"Not-Aus" Steuerungstechnik bei alten Schleppliften

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Dartfish
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Re: "Not-Aus" Steuerungstechnik bei alten Schleppliften

Beitrag von Dartfish »

Lagorce hat geschrieben: 21.04.2020 - 18:14
Gesamthaft betrachtet meinte ich sogar, dass ein erfahrener Industrie-Elektrospezialist oder ein erfahrener Mechaniker vermutlich kompetenter ist als jemand, der frisch seine Lehre als Seilbahnfachmann abgeschlossen hat.

Bei einer komplexen elektrischen Panne bin nicht sicher ob ein relativ wenig erfahrener interner Seilbahn-Betriebselektriker nicht mehr Mühe haben wird, als jemand externes mit einer hohen Praxiserfahrung aus verschiedenen nicht-seilbahnspezifischen Bereichen.

Grundsätzlich gib ich dir da Recht, dass ein guter Instandhalter aus einem andren Bereich also nicht Seilbahn Bereich gut mit Störungen zu recht kommt. FU Wechsel oder Fehlerbehebung an der Hardware der SPS.
Allerdings sehe ich es bei mir in der Arbeit wir haben einige komplexe Prozessanlagen, mit ganz Klassischer Steuerungstechnik SPS usw. Aber wenn hier größere Probleme auftreten ist es immer sehr Hilfreich den Prozess
und die zusammenhänge zu wissen und zu verstehen. Anders ist man da verloren. Da es oft nicht ersichtlich ist gibt es ein Elektrisches oder ein Mechanisches Problem. Hier kommen wir oft noch zum 'Schwitzen und das mit mehr als 10 Jahre Erfahrung an den Anlagen.
Und ich kann mir gut vorstellen dass es solche Situationen auch im Seilbahnbereich gibt wo man einfach gewisse Erfahrung der zusammenhänge braucht.

markus
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Re: "Not-Aus" Steuerungstechnik bei alten Schleppliften

Beitrag von markus »

Das ist mal Grundvoraussetzung würde ich sagen.
Und so wahnsinnig Komplex ist eine Seilbahn dann auch wieder nicht wenn ich mir gewisse Industrieanlagen ansehe.
Nur die Sicherheit der Fahrgäste ist bei einer Seilbahn natürlich nie ausser acht zu lassen, das hast bei Industrieanlagen ja eher nicht.
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Dartfish
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Re: "Not-Aus" Steuerungstechnik bei alten Schleppliften

Beitrag von Dartfish »

markus hat geschrieben: 21.04.2020 - 21:36 Das ist mal Grundvoraussetzung würde ich sagen.
Und so wahnsinnig Komplex ist eine Seilbahn dann auch wieder nicht wenn ich mir gewisse Industrieanlagen ansehe.
Nur die Sicherheit der Fahrgäste ist bei einer Seilbahn natürlich nie ausser acht zu lassen, das hast bei Industrieanlagen ja eher nicht.

Sicherheit der Fahrgäste ist mit Sicherheit einer der großen Aspekte im Seilbahnbereich das stimmt.
Und da muss man meiner Ansicht nach auch den Leuten am Lift Respekt zollen :top:
Na ja mit der Sicherheit an Industrieanlagen hast dann wenn Fertigungspersonal daran arbeitet. Das ist auch nicht so ohne.
Da muss ma sich als Instandhalter auch wirklich sicher sein wenn man an der Sicherheit der Anlage was wechselt und anlangt :roll:
Deswegen müssen wir wegen jeder Kleinigkeit Logbuch führen. Egal ob eben bei Sicherheitsthemen oder auch wegen Qualitätsthemen zu nachfervolgung.
Muss sowas bei Seilbahnen auch geführt werden? Gerade im Aspekt der Sicherheit der Fahrgäste.
TelserLuggi
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Re: "Not-Aus" Steuerungstechnik bei alten Schleppliften

Beitrag von TelserLuggi »

Hallo, ich hätte ein paar Fragen zur Steuerung bzw. genauer gesagt zum Sicherheitskreis von alten Schleppliften.

Wird beim Sicherheitsgerät, welches den Lift beim Notaus abschält, der Strom oder die Spannung gemessen? (meines Wissen nach müsste beides möglich sein).

Außerdem würde ich gerne wissen, welche Spannung in der Station am Schaltschrank angezeigt wird (häufig eine analoge Anzeige von 0 bis 30 V). Darüber kann man so weit ich weiß unter anderem erkennen an welcher Stütze ein Bruchstab ausgelöst hat. Ist es in diesem Zusammenhang korrekt, dass zu jedem Bruchstab jeweils ein hochohmiger Widerstand parallel geschaltet ist, über welchen der Strom im Falle einer Auslösung des Bruchstabs fließt?

