Aber selbst da (ich kenns primär von der Predigstuhlbahn) ist das nur eine zusätzliche Verbindung, nicht die Einzige.Mountaineer hat geschrieben: 19.04.2025 - 13:47 Die Anbindung der Schwingungsdämpfer am Zugseil war in früherer Zeit nicht unüblich, siehe z.B. bei alten Bleichert Pendelbahnen.
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Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Vier Tote und ein Verletzter
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MarcB96
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Da muss ich leider Widersprechen. Die aktuelle Anbindung des Dämpfers (und auch früher schon) erfolgt bei der Predigtstuhlbahn nur am Zugseil (gut ersichtlich auf den mir vorliegenden Konstruktionszeichnungen und aktuellen Fotos des Laufwerks nach der Revision durch die Fa. Leitner). Bei der Bahn auf den Montserrat in Spanien ist der Dämpfer mit einer zusätzlichen Kette am Gehängearm gesichert. (einfach mal mit der Google Bildersuche nachschauen).
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Kakadu
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
... dürfte wohl ein Verschreiber sein – Du meinst doch das Tragseil – das (wie auch schon erwähnt) kein vollverschlossenes Seil ist ...ATV hat geschrieben: 19.04.2025 - 09:53
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=0dVu_sAixkU
Was auffällt, man sieht auf dem Zugseil den Bremsweg. ca50cm sind auf dem Tragseil (Litzenseil) blank poliert.
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Die Position der Bremsbacken deutet eher darauf hin, dass sie nicht geschlossen wurden. Eine abschließende Feststellung lässt sich anhand des Bildes jedoch nicht treffen.
Aus dem Bild geht hervor, dass die Bremsbacken in einem pink-roten Farbton lackiert sind und dass dieser Lack im selben Farbton erscheint wie am übrigen sichtbaren Teil des Laufwerks.
Wäre die Fangbremse hingegen im geschlossenen Zustand am Tragseil entlang nach unten gezogen worden, hätte sie sich dabei so stark erhitzt, dass die Lackfarbe verbrannt und entsprechend schwarz verfärbt sein müsste – oder nicht?
Hätte nicht auch Abrieb und Funkenflug den bergseitigen Teil des Laufwerks pechschwarz verfärben müssen?
(vgl. Feuerball bei Fangbremsversuchen an der ehem. Gaislachkogel-PB)

Aus dem Bild geht hervor, dass die Bremsbacken in einem pink-roten Farbton lackiert sind und dass dieser Lack im selben Farbton erscheint wie am übrigen sichtbaren Teil des Laufwerks.
Wäre die Fangbremse hingegen im geschlossenen Zustand am Tragseil entlang nach unten gezogen worden, hätte sie sich dabei so stark erhitzt, dass die Lackfarbe verbrannt und entsprechend schwarz verfärbt sein müsste – oder nicht?
Hätte nicht auch Abrieb und Funkenflug den bergseitigen Teil des Laufwerks pechschwarz verfärben müssen?
(vgl. Feuerball bei Fangbremsversuchen an der ehem. Gaislachkogel-PB)
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Auf dem Bild von Kris ist sehr schön zu sehen, dass die hyraulische Schlaffseilauslösung an der Zugseilbefestigungen Ähnlich wenn nicht gleich aufgebaut ist wie am Mottarone.
Zuletzt geändert von ATV am 19.04.2025 - 22:18, insgesamt 1-mal geändert.
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.
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Kakadu
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Der weinrote Farbton des Laufwerks incl. Fangbremsbacken ist das eine – auf dem Bild ist doch erkennbar, daß die inneren Seiten der Backen hellbraun erscheinen und farblich vom weinrot der Backen unterscheidbar sind – oder täuscht das? Wenn dem so sei, dann sind das die Bremsbeläge – und die können nur dann überhaupt noch so hellbraun sichtbar sein, wenn die Fangbremse gar nicht im Einsatz war, da eine Auslösung die Beläge nicht nur abgebrannt (und schwärzlich verkohlt) hätte, sondern auch weggeripst (mal abgesehen von den Rußspuren auf den Bremsbacken und dem Laufwerk selbst. Fazit: könnte sehr wohl danach aussehen, daß die Fangbremse – wie am Mottarone – gar nicht ausgelöst hat; die Frage ist natürlich: wenn dem so sei: weshalb nicht? ... Das Laufwerk liegt leider derart im Gras, daß nicht direkt erkennbar ist, ob da – wie am Mottarone – die Bremse durch einen Forchettone inaktiviert war.
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MarcB96
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Ich konnte auf Videos, wo die Bahn noch in Betrieb war, keine ähnliche Konstruktion am Laufwerk erkennen. Da ist eigentlich nur dieser horizontale Kolben erkennbar.Kakadu hat geschrieben: 19.04.2025 - 20:35 Der weinrote Farbton des Laufwerks incl. Fangbremsbacken ist das eine – auf dem Bild ist doch erkennbar, daß die inneren Seiten der Backen hellbraun erscheinen und farblich vom weinrot der Backen unterscheidbar sind – oder täuscht das? Wenn dem so sei, dann sind das die Bremsbeläge – und die können nur dann überhaupt noch so hellbraun sichtbar sein, wenn die Fangbremse gar nicht im Einsatz war, da eine Auslösung die Beläge nicht nur abgebrannt (und schwärzlich verkohlt) hätte, sondern auch weggeripst (mal abgesehen von den Rußspuren auf den Bremsbacken und dem Laufwerk selbst. Fazit: könnte sehr wohl danach aussehen, daß die Fangbremse – wie am Mottarone – gar nicht ausgelöst hat; die Frage ist natürlich: wenn dem so sei: weshalb nicht? ... Das Laufwerk liegt leider derart im Gras, daß nicht direkt erkennbar ist, ob da – wie am Mottarone – die Bremse durch einen Forchettone inaktiviert war.
