Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

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seiiim
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Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von seiiim »

Hallo,
mich würde mal interessieren was ihr mit dem Beruf Skilehrer/Snowboardlehrer verbindet?
Was sind eure Anforderungen an einen guten Skilehrer/Snowboardlehrer und wie passt das zum allgemeinen Klischee?
Was sind besonders positive oder negative Erfahrungen die ihr mit Skilehrern/Snowboardlehrern machen durftet und (damit es in dieses Forum passt) in welchen Skischulen bzw. Skigebieten war das?

Mich würden erst eure unvoreingenommenen Einschätzungen und Erfahrungen interessieren, weswegen ich vorab diese offenen Fragen in den Raum stelle bevor in den nächsten Tagen ein Plädoyer meinerseits folgt.

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Kreon100
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von Kreon100 »

Was sind denn deiner Meinung nach die Klischees?
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Wooly
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von Wooly »

Kreon100 hat geschrieben: 06.02.2024 - 13:50 Was sind denn deiner Meinung nach die Klischees?
Das würde mich auch sehr interessieren ...
valdebagnes
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von valdebagnes »

zonk
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von zonk »

Ich kannte einen skilehrer in Sölden, der hat alles im Bett gehabt, was bei 3 nicht auf den Bäumen war. Das ist zumindest ein Klischee, was er gut erfüllte.
Edit :das gabs auch von weiblicher skilehrerseite im übrigen. Die 21jährigen skizwergerllehrerinnen in Sölden - allesamt aus den Niederlanden - standen diesem erwähnten männlichen Kollegen im übrigen in kaum was nach
AlexanderGanter
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von AlexanderGanter »

Mit "die Frauen", "die Männer", "die Deutschen" fängt meistens ein dummer Satz an. Das wird mit "die Skilehrer" nicht anders sein. Für mich spricht es sehr für dieses Forum, in dem ich neu bin, dass auf die sinnlose Frage bisher fast nicht reagiert wird. Was soll die Sammlung von Klischees und unbelegten Einzelfällen bringen? Lästern? Diskriminierung? Gut, wenn wir das lassen.
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von zonk »

Natürlich sind nicht alle so. Man kann ja auch mal die Kirche im Dorf lassen. Sollte vor allem hervorheben, dass Klischees in diesem Falle nicht selten bestätigt werden. Zumindest in Destinationen wie Sölden.
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Wooly
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von Wooly »

seiiim hat geschrieben: 06.02.2024 - 10:24 …. bevor in den nächsten Tagen ein Plädoyer meinerseits folgt.
Es wäre glaube ich sinnvoll, mit deinem Plädoyer aus dem Tee zu kommen, bevor hier noch alle 3 Tage diskutieren ohne den tieferen Grund des Threads zu kennen … ;-)

Ich war ein paar Jahre Skilehrer im Schwarzwald für Kindergruppen, aber auch Kontakt zu den „hauptamtlichen“ Skilehreren, und sagen wir es mal so, der sexuelle Aspekt wird doch stark überschätzt ..

Ein Skilehrer sollte für mich Spaß am Skifahren vermitteln, Probleme gut erkennen und entsprechende Übungen in Petto zu haben, um diese zu korrigieren. Er sollte in der Lage sein, mit verschiedenen Leveln in einer Gruppe klarzukommen und Geduld zu haben wenn es nicht gleich klappt.
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von seiiim »

Geschätzter @AlexanderGanter, WIE ich meine Fragen stelle, wenn ich dieses Thema eröffne ist mir überlassen. Wenn ich von den anderen Forumsmitgliedern gerne stichprobenartig eine freie und möglichst unvoreingenommene Schilderung hätte, so empfiehlt es sich sehr wohl eine offene Frage zu stellen. Was daran "sinnlos" sein soll erschließt sich mir nicht. Der Einzige der also hier lästert und diskriminiert bist also Du.

seiiim
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von seiiim »

