Was ein lächerlicher Bullshit!Spezialwidde hat geschrieben: 11.07.2025 - 08:52Nachdem was du hier so vom Stapel lässt musst du ja der Wetterexperte schlechthin sein. Ich schlage vor du bewirbst dich bei den Seilbahnbetreibern in der Region als Entscheider wann der Betrieb stattfinden darf oder zu unterbrechen ist. Dann aber bitte unter absoluter Haftung. Wenns dann knallt stehst du auch dafür grade. Viel Spaß dabei!MarcB96 hat geschrieben: 11.07.2025 - 08:38 Der Karren liegt quasi am Alpenrand. Da hast nach Westen bzw Nordwesten 100e km freie Sicht. Da mit "das Wetter kann sich schnell ändern" zu argumentieren....sorry, das ist in dem Fall einfach Schwachsinn.
Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Die Ansicht was lächerlicher Bullshit ist und was nicht ist doch sehr subjektiv. Aber ein gewisser Trend dahin wer hier mehr davon produziert ist hier zum Glück klar erkennbar
So long...
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Gewitterwarnung ist immer noch keine Windwarnung.
Ich würde die Diskussion jetzt beenden.
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Ich bin zwar kein Wetterexperte: Aber ich war 2h später in einer Rooftop-Bar im 6. Stock in Salzburg. Die Front ist mit einer unbeschreiblichen Härte und Unvorhersehbarkeit eingetroffen. Innerhalb von 20 Sekunden waren wir von "Gewitter im Anmarsch" bei "apokalyptischer Stimmung" - so habe ich das auch noch nie erlebt. 5 Minuten vor Eintreffen des Gewitters wollten Leute noch Plätze im Freien haben, kurz darauf war die Terrasse quasi leergefegt (Stühle und Tische in einer Ecke versammelt).
Also wenn das die gleiche Front war, ist mir klar, dass man auf das nicht vorbereitet ist bzw. so schnell nicht reagieren kann. Und ja: das Gewitter hat vor dem Eintreffen in Salzburg relativ harmlos ausgeschaut (Weitblick ca 70km)
Also wenn das die gleiche Front war, ist mir klar, dass man auf das nicht vorbereitet ist bzw. so schnell nicht reagieren kann. Und ja: das Gewitter hat vor dem Eintreffen in Salzburg relativ harmlos ausgeschaut (Weitblick ca 70km)
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Man muss aber bei Gewitter immer damit rechnen, dass Sturmböen auftreten.Cervin hat geschrieben: 11.07.2025 - 09:58 Gewitterwarnung ist immer noch keine Windwarnung.
Ich würde die Diskussion jetzt beenden.
Aber was solls. Sollen die Leute doch machen. Wenns dann doch mal Tote gibt, weil ne Kabine im Sturm abstürzt, lach ichs halt aus. Mir ist das sowas von egal, wenn Leute zu ignorant sind
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Da muss ich doch an diesen einen Sktech denken:
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Süppchen und Spaghetti geht wieder:
https://vorarlberg.orf.at/stories/3313443/Gastgarten am Karren öffnet wieder
Am Dienstag startet am Dornbirner Karren wieder der Gastgartenbetrieb mit einem kleinen Speise- und Getränkeangebot. Das Panoramarestaurant an der Bergstation bleibt hingegen weiterhin geschlossen. Die Karrenseilbahn ist nach einem Sturmschaden noch außer Betrieb.
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Lagorce
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Ram-Brand hat geschrieben: 11.07.2025 - 20:02 Da muss ich doch an diesen einen Sktech denken:
[ Edited: Beatrice Richter, Rudi Carrell & Dieter Krebs - Spaghetti im Sturm 1985 ]
Erinnert mich an Am Laufendem Band
sowie
Derrick: Eine Rose im Müll (mit Beatrice Richter)
https://www.youtube.com/watch?v=n7bfafhcIrc
siehe Ausschnitt hier:
https://youtu.be/n7bfafhcIrc?t=1471
00:24:31 bis 00:25:20: Visionärisch?
Eine der besten Derrick Folgen (IMO) und auch der Abspann mit einer Frank Duval Komposition ist besonders gelungen:
https://youtu.be/n7bfafhcIrc?t=3491
Der Zwischenfall bei der Karrenseilbahn hätte m.E. zu einer ausführlichen Untersuchung führen sollen, da die Kausaleffekte möglicherweise von systemischer Bedeutung sind. Da die Bergsation zwar exponiert jedoch gerade etwa 973 m ü.M. liegt, wäre anzuklären, ob für ausreichende Querwindlasten ausgelegt wurde.
Irgendwo gibt es einen Experten, der gelegentlich Windverhältnisse bei Zwischefällen sehr genau analysiert, finde Link nicht mehr.
Die Stützenlokalisierung der Swisstopo Karte ist übrigens völlig falsch.
Soweit ich Videos entnehmen konnte, sind keine äussere Stützensattel-Tragseilfänger vorhanden.
Mindestens ein Seilreiter von Spur 1 (links bergwärts schauend) ist mit einem solargespeisten Anemometer ausgestattet.
Tragseile sind in der Talstation mit Spanngewicht abgespannt (ein Spanngewicht pro Spur, für beide Tragseile eines Paars wie üblich gemeinsam).
Hier noch ein Artikel, kann man sogar als ZIP Datei mit den Bildern downloaden:
https://aktuell.dornbirn.at/presseausse ... anmae-ssig
Die Tragseilfänger des Laufwerks sind unten auffällig trichterförmig mit grossem Öffnungswinkel ausgef!hrt, kann jedoch nicht genau beurteilen wie "tief" (nach unten) sie reichen. Abstreifer sind keine vorhanden.
Auf 4K Playback-Auflösung setzen:
Stütze:
https://youtu.be/QqiGuT7s4Ys?t=5
https://youtu.be/QqiGuT7s4Ys?t=31
Merkwürdigerweise fehlen die Geländer am Ende der Podesttreppen der Seilsättel.
Irgendwo ist ein Video, wo man sieht wie das äussere Tragseil über den Seilsattel geführt wird, meinte eine etwas unübliche Höhe über dem Grundträger müsste es jedoch wieder finden um sicher zu sein.
Laufwerk:
https://youtu.be/QqiGuT7s4Ys?t=39
Zu überprüfen wären etwaige abnutzungsbedingte Änderungen der Querschnittgeometrie der Tragseilauflageprofile. Interessant wären Nahaufnahmen der Tragseilsättel sowie Tragseilfänger und Laufwerke.
Gewisse technisch relevante Zwischenfälle sollte man unabhängig von den Folgen ausführlich untersuchen um ggf. ähnlichen Zwischenfällen bei anderen Pendelbahnen vorzubeugen.
Leider habe ich keine technische Infos zur dieser PB gefunden.
Für eine genauere Einschätzung müsste man gewisse Berechnungen sowie Zeichnungen überprüfen, auf die man jedoch nicht Zugriff hat.
Der Istzustand, und insbes. gewisse Geometrien, könnte man mit 3D Handheld Industriescannern überprüfen (sind recht teuer).
IMO hatte man da doch grosses Glück gehabt (siehe der bereits weiter oben erwähnt Sqaw Valley Unfall, IMO wäre es sinnvoll zu überprüfen, ob Gehängefüsse so ausgeleft werden können, dass ein Tragseil seitlich nach Spurinnenseite abgelenkt werden kann, ohne die Kabine zu stark nach aussen querpendeln zu lassen.
Zudem sollten Kunststoffdachluken mit Stahlgitter versehen werden (herunterfallende Seilrollen sowie Seilreiter wobei gewisse Seilreiter von Doppel-Einspurigen Pendelbahnen doch sehr schwer sind, da zusätzliche Tragrollen für die Zugseilrückführung vorhanden sein können).
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Habe Bildmaterial falsch interpretiert, mein Fehler. Wäre auch unerwartet, über solche Blechbügel zu fahren, sowas gibt es zur Tragseilsicherung bei gebastelten einspurigen Kleinstpendelbahnen.Latesn hat geschrieben: 24.06.2025 - 12:34Sind eigentlich ganz normale Klemmplatten mit ca. 250° UmschlingungLagorce hat geschrieben: 24.06.2025 - 11:11
Auf die unübliche formschlüssige Befestigung der Seilreiter komme ich später zurück (das entsprechende Tragseil oben umfassende U-förmiger Blechbügel anstelle der üblichen Klemmplatten mit Kreissegmentprofilrille bei denen das Tragseil bei niedrigeren Überbelastungskräften bei gleichem Tragseildurchmesser herausgerissen wird). Die Tragseilfänger der Laufwerke sind glaub klassisch ausgeführt.
Versuche zwar mich stets rationell zu äussern und halte nichts von Sensationalismus. Nur bin hier der Meinung, dass man hier absolut unglaubliches Glück hatte.
Nach Verlust der Unterstützung eines der beiden Tragseile von von Spur 1 (Kabine 1, die ca. 25 m unterhalb der Bergstation mit 19 Personen zum Stillstand kam, Kabine 2 der rechten Spur war leer) drehte sich das Laufwerk bis zum mechanischen Querpendelanschlag und die vollständige Entgleisung wurde lediglich noch knapp durch die beiden Tragseilabweiser verhindert wobei auch dort bereits eine Teilentgleisung des Laufwerks statt fand.
