Die große Klima-Diskussion

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NeusserGletscher
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von NeusserGletscher »

Pancho hat geschrieben: 28.02.2024 - 15:23 Du meinst sicher 180 Grad…
360° ist das gleiche in Grün :wink: :wink:. Wenn sie schon bei der Energiewende kläglich versagen, liefern sie immerhin genügend Munition für sarkastische Bemerkungen und, wie man von einer Friedenspartei erwarten darf, auch in andere Krisenregionen :wink: :wink: :wink:
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NeusserGletscher
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von NeusserGletscher »

j-d-s hat geschrieben: 28.02.2024 - 16:12 Das spricht eine klare Sprache - und entweder man hält es für wichtig, möglichst wenig Co2 auszustoßen, dann kann man nur für Atomkraft sein. Oder man hält es eben für nicht ganz so wichtig, dann kann man es auch lassen.
Die spannende Frage ist, wusste man 2002, als man das Atom-Ausstiegsgesetz beschlossen hat, dass es ohne Gas, Öl oder Kohle nicht geht, weil mit Sonne und Wind alleine in unseren Breiten alleine selbst nach dem heutigen Stand der Technik kein stabiles Netz zu bezahlbaren Kosten betrieben werden kann? Hat man also die Öffentlichkeit bewusst über die wirtschaftlichen Folgen und die Kosten im unklaren gelassen oder wusste man es einfach nicht besser? Und egal, wie die Antwort auf diese Frage ausfällt, wieso soll ich deren Aussagen heute Glauben schenken, wenn sie ihre weiteren Pläne verkünden und erzählen, wie toll unsere Zukunft demnächst aussehen wird?
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von ralleycorse »

NeusserGletscher hat geschrieben: 28.02.2024 - 16:41
j-d-s hat geschrieben: 28.02.2024 - 16:12 Das spricht eine klare Sprache - und entweder man hält es für wichtig, möglichst wenig Co2 auszustoßen, dann kann man nur für Atomkraft sein. Oder man hält es eben für nicht ganz so wichtig, dann kann man es auch lassen.
Die spannende Frage ist, wusste man 2002, als man das Atom-Ausstiegsgesetz beschlossen hat, dass es ohne Gas, Öl oder Kohle nicht geht, weil mit Sonne und Wind alleine in unseren Breiten alleine selbst nach dem heutigen Stand der Technik kein stabiles Netz zu bezahlbaren Kosten betrieben werden kann? Hat man also die Öffentlichkeit bewusst über die wirtschaftlichen Folgen und die Kosten im unklaren gelassen oder wusste man es einfach nicht besser? Und egal, wie die Antwort auf diese Frage ausfällt, wieso soll ich deren Aussagen heute Glauben schenken, wenn sie ihre weiteren Pläne verkünden und erzählen, wie toll unsere Zukunft demnächst aussehen wird?
Mal nicht nur schwarz / weiss sehen. Selbst wenn man bei 100% regenerativ (über Sonne und Wind) an einigen Wintertagen noch konventionelle Kraftwerke braucht heisst das noch lange nicht, das es Quatsch ist auf soviel regenerativ umzusteigen wie möglich (für die anderen 360? Tage).

Zur Atomkraft: Es gibt bis heute WELTWEIT noch KEIN EINZIGES echtes Endlager. Und das nicht ohne Grund. Oder nimmst Du den strahlenden Müll zur Dir??
Die Kosten die uns noch allen dazu ins Haus stehen werden heftig sein. Und wie man sieht (England) sind die Kosten eines Neubaus (der wegen der Sicherheit früher oder später immer kommt) unabsehbar!
Wenn man die Baukosten und die Kosten der Entsorgung auf den Strom umrechnen würde (wurde nie gemacht) ist die Atomkraft völlig unrentabel!!
Von den Risiken mal abgesehen.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Martin_D »

Vorgestern habe ich mich über das niedrige Niveau in der Diskussion bei "Hart aber fair" aufgeregt.
Heute muss ich hier im Forum feststellen, dass man dieses Niveau noch locker unterbieten kann.
Die üblichen Verdächtigen wollen unbedingt wieder Karussell fahren.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Firn77 »

Was mich wirklich langsam kirre macht - hier wie im Großen draußen - diese Grundhaltung für die NeusserGletscher (entschuldige, dass ich dich herauspicke, aber du bietest gerade alles) gerade zu Bilderbuchmäßig als Beispiel dient: "Ich find das Neue (und die Neuen) schlecht, drum soll sich bitte bloß nix ändern. Und wenn dabei die Welt drauf geht? Dann hab ich wenigstens noch mein schönes Leben gehabt und muss mich nicht bewegen. Mir sind die nachfolgenden Generationen wurscht - ich kann mir immer irgendwie alles schönreden. Hauptsache es ändert sich nix. Ich hab auch keine Ideen, wie man es besser machen könnte, schimpf nur rum und das Wichtigste: Hauptsache, es ändet sich nix."