Here we go:
Vielen Dank für die bisherigen Antworten. Diese lassen mich in punkto Klischees doch etwas weiter ausholen als ursprünglich gedacht. In meiner Einschätzung sehe ich hier einen Wandel bzw. zwei Verallgemeinerungen:
-Althergebrachtes Klischee: gebräunt und gutaussehend, trinkfest, Hang zum Schürzenjäger, vielleicht etwas einfältig aber niemand hat skifahrerische Qualifikation infrage gestellt
-Neueres Klischee: trinkfest, tw. auch Hang zum Schürzenjäger, skifahrerische Qualifikation wird infrage gestellt, dadurch verliert Beruf an Respekt

Es versteht sich von selbst, dass diese Klischees nicht von ungefähr kommen und ein nennenswerter Anteil der Kollegen wird diesem wohl auch gerecht. Dennoch kann es nicht sein, dass aufgrund dessen alle Skilehrer über einen Kamm geschoren werden und dadurch ein ganzer Berufsstand verunglimpft wird.
Als Skilehrer ist man ein extrem wichtiger Faktor im Tourismus, da man (unter Umständen) lange Zeit mit dem Gast verbringt und dadurch die Wahrnehmung auf das im Urlaub Erlebte stark beeinflussen kann. Es ist schon lange nicht mehr ausreichend ein ausgezeichneter Skifahrer zu sein, sondern gleichermaßen auch Psychologe und Entertainer. Dies verbindet alle Ausbildungsstufen und Aufgabenbereiche von der "Kinderlandfee" bis zum Freeride-Guide. Wie in jedem anderen Unternehmen auch, gibt es Kollegen welche Stärken in bestimmten Bereichen vorweisen, weswegen sie sich womöglich besser als "Kinderlandfee" oder Freeride-Guide (und alles was es dazwischen und zusätzlich noch gibt) eignen. Diese Eigenschaften zu kennen und dem jeweiligen Gast zuzuordnen ist jedoch Aufgabe des Managements- als Skilehrer sollte man nach Möglichkeit alles abdecken können. Was sie in der Motivation verbindet ist die Liebe zum Sport, das Vermitteln des Mediums Schnee und der Umgang in der Natur sowie den Bedürfnissen des Gasts gerecht zu werden. Dazu braucht es neben dem oben erwähnten "Skilehrerischen-Dreizack" auch Fähigkeiten in den Bereichen Zeitmanagement, Flexibilität, Kommunikation (+Sprachen), Anpassungsfähigkeit, Problemlösung, Vorbildwirkung uvm. - alles Fertigkeiten die auch in anderen Berufsfeldern höchst gefragt sind.

Nun begab es sich wie folgt, dass einige (profitorientierte?) Skischulchefs vor geraumer Zeit meinten, man könne bei der Bezahlung der Mitarbeiter sparen. Was folgt war, dass die lokal verfügbaren Arbeitskräfte eher in andere Sparten wechseln (z.B. Gastro) und das entstandene Delta sowie der zusätzlich gestiegene Bedarf mit "Importspielern" aus dem Ausland abgedeckt wird. Diesen fehlt in gewissen Fällen nicht nur der Bezug zur Region und zum Sport sondern auch die Ausbildung (Stichwort Vorbereitungskurs für einen Skilehrer-Anwärter) und darüber hinaus das Wissen über eine entsprechende Entlohnung. (Da die Gewerkschaft der Skilehrer die Skischulchefs selbst sind ist das Argument KV hinfällig.) Kurzum, die "Importspieler" drücken den Preis. Und diese Spirale dreht sich immer schneller. Auch das gehört zur Wahrheit.