Aufgrund des hohen Bodenabstands beim Haltepunkt wäre Kabine 1 möglicherweise durch das endlos gespleisste Zugseil aufgefangen worden, kann dies jedoch nicht genauer beurteilen und sehe nicht genau wie sich die Seile überschlagt haben, dies müsste man nachrechnen.
Gemäss Betreiberwebsite ist jedes Tragseilpaar mit einem gemeinsamem Spanngewicht von 60 t (ein Spanngewicht von 60 t pro Spur in der Talstation) abgespannt, Zugseilspangewicht 20 t, Antrieb in Talstation.
Blieb Kabine 1 (die obere, die evakuiret wurde) am linkem (A) oder rechtem (B) Tragseil hangen?
Für die Berechnung der zulässigen Querbelastung der Tragseile (Entgleisungsgrenze bei den Seilsätteln) geht man allerdings davon aus, dass kein Fahrzeug auf der Strecke ist, da bei starkem WInd nicht gefahren werden darf. Demnach werden eile, Seilreite sowie ggf. Eisbehang (lokal bis über 60 cm Durchmesser in extremen Lagen) berücksichtigt.
Wäre interessant gewesen, die Windgeschwindigkeitsaufzeichnungen auszuwerten. Habe nicht näher überprüft, wo gemessen wird, mindestens ein Seilreiter ist mit einem Anemometer bestückt.
Schade, dass man Erfahrungen aus Zwischenfällen nicht als "Lessons Learned" zur Erhöhung der Sicherheit rationell diskutiert. Insbes. auch diverse Evakuierungen bei denen man den Notantrieb nicht in Betrieb setzen konnte. Über die spektakuläre Stützengaragierung wird man auch vergebens einen Bericht suchen.
iKennt jemand die Seillage (seilüberschläge)?
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Ich find es ja mal wieder höchst interessant wie dünn die Haut hier wieder ist.
Ich würde bei einem Unwetter sicher nicht in eine Seilbahn steigen, würde mich aber dennoch besser fühlen, dass wenn ich als Tourist vom Unwetter überrascht werde, der ortsansässige Betreiber meine Sicherheit gewährleistet und lieber einmal weniger fährt als einmal zu viel. Evtl. mit dem zusätzlichen Angebot, eine Talfahrt für alle Gäste anzubieten die es nicht mehr vom Berg geschafft haben sobald die Wetterlage das wieder zulässt. Das wäre das Handeln was ich erwarte wenn man Sicherheit und Kundenzufriedenheit groß schreibt.
(evtl. schaust kurz mein Profil an und siehst dass ich bereits 2008 hier aktiv war und denkst nochmal über deine Aussage nach
)
Evtl. machen sich hier auch einige kein Bild, wie das so ist in so einer Kabine derart lange festzustecken. Ich für meinen Teil hatte bereits das Vergnügen in einer EUB (8er kabine) auf 2200 Metern bei -10 Grad für ne Stunde festzustecken (Problem mit dem Reifenförderer in der Talstation. Lösung war nach mehrfachen Anläufen das manuelle Schieben der Kabinen durch den Stationsumlauf bis die Bahn leer war.)
Ich war sehr froh alleine in der Kabine zu sein und seitdem mach ich nicht noch schnell noch eine weitere Abfahrt bevor ich zum WC geh
und das war alles ohne Sturm, blitz und Donner und auch keine 7 Stunden.
Diese Meinung die das Fass hier aufgerissen hat war aus der Empathie mit den Leidtragenden heraus entstanden, die wie es @Mr400Liter gut zusammengefasst hat "knapp an einer Katastrophe vorbeigeschlittert" sind.
Ich würde bei einem Unwetter sicher nicht in eine Seilbahn steigen, würde mich aber dennoch besser fühlen, dass wenn ich als Tourist vom Unwetter überrascht werde, der ortsansässige Betreiber meine Sicherheit gewährleistet und lieber einmal weniger fährt als einmal zu viel. Evtl. mit dem zusätzlichen Angebot, eine Talfahrt für alle Gäste anzubieten die es nicht mehr vom Berg geschafft haben sobald die Wetterlage das wieder zulässt. Das wäre das Handeln was ich erwarte wenn man Sicherheit und Kundenzufriedenheit groß schreibt.
Also wenn derart gereizt mit Totschlagargumenten auf den Blödsinn von 13 Jährigen reagierst dann empfehle ich dir dich von Kindern fern zu halten.markus hat geschrieben: 10.07.2025 - 22:25 Selten so einen Blödsinn gelesen. (Mark der 13 jährige und sein Bruder sind gemeint )
(evtl. schaust kurz mein Profil an und siehst dass ich bereits 2008 hier aktiv war und denkst nochmal über deine Aussage nach
Könnte mir gut vorstellen, dass einer der Fahrgäste danach traumatisiert war. Nicht nur die Lange Zeit bis zur Rettung auch mussten die Insassen doch sicher das Unwetter in der Kabine durchstehen oder? Also ich könnte mir kaum ein schlimmeres Szenario als Fahrgast einer Seilbahn vorstellen als mit entgleisten Fahrbetriebsmittel quasi am seidenen Faden im Sturm mit Gewitter zu hängen.Mr400Liter hat geschrieben: 10.07.2025 - 10:30 Weil das (leider) die aktuelle Mentalität ist... für alles braucht man Schuldige und Schadenersatz.
Evtl. machen sich hier auch einige kein Bild, wie das so ist in so einer Kabine derart lange festzustecken. Ich für meinen Teil hatte bereits das Vergnügen in einer EUB (8er kabine) auf 2200 Metern bei -10 Grad für ne Stunde festzustecken (Problem mit dem Reifenförderer in der Talstation. Lösung war nach mehrfachen Anläufen das manuelle Schieben der Kabinen durch den Stationsumlauf bis die Bahn leer war.)
Ich war sehr froh alleine in der Kabine zu sein und seitdem mach ich nicht noch schnell noch eine weitere Abfahrt bevor ich zum WC geh
Diese Meinung die das Fass hier aufgerissen hat war aus der Empathie mit den Leidtragenden heraus entstanden, die wie es @Mr400Liter gut zusammengefasst hat "knapp an einer Katastrophe vorbeigeschlittert" sind.
Gruß Mark13
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Von der Sicherheitsrelevanz her betrachet, ist der Zwischenfall bei der Karren Seilbahn in Dornbirn eigentlich bedeutender als Mottarone, Ještěd sowie, vermutlich da Ursache unbekannt, Monte Faito.
Hier handelt es sich um eine modernisierte Pendelbahn mit aktueller Technik für Kabine, Gehänge, Laufwerk, Tragseilführung bei der Stütze, etc., bei der angeblich ohne Vorwarnung starker Seitenwind derart überraschend aufkam, dass während der Fahrt mehrere Tragseile von deren Auflagen bei derselben Stütze entgleisten (aufgrund von starken dynamischen Effekten sind Seilüberwürfe zu erwarten).
Deshalb wäre es umso wichtiger gewsen, eine vertiefte Untersuchung durchzuführen um u.a. abzuklären, ob ggf. gewisse Annahmen bei der rechnerischen Auslegung der Pendelbahn fragwürdig waren und inwiefern ebenfalls bei anderen Pendelbahnen u.U. Massnahmen zu treffen wären, sowohl technisch (z.B. äussere Tragseilfänger (waren hier nicht vorhanden), Überwachung von Tragseilentgleisungen falls nicht bereits vorhanden, Verbesserung der Windmessungen (ggf. auf Ultraschall umstellen), etc.), wie ggf. auch organisatorisch.
Hätte ebenfalls die anemometrischen Aufzeichnungen durch die Steuerung überprüft, und mich nicht einfach auf Aussagen des Betreibers beschränkt.
Zudem wäre, wie bereits aufgeführt, die Querschnittgeometrie der hier segmentweise aufgebauten Tragseiltragprofile der Stütze mit 3D Scanner auf etwaige Unregelmässigkeiten zu überprüfen (insbes. asymmetrische Abnutzung). Auch die Windstätke müsste eingeschätzt werden.
Falls sich anderswo ein ähnlicher Zwischenfall wiederholt, wird man sich fragen, weshalb man den Zwischenfall in Dornbirn nicht näher untersucht hat.
Hier handelt es sich um eine modernisierte Pendelbahn mit aktueller Technik für Kabine, Gehänge, Laufwerk, Tragseilführung bei der Stütze, etc., bei der angeblich ohne Vorwarnung starker Seitenwind derart überraschend aufkam, dass während der Fahrt mehrere Tragseile von deren Auflagen bei derselben Stütze entgleisten (aufgrund von starken dynamischen Effekten sind Seilüberwürfe zu erwarten).
Deshalb wäre es umso wichtiger gewsen, eine vertiefte Untersuchung durchzuführen um u.a. abzuklären, ob ggf. gewisse Annahmen bei der rechnerischen Auslegung der Pendelbahn fragwürdig waren und inwiefern ebenfalls bei anderen Pendelbahnen u.U. Massnahmen zu treffen wären, sowohl technisch (z.B. äussere Tragseilfänger (waren hier nicht vorhanden), Überwachung von Tragseilentgleisungen falls nicht bereits vorhanden, Verbesserung der Windmessungen (ggf. auf Ultraschall umstellen), etc.), wie ggf. auch organisatorisch.
Hätte ebenfalls die anemometrischen Aufzeichnungen durch die Steuerung überprüft, und mich nicht einfach auf Aussagen des Betreibers beschränkt.