Und die Wahrheit ist viel komplexer. Und manchmal muss man einen Schritt tun, von dem man schon im voraus weiß, dass er noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist, aber eber der Weg dorthin. Aber das ist offensichtlich schon eine Stufe zu komplex...

Stillstand ist aber Tod. Die Welt verändert sich ständig. Und man kann sich immer überlegen - will ich Pilot oder Passagier sein. Schon vom Skifahren her weiß ich: Passagier ist scheiße, hat mir mein Kreuzband zerdeppert.
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Fab
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Fab »

Firn77 hat geschrieben: 28.02.2024 - 17:18 .........................................

Und die Wahrheit ist viel komplexer..................
Echt - jetzt hör aber auf. :D

Du ignorierst wie in .de der CO2-Emissionen gesunken sind - und im Alleingang wird keiner das Klima retten.
Zu Verrücktheiten jedwelcher Art besteht kein Anlass.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von GIFWilli59 »

Fab hat geschrieben: 28.02.2024 - 17:46 - und im Alleingang wird keiner das Klima retten.
Zu Verrücktheiten jedwelcher Art besteht kein Anlass.
Eben, soll doch erstmal die dritte Welt anfangen. 192 Länder erzeugen 98% der Emissionen. Deutschland sollte den letzten Schritt machen.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von kaldini »

welcher Alleingang? Auch viele andere Länder sind sehr aktiv dabei, ihren CO2 Ausstoß bzw. dessen Anstieg zu verringern.

Zum Thema Gegen Seilbahn aber für Windräder: eine Seilbahn hat meist einen touristischen Nutzen, Windräder werden benötigt, um die CO2 arme Energieproduktion zu ermöglichen - deshalb sind manche Menschen dann halt gegen eine Seilbahn, aber für Windräder in der selben Gegend.

Ich finde Neussergletscher Argumente und Aussagen verständlich. Nur sehe ich das Problem, dass die letzten 20 bis 30 Jahre einfach versäumt wurde, die Grundlagen zur Energiewende bzw. CO2 armen Energieproduktion aufzubauen und nun muss man, um die Klimaziele 2050 zu erreichen, halt eher schneller und hektischer den Wandel voranbringen. Dass dies dann auch negative Konsequenzen haben kann, ist leider der Sache geschuldet. Aber nun noch 20 Jahre auf das Wunder oder den technischen Durchbruch zu warten, um dann in 10 Jahren alles umzustellen, das kann ich mir nicht vorstellen, dass dies funktioniert (auch wenn dem Menschen sehr lange eingeredet werden kann, noch ein wenig warten, dann wird alles besser...)
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Firn77 »

Fab hat geschrieben: 28.02.2024 - 17:46 und im Alleingang wird keiner das Klima retten.
Zu Verrücktheiten jedwelcher Art besteht kein Anlass.
Eben. Nur keine Verantwortung übernehmen, nur nichts riskieren, nichts auslösen, was vielleicht im Schritt eins unangenehm sein könnte.
Witzig, wie schnell meine These sofort wieder belegt wird ;-)

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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Tyrolens »

j-d-s hat geschrieben: 28.02.2024 - 16:12 In Bezug auf die Atomkraft ist weltweit übrigens Konsens, dass die unbedingt notwendig ist, um Co2-Emissionen schnell und in großem Umfang zu reduzieren. Nur in Deutschland (heute auch nicht mehr wirklich), Österreich und Italien herrscht da eine Hysterie. Diese drei Länder sind aber global und auch europäisch stark in der Minderheit.
Ist das so? Wenn ich mir ansehe, wie es zb um Frankreichs Atomkraftwerke steht und das ist immerhin Europas Atom-Nation Nummer eins, dann sieht das für mich anders aus.
In den letzten 20 Jahren wurde in Frankreich nur ein einiges neues AKW gebaut, Flamanville 3, erste öffentliche Ankündigung 2004, Baubeginn 2007 und bis heute nicht abgeschlossen. Inbetriebnahme vielleicht Mitte 2025. Das wären dann so um die 21 Jahre. In den kommenden 21 Jahren werden in Frankreich nahezu alle AKW ihre Lebensdauer erreicht haben und vom Netz genommen werden. Aber wo werden die Nachfolger gebaut? Wurde schon angekündigt, dass Frankreich ca. 40 neue AKW bauen wird, in den kommenden 21 Jahren und wie man gedenkt, das hin zu bekommen? Investitionssumme aktuell so um die 520 Mrd Euro, Tendenz stark steigend. Bisher gibt es nur politisch motivierte Ankündigung und scheinbar werden 6 neue AKW geplant, die im Idealfall zwischen 2035 und 2042 ans Netz gehen sollen. Dass sich das schon rein rechnerisch nicht ausgeht, sollte offensichtlich sein.

