Seit der Wintersaison 2024/25 wird am Jenner kein Skibetrieb mehr angeboten. Dabei hatte man erst 2018/19 vier hochmoderne neue Seilbahnen in Betrieb genommen und einen Betrag von 57 Millionen Euro investiert.
Das ist der Versuch einer kleinen Chronologie des Scheiterns - untermalt mit Fotos aus Juli 2024, die den millionenschweren Schlamassel zeigen. In der Hauptrolle die 6-CLD Jennerwiesenbahn: Erbaut 2018, stillgelegt 2024, demontiert und verkauft 2025.
Vorgeschichte - bis 2017:
Der Jenner ist ein kleines Skigebiet mit betagten Anlagen. Die historische 2-EUB aus dem Hause von Roll stammt aus dem Jahr 1953, der neueste Lift von 1986. Mit einer Mega-Investition will man den Jenner im Winter wie Sommer in neue Sphären heben.
Im Januar 2017 ist man sich einig und alle kleinen und großen Polit-Lichter sichern sich ihr Stück vom Prestige-Kuchen. Im Nachhinein will von diesen Herrschaften wahrscheinlich niemand mehr etwas davon wissen (https://seilbahn.net/sn/berichte/berich ... =agh586zyf).
Staatsministerin Ilse Aigner hat geschrieben: Bayern ist das Tourismusland Nr. 1 in Deutschland und zwar im Sommer wie im Winter. Um auf dem Tourismussektor jedoch auf Dauer und mit Erfolg im nationalen und internationalen Wettbewerb bestehen zu können, muss den Urlaubsgästen in Bayern ein hoher und zeitgemäßer Qualitätsstandard geboten werden. Moderne und komfortable Seilbahnen nehmen dabei eine Schlüsselfunktion ein: Sie sind für den Urlauber bei der Wahl eines Ferienortes in der Bergregion entscheidend und zwar unabhängig von der Jahreszeit. Mit dem Erlebnisberg Jenner entsteht hier in der unvergleichlichen Kulisse der Berchtesgadener Bergwelt ein einmaliger Tourismusmagnet für Jung und Alt, den Sportfreund und den Naturliebhaber, sowohl für den Winter als auch für den Sommer. Nicht nur als Bayerns Tourismusministerin, auch als Bayern Wirtschaftsministerin unterstütze ich das ambitionierte Vorhaben gerne: Wir stellen rund 10,5 Millionen Euro zur Verfügung, weil wir vom Erfolg und der wirtschaftlichen Bedeutung für die Region überzeugt sind. [...]
Hannes Rasp, Erster Bürgermeister der Gemeinde Schönau a. Königssee hat geschrieben: [...] Seit nunmehr genau 2 Jahren arbeiten wir, die Gemeinde Schönau am Königssee gemeinsam mit der Jennerbahn an einem Neuerrichtungsprojekt. Dies ist aber nur durch das Mitwirken vieler Aktionäre im Talkessel möglich. Ebenso ist es für dieses Leuchtturmprojekt im Talkessel sehr schön, wenn auch die Regierung von Oberbayern, allen voran Staatsministerin Frau Ilse Aigner, Mittel zur Realisierung des Gesamtprojektes zur Verfügung stellt. Ich darf behaupten, dass wir dieses Projekt nicht ohne die Fördermittel bewältigen können. Derzeit liegen alle maßgeblichen Bescheide vor und die Genehmigungen werden durch das Landratsamt Bad Reichenhall ausgestellt. Daher ist die Übergabe des Förderbescheides der Regierung von Oberbayern für uns ein wichtiger Meilenstein im Gesamtprojekt.
