von dem man sich nix sagen lässt.... In den Internationalen Konzernen ist das natürlich anders... aber wenn du in ein Dorf ziehen willst, brauchste Gute Arbeitskollegen, die zu dir stehen, sonst kanns sein, dass du Allein da stehst.... Mit einer Einheimischen Partnerin gehts aber leichter.

Mein Fazit: War ne tolle Zeit, hab einige gute Freunde gefunden (über Alpinforum und Arbeit), bei meinen letzten Besuchen war ich aber geschockt, wie teuer Alles geworden ist... sogar noch teurer, als zu meiner Zeit in Tirol. Österreich ist für meine Einstellung auch bereits weiter als Deutschland (Steuer, Krankenkasse, Digitalisierung, Datenschutz).
2011: HtPgWmSflSjZaSwHfAbHfHtSjKiKiKiKiHtSöSöSö
2012: HtSöSöSwZaWmWsRoSwRoRoAlHtRoAhStjRoSö
2013: KrIsRaWmRkBxAbAbAbAbAbRaRoTx
2014: MkRo
2015: KiSpRoRoRoZu
2016: RaClRoHtSö
2017: RaLaWsJoTx
2018: ClRaLaBaSwAlRaBaLaMuRaRa
2019: RaLaLaRaRaLaRaTx - Corona shutdown
2020: AlSwPeSwSwSwZ3AxTx
2021: LaRa
2022: RoRaLaRa
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