Die Schweiz hat aktuell noch 5 von 7 AKW laufen. Das jüngste davon wurde 1985 in Betrieb genommen, wird also so um 2034 vom Netz genommen werden. Ab 2034 wird die Schweiz somit ohne AKW da stehen. Das muss auch gar nicht verwundern, weil die Schweiz 2017 per Volksabstimmung(!) den Atomausstieg beschlossen hat.

Inwiefern deckt sich das also mit deiner Aussage, dass jedes Land in Europa, mit Ausnahme der 3 von dir erwähnten, die Zukunft in Atomenergie sieht?


Ich bin der letzte, der gegen Atomenergie ist. Aber dass dieses Thema geschlossen ist, war schon in den 70er Jahren klar.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von NeusserGletscher »

Firn77 hat geschrieben: 28.02.2024 - 17:18 Was mich wirklich langsam kirre macht - hier wie im Großen draußen - diese Grundhaltung für die NeusserGletscher (entschuldige, dass ich dich herauspicke, aber du bietest gerade alles) gerade zu Bilderbuchmäßig als Beispiel dient: "Ich find das Neue (und die Neuen) schlecht, drum soll sich bitte bloß nix ändern. Und wenn dabei die Welt drauf geht? Dann hab ich wenigstens noch mein schönes Leben gehabt und muss mich nicht bewegen. Mir sind die nachfolgenden Generationen wurscht - ich kann mir immer irgendwie alles schönreden. Hauptsache es ändert sich nix. Ich hab auch keine Ideen, wie man es besser machen könnte, schimpf nur rum und das Wichtigste: Hauptsache, es ändet sich nix."
Das ist eine Fehlinterpretation. Grundsätzlich habe ich überhaupt nichts gegen Windräder, Solarparks, Wärmepumpen oder Elektroautos. Ich sehe nur eine einfache Anforderung: Es muss nur funktionieren und bezahlbar sein. Denn wenn das am Ende nicht funktioniert oder zu teuer wird, dann sind wir als Land nicht mehr wettbewerbsfähig. Energiepolitik ist kein "wünsch Dir was" sondern schlicht ein "so ist es".

Alle mir bekannten technischen Varianten sind zwar theoretisch denkbar, führen aber zu enormen Investitionen, Ressourcenverbrauch und damit Kosten. Als Knackpunkt sehe ich dabei die saisonale Speicherung.

Mir ist überhaupt nicht klar, wie man Überschüsse aus dem Sommer für ein paar Monate speichern kann, um dann im Winter davon zu profitieren. In diesem Video zur Vorbereitung auf die Volksabstimmung in der Schweiz im letzten Jahr wird zum Beispiel als eine Variante angeführt, für eine vollständige Energiewende müsse die Schweiz noch neunmal den Staudamm Grande Dixence bauen. Mir ist schon nicht ganz klar, wo man in der Schweiz noch neun Staudämme dieser Größenordnung bauen könnte. Aber in Deutschland, wo unser Energiebedarf unter Berücksichtigung der höheren Energieeffizienz am Ende mehr als 10x von dem der Schweiz betragen wird, kann es nicht funktionieren. Wir haben schlicht nicht genügend Täler in den Alpen, die wir fluten könnten, um 90 Staudämme dieser Art zu bauen.

Und all die schönen Machbarkeits-Studien, die ich bislang dazu gesehen habe, haben einen ganz entscheidenden Makel: Am Ende zahlt man für eine Kilowattstunde Energie einen Preis und den habe ich noch nirgendwo gelesen. Vielleicht kann hier mal jemand aus dem Forum aushelfen und mir eine Studie zeigen, wo nachvollziehbar alles durchgerechnet ist und an deren Ende steht: Im Jahr 2050, nach dem Vollzug des Ausstiegs aus allen fossilen Energieträgern und der Kernenergie, kostet die Kilowattstunde Energie inflationsbereinigt gegenüber 2024 den Betrag X.

Denn am Ende entscheidet alleine der Preis, ob Deutschland wettbewerbsfähig sein wird oder ob am Ende symbolisch bei uns die Lichter ausgehen.

Vielleicht kannst Du mir ja helfen, meine Wissenslücken zu schließen.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Firn77 »