Herausreden ist aber nicht drin. Von der offiziellen Übergabe des Bescheids gibt es ausreichend Fotomaterial:Johannes Gruber in Vertretung des Landrats Georg Grabner hat geschrieben: Es freut mich sehr die Gemeinde Schönau am Königssee und die Berchtesgadener Bergbahn AG, bei der Realisierung des Konzepts Erlebnisberg Jenner unterstützen zu können. Besonders hervorzuheben ist der übergreifende Ansatz, der das Gesamtkonzept als Ski- und Naturerlebnisberg im Blick hat. Daher wünschen wir allen am Projekt Beteiligten für die Umsetzung alles Gute.
https://www.bayernwelle.de/berchtesgade ... uebergeben
Doch starten wir zunächst im Tal - es ist Juli 2024. Hat man den Weg vom Parkplatz an den ganzen Gastro-Kiddyride-Touri-Fallen vorbei geschafft, ist die neue Talstation erreicht. Von hier unten aus sieht man rund zwei Drittel der ersten EUB-Sektion.
Technische Details zur EUB sind bei der ISR nachzulesen:
https://isr.at/neugestaltung-eines-trad ... -gebietes/
Was man auch bis vor wenigen Wochen sehen konnte, war die Talstation der Jennerwiesenbahn.
Im Juli 2024 wirbt man im Tal noch mit leeren Versprechungen: "Alles geht am Jenner".
Blick auf die FBMs, die hier zuletzt bis 2017 im Einsatz waren.
Nach Lösen der (Stand 2025) 45 Euro für die Fahrt mit allen Sektionen geht es zum Einstieg.
Oben rechts lugt Sektion 2 aus dem Nebel
Die Jennerwiesenbahn kommt in Sicht
Blick auf die Trasse Marke Sauerland. Die blaue Piste dazu versteckt sich irgendwo links im Wald.
Viel Kuppeltechnik an der Mittelstation: Jennerwiesenbahn (links), Jennerbahn 1 (Mitte), Krautkaserbahn (Mitte oben), Jennerbahn 2 (rechts)
An den Fotos ist gut zu sehen, welche Dimensionen das Projekt am Jenner hat. Mit Ausnahme der Krautkaserbahn hat man sämtliche Bahnen im Gebiet ersetzt. 2015 rechnete man noch mit einem Investitionsvolumen von 32 Millionen Euro (https://www.berchtesgadener-anzeiger.de ... 14786.html). Dann plante man mit 48 Millionen, aus denen 53 (https://www.br.de/nachrichten/bayern/je ... er,Qzfv4nS) und schließlich 57 Millionen Euro (https://salzmann-ing.at/seilbahnplanung ... jennerbahn) wurden.
Laut Berichterstattung der ISR wurde dieser Betrag wie folgt aufgebracht: 10,5 Millionen Euro kamen vom Freistaat Bayern als Förderung, der Rest von der Gemeinde Schönau am Königssee, drei privaten Hauptaktionären und durch Bankkredite (https://de.isr.at/singleview/article/ne ... n-gebietes). Ebenjene Fördergelder sorgen für erstaunlich leise Kritik, obwohl nun ja der Skibetrieb eingestellt und eine der mitfinanzierten Anlagen wieder verkauft ist. Immerhin: Eine halbe Million will der Freistaat (Stand Juli 2025) wohl zurückhaben (https://www.sueddeutsche.de/bayern/baye ... li.3285147).
Beachtenswert finde ich diese Passage von 2015:
Ja, eine einzelne Aussage ist zu dünn, um hieraus eine Verantwortlichkeit für das Scheitern auszusprechen. Da müsste man weiter recherchieren, um festzustellen, ob der Invest in den Wintersport wirklich ein Voraussetzungskriterium der Landesregierung für die Förderung war.Berchtesgadener Anzeiger hat geschrieben: Die Regierung von Oberbayern würde das 32-Millionen-Mammutprojekt [hatte sich am Ende ja fast verdoppelt, Anm. d. Autors] fördern, allerdings nicht allein den Neubau der Bergbahn: „Die erwarten von uns ein Gesamtkonzept für den ganzen Berg“, so Rasp [damaliger Vorstandsvorsitzender BBAG sowie auch Bürgermeister Schönau a.K.]. Dieses soll die unterschiedlichsten Komponenten beinhalten. Beispielsweise die Verlegung der Bergstation oder einen barrierefreien, auch im Winter begehbaren Weg Richtung Jenner mit Aussichtsplattform. Die parallel zur Bergbahn verlaufende Jennerwiesenbahn [gemeint ist die alte DSB, Anm. d. Autors] würde durch das Vorhaben entbehrlich und könnte abgebaut werden. Ein Übungsgelände soll bei der Mittelstation entstehen, obendrein Gastronomie am Speicherteich sowie ein Kinderland – sowohl für den Sommer als auch den Winter.