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Es geht nicht darum, ob hier die Fangbremse in der gleichen Art (mit einer Gabel auf dem hinter dem Klemmgelenk liegenden Teil der Backen) erfolgt oder anderswie. Die Bauart am Mottarone ließ leicht erkennen, daß die Bremsauslösung blockiert war; ob es hier auch der Fall war, ist eine der noch unbeantworteten Fragen – auch wenn die Auslöseblockierung anders erfolgt. Es wird auch bei dieser Bahn eine Methode geben, die Auslösung der Fangbremse zu unterbinden.
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Die Fanbremse müsste nach dem System Bell Kriens funktionieren. Hyraulisch offen gehalten wird im Störungsfall der Druck abeglassen und mit einer Feder ein Keil zwischen die Bremsbacken gezogen:
Funktionsweise ist hier nachzulesen:
https://www.e-periodica.ch/digbib/view? ... ::529#3689
Achtung da die Bremse 1957 entwickelt wurde und die Publikation von 1965 stammt, sind die Erkenntnisse von Bettmeralp und Wettstein nicht berücksichtigt.
https://www.e-periodica.ch/digbib/view? ... ::529#3689
Achtung da die Bremse 1957 entwickelt wurde und die Publikation von 1965 stammt, sind die Erkenntnisse von Bettmeralp und Wettstein nicht berücksichtigt.
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
25 Oct 2024 - Mount Faito cable car sudden stop
https://www.youtube.com/watch?v=1fjScPx_e-c
Hier noch das alte ausgestellte Steuerpult, schätze so ca. 80er Jahre, bereits von EEI:
https://youtu.be/IuM6oOfxR_g?t=130
Hier die vorherige vor-ort Steuerstelle in der Kabine, die wurde mittlerwile erneuert (gleiches Video wie oben, möglicherweise von 2022, die Videoüberwachung is bereits vorhanden):
https://youtu.be/IuM6oOfxR_g?t=386
Möglicherweise wurde die Elektrotechnik der Kabinen seit ca. 2022 vollständig oder teilweise erneuert wobei die Haupteuerung dann nicht komplett erneuert wurde. Bei gewissen Seilbahnsteuerungshersteller ist das Alter der Steuerung jedoch schwer einzuschätzen da z.T. gewisse ziemlich neu sind obwohl sie veraltet aussehen (z.B: typischerweise Seirel).
Bzgl. Unfallhergang zweifle ich irgendwie stark an der offiziellen Schilderung.
Hier noch eine grobe Einschätzung der Terrainhöhen, m über Meer:
1097 m ü.M. (NN) Bergstation, Terrasse
15 m ü.M (NN) Talstation, Einfahrtseite
Strasssenüberflugspunklte, von Bergsation nach Talstation bis zum Stahlgerüs, auf Seilbahnlängsachse (Trasseeachse) bezogen:
01 981 m ü.M. (NN)
02 917
03 821
04 792
05 657
06 623
07 523
08 307
09 295
10 270
11 259
12 226
13 205 (Stahlgerüst)
Ungefähre Terrainhöhe Stützen:
(Talstation)
P1 43 m
P2 544 m
P3 886 m
(Bergstation)
Kann jemand die Stützenhöhen (Tragseilebene) sowie die Höhenlage des Tragseils in der Bergstation?
Poste später.
Edit:
Das das Gelände unterhalb der Strasse recht steil ist, schätze ich mal so grob, dass die Absturzstelle etwa 15 m unterhalb der Strasse liegt, leicht östlich von der Trasseeachse von Spur 2 liegt.
Edit:
vor-ort Steuerstelle (anstelle vo-ort Tippfehler).
https://www.youtube.com/watch?v=1fjScPx_e-c
Hier noch das alte ausgestellte Steuerpult, schätze so ca. 80er Jahre, bereits von EEI:
https://youtu.be/IuM6oOfxR_g?t=130
Hier die vorherige vor-ort Steuerstelle in der Kabine, die wurde mittlerwile erneuert (gleiches Video wie oben, möglicherweise von 2022, die Videoüberwachung is bereits vorhanden):
https://youtu.be/IuM6oOfxR_g?t=386
Möglicherweise wurde die Elektrotechnik der Kabinen seit ca. 2022 vollständig oder teilweise erneuert wobei die Haupteuerung dann nicht komplett erneuert wurde. Bei gewissen Seilbahnsteuerungshersteller ist das Alter der Steuerung jedoch schwer einzuschätzen da z.T. gewisse ziemlich neu sind obwohl sie veraltet aussehen (z.B: typischerweise Seirel).
Bzgl. Unfallhergang zweifle ich irgendwie stark an der offiziellen Schilderung.