NeusserGletscher hat geschrieben: 29.02.2024 - 08:26
Firn77 hat geschrieben: 28.02.2024 - 17:18 Was mich wirklich langsam kirre macht - hier wie im Großen draußen - diese Grundhaltung für die NeusserGletscher (entschuldige, dass ich dich herauspicke, aber du bietest gerade alles) gerade zu Bilderbuchmäßig als Beispiel dient: "Ich find das Neue (und die Neuen) schlecht, drum soll sich bitte bloß nix ändern. Und wenn dabei die Welt drauf geht? Dann hab ich wenigstens noch mein schönes Leben gehabt und muss mich nicht bewegen. Mir sind die nachfolgenden Generationen wurscht - ich kann mir immer irgendwie alles schönreden. Hauptsache es ändert sich nix. Ich hab auch keine Ideen, wie man es besser machen könnte, schimpf nur rum und das Wichtigste: Hauptsache, es ändet sich nix."
Grundsätzlich habe ich überhaupt nichts gegen Windräder, Solarparks, Wärmepumpen oder Elektroautos. Ich sehe nur eine einfache Anforderung: Es muss nur funktionieren und bezahlbar sein. Denn wenn das am Ende nicht funktioniert oder zu teuer wird, dann sind wir als Land nicht mehr wettbewerbsfähig. Energiepolitik ist kein "wünsch Dir was" sondern schlicht ein "so ist es".
Bin ich bei dir. Dafür braucht es aber auch einen politischen, wie gesellschaftlichen Willen. Und der hat nun mal viel mit Veränderung zu tun. Und die wird von Menschen wie dir viel zu oft mit Angst konnotiert.
NeusserGletscher hat geschrieben: 29.02.2024 - 08:26 Alle mir bekannten technischen Varianten sind zwar theoretisch denkbar, führen aber zu enormen Investitionen, Ressourcenverbrauch und damit Kosten. Als Knackpunkt sehe ich dabei die saisonale Speicherung.
Das ist natürlich mit den Stauseen utopisch, da bin ich ganz bei dir. Aber es werden doch längst andere Speichervarianten erforscht und auch schon umgesetzt. Die thermische Flüssigspeicherung z.B. https://www.handelsblatt.com/technik/th ... 99310.html
Wenn man endlich mal konsequent und in gewisser Hinsicht auch pragmatisch nach vorne gehen würde, dann kämen auch die Entwicklungen schneller. Aber da braucht es ein gesellschaftliches Wollen, Optimismus. Wir haben gerade die geringste Kohleverstromung seit den 60er Jahren. Der Anteil von Atomstrom aus dem Ausland liegt bei unter 1 %. Es geht doch jetzt schon ganz gut.
Wir sind doch DAS Ingenenieurland. Lasst uns Milliarden in die Forschung pumpen, das kommt immer noch günstiger als ein ungebremster Klimawandel.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von stephezapo »

Weil hier grad mal wieder über die hohen Kosten der Energiewende gesprochen wird:

Die Lager sind voll mit PV-Modulen, der Preis ist lächerlich gering. Mwst-Befreiung gibt es noch dazu, bis zumindest 2025. Hier in Österreich sitzen die Energieversorger auf einem riesigen Haufen Geld und wollen massiv in den Ausbau investieren. Es hakt aber an der Politik (Bund vs. Länderkompetenzen) und Bürgerinitiativen, die das große Ganze nicht sehen wollen und jede Anlage inkl. Netzausbauprojekten torpedieren.
Es gab vor einigen Jahren unter einer umstrittenen Regierung die Idee, großen Infrastrukturprojekten eine "Überholspur" betreffend Verfahren möglicher Einspruchsmöglichkeiten zu geben, wenn sie von großem nationalen Interesse seien.

Die PV auf unserem Hausdach war die beste Investition ever. Mit 9.3kWp habe ich selbst im Jänner 87% des Gesamtenergieverbrauchs unseres Hauses bilanziell gedeckt (Luftwärmepumpe). Dieses Jahr kommt noch ein 10kwh-Speicher dazu, dann wird aus dem "bilanziell" ein "direkt".
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Fab »

Firn77 hat geschrieben: 29.02.2024 - 09:17 ...................................................
Wir haben gerade die geringste Kohleverstromung seit den 60er Jahren. Der Anteil von Atomstrom aus dem Ausland liegt bei unter 1 %. Es geht doch jetzt schon ganz gut......................
Ach!
Hab ja oben geschrieben über das Absinken der CO2-Emissionen geschrieben, übrigens um ca 37% seit 1990, zitier mich mal selber
Fab hat geschrieben:Du ignorierst wie in .de der CO2-Emissionen gesunken sind...
Das hast du aber weggelassen, weil es dir so besser in denn Kram passt, als du mich zitiert und so nebenbei persönlich angegriffen hast. Aber ohne persönliche Diskreditierung kommt ja deinesgleichen gar nicht aus.

Das bezeichne ich als doppelzüngig.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Firn77 »

Fab hat geschrieben: 29.02.2024 - 10:45 Das hast du aber weggelassen, weil es dir so besser in denn Kram passt, als du mich zitiert und so nebenbei persönlich angegriffen hast. Aber ohne persönliche Diskreditierung kommt ja deinesgleichen gar nicht aus.
Ist es nicht vielmehr so, dass du der Einzige bist, der hier diffamiert? Sei es Louis Klamroth, oder Katha Schulze, oder jetzt halt mich. Keine Ahnung, wer "Meinesgleichen" sein soll. Grün hab ich auf jeden Fall noch nie gewählt, kann sie aber als klar erkennbare, streitbare Partei gut akzeptieren.