Zudem wäre, wie bereits aufgeführt, die Querschnittgeometrie der hier segmentweise aufgebauten Tragseiltragprofile der Stütze mit 3D Scanner auf etwaige Unregelmässigkeiten zu überprüfen (insbes. asymmetrische Abnutzung). Auch die Windstätke müsste eingeschätzt werden.
Falls sich anderswo ein ähnlicher Zwischenfall wiederholt, wird man sich fragen, weshalb man den Zwischenfall in Dornbirn nicht näher untersucht hat.
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- Seilbahn Karren: Kabine 1 (19 Pers. evakuiert)
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Und du glaubst nicht, dass genau das gerade im Hintergrund abläuft?Lagorce hat geschrieben: 21.07.2025 - 06:47
Deshalb wäre es umso wichtiger gewsen, eine vertiefte Untersuchung durchzuführen um u.a. abzuklären, ob ggf. gewisse Annahmen bei der rechnerischen Auslegung der Pendelbahn fragwürdig waren und inwiefern ebenfalls bei anderen Pendelbahnen u.U. Massnahmen zu treffen wären, sowohl technisch (z.B. äussere Tragseilfänger (waren hier nicht vorhanden), Überwachung von Tragseilentgleisungen falls nicht bereits vorhanden, Verbesserung der Windmessungen (ggf. auf Ultraschall umstellen), etc.), wie ggf. auch organisatorisch.
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Bezog mich spezifisch auf eine SUB (Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes) Untersuchung, meinte gem. Medien würde keine formale Untersuchung durch die SUB eingeleitet.
Übrigens ein weiteres Beispiel wo eine integrierte Bergung nutzlos ist.
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Da reicht im Normalfall eh schon ein "normaler" Überwurf und integrierte Bergung kannst vergessen... Halte auch nichts davon.Lagorce hat geschrieben: 21.07.2025 - 11:33 Übrigens ein weiteres Beispiel wo eine integrierte Bergung nutzlos ist.
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Evtl. sind ja für den ein oder anderen in diesem Instagram Video interessante technische Details zu erkennen.
https://www.instagram.com/reel/DMDym0og ... A2dmRiOHFk
Vor allem nach dem Laufwerksfoto von Lagorce oben glaube ich das dort eine gewaltige Menge Glück im Spiel gewesen ist….
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Vor allem nach dem Laufwerksfoto von Lagorce oben glaube ich das dort eine gewaltige Menge Glück im Spiel gewesen ist….
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Danke für den Link bzw. die Fotostrecke.
Wahnsinn, wenn man das so sieht...
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Quelle: Wiedereröffnung rückt näherNach dem technischen Zwischenfall im Juni schreiten die Arbeiten an der Karrenseilbahn zügig voran. Die Inbetriebnahme könnte nun eine Woche früher erfolgen als zunächst geplant.
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Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Dank bitte an Spechti richten.
Hier noch eine kleine Klarstellung meinerseits: Habe absolut nichts gegen Steurer Pendelbahnen, mangels näheren Informationen ist es mir nicht weiter möglich abszuschätzen, ob under vergleichbaren Bedingungen bei einer Garaventa anstelle einer Steurer Pendelbahn der Zwischenfall ähnlich abgelaufen wäre.
Zudem ist mir nicht klar, was genau in welcher Reihenfolge geschah und welche Wechselwirkungen für der Verlauf des Zwischenfalls massgebend waren.
Ob ein Tragseilschuh auf Einzelträgerprofilsegmenten mit leichtem Zwischenraum (Steurer Bauart) abweichende seitliche Tragseilführungseigenschaften im Vergleich zu den üblicheren durchgehenden Auflageprofilen (z.B. Garaventa, mehrere Broncesegmente werden ggf. spaltlos zusammengefügt) müsste man abklären, ebenso ob dies einen Einfluss auf die Schmierung hat. Meist sind seitlich übliche Schmiernippel für Fettpresse angebracht, wobei das Fett durch Kanäle mittig zum U-förmigen Seiltragebereich geführt wird. In seltenen Fällen wird automatisch zentral geschmiert, die Stützen müssen dennoch stets regelmässig gem. Vorgaben zu kontrollieren.
Leitner-Poma hat teils eine Art Kunsstoffeinlagen, z.B. Pic de Bure 2 (nachdem die vorgehende Pendelbhan abgestürzt war (20 Tote, die unerlaubt ausgebaute Fangbremse hätte gem Untersuchung den Unfall verhindert)), wo ein Tragseil am 2016-11-21 entgleiste und auf den Gehängefuss fiel (Materialtransportspur, der Personentransport erfolgte auf der anderen Spur (Kabine musste evakuiert werden), eine der seltenen Pendelbahnen mit fest absgespanntem Zugseil (bei etwas über 4 km schräger Länge). Das entgleiste Tragseil lag monatelang am Boden. Erst am 2024-09-16 (!) wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Französische Pendelbahnen sind oft unnötig kompliziert und merkwürdig ausgeführt, sind auch bekannt für regelmässige Probleme (lange Liste, Brest ist lediglich Rekordhalter).
Gewisse Steurer Pendelbahnen verfügen über zusätzliche kurze leicht erhöhte Führungen mit kreisförmiger Rille, die lokal einen leicht grösseren Umfassungwinkel des Tragseils erlauben.
Bei Pendelbahnen mit nur einem Tragseil ist die Zugseilführung bei den Stützen mechanisch bedingt anders ausgeführt (aussenseitige Zugseiltragrollen).
Wie bereits erwähnt war beim Zwishenchfall bei der Karrenseilbahn massgebend, dass der Wind seitlich auf die Kabinen wirken konnte.
Die Grundberechnungen für die seitliche Haltung (gemeint ist, die erforderliche seitliche Kraft um das Tragseil seitlich von Seilschuh wegzudrücken) basiert auf den Zustand ausser Betrieb, demnasch Seile (inkl. Seilreiter, jedoch ohne Fahrzeuge auf der Strecke).
Die erforderliche Spurweite an der Kreuzungsstelle wird unter Berücksichtigung der maximalen ungünstigsten Querpendelung (beide Fahrzeuge nach innen ausgelenkt und auf gleicher Höhe angenommen, obwohl in der Praxis genau diese Kombination beim Kreuzen eher selten zutreffen wird) ermittelt, zudem dürfen sich leeren Seile der beiden Spuren in der Mitte des längsten Seilfeldes auch bei Sturm nicht berühren, wobei Reduzierungen für lange Seilfelder zugelassen sind. Dies soviel ich in Erinnerung habe, müsste für Einzelheiten in den entsprechenden EN nachschlagen. IIRC sind gewisse Berechnungsgrundlagen nicht völlig unumstritten.
Aber wie gesagt, das müsste ich mir nochmnals genau ansehen, also Angaben ohne Gewähr solange ich dies nicht in den Normen genauer überprüft habe.
Unklar ist für mich nach wie vor der genauere Vorgang diese Zwischenfalls.
Erfolgten gewisse Tragseilentgleisungen aufgrund der Dynamik der ersten Tragseilentgleisung? Würde nicht ausschliessen, dass durch elastische Deformationen der Stütze starke Erschütterungen Tragseilentgleisungen bei der anderen Spur verursachten.
Oder erfolgten die Tragseilentgleisungen zeitverschoben? Verschiedene Windboen? Oder kurz zeitlich versetzt aufgrund von Schwingungen?
Exisitert CCTV Bildmaterial?
Für mich ist unerklärlich, weshalb man nicht formal Spuren sicherte, und wie aufgeführt eine Untersuchung einleitete und dies unabhängig davon, dass man sehr viel Glück hatte.
Wichtig wäre gewesen, hersteller- und betreiberunabhängig im Detail abzuklären, was vorging, dies um Ggf. anpassungen zu treffen.
Die allgemeine Problematik der Windmessungen wurde bereits in Berichten der SUST (https://www.sust.admin.ch) erläutert und ebenfalls hier im Forum mehrmals diskutiert.
Bilder sind vom Spechtis Link. Beim Laufwerk wurde der Anschlag der Querpendelgrenze erreicht, ohne diese mechanische Begrenzung des Drehwinkels wäre das gesamte Laufwerk abgestürzt.
Hier noch eine kleine Klarstellung meinerseits: Habe absolut nichts gegen Steurer Pendelbahnen, mangels näheren Informationen ist es mir nicht weiter möglich abszuschätzen, ob under vergleichbaren Bedingungen bei einer Garaventa anstelle einer Steurer Pendelbahn der Zwischenfall ähnlich abgelaufen wäre.
Zudem ist mir nicht klar, was genau in welcher Reihenfolge geschah und welche Wechselwirkungen für der Verlauf des Zwischenfalls massgebend waren.
Ob ein Tragseilschuh auf Einzelträgerprofilsegmenten mit leichtem Zwischenraum (Steurer Bauart) abweichende seitliche Tragseilführungseigenschaften im Vergleich zu den üblicheren durchgehenden Auflageprofilen (z.B. Garaventa, mehrere Broncesegmente werden ggf. spaltlos zusammengefügt) müsste man abklären, ebenso ob dies einen Einfluss auf die Schmierung hat. Meist sind seitlich übliche Schmiernippel für Fettpresse angebracht, wobei das Fett durch Kanäle mittig zum U-förmigen Seiltragebereich geführt wird. In seltenen Fällen wird automatisch zentral geschmiert, die Stützen müssen dennoch stets regelmässig gem. Vorgaben zu kontrollieren.