Hier noch eine grobe Einschätzung der Terrainhöhen, m über Meer:
1097 m ü.M. (NN) Bergstation, Terrasse
15 m ü.M (NN) Talstation, Einfahrtseite
Strasssenüberflugspunklte, von Bergsation nach Talstation bis zum Stahlgerüs, auf Seilbahnlängsachse (Trasseeachse) bezogen:
01 981 m ü.M. (NN)
02 917
03 821
04 792
05 657
06 623
07 523
08 307
09 295
10 270
11 259
12 226
13 205 (Stahlgerüst)
Ungefähre Terrainhöhe Stützen:
(Talstation)
P1 43 m
P2 544 m
P3 886 m
(Bergstation)
Kann jemand die Stützenhöhen (Tragseilebene) sowie die Höhenlage des Tragseils in der Bergstation?
Poste später.
Edit:
Das das Gelände unterhalb der Strasse recht steil ist, schätze ich mal so grob, dass die Absturzstelle etwa 15 m unterhalb der Strasse liegt, leicht östlich von der Trasseeachse von Spur 2 liegt.
Edit:
vor-ort Steuerstelle (anstelle vo-ort Tippfehler).
Zuletzt geändert von Lagorce am 20.04.2025 - 22:24, insgesamt 1-mal geändert.
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schneesucher
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Es kostet 8 Euro für Berg-und Talfahrt. Ich kann mir schwer vorstellen, dass mit einem solchen Preis eine vernünftige Instandhaltung finanziert werden kann.
https://www.tripadvisor.ch/Attraction_R ... pania.html
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Wenn das Video vom plötzlichen Stopp echt ist… das sieht aber schon stark nach Tragseilbremse aus?!
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Auf diesem Titelbild von Local Team kann ich zwei Seile erkennen, die zum Kabinenwrack führen.
Also oberes und unteres Zugseil?
Wenn ja, an welcher Stelle ist dann das obere Zugseil gerissen?
(dann wohl nicht am Vergusskopf)
Also oberes und unteres Zugseil?
Wenn ja, an welcher Stelle ist dann das obere Zugseil gerissen?
(dann wohl nicht am Vergusskopf)
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Ich kann da nur die beiden gelblich anmutenden Seile entdecken. Diese dürften Sicherungsseile der Rettungsmannschaften sein.1er hat geschrieben: 20.04.2025 - 18:53
Auf diesem Titelbild von Local Team kann ich zwei Seile erkennen, die zum Kabinenwrack führen.
Also oberes und unteres Zugseil?
Wenn ja, an welcher Stelle ist dann das obere Zugseil gerissen?
(dann wohl nicht am Vergusskopf)
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Für den 16. Mai 2025 war anscheinend die Lieferung einer neuen Betriebsbremse geplant.
https://www.destradipopolo.net/il-cavo- ... a-funivia/
https://www.destradipopolo.net/il-cavo- ... a-funivia/
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
@schneesucher:
Die Fahrpreisgestaltung sagt hier nichts Zwingendes über die Seriosität der Betriebsführung der Bahn.
Die Anlange ist wohl längst buchhalterisch abgeschrieb. Zudem muss sie nicht profitorientiert betrieben werden.
Ausserdem ist es verfrüht, sich zu etwaige Verantwortungen zu äussern, da bislang weder Verlauf des Zwischenfalls noch dessen Ursachen bekannt sind.
.
.
Hier noch eine Fahrt in Echtzeit mit Originalsound, Video wurde am 2023-10-25 gepostet:
Monte Faito cable car FULL experience
https://www.youtube.com/watch?v=PT8syVCUP00
Das weiter oben im Topic aufgeführe Video mit dem abrupten Ahnhalten scheint mir jedenfalls echt zu sein.
Eine dermasssen hohe Verzögerung (eigentlich "Entschleunigung", entspr. EN "deceleration" oder FR "décélération") kann m.E. (siehe ebenfalls was Mr400Liter weiter oben aufführte) nur durch Einfallen der Fangbremse erreicht werden, da ja kein Zugseil blockierte, ansonsten hätte man irgendwelche Störungen beheben müssen.
Bei Abbremsen durch den in der Talstation installierten Hauptantrieb wäre niemals eine so hohe Abbremsung erreichbar, da sich u.a. zuerst mal Zugseildurchänge sowie die jeweiligen Elastizitäten des oberen sowie des unteren Zugseils zu einer Verzögerung sowie einer Dämpfung führen.
Gem. Video fiel der Bremsweg sehr kurz aus und auch die Längspendelung deuten klar auf einen grundlosen Einfall der Fangbremse hin.
Man hört zwar zuvor, dass die Kabine beschleunigt, meistens ist jedoch keine automatische Auslösung der Fangbremse bei Übergeschwindigleit vorhanden und zudem müsste eine ausreichende Sicherheitsmarge um Fehlauslösungen zu verhindern vorhanden sein. Weiterhin scheint die Geschwindigkeit normal zu seil.
Da könnte man den Sound mit dem anderen Video (oben) vergleichen.
Da Stütze 1 ca. 156 m bergwärts von der Talsationsausfahrt liegt und nicht mit voller Geschwindigkeit überfahrt wird, kann nicht sofort beim Anfahren auf volle Fahrgeschwindigkeit beschleunigt werden.
