Auf meinem arbeitstechnischen Ausflug Richtung Palisades Tahoe (ja, da kommt noch ein Bericht), hat mich eine Tiroler Delegation begleitet. Dabei war natürlich auch ein Vertreter der Bergbahnen Sölden. So war bereits im April die Idee geboren, dass ich mir in diesem Sommer mal die Bike Republic Sölden anschauen werde. Jetzt im Juli war es endlich soweit und ich wurde nicht enttäuscht.
Meine Erfahrung mit dem Thema Downhill-Biking hält sich bis jetzt aus irgendeinem Grund in Grenzen. Immer wenn ich es ausprobiert habe, war ich Feuer und Flamme. Das erste Mal probierte ich es natürlich dort, wo es in den Alpen geboren wurde, in Leogang Saalbach Hinterglemm im Sommer 2020. Schon damals hat es mir große Freude und Adrenalin beschert. Doch sind die wirklich gut ausgebauten Trailgebiete in den (österreichischen) Alpen immer noch Mangelware. So dauerte es bis in den Juli 2024, bis ich mal wieder so ein Abenteuer wagte.
Damit man sich auskennt, hier die Trail Map: https://bikerepublic.soelden.com/de/hom ... karte.html
In der Bike Republic Sölden stehen insgesamt knapp 36km shaped lines zur Auswahl. Dabei ist der Bereich Gaislachkogel Mittelstation - Langegg/Rotkogelhütte und das Giggijoch mit Trails erschlossen. Für einen Tag also mehr als abwechslungsreich mit ordentlichen Tiefenmetern.
Was mich dabei am meisten beindruckt hat: Die Konsequenz, mit dem mal in Sölden das Theme Bike durchgezogen hat. Der Ort lebt mittlerweile dafür - alles wurde in diesem Bereich dafür angepasst und die Bergbahnen leisten gute Dienste, um ein gutes Bike-Erlebnis zu bieten. Natürlich ist das ganze nicht billiger als Skifahren - ganz im Gegenteil. Der Tagespass Bike Republic kostet 55,50€, das Downhill Bike mit allen Schonern, Schützer, Protektoren 120,-€ pro Tag. In Summe gibt mal also eigentlich fast mehr aus, als mit Leihski auf der Piste unterwegs zu sein. Spannende Entwicklung.
Dabei ist mir eines klar: Es kostet auch die Erhaltung der Trails und die Bikes an sich einfach mehr Geld, als das Skifahren an sich, das sich für mehr Leute eignet und damit bezahlt wird.
To cut a long story short: It`s worth it!
Also lasst uns losbiken:
^^ Auf geht`s mit der Gaislachkogelbahn - die Gondeln sind abwechselnd mit Hiker und Biker beschriftet.
^^ Die gebauten Pisten fallen im Sommer natürlich schon auf...
^^ Mittelstation Gaislachkogel. Im Sommer noch wuchtiger als im Winter.
^^ Die Pistenbauarbeiten für den gemütlichen Winter. Man entschärft die steilen Stellen.
^^ An der Langegg Bahn wird einem erklärt, wie man das Equipement handelt. Perfekt. Für mich das erste Mal, dass ich so ein System sehe...
^^ 4 Bikes haben ein einem gesonderten Sessel Platz. Man selbst, fährt dahinter hoch. Der Liftler muss dank dem System nichts mehr selbst heben.
^^ Die Bike-Sessel an der Langegg Bahn. Innovation vom Hause Doppelmayr.
^^ Links der Blick Richtung Rettenbachferner. Trotz dem so schneereichen Frühling, geht`s ihm schon wieder da den Kragen.
^^ Nochmal im Zoom. Die Umbauarbeiten an der Weltcuppiste kamen gerade rechtzeitig.
^^ Die "Bike Republic" in voller Größe. Neben den Shared Trails gibt`s auch die übrigen Naturtrails. Großteils Forststraße, aber es wurde auf jeden Fall mitgedacht.
^^ Der große Speichersee unterhalb der Rotkogelhütte. Hier beginnt der Bikespaß.
^^ Der Trail hier oben rot gekennzeichnet, fordert einiges an Fahrkönnen hervor. Die Kulisse, ein Traum!
^^ Natürlich machen die geshappeten Kurven ordentlich Spaß. Dazwischen muss man aber wirklich auf seinen Run achten!
^^ Der Best-Shot - die Bike Republic Sölden
^^ Unten kommt man dann direkt bei der Hühnersteign raus. Das Restaurant profitiert eindeutig von den Bikern.
^^ Weiter Richtung Giggijoch. Ein perfekter Flowtrail, den auch einige fahren.
^^ Hochsölden erinnert mich etwas an die französischen Retortenorte. Nur, dass hier halt die Hotel schöner von außen aussehen.
^^ Besucherlenkung Bike Republic. So wird der Start eines Trails gekennzeichnet. Hochwertig.
^^ Eine Bike-Gondel aus dem Hause Doppelmayr. Wurde hier auch das erste Mal getestet und dürfte ein ziemlich gutes Patent sein. Ich weiß zwar nicht, wo es noch im Einsatz ist - auf jedenfall sehr stylisch!
^^ Auch die Obstlerhütte profitiert vom Biken. Schaut nett aus.
^^ Vom Giggijoch runter geht es über die "Gahe Line" - mitten durchn Wald macht es ordentlich Spaß über die Northshore-Elemente zu fetzen.
^^ Zurück beim Gaislachkogel. James Bond hat sein Auto vergessen...
^^ Nochmal die Trennung zwischen Wanderern und Bikern deutlich gemacht
^^ Entlang der "Teäre Line" geht es zurück ins Tal. Mein Bergbahnbegleiter erhält nebenher seinen "Moneyshot".
^^ Joyride
^^ Eini in die Kurvn...
^^ Und weiter Gas geben...
^^ Auch ich hab Spaß...
^^ Unten angekommen, nochmal ein Detail: Die Bike-Wash Station am Ende des Trails. Das Wasser wird vorher von Öl und Schmutz gereinigt, bevor es in die Ötztaler Ache zurückgeführt wird. Es wird an alles gedacht...
Fazit:
Die Ötztaler haben sich da was richtig gutes aufgebaut. Mit viel Leidenschaft und Detailliebe haben sie einen riesigen Abenteuerspielplatz für den Sommer erschaffen, der genau in das Konzept vom Ötztal passt: Natur&Adrenalin. Dabei spielen die Bergbahnen und sehr viel Player scheinbar mit. Im Vergleich zu Leogang, Saalbach-Hinterglemm ist vieles etwas anspruchsvoller, was natürlich dem Gelände geschuldet ist.
Dabei sind wir beim leichten Minuspunkt: Das Flowgefühl und das Erlebnis, eine ganz große Runde zu drehen, stellt sich in Sölden nur selten ein. Hier geht es dann doch eher um die Tiefenmeter als um die Kilometer, die man auf dem Bike zurück legt. Die Konzentration darf niemals fehlen. Ich denke, das ist auch in Leogang der Fall, aber durch das etwas lieblichere Gelände, passiert es eben doch mal eher, dass man es etwas mehr laufen lassen kann.
Alles in allem: Eine geniale Entwicklung und ein wirkliches Vorzeigeprojekt in den deutschsprachigen Alpen. Ich hoffe, es folgen noch weitere (positive) Beispiele! Gerne wieder!