Ich habe lediglich ein gesellschaftliches Phänomen beschrieben, für das du erneut das beste Beispiel lieferst, in dem du schon wieder Veranwortung auf andere ablagerst. Kann man machen. Ist nur nicht so schlau, weil kaum zielführend.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von NeusserGletscher »

Firn77 hat geschrieben: 29.02.2024 - 09:17 Wir sind doch DAS Ingenenieurland. Lasst uns Milliarden in die Forschung pumpen, das kommt immer noch günstiger als ein ungebremster Klimawandel.
Wir WAREN einst einmal DAS Ingenenieurland. Bis wir mit Bologna unsere Anforderungen abgesenkt und nebenbei immer mehr Bullshit-Studiengänge aufgelegt haben, um eigentlich studierunfähigen Menschen irgendein Mickey-Mouse Diplom hinterherzuwerfen anstatt sie einen ordentlichen handwerklichen Beruf lernen zu lassen. Wenn überhaupt, dann sehe ich Innovationen bei der Speicherung von Energie in China oder halt in jenen Ländern, die noch Wert auf eine solide Schul- und Hochschulausbildung legen. Traurig, aber die Energiewende und die aktuell hohen Energiepreise sehe ich nur als den "schwarzen Schwan", der nun schonungslos alle Versäumnisse der letzten Jahrzehnte bei Bildung, Infrastruktur, Arbeitsmarkt etc. offen legt.
stephezapo hat geschrieben: 29.02.2024 - 09:57 Die PV auf unserem Hausdach war die beste Investition ever. Mit 9.3kWp habe ich selbst im Jänner 87% des Gesamtenergieverbrauchs unseres Hauses bilanziell gedeckt (Luftwärmepumpe). Dieses Jahr kommt noch ein 10kwh-Speicher dazu, dann wird aus dem "bilanziell" ein "direkt".
Dieser Januar war besonders warm. Wenn wir mal einen dunklen, kalten Januar haben, das Dach nicht nach Süden zeigt, aus welchen Gründen verschattet wird, das Haus nicht energetisch saniert wurde, mehrere Parteien unter dem Dach leben oder kein Keller vorhanden ist, um den Speicher aufzustellen, funktioniert das ganze schon nicht mehr halb so gut.

Im Prinzip zeigt Dein Beispiel das ganze Dilemma der Energiewende. Wenn die Voraussetzungen stimmen und alles gut läuft, dann benötigst Du im Idealfall keine Kilowattstunde Energie von außen. Läuft es mal nicht so gut, dann musst Du die gesamte Energie aus dem Netz ziehen. Da "im Netz" die Sonne dann genau so wenig scheint, müssen wir Deinen Speicher zweimal aufstellen: einmal bei Dir im Keller und ein zweites Mal irgendwo "im Netz".
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von ralleycorse »

Wer glaubt Klimaschutz gibt es zum Nulltarif, der hat es nicht verstanden.
Und wenn man alle Lösungen ablehnt die auch Nachteile haben, wird man nie etwas ändern.

Nur langfristig gesehen wird nichts tun noch sehr viel teurer mit noch krasseren/grösseren Nachteilen.
Aber was schert es uns? Trifft doch eh nur die nächste Generation...

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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von GIFWilli59 »

Man könnte ja anstelle des Speichers im Netz erstmal Gaskraftwerke nehmen. Die werden abgeschaltet, wenn genug Strom über PV und Wind kommt.
Überschüssigen Strom sollte man perspektivisch in Gas oder Wasserstoff umwandeln, dass man ja wie gehabt relativ gut lagern kann.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von kaldini »

NeusserGletscher hat geschrieben: 29.02.2024 - 15:33
Firn77 hat geschrieben: 29.02.2024 - 09:17 Wir sind doch DAS Ingenenieurland. Lasst uns Milliarden in die Forschung pumpen, das kommt immer noch günstiger als ein ungebremster Klimawandel.
Wir WAREN einst einmal DAS Ingenenieurland. Bis wir mit Bologna unsere Anforderungen abgesenkt und nebenbei immer mehr Bullshit-Studiengänge aufgelegt haben, um eigentlich studierunfähigen Menschen irgendein Mickey-Mouse Diplom hinterherzuwerfen anstatt sie einen ordentlichen handwerklichen Beruf lernen zu lassen. Wenn überhaupt, dann sehe ich Innovationen bei der Speicherung von Energie in China oder halt in jenen Ländern, die noch Wert auf eine solide Schul- und Hochschulausbildung legen. Traurig, aber die Energiewende und die aktuell hohen Energiepreise sehe ich nur als den "schwarzen Schwan", der nun schonungslos alle Versäumnisse der letzten Jahrzehnte bei Bildung, Infrastruktur, Arbeitsmarkt etc. offen legt.
stephezapo hat geschrieben: 29.02.2024 - 09:57 Die PV auf unserem Hausdach war die beste Investition ever. Mit 9.3kWp habe ich selbst im Jänner 87% des Gesamtenergieverbrauchs unseres Hauses bilanziell gedeckt (Luftwärmepumpe). Dieses Jahr kommt noch ein 10kwh-Speicher dazu, dann wird aus dem "bilanziell" ein "direkt".
Dieser Januar war besonders warm. Wenn wir mal einen dunklen, kalten Januar haben, das Dach nicht nach Süden zeigt, aus welchen Gründen verschattet wird, das Haus nicht energetisch saniert wurde, mehrere Parteien unter dem Dach leben oder kein Keller vorhanden ist, um den Speicher aufzustellen, funktioniert das ganze schon nicht mehr halb so gut.