I.d.R. wird bei Stütezn die nahe bei den Stationen liegen erst nach deren Ünerfahrt auf volle Geschwindigkeit beschleunigt, dies sofern eine Überfahrt mit voller Geschwindigkeit nicht zulässig ist.
.
.
.
Gesamthaft betrachtet stimmt für mich irgendwas nicht mit dem offiziellen Narrativ.
Falls nahe bei der Bergstation das obere Zugseil (oder diessen Anbindung am Laufwerk) von Kabine 2 versagte, hätte das Fahrzeug bei Stütze 3 (und nicht erst bei Stütze 2) bereits eine sehr hohe Fahrgeschwindigkeit erreicht, dies sofern das Entlaufen wie bei Mottarone ohne wesentliche Behinderung (Reibung) erfolgte.
Dass dabei dann Stütze 3 ohne Kollision überfahren werden kann, also u.a. ausreichend geringe Querpendelung insbes, nach innen (d.h Richtung Stütze) erscheint irgendwie als nicht sehr wahrscheinlich.
Für mich stellt ich eher die Frage, ob entweder das Zugseil oder dessen Anbindung erst bei wesentlichem Abstand von der Bergstation versagte (u.U. sogar nach Stütze 3 oder nicht allzuweit davon bergwärts, damit Stütze 3 noch kollisions- und entgleisungsfrei überfahren werden kann), oder aus welchem Grunde auch immer bei der überfahrt von Stütze 3 noch keine allzu hohe Geschwindigkeit erreicht worden war.
Mangels Informationen schliesse ich grundsätzlich nicht einmal formell aus, dass die Geschwindigkeit bei der vollständigen Entgleisung gar nicht so hoch war.
Aufgrund des Bildmaterials kann ich nicht beurteilen, ob die Kabine wirklich eine hohe Fahrgeschwindigkeit erreicht hatte, oder ob sie im Wesentlichen lediglich durch den Absturz beschädigt wurde, also ohne grosse Vorwärtsbewegung talwärts).
Ein solcher Karrosserieaufbau in Leichtbauweise wird bereits bei geringen Fallhöhen beim Aufprall am Boden stark beschädigt.
Noch zu interpretieren wären Bilder, die am Boden aufliegende Seile zeigen. Allerdings wurden gewisse Seile bereits manipuliert.
Übrigens fiel ein Zugseil auf eine Hochspannungsleitung (nicht Mittelspannung) und verursachte einen Kurzschluss (mindestens Erdseil-Phase, ob zusätzlich Phase-Phase müsste nochmals kontrollieren).
Das untere Zugseil liegt auf grössere Distanzen am Boden, von welcher Spur ist auf den meisten Fotos nicht zu erkennen.
Jedenfalls wäre es von Bedeutung zu erfahren, wo genau das Zugseil versagte und wo sich dabei Kabine 2 genau befand.
Bzgl. Bremsbeläge der Fangbremsenzangen:
Die, die ich kenne sind bearbeitete Teile aus speziellen Nicht-Eisen-Legierungen, also keine Bremsbeläge wie diejenigen der Seilbahn-Sicherheits- sowie Betriebsbremsen oder allgemeine Industrie- sowie Fahrzeugbremsen.
Fangbremsenbremsbeläge sind für einen einzigen Einsatz under worst-case Bedingungen ausgelegt. Da wie im diskutierten Video in der Praxis kaum je Extrembedingungen im Anforderungsfall (oder Fehlauslösung) vorliegen, ist dann in der Praxis die Verzögerung einiges höher als eigentlich erforderlich.
(Komplett editiert.)
Die Fahrpreisgestaltung sagt hier nichts Zwingendes über die Seriosität der Betriebsführung der Bahn.
Die Anlange ist wohl längst buchhalterisch abgeschrieb. Zudem muss sie nicht profitorientiert betrieben werden.
Ausserdem ist es verfrüht, sich zu etwaige Verantwortungen zu äussern, da bislang weder Verlauf des Zwischenfalls noch dessen Ursachen bekannt sind.
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Hier noch eine Fahrt in Echtzeit mit Originalsound, Video wurde am 2023-10-25 gepostet:
Monte Faito cable car FULL experience
https://www.youtube.com/watch?v=PT8syVCUP00
Das weiter oben im Topic aufgeführe Video mit dem abrupten Ahnhalten scheint mir jedenfalls echt zu sein.
Eine dermasssen hohe Verzögerung (eigentlich "Entschleunigung", entspr. EN "deceleration" oder FR "décélération") kann m.E. (siehe ebenfalls was Mr400Liter weiter oben aufführte) nur durch Einfallen der Fangbremse erreicht werden, da ja kein Zugseil blockierte, ansonsten hätte man irgendwelche Störungen beheben müssen.
Bei Abbremsen durch den in der Talstation installierten Hauptantrieb wäre niemals eine so hohe Abbremsung erreichbar, da sich u.a. zuerst mal Zugseildurchänge sowie die jeweiligen Elastizitäten des oberen sowie des unteren Zugseils zu einer Verzögerung sowie einer Dämpfung führen.
Gem. Video fiel der Bremsweg sehr kurz aus und auch die Längspendelung deuten klar auf einen grundlosen Einfall der Fangbremse hin.