Leitner-Poma hat teils eine Art Kunsstoffeinlagen, z.B. Pic de Bure 2 (nachdem die vorgehende Pendelbhan abgestürzt war (20 Tote, die unerlaubt ausgebaute Fangbremse hätte gem Untersuchung den Unfall verhindert)), wo ein Tragseil am 2016-11-21 entgleiste und auf den Gehängefuss fiel (Materialtransportspur, der Personentransport erfolgte auf der anderen Spur (Kabine musste evakuiert werden), eine der seltenen Pendelbahnen mit fest absgespanntem Zugseil (bei etwas über 4 km schräger Länge). Das entgleiste Tragseil lag monatelang am Boden. Erst am 2024-09-16 (!) wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Französische Pendelbahnen sind oft unnötig kompliziert und merkwürdig ausgeführt, sind auch bekannt für regelmässige Probleme (lange Liste, Brest ist lediglich Rekordhalter).
Gewisse Steurer Pendelbahnen verfügen über zusätzliche kurze leicht erhöhte Führungen mit kreisförmiger Rille, die lokal einen leicht grösseren Umfassungwinkel des Tragseils erlauben.
Bei Pendelbahnen mit nur einem Tragseil ist die Zugseilführung bei den Stützen mechanisch bedingt anders ausgeführt (aussenseitige Zugseiltragrollen).
Wie bereits erwähnt war beim Zwishenchfall bei der Karrenseilbahn massgebend, dass der Wind seitlich auf die Kabinen wirken konnte.
Die Grundberechnungen für die seitliche Haltung (gemeint ist, die erforderliche seitliche Kraft um das Tragseil seitlich von Seilschuh wegzudrücken) basiert auf den Zustand ausser Betrieb, demnasch Seile (inkl. Seilreiter, jedoch ohne Fahrzeuge auf der Strecke).
Die erforderliche Spurweite an der Kreuzungsstelle wird unter Berücksichtigung der maximalen ungünstigsten Querpendelung (beide Fahrzeuge nach innen ausgelenkt und auf gleicher Höhe angenommen, obwohl in der Praxis genau diese Kombination beim Kreuzen eher selten zutreffen wird) ermittelt, zudem dürfen sich leeren Seile der beiden Spuren in der Mitte des längsten Seilfeldes auch bei Sturm nicht berühren, wobei Reduzierungen für lange Seilfelder zugelassen sind. Dies soviel ich in Erinnerung habe, müsste für Einzelheiten in den entsprechenden EN nachschlagen. IIRC sind gewisse Berechnungsgrundlagen nicht völlig unumstritten.
Aber wie gesagt, das müsste ich mir nochmnals genau ansehen, also Angaben ohne Gewähr solange ich dies nicht in den Normen genauer überprüft habe.
Unklar ist für mich nach wie vor der genauere Vorgang diese Zwischenfalls.
Erfolgten gewisse Tragseilentgleisungen aufgrund der Dynamik der ersten Tragseilentgleisung? Würde nicht ausschliessen, dass durch elastische Deformationen der Stütze starke Erschütterungen Tragseilentgleisungen bei der anderen Spur verursachten.
Oder erfolgten die Tragseilentgleisungen zeitverschoben? Verschiedene Windboen? Oder kurz zeitlich versetzt aufgrund von Schwingungen?
Exisitert CCTV Bildmaterial?
Für mich ist unerklärlich, weshalb man nicht formal Spuren sicherte, und wie aufgeführt eine Untersuchung einleitete und dies unabhängig davon, dass man sehr viel Glück hatte.
Wichtig wäre gewesen, hersteller- und betreiberunabhängig im Detail abzuklären, was vorging, dies um Ggf. anpassungen zu treffen.
Die allgemeine Problematik der Windmessungen wurde bereits in Berichten der SUST (https://www.sust.admin.ch) erläutert und ebenfalls hier im Forum mehrmals diskutiert.
Bilder sind vom Spechtis Link. Beim Laufwerk wurde der Anschlag der Querpendelgrenze erreicht, ohne diese mechanische Begrenzung des Drehwinkels wäre das gesamte Laufwerk abgestürzt.
- Dateianhänge
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- Karrenseilbahn: Kabine 2 (rechte Spur, war unbesetzt): Gesamtansicht
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- Karrenseilbahn: Stütze 1: Tragseiltragprofile
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- Karrenseilbahn: Kabine 1 (linke Spur, 19 Personen evakuiert): Laufwerk
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- Karrenseilbahn: Kabine 2 (rechte Spur, war unbesetzt): Seillage Stütze 1
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Lagorce
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Konnte Bild nicht mehr einfügen.
Beispiel von kurzen Segmenten (Steurer).
Beispiel von kurzen Segmenten (Steurer).
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Hier vllt. noch zur Erklärung weil man das auf den Bildern nicht wirklich erkennt. Diese Sicherungsbriden umschließen das Tragseil je nach Anlage um rund 300°Lagorce hat geschrieben: 23.07.2025 - 00:05 Konnte Bild nicht mehr einfügen.
Beispiel von kurzen Segmenten (Steurer).
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Danke für diese Information.
Weisst du, weshalb z.T. sehr kurze Segmente vorhanden sind? Sieht so aus, als wäre das Segment unterhalb der roten Sicherungsbride vollständig ausbaubar, soll dies eine Umfassung des Tragseils ermöglichen (z.B. Hebeschlinge)?
Bzgl. fehlenden Tragseilfängern bei den Stützensättel gibt es unterschiedliche Auffassungen, u.a. auch bzgl. Unterschiede zwischen Pendelbahnen mit oder ohne Fangbremse.
Siehe auch ihier:
viewtopic.php?p=5470723
Bei sehr grossen Pendelbahnen kann bei geöffneter Fangbremse während Normalbetrieb der Spalt zwischen dem Fangbremsenbremszangenbremsbelag (bewusst blödsinnig langes Wort
) und dem Tragseil weniger als 10 mm betragen.
Eine massgebende Rolle (!) bei der Führung auf dem Tragesil spielt die Geometrie der Rille der Elastomereinlageringen der Laufwerksrollen. Für Nachberechnungen müsste man über Konstruktionszeichnungen sowie über Profilmessungen im aktuellen (falls nicht neulich ersetzt abgenutzem) Zustand verfügen, wobei einiges durch Normen vorgegeben ist.
.
Möchte doch gerne wissen, welche Windgeschwindigkeiten erreicht wurden, dies ist absolut massgebend, um grob abzuschätzen ob irgendwas falsch ausgelegt wurde.
Es ist wohl einleuchtend, dass Windgeschwindigkeitsgrenzwerte getrennt für eine Anlage in Betrieb sowie ausser Betrieb (beide Kabinen in einer Station) festgelegt werden.
In exponierten Lagen sind Auslegungen für bis über 200 km/h (ggf. auch über 250 km/h) Windgeschwindigkeit ausser Betrieb erforderlich (siehe vergleichsweise ein extremes Beispiel für Turmdrehkrane mit Wippausleger hier: https://www.wolffkran.com/resources/ecics_862.pdf).
Je nach Lage wird Eisbehang bis über 600 mm Aussendurchmesser berücksichtigt, sowohl bgzl. Mehrgewichtslast wie auch Windlast.
Eisbehang ist stark von lokalen (ggf. sehr lokal auf kurzen Abschnitten) Gegebenheiten abhängig und fällt eigentlich nie auf einer gesamten Seillänge gleich massiv aus.
https://www.youtube.com/watch?v=VjGVrXItJIE
https://www.youtube.com/watch?v=NC2wtGno76Q
Während einer Einteisungsfahrt können Eisfragmente auf das Kabinendach fallen, was zu einer angenehmen Geräuschkulisse führen kann.
Ob aufgrund der tiefen Lage der Bergstation (knapp unter 800 m ü.M.) die Windfestigkeit zu tief eingeschätzt wurde, ist unbekannt.
Die Ermittlung dieser Anforderungen liegt NICHT in der Verantwortung des Seilbahnherstellers, dieser dimensioniert aufgrund der einschlägigen Expertenberichten. Diverse Risikoanalysen von Naturgefahren (Wind, Schnee inkl. Lawinen, Eisbehang, Geologie im weiteren Sinne (Fundamente, Erdrutsche, Steinschlag,...), etc., werden von verschiedenen Experten erstellt und sind ebenfalls Bestand der den Behörden einzureichenden Unterlagen) sowie Brandrisiko.
Bei unüblichen Risiken werden je nach Gegebenheiten zusätzliche Sicherheitsgutachten erstellt.
Da Steurer ein zuverlässiger erfahrener Hersteller ist, gehe ich eher davon aus, dass das enstprechende Windereignis vermutlich die Auslegungskriterien weit übertraf, hier bezogen auf Wind während des Betriebs.
Ob sonst irgendein Problem vorlag ist nicht weder bekannt noch vermutbar, dazu liegen keine konkrete Anhaltspunkte vor.
Bei Fahrzeugen auf der Strecke sind massgebende zusätzliche Windagriffslächen zu berücksichtigen, da in diesen Höhenlagen (unter 1000 m ü.M.) nicht mit massivem Eisbehang zu rechnen ist.