Zunächst fuhr ich weiter mit der zweiten Sektion. In der Mittelstation macht die Bahn einen gehörigen Knick.
Rein in die Nebelsuppe
Kurze Station am Berg. Da ist nicht viel Platz, und den hat man komplett vollgepflastert.
Links die Bergstation der EUB, rechts die Bergstation der zweiten neuen KSB hier am Berg: Mitterkaserbahn.
Auch nicht wirklich schön und gebraucht wird die nagelneue Anlage zum Skifahren nun nicht mehr. Abgebaut wird sie aber (vorläufig?) nicht. Stattdessen wird sie als Rodel-KSB weiterbetrieben. Man gönnt sich ja sonst nix.
Von hier aus ging es nun zu Fuß zur Mittelstation. Leider ließ der Nebel keinen Blick auf die Trasse der Mitterkaserbahn zu. Diese überwindet auf 714 Metern Strecke 262 Höhenmeter: https://www.leitner.com/unternehmen/ref ... tterkaser/
Unterwegs kommt man an Resten der ehemaligen Jennerwiesen-DSB vorbei. Auf dem Fundament stand früher der Betriebsraum der Bergstation.
Angekommen an der Talstation der in Deutschland (oder weltweit?) einzigen Winter-Rodel-KSB. So hässlich, wie sie sinnlos ist.
Mittig Talstation Mitterkaser-KSB, links Talstation lsap-Mitterkaser-SL, rechts die wirklich urige Mitterkaseralm.
Den alten Mitterkaser-SL hatte man 2017 zunächst vorläufig stillgelegt.
Offiziell wollte man ihn laut Mitteilung von 2019 wieder in Betrieb nehmen:
Inzwischen hat man ihn verschrottet: viewtopic.php?p=5449751#p5449751Jennerbahn hat geschrieben:Der Mitterkaser-Schlepplift bleibt in der kommenden Wintersaison leider geschlossen. Nach derzeitigem Stand wird der besonders bei den Freeridern beliebte Schlepplift in der Wintersaison 2020/2021 das Wintersporterlebnis am Jenner wieder vervollständigen.
Dass nun auch der letzte Schlepplift im Gebiet abgebaut ist, passt sinnbildlich zum Aus des Skibetriebs am Jenner. Neben der Industrie-Talstation der Rodel-KSB Mitterkaserbahn wirkte das Urgestein von 1967 ohnehin fehlplatziert.
Die selektive Trasse des PHB-Lifts lässt sich hier im Nebel leider nur erahnen. War ein tolles Teil. Bei Interesse kann ich bislang unveröffentlichtes Fotomaterial aus Betriebszeiten nachliefern - auch zu den sonstigen ehemaligen Anlagen im Gebiet.
Einziger Lichtblick hier im Talkassel ist jetzt die Mitterkaseralm. War bei dem Sauwetter verständlicherweise geschlossen.
Über diese Engstelle kommt man raus aus dem Kessel und rüber zur Jennerwiese.
Dort kommt wieder die zweite Sektion der EUB in Sicht.