Man hört zwar zuvor, dass die Kabine beschleunigt, meistens ist jedoch keine automatische Auslösung der Fangbremse bei Übergeschwindigleit vorhanden und zudem müsste eine ausreichende Sicherheitsmarge um Fehlauslösungen zu verhindern vorhanden sein. Weiterhin scheint die Geschwindigkeit normal zu seil.
Da könnte man den Sound mit dem anderen Video (oben) vergleichen.
Da Stütze 1 ca. 156 m bergwärts von der Talsationsausfahrt liegt und nicht mit voller Geschwindigkeit überfahrt wird, kann nicht sofort beim Anfahren auf volle Fahrgeschwindigkeit beschleunigt werden.
I.d.R. wird bei Stütezn die nahe bei den Stationen liegen erst nach deren Ünerfahrt auf volle Geschwindigkeit beschleunigt, dies sofern eine Überfahrt mit voller Geschwindigkeit nicht zulässig ist.
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Gesamthaft betrachtet stimmt für mich irgendwas nicht mit dem offiziellen Narrativ.
Falls nahe bei der Bergstation das obere Zugseil (oder diessen Anbindung am Laufwerk) von Kabine 2 versagte, hätte das Fahrzeug bei Stütze 3 (und nicht erst bei Stütze 2) bereits eine sehr hohe Fahrgeschwindigkeit erreicht, dies sofern das Entlaufen wie bei Mottarone ohne wesentliche Behinderung (Reibung) erfolgte.
Dass dabei dann Stütze 3 ohne Kollision überfahren werden kann, also u.a. ausreichend geringe Querpendelung insbes, nach innen (d.h Richtung Stütze) erscheint irgendwie als nicht sehr wahrscheinlich.
Für mich stellt ich eher die Frage, ob entweder das Zugseil oder dessen Anbindung erst bei wesentlichem Abstand von der Bergstation versagte (u.U. sogar nach Stütze 3 oder nicht allzuweit davon bergwärts, damit Stütze 3 noch kollisions- und entgleisungsfrei überfahren werden kann), oder aus welchem Grunde auch immer bei der überfahrt von Stütze 3 noch keine allzu hohe Geschwindigkeit erreicht worden war.
Mangels Informationen schliesse ich grundsätzlich nicht einmal formell aus, dass die Geschwindigkeit bei der vollständigen Entgleisung gar nicht so hoch war.
Aufgrund des Bildmaterials kann ich nicht beurteilen, ob die Kabine wirklich eine hohe Fahrgeschwindigkeit erreicht hatte, oder ob sie im Wesentlichen lediglich durch den Absturz beschädigt wurde, also ohne grosse Vorwärtsbewegung talwärts).
Ein solcher Karrosserieaufbau in Leichtbauweise wird bereits bei geringen Fallhöhen beim Aufprall am Boden stark beschädigt.
Noch zu interpretieren wären Bilder, die am Boden aufliegende Seile zeigen. Allerdings wurden gewisse Seile bereits manipuliert.
Übrigens fiel ein Zugseil auf eine Hochspannungsleitung (nicht Mittelspannung) und verursachte einen Kurzschluss (mindestens Erdseil-Phase, ob zusätzlich Phase-Phase müsste nochmals kontrollieren).
Das untere Zugseil liegt auf grössere Distanzen am Boden, von welcher Spur ist auf den meisten Fotos nicht zu erkennen.
Jedenfalls wäre es von Bedeutung zu erfahren, wo genau das Zugseil versagte und wo sich dabei Kabine 2 genau befand.
Bzgl. Bremsbeläge der Fangbremsenzangen:
Die, die ich kenne sind bearbeitete Teile aus speziellen Nicht-Eisen-Legierungen, also keine Bremsbeläge wie diejenigen der Seilbahn-Sicherheits- sowie Betriebsbremsen oder allgemeine Industrie- sowie Fahrzeugbremsen.
Fangbremsenbremsbeläge sind für einen einzigen Einsatz under worst-case Bedingungen ausgelegt. Da wie im diskutierten Video in der Praxis kaum je Extrembedingungen im Anforderungsfall (oder Fehlauslösung) vorliegen, ist dann in der Praxis die Verzögerung einiges höher als eigentlich erforderlich.
(Komplett editiert.)
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Nach Stresa nun Castellamare. Und wieder ein Zugseil, welches am Vergusskopf gerissen ist. In Stresa war die Fangbremse durch Gabeln blockiert. In Castellamare weiß man noch nichts genaues. Vielleicht festgerostet.
Mir tun die Fahrgäste und deren Angehörigen sehr Leid und bin sehr sauer, daß da offensichtlich die Kontrollen weiterhin in Italien versagen scheinen.
Ich kenne viele Pendelbahnen in Deutschland, Österreich,
Südtirol und in der Schweiz und habe sowas dort noch nicht gehört. Da werden die Seile nämlich regelmäßig geprüft und gepflegt und bei Bedarf getauscht. Das kann man vor Ort auch beobachten.
Ich befürchte, daß die Seilbahnnutzung südlich der Salurner Klause leider ein Lotteriespiel ist.
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schneesucher
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Kann eine Fangbremse so schnell gelöst werden? Das ist ja kein normales Ereignis.Lagorce hat geschrieben: 20.04.2025 - 20:01 @schneesucher:
Die Fahrpreisgestaltung sagt hier nichts Zwingendes über die Seriosität der Betriebsführung der Bahn.
