Anfahrt: Ettlingen - A5 - Basel - A2 - Luzern - AS Stans Süd - Engelberg in 2:42 h
Wetter: Bis 12:30 sonnig, anschließend quellwolkig mit Sonnenfenstern, ab 15 Uhr bedeckt. Gletscher um -2°C, Tal bis +12°C.
Schnee: Gipfel >2 m Pulverschnee, Trübsee geschätzt 40 cm Alt- und Maschinenschnee, Talabfahrt geschlossen / aper, aber mit abschnittsweisem Abschnallen / Tragen fahrbar.
Anlagen in Betrieb: Alle im Titlisgebiet
Wartezeit: keine (bis auf Abfahrt Gipfel-Pendelbahn)
Gefallen: Nach 6 Jahren Abstinenz wieder Frühjahrsskifahren in Engelberg; Vollbetrieb
Nicht gefallen: Tagesskipass mit 73 CHF teuer wg. "flexiblen" Preismodells; Parken mit zusätzlichen 10 CHF unverschämt; bedecktes Wetter ab 15 Uhr
Bewertung: 5 von 6 Punkten
Unseren letzten Engelberger Frühjahrsskitag hatte Familie Harzwinter 2019 vor Covid. Danach hat es teils wetterseitig, teils aus irgendwelchen anderen Gründen nicht mehr geklappt. Insofern bestand Nachholbedarf. An Ostern war der wetterseitig klar bessere Tag in Engelberg der Ostersamstag, aber mir haben die letzten Skiausflüge schon zu viele Samstage gekillt, weil immer der Samstag der wetterbessere Tag des Wochenendes war, und diesmal hatten Arbeiten rund ums Haus klare Priorität. Dann also der wetterseitige Reservetag, der Ostermontag.
Tatsächlich fuhr ich am Ostermontag in ein von blauem Himmel dominiertes Engelbergertal ... ein Geschenk. Dank leerer Anfahrtswege war ich schon um 8:40 vor Ort und hoffte, genau so schnell in der Seilbahn zu sein. Die ersten Busse mit asiatischen Gästen trafen bereits an der Talstation der Titlisbahnen ein. Doch an der Kasse war nix mit schnell. Für Tagesgäste waren nur zwei Kassenschalter geöffnet, und beide wurden jeweils zehn Minuten von Personen blockiert, die mit derart komplizierten Gutscheinen, Fragen, Problemen oder was-auch-immer daherkamen, dass gar nichts mehr ging und sich eine lange Warteschlange aufbaute. Kann man so was nicht vorher telefonisch regeln, muss das zur Stoßzeit vor Ort sein ?? Kann die Seilbahngesellschaft nicht einfach Gutscheine ausgeben, die vom Personal auch verstanden werden?
Nachdem das Kassenproblem überstanden war und ich doch noch knapp vor den voluminösen Gruppen asiatischer Besucher in der Gondel saß, stand einem guten Skitag nichts mehr im Weg. IceFlyer und Rotegg-Gletscherlift hatten (mit Infostand vor Ostern) jeweils ihren letzten Saisonbetriebstag, weil nach Ostern an der Pendelbahn-Bergstation gebaut wird (Edit: Gletscherbetrieb wurde nach Ostern bis 4. Mai verlängert). Am Gletscher blieben die Temperaturen den ganzen Tag im knappen Minusbereich, so dass die Pisten nicht antauten. Die Präparation der Gletscherpisten war o.k., aber leicht knollig und teils mit Absätzen zwischen den Raupenspuren wie vom Titlis gewohnt. Dito die präparierte Roteggabfahrt. Die Abfahrten vom Stand waren vormittags noch hart, firnten aber mittags angenehm auf.
Da mehrere Bergrestaurants im Skigebiet bereits geschlossen waren, gab es für mich eine frühe Mittagseinkehr auf der Jochpasshütte. Das war auch gut so, weil die SB-Ausgabe mit gerade mal zwei wenig motivierten Mitarbeitern besetzt war, was (nach mir) ruckzuck zu einer langen Warteschlange führte. Gegen 12:30 Uhr entwickelten sich innerhalb einer Viertelstunde umfassende Quellwolken, die erfreulicherweise Sonnenfenster offen ließen, so dass die Sicht gut blieb. Das änderte sich um 15 Uhr, als die Quellwolken schnell dicker wurden, bis es ganz bedeckt war und der Eindruck von Waschküchenwetter entstand.
In Engelberg versuche ich bei jedem Besuch die Talabfahrt vom Trübsee mitzunehmen, auch wenn sie bereits gesperrt ist. Ich wollte sie aber aus Sicherheitsgründen nicht mutterseelenallein fahren. Da man von der Jochpassabfahrt aus sehen kann, ob sich nachmittags Gruppen auf die Talabfahrt begeben, fuhr ich ab 15 Uhr dort Ski ... und war mit meinen Beobachtungen erfreulicherweise erfolgreich. Ca. 10-15 Personen begaben sich per Ski zu Tal. Entsprechend ging es um 15:30 Uhr auf die geschlossene Talabfahrt. Die fuhr sich im oberen Teil und bis hinters Kanonenrohr problemlos. Rund um Untertrübsee musste mal dreimal abschnallen und tragen, dito einmal in Höhe Eienwäldli, und auf den letzten rund zweihundert Metern der Talabfahrt lag quasi gar kein Schnee mehr, so dass man laufen musste. Egal, das Erlebnis zählt.