In hochalpinen Bereichen wird IIRC auf Windstaudruck in Extremfällen von 200 bis 300 daN/m2 (Profis setzen Pa (N/m2) bzw. kPa (kN/m2) ein, daN/m2 ist jedoch ohne Umrechnung einfacher gefühlsmässig zu interpretierem (200 bis 300 "kg/m2" obwohl kg keine Krafteinheit ist)) sind auf die Tragseile seitlich wirkende Kräfte wesentlich höher als lediglich bei leerem mit Seilreitern bestückten Traggseilpaar. Genauere Werte müsste ich nachschlagen.
Bei Bergstationen wie Scex Rouge von Glacier 3000 oder Säntis (https://kran-info.ch/saentis2.htm) sind Windgeschwindigkeiten über 200 km/h zu erwarten, ebenso auf dem Jungfraujoch.
Wie bereits erwähnt müsste man für eine genauere Analyse wissen, wie sich der Wind zeitlich entwickelte. Ob eine plötzliche "Einzelwindböe" zum Zwischenfall führte, oder ob z.B. Resonazen eine Rolle spielten, ist nicht bekannt.
Wind kann zwar sehr schnell aufkommen, nur so schnell, dass man eine durchaus kurze Fahrt nicht mehr beenden kann... Da möchte ich doch ganz genau wissen, wie die Windverhältnisse kurz vor der Fahrtbeginn waren. Ob man nicht noch schnell Fahrgäste ins Tal zurückbrigen wollte.
Den anemometrischen Aufzeichnungen der Steuerung würde ich eher trauen als den Aussagen des Betreibers.
Deshalb wären da auch Zeugenaussagen wichtig, habe jedoch nicht weiter recherchiert (Medien z.B. zahlungspflichtig oder Websitezugang auf AT beschränkt, weitere Gründe weshalb Mainstreammedien stets an Bedeutung verlieren werden).
Wenn ich was Zeit finde, schlacge ich mal in den EN sowie den früheren pre-CEN CH Vorschriften (Pendelbahnverordnung) nach.
Gesamthaft betrachtet ist abzuklären, ob die meteorologischen Bedingungen vor Begin (Entwicklung über einen gewissen Zeitraum betrachtet) der verhängnisvollen Fahrt ein Stillsetzen der Betriebs erforderten oder nicht.
Dass es quasi Windstill war und dann innert der Fahrzeit für diese kurze Distanz so plötzlich orkanartige Böen entstanden, ist mir irgendwie nicht 100 % plausibel. Zudem wurde angeblich die Bahn vor dem Ereignis angehalten (von Hand oder sprach z.B. die Zugseilüberwachung an?).
Weisst du, weshalb z.T. sehr kurze Segmente vorhanden sind? Sieht so aus, als wäre das Segment unterhalb der roten Sicherungsbride vollständig ausbaubar, soll dies eine Umfassung des Tragseils ermöglichen (z.B. Hebeschlinge)?
Bzgl. fehlenden Tragseilfängern bei den Stützensättel gibt es unterschiedliche Auffassungen, u.a. auch bzgl. Unterschiede zwischen Pendelbahnen mit oder ohne Fangbremse.
Siehe auch ihier:
viewtopic.php?p=5470723
Bei sehr grossen Pendelbahnen kann bei geöffneter Fangbremse während Normalbetrieb der Spalt zwischen dem Fangbremsenbremszangenbremsbelag (bewusst blödsinnig langes Wort
Eine massgebende Rolle (!) bei der Führung auf dem Tragesil spielt die Geometrie der Rille der Elastomereinlageringen der Laufwerksrollen. Für Nachberechnungen müsste man über Konstruktionszeichnungen sowie über Profilmessungen im aktuellen (falls nicht neulich ersetzt abgenutzem) Zustand verfügen, wobei einiges durch Normen vorgegeben ist.
.
Möchte doch gerne wissen, welche Windgeschwindigkeiten erreicht wurden, dies ist absolut massgebend, um grob abzuschätzen ob irgendwas falsch ausgelegt wurde.
Es ist wohl einleuchtend, dass Windgeschwindigkeitsgrenzwerte getrennt für eine Anlage in Betrieb sowie ausser Betrieb (beide Kabinen in einer Station) festgelegt werden.
In exponierten Lagen sind Auslegungen für bis über 200 km/h (ggf. auch über 250 km/h) Windgeschwindigkeit ausser Betrieb erforderlich (siehe vergleichsweise ein extremes Beispiel für Turmdrehkrane mit Wippausleger hier: https://www.wolffkran.com/resources/ecics_862.pdf).
Je nach Lage wird Eisbehang bis über 600 mm Aussendurchmesser berücksichtigt, sowohl bgzl. Mehrgewichtslast wie auch Windlast.
Eisbehang ist stark von lokalen (ggf. sehr lokal auf kurzen Abschnitten) Gegebenheiten abhängig und fällt eigentlich nie auf einer gesamten Seillänge gleich massiv aus.
https://www.youtube.com/watch?v=VjGVrXItJIE
https://www.youtube.com/watch?v=NC2wtGno76Q
Während einer Einteisungsfahrt können Eisfragmente auf das Kabinendach fallen, was zu einer angenehmen Geräuschkulisse führen kann.
Ob aufgrund der tiefen Lage der Bergstation (knapp unter 800 m ü.M.) die Windfestigkeit zu tief eingeschätzt wurde, ist unbekannt.
Die Ermittlung dieser Anforderungen liegt NICHT in der Verantwortung des Seilbahnherstellers, dieser dimensioniert aufgrund der einschlägigen Expertenberichten. Diverse Risikoanalysen von Naturgefahren (Wind, Schnee inkl. Lawinen, Eisbehang, Geologie im weiteren Sinne (Fundamente, Erdrutsche, Steinschlag,...), etc., werden von verschiedenen Experten erstellt und sind ebenfalls Bestand der den Behörden einzureichenden Unterlagen) sowie Brandrisiko.
Bei unüblichen Risiken werden je nach Gegebenheiten zusätzliche Sicherheitsgutachten erstellt.
Da Steurer ein zuverlässiger erfahrener Hersteller ist, gehe ich eher davon aus, dass das enstprechende Windereignis vermutlich die Auslegungskriterien weit übertraf, hier bezogen auf Wind während des Betriebs.
Ob sonst irgendein Problem vorlag ist nicht weder bekannt noch vermutbar, dazu liegen keine konkrete Anhaltspunkte vor.
Bei Fahrzeugen auf der Strecke sind massgebende zusätzliche Windagriffslächen zu berücksichtigen, da in diesen Höhenlagen (unter 1000 m ü.M.) nicht mit massivem Eisbehang zu rechnen ist.
In hochalpinen Bereichen wird IIRC auf Windstaudruck in Extremfällen von 200 bis 300 daN/m2 (Profis setzen Pa (N/m2) bzw. kPa (kN/m2) ein, daN/m2 ist jedoch ohne Umrechnung einfacher gefühlsmässig zu interpretierem (200 bis 300 "kg/m2" obwohl kg keine Krafteinheit ist)) sind auf die Tragseile seitlich wirkende Kräfte wesentlich höher als lediglich bei leerem mit Seilreitern bestückten Traggseilpaar. Genauere Werte müsste ich nachschlagen.
Bei Bergstationen wie Scex Rouge von Glacier 3000 oder Säntis (https://kran-info.ch/saentis2.htm) sind Windgeschwindigkeiten über 200 km/h zu erwarten, ebenso auf dem Jungfraujoch.
Wie bereits erwähnt müsste man für eine genauere Analyse wissen, wie sich der Wind zeitlich entwickelte. Ob eine plötzliche "Einzelwindböe" zum Zwischenfall führte, oder ob z.B. Resonazen eine Rolle spielten, ist nicht bekannt.
Wind kann zwar sehr schnell aufkommen, nur so schnell, dass man eine durchaus kurze Fahrt nicht mehr beenden kann... Da möchte ich doch ganz genau wissen, wie die Windverhältnisse kurz vor der Fahrtbeginn waren. Ob man nicht noch schnell Fahrgäste ins Tal zurückbrigen wollte.
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Gesamthaft betrachtet ist abzuklären, ob die meteorologischen Bedingungen vor Begin (Entwicklung über einen gewissen Zeitraum betrachtet) der verhängnisvollen Fahrt ein Stillsetzen der Betriebs erforderten oder nicht.
Dass es quasi Windstill war und dann innert der Fahrzeit für diese kurze Distanz so plötzlich orkanartige Böen entstanden, ist mir irgendwie nicht 100 % plausibel. Zudem wurde angeblich die Bahn vor dem Ereignis angehalten (von Hand oder sprach z.B. die Zugseilüberwachung an?).
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
1) Richtig das sind Füllstücke die komplett herausgenommen werden können um dann stattdessen einen Abhebeschuh unterstellen zu können. Früher gab es die Dinger auch direkt mit Bohrung für einen Bolzen zum Abheben das hat sich aber nicht bewährtLagorce hat geschrieben: 24.07.2025 - 08:49 Danke für diese Information.
Weisst du, weshalb z.T. sehr kurze Segmente vorhanden sind? Sieht so aus, als wäre das Segment unterhalb der roten Sicherungsbride vollständig ausbaubar, soll dies eine Umfassung des Tragseils ermöglichen (z.B. Hebeschlinge)?
[...]
Wie bereits erwähnt müsste man für eine genauere Analyse wissen, wie sich der Wind zeitlich entwickelte. Ob eine plötzliche "Einzelwindböe" zum Zwischenfall führte, oder ob z.B. Resonazen eine Rolle spielten, ist nicht bekannt.