Die Anlange ist wohl längst buchhalterisch abgeschrieb. Zudem muss sie nicht profitorientiert betrieben werden.
Ausserdem ist es verfrüht, sich zu etwaige Verantwortungen zu äussern, da bislang weder Verlauf des Zwischenfalls noch dessen Ursachen bekannt sind.
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Hier noch eine Fahrt in Echtzeit mit Originalsound, Video wurde am 2023-10-25 gepostet:
Monte Faito cable car FULL experience
https://www.youtube.com/watch?v=PT8syVCUP00
Das weiter oben im Topic aufgeführe Video mit dem abrupten Ahnhalten scheint mir jedenfalls echt zu sein.
Eine dermasssen hohe Verzögerung (eigentlich "Entschleunigung", entspr. EN "deceleration" oder FR "décélération") kann m.E. (siehe ebenfalls was Mr400Liter weiter oben aufführte) nur durch Einfallen der Fangbremse erreicht werden, da ja kein Zugseil blockierte, ansonsten hätte man irgendwelche Störungen beheben müssen.
Bei Abbremsen durch den in der Talstation installierten Hauptantrieb wäre niemals eine so hohe Abbremsung erreichbar, da sich u.a. zuerst mal Zugseildurchänge sowie die jeweiligen Elastizitäten des oberen sowie des unteren Zugseils zu einer Verzögerung sowie einer Dämpfung führen.
Gem. Video fiel der Bremsweg sehr kurz aus und auch die Längspendelung deuten klar auf einen grundlosen Einfall der Fangbremse hin.
Man hört zwar zuvor, dass die Kabine beschleunigt, meistens ist jedoch keine automatische Auslösung der Fangbremse bei Übergeschwindigleit vorhanden und zudem müsste eine ausreichende Sicherheitsmarge um Fehlauslösungen zu verhindern vorhanden sein. Weiterhin scheint die Geschwindigkeit normal zu seil.
Da könnte man den Sound mit dem anderen Video (oben) vergleichen.
Da Stütze 1 ca. 156 m bergwärts von der Talsationsausfahrt liegt und nicht mit voller Geschwindigkeit überfahrt wird, kann nicht sofort beim Anfahren auf volle Fahrgeschwindigkeit beschleunigt werden.
I.d.R. wird bei Stütezn die nahe bei den Stationen liegen erst nach deren Ünerfahrt auf volle Geschwindigkeit beschleunigt, dies sofern eine Überfahrt mit voller Geschwindigkeit nicht zulässig ist.
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Gesamthaft betrachtet stimmt für mich irgendwas nicht mit dem offiziellen Narrativ.
Falls nahe bei der Bergstation das obere Zugseil (oder diessen Anbindung am Laufwerk) von Kabine 2 versagte, hätte das Fahrzeug bei Stütze 3 (und nicht erst bei Stütze 2) bereits eine sehr hohe Fahrgeschwindigkeit erreicht, dies sofern das Entlaufen wie bei Mottarone ohne wesentliche Behinderung (Reibung) erfolgte.
Dass dabei dann Stütze 3 ohne Kollision überfahren werden kann, also u.a. ausreichend geringe Querpendelung insbes, nach innen (d.h Richtung Stütze) erscheint irgendwie als nicht sehr wahrscheinlich.
Für mich stellt ich eher die Frage, ob entweder das Zugseil oder dessen Anbindung erst bei wesentlichem Abstand von der Bergstation versagte (u.U. sogar nach Stütze 3 oder nicht allzuweit davon bergwärts, damit Stütze 3 noch kollisions- und entgleisungsfrei überfahren werden kann), oder aus welchem Grunde auch immer bei der überfahrt von Stütze 3 noch keine allzu hohe Geschwindigkeit erreicht worden war.
Mangels Informationen schliesse ich grundsätzlich nicht einmal formell aus, dass die Geschwindigkeit bei der vollständigen Entgleisung gar nicht so hoch war.
Aufgrund des Bildmaterials kann ich nicht beurteilen, ob die Kabine wirklich eine hohe Fahrgeschwindigkeit erreicht hatte, oder ob sie im Wesentlichen lediglich durch den Absturz beschädigt wurde, also ohne grosse Vorwärtsbewegung talwärts).
Ein solcher Karrosserieaufbau in Leichtbauweise wird bereits bei geringen Fallhöhen beim Aufprall am Boden stark beschädigt.
Noch zu interpretieren wären Bilder, die am Boden aufliegende Seile zeigen. Allerdings wurden gewisse Seile bereits manipuliert.
Übrigens fiel ein Zugseil auf eine Hochspannungsleitung (nicht Mittelspannung) und verursachte einen Kurzschluss (mindestens Erdseil-Phase, ob zusätzlich Phase-Phase müsste nochmals kontrollieren).
Das untere Zugseil liegt auf grössere Distanzen am Boden, von welcher Spur ist auf den meisten Fotos nicht zu erkennen.
Jedenfalls wäre es von Bedeutung zu erfahren, wo genau das Zugseil versagte und wo sich dabei Kabine 2 genau befand.