Fazit:
Ein Frühjahrsskitag in Engelberg ist - preisbedingt zumindest alle paar Jahre - immer wieder den Besuch wert. Schauen wir mal, ob das mein Saisonabschluss war oder doch noch nicht.
66 Fotos aus Engelberg:
Die übliche Frühjahrsimpression der Engelberger Südhänge.
Die Gerschnialp diesmal ungewöhnlich grün. Die hatten wir im April auch schon in weiß.
Ab Trübsee sah es dann winterlicher aus.
So etwas möchte der Frühjahrsskifahrer sehen!
Rückblick. Schon morgens entwickelten sich an den Berghängen erste Quellwölkchen.
Weiter zum Kleintitlis mit der Titlis Rotair Pendelbahn, ...
... die mich bis heute beeindruckt.
Oben dann wieder der begeisternde Blick in die Berner Alpen ...
... mit den knapp-Viertausendern über Grindelwald.
Nicht zu vergessen der Blick durch eine Lücke in die Walliser Alpen mit Alphubel und Mischabelgruppe / Dom.
Selbsterklärend.
Asiatische Gäste auf dem Kleintitlis. Schnell vorbei, um kein Fotoopfer zu werden.
Pano nach Norden mit Engelbergertal und Rigidalstock.
IceFlyer-Abfahrt.
Blick aus der KSB IceFlyer durch die bekannte Lücke zum Fleckistock.
Der Richtfunkturm auf dem Kleintitlis. Früher schon immer hässlich, mit der Überarbeitung durch Meuron & Herzog mehrere Millionen CHF später einfach nur anders hässlich.
Gletscherschlepplift Rotegg mit Nordpano.
Gletscherschlepplift Rotegg.
Gletscherpiste Rotegg. Es war nur eine Seite präpariert.
Abfahrt Rotegg-Stand präpariert und gut zu fahren.
Dito die Abfahrt Stand-Rindertitlis. Leer und mit Spaß zu befahren.
KSB Laubersgrat.
Schwarze Abfahrt Erika vom Laubersgrat.
Hinunter nach Trübsee ...
... und Wechsel mit der 4SB Trübseehopper ins Jochpassgebiet.
Der Trübsee war noch zugefroren.
4KSB Jochpass. Wenig Betrieb auch hier.
Weiter mit der 6KSB Jochstock.
Blick von der Bergstation Jochstock zu den Abfahrten am Laubersgrat.
6KSB Jochstock und Engstlensee.
Abfahrt 6KSB Jochstock breit und leer. Die schwarze 11 war nicht mehr präpariert.
Hinunter zum Engstlensee.
Mittagspause auf der Jochpasshütte. Hinterher explodierten ruckzuck die Quellwolken.
Aber nicht weiter schlimm ... Jochpassabfahrt oben ...
... und unten.
Wieder zurück zum Laubersgrat am Nachmittag, ...
... wo mit Sonnenfenstern weiterhin gute Sicht war.
Schwarze Abfahrt 3b.
Dito weiter unten. Keine Sau unterwegs.
Nicht die schlechteste Impression von Frühjahrsskifahren.
Schwarze Abfahrt 3b.
Blick hinüber zum Stand.
Und nochmal hinauf zum Kleintitlis am Nachmittag.
Bauseilbahn für den Umbau von Richtfunkturm und PB-Bergstation.
Schon mehr Betrieb mit asiatischen Reisegruppen als am Morgen.
IceFlyer am Nachmittag.
Auch der SCHL Rotegg kam gegen die dunkle Hintergrundbewölkung immer wieder in die Sonne.
Um 15 Uhr zog es zu. Zwecks Beobachtung der gesperrten Talabfahrt wechselte ich wieder ins Jochpassgebiet. Engstlensee.
Jochstock in Grautönen.
Jochpassabfahrt.
Der erste Kilometer der Talabfahrt mit wenig Kontrasten.
Kanonenrohr der Talabfahrt.
Weiter in Richtung ...
... Untertrübsee. Hier musste man erstmalig das Equipment abschnallen.
Hinter Untertrübsee.
Hmmm ... herausfordernd.
Weiter auf der gesperrten Talabfahrt in den Wald ...
... und mit Blick auf Engelberg.
Die Kurve ...
... war diesmal deutlich schneefrei.
Vorbei am Eienwäldli.
Den letzten 200 Metern fehlte dann final doch der Schnee.
[Edit 23.4.2025: Kleinkorrekturen; Typos korrigiert.]