Im Prinzip zeigt Dein Beispiel das ganze Dilemma der Energiewende. Wenn die Voraussetzungen stimmen und alles gut läuft, dann benötigst Du im Idealfall keine Kilowattstunde Energie von außen. Läuft es mal nicht so gut, dann musst Du die gesamte Energie aus dem Netz ziehen. Da "im Netz" die Sonne dann genau so wenig scheint, müssen wir Deinen Speicher zweimal aufstellen: einmal bei Dir im Keller und ein zweites Mal irgendwo "im Netz".
@Ingenieurland: könnte aber auch dran liegen, dass zu lange an den alten Technologien festgehalten wurde. Statt in neue Technologien zu investieren, versucht man lieber, aus den bestehenden, bekannten Technologien weiterhin genug raus zu holen.

@Dilemma der Energiewende: stimmt. Ich fände es daher besser, dass man garantierte Einspeiseleistungen (sorry, ist sicher nicht der passende Begriff, aber ich hab nur den Bullshit-Studiengang schlechthin studiert (BWL) ;-) ) verlangen muss - wie die dann produziert werden, ist Aufgabe des Betreibers (z.B. ein Windpark gekoppelt mit einem Gaskraftwerk und noch ein paar Akkuspeichern). Durch das Besteuern des CO2 Ausstoßes kann dann auch sicher gestellt werden, dass die alten Anlagen einfach weiter betrieben werden. Und klar, muss man auch einen kleinen Obolus für das bereitstellen des Extrakraftwerks einrechnen.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von ralleycorse »

Nur ein Beispiel:

Der aktuelle BMW X1 20d verbraucht laut ADAC Test 5,5l Diesel auf 100km. Das sind gerechnet mit 9,8 kWh/Liter Diesel ein Verbrauch von 53,9 kWh/100km
Der aktuelle BMW iX1 verbraucht laut ADAC Test 19,9kWh. Bei besseren Fahrleistungen.

Der Diesel verbraucht das 2,7 fache des Elektroautos!

Und jetzt kommen alle und lehnen das E-Auto ab weil die Reichweite geringer ist - im Ernst???
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Fab
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Fab »

Firn77 hat geschrieben: 29.02.2024 - 14:05
Fab hat geschrieben: 29.02.2024 - 10:45 Das hast du aber weggelassen, weil es dir so besser in denn Kram passt, als du mich zitiert und so nebenbei persönlich angegriffen hast. Aber ohne persönliche Diskreditierung kommt ja deinesgleichen gar nicht aus.
Ist es nicht vielmehr so, dass du der Einzige bist, der hier diffamiert? Sei es Louis Klamroth, oder Katha Schulze, oder jetzt halt mich. ............
Ich diffamiere niemand.
Wie hat Maxi Schffroth gestern am Nockherberg so schön gesagt.
"Katha, du musst lernen zuzuhören. Zuhören ist das Gegeteil von reden". Jou, die nervt :D

Was ich über Katha S. geschrieben habe, war ein zugegeben boshafter Spaß. Unterscheidet sich schon von einer Diffamierung.
Aber beim Weltretten humorbefreit, kann man dies evtl. schwer auseinanderhalten.

Bei Klamroth empfehle ich mal drauf zu achten, wen er ausreden lässt und wem er das Wort abschneidet.
Bin gespannt wie lange der seinen Sendeplatz behält.

Dich hab ich wegen deiner sowohl selektiven Zitiererei u. Argumentation angesprochen.
Hast dir eh binnen zweier Posting selbst widersprochen.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Mt. Cervino »

Wer glaubt er kann sein ganzes Haus inkl. Wärmepumpe im Januar komplett dauerhaft autark mit PV-Strom versorgen, nur weil er noch einen 10kw Speicher dran hängt, hat es leider auch nicht verstanden.
Das Problem bei der PV- und Windraftstromerzeugung sind die großen Überschüsse zu manchen Zeiten und die ebenfalls auftretende massive Unterversorgung zu anderen Zeiten, die maximal ein paar Stunden bis 1 oder 2 Tage in Privathaushalten überbrückt werden können, in der Industrie oder anderen Verbrauchstellen aber praktisch gar nicht.
Um damit umgehen zu können, und um eine dauerhaft lückenlose Stromversorgung zu gewährleisten, braucht man eine komplette Backup-Struktur bei den Kraftwerken und teure Leitungskapazitäten, um den Strombedarf auch bei massiver Stromüberproduktion ins Ausland abzuführen.
In 2023 haben wir in DE alleine ca. 1 Mrd Euro bezahlt, damit ausländische Energieversorger uns den überschüssigen Strom abnehmen. Das wird in Zukunft noch deutlich mehr werden wenn PV und Windkraft ausgebaut werden. Und auch diese Kosten zahlen wir alle über den Strompreis mit.