Bzgl. Bremsbeläge der Fangbremsenzangen:
Die, die ich kenne sind bearbeitete Teile aus speziellen Nicht-Eisen-Legierungen, also keine Bremsbeläge wie diejenigen der Seilbahn-Sicherheits- sowie Betriebsbremsen oder allgemeine Industrie- sowie Fahrzeugbremsen.
Fangbremsenbremsbeläge sind für einen einzigen Einsatz under worst-case Bedingungen ausgelegt. Da wie im diskutierten Video in der Praxis kaum je Extrembedingungen im Anforderungsfall (oder Fehlauslösung) vorliegen, ist dann in der Praxis die Verzögerung einiges höher als eigentlich erforderlich.
(Komplett editiert.)
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Lagorce
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
@Moderatoren:
Bitte Beitrag nicht fusionieren, getrennte Antworten erlauben eine übersichtlichere technische Diskussion, insbes. auch beim Zitieren.
Inwiefern die Erneuerung einer BB-(Betriebsbremse)-Bremszange für den Zwischenfall relevant ist, kann mangels näheren Informationen nicht beurteilt werden.
Bei normalem Betrieb wird elektrisch gebremst, somit werden mechanische Bremsen weitgehend geschont, da sie erst kurz vor Stillstand oder im Stillstand geschlossen werden und beim Anfahren wird der Hauptantriebsmotor im Stillstand vormagnetisiert und beim Lüften der Bremsen auf Drehzahl null geregelt wobei dann sofort angefahren wird um den Motor nicht unnötig durch das Stillstandhaltedrehmoment thermisch zu belasten.
Sehr alte Seilbahnen kenne ich allerdings nicht so gut, befasse mich lieber mit grossen modernen Doppeltragseil-Pendelbahnen nach CH-Bauart.
Interessant ist dieser Ausschnitt (Google Translate) vom erwähnten Artikel:
Wir erinnern uns, dass die Faito-Seilbahn nach der Tragödie von 1960 bis 1989 geschlossen war.
(...)
2012 gab es eine erneute Schließung bis 2016. Anschließend folgten diverse Wartungsarbeiten. Die größte davon im Jahr 2021: ein Auftrag an ein Südtiroler Unternehmen mit Kosten von 400.000 Euro für eine „fünfjährliche Überholung“.
Ein Südtiroler Seilbahn-Unternehmen? Kommt mir irgendwie bekannt vor...
Bitte Beitrag nicht fusionieren, getrennte Antworten erlauben eine übersichtlichere technische Diskussion, insbes. auch beim Zitieren.
Danke für den Artkel.schneesucher hat geschrieben: 20.04.2025 - 19:49 Für den 16. Mai 2025 war anscheinend die Lieferung einer neuen Betriebsbremse geplant.
https://www.destradipopolo.net/il-cavo- ... a-funivia/
Inwiefern die Erneuerung einer BB-(Betriebsbremse)-Bremszange für den Zwischenfall relevant ist, kann mangels näheren Informationen nicht beurteilt werden.
Bei normalem Betrieb wird elektrisch gebremst, somit werden mechanische Bremsen weitgehend geschont, da sie erst kurz vor Stillstand oder im Stillstand geschlossen werden und beim Anfahren wird der Hauptantriebsmotor im Stillstand vormagnetisiert und beim Lüften der Bremsen auf Drehzahl null geregelt wobei dann sofort angefahren wird um den Motor nicht unnötig durch das Stillstandhaltedrehmoment thermisch zu belasten.
Sehr alte Seilbahnen kenne ich allerdings nicht so gut, befasse mich lieber mit grossen modernen Doppeltragseil-Pendelbahnen nach CH-Bauart.
Interessant ist dieser Ausschnitt (Google Translate) vom erwähnten Artikel:
Wir erinnern uns, dass die Faito-Seilbahn nach der Tragödie von 1960 bis 1989 geschlossen war.
(...)
2012 gab es eine erneute Schließung bis 2016. Anschließend folgten diverse Wartungsarbeiten. Die größte davon im Jahr 2021: ein Auftrag an ein Südtiroler Unternehmen mit Kosten von 400.000 Euro für eine „fünfjährliche Überholung“.
Ein Südtiroler Seilbahn-Unternehmen? Kommt mir irgendwie bekannt vor...
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Allegra hat geschrieben: 20.04.2025 - 20:23 Nach Stresa nun Castellamare. Und wieder ein Zugseil, welches am Vergusskopf gerissen ist. In Stresa war die Fangbremse durch Gabeln blockiert. In Castellamare weiß man noch nichts genaues. Vielleicht festgerostet.
Mir tun die Fahrgäste und deren Angehörigen sehr Leid und bin sehr sauer, daß da offensichtlich die Kontrollen weiterhin in Italien versagen scheinen.
Ich kenne viele Pendelbahnen in Deutschland, Österreich,
Südtirol und in der Schweiz und habe sowas dort noch nicht gehört. Da werden die Seile nämlich regelmäßig geprüft und gepflegt und bei Bedarf getauscht. Das kann man vor Ort auch beobachten.
Ich befürchte, daß die Seilbahnnutzung südlich der Salurner Klause leider ein Lotteriespiel ist.
Also dass das Zugseil direkt am Vergusskegel nachgegeben hat, wurde noch nicht sicher gesagt, noch ist es auf Bildern eindeutig zu sehen.