Wind kann zwar sehr schnell aufkommen, nur so schnell, dass man eine durchaus kurze Fahrt nicht mehr beenden kann... Da möchte ich doch ganz genau wissen, wie die Windverhältnisse kurz vor der Fahrtbeginn waren. Ob man nicht noch schnell Fahrgäste ins Tal zurückbrigen wollte.
Den anemometrischen Aufzeichnungen der Steuerung würde ich eher trauen als den Aussagen des Betreibers.
[...]
Dass es quasi Windstill war und dann innert der Fahrzeit für diese kurze Distanz so plötzlich orkanartige Böen entstanden, ist mir irgendwie nicht 100 % plausibel. Zudem wurde angeblich die Bahn vor dem Ereignis angehalten (von Hand oder sprach z.B. die Zugseilüberwachung an?).
2) Wetterentwicklung: Ohne den Betreiber hier Be- oder entlasten zu wollen Ich sitze keine 15km Luftlinie von der Karrenbahn ... Hier war das Ganze dann ca. 10-15 Minuten später - im einen Moment schwül aber schön - dann ohne Vorwarnung Weltuntergang (innerhalb von ca. 30 Sekunden hat es erst angefangen leicht zu regnen und dann war plötzlich ein Sturm da wie wir ihn hier noch nie erlebt haben) - Weitere 5 Minuten später war das ganze Schauspiel vorbei
Zu den weiteren Dingen kann / darf ich keine Aussage treffen.
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Gibt es auf den Stützen spezielle Vorrichtung, die das Tragseil bei Stillstand der Anlage im Seilsattel fixiert, und somit gegen ein Herabfallen sichert?
Ich meine, derartiges einmal zu dieser (oder doch anderen?) Anlage gelesen zu haben. Jedenfalls wurde ein entsprechender Mechanismus später von Leitner patentiert.
Möglicherweise handelt es sich um das Bauteil links im Bild – ein hochgeklappter Sicherungsarm, der elektrisch geschwenkt und verriegelt werden kann?
download/file.php?id=301050
Falls dem so ist, müsste es bekannt sein, dass das Tragseil bei dieser Bahn unter bestimmten Bedingungen aus dem Seilsattel fallen kann. Das wäre insofern bemerkenswert, als eine Bahn ohne Fangbremse üblicherweise über weit umschließende Tragseilsättel verfügen müsste – oder könnte? Und dennoch...
Dass sämtliche Teile geprüft werden versteht sich von selbst. Mich irritirete stattdessen der sofort und quasi kalendarisch festgelegte doch relativ kurzfristige Wiedereröffnungstermin.
Dies legt nahe, dass die eigentlich interessante Fragestellung vorweg als nicht relevant eingestuft wurde: Gibt es an dieser Bahn Aspekte, die "ungünstig" konstruiert waren, die somit kausal zum Unglück beigetragen haben? Worauf deutet die mechanische Tragseilverriegelung hin (sofern tatsächlich vorhanden)?
Eine derart kurz angelegte Wiederinbetriebnahme wird diese Fragestellung ausschließen wollen, da für größere Anpassungen u.U. umfangreichere Arbeiten nötig werden könnten, als die aktuellen Schäden zu beseitigen, und gut geprüft in den genehmigten Urpsrpungszustand zu versetzen.
Oder eine in die Faller-Landschaft katapultierte Märklin Dampflok einfach wieder aufzugleisen.
Ich meine, derartiges einmal zu dieser (oder doch anderen?) Anlage gelesen zu haben. Jedenfalls wurde ein entsprechender Mechanismus später von Leitner patentiert.
Möglicherweise handelt es sich um das Bauteil links im Bild – ein hochgeklappter Sicherungsarm, der elektrisch geschwenkt und verriegelt werden kann?
download/file.php?id=301050
Falls dem so ist, müsste es bekannt sein, dass das Tragseil bei dieser Bahn unter bestimmten Bedingungen aus dem Seilsattel fallen kann. Das wäre insofern bemerkenswert, als eine Bahn ohne Fangbremse üblicherweise über weit umschließende Tragseilsättel verfügen müsste – oder könnte? Und dennoch...
rush_dc hat geschrieben: 09.07.2025 - 08:26Was schreibts du eigentlich für einen Blödsinn?Kris hat geschrieben: 06.07.2025 - 17:47 [...]
Erinnert mich an große Katastrophen auf der Märklin-Modelleisenbahn, bei der es ausreichte, nach dem Unfall einfach Waggons und Loks wieder auf die Gleise zu setzen, um danach wie Wunder einfach weiterzufahren...
Da wird ordentlich Aufwand getrieben mit Überprüfungen!
Dass sämtliche Teile geprüft werden versteht sich von selbst. Mich irritirete stattdessen der sofort und quasi kalendarisch festgelegte doch relativ kurzfristige Wiedereröffnungstermin.
Dies legt nahe, dass die eigentlich interessante Fragestellung vorweg als nicht relevant eingestuft wurde: Gibt es an dieser Bahn Aspekte, die "ungünstig" konstruiert waren, die somit kausal zum Unglück beigetragen haben? Worauf deutet die mechanische Tragseilverriegelung hin (sofern tatsächlich vorhanden)?
Eine derart kurz angelegte Wiederinbetriebnahme wird diese Fragestellung ausschließen wollen, da für größere Anpassungen u.U. umfangreichere Arbeiten nötig werden könnten, als die aktuellen Schäden zu beseitigen, und gut geprüft in den genehmigten Urpsrpungszustand zu versetzen.
Oder eine in die Faller-Landschaft katapultierte Märklin Dampflok einfach wieder aufzugleisen.
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
@Latesn:
Allerbesten Dank für deine Ausführungen.
@Kris:
Gut beobachtet.
PDF u.a. mit technischen Daten Seite 54:
https://www.vol.at/2006/11/Karren_Geschichte.pdf
Tragseile Durchmesser 32 mm; Zugseil: Durchmesser 24 mm.
Vorzuheben ist die Spurbreite: 3.6 m in den beiden Stationen und 9.0 m bei der einzigen Stütze. Von oben betrachtet führen die Tragseilsättel die Tragseile leicht kurvenförmig (nicht geradeaus wie sonst üblich), was zu einer Reduzierung der Querkraftfestigkeit gegen Entgleisungen führt. Laufwerke sind übrigens onehin fähig, leichte S-kurven zu befahren, selbst wenn linke und rechte Spur parallel verlaufen. Bei sehr grossen Pendelbahnen bleibt die Führungsgenauigkeit der Laufwerksrollen erstaunlich hoch, ansonsten würden Tragseilfänger der Lauferke sowie. falls vorhanden, Fangbremsenzangen Tragseilschuhteile sowie Klemmplatten der Seilreiter regelmässig berühren (gelegentliche Berührungen sind harmlos sofern die Pendelbahn fachgerecht konzipiert wurde).
Winter/Frühling 2024/2025 wurde die Talsation umgebaut (Gebäude ca. 2 Mio. EUR) und die Steuerung ersetzt (ca. 1 Mio. EUR für die Steuerung und vermutlich Antriebstechnik (neu regenerativ, logischerweise FU) da vorher DC, angeblich jedoch nicht regenerativ, was irgendwie merkwürdig ist).
Im Originalszustand war der Antrieb übrigens in der Bergstation.
Bereits gepostetes Bild:

Wenn im Video auf 4K Auflösung umstellt (das untere Bild ist vom diesem Video):
https://youtu.be/QqiGuT7s4Ys?t=6
erkannt man die schwenkbaren Tragseilniederhalter.
Wenn man gut hinschaut, kann man den unteren Teil des Hydraulikzylinders erkennen (90° abgewinkelte Hydraulikverschraubung links im Bild unmittelbar oberhalb der blauen Leitung). Das aufgerollte orange Kabel ist möglicherweise nicht angeschlossenen (freie Leiterenden mit Aderendhülsen?), kann es jedoch nicht ausreichend sicher visuell erkennen.
Jedenfalls muss die obere Endlage des Arms sicher (m.E. SIL 3) überwacht werden und es muss sichergestellt werden, dass die Vorrichtung die Endlage zurückgeklappt nicht versehentlich verlassen kann. Eigentlich müsste eine formschlüssige elektrisch überwachte Verriegelung zusätzlich mindestens in Offenstellung vorhanden sein.
Ob und wie (eine oder beide Endlagen) verriegelt wird, ist nicht ersichtlich.
Tragseilfänger sind keine vorhanden, ein nach aussen entgleisendes Tragseil fällt vom Seilsattel herunter:

Die Idee der klappbaren Niederhaltern ist völlig banal, nur kann man je nach Sicherheitsphilosophie für oder gegen eine solche Lösung sein. Ein Fehlerfall könnte einen sehr schweren Unfall verursachen.
Möglicherweise konnten die erforderliche Tragseilentgleisesicherheit erst durch diese zusätlichen Verriegelungen erreicht werden, dabei hat man dann auf Stützensatteltragsfeilfänger verzicht mit der Begründung, dass klappbare Sicherungsvorrichtungen jegliche Tragseilentgleisung verunmöglichen. Diese Denkweise ist richtig solange man die Seilbahn im Zustand AUSSER Betrieb betrachtet, da für die Berechnung der Tragseilentgleisungssicherheit als Parameter Windstärken eingesetzt werden, bei denen man onehin nicht mehr fahren darf.
