Am 14.10. war ich in Berchtesgaden unterwegs. Da das Wetter eher schlecht war, habe ich mich für den Vormittag für einen Besuch des Kehlsteinhaus entschieden in der Hoffnung, dass auf den Berggipfeln die Sonne herauskommt.
Das Kehlsteinhaus wurde 1937/38 erbaut, und war ein Geschenk an Hitler zu dessen 50. Geburtstag. Das auf dem vorgelagerten Grat des Kehlsteingipfels auf 1820m Höhe errichtete Haus wurde während dem 2. Weltkrieg vor allem als Repräsentationshaus genutzt und wurde nach Ende des Krieges an die Amerikaner übergeben.
In den 50er Jahren wurde das Kehlsteinhaus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Man erreicht es auch heute nur mit einem Shuttlebus über eine steile Straße die auf 6,5 Kilometer Länge etwa 700 Hm überwindet. Danach geht es durch einen Tunnel in den Berg hinein und mit einem Aufzug die letzten 124 Meter zum Haus hoch.
Ankunft und Wendeplatz der Busse auf 1700m. Die Busfahrt dauerte ca. 15 Minuten. Erst auf ca. 1500 m riss die Wolkendecke auf. Über der Wolkendecke herrschte dann strahlender Sonnenschein.
Dieser ca. 150 Meter lange Tunnel führt zu einem im Berg liegenden Aufzug mit dem man die letzten 124 Höhenmeter zum Kehlsteinhaus in 41 Sekunden zurücklegt. Alternativ kann man auch außen am Berg zu Fuß hochlaufen.
Ausgang am Kehlsteinhaus
Blick nach Süden Richtung Jenner, Königssee und Watzmann
Das ganze etwas gezoomt. Auf dem Grat ist die Bergstation der Jennerbahn zu sehen, dahinter liegt der zweithöchste Berg Deutschlands, der Watzmann.
Vom Kehlsteinhaus kann man noch ein Stück weiter einen Grat hoch laufen. Je weiter man hoch kam, desto grandioser wurde heute die Aussicht, da man immer mehr Abstand zur Wolkendecke hatte.
Noch ein Stück weiter oben. Das Kehlsteinhaus ist mittlerweile hinter dem Höhenzug verschwunden
Blick in die andere Richtung nach Osten (Österreich). Etwas weiter links könnte man bei klarer Sicht Salzburg in der Ebene sehen. Ab hier gibt es einen Rundweg auf dem man in ca. 45 Minuten den vorderen teilweise mit Kiefern bewachsenen Teil des Bergrückens begehen kann. Der Weg geht in etwas bis zu der Stelle wo der hintere Berg beginnt steil anzusteigen.
Beginn des Rundweges ist an diesem Felstor, durch das man zuerst durchsteigen muss
Berge und Wolkenmeer im Südwesten
Gipfelkreuz oberhalb des Kehlsteinhauses. Hier machen die meisten Besucher wieder kehrt, da der Weg bis hier hin gut ausgebaut ist und danach deutlich anspruchsvoller wird.
Hier oben gibt es zahlreiche Bänke auf denen man die Aussicht genießen kann.
Auf dem Weg zurück. Kehlsteinhaus mit Nebelmeer im Hintergrund
Nach einer Fahrt mit dem Aufzug und dem erneuten Weg durch den Tunnel ging es wieder mit dem Bus zurück auf 1000m in die Wolkensuppe
Nicht weit von der Abfahrtstelle der Busse gibt es ein kleines Skigebiet mit 4 Liften. Dass das Skigebiet direkt an meinem Hotel lag, hatte ich am Tag zuvor bei der Ankunft gar nicht bemerkt.
Bergstation des Eggerbichllifts der als Dreieckslift ausgeführt ist und gleichzeitig der längste Lift im Skigebiet ist.
Umlenkscheibe, keine 50m vom Hotel entfernt
Kurve und unterer Streckenteil des Eggerbichllifts. Das ganze Gelände des Skigebietes inklusive großer Teile der Abfahrten ist im Sommer ein Golfplatz
Ein paar hundert Meter weiter westlich der Hauslift. Die anderen Lifte habe ich nicht fotografiert
Danach ging es mit dem Auto weiter Richtung Bergstation der Obersalzbergbahn und gleich weiter runter nach Berchtesgaden.
Talstation der Obersalzbergbahn, die 1950 gebaut wurde und aus 2 Sektionen besteht, die jeweils mit 2 Kabinen als Gruppenpendelbahn bedient werden. Wer die ganze Strecke fahren will, muss an der Mittelstation umsteigen, da die Kabinen immer nur auf einem Streckenteil fahren.
Blick zurück zur Talstation
2. Sektion von der Mittelstation aus gesehen. Da die Zeit langsam knapp wurde, bin ich nur die erste Sektion gefahren. Im oberen Bereich der 2. Sektion gibt es eine Sommerrodelbahn die neben der GPB verläuft.
Mittelstation mit Videoüberwachung und ohne Personal
Kabinen der Bahn
Perron an der Mittelstation. Wie an allen Stationen ohne Absperrungen ausgeführt.
Kabinen“tür“
Talstation
Nach der Fahrt mit der Obersalzbergbahn ging es später noch zur Jännerbahn, mit der ich leider nicht mehr fahren konnte, da die Kabinen schon garagiert wurden.
2EUB Jännerbahn Sektion 1 in der Totalen vom Parkplatz aus gesehen
Talstation und Strecke der 2EUB
An der Bahn bzw. dem Skigebiet sind mir 2 Dinge aufgefallen:
Laut Pistenplan gibt es am Jänner mittlerweile fast Vollbeschneiung. Bis auf eine Piste, sind alle Pisten inklusive Talabfahrt künstlich beschneibar. Das passt ja leider nicht so ganz zu dem ansonsten doch eher im Oldschool Style ausgerichteten Skigebiet. Weiterhin ist mir an der Talabfahrt ein sehr steiles Stück aufgefallen, das die ansonsten sich eher ins Tal schlängelnde Piste abkürzt. Auf dem Pistenplan sieht es so aus, als wäre das mal eine anspruchsvolle Variante gewesen, die man später wieder stillgelegt hat. Wer weiß etwas darüber bzw. ist die Talabfahrt schon mal gefahren?
Nach einer kurzen Bootstour auf dem Königsee ging es anschließend auf den langen Weg nach Hause.