Wie oben angeführt verbindet die Tätigkeit als Skilehrer viele Aspekte die starke Sportler, Persönlichkeiten und Arbeitnehmer auszeichnen, sie sind weit mehr als "nur" die skifahrerischen Vorturner. Begegnen wir also den Vorzeigemodellen mit entsprechendem Respekt und erinnern die "schwarzen Schafe" an ihre Wirkung nach außen.
Ein Hoch auf die Skilehrer!
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von christopher91 »

Also in einigen Regionen sieht man zb gefühlt nur noch Holländer als Skilehrer und manchmal auch mit fraglichem Skikönnen.
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Wooly
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von Wooly »

seiiim hat geschrieben: 07.02.2024 - 14:57 -Althergebrachtes Klischee: gebräunt und gutaussehend, trinkfest, Hang zum Schürzenjäger, vielleicht etwas einfältig aber niemand hat skifahrerische Qualifikation infrage gestellt
-Neueres Klischee: trinkfest, tw. auch Hang zum Schürzenjäger, skifahrerische Qualifikation wird infrage gestellt, dadurch verliert Beruf an Respekt
Also das sind ja schon sehr "plakative" Klischees, kenne ich jetzt eher aus Filmen als in der Realität. Bist du sicher das deine Wahrnehmung doch da nicht täuscht? Und was ist eigentlich mit den ganzen Skilehrerinnen ???
seiiim hat geschrieben: 07.02.2024 - 14:57 Es versteht sich von selbst, dass diese Klischees nicht von ungefähr kommen und ein nennenswerter Anteil der Kollegen wird diesem wohl auch gerecht. Dennoch kann es nicht sein, dass aufgrund dessen alle Skilehrer über einen Kamm geschoren werden und dadurch ein ganzer Berufsstand verunglimpft wird.
Siehe oben, ich kenne die Klischees, aber ich denke die Wahrnehmung des normalen Skifahrers ist da eine andere. Oder wie sieht das das Restforum ?
seiiim hat geschrieben: 07.02.2024 - 14:57 Nun begab es sich wie folgt, dass einige (profitorientierte?) Skischulchefs vor geraumer Zeit meinten, man könne bei der Bezahlung der Mitarbeiter sparen. Was folgt war, dass die lokal verfügbaren Arbeitskräfte eher in andere Sparten wechseln (z.B. Gastro) und das entstandene Delta sowie der zusätzlich gestiegene Bedarf mit "Importspielern" aus dem Ausland abgedeckt wird. Diesen fehlt in gewissen Fällen nicht nur der Bezug zur Region und zum Sport sondern auch die Ausbildung (Stichwort Vorbereitungskurs für einen Skilehrer-Anwärter) und darüber hinaus das Wissen über eine entsprechende Entlohnung. (Da die Gewerkschaft der Skilehrer die Skischulchefs selbst sind ist das Argument KV hinfällig.) Kurzum, die "Importspieler" drücken den Preis. Und diese Spirale dreht sich immer schneller. Auch das gehört zur Wahrheit.
Ist das so, ich bin schon lange nicht mehr in der Branche tätig? Fehlen hier nicht auch, wie in vielen Dienstleistungsberufen, eher massiv Fachkräfte, ob aus dem Ausland oder heimische ist ja erst mal egal ... und schlägt sich die Knappheit nicht auf die Bezahlung nieder, in den meisten Dienstleistungsberufen ist das ja inzwischen so.

Ws wäre super, wenn du näher auf die Punkte eingehen könntest, und auch genauer beschrieben WO das passiert ... Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien .. von welchen Destinationen reden wir da? Und du scheinst ja auch selber betroffen zu sein, wo genau sind die Verhältnisse so wie du sie beschreibst?
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von Menja »