Da eigentlich die erforderlichen Grunddaten für eine grobe Nachberechnung vorhanden sind, könnte man mal versuchen, das Ganze nachzurechen. Vielleicht führe ich mal eine vereinfachte Berechnung mit verschiedenen Kontaktwinkeln durch. Bin kein Seilbahnmechanikexperte, für sowas sollten Grundkenntnisse jedoch ausreichen.
Zusätzliche Führungen wie hier diskutiert:
viewtopic.php?p=5470723
oder schwereres Tragseil sowie, falls möglich, höhere Abspannung (schwerere Tragseilspanngewichte) würde ich bevorziehen, da rein mechanisch. Aktive Systeme wie hier bedürfen zahlreiche sicherheitskritische Überwachungen, erfordern eine Energie und zusätzlichen Unterhalt.
Und falls man völlig überbrückt fährt...
Theoretisch wären so eine Art Rollsecure mit linear inner- oder unterhalb des Seilsattels verlaufenden Profilen, Schienen, Konstruktionsrohre, etc. denkbar, wobei dann einen wesentlich längeren Kompensationsweg (Längsbewegung der Tragseile) möglich wäre, das gibt einiges an möglichen Lösungen (sinnlos Geld für die Patentierung von Ideen, auf die jeder Spezialist kommt auszugeben; die allermeisten Patente schützen Ideen auf die man durch ein öffentliches Online-Brainstorming stossen würde, wirklich schützenswürdige Ideen wie Reissverschluss oder Klettband sind selten (hier abgesehen von Patenten, die hohe Forschungskosten verursachten).
Bin kein Befürworter von Systemen, die die Durchfahrt derart behindern können.
Kürzliche Umbaurbeiten:
https://www.karren.at/fileadmin-newspor ... sstart.pdf
https://aktuell.dornbirn.at/presseausse ... talstation
Da die Bergstation über eine Strasse erreichbar ist, hätte man ggf. auf die letzte Fahrt verzichten können. Ob diese Strasse bei schlechtem Wetter befahrbar ist, weiss ich nicht.
Was zum Wetter:
Niederschlagsrader vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz:
https://www.meteoschweiz.admin.ch/servi ... chlag.html
Wenn von Hand entzoomt kann man bis zur Bretagne sowie einen kleinen Teil des Mittelmeers und der Adria darstellen.
Weitere Karten hier:
https://www.meteoschweiz.admin.ch/#tab=forecast-map
Bei der Niederschlagradarkarte kann man eine kurze History darstellen bei er auch Blitze dargestellt werden, mit dem Cursor kann man die Vorhersage anzeigen.
Kürzlich konnte man sehr gut feststellen, wie sich zufallsbedingt sehr schnell sehr aktive Gewitterzellen bilden können. Deren genaue Ortung kann nicht vorgesehen werden, Gebiete die besonders gefährdet sind werden bei Warnungen bekanntgegeben, berechnen wo sich genau eine Zelle bilden wird, ist wie gesagt nicht möglich.
(Topic 3911 zu updaten.)
Hier noch was kurz zum Wetter:
https://www.5min.at/5202506230936/sturm ... nders-hart
Weiss jemand, wo man einen Wetteradar Playback für Dornbirn abspielen kann?
Meine Vermutung ist, dass bereits vor dem Zwischenfall kräftige lokale Gewitterzellen unterwegs waren oder sich plötzlich sehr lokal bildeten.
Die Aussage des Betriebers reicht mir nicht aus, Aufzeichnungen sollten Klarheit verschaffen. Die SUB ist übrigens involviert.
Da die Steuerung (2024/2025, siehe oben) ersetzt wurde, sollten ausführliche Windmessdatenaufzeichnungen vorhanden sein.
Edit:
Der Sicherungsarm ist möglicherweise mit einer vorderen Verriegelung versehen, die mechanisch über Gestänge betätigt wird, nur sieht man Einzelheiten nicht genau.
IMO ist die Schwenkbetätigung hydraulisch über doppeltwirkenden Zylinder (siehe oben), pneumatisch wäre IMO ein Fehlentscheid, bin onehin auch gegen pneumatische Bremsen wie bei gewissen grossen modernen Leitner PB.
Der Verlauf des blauen Kabels (oder Rohr) ist merkwürdig, wird ausserhalb des Kabelschutzrohrs geführt (mit weissen nicht UV-beständigen Kabelbindern daran befestigt). Sieht so aus, als wäre es teilweise demontiert worden wäre, da es zurückgebogen nach links zum Podestrost führt.
Vermute, dies war für die Seilarbeiten der Wiederinstandsetzung erforderlich.
Edit:
Falsche Infografik, die die Kompetenz der Journalierenden wiedereinmal beweist:
https://www.vn.at/vorarlberg/2025/06/26 ... -kabine.vn
Die angebliche Abseilhöhe von 150 m ist m.E, falsch, andere Quellen geben realistischere 60 m an. Demnach wäre die Kabine wohl am Boden zerschellt falls das Lauwerk von überbleibendem Tragseil entgleist wäre, leider ein sehr plausibles Szenari. Mit 60 m Bodenabstand unter Berücksichtigung des Längenprofils wäre vermutlich das Zugseil nicht ausreichend gespannt gewesen im die Kabine vor dem Auschlag aufgefangen worden wäre. Mindestbruchkraft sowie rechnerische Bruchkraft des Zugseils kann man so etwa einschätzen.
Noch was interessantes:
Journalistenseitige Sicherheitsanalyse:
https://www.vn.at/vorarlberg/2025/06/25 ... muessen.vn
CQFD
Allerbesten Dank für deine Ausführungen.
@Kris:
Gut beobachtet.
PDF u.a. mit technischen Daten Seite 54:
https://www.vol.at/2006/11/Karren_Geschichte.pdf
Tragseile Durchmesser 32 mm; Zugseil: Durchmesser 24 mm.
Vorzuheben ist die Spurbreite: 3.6 m in den beiden Stationen und 9.0 m bei der einzigen Stütze. Von oben betrachtet führen die Tragseilsättel die Tragseile leicht kurvenförmig (nicht geradeaus wie sonst üblich), was zu einer Reduzierung der Querkraftfestigkeit gegen Entgleisungen führt. Laufwerke sind übrigens onehin fähig, leichte S-kurven zu befahren, selbst wenn linke und rechte Spur parallel verlaufen. Bei sehr grossen Pendelbahnen bleibt die Führungsgenauigkeit der Laufwerksrollen erstaunlich hoch, ansonsten würden Tragseilfänger der Lauferke sowie. falls vorhanden, Fangbremsenzangen Tragseilschuhteile sowie Klemmplatten der Seilreiter regelmässig berühren (gelegentliche Berührungen sind harmlos sofern die Pendelbahn fachgerecht konzipiert wurde).
Winter/Frühling 2024/2025 wurde die Talsation umgebaut (Gebäude ca. 2 Mio. EUR) und die Steuerung ersetzt (ca. 1 Mio. EUR für die Steuerung und vermutlich Antriebstechnik (neu regenerativ, logischerweise FU) da vorher DC, angeblich jedoch nicht regenerativ, was irgendwie merkwürdig ist).
Im Originalszustand war der Antrieb übrigens in der Bergstation.
Bereits gepostetes Bild:
Wenn im Video auf 4K Auflösung umstellt (das untere Bild ist vom diesem Video):
https://youtu.be/QqiGuT7s4Ys?t=6
erkannt man die schwenkbaren Tragseilniederhalter.
Wenn man gut hinschaut, kann man den unteren Teil des Hydraulikzylinders erkennen (90° abgewinkelte Hydraulikverschraubung links im Bild unmittelbar oberhalb der blauen Leitung). Das aufgerollte orange Kabel ist möglicherweise nicht angeschlossenen (freie Leiterenden mit Aderendhülsen?), kann es jedoch nicht ausreichend sicher visuell erkennen.
Jedenfalls muss die obere Endlage des Arms sicher (m.E. SIL 3) überwacht werden und es muss sichergestellt werden, dass die Vorrichtung die Endlage zurückgeklappt nicht versehentlich verlassen kann. Eigentlich müsste eine formschlüssige elektrisch überwachte Verriegelung zusätzlich mindestens in Offenstellung vorhanden sein.
Ob und wie (eine oder beide Endlagen) verriegelt wird, ist nicht ersichtlich.
Tragseilfänger sind keine vorhanden, ein nach aussen entgleisendes Tragseil fällt vom Seilsattel herunter:
Die Idee der klappbaren Niederhaltern ist völlig banal, nur kann man je nach Sicherheitsphilosophie für oder gegen eine solche Lösung sein. Ein Fehlerfall könnte einen sehr schweren Unfall verursachen.
Möglicherweise konnten die erforderliche Tragseilentgleisesicherheit erst durch diese zusätlichen Verriegelungen erreicht werden, dabei hat man dann auf Stützensatteltragsfeilfänger verzicht mit der Begründung, dass klappbare Sicherungsvorrichtungen jegliche Tragseilentgleisung verunmöglichen. Diese Denkweise ist richtig solange man die Seilbahn im Zustand AUSSER Betrieb betrachtet, da für die Berechnung der Tragseilentgleisungssicherheit als Parameter Windstärken eingesetzt werden, bei denen man onehin nicht mehr fahren darf.