Vielen Dank schonmal für alle Antworten.

Grüße
Luggi
Philipp2
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Re: "Not-Aus" Steuerungstechnik bei alten Schleppliften

Beitrag von Philipp2 »

TelserLuggi hat geschrieben: 01.07.2025 - 00:22 Hallo, ich hätte ein paar Fragen zur Steuerung bzw. genauer gesagt zum Sicherheitskreis von alten Schleppliften.
Wird beim Sicherheitsgerät, welches den Lift beim Notaus abschält, der Strom oder die Spannung gemessen? (meines Wissen nach müsste beides möglich sein).
Außerdem würde ich gerne wissen, welche Spannung in der Station am Schaltschrank angezeigt wird (häufig eine analoge Anzeige von 0 bis 30 V). Darüber kann man so weit ich weiß unter anderem erkennen an welcher Stütze ein Bruchstab ausgelöst hat. Ist es in diesem Zusammenhang korrekt, dass zu jedem Bruchstab jeweils ein hochohmiger Widerstand parallel geschaltet ist, über welchen der Strom im Falle einer Auslösung des Bruchstabs fließt?
Das kommt drauf an, wer das Ding gebaut hat. Gibts beides, sowie auch Varianten mit kapazitiver Überwachung (misst die Leitungskapazität, z.B. bei Saringer/COBRA Stand der Technik).
Du meinst wahrscheinlich die Anzeige für die Steuerspannung. Die Anzeige vom Streckensicherheitsgerät ist eher getrennt von den anderen angeordnet, bei älteren Anlagen hängt das Sicherheitsgerät meistens daneben auf der Wand.
Hier z.B. ein Gerät aus den frühen 1980ern mit integriertem Telefontrafo, war bei AEG sehr weit verbreitet - da erkennt man das Prinzip sehr gut:
DRVA – Dual
Das DRVA-Dual ist ein neues Sicherheitssystem für die Streckenüberwachung, basierend auf dem Stromschleifen-Prinzip mit manuellem Test, unterstützt durch eine Direktanzeige der angesprochenen Stützenschalter, sowie Erd- und Kurzschlussüberwachung der Streckenschleife! Die Versorgung der Stromschleife (24 V/16 mA) garantiert eine sichere Funktion bei vielen in Serie geschalteten Überwachungsschaltern.
Das Gerät enthält:
– einen Überspannungsschutz von beiden Adern der Schleife mit Trennung des Gerätes und automatischer Erdung der Schleifeneingänge, wenn das Gerät abgeschaltet ist.
– eine Steckverbindung für alle Anschlüsse.
– eine totale galvanische Trennung zwischen der Spannungsversorgung und der Sicherheitsschleife mittels steckbarem Spannungswandler (Steckkarte mit rotem Handgriff).
– elektromagnetische Speicher mit zwangsgeführten Kontakten und Anzeige der Zustände mittels Leuchtdioden (LED).
– ein direkt anzeigendes Galvanometer-Typ Zeigerinstrument.
– zwei unabhängige, vollkommen identische, simultane Mess- und Auswertkanäle (Steckkarten mit grünem Handgriffen).
– eine Kurz- und Erdschlussüberwachung mit Speicherung (Steckkarte mit gelbem Handgriff).
– einen Schlüsselschalter zum Außerbetriebsetzen des Gerätes, wobei der Schlüssel in der „AUS“-Position nicht abziehbar ist (rote LED’s leuchten und der Zeiger des Anzeigegerätes steht auf Null)!
– einen Transformator/Adapter für sichere Telefonübertragung.
– eine Reihe von Spezialwiderständen für die Montage auf den Stützen, um eine sichere, selektive Anzeige zu gewährleisten (24 Stück max.).
– den Schleifen-Prüftaster am Ende der Schleife, mit Schleifen´-Abschlusswiderstand, Blitzschutz und Telefonanschlußklemmen.
Das Gerät ist als Kompaktgerät so ausgeführt, daß es direkt an der Wand oder in einem Schaltschrank montiert werden kann. Die Vorderseite ist abschraubbar um einen Zugriff zu den Funktionsbaugruppen zu gewähren. Die Baugruppen befinden sich auf Steckkarten, die in einer Basiskarte stecken. Die einzigen zwei Drahtverbindungen im Gerät verbinden das Anzeigegerät mit der Basisplatine.
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Heutige Geräte sind natürlich moderner bzw. ist das in die SPS-Steuerung integriert.
Für die Richtigkeit der in diesem Beitrag enthaltenen Informationen wird nicht garantiert. Zitieren auf eigene Gefahr.
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