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OnlineAllegra
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Daß mehrfach in Italien Zugseile reißen ist nicht normal und wohl auf unzureichende Wartung und Kontrolle zurückzuführen.
Das ist erschreckend.
Zumal es viele deutlich ältere Pendelbahnen gibt, welche immer gut gewartet werden und die Zugseile regelmäßig geprüft und gepflegt sowie bei Verschleiß getauscht werden.
Vielleicht sollten für Italien zwingend schweizer Kontrlleure eingesetzt werden, die alle Befugnisse haben.
Das ist erschreckend.
Zumal es viele deutlich ältere Pendelbahnen gibt, welche immer gut gewartet werden und die Zugseile regelmäßig geprüft und gepflegt sowie bei Verschleiß getauscht werden.
Vielleicht sollten für Italien zwingend schweizer Kontrlleure eingesetzt werden, die alle Befugnisse haben.
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Lagorce
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
(Bitte das Zitat teilweise löschen, überlastet unnötig die Beiträge.)schneesucher hat geschrieben: 20.04.2025 - 20:52 Kann eine Fangbremse so schnell gelöst werden? Das ist ja kein normales Ereignis.
Eine Fangbremse kann man technisch betrachtet sehr schnell lösen sofern sie hydraulisch gelöst wird und eine elektrische Hydraukikpumpe vorhanden ist (Speisung über Bordbatterien).
Wenn man von Hand pumpen muss benötigt es etwas Zeit.
Grundsätzlch muss stetss ein genaue Prozedur eingehalten werden, insbes. muss abgeklärt werden, ob effektiv ein übergeordnetes Problem besteht oder ob es sich um eine reine Fehlauslösung handelt. Entscheiden muss eigentlich der technische Leiter oder sein Stellvertreter.
Je nach Bauart und Öffnungsart der Fangbremse (z.B. elektrisch, mit Handpumpe, mit Handpumpe und Notüberbrückungsschlauch oder direkte mechanische Notöffnung von Hand) kann die Fangbremse nicht mehr sofort geschlossen werden falls das Fahrzeug unerwartet entlaufen würde.
Dass quasi routinenmässig die Fangbremse wieder geöffnet wurde, würde eher darauf deuten, dass solche Fehlauslösungen wie bei Mottarone gar nicht so selten gewesen wären.
Ob dies dann auch hier irgendwann zu einer Überbrückung der Fangbremsen führte, bleibt abzuklären.
Dass man allerdings sowas nach Mottarone machen würde, wäre m.E. doch kriminell.
Ob sämtliche Auslösungen der Fangbremsen vorschriftsgemäss protokolliert wurden, ist Sache der Ermittlungen.
Die Dokumentierung von sämtlichen automatischen Fangbremsenauslösungen ist vorgeschrieben.
Statische (d.h. im Stillstand) Auslösungen sind bei vollverschlossenem Tragseil unproblematisch und werden nicht protokolliert (z.B. für Wartungsarbeiten oder Demonstrationszwecke).
Nach einer Auslösung während einer Fahrt ist zudem das Tragseil auf Beschädigungen und u.a. Ablagerungen von Bremsbelagmaterial genau zu überprüfen. In diesem Falle umsomehr da die beiden Tragseile NICHT vollverschlossener Bauart sind.
Der Zustand der Belagsgarnituren der Fangbremsenzangen ist ebenfalls zu überprüfen, bei dynamischem Einfall erfordert der Materialabtrag schnell ein Auswechseln der Brembeläge, da stets ausreichend Bremsbelagsmaterial vorhanden sein muss (das Materialabtragsvolumen in mm3 für eine worst-case Tragseilbremsung wird bei der Dimensionierung der Fangbremse berechnet).
Zuletzt geändert von Lagorce am 20.04.2025 - 22:21, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Zur Theorie, dass der Zugseilriss erst nach Stütze 3 passiert ist bzw die Geschwindigkeit erst dann so hoch wurde:
Weiß man (zB durch Interviews der abgeseilten Passagiere) wie weit die nicht abgestürzte Kabine Richtung Tal gerauscht ist? Wobei vermutlich dann die Fangbremse ohnehin keine Wirkung mehr gehabt hätte…
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Bremsweg Ca 50cm. Siehe mein Beitrag vom 19.04.2025 - 08:53Mr400Liter hat geschrieben: 20.04.2025 - 21:18 Zur Theorie, dass der Zugseilriss erst nach Stütze 3 passiert ist bzw die Geschwindigkeit erst dann so hoch wurde:
Weiß man (zB durch Interviews der abgeseilten Passagiere) wie weit die nicht abgestürzte Kabine Richtung Tal gerauscht ist? Wobei vermutlich dann die Fangbremse ohnehin keine Wirkung mehr gehabt hätte…
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.
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Jay
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Re: Castellammare di Stabia-Monte Faito: Zugseil gerissen. Drei Tote und ein Vermisster
Auch wenn ich nichts wirkliches beitrage:
Wahnsinn, wie ihr hier das analysiert. Manchmal denke ich mir, dass das Gericht besser auf die Sachverständigen hier im Forum zurückgreifen würde. Danke Euch allen!
Wahnsinn, wie ihr hier das analysiert. Manchmal denke ich mir, dass das Gericht besser auf die Sachverständigen hier im Forum zurückgreifen würde. Danke Euch allen!