In Alta Badia (Dolomiten) habe ich noch nie einen schlechten Schilehrer der Corvara/Colfosco Schischulen gesehen. Alle haben höchste Ausbildungsgrade und bieten Vielfältigkeit an (Snowboard,Touren,Freeride,Slalom etc). Auch in Cortina oder überhaupt im Belluneser Raum kann ich da nicht von Negativem berichten.
Allerdings gibt es mehr Schischulen mittlerweile, aus anderen Regionen, welche eben in den Dolomiten mit Ihrer Gruppe fahren.
Ich werde mal explizit darauf achten.
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von zonk »

christopher91 hat geschrieben: 07.02.2024 - 17:34 Also in einigen Regionen sieht man zb gefühlt nur noch Holländer als Skilehrer und manchmal auch mit fraglichem Skikönnen.
Siehe die partymädels aus Sölden, die ich erwähnte. Selber gerade mal 3 Jahre auf Skiern, tiefschnee konnten sie nicht, da sie das ja nicht bräuchten für die 4 bis 7 jährigen :roll:
seiiim
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von seiiim »

Interessant @Menja , vielen Dank für deine Einschätzung. Aus meinen, zugegeben wenigen, Beobachtungen würde ich das soweit unterschreiben, dass das gesehene Durschnittsniveau sicher weit höher ist als in AUT. Aber es gibt auch in ITA skifahrerisch schwache Skilehrer, nur diese Streuung wird es immer geben. Anmerkung an dieser Stelle, dass die italienische Skilehrerausbildung komplett anders aufgebaut ist als die österreichische.
Zuletzt geändert von seiiim am 07.02.2024 - 21:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von seiiim »

Wooly hat geschrieben: 07.02.2024 - 18:02 Also das sind ja schon sehr "plakative" Klischees, kenne ich jetzt eher aus Filmen als in der Realität. Bist du sicher das deine Wahrnehmung doch da nicht täuscht? Und was ist eigentlich mit den ganzen Skilehrerinnen ???

Ich bin seit über zehn Jahren als Skilehrer, Trainer und Ausbildner in den Alpen und Nordamerika tätig. Selbstverständlich sind diese Klischees plakativ, recht viel stärker vereinfacht als zusammengefasste Vorurteile geht ja wohl kaum :wink: Auch selbstverständlich ist, dass in der Realität diese Eigenschaften auf die Individuen angepasst werden. Trotzdem sind es jene Klischees denen ich mich ausgesetzt sehe. Und da tut es wenig zur Sache, dass ich Ski fahre wie ein junger Gott.
@Wooly , wenn du möchtest kannst du gerne gendern; ich habe einen Bildungsabschluss.
Wooly hat geschrieben: 07.02.2024 - 18:02 Ist das so, ich bin schon lange nicht mehr in der Branche tätig? Fehlen hier nicht auch, wie in vielen Dienstleistungsberufen, eher massiv Fachkräfte, ob aus dem Ausland oder heimische ist ja erst mal egal ... und schlägt sich die Knappheit nicht auf die Bezahlung nieder, in den meisten Dienstleistungsberufen ist das ja inzwischen so.
Bitte erkläre mir diesen Gedanken, ich nahm an, dass man im Regelfall versucht Fachkräftemangel durch attraktivere Entlohnung entgegenzuwirken...?
Wooly hat geschrieben: 07.02.2024 - 18:02 Ws wäre super, wenn du näher auf die Punkte eingehen könntest, und auch genauer beschrieben WO das passiert ... Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien .. von welchen Destinationen reden wir da? Und du scheinst ja auch selber betroffen zu sein, wo genau sind die Verhältnisse so wie du sie beschreibst?
Das werde ich zum aktuellen Zeitpunkt (noch) nicht tun, aus Rücksicht auf meine Arbeitgeber. Je nachdem wie sich die Diskussion weiterentwickelt und es dieser zuträglich scheint, komme ich dem noch gerne nach. Nur soviel sei gesagt, ich meine aufgrund meiner Ausbildung, Tätigkeit und Kontakt die Situation in AUT und GER ganz gut im Blick zu haben. ITA beschränkt sich auf einzelne Beobachtungen, SUI ist ein weißer Fleck, allerdings auch komplett anders strukturiertes Skilehrwesen.
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von judyclt »

seiiim hat geschrieben: 07.02.2024 - 21:43 ...ich nahm an, dass man im Regelfall versucht Fachkräftemangel durch attraktivere Entlohnung entgegenzuwirken...?
Sollte man meinen, aber das ist doch in vielen Branchen nicht der Fall. Erstmal den Gewinn maximieren. Könnte ja auch mit günstigeren Kräften klappen.