Da eigentlich die erforderlichen Grunddaten für eine grobe Nachberechnung vorhanden sind, könnte man mal versuchen, das Ganze nachzurechen. Vielleicht führe ich mal eine vereinfachte Berechnung mit verschiedenen Kontaktwinkeln durch. Bin kein Seilbahnmechanikexperte, für sowas sollten Grundkenntnisse jedoch ausreichen.
Zusätzliche Führungen wie hier diskutiert:
viewtopic.php?p=5470723
oder schwereres Tragseil sowie, falls möglich, höhere Abspannung (schwerere Tragseilspanngewichte) würde ich bevorziehen, da rein mechanisch. Aktive Systeme wie hier bedürfen zahlreiche sicherheitskritische Überwachungen, erfordern eine Energie und zusätzlichen Unterhalt.
Und falls man völlig überbrückt fährt...
Theoretisch wären so eine Art Rollsecure mit linear inner- oder unterhalb des Seilsattels verlaufenden Profilen, Schienen, Konstruktionsrohre, etc. denkbar, wobei dann einen wesentlich längeren Kompensationsweg (Längsbewegung der Tragseile) möglich wäre, das gibt einiges an möglichen Lösungen (sinnlos Geld für die Patentierung von Ideen, auf die jeder Spezialist kommt auszugeben; die allermeisten Patente schützen Ideen auf die man durch ein öffentliches Online-Brainstorming stossen würde, wirklich schützenswürdige Ideen wie Reissverschluss oder Klettband sind selten (hier abgesehen von Patenten, die hohe Forschungskosten verursachten).
Bin kein Befürworter von Systemen, die die Durchfahrt derart behindern können.
Kürzliche Umbaurbeiten:
https://www.karren.at/fileadmin-newspor ... sstart.pdf
https://aktuell.dornbirn.at/presseausse ... talstation
Da die Bergstation über eine Strasse erreichbar ist, hätte man ggf. auf die letzte Fahrt verzichten können. Ob diese Strasse bei schlechtem Wetter befahrbar ist, weiss ich nicht.
Was zum Wetter:
Niederschlagsrader vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz:
https://www.meteoschweiz.admin.ch/servi ... chlag.html
Wenn von Hand entzoomt kann man bis zur Bretagne sowie einen kleinen Teil des Mittelmeers und der Adria darstellen.
Weitere Karten hier:
https://www.meteoschweiz.admin.ch/#tab=forecast-map
Bei der Niederschlagradarkarte kann man eine kurze History darstellen bei er auch Blitze dargestellt werden, mit dem Cursor kann man die Vorhersage anzeigen.
Kürzlich konnte man sehr gut feststellen, wie sich zufallsbedingt sehr schnell sehr aktive Gewitterzellen bilden können. Deren genaue Ortung kann nicht vorgesehen werden, Gebiete die besonders gefährdet sind werden bei Warnungen bekanntgegeben, berechnen wo sich genau eine Zelle bilden wird, ist wie gesagt nicht möglich.
(Topic 3911 zu updaten.)
Hier noch was kurz zum Wetter:
https://www.5min.at/5202506230936/sturm ... nders-hart
Laut der Österreichischen Unwetterzentrale (UWZ) steht heute, 23. Juni, mit bis zu 36 Grad der heißeste Tag des Jahres bevor.
Heftige Gewitter, Hagel und Sturmböen bis 100 km/h: Am heutigen Montag drohen in vielen Teilen Österreichs Unwetter.
Die UWZ (uwz.at ist trotz des Names keine staatliche Organisation, offizieller Meteodienst is in Österreich scheinbar Teil de Flugüberwachung, habe dort nichts sachdienliches gefunden.Die Wetterdienste warnen übereinstimmend vor Sturmböen bis zu 100 km/h, Hagel und heftigem Starkregen. Laut Unwetter-Österreich sind sogar „Orkanböen von über 100 km/h“ möglich, vor allem im Raum Salzburg und im Süden Oberösterreichs. In dieser Region herrscht „besonders energiereiche und gut gescherte Luft“. „Sollten organisierte Zellen eingelagert sein, oder sogar Superzellen entstehen, können diese auch größeren Hagel produzieren“, fügt Unwetter-Österreich hinzu.
Weiss jemand, wo man einen Wetteradar Playback für Dornbirn abspielen kann?
Meine Vermutung ist, dass bereits vor dem Zwischenfall kräftige lokale Gewitterzellen unterwegs waren oder sich plötzlich sehr lokal bildeten.
Die Aussage des Betriebers reicht mir nicht aus, Aufzeichnungen sollten Klarheit verschaffen. Die SUB ist übrigens involviert.
Da die Steuerung (2024/2025, siehe oben) ersetzt wurde, sollten ausführliche Windmessdatenaufzeichnungen vorhanden sein.
Edit:
Der Sicherungsarm ist möglicherweise mit einer vorderen Verriegelung versehen, die mechanisch über Gestänge betätigt wird, nur sieht man Einzelheiten nicht genau.
IMO ist die Schwenkbetätigung hydraulisch über doppeltwirkenden Zylinder (siehe oben), pneumatisch wäre IMO ein Fehlentscheid, bin onehin auch gegen pneumatische Bremsen wie bei gewissen grossen modernen Leitner PB.
Der Verlauf des blauen Kabels (oder Rohr) ist merkwürdig, wird ausserhalb des Kabelschutzrohrs geführt (mit weissen nicht UV-beständigen Kabelbindern daran befestigt). Sieht so aus, als wäre es teilweise demontiert worden wäre, da es zurückgebogen nach links zum Podestrost führt.
Vermute, dies war für die Seilarbeiten der Wiederinstandsetzung erforderlich.
Edit:
Falsche Infografik, die die Kompetenz der Journalierenden wiedereinmal beweist:
https://www.vn.at/vorarlberg/2025/06/26 ... -kabine.vn
Die angebliche Abseilhöhe von 150 m ist m.E, falsch, andere Quellen geben realistischere 60 m an. Demnach wäre die Kabine wohl am Boden zerschellt falls das Lauwerk von überbleibendem Tragseil entgleist wäre, leider ein sehr plausibles Szenari. Mit 60 m Bodenabstand unter Berücksichtigung des Längenprofils wäre vermutlich das Zugseil nicht ausreichend gespannt gewesen im die Kabine vor dem Auschlag aufgefangen worden wäre. Mindestbruchkraft sowie rechnerische Bruchkraft des Zugseils kann man so etwa einschätzen.
Noch was interessantes:
Journalistenseitige Sicherheitsanalyse:
https://www.vn.at/vorarlberg/2025/06/25 ... muessen.vn
Ausfall der Tragseile? Dann etwa Heissluftballon als Redundanz?(...) alle für den sicheren Betrieb notwendigen Systeme und Bauteile im Falle eines Ausfalles im laufenden Betrieb zeitgerecht durch andere Systeme kompensiert sind. Faktisch müssen alle Sicherheitssysteme redundant sein, der Ausfall eines Sicherheitssystems, etwa der Tragseile, darf nicht in einer Katastrophe münden können.
Und hier noch die Bestätigung:Wind war bis 1995 regelmäßig Thema
Je Fahrspur hängt die Kabine seit 1995 an zwei Tragseilen und einem Führungsseil. Gerade da die ursprüngliche Bahn aufgrund ihrer Windanfälligkeit bei Föhn nicht fahren konnte, wählte man diese gegenüber Windeinfluss stabilere Bauweise. Die Nord-Süd-Ausrichtung der Bahn machte die alte Karrenseilbahn windanfällig: In Vorarlberg herrschen aus dem Osten kommende Winde vor, die die Karrenseilbahn und ihre Kabinen seitlich treffen können.
Underline von mir hinzugefügt. Demnach wurden die Sicherungsniederhalter nach dem grossem Umbau von 1995 nachträglich im Jahre 2000 nachgerüstet.Lothar legte Bahn 1999 lahm
Es ist nicht der erste Windschaden nach der Sanierung in den 1990ern: Am 26. Dezember 1999 riss der Orkan Lothar ein Tragseil vom Schuh der Stütze. Das Zugseil wurde damals ebenfalls über ein Tragseil geworfen. Die Bahn war wegen des Sturms nicht in Betrieb, die Gondeln daher in den Stationen. Die Betriebsunterbrechung dauerte damals einen Monat an, zusätzliche Halterungen wurden an der Stütze installiert. Diese sollten bei Bedarf ausgelöst werden, um das Tragseil der stillstehenden Bahn an die Stütze zu fixieren, um einen Seilabwurf bei Stürmen zu verhindern.
CQFD
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Re: Sturm: Mehrfache Seil-/Laufwerksentgleisung bei Karrenseilbahn
Vielen Dank für die tollen technischen Analysen!
Derartige Klappvorrichtungen zum Schutz der Tragseile vor Entgleisungen kannte ich bis jetzt noch nicht. Ich gehe jedoch davon aus, dass die Vorrichtung nur schaltbar sein sollte, wenn sich die Kabinen IN den Stationen befinden? Oder kann so etwas auch bei schlichtem Stillstand der Anlage geklappt werden - in diesem Fall wäre doch die Unfallgefahr viel zu groß...
Derartige Klappvorrichtungen zum Schutz der Tragseile vor Entgleisungen kannte ich bis jetzt noch nicht. Ich gehe jedoch davon aus, dass die Vorrichtung nur schaltbar sein sollte, wenn sich die Kabinen IN den Stationen befinden? Oder kann so etwas auch bei schlichtem Stillstand der Anlage geklappt werden - in diesem Fall wäre doch die Unfallgefahr viel zu groß...