Wieso gibt es denn nun all diese modernen Anlagen, aber keinen Skibetrieb mehr? Dazu ein Auszug der Berichterstattung über die Hauptversammlung 2023:
Die schlechte Finanzlage der Bergbahnen im Jahr 2023 lässt sich im verlinkten Artikel des Berchtesgadener-Anzeigers ebenfalls im Detail nachlesen.Berchtesgadener Anzeiger hat geschrieben: Die gesamten Rahmenbedingungen mit Corona-Beschränkungen, steigenden Zinsen, steigenden Energiekosten und schlechter Winterbilanz machten der BBAG zuletzt immer mehr zu schaffen. „Uns war schließlich klar, dass wir am Konzept etwas ändern mussten, wenn wir die Zahlen verbessern wollen“, betonte [damaliger Vorstand] Thomas Hettegger. Man wolle den Jenner zwar als Ski-Aktiv-Winterberg für die Region erhalten, „aber den Aufwand können wir einfach nicht mehr leisten“. Bislang sei der Winter immer vom Sommer mitfinanziert worden. Doch nun seien die Besucherzahlen um rund 25 Prozent – etwa 1 Million Euro – gegenüber der Vor-Corona-Zeit zurückgegangen.
Krass ist auch diese Zahl, die der BR recherchiert und im Dezember 2024 veröffentlicht hat:
BR hat geschrieben: Man habe versucht, den alpinen Skibetrieb noch einmal zu reaktivieren, mit neuen Bahnen. Das sei nicht ganz gelungen. [...] 2.000 alpine Skifahrerinnen und Skifahrer waren es laut [Vorstand] Mühlthaler im vergangenen Winter [2022/23]. Dagegen kamen etwa 50.000 andere Gäste im gleichen Zeitraum.
Bei dem Großprojekt wurden jedoch nicht nur die Seilbahnen erneuert. Das 57 Millionen Euro umfassende Investitionspaket beinhaltet auch die Beschneiungsanlage (https://salzmann-ing.at/seilbahnplanung ... jennerbahn). Zu welchem Anteil, ist leider nicht herauszubekommen. Beschneiung ist heutzutage eine Grundlage für den Skibetrieb. Aber das allein reicht ja nicht, wie wir alle wissen. Die Jenner AG weiß das aus eigener Erfahrung auch. Exemplarisch hier Ausschnitte der Berichterstattung im Berchtesgadener Anzeige zur Jahreshauptversammlung von Juli 2017. Darin heißt es mit Blick auf die Skisaison 2015/16:
Und auch die Saison 2016/17 startete aufgrund der Temperaturen schlecht:Berchtesgadener Anzeiger hat geschrieben:Der reguläre Betriebsbeginn nach der Sommersaison startete am 19. Dezember 2015 und endete am 3. April 2016. Wegen zu hoher Temperaturen im November und Dezember sei eine Beschneiung bis in die Höhenlage nicht möglich gewesen, sagte Emberger [Vorstandsvorsitzender]. Der Skibetrieb wurde deshalb erst am 26. Januar aufgenommen.
Und was macht man 2018? Man erweitert die Beschneiungsanlage und wundert sich dann kurz danach, dass das nicht ausreicht und Beschneien zudem teuer ist.Berchtesgadener Anzeiger hat geschrieben:So erfolgte die Einstellung des Sommerbetriebs am 8. November [2016]. Und trotz der Einsatzbereitschaft der Beschneiungsanlage ab Oktober konnte diese nicht in Betrieb gehen, „da es bis Januar dieses Jahres [2017] leider keine längere Kälteperiode gab, die eine Beschneiung möglich gemacht hätte“, fasste er [Emberger] zusammen. Erst ab 6. Januar, also noch der für gewöhnlich umsatzstarken Weihnachtszeit, konnte die Maschinenschneeerzeugung in Betrieb genommen werden.
2019 rechnete man mit einem "großen Erfolg" im Winter - zugegeben, damals wusste auch noch niemand von der anstehenden Pandemie.
Aber: Auch nach der Pandemie blieben die Skigäste aus.Jennerbahn hat geschrieben:Durch die getätigten Investitionen für den Skibetrieb rechnet die Berchtesgadener Bergbahn AG im Winterhalbjahr 2019/2020 mit einem signifikanten Anstieg der Besucherzahlen im Vergleich zu den Vorjahren.