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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von zonk »

Damals, anno 2014,habe ich mich im übrigen durchaus mit "normalen" skilehrern unterhalten.
Das war wohl damals zumindest ein doch nicht kleines Problem gerade in apres Ski Destinationen, dass da viele ski"lehrer" rangekarrt wurden von ausserhalb, die den gesamten Aufenthalt als verlängerten Urlaub ansahen, billig bezahlt , in Sölden in der letzten absteige einquartiert wurden.
Der oben erwähnte Typ war aus den USA, die anderen eben niederländerinnen erster war ein ski crack aus Leadville /Colorado, letztere hatten niemals so etwas wie eine skilehrerausbildung, durften da oben aber zumindest die zwergerl betreuen, bzw anfängerkurse anbieten(wie geyagt: ich habe die auch privat auf der piste erlebt, nie und nimmer würde ein gesund denkender mensch die für skilehrerinnen halten) . Es würde mich interessieren, ob dass tatsächlich ein allgemeines Phänomen damals war oder noch ist. Die "seriösen" ötztaler, mit denen ich mich unterhielt, klangen da nicht ubglaubhaft in ihrer, naja, Verzweiflung und, ja, Wut
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Wooly
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von Wooly »

seiiim hat geschrieben: 07.02.2024 - 21:43 Trotzdem sind es jene Klischees denen ich mich ausgesetzt sehe. Und da tut es wenig zur Sache, dass ich Ski fahre wie ein junger Gott.
@Wooly , wenn du möchtest kannst du gerne gendern; ich habe einen Bildungsabschluss.
Als Skilehrer ist es ja erst mal meistens vollkommen irrelevant wie "gut" ich skifahre, ich muss gut vorfahren und erklären können ... von ein paar wenigen richtig guten Skischülern mal abgesehen. In dem Zusammenhang ist es ebenso wurscht wie "toll" die holländischen Partymädels fahren, solange sie in der Lage sind Kids ordentlich zu unterrichten und nicht die Nerven zu verlieren ... und in manchen Skigebieten ist holländisch halt die Umgangssprache No1.

Gendern hier im Forum eher nicht ... die alten Herren drehen sonst gleich wieder hohl ... das ist schlimmer als wenn ich die Wörter Wärmepumpe, Habeck & E-Auto in einem Satz unterbringe ... denke es dir einfach ;-) .. ist hier auch nicht relevant.
seiiim hat geschrieben: 07.02.2024 - 21:43
Wooly hat geschrieben: 07.02.2024 - 18:02 Ist das so, ich bin schon lange nicht mehr in der Branche tätig? Fehlen hier nicht auch, wie in vielen Dienstleistungsberufen, eher massiv Fachkräfte, ob aus dem Ausland oder heimische ist ja erst mal egal ... und schlägt sich die Knappheit nicht auf die Bezahlung nieder, in den meisten Dienstleistungsberufen ist das ja inzwischen so.
Bitte erkläre mir diesen Gedanken, ich nahm an, dass man im Regelfall versucht Fachkräftemangel durch attraktivere Entlohnung entgegenzuwirken...?
Das meinte ich ja, in meiner Branche bekomme ich inzwischen keinen simplen Hand mehr für Veranstaltungen für unter 300,- Euro Tagessatz ... und wir reden hier nicht von irgendwelchen Fach- oder Deutschkenntnissen. Ich beklage mich aber auch nicht wirklich, weil mein Tagessatz sich seit Nach-Corona Zeiten sich auch quasi verdoppelt hat. Und wenn ich in Gastronomie & Co. reinsehen hat sich da auch vieles geändert ... von daher verstehe ich zwar, das man versucht billigere Arbeitnehmer (in dem Fall Skilehrer) zu bekommen), aber wenn es so ist wie ich das täglich mitbekomme sind die auch nicht unendlich verfügbar, und auch nicht doof was ihren Marktwert angeht ...