Bitte versteht mich nicht falsch: Ich bin nicht generell gegen den Ausbau von PV und Windenergie, aber die damit verbundenen Kosten werden enorm sein, und wir - Haushalte, Industrie, öffentliche Hand etc. - werden die Kosten mit allen Konsequenzen tragen müssen.
Eine nachhaltige langfristige Energietransformation wird deutlich länger dauern als wir uns das momentan vorstellen und funktioniert nur mit einem ganzheitlichen Energiekonzept, das eben auch Themen wie Grundlast, Backupkraftwerke und Leitungsausbau in welcher Form auch immer beinhaltet.
Und so eine Strategie sehe ich leider nirgends - aktuell nicht mal am Horizont...
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von j-d-s »

ralleycorse hat geschrieben: 29.02.2024 - 16:05 Wer glaubt Klimaschutz gibt es zum Nulltarif, der hat es nicht verstanden.
Und wenn man alle Lösungen ablehnt die auch Nachteile haben, wird man nie etwas ändern.

Nur langfristig gesehen wird nichts tun noch sehr viel teurer mit noch krasseren/grösseren Nachteilen.
Aber was schert es uns? Trifft doch eh nur die nächste Generation...
Das finde ich immer die lustige Argumentation der Klimaschützer (in D): "Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif", danach aber "Atomkraft ist zu teuer".

Bei uns in D ging und gehts ja nichtmal um Neubauten, man hat technisch exzellente Atomkraftwerke in hervorragendem Zustand aus reiner Ideologie abgeschaltet. Isar 2 und Neckarwestheim beispielsweise sind bis heute in jeder Hinsicht ausgezeichnet und dass es "teuer" gewesen wäre, die weiter zu betreiben ist offensichtlich nicht wahr - im Gegenteil, deren Abschaltung ist teuer, weil man den Strom jetzt anderweitig bekommen muss.
Tyrolens hat geschrieben: 29.02.2024 - 06:56
j-d-s hat geschrieben: 28.02.2024 - 16:12 In Bezug auf die Atomkraft ist weltweit übrigens Konsens, dass die unbedingt notwendig ist, um Co2-Emissionen schnell und in großem Umfang zu reduzieren. Nur in Deutschland (heute auch nicht mehr wirklich), Österreich und Italien herrscht da eine Hysterie. Diese drei Länder sind aber global und auch europäisch stark in der Minderheit.
Ist das so? Wenn ich mir ansehe, wie es zb um Frankreichs Atomkraftwerke steht und das ist immerhin Europas Atom-Nation Nummer eins, dann sieht das für mich anders aus.
In den letzten 20 Jahren wurde in Frankreich nur ein einiges neues AKW gebaut, Flamanville 3, erste öffentliche Ankündigung 2004, Baubeginn 2007 und bis heute nicht abgeschlossen. Inbetriebnahme vielleicht Mitte 2025. Das wären dann so um die 21 Jahre. In den kommenden 21 Jahren werden in Frankreich nahezu alle AKW ihre Lebensdauer erreicht haben und vom Netz genommen werden. Aber wo werden die Nachfolger gebaut? Wurde schon angekündigt, dass Frankreich ca. 40 neue AKW bauen wird, in den kommenden 21 Jahren und wie man gedenkt, das hin zu bekommen? Investitionssumme aktuell so um die 520 Mrd Euro, Tendenz stark steigend. Bisher gibt es nur politisch motivierte Ankündigung und scheinbar werden 6 neue AKW geplant, die im Idealfall zwischen 2035 und 2042 ans Netz gehen sollen. Dass sich das schon rein rechnerisch nicht ausgeht, sollte offensichtlich sein.

Die Schweiz hat aktuell noch 5 von 7 AKW laufen. Das jüngste davon wurde 1985 in Betrieb genommen, wird also so um 2034 vom Netz genommen werden. Ab 2034 wird die Schweiz somit ohne AKW da stehen. Das muss auch gar nicht verwundern, weil die Schweiz 2017 per Volksabstimmung(!) den Atomausstieg beschlossen hat.

Inwiefern deckt sich das also mit deiner Aussage, dass jedes Land in Europa, mit Ausnahme der 3 von dir erwähnten, die Zukunft in Atomenergie sieht?


Ich bin der letzte, der gegen Atomenergie ist. Aber dass dieses Thema geschlossen ist, war schon in den 70er Jahren klar.
Das mit der Schweiz stimmt nicht. Erstens war das nicht 2017, sondern 2016, und da wurde der Atomausstieg explizit abgelehnt (es war eine Vorlage der Grünen, die den Atomausstieg forderte, und die Mehrheit war dagegen).
Dass es in der Schweiz irgendeinen expliziten Beschluss des Volkes gegen neue Atomkraftwerke, den Weiterbetrieb/Modernisierung bestehender o.ä. gäbe, wäre mir neu.