Interessant ist, dass die Verantwortlichen nicht nur zu warme Winter für das Scheitern des Skibetriebs aufführen.Schneehoehen.de hat geschrieben:„Die Wintersaison 2023/24 hat bisher bestätigt: Wir konnten sehr viele Fußgänger, Tourengeher und Rodler an der Bahn und am Berg begrüßen, die Nachfrage nach alpinem Skifahren war dagegen weiter rückläufig. Bis zum 24. Januar 2024 haben wir knapp 700 Wintersport-Tagestickets verkauft, dafür kann man keinen alpinen Skibetrieb mit kostenintensiver Beschneiung und Pistenpräparierung aufrechterhalten,“ bedauert Jennerbahn-Vorstand Thomas Mühlthaler. „Dazu kamen sturmbedingte Schließungen und ein Wärmeinbruch in den einnahmestarken Weihnachtsferien, die präparierte Talabfahrt mussten wir bereits am 25. Dezember bis in den Januar hinein schließen.“ Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat wurde für die Wintersaison 2024/25 eine konsequente Fortführung der Neuausrichtung am Jenner beschlossen. Beim Skifahren liegt der Fokus auf den Tourengehern, denn diese sind in großer Zahl seit Jahren am Jenner unterwegs. Die Skiroute wird markiert, der Jennerwiesenhang wird bei Bedarf beschneit, um eine Abfahrt im freien Gelände bis zur Mittelstation zu gewährleisten. Der DSV Stützpunkt am Krautkaser bleibt erhalten, hier gibt es laufende Verträge.
Im Eröffnungsjahr 2018 veröffentlicht die Jennerbahn eine Pressemitteilung. Darin heißt es:
In einer späteren Pressemitteilung (November 2019) schreibt man:Jennerbahn hat geschrieben:„Unser Fokus liegt auf dem Sommer und dem Winter“, erklärt Michael Emberger. „Es gibt keinen schöneren Ort, keinen schöneren Blick hinein in den einzigen Alpennationalpark Deutschlands.“ Der Winter soll kein Geheimtipp bleiben, nachdem die Beförderungskapazität auf 1500 Personen pro Stunde angehoben wurde [...].
Im Februar 2024 klingt das komischerweise komplett anders. Die dazugehörige Pressemitteilung auf Jennerbahn.de ist praktischerweise nicht mehr verfügbar. Der Merkur zitiert eine Sprecherin der Jennerbahn wie folgt:Jennerbahn hat geschrieben:Aufgrund des vielfältigen Angebots bietet das Skigebiet am Fuße des Königssees ideale Bedingungen für alle Leistungsstufen der Skifahrer und Nicht-Skifahrer, um zum „Jenner-Kenner“ zu werden.
Ja was denn nun? "Für alle" geeignet, oder "zu steil und zu schwierig"?Merkur hat geschrieben:[...] So wurde der obere Bereich des Berges zwischen Mittelstation und Bergstation nicht mehr beschneit und präpariert. [...] „In diesem Bereich ist das Gelände schwierig und wir brauchen eine sehr hohe Schneeauflage, um ansprechende Pisten zu präparieren. Für die Gäste in Berchtesgaden sind diese Hänge zu steil und zu schwierig, für das Skifahren heute sind eher breite und flachen Pisten gefragt“, so die Erklärung.
Inzwischen ist die leichte Wanderung von der Berg- zur Mittelstation geschafft.
Sektion 2 der neuen EUB. Dahinter verläuft die Krautkaserbahn, die nun nichtöffentlich betrieben wird.
Ganz schön hässlich, diese Mittelstation.
Klingt bei Salzmann Ingenieure irgendwie ganz anders - aber das ist ja auch die den Touri-Massen abgewandte Seite.
Salzmann Ingenieure hat geschrieben:Die neuen, deutlich größeren Stationsgebäude wurden teils direkt in den Hang gebaut und so optimal in die eindrückliche Landschaft integriert.
[...]
Für die Garagierung der Fahrzeuge fand Salzmann Ingenieure gemeinsam mit Leitner Ropeways eine Lösung, die im Betrieb große Flexibilität erlaubt: Sie erfolgt platzsparend und landschaftsschonend in einer Kombination aus Kellerbahnhof und Stationsgaragierung in der Mittelstation.