Deswegen war ich etwas verwundert, das die "Billiglöhner" so ein Problem sein sollen. Wer sich allerdings ohne Not ausnutzen lässt, der ist am Ende vom Tag auch selber schuld ...
seiiim hat geschrieben: 07.02.2024 - 21:43
Wooly hat geschrieben: 07.02.2024 - 18:02 Ws wäre super, wenn du näher auf die Punkte eingehen könntest, und auch genauer beschrieben WO das passiert ... Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien .. von welchen Destinationen reden wir da? Und du scheinst ja auch selber betroffen zu sein, wo genau sind die Verhältnisse so wie du sie beschreibst?
Das werde ich zum aktuellen Zeitpunkt (noch) nicht tun, aus Rücksicht auf meine Arbeitgeber. Je nachdem wie sich die Diskussion weiterentwickelt und es dieser zuträglich scheint, komme ich dem noch gerne nach. Nur soviel sei gesagt, ich meine aufgrund meiner Ausbildung, Tätigkeit und Kontakt die Situation in AUT und GER ganz gut im Blick zu haben. ITA beschränkt sich auf einzelne Beobachtungen, SUI ist ein weißer Fleck, allerdings auch komplett anders strukturiertes Skilehrwesen.
Sorry, aber wenn du eine Diskussion haben willst dann musst du auch die Karten auf den Tisch legen, wenn du nur vage rumeiern willst kommen wir hier nicht weiter. Entweder du sagst was und wo und wer dich stört, dann kann dir die Forumsgemeinde vielleicht wenigstens sagen ob deine Wahrnehmung passt oder ob es die Mehrheit ganz anders empfindet, es mag ja auch hier einige hauptamtliche Skilehrer geben. Ansonsten macht die Diskussion aber wenig Sinn ...
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GIFWilli59
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von GIFWilli59 »

Im Bekanntenkreis habe ich 2 Skilehrer, beide haben einen entsprechenden Lehrgang in AT absolviert. Und können nach meinem Ermessen ziemlich gut fahren. Beide sind nur nebenberuflich tätig, der eine insbesondere in den Ferien in Damüls (wo ich den Eindruck habe, dass dort eher jüngere Leute tätig sind, vermutlich auch nur für 1-3 Jahre, sodass man dort auch keine hohen Löhne zahlen muss). Der andere macht das in einem Mittelgebirgsskigebiet in Deutschland, bislang neben seiner Ausbildung am WE.
Generell ist auch die Frage, ob der Beruf bedingt durch die Abhängigkeit von der Skisaison geeignet ist, Arbeitnehmer langfristig zu binden. Meine beiden Bekannten werden das sicher an den Nagel hängen, sobald sie durch Hauptberuf oder Privates (Partnerin/Kinder) weniger Freizeit haben.
seiiim hat geschrieben: 07.02.2024 - 21:43 Und da tut es wenig zur Sache, dass ich Ski fahre wie ein junger Gott.
@Wooly , wenn du möchtest kannst du gerne gendern; ich habe einen Bildungsabschluss.
Übermäßige Bescheidenheit kann man dir immerhin nicht vorwerfen ;-)
zonk hat geschrieben: 07.02.2024 - 18:56
christopher91 hat geschrieben: 07.02.2024 - 17:34 Also in einigen Regionen sieht man zb gefühlt nur noch Holländer als Skilehrer und manchmal auch mit fraglichem Skikönnen.
Siehe die partymädels aus Sölden, die ich erwähnte. Selber gerade mal 3 Jahre auf Skiern, tiefschnee konnten sie nicht, da sie das ja nicht bräuchten für die 4 bis 7 jährigen :roll:
Die Frage ist natürlich auch, ob jeder Skilehrer auf jedem Gebiet einsetzbar sein muss. Von wenigen Destinationen (Arlberg, La Grave, Alagna usw.) abgesehen, spielen sich 95 % der Aktivitäten der Gäste und daher auch der Skilehrkräfte auf den präparierten Pisten ab. Oder anders gesagt: Muss eine Grundschullehrerin ein Verständnis für komplexe Zahlen oder Matrizenrechnung haben?