Übrigens ist das Gerede von einer "maximalen Betriebsdauer" eines Atomkraftwerks ziemlicher Unfug. Man kann Atomkraftwerke kontinuierlich erneuern und dann auch hunderte Jahre betreiben (ein Atomkraftwerk besteht aus vielen verschiedenen Einzelteilen und Komponenten, die man alle austauschen kann - manche leichter, andere schwieriger).
Selbst wenn man den Reaktor komplett austauschen wollte, wäre es sinnvoller, einfach an Ort und Stelle eines bestehenden Atomkraftwerks zu bauen, da man dann bestehende Infrastruktur wie Abklingbecken, Teile der Kühlkreisläufe, Versorgungs- und Wirtschaftsräume, Straßen, Flüsse, Kühltürme, Sicherheit und Bewachung, Kontrollzentren usw. weiternutzen kann.
Das wird von Atomkraftgegnern gerne verschwiegen und dann einfach behauptet, man müsse "auf der Grünen Wiese" von Grund auf neu bauen.

Und das ist auch der Grund, warum Frankreich afaik derzeit nur den Neubau von wenigen Reaktoren plant: Die haben eine große Überkapazität, deren vorhandene Reaktoren erzeugen (wenn sie alle gleichzeitig auf Voller Last liefen) über 140% des Stromverbrauchs von ganz Frankreich, aber das Stromnetz darf nie nennenswert zu viel oder zu wenig Strom haben (sonst wird es asynchron und fällt aus). Deshalb muss - so wie in Deutschland an heißen Sommertagen der Solarstrom - die Leistung oft reduziert werden.

In Bezug auf Atomkraft europaweit: Nun, Polen, Tschechien, GB planen oder bauen bereits neue Atomkraftwerke. Finnland und Schweden (die bei uns gerne als Vorreiter in Sachen "grüner Energie" bezeichnet werden) planen langfristig mit Atomkraft, um geringen Co2-Ausstoß zu haben. Du kannst auch mal alle Länder durchgehen, einen Atomausstieg gibts nur in sehr wenigen, es gibt mehr Länder, die neue Atomkraftwerke planen oder bauen.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von siri »

ralleycorse hat geschrieben: 29.02.2024 - 16:22 Nur ein Beispiel:

Der aktuelle BMW X1 20d verbraucht laut ADAC Test 5,5l Diesel auf 100km. Das sind gerechnet mit 9,8 kWh/Liter Diesel ein Verbrauch von 53,9 kWh/100km
Der aktuelle BMW iX1 verbraucht laut ADAC Test 19,9kWh. Bei besseren Fahrleistungen.

Der Diesel verbraucht das 2,7 fache des Elektroautos!

Und jetzt kommen alle und lehnen das E-Auto ab weil die Reichweite geringer ist - im Ernst???
der gemeine Autofahrer rechnet
5,5l Diesel je 1,70 = 9,35 €
19,9kWh je 0,49 (+Grundgebühr) = 9,75 € + viel höhere Anschaffung + 225,-€ / Std bei fälligen Wartungsarbeiten + schlechte Nachhaltigkeit da mit Ende der Batterielebensdauer die Karre keiner mehr haben will
Also nur um das Klima zu bremsen ist rechnerisch das E-Auto sinnvoll :roll:

PS: Hab Ihr schon bemerkt? Es ist der längste Februar seit 3 Jahren. Wer ist da verantwortlich? :roll:
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Jan Tenner »

Fab hat geschrieben: 29.02.2024 - 16:24 Was ich über Katha S. geschrieben habe, war ein zugegeben boshafter Spaß. Unterscheidet sich schon von einer Diffamierung.
War die folgende nachweisliche Falschbehauptung* auch nur ein boshafter "Spaß"? Oder war das schon eine boshafte Unterstellung und unterscheidet sich somit überhaupt nicht von einer Diffamierung?
Fab hat geschrieben: 27.02.2024 - 13:06 Da haben wir dann einen Moderator, der mit Luisa Neubauer privat liiert ist. Eine Aktivistin der Letzten Generation.
*) Luisa Neubauer ist höchstens bei FFF und nicht bei der Letzten Generation und damit auch nicht Aktivistin einer Gruppierung, die in der Öffentlichkeit gerne auch mal emotional negativ aufgeladen mit "Terrorismus" und "Nötigung" usw. in Verbindung gebracht wird (Neubauer hat die Aktionen der Letzten Generation sogar mehrfach öffentlich kritisiert). Aber es war bestimmt nur ein kleiner schusseliger Fehler und kein Versuch, dass irgendetwas von dem Narrativ "Louis Klamroth steck mit den Klimaklebern unter einer Decke" hängenbleiben soll, stimmts? ;D

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