Integriert in die Mittelstation der EUB ist - bzw. Stand Mitte 2025 war - die Bergstation der Jennerwiesenbahn. Diese versteckt sich von hier gesehen hinter der Stationsausfahrt EUB Sektion 2.
Im Juli 2024 war der Leitner vor Ort. Gab es damals schon Vorbereitungen für den Verkauf?
Laut dem Berchtesgadener Anzeiger stand wohl 2023 noch nicht fest, welche der beiden neuen KSBen wieder abgebaut werden sollte:
Letztlich kam es anders. Die Mitterkaserbahn steht noch am Jenner, die Jennerwiesenbahn inzwischen in Dachstein West. Wie wenige Betriebsstunden die moderne Anlage wohl nur hatte?Berchtesgadener Anzeiger hat geschrieben: Auch in Sachen Mitterkaserbahn, die ja nach dem millionenschweren Neubau nun nicht mehr benötigt wird, blieb Hettegger vage. Die Bahn soll erst einmal bestehen bleiben, alles Weitere „ergibt sich nach dem Winter“.
Dass die nun demontierte KSB am Jenner überhaupt mal im Winter in Betrieb war, beweisen diese Fotos von Leitner:
https://www.leitner.com/unternehmen/ref ... nerwiesen/
Anderer Blickwinkel, links daneben die Bergstation der ersten EUB-Sektion.
Blick auf die 600 Meter kurze Strecke.
7 Stützen und einen 160 Meter Höhenunterschied hatte die CLD.
Weitere technische Details zur Anlage: https://www.leitner.com/unternehmen/ref ... nerwiesen/
Die Kosten für die beiden nun obsoleten 6-KSBs sind leider nirgendwo aufgeführt. In einer Pressemitteilung der Jennerbahnen findet sich immerhin dieser Hinweis:
In der Berichterstattung des BR findet sich dieser interessante Passus, gemeint ist die in diesem Jahr demontierte Jennerwiesenbahn:Jennerbahn hat geschrieben:Die Berchtesgadener Bergbahn AG hat in den vergangenen zwei Jahren rund 57 Millionen Euro in das Gesamtprojekt „Neubau Jennerbahn“ investiert. Davon ist auch ein namhafter Betrag in die Erneuerung und Sanierung des Skigebiets am Jenner geflossen. „Mit den neuen Seilbahnanlagen, dem einzigartigen Skidepot in der Talstation, den gemütlichen Restaurants und dem gesamten Serviceangebot für verschiedenste Wintersportarten rund um die Jennerbahn können wir unseren Gästen und Einheimischen ein top modernes und attraktives Skigebiet mit Bergerlebnis bieten“, so Vorstand der Berchtesgadener Bergbahn AG Franz Moderegger.
Nun wird die Anlage in Dachstein West wieder aufgestellt. Zu welchen Konditionen, ist nicht bekannt:BR hat geschrieben:Man habe versucht, den alpinen Skibetrieb noch einmal zu reaktivieren, mit neuen Bahnen. Das sei nicht ganz gelungen. Einer der neuen Sechsersessellifte steht still, im Sommer wie aktuell im Winter. Mit fast einer Million Euro hat der Staat allein diesen Lift gefördert. Jetzt steht er zum Verkauf.
Zeit für die finale Talfahrt. Auf eine Einkehr in die moderne Lokalität "Halbzeit" verzichtete ich.ORF hat geschrieben:Über den Kaufpreis wurde keine Auskunft gegeben, darauf hätten sich die Vertragspartner geeinigt, hieß es von den Berchtesgadener Bergbahnen.
Letzter Blick auf die Jennerwiesenbahn. Für die Talstation gab es hoffentlich keinen Architekturpreis. Dürfte jetzt nach der Demontage eine öde Freifläche sein.
Ob die Lanzen auf der Talabfahrt noch stehen, als Denkmal an die skialpine Vergangenheit des Jenners?
Edit: fehlerhaften Link korrigiert.