Edit: Typo korrigiert
Zuletzt geändert von GIFWilli59 am 07.02.2024 - 22:36, insgesamt 1-mal geändert.
Übersicht über meine Berichte
2020/21: 101 Tage
Skitouren (75): 18x Willingen, 15x Steinach, 12x Winterberg, 7x Gr. Inselsberg, 6x Ilmenau, 6x Ernstthal, 5x Schneekopf, je 1x Elkeringhausen, Döllberg/Suhl, Goldlauter, Jena, Kassel, Oberhof
Ski Alpin (14): 8x Willingen, 5x Winterberg, 1x Winterberg+Willingen
Resteski (12): 8x Winterberg, 2x Schneekopf, 2x Steinach
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von zonk »

GIFWilli59 hat geschrieben: 07.02.2024 - 22:21 Im Bekanntenkreis habe ich 2 Skilehrer, beide haben einen entsprechenden Lehrgang in AT absolviert. Und können nach meinem Ermessen ziemlich gut fahren. Beide sind nur nebenberuflich tätig, der eine insbesondere in den Ferien in Damüls (wo ich den Eindruck habe, dass dort eher jüngere Leute tätig sind, vermutlich auch nur für 1-3 Jahre, sodass man dort auch keine hohen Löhne zahlen muss). Der andere macht das in einem Mittelgebirgsskigebiet in Deutschland, bislang neben seiner Ausbildung am WE.
Generell ist auch die Frage, ob der Beruf bedingt durch die Abhängigkeit von der Skisaison geeignet ist, Arbeitnehmer langfristig zu binden. Meine beiden Bekannten werden das sicher an den Nagel hängen, sobald sie durch Hauptberuf oder Privates (Partnerin/Kinder) weniger Freizeit haben.
seiiim hat geschrieben: 07.02.2024 - 21:43 Und da tut es wenig zur Sache, dass ich Ski fahre wie ein junger Gott.
@Wooly , wenn du möchtest kannst du gerne gendern; ich habe einen Bildungsabschluss.
Übermäßige Bescheidenheit kann man dir immerhin nicht vorwerfen ;-)
zonk hat geschrieben: 07.02.2024 - 18:56
christopher91 hat geschrieben: 07.02.2024 - 17:34 Also in einigen Regionen sieht man zb gefühlt nur noch Holländer als Skilehrer und manchmal auch mit fraglichem Skikönnen.
Siehe die partymädels aus Sölden, die ich erwähnte. Selber gerade mal 3 Jahre auf Skiern, tiefschnee konnten sie nicht, da sie das ja nicht bräuchten für die 4 bis 7 jährigen :roll:
Die Frage ist natürlich auch, ob jeder Skilehrer auf jedem Gebiet einsetzbar sein muss. Von wenigen Destinationen (Arlberg, La Grave, Algan usw.) abgesehen, spielen sich 95 % der Aktivitäten der Gäste und daher auch der Skilehrkräfte auf den präparierten Pisten ab. Oder anders gesagt: Muss eine Grundschullehrerin ein Verständnis für komplexe Zahlen oder Matrizenrechnung haben?
Schon klar, aber wenn mal ein Kind abseits der Piste rutscht, in 40 grad Gelände, sollte die Lehrerin ihr da nicht ad hoc helfen können?
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von GIFWilli59 »

Ja, natürlich.
Bei 40° natürlich die Frage, ob da Tiefschneekenntnisse reichen oder man nicht gleich Bergsteigerausrüstung und -know-how dabei haben sollte.
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von Wooly »

GIFWilli59 hat geschrieben: 07.02.2024 - 22:37 Ja, natürlich.
Bei 40° natürlich die Frage, ob da Tiefschneekenntnisse reichen oder man nicht gleich Bergsteigerausrüstung und -know-how dabei haben sollte.
ich fand es auch anstrengend, jeden Tag am Notschrei 4-5 Kinder aus den Spalten bergen zu müssen ... ohne Seil ... wir hatten ja nichts !!!
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von V4Show »

Ich bin bisher auch mit fast nur Skilehrern in Berührung gekommen, die viele genannte Kliesches erfüllen. Natürlich müssen Kliesches nicht zutreffen, in den meisten Fällen enthalten aber sie aber einen wahren Kern. Ich glaube hier wurden schon viele gute Gründe genannt, warum trinkfest, Schürzenjäger und teilweise weniger skifahrerisches Können tatsächlich oft zutreffen.

Viele Skilehrer sind einfach jung, üben die Tätigkeit vor/neben der Uni oder der Ausbildung aus. Wenn die Ausbildung beendet ist, beenden sie ihre Skilehrer Laufbahn wieder. Ich kenne jmd., der mal 2 Wochen Änfanger am Fichtelberg als einmalige Sache unterrichtet hat & das war es auch wieder.
GIFWilli59 hat geschrieben: 07.02.2024 - 22:21
Die Frage ist natürlich auch, ob jeder Skilehrer auf jedem Gebiet einsetzbar sein muss. Von wenigen Destinationen (Arlberg, La Grave, Alagna usw.) abgesehen, spielen sich 95 % der Aktivitäten der Gäste und daher auch der Skilehrkräfte auf den präparierten Pisten ab. Oder anders gesagt: Muss eine Grundschullehrerin ein Verständnis für komplexe Zahlen oder Matrizenrechnung haben?
Das trifft es doch wunderbar; ich meine nein! Tiefschnee Kenntnisse sind völlig überflüssig, wenn es darum geht Anfängern grade im Mittelgebirge Basics zu vermitteln. Soziale Kompetenzen/ Trainer Kompetenzen sind da viel wichtiger.

Selbst flüssiges Carven auf roten oder gar schwarzen Pisten müssen Skilehrer, die Anfänger unterrichten, nicht bringen. Eine fehlerfreie Ausführung auf blauen Pisten reicht.
Viel wichtiger wäre es, dass überhaupt genug Skilehrer da sind, um die Nachfragespitzen abzudecken. Ansonsten gibt es in den nächsten Jahren zu wenig Nachwuchs oder der Nachwuchs fährt noch schlechter als die jetzige Generation an Skifahrern.
Umfrage: bestes Skigebiet in Österreich - Finale
Saison 24/25 7x3Vallées 4xSella Ronda Gebiete (inkl. 1xSki Civetta, 1xCinque Torri) 3xALH 3xKlinovec. 2xGurgl 1xSölden 1xPlesivec 1xFichtelberg 1xBournak 1xHolzhau 1xPotucky
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Re: Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

Beitrag von Wooly »

V4Show hat geschrieben: 08.02.2024 - 00:09 Ich bin bisher auch mit fast nur Skilehrern in Berührung gekommen, die viele genannte Kliesches erfüllen. Natürlich müssen Kliesches nicht zutreffen, in den meisten Fällen enthalten aber sie aber einen wahren Kern. Ich glaube hier wurden schon viele gute Gründe genannt, warum trinkfest, Schürzenjäger und teilweise weniger skifahrerisches Können tatsächlich oft zutreffen.
Es wurden bis jetzt noch quasi keine Gründe genannt ... ausser das es eher junge Menschen im Nebenerwerb sind ... das sind aber keine "vielen" Gründe sondern ein einziger ... also eher keine Hinweis auf "das